Einträge mit dem Tag ‘Homosexualität’


Phänomen Alice Schwarzer und Frauenzeitschriften – die Blogschau

11. Juni 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 112 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Antje Schrupp macht sich Gedanken über Homo- und Heterosexualität im Kontext von Liebe, Sex, Ehe und Elternschaft.

Tapfer im Nirgendwo definiert das “Alice-Schwarzer-Phänomen“: “die Fixierung einer extremen aber für die Pluralität einer demokratischen Meinungsgesellschaft notwendigen anderen Meinung auf eine relativ bekannte Person, obwohl sie diese bestimmte Meinung niemals geäußert hat, sie aber zum Erhalt des bestimmten Diskurs als Trägerin der Meinung unbedingt notwendig ist.”

Hollaback Berlin gibt Tips zur Bekämpfung von sexueller Übergriffe.

Die AG Queerstudies haben mehr als 1000 Unterschriften für Barrierefreiheit gesammelt.

Anarchie und Lihbe berichtet über den Vortrag von Heinz-Jürgen Voss, der sich aus naturwissenschaftlicher Perspektive kritisch mit der Herstellung von Zweigeschlechtlichkeit und deren Folgen auseinandersetzt.

Die Fuckmothers haben die Autobiografie von Evelyn McDonnells, einer Vertreterin der Riot Grrrl Bewegung rezensiert.

Das Mädchenblog ärgert sich über neuerliche Auslassungen der SPIEGEL-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen nach dem Urteil im Kachelmann-Fall.

Die neue Stieg-Larsson-Verfilmung “The Girl with the Dragon Tattoo” ist Gegenstand einer kritischen Analyse der Buttkicking Babes.

Fräulein Tessa ärgert sich im FAZ-Blog “Deus Ex Machina” über Frauenzeitschriften: “Satt von Stuss und Sternchen“.

Helga hat sich den Film “I can’t think straight”, die Liebesgeschichte einer Muslimin und einer christlich-arabischen Palästinenserin, angesehen.

Die Deutsche Welle hat mit der Direktorin der Girls Only Radio Station in Kairo, Amani Eltunsi, gesprochen.

Anne Roth stieß auf folgendes Video, das sich kritisch mit der Objektivierung von Frauen in der Werbung auseinandersetzt:


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Meinungsstark – Die Blogschau

21. Mai 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 108 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Gut, dass es das Theatertreffen-Blog gibt. Sonst blieben so schaurige Aussagen wie die von Herbert Fritsch bezüglich seines Frauenbildes gänzlich unkommentiert.

Und noch mehr vom Theatertreffen und über den Auftritt der österreichischen Autorin und Regisseurin Marlene Streeruwitz gibt es außerdem: Direkt von der Theatertreffen-Diskussion “Feminismus heute ein Unwort?”

Davon, als was heteronormativ so verstanden wird, erzählt die Denkwerkstatt anhand der Diskussionen, die das neue Café Rosa in Wien ausgelöst hat.

Antje Schrupp spricht über die Unmöglichkeit von Objektivität in Genderdiskursen:

Denn wir alle – inklusive der Forscherinnen und Forscher selbst – sind ein Teil des Themas. Ich bin eine Frau. Ich kann über Frausein nicht objektiv sprechen, denn dieses „Objekt“ ist Teil meines Subjektseins.

The Dishwasher wundert sich über den ausbleibenden Aufstand, dass bei Minijobbern das Elterngeld gekürzt werden soll.

Am 17. Mai war der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie. Nur ein Blog war dabei, schriftlich und mit der Videokamera in Frankfurt:

In dem Zusammenhang auch lesenswert: Die Schilderungen von genderbefreit über die – nicht immer politisch korrekt ablaufende – Konstellation von trans* am Arbeitsplatz

… aber dann so in größerer Runde, bei Sitzungen, Konferenzen etc., da wo es politisch manchmal viel wichtiger wäre, da bin ich dann plötzlich nicht mehr sichtbar, so als Trans*person. Da verlässt mich der Mut.

