Einträge mit dem Tag ‘Ikonen’

Dran denken: Ein Lächeln in Gedenken an Susan Sontag

Wednesday, January 16th, 2008 von Susanne

Heute wäre die großartige Susan Sontag 75 Jahre alt geworden. Sie war ihr Leben lang die intellektuelle weibliche Stimme, die uns in Deutschland leider immer noch fehlt. Susan Sontag kritisierte den Vietnam- und den Irakkrieg und kommentierte fortlaufend Missstände in der amerikanischen Gesellschaft. Sie äußerte sich aber nicht nur zu politischen Themen, sondern schrieb auch über Fotografie, Kunst, Film und Literatur; und auch über das Thema Krankheit - sie selbst starb mit 71 Jahren an Leukämie. Sontag lebte aber auch, wie sie dachte: engagiert und selbstständig. Während sich andere Intellektuelle während des Bosnienkrieges in den Feuilletons über die Intervention stritten, fuhr sie nach Sarajewo. Dort inszenierte sie zwischen den Scharfschützen mit einem Theaterensemble “Warten auf Godot” von Beckett. Sie setzte sich immer auch politisch ein für Themen, die ihr wichtig waren, egal, ob es um Frieden oder Feminismus ging. Und weil sie auch eine überaus gebildete und analytische Frau war, ist und bleibt sie ein riesengroßes Vorbild. Ihr Tod 2004 war ein unfassbarer Verlust für diese Welt.

Für alle, die Susan Sontag noch nicht für sich entdeckt haben, unbedingt zu empfehlen: Daniel Schreibers Biografie “Susan Sontag: Geist und Glamour”, und natürlich ihre Essays.

Simone de Beauvoir zum 100.

Wednesday, January 9th, 2008 von Susanne

Simone de Beauvoir und ihr Werk zu entdecken, macht Spaß, öffnet die Augen und beeindruckt - vor allem weil die Philosophin nicht nur radikal, sondern auch weitsichtig war und viele ihrer Gedanken auch heute noch uneingeschränkt gültig sind. Wer sich auf die Suche nach der Frau machen will, die heute 100 Jahre alt geworden wäre, hier ein paar Lese-Empfehlungen:

Für den schnellen Überblick beleuchtet die ARD Simone de Beauvoirs Lebensstationen.

Auf einestages.de schreibt Alexa Henning von Lange über Beauvoirs Vermächtnis.

Für die taz schreibt Barbara Vinken eine Hommage.

Der österreichische Standard empfiehlt, unbedingt Beauvoirs Werke wieder zu lesen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt über Simone de Beauvoirs Kampf gegen das “Das können Frauen einfach nicht”.

Der Deutschlandfunk stellt die neuesten Biografien über die Beauvoir vor.

Ich selbst empfehle, unbedingt “Simone de Beauvoir und das andere Geschlecht” von Hans-Martin Schönherr-Mann zu lesen.

Wem ihr legendäres Werk “Das andere Geschlecht” selbst zu umfangreich ist, dem sei das letzte Kapitel, “Die unabhängige Frau” ans Herz gelegt. Hier zeichnet de Beauvoir einen Weg zur Befreiung der Frauen, indem sie erklärt, woher die Unterdrückung überhaupt kommt:

“Wir haben gesehen, warum die Männer ursprünglich die Frauen unterjocht haben. Die Entwertung der Weiblichkeit war eine notwendige Etappe der menschlichen Evolution, die aber auch zu einer Zusammenarbeit der Geschlechter hätte führen können.”

Sehr modern, was sie damals schon sah: Ein Miteinander der Geschlechter ist ein Weg aus dem Gefängnis der Frauen, das die Männer gebaut haben.

Den Gedanken vom Einbeziehen der Männer betont auch die Süddeutsche Zeitung in ihrem Feuilleton-Beitrag:

“… Aus dieser Wirklichkeit ist Sartre nicht wegzudenken als dienstbarer Geist, der stets darauf hinwies, dass die Frauenbewegung gettoisiert werde, wenn sie nicht auch von Männern getragen werde. Sartres Forderung ist so wenig wie die Simone de Beauvoirs eingeholt: An den Sieg der Frauenbewegung könnte er erst glauben, wenn ein Mann einen Gedenkartikel über Simone de Beauvoir geschrieben und so seinen Castor dem Orkus entrissen hätte.”

Der Tagesspiegel denkt über die Schwierigkeit nach, die Philosophin zu biografieren.

Und Die Presse aus Österreich behauptet einfach kategorisch “Simone de Beauvoir lebt“.

Immer noch nicht genug? Noch mehr lesen.

Jane Birkin über ihre späte Emanzipation

Thursday, January 3rd, 2008 von Susanne

Im Zeit Magazin Leben spricht Jane Birkin darüber, dass sie 40 Jahre gebraucht hat, um sich zu emanzipieren. Sie erzählt, wie sie zufällig zur Sex-Ikone einer ganzen Generation wurde, wie sie die Trennung von Serge Gainsbourgh befreit hat (”Ich wollte nicht mehr seine Puppe sein”) und dass ihre Töchter heute glücklicherweise nicht solche “Puppen” sind wie sie es in ihrem Alter war.

(Foto: Francois Lafite)

Happy Birthday, Jane

Friday, December 21st, 2007 von Susanne

Heute wird Schauspielerin Jane Fonda siebzig Jahre alt. Ende der Sechziger als “Barbarella”in einer große Filmkarriere gestartet, wurde sie 1970 zu “Hanoi Jane“, kämpfte gegen den Vietnamkrieg und wurde zum ersten von sieben Mal für einen Oscar nominiert. Zwei mal gewann sie ihn auch: Den ersten bekam sie 1971 für ihre Rolle als Prostituierte im Film “Klute”, den zweiten 1978 als Soldatenehefrau in “Coming Home”.

Jane Fonda galt einerseits lange Zeit als Aerobic-Barbarella-Püppchen, litt viele Jahre ihres Lebens unter Essstörungen und Fitnesswahn, war aber auf der anderen Seite immer auch politisch umstritten, vor allem in den USA. Dort, sagt sie, hat man ihr bis heute nicht vergeben, dass Barbarella gewagt hat, den Mund aufzumachen.

Spätestens jetzt im Alter hat sie es aber geschafft, als toughe, leidenschaftliche Frau mit Idealen wahrgenommen zu werden. Interviews mit ihr lesen sich höchst inspirierend, gerade auch, weil sie in den siebzig Jahren so viele Wandlungen durchgemacht und sich selbst ausprobiert hat. Alles Gute zum Geburtstag!

(Foto über jane-fonda.net)