Einträge mit dem Tag ‘Homophobie’


Fußball, Google+ und Philosophie: überall Frauen.

20. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 113 von 152 der Serie Kurz notiert

Das Bitch Magazine schreibt ausführlich zu “Homophobic Friends“, dem Videoprojekt von Tijana Mamula, die aus 10 Staffeln der bekannten US-Serie Friends Szenen herausschnitt und neu zusammensetzte, die homophobe, trans*phobe und/oder heterosexistische “Witze” enthielten. Heraus­gekommen ist eine “neue Folge Friends”, “Homophobic Friends”, eben.

J-Walk veröffentlicht DEN Hausfrauenguide anno 1955.

In New York darf frau übrigens oben ohne durch die Straßen gehen. Jordan Matter hat 80 Frauen dabei über Jahre fotografiert, berichtet der Bust Blog und verweist auf eine fotografische Vorschau zum Buch “Uncovered”.

Schwarz weißes Foto eines älteren Pärchens auf einem Motorrad. Er lenkt mit schwarzem Helm und Sonnenbrille, sie sitzt oben ohne dahinter.

Der “Gender and Digital Politics“-Report (PDF) meint, es gäbe wenig politische Bloggerinnen. Cath Elliott ist auf owni.eu anderer Meinung. Der Total Politics Award, im Report als Indiz angeführt, habe bisher eine Reihe an (feministischen) Bloggerinnen ignoriert, außerdem stelle sich mal wieder die Frage: „Warum entscheiden eigentlich immer Männer, was Politik ist und was nicht?“

Die indische Webseite Tehelka hat 11 bizarre Ver­gewaltigungs­ent­schuldigungen gesammelt.

Japan ist Fußballweltmeisterin! Gratulation! DieStandard.at fasst noch einmal die Berichterstattung zusammen. Nicole von der Mädchenmannschaft konstatiert für das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung, dass Frauenfußball mitnichten eine andere, besondere Spielart des Fußballs sei. Image- und Werbekampagnen versuchten im Vorfeld der WM dem Frauenfußball einen “weiblichen” Anstrich zu verpassen. Im Dietz Verlag erscheint bald der Bildband “Schuhgröße 37 – Frauenfußball in Ägypten, der Türkei, Palästina und Berlin“. Bis zum 27. August findet dazu u.a. im Kreuzberg Museum eine Ausstellung statt.

Auf DRadioWissen erfahren wir ganz überraschenderweise, dass die “Karrierechancen von Männer und Frauen in der Forschung weiter ungleich verteilt” sind.

Mashable verweist darauf, dass das kürzlich gestartete Google-Network, Google+, männlich dominiert ist und bestätigt damit weiterhin die Ungleichverteilung der Geschlechter im Netz. Wo sind sie, die Frauen? Hier.

Apropos Google, Frauen, Wissenschaft: Bei der “Google Science Fair”, einer Art „Jugend forscht” finanziert von verschiedenen Firmen, haben dieses Jahr nur Mädchen gewonnen.

Die Taz stellt Kazim Erdogan vor, der Männern hilft, sich von Rollenbildern zu befreien.

Unique, das Hochschulmagazin der Uni Wien, schreibt zu Frauen in der europäischen Philosophiegeschichte: “Ein Blick auf Vergessene und Verdrängte, auf Mechanismen des Ausschließens und Mühsal wie Tücke der Rekonstruktion”

Reuters berichtete von einer Demo afghanischer Frauen, die so gegen sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit protestierten.


Facebook | |


Der Papst in Deutschland? What the Fuck!