Über die tolle Party, die eine Versicherung für ihre Vertriebler geschmissen hat, berichtete Helga bereits. Aber auch InFemme kommentiert die völlig No-Go-Sause, in der der Bonus Frauen unterschiedlichen Verfügungsgrads waren. Ätzend!

Und zuletzt noch ein Blick auf das Gendercamp, das vergangenes Wochenende zum zweiten Mal stattfand. Das feministische Zentrum nimmt mit einer Kritik an der Machtverteilung Stellung, und L-Talk macht direkt eine Serie aus den Erfahrungen des Wochenendes: Teil 1 mit Blick auf die Zusammensetzung der TeilnehmerInnen und äh, royale Bezüge.


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“Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben?” – Pro Homo!

20. Mai 2011 von Magda

Die queere Rapperin Sookee und Rapper Tapete haben zum gemeinsamen Track “Pro Homo” ein Video veröffentlicht. Boxen aufgedreht, Tanz-Shorts rausgeholt und ab geht der Brustmuskeldance!


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Warum es manchmal okay ist, Heteros doof zu finden.

17. Mai 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 34 von 48 der Serie Meine Meinung

Heute ist Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHO). Heute vor 21 Jahren wurde Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation gestrichen und damit nicht länger als Krankheit geführt. Weltweit finden heute unzählige Aktionen gegen die Ausgrenzung und Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Queers und Intersex statt. In mehreren (auch deutschen) Städten starten sogenannte Rainbow-Flashmobs, in Berlin gibt es zusätzlich einen Aktionstag der Gruppe “Queer in Bewegung”. Jena kann sogar mit einem einwöchigen Festival aufwarten. Chapeau!

Während viele Betroffene, Aktivist_innen und Gleichgesinnte am IDAHO Akzeptanz und Gleichberechtigung einfordern bei gleichzeitiger Erhöhung der Sichtbarkeit von nicht ausschließlich heterosexuellen Lebensweisen, lohnt es sich dennoch, einmal die Perspektive zu wechseln. Nämlich auf diejenigen, die sich in einer heteronormativen Welt meistens sehr wohl fühlen: heterosexuell lebende Cisgender. Neben all den Annehmlichkeiten der herrschenden Gesetzgebung, stellt sich der Alltag für sie relativ unbeschwert dar. Unbeschwert, weil diese Menschen keinen neugierigen Blicken ausgesetzt sind und keine Angst vor Diskriminierung und Gewalt bezüglich der eigenen Sexualität und (zugeschriebenen) Geschlechtszugehörigkeit haben müssen. Sie können anderen distanzlose und intime Fragen zu deren sexuellen Vorlieben, Familienplänen und Lebensrealitäten stellen. Sie können LGBT*I und Queers nach Aussehen und Habitus kategorisieren und bewerten, ohne, dass diese ständigen Othering-Prozesse sanktioniert würden.

Kurz gesagt: Heterosexuelle, deren binäre Geschlechtszugehörigkeit nie in Frage gestellt wird, leben in einer Welt, die für sie eingerichtet ist. Sie leben entlang einer willkürlich gesetzten Norm, die die Welt in “Mann” und “Frau” einteilt, während sich beide konstruierten Geschlechter auch noch hauptsächlich gegenseitig toll finden müssen. Diese Heteronormativität ist für alle, die ihr nicht gerecht werden können oder wollen mit schmerzlichen Ausschlüssen, Diskriminierung und Gewalt verbunden, mindestens jedoch mit Einschränkungen, die (ausschließlich) heterosexuell lebende Männer und Frauen nicht erfahren. Und weil diese Norm suggeriert, es sei normal, die Welt in Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität zu denken, hinterfragen die meisten Heteros diese, also auch ihre eigene, konstruierte Normalität nicht. Die Unsichtbarkeit der Heteronormativität lässt viele in einer Blase aus Selbstverständlichkeit agieren, die natürlich nicht für andere gelten darf. “Ich finde es unangenehm, dass Homosexuelle ihr Privatleben öffentlich leben müssen”, sagt das Heteropärchen, während es ungeniert in der Straßenbahn rumknutscht. “Kinder brauchen Vater und Mutter”, sagt das getrennte Heteropärchen, während es über die Höhe des Unterhaltes streitet.

