Einträge mit dem Tag ‘Idiotie’

Erziehungsfragen

Monday, September 29th, 2008 von Anna
Dieser Text ist Teil 11 von 11 der Serie Auf einen Kaffee mit Anna

Stellen wir uns folgende Situation vor:
Ein paar Männer sitzen um einen Tisch, sie unterhalten sich, trinken Bier. In der Küche der Wohnung klappert die Freundin des Gastgebers mit Geschirr, dann schaut sie kurz ins Zimmer: „Na, Männer, braucht ihr noch was? Alle glücklich?“ Die Herren nicken, bedanken sich. Die Frau verschwindet im Arbeitszimmer, sie hat noch zu tun. Die Männer stoßen an und einer fragt den Gastgeber, wie es denn so läuft gerade. Dieser antwortet: „Super! Sie kocht sehr gut und auch gerne. Außerdem kann sie bügeln und sonntags holt sie immer Brötchen“. Die Männer nicken anerkennend und einer von ihnen sagt: „Na, die haste aber gut erzogen!“ Die anderen grinsen wissend.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber würde ich so ein Gespräch mitbekommen, hätte ich irgendwelche „gekauftes Thai-Mädchen“ Assoziationen und würde mich insgesamt über so ein herablassendes Verhalten ziemlich ärgern.

Die Sache ist nur:
Ich war schon bei vielen solcher Gespräche dabei! Nur saßen da nicht Männer, sondern Frauen zusammen.

Viele werden sie kennen, die Sprüche über den Mann, der erzogen werden muss, den man gut er-/gezogen hat. Oft geht es in solchen Unterhaltungen darum, dass ein Mann etwas klassisch „unmännliches“ getan hat, der Frau „ihre“ Arbeit erleichtert hat. Wenn ein Mann (natürlich völlig überraschend!) z.B. in Sachen Haushalt(sführung) mitdenkt, dann kommt er der Satz, vorgetragen in einem anerkennenden Ton, in dem immer ein wenig Belustigung mitschwingt über dieses kleine, possierliche Tierchen namens Mann. Lustigerweise wird er – so zumindest meine Beobachtung - meistens vorgetragen von Frauen jeder Altersgruppe, die selbst insgesamt sehr klassische Beziehungsmodelle bevorzugen, Beziehungen, in denen meistens er im weiteren Sinne „die Hosen an hat“.

Es steht außer Frage, dass wir uns in Beziehungen entwickeln und verändern, dass man in einer guten Beziehung von einander lernt und Rücksicht nimmt. Dass man sich manche Macke versucht abzugewöhnen, weil genau diese eine Kleinigkeit den Partner total wahnsinnig macht. Aber erziehen? Kann eine Beziehung, in der eine den anderen „erzieht“ wirklich auf gleicher Augenhöhe funktionieren?
In meiner Familie kursiert der Spruch „Menschen ab 16 kann man nicht mehr erziehen“. Ich denke, da ist was wahres dran. Erziehung funktioniert immer von oben nach unten. Vom Älteren zum Jüngeren, von Eltern zu Kind, von Lehrern zu Schülern. Der Erziehende weiß (meint zu wissen) wo’s lang geht.

Warum stellen manche Frauen die Augenhöhe ihrer (oder einer fremden) Beziehung durch solche Sprüche in Frage? Warum versuchen sie sich wenigstens für eine Mittagspausenlänge über ihrem Mann zu positionieren und zeigen sie damit nicht genau das Gegenteil? Und ist es nicht interessant, dass oft Frauen ein Kompliment zu ihrer „Erziehung“ bekommen, die selber nie davon reden würden, dass sie ihren Mann erzogen hätten? Folgt daraus nicht völlig logisch, dass der beste Weg, einen „gut gezogenen“ (also einen aufmerksamen, interessierten) Partner zu haben der ist, sich gegenseitig zu respektieren und auf gleicher Höhe zu agieren? Die eigenen Wünsche zu äußern, nach den Bedürfnissen des anderen zu fragen, nachzugeben und Kompromisse auszuhandeln, also eine gleichberechtigte Beziehung zu führen, in der sich keiner über- oder unterlegen fühlen muss?

Mein Vorschlag wäre, in Zukunft einfach mal sagen: „Du hast ja einen tollen Mann!“
Ohne Erziehung, ohne Machtfragen. Einfach nur so, weil er eben auch ein toller ist!