8. Juli 2011 von Magda

Vom 22. bis 25. September 2011 wird der Papst, Joseph Aloisius Ratzinger, in Deutschland zu Besuch sein. Anlässlich des Besuches haben sich in Berlin, Freiburg und Erfurt Bündnisse gebildet, die neben Gegen-Aktionen am Tag des Papstbesuches im Vorfeld auch Veranstaltungen zum Thema organisieren. Im Aufruf des Berliner Bündnisses “Der Papst in Berlin? What the Fuck!“ schreiben die Organisator_innen:

Wir nehmen den Besuch dieses Menschen zum Anlass, unsere grundsätzliche Kritik an Religion, an der Katholischen Kirche im Speziellen und an diesem Papst im Besonderen Ausdruck zu verleihen und rufen hiermit dazu auf, diese Kritik auf der Straße und bei den verschiedenen Veranstaltungen zu verdeutlichen. Denn Joseph Ratzinger ist ein Mensch, dessen Denken und Äußerungen sich großzügig aus dem Pool reaktionärer Ideologien speisen. Antisemitismus, Sexismus, Homophobie und Rassismus sind die tragenden Pfeiler seines erzreaktionären Weltbildes.


Mobilisierungsvideo des Berliner Bündnisses “Der Papst in Berlin? What the Fuck!
Es gibt noch zwei weitere Berliner Gruppen, die gegen den Papstbesuch mobilisieren: Der Papst kommt! (auch auf Facebook) und Not welcome! Papst Bündnis aus Berlin.


Facebook | |


Sexualisierte Gewalt, Männerrechtler und Riot Grrrls

8. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 107 von 152 der Serie Kurz notiert

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine neue Studie herausgegeben: Unter der Leitung von Soziologin Nina Degele hat ein Forscher_innenteam untersucht, wie offen beziehungsweise ausschließend der Fußballsport in Deutschland ist. Ergebnis: Sexismus, Rassismus und Homophobie sind nach wie vor struktur­gebend und betreffen Geschlechter in ganz unterschiedlicher Weise.

Echo Online hat ein Interview mit Darmstädter Musikerinnen geführt. Die Frauen konstatieren: Um sich durchzusetzen, “muss man ein Macho sein”.

Passend dazu hat die New York Times einen Rückblick auf die Riot Grrrl Bewegung in den USA gewagt und deren internationale Errungenschaften und Einflüsse bis heute nachgezeichnet.

Die Monsters of Göttingen interviewen die Initiator_innen des Antifee Festivals, das dieses Wochenende bereits zum fünften Mal stattfindet. Jedes Jahr trifft hier emanzipatorische Politik auf ein musikalisches Bühnen­programm und theoretische Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in Workshops.

Journalistinnen sind während ihrer Arbeit vermehrt sexualisierter Gewalt ausgesetzt, doch sie schweigen darüber, wie eine Studie herausgefunden hat. Jüngstes Opfer ist CBS-Reporertin Lara Logan, die in einem bewegenden Interview ihr Schweigen gebrochen hat (wir berichteten).

Soziologe Andreas Kemper, Autor des Buches “(r)echte Kerle – Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung”, spricht mit dieStandard.at über seine Einblicke in die deutschsprachige Bewegung. Ähnlich wie Thomas Gesterkamp, der 2010 für die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zum Thema heraus­ge­geben hatte, kommt er zu dem Ergebnis, dass die antifeministische und frauenfeindliche Männerechtsbewegung offen für Rechtsextremismus ist: “Dazu zähle ich die ideologischen Versatzstücke Nationalismus, Ethno­zentrismus, Rassismus, Sozialdarwinismus, Antisemitismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Befürwortung einer rechts­autoritären Struktur, Chauvinismus und Sexismus.”

Auf Sociological Images kann nachverfolgt werden, wie das Geschlechter­verhältnis in den akademischen Disziplinen, aufgeschlüsselt nach Dis­ser­tationen, aussieht.

Ende Mai hatte die Beauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in Institutionen und Familien, Christine Bergmann, ihren Bericht abgeliefert. Dieser zeigte auf, dass die Strukturen für Missbrauchsopfer in Deutschland denkbar schlecht sind. Jetzt wurden die Betroffenen an einen runden Tisch geholt, wie die Taz berichtet.

Die Deutsche Welle rezensiert das Buch “Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene“. In der NPD bekleiden immer mehr Frauen Ämter, um der Partei ein geschlechterprogressives, bürgerliches Image zu geben.