Auch ohne Beziehungskontext fallen Heteros oft unangenehm durch Ignoranz und Borniertheit auf: “Wer ist denn bei euch Mann oder Frau?”, “Habt ihr richtigen Sex?”, “Boah, das ist doch total traurig, meine/n Partner/in ständig verstecken zu müssen” – Es wäre auf jeden Fall schon mal wesentlich besser ohne diese dämlichen Fragen und Sätze. Ich würde mich auch riesig darüber freuen, wenn Heteropärchen nicht ständig meiner Partnerin und mir die Sitze in der U-Bahn streitig machen oder unseren Sitzplatzgewinn mit verständnislosen Blicken à la “Hallo, wir sind Heteros, wir gehören zusammen, wir müssen immer alles zusammen machen, auch sitzen” kommentieren würden. Ich wäre entzückt, bekäme ich kein Pfeifen, kein Lechzen, kein Gaffen. Es wäre der Sechser im Lotto, ich könnte meine Sexualität ohne Kommentare und Wertungen leben. Kommentare und Wertungen, die es nicht gäbe, würde diese fiese Heteronormativität nicht den Hetero-Horizont so stark einschränken. Ich hab’s ja schließlich auch geschafft, mal über den Tellerrand zu schauen.

Es gibt Tage, da finde ich Heteros und ihr selbstverständliches Dasein doof. Da bin ich undifferenziert, neidisch, traurig, gemein, belustigt und all diese Dinge, obwohl ich es besser weiß: dass bei weitem nicht alle so sind und Heteros auch nichts dafür können, dass sie von einem System profitieren, das sie sich nicht ausgesucht haben. Trotzdem wirken so viele daran mit, indem sie davon ausgehen, Heterosexualität sei normal und sich entsprechend verhalten. Als lesbische Frau kann ich mich in den seltensten Fällen auf meine gesellschaftlich akzeptierte Normalität berufen. Und solange dieses Ungleichgewicht existiert, das so viele Menschen (auch Heteros) einschränkt und gegen das viel zu wenige protestierten, ist es manchmal okay, Heteros doof zu finden. Oder die richtigen Fragen zu stellen.


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Homophobe Prenzlberg-Papis, Bierpopos und World of Warcraft

9. April 2011 von Meredith
Dieser Text ist Teil 103 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Dass der Feminismus an allem möglichen Schuld ist, hören wir ja dauernd, so oft, dass die Mädchenmannschaft kurz nach ihrer Gründung dafür extra eine Rubrik eingerichtet hat. Antje Schrupp nimmt in einem klugen Text die Schuld für alle Folgen, auch die negativen, der Frauenbewegung dankend an:

Hinter der defensiven Haltung, die bestreitet, dass der Feminismus irgendwelche problematischen oder zumindest klärungsbedürftigen Nebeneffekte hat, steckt, so glaube ich, eine falsche Vorstellung. Und zwar die, dass sich die Frauen einfach so als Gleiche in die Welt der Männer integrieren ließen und ansonsten alles beim Alten bleiben könnte. Ziemlich oft wird so über die Emanzipation der Frauen gesprochen: Als wären wir damals bei der Erfindung von Gleichheit und Demokratie quasi „vergessen“ worden, und jetzt, wo das aufgefallen ist, werden wir eben gleichgestellt und damit hat es sich. So als wäre die Freiheit der Frauen bloß eine kleine Fußnote der Geschichte, die das Große und Ganze nicht weiter betrifft.

Sehr lesens- und bedenkenswert.

Die Denkwerkstatt verlinkt auf ein Interview mit Jackson Katz (University of Massachussets). Der US-amerikanische Politikwissenschaftler ist einer der bekanntesten männlichen Anti-Sexismus-Aktivisten in den USA (apropos: gute Frage eigentlich – wen würde man denn in Deutschland als führenden männlichen Anti-Sexismus-Aktivisten bezeichnen? Ich glaube fast da wäre ein Posten frei!) und konzentriert sich nach eigener Aussage auf die Art und Weise, wie Männer in der Öffentlichkeit gegendert werden. Im Interview spricht er zur Rolle von “Männlichkeit” im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf.