Gute Böden

Friday, September 12th, 2008 von Katrin
Dieser Text ist Teil 21 von 22 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Rumtrampeln

(gefunden bei rrho)

Kleiner Service für ArbeitgeberInnen: leichter kündigen mit Barmer

Wednesday, September 10th, 2008 von Katrin

Wie das Handelsblatt heute berichtet, bot die Ersatzkasse Barmer noch bis gestern Abend vorgefertigte Formulare zur einfachen Kündigung von Schwangeren und Schwerbehinderten an. In der Rubrik “Leistungen und Beiträge” wurden diese und andere Musterbriefe zur Verfügung gestellt, die “Arbeitgebern die Korrespondenz mit ihren Mitarbeitern erleichtern”, wie das Handelsblatt schreibt. Spiegel Online hatte die fraglichen Kündigungsvordrucke gefunden und daraufhin bei der Barmer Nachfragen dazu gestellt. Ein Sprecher nannte den “Service” gegenüber des Handelsblattes “unproblematisch” und:

„Wir haben es gut gemeint, aber schlecht gemacht und sind im Nachhinein natürlich nicht glücklich mit den Texten“, sagte Jakob im Gespräch mit Handelsblatt.com. Dienstagabend habe man die beanstandeten Kündigungsvordrucke nach der Anfrage von Spiegel Online daher sofort von der Seite genommen. Trotzdem bedürfen in seinen Augen auch Arbeitgeber eines gewissen Servises [sic!].”

Na dann.

Betreff: Stereotype Werbung

Thursday, September 4th, 2008 von Katrin

Über Feministing.com fand ich diesen hübschen, wenngleich leicht angestaubten, Werbespot zum Thema Stereotype in der Werbung.

Hände hoch: wer von euch kann sich noch an dieses Spiel erinnern?

“It’s not a choice - it’s a child”

Tuesday, September 2nd, 2008 von Katrin

Sarah Palin In Amerika ist dieser Tage einiges Los: Nicht genug, dass Hurrikan “Gustav” den Golf von Mexiko erneut in Angst und Schrecken versetzt, nein, er bedrohte auch noch den Erfolg des Parteitags der Republikaner, der unglücklicher Weise gerade heute stattfindet. Aber die Partei weiß auch dieses Unglück für sich zu nutzen, wie Spiegel Online berichtet.

Einen viel größeren Wirbelsturm, nämlich einen der Irritation, löste die Nachricht aus, dass Bristol Palin, 17-jährige Tochter der Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin, schwanger sei. Brisant daran ist, dass Palin Senior als erzkonservative Abtreibungsgegnerin bekannt ist, deren Ernennung zur Kandidatin für den Vizepräsidentschaftsposten gerade von den stark religiösen Republikanern mit Freude aufgenommen wurde. Eben diese aber sind nun irritiert.

Doch Familie Palin hat sich schon einen guten Plan ausgedacht, diese Krise sprichwörtlich als Chance zu nutzen: Tochter Bristol werde natürlich das Kind austragen (geht ja auch gar nicht anders bei so konservativen Ansichten) und natürlich den Vater ehelichen. John McCain selbst setzte dem ganzen Schauspiel die Krone auf, indem er verkündete, dies sei ein Beleg für die Bodenständigkeit der Familie Palin, die eben eine “Amerikanische Familie” sei (siehe Spiegel-Artikel).

Noch schöner ist der in einem Bericht des Britischen Guardian veröffentlichte Kommentar einer Sprecherin der Republican National Coalition for Life, Jessica Erchard:

The pregnancy made the family “real” to voters. “It will resonate with women voters because they’ll say, ‘That happened to me, that happened to someone down the street’,” she said.

Die Republikaner schaffen es nicht nur, den Hurrikan für sich auszuschlachten, sie versuchen dies sogar mit dieser absolut privaten Geschichte. Sarah Palin gelingt es dabei sehr gut, das alles unter einen Hut zu bringen, denn Gott sei Dank spielt die Tochter das Schmierentheater brav mit. Palin stolz:

“Our beautiful daughter Bristol came to us with news that as parents we knew would make her grow up faster than we had ever planned. As Bristol faces the responsibilities of adulthood, she knows she has our unconditional love and support.”

Was aber die 17-jährige Bristol von all dem hält, kann man nur vermuten (wie es auch Viktoria in ihrem Blog sehr treffend beschreibt). Ganz nach dem Motto: “Es kann nicht sein, was nicht sein darf” wird ihr sicher zu keiner Sekunde eine eigene Entscheidung offen gestanden haben. Geschweige denn ihrem zukünftigem Ehegatten Levi Johnston: Der verkündete jüngst auf seiner MySpace-Seite (not available anymore), dass er in einer Beziehung sei und keine Kinder wolle. [Achtung Zynismus:] Hoffentlich bekommt er wenigstens ein gutes Sümmchen für sein Parieren. [Zynismus aus]
Das alles ist einfach:

Ohne Worte.

(Bild über Wikimedia Commons)

Wooow!