Anke Domscheit-Berg, die Unternehmen in Sachen Quote, Aufstiegschancen von Frauen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf berät, wurde vom Fernsehsender MDR zu ihrer Arbeit interviewt.

Die österreichische Gruppe TransX, die sich für die Rechte von Transsexuellen und Transgender einsetzt, macht auf den Fall der türkischen Transsexuellen Yasar aufmerksam, die in ihr Herkunftsland abgeschoben werden soll.

Etwa eine Woche ist es her, dass Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde (wir berichteten). Schon jetzt wird über sein TV-Comeback spekuliert: “vielleicht als Moderator einer Talkshow über persönliche Schicksalsschläge und große Dramen”.

Zum Schluss noch zwei Termine:

Die argentinisch-mexikanische Band Kumbia Queers tritt am 15. Juni im Münchener Kafe Marat auf. Los geht’s ab 20 Uhr, Eintritt sind schlappe vier Euro.

Am morgigen Donnerstag stellt Franziska Rauchhut in Berlin ihr neues Buch zur Geschichte der Lesbenbewegung in Deutschland vor. Beginn: 20 Uhr im Silverfuture.


Facebook | |


Fußballerinnen, Trendfrisuren und das Eva-Prinzip – die Blogschau

4. Juni 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 111 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Im mädchenblog berichtet Leonie vom ”Bund katholischer Ärzte”, die auf ihrer Webseite über “Therapiemöglichkeiten von Homosexualität” informieren. Ekelhaft.

Auf gluecklickscheitern findet ihr eine Rezension von Eva Hermans “Eva Prinzip”.

Einen Veranstaltungstipp hat Philipp Khabo Koepsell von Die Akte James Knopf : “Decolonizing The Social Sciences And The Humanities“ vom 16. bis 18. Juni in Frankfurt, auf der die US-amerikanische Soziologin Patricia Hill Collins, Autorin von ”Black Feminist Thought“, die Keynote halten wird.

Die Aktivistin für Barrierefreiheit Julia Probst von Mein Augen Schmaus reagiert auf die Aussage, dass sie “keifen” würde und “nicht tauglich” sei für die Öffentlichkeitsarbeit.

Für Lothar Matthäus zählt beim Frauenfußball nicht nur Taktik und Spielfähigkeit, sondern wohl auch das Aussehen, stellt Kulturindustrie genervt fest. Passend dazu: Das Symposium “Augen Auf: Frauen im Fußball“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Frauen am Ball?” am 10. Juni 2011 an der Humboldt Universität zu Berlin.

Bubi Zitrone fand ein abscheuliches Zitat, das mal wieder wunderbar zeigt: Vergewaltigung ist nicht gleich Vergewaltigung.

Petra van Cronenburg recherchierte im Internet zu “Kurzhaarschnitte” und “Trendfrisuren” und wurde mit den eigenartigsten Treffern konfrontiert.

Melanie, im Internet auch bekannt als Frl. Pfefferminz von side-glance schreibt über das Wort “Fräulein” und Selbstbezeichnungen.

Auf AG Queer Studies könnt ihr den Vortrag “MonoPoly: Monogamie-Norm und Polyamory auf dem Spielfeld der Besitzansprüche, Treue und des Bekanntgehens” von Gesa Mayer und Robin Bauer anhören.

Seit gestern sind erstmals Panini-Sammelalben zu einer Frauen-WM im Handel, berichtet der Genderblog.

fräuleinzucker hat ein schönes Bild gezeichnet “I’m not a regular Mom. I’m a cool Mom“.

Lori von Geschichten von der honigsüßen Welt bloggt ihre fünfte Zusammenfassung zu ihrem Seminar “Militär und Gender”: “Frauen in Kampftruppen – Ein Beispiel für Tokenisierung“.

Sexy Thoughts under Construction stolperte über eine Seite über schwule Mädchen.