Und noch ein guter Tip aus der Denkwerkstatt: Wie kommt es, dass kleine Jungs immer als weniger reif als ihre Altersgenossinnen bezeichnet werden? Die Erziehungswissenschaftlerin Sabine Jösting hat einen Aufsatz darüber geschrieben, dass Mädchen schon viel früher in Beziehungen zu Jungs eingeführt werden, also früher trainieren, die “Beziehungsarbeit” zu leisten, die auch im Erwachsenenalter von ihnen erwartet wird. Kleine Jungs blieben dagegen länger in geschlechtshomogenen Gruppen, und übten nicht Beziehungen sondern Dominanzstrukturen. Ich bin nicht ganz sicher, wie das funktioniert, rein rechnerisch, aber das kann man vielleicht bei Jösting selbst nachlesen.

Der Prenzlauer-Berg-Papa-Blogger Markus auf Nusenblaten fragt sich, voll selbstironisch, ob er spießig sei, weil er seinen kleinen Söhnen gerne verbieten würde, im Rock in die Kita zu gehen. Adrian Lang beantwortet ihm die Frage mit klaren Worten. Danke dafür.

Ich mag kein Mathe und auch keine Rechenspiele mit Toten. Dieser kurze Post bei Karnele zu Morden an Homosexuellen und Frauen ist aber ein paar Gedanken wert.

Sportfreundin: Mrs. Mop schwärmt für Basketballtalent Indi.

Franzi erzählt von den vielen ersten Malen einer jungen Mutter.

Ninia la Grande hat sich bei Astra über deren als Anzeige getarnte Aufforderung zur sexuellen Belästigung unter Alkoholeinfluss beschwert. Zurück kam, wie sie berichtet, nur eine lauwarme “Aber wir meinen das doch nur satirisch und auch gar nicht herabwürdigend”-Mail. Vielleicht dann doch ein Fall für den Werberat.

Für die Identifizierung sexistischer FilmeAls Indikator für die Präsenz von Frauen in einem Film wurde der Bechdel-Test entwickelt. Wie der geht und vier andere Videos von der tollen popkulturellen Plattform “Feminist Frequency” hat das Blog Fernseher Kaputt ausgewählt.

Wow, ich wusste gar nicht, dass es jetzt ein “Magazin für studierende Arbeiterkinder” gibt. Ich finde das gut, und gut, weil sehr sachlich, finde ich auch das Posting von Andreas Kempter über die “Titelgeschichte” des Parteiorgans der Piraten, der Kompass. Darin geht es um “Wie wir Jungs benachteiligen”,verfasst ist der Text wohl von der Mann AG der Partei, eine nachweislich anti-feministische und maskulistische Gruppe. Andreas Kempter fragt deswegen einfach mal die Piraten:

Also, liebe Piraten und Piratinnen, überlegt euch bitte, ob die Männer AG wirklich gut bei euch aufgehoben ist, oder ob die Gruppe sich nicht eher bei den Positionen von Kristina Schröder wiederfindet und nur ausnutzt, dass ihr eine junge kleine internetaffine Partei mit Männerüberhang seid.

Erfahrungen von Transgendern mit ihren Ehepartner_innen und Familien gibt eine Gastbeitrag auf Michaelas Blog wieder.

Auf dem Missy Blog läuft derzeit eine ganz interessante Serie unter dem Titel “Team Videospiele”. Hier geht es um Frauen in der World of Warcraft, die dort offenbar einen besonderen Stellenwert genießen.

Arme Frauen in Wien müssen zwar für Schwangerschaftsabbrüche grundsätzlich nicht selbst aufkommen, bezahlen aber mit ihrer Anonymität, berichtet die Standard. Denn die Krankenhäuser machen die Prozedur so kompliziert wie möglich, um weniger Patientinnen aufnehmen zu müssen.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Sex in Filmen, Vodka-Tampons und sabotierte Kondome – die Woche im Rückblick

31. März 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 99 von 152 der Serie Kurz notiert

Nachdem uns neulich schon die Nachricht einer Userin erreichte, Vodka-Tampons seien ein Trend, der spontane Kopfschüttelreflexe auslöst, bestätigt der Südkurier dessen Aktualität. Die Pimpettes berichteten bereits 2008 drüber.

