Einträge mit dem Tag ‘Inge Hannemann’


Applaus für Sanktionsfrei: „Wir finden Sanktionen unangemessen und menschenunwürdig.“

17. Februar 2016 von Magda
Dieser Text ist Teil 38 von 39 der Serie Applaus für

Sechs Millionen Menschen leben in Deutschland von Hartz IV, davon fast ein Drittel Kinder. Für eine alleinstehende Person beträgt der Regelbedarf 404 €. Dieser Regelsatz ist aber keinesfalls garantiert, denn das Jobcenter behält sich vor, diese Leistungen zu kürzen, wenn Leistungsempfänger_innen die vom Jobcenter festgelegten Regeln nicht einhalten: Einen Termin verpasst? Kürzung. Nicht genügend Bewerbungen geschrieben? Kürzung. Eine Weiterbildung abgebrochen? Kürzung. Das Jobcenter kann die monatlichen Leistungen damit unter das Existenzminimum kürzen – und tut dies auch großzügig.

Mit Inge Hannemann, die sich schon seit Jahren gegen die Sanktionen einsetzt und generell die Agenda 2010 scharf kritisiert, hat sich ein Team von Aktivist_innen, Anwält_innen und Programmier_innen zusammengetan und Sanktionsfrei ins Leben gerufen.

Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei

Die Idee hinter der geplanten Plattform sanktionsfrei.de erklären die Aktivist_innen so:

Sanktionsfrei ist eine kostenlose Online-Plattform, die Hartz-IV-Sanktionen endgültig abschafft: Wir verpassen den Jobcentern ungefragt ein freundliches Online-Portal, das Betroffene umfassend informiert und kompetent begleitet. So vermeiden wir Sanktionen im Voraus! Mit Widersprüchen und Klagen bekämpfen wir Sanktionen und legen so die Jobcenter lahm. Und wir füllen verhängte Sanktionen aus einem Solidartopf auf. Denn niemand darf weniger haben als das verfassungsgemäße Existenzminimum!

In Videoform wird das Projekt in zwei Minuten erklärt:

Zurzeit wird auf startnext.com/sanktionsfrei Geld für die Realisierung des Projektes gesammelt.


Facebook | |


Gewalt gegen Frauen, Menschenwürde und Erinnern – kurz verlinkt

10. Februar 2016 von der Mädchenmannschaft

Am 19. Februar startet in Kiel unter dem Motto „Gewalt gegen Frauen beenden! 40 Jahre Autonome Frauenhäuser in Bewegung! Frauenhausfinanzierung jetzt sichern!“ die 16-Tage-16-Bundesländer- Tour der Frauenhäuser. Sie endet am 8. März in Berlin und führt durch alle Bundesländer.

Noch bis zum 31. März kann mensch die Ausstellung „Kaufhaus Nathan Israel 1815 – 1939. Eine Künstlerin erforscht Geschichte“ im Berliner Mitte-Museum besuchen. Dazu sagt die Schweizer Künstlerin Dessa im Interview mit Deutschlandradio Kultur: „Ich wünsche mir ein Projekt, das an das Leben der Menschen erinnert, an die Zeit, bevor sie in die Gaskammern gezerrt wurden. Sie hatten ein Leben! Mit meinem Projekt will ich daraus etwas Einzigartiges schaffen, auf Augenhöhe an diese Menschen erinnern, mit Hoffnung und einer Art Ehre.“

Unter dem Slogan „Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei.“ startete Inge Hahnemann und ihr Team eine Kampange um ein Informationsportal zur Vermeidung von Jobcentersanktionen im Vornherein zu erschaffen.

englischsprachige Links

Nachdem 4 asiatische High School-Schüler_innen immer wieder gefragt wurden, ob sie miteinander verwandt sind, klärten sie diese Frage auf ewig in ihrem Jahrbuch.

Beyoncé und ihr Auftritt beim Superbowl war nicht nur cool und stark – sondern auch politisch. Ausführlich wurde darüber in der Daily Mail (UK) berichtet.


Facebook | |


Hartz IV ist scheiße! Weg mit den Sanktionen und Leistungseinschränkungen

2. Dezember 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 10 von 16 der Serie Ökonomie_Kritik

Von mir aus können wir Hartz IV auch ganz abschaffen und ein Bedingungs­loses Grund­einkommen einführen. Ach, was rede ich: Einfach weg mit dem System und eine ganz neue Gesellschaft basteln. Eine Revolution fällt aber nicht vom Himmel, also fangen wir doch etwas kleiner an: Inge Hannemann – bekannteste Kritikerin des Hartz IV-Systems – hat gerade eine Petition in den Bundes­tag eingebracht hat, welche ihr bis zum 18. Dezember 2013 unter­schreiben könnt.