Facebook | |


Weiße Männer, Männlichkeiten und Körperkult

1. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 106 von 152 der Serie Kurz notiert

Die frauenfeindliche und homophobe Partei SGP darf in den Niederlanden mitregieren, schreibt die Welt. Die Partei strebt einen Gottesstaat an, befürwortet die Todesstrafe und lehnt Abtreibung, Sterbehilfe und pränatale Diagnostik ab.

Nadia Shehadeh kritisiert für Philibuster die letzte Kolumne von Sybille Berg auf Spiegel Online: “Autorin Sibylle Berg will Gutes für alle Geschlechtsgenossinen – und muss dabei immer wieder stumpf pauschalisieren und auf verschleierten Frauen rumhacken. Ich will das alles nicht.”

Die neue Anschläge, ein feministisches Magazin aus Österreich, ist draußen. Themen u.a.: Intimrasur und ein Nachruf auf die Riot Grrrl Punk Ikone Poly Styrene.

The F Bomb nimmt die Selbstdisziplinierungstechniken junger Frauen und Mädchen bezüglich ihres eigenen Körpers unter die Lupe.

Auf Gender Across Borders startete kürzlich die Serie “Behind the Mask of Masculinity” (deutsch: Hinter den Masken von Männlichkeit(en) ). In zum Teil wissenschaftlichen, zum Teil sehr persönlichen Artikeln zu kritischen Männlichkeiten diskutieren mehrere Autor_innen deren kulturelle wie soziale Ausprägungen. Unbedingt lesenswert.

Mikki Kendall gibt nützliche Kommunikationstipps für alle, die sich für kritische Perspektiven auf Machtverhältnisse und Diskriminierung interessieren.

In “Lass Papa das mal machen” freuen sich die Leser_innen der Taz zunächst über die Aussage, dass auch Väter Verantwortung in der Erziehungsarbeit übernehmen sollten. Die Argumente hierfür sind allerdings haarsträubend stereotyp und biologistisch.

Warum alle weißen Männer verweigern sollten, auf Veranstaltungen zu sprechen, die nur ihresgleichen beherbergen, begründet Good.

Jezebel nimmt die Geschichte der “Bikini-Figur” auseinander und zeigt auf, warum das Thema nicht nur mit Körpernormierungen, sondern auch mit Geschlechterverhältnissen und speziell dem “männlichen Blick” zusammenhängt.

Die Tagesschau berichtet über die Situation von Frauen in Ägypten während der Revolution: Dort schikanierte das Militär sie mit sogenannten “Jungfrauentests“.

Feministing konstatiert, dass Trans*Personen in den Mainstream-Medien lediglich als schicksalshafte Figuren präsentiert werden.

Der aktuelle Beyoncé-Song “Run the World (Girls)” hat nicht nur für Begeisterungsstürme gesorgt. Auf Colorlines werden die Kritiken an den Aussagen im Song zusammengefasst und entsprechend kommentiert. Auch sehenswert: Diese Kritik in Videoform:

 


Facebook | |


Hass zahlt sich manchmal aus

27. Mai 2011 von Magda

MsMagazine berichtet, wie man homophobe Störenfriede mal so richtig ärgern kann. Als die Komikerin und Homosexuellenrechtlerin Lisa Lampanelli erfuhr, dass die menschenverachtende Gruppe der Westboro Baptist Church plane, vor ihrer Show mit deren berühmt-berüchtigten God hates Fags - Schildern (“Gott hasst Schwuchteln”) aufzuschlagen, versprach sie, für jedes Mitglied dieser Gruppe, das mit homofeindlichen Schildern und Sprüchen stört, $1000 Dollar an die Gay Men’s Health Crisis zu überweisen – eine Gesundheitsorganisation, die sich u.a. für Aids-Prävention einsetzt. 48 Demonstrierende kamen, Lampanelli rundete auf und schrieb einen Scheck über 50.000 Dollar, die nun im Namen der Westboro Baptist Church gespendet werden. Diese darf sich dann über die zahlreichen Dankeskarten freuen.