Dass eine junge Irakerin vor einer Zwangsheirat flüchtet und fürchtet, von ihrer Familie umgebracht zu werden, ist für das Hamburger Verwaltungsgericht kein Asylgrund. Weiter, so die taz, empfiehlt ihr das Gericht, sich das Jungfernhäutchen einfach wieder zunähen zu lassen, ”dass es zur Täuschung für die Hochzeitsnacht genügt“. Von Biologie hat man dort jedenfalls keine Ahnung.

„Hilfe, wir haben eine ‚Mencession‘“ hieß es mit dem Beginn der Krise – denn da verloren vor allem Männer ihre Jobs. Mit dem Aufschwung finden sie aber in Massen neue, während Frauen selbst in „weiblichen“ Branchen wie dem Dienstleistungssektor kaum eingestellt und teilweise sogar weiter entlassen werden. Die Toledo Blade hat Zahlen zum US-amerikanischen Arbeitsmarkt.

Den Einzug in den Landtag hat die NPD in Sachsen-Anhalt verpasst. Im Wahlkampf hatte ihr Spitzenkandidat noch Ratschläge zum Bombenbau gegeben und zur Vergewaltigung der Frauen in der Linkspartei aufgerufen, so die tagesschau.

Druck, gemeinsam ein Baby zu bekommen oder Sabotage von Kondomen und Pillenpackungen. Auch dies sind Formen von Gewalt in Beziehungen, die bisher oft übersehen werden. Laut RH Reality Check sollten Frauenärzt_innen ihre Patientinnen fragen, ob sie derartige Nötigung in ihrer Beziehung erleben. In einer Studie sank danach die Zahl der Übergriffe, während das Problembewußtsein stieg.

Der ehemalige Chefredakteur des Schwulenmagazins “Männer“, Peter Rehberg, holt im Freitag zum Rundumschlag gegen Judith Butler aus. Offenbar kann Rehberg nicht akzeptieren, dass Homosexuelle nicht vor rassistischen Allianzen gefeit sind, die Butler im vergangenen Jahr öffentlich angeprangert hatte. Besonders bemerkenswert sind seine lückenhaften Kenntnisse von Judith Butler, Michel Foucault, Queer Theory und postkolonialer Kritik im Artikel, weil er diese als Argumentation heranzieht, um Butlers Aussagen zu entkräften.

Ebenfalls vergangene Woche im Freitag erschienen: Katrin Rönickes persönliche Erfahrungen im Umgang mit Geschlechternormen bei der Kindererziehung. Nicht immer gehen Mutterschaft und das feministische Dasein problemlos zusammen.

Nach wie vor sind Jungen gegenüber Mädchen in der Schule benachteiligt, doch nicht mehr aus den immer wieder genannten Gründen. Die Feminisierung im Bildungsbereich, also dass Lehrkräfte heutzutage meist Frauen sind, hätte keine Auswirkungen auf die schulische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, so eine neue Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mehr seien strukturelle Gründe für den Nachteil anzuführen, berichtet lizzynet.de.

Armes Italien. Berlusconi, Mafia und ein deppertes Frauenbild. Aber Gianna Nannini tickt nach ihrer eigenen Uhr, auch biologisch. Über ihre Mutterschaft mit 54 und die italienischen Reaktionen darauf spricht sie im Interview mit Spiegel.online.

Ältere Frauen wollen ihre sexuellen Bedürfnisse stärker dargestellt sehen, Latinos und Schwarze finden dagegen, sie würden übersexualisiert: Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des UK Film Council, die im Guardian nachzulesen sind.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für April, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.


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“Seitenwechsel”: Der Vorzeige-Homo ist nicht die Lösung

9. März 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 50 von 60 der Serie Die Feministische Bibliothek


Schwarzer Buchtitel mit weißem Fußball und pinker Schrift: Seitenwechsel. Coming-out im FußballEs stehen viele wichtige Dinge drin in Tanja Walther-Ahrens‘ Buch Seitenwechsel. Coming-out im Fußball. Auf 176 Seiten geht es hier ein­mal durch die schwul-lesbische, queere Sport- und Lebenswelt, durch die homophoben und sexistischen Strukturen insbesondere des Fuß­balls, persönliche Erfahrungen von Sportler­_innen, Schiedsrichter_innen und Journalisten, garniert mit kleinen Crashkursen zu Judith Butler oder den europäischen Anti­dis­krimi­nie­rungs­richt­linien und eingeleitet mit einem Vor­wort von Theo Zwanziger, Präsident des Deut­schen Fußball-Bundes.