Inge Hannemann

Konkret geht es in der Petition um die Abschaffung der Sanktionen nach dem Sozial­gesetz­buch II und XII. Jobcenter-Mitarbeiter_innen können Sanktionen beispiels­weise bei Ablehnungen von Erwerbs­arbeit, Abbruch einer Bildungs­maßnahme oder Termin­versäumnissen aussprechen. Die Leistungs­kürzung kann je nach „Pflicht­verletzung“ (was für ein Wort!) 10% bis 100% betragen. Das kritisiert Inge Hannemann: „Wem ganz oder teilweise die Grund­sicherungs­leistung gestrichen wird, dessen Existenz und gesell­schaftliche Teil­habe ist bedroht.“

In der Praxis heisst das: Das Jobcenter kann dich in ätzende Jobs rein­zwingen, von dir verlangen an unsinnigen Maßnahmen teil­zunehmen oder kürzt das wenige Geld, welches dir zur Verfügung steht, einfach weg. Eine warme Mahlzeit gibt’s halt nur gegen Leistung, Leistung, Leistung. Das sind keine bedauerlichen Einzelfälle, das ist die deutsche Realität. Hätte ich nach sechs Monaten Hartz IV keinen Job gefunden, würde ich heute unfrei­willig im Call Center oder in meiner zweiten, dritten oder vierten Maßnahme sitzen. Die andere Option wäre Leistungs­kürzung gewesen. Das Jobcenter hat kaum Interesse daran, seine Kund_innen in Jobs zu vermitteln, von denen sie leben können und/oder die ihnen Spaß machen. Menschen ohne Abschluss oder Berufsausbildung trifft es am härtesten: Sie werden von einem zum nächsten prekären Job vermittelt und landen immer wieder im Amt.

Hartz IV geht uns alle an. Wie Bedürftige, Erwerbs­arbeits­suchende, Arbeits­unfähige oder Erwerbs­arbeits­verweiger_innen behandelt werden, verrät eine Menge darüber, wie das Leben und Arbeiten in Deutschland strukturiert ist: Ein Amt darf deine Grundsicherung kürzen, wenn du Arbeit ablehnst, einen Termin verpasst oder eine Maßnahme unsinnig findest. Damit alle Hartz IV-Bezieher_innen etwas ruhiger schlafen können, bin ich für die Abschaffung der Sanktionen und Leistungs­ein­schränkungen. Die Petition kann jede_r mitzeichnen, unabhängig von Alter, Wohn­sitz oder Nationalität.

Ausführliches Dossier (PDF): »Sanktionen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II, Hartz IV)« von Katja Kipping (30. Juli 2013)


Facebook | |


Bundesagentur für Arbeit gefährdet tausende Mitarbeiter_innen der Jobcenter

17. Juni 2013 von Charlott

Absurde Überschrift? Sie spiegelt noch nicht einmal in Ansätzen das Niveau wider, welches gerade die Bundesagentur für Arbeit an den Tag legt. Diese gab nämlich am Freitag eine Pressemitteilung mit der Überschrift „Inge Hannemann gefährdet tausende Mitarbeiter der Jobcenter“ heraus.

Hannemann war im April von ihrer Tätigkeit im Jobcenter teamarbeit hamburg freigestellt worden, nachdem sie wiederholt Kritik am Hartz-4-System geübt hatte, vor allem auch auf ihrem Blog. Statt sich einschüchtern zu lassen, hat Hannemann in den letzten Monat sich weiter zu Missständen in Jobcentern und allgemeinen Problemen des gesamten Hartz-4-Systems geäußert und viele Unterstützer_innen um sich versammelt. Das gefällt der Bundesagentur nicht wirklich. Die Pressemitteilung liest sich gar wie ein wütender Blogpost. Kostprobe:

Frau Hannemann missbraucht ihre angeblichen Insider-Ansichten, um sich in der Öffentlichkeit als einsame Kämpferin für Entrechtete darzustellen und behauptet dabei auch noch, für die Mehrheit der Jobcenter-Mitarbeiter zu sprechen. Darüber hinaus gefällt sie sich in der Rolle der Märtyrerin, die von ihrem Arbeitgeber (der Freien und Hansestadt Hamburg) „kaltgestellt“ werden soll.

Es wird versucht Inge Hannemann als einzeln Agierende darzustellen, ihre Aussagen ins Absurde zu ziehen und sie gar für mögliche Aggressionen gegen Mitarbeiter_innen der Jobcenter verantwortlich zu machen. Laut der Bundesagentur läuft alles super, jegliche Kritik ist eine Lüge. Inge Hannemann hat direkt am Freitag auch eine Gegendarstellung auf ihrem Blog veröffentlicht. Eine Petition fordert mittlerweile eine offizielle Rücknahme der Pressemitteilung und Entschuldigung seitens der Bundesagentur für Arbeit.

Die Erwerbsloseninitiatve Leipzig ruft über Facebook zu Soldaritäts-Flashmobs am Mittwoch, den 19. Juni, auf:

Von Flensburg bis Traunstein: Ein Flashmob der Solidarität. Solidarität mit #IngeHannemann, die das Unmenschliche im „System #HartzIV“ kritisiert, Solidarität mit allen davon Betroffenen. Ein Flashmob des Protestes gegen den Umgang der Bundesagentur für Arbeit und des Jobcenters Hamburg mit Inge Hannemann. Bringt bitte ein Ausdruck des Fotos mit und haltet es am Mittwoch, den 19.06.2013 um 12 Uhr vor Euerm örtlichen #Jobcenter oder der #Arbeitsagentur hoch. Friedlich, aber hörbar. Auf zum #FlashmobIngeHannemann !


Facebook | |


Inge Hannemann freigestellt

22. April 2013 von Nadia

Fast schon war es zu erwarten, heute ist es passiert – Inge Hannemann ließ über ihre Facebook-Präsenz mitteilen, dass sie ab sofort von ihrer Tätigkeit im Jobcenter teamarbeit hamburg freigestellt ist:

„Inge Hannemann, die für Menschenrechte und die Einhaltung des Grundgesetzes eintritt, wurde mit sofortiger Wirkung von der Geschäftsführung der teamarbeit hamburg freigestellt. Ihren Schlüssel musste sie sofort abgeben, ein Jobcenter darf sie nicht mehr betreten.“ (mehr …)


Facebook | |



Anzeige