Thursday, August 28th, 2008 von Susanne

Das nenn ich mal ‘ne klare Ansage:

Über Feministing

Weltneuheit

Saturday, August 23rd, 2008 von Anna

Unsere Leserin Christiane hat uns auf eine sehr schöne Anzeige aus dem „Pro Idee“ Katalog aufmerksam gemacht, es geht um eine Sonnenbrille mit eingebauter Kamera:

(Textauszug: „Jetzt gelingen Ihnen einzigartige Aufnahmen. Beim Biken, Klettern, Skaten, Drachenfliegen … Wahre Live-Mitschnitte von Ihren spektakulärsten Abenteuern – ganz ohne aufwändige Montage und immer aus dem perfekten Blickwinkel.“)

Für welchen Zweck die Katalogmacher (Erfinder? Werber?) die Brille allerdings am geeignetsten halten, lässt sich unschwer auf dem Bild erkennen. (Wobei es sich bei der Frau bestimmt um eine feindliche Spionin o.ä. handelt, denn: „Auch im professionellen Security-Bereich ist das Interesse an dieser genialen Erfindung groß.“)

In Saudi-Arabien dürfen Männer keine Hunde halten, und auch keine sechs Frauen

Monday, August 4th, 2008 von Meredith

Saudi-Arabien, Land des Öls, der Klimaanlagen (Riad hat den 20.-höchsten Kohlenstoffdioxidausstoß der Welt) und der Avantgarde in Sachen Tschador. Du bist immer wieder gut für eine charmante Nachricht, diesmal in Kombination:

In der südwestlichen saudischen Provinz Jizan ist ein Mitglied der religiösen Polizeiwegen Polygamie verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, sechs Frauen geheiratet zu haben, drei Landsleute und drei Yemenitinnen. Der 56-jährige streitet die Vorwürfe ab und gibt an, er habe sich scheiden lassen, von zwei der Frauen. Damit wäre er dann wieder am legalen Limit. Vier Frauen auf einen Mann, das ist die Obergrenze in Saudi-Arabien. Muss reichen.

In weiteren Nachrichten:

Männer in der saudischen Hauptstadt Riad dürfen seit neustem keine Haustiere mehr besitzen. Als Grund für die Verordnung wurden schändliche Versuche männlicher Hundebesitzer, mit Frauen und Kindern in Kontakt zu treten, angegeben. Jedes Tier, ob angeleint oder nicht, wird in Verwahrung genommen.

Die Verordnung gilt nicht für Frauen. Na, was. Dürfen Saudi-Araberinnen nun bald vom Führerschein träumen?

Danke Kapitalismus. Endlich dürfen auch Chinesinnen in ihrer Freizeit Stripperin spielen

Saturday, July 26th, 2008 von Meredith

Jawoll. Niemand hält den Westen auf. Der US-amerikanische Dauertrend im Hausfrauen-Fitnessprogramm geht ja bekanntlich seit einigen Jahren um die Stange. Pole Dancing ist das Stichwort, also die erotisierende Kunst, eine Eisenstange anzumachen. Seit ein paar Jahren werden in den Sportzentren und Volkshochschulen ganz Amerikalands Kurse angeboten, wo Frauen genau das tun, um sich fit zu halten. Und sich dabei total sexy zu fühlen, weil das die allerwichtigste Sache beim Sport ist! Ich meine: Joggen, Tennis, Basketball – da schwitzt man ja, und wer will das schon? Denn Schweiss ist NICHT sexy und bringt die eigenen Geschlechtsmerkmale auf keine vorteilhafte Art zur Geltung. Klar haben die meisten dieser Frauen niemals eine Tabledance-Bar betreten und würden ihre Geld nicht im Sex-Gewerbe verdienen. Wie gesagt, sie sind meist Hausfrauen oder Karriereladies, glauben aber, dass Berufsstripperinnen den besten Job und den meisten Spass am Leben haben.

Wer einen guten Abriss zu dem Thema lesen will, schaue in Ariel Levys hervorragendes Buch “Female Chauvinist Pigs”.

Nun schreibt die New York Times heute in einer ausführlichen Reportage, dass sich immer mehr Chinesinnen nicht davon abhalten lassen wollen, halbnackt an Stangen herum zu turnen. Genau wie in USA verlangt die Seele der chinesischen Bankfilalleiterin danach, sich nach Feierabend Lackstiefel und eine kleine Hose zu werfen und eine Stange rauf und runter zu rutschen. Zugegeben – in China gibt es keine Rotlicht-Tabledance-Kultur, weswegen die spreitzbeinige Stangenakkrobatik vielen Chinesen möglicherweise eher seltsam als sexy erscheint. Die Chinesen, schreibt die New York Times, haben traditionell nämlich eine eher repressive Sexualkultur, sie reden und schreiben nicht so gerne vom Geschlechtsverkehr und sie zitieren auch nicht bei jeder noch so miesen Gelegenheit Pornografie. Aber keine Sorgen, das treiben wir ihnen auch noch aus. Chinas Bruttosozialprodukt muss wachsen und es wird wachsen und bald werden wir aus China mit Sicherheit auch die ersten Amateur-Pornos sehen – wenn das mit der Demokratie schon nicht klappt.

P.S.: Ich bitte die fehlenden scharfen S zu entschuldigen, sowas gibt es in USA nicht und da halte ich mich gerade auf. Aber immerhin: Umlaute!

Scheiß des Tages

Sunday, June 15th, 2008 von Susanne

Das hier. Sind Highheels. Für Babys. Kein Witz.

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