Tanja Walther-Ahrens weiß, wovon sie schreibt. Sie ist selbst ehemalige Bundesligaspielerin, arbeitet heute hauptberuflich als Lehrerin, ist „neben­bei“ als Aktivistin bei der EGLSF (Euro­pean Gay and Lesbian Sports Federation) unter­wegs. Dass Homophobie nicht nur beim DFB, sondern auch in der Fanszene und in den Medien inzwischen ein Thema und nicht mehr nur ein Tabu ist, ist zu einem nicht geringen Teil ihr Verdienst. Irgend­wann dazwischen hat sie dann noch Zeit gefunden, dieses Buch zu schreiben, das sich nicht nur an ein Nischenpublikum richtet, wie sie selbst im Interview sagt:

Ich habe das Buch für eine breitere Masse geschrieben: für diejenigen aus der Community, die selbst mit Sport zu tun haben, und für die, die sagen „Nee, Sport, damit kannst du mich jagen.“ Aber eben auch für Leute, die aus dem Sportbereich kommen und denen das Thema Homo­sexualität nur wegen Martina Navratilova über den Weg gelaufen ist.

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Kurz notiert: Mädchenbildung in Afghanistan und Proteste in Tunesien

19. Januar 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 62 von 152 der Serie Kurz notiert

Die Taliban sollen in Afghanistan wieder an der Regierung beteiligt werden – im Zuge der Gespräche gaben hochrangige Vertreter an, Mädchenbildung künftig nicht mehr im Wege zu stehen. Gegenüber der BBC zeigen sich weibliche afghanische Abgeordnete aber skeptisch, denn bisher gibt es in den Taliban-dominierten Gebieten immer noch keine Mädchenschulen.

Ob wir Menschen als männlich oder weiblich einschätzen, hängt auch vom Fingerspitzengefühl habt. Wer weiche Dinge hält oder besonders sanft schreibt, ordnet danach Gesichter androgyner Testpersonen als weiblich ein. Harte Gegenstände lassen die Gesichter dagegen männlich erscheinen, berichtet LizzyNet über eine Studie der Tufts University.

In der katalanischen Stadt Lleida ist das Tragen einer Burka oder eines Niqab in öffentlichen Einrichtungen vorläufig wieder gestattet, wie dieStandard.at berichtet.

Auf Zeit.de ist der Kurzfilm “zwischen welten” von Dorothea Carl verlinkt, der dokumentiert, wie Migrantinnen mit den unterschiedlichen Erwartungen in ihrer alten Heimat und in Deutschland umgehen.

Auf MuslimahMediaWatch beleuchtet Tasnim die Rolle der Frauen in Tunesiens Revolution und ob bzw. wie diese von den Medien dargestellt werden. Es fällt auf: Anders als etwa bei den Protesten, die z.B. im Iran stattgefunden haben, werden Frauen in Tunesien nicht als Symbolfiguren des Widerstands hochstilisiert.

Chally von feministe ärgert sich in ihrem Artike “Can’t We Just Be Friends?”, dass Erwachsene spielende Kinder automatisch als Freund und Freundin sehen. Ein Junge und ein Mädchen mögen sich als Spielgefährt_innen und wollen einfach nur befreundet sein? Nein, nein: ein niedliches Paar sind sie, die Kleinen!!

Die türkische Schriftstellerin, studierte Soziologin („Zum Mann gehätschelt – zum Mann gedrillt“) und Menschenrechtsaktivistin Pinar Selek, derzeit Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des deutschen P.E.N.-Zentrums, droht die Wiederaufnahme eines Verfahrens, welches ihr schon in den 1990ern wahrscheinlich völlig zu Unrecht angehängt wurde. Wenn ihr Pinar Selek unterstützen möchten, genügt eine E-Mail an christaschuenke[at]mac[punkt]com. Direkt online unterschreiben könnt ihr unter www.ps-signup.de.

Susanne Baer, ab dem 1. Februar 2011 Richterin am Bundesverfassungsgericht, beschäftigt sich mit den Fragen: „Wie steht es verfassungsrechtlich um Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung, Netzzugang und Netzneutralität? Braucht das Grundgesetz ein Update?“ (Ein passende Video war schon im November bei der Opalkatze auf …Kaffee bei mir verlinkt.)

Queer/feministische Termine für diese und nächste Woche findet ihr in unserer Übersicht für Januar, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen, etc. mit herrschaftskritischem und emanzipatorischem Anspruch. Veranstaltungshinweise bitte mit Link an post[ät]maedchenmannschaft[punkt]net, auf unsere Facebook-Wall oder per Twitter an @grrrls_team.


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Samstagabendbeat mit Rebecca Drysdale

15. Januar 2011 von Nadine

Über das Videoprojekt “It gets better”, dass queeren beziehungsweise LGBT*-Jugendlichen Mut machen soll im Umgang mit Diskriminierung, hatten wir schon an anderer Stelle berichtet.

Nun hat sich Rebecca Drysdale, lesbische Comedian und “Time Travelling Lesbian” aufgemacht, die Coolness dieses Projekts auf eine neue Qualitätsstufe zu heben. Sie schrieb einen Song und machte daraus ein Musikvideo.

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Homosexualität ist schwul

11. Januar 2011 von Nadine

Heute lief auf dem Fernsehsender “Ki.Ka” eine neue Folge der Dokumentationsserie “Ich”, in der das Thema Homosexualität am Beispiel von zwei sich als schwul definierenden, männlich markierten Jugendlichen verhandelt wurde. Dass solche Perspektiven für den “Ki.Ka” im Jahr 2011 absolutes Neuland sind, ist eigentlich schon beschämend genug.

Problematisch ist allerdings auch, dass Lesben/lesbisch lebende Menschen – wie so häufig in den Medien – wieder einmal unter “schwul” und “Mann” subsumiert werden. FrauenLesbenTrans* und/oder queere Lebenskonzepte werden somit unsichtbar und verschwinden aus dem Blickfeld der Zuschauer_innen als mögliche Perspektiven auf die Themen Geschlecht, Gender, Körper, Sexualität und sexuelle Identität. Das “Schwulsein” von Männern in den Fokus einer medialen Auseinandersetzung mit Homosexualität zu rücken, konstruiert diese als hauptsächliche Betroffene von Ausgrenzung und Diskriminierung beziehungsweise als hauptsächlich Betroffene einer heterosexuellen, binär vergeschlechtlichten Dominanzkultur.

Von der stereotypen Darstellung der zwei Jungen als diffus “tuntig” beziehungsweise “weniger tuntig” einmal abgesehen, zeichnet auch der Kinderkanal kein differenziertes Bild von Jugendlichen, die sich (zeitweise oder langfristig) für eine nicht-heterosexuelle Lebensweise entschieden haben. Weitere Aspekte von Intersektionalität oder Mehrfachzugehörigkeiten wie beispielsweise Behinderung, Hautfarbe, Religiösität werden darüber hinaus völlig selbstverständlich ausgeblendet. Diese Sichtweisen sind mitnichten akademische Luxusprobleme, sondern Lebensrealität von Millionen Menschen hierzulande.

Nicht unerwähnt bleiben soll der absurde Fakt, dass das Konzept der Serie “Ich” darin besteht, Jugendkulturen oder popkulturelle Codierungen von Jugendlichen aufzuzeigen. Bisher vorgestellt wurden unter anderem Skater_innen, Models und Hip Hopper_innen. Homosexualität ist selbstredend nicht nur eine Facette von Popkultur. Homophobie, Heteronormativität und andere Unterdrückungsmechanismen, denen marginalisierte Gruppen täglich ausgesetzt sind, in solch einem Kontext vorzustellen, lässt diese unproblematisch und beliebig erscheinen.


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