Applaus für Lisa Lampanelli, die mit ihrem Geld und mit dem schwer zu bekämpfenden Hass kreativ und effektiv umgeht. Dies ist ein weiteres, schönes Beispiel dafür, wie mensch Hass monetarisieren kann.


Facebook | |


“Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben?” – Pro Homo!

20. Mai 2011 von Magda

Die queere Rapperin Sookee und Rapper Tapete haben zum gemeinsamen Track “Pro Homo” ein Video veröffentlicht. Boxen aufgedreht, Tanz-Shorts rausgeholt und ab geht der Brustmuskeldance!


Facebook | |


Uganda: Homofeindliches Gesetz (vorerst) gekippt

17. Mai 2011 von Magda

Passend zum heutigen Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie eine erfreuliche Nachricht: Wie dieStandard berichtet, ist das so genannte “Anti-Homosexualitätsgesetz”, welches im ugandischen Parlament vorlag und in der letzten Woche weltweit für Empörung sorgte, vom Tisch. Der Gesetzesentwurf sah harte Strafen bis hin zur Todesstrafe für lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Lebensweisen vor. Im Laufe der letzten Woche wurden über eineinhalb Millionen Unterschriften gesammelt, tausende Telefonate getätigt und verstärkt in den Medien darüber berichtet, so dass die Abgeordneten entschieden, das Gesetz letztendlich nicht mehr zu verhandeln.

Trotzdem ist der Gesetzesentwurf wohl leider nicht vollständig aus der Welt: Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass er in der nächsten Parlamentsperiode wieder vorgelegt werden könnte. Einige Abgeordnete sind jedoch optimistischer und zweifeln daran: Dafür sei die internationale Kritik zu stark.

Viele der Unterschriften hat All Out mit ihrer Kampagne gesammelt. All Out setzt sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* weltweit ein.


Facebook | |


Schreiben statt Schämen. Blogschau zum Wochenende

7. Mai 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 109 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau


Franziska von franziskript möchte übers Stillen reden, und zwar auch mal über die negativen Seiten ohne Weichzeichner: Stilleinlagen, Stillorte und die Mode! Weibliches Schämen kommt von weiblicher Scham – oder umgekehrt, stellt Katrin Rönnicke fest. Über Scheidenpilze und Selbstbefriedigung sollten Frauen nicht sprechen, oder wenn doch, dann nur mit hochrotem Gesicht.

Eure Homophobie-Toleranz kotzt uns an, schreiben Frittenbude dem Chiemseereggaesummer ins Gästebuch und bleiben weg.

Mit einem Text zu Frauenquoten und Männerangst aus der ZEIT/Wirtschaftswoche der vergangenen Woche beschäftigen sich das Genderblog ebenso wie rechtundgeschlecht. Und bei Frau Lila lesen wir einen Gastbeitrag zweier grüner Männer zur Familien-/Frauen-/wasauchimmer-Politik im Hause Schröder.

Die Stadtpiratin macht sich Gedanken zum 1. Mai, zu Protesten, Krawallen und Berichterstattung.

Die Library Mistress weist auf einen Fragebogen der Wirtschaftsuni Wien hin. Es geht um ein Forschungsprojekt zur Bedeutung einer homosexuellen Orientierung von Unternehmer_innen.

So geht’s mit dem Glücklichsein, wissen die Frauenzeitschriften! Grafisch aufbereitet beim graphitti-blog. Und wer’s immer noch nicht begriffen hat, versteht vielleicht die Bilder von obi: Männer bauen auf und ziehen ein, Frauen ziehen groß und genießen. Changinglifestyle verdreht die Augen. (via puzzlestuecke.wordpress.com)

Wie immer gilt: Wir freuen uns über Hinweise auf interessante Blogs für unsere wöchentliche Umschau im Netz. Gerne hier in den Kommentaren, per Mail oder auch morgen beim Selbermach-Sonntag. Und jetzt ins Wochenende!


Facebook | |


Trolle als feministische Währung

21. April 2011 von Nadine

Seit dem 1. April ist Hatr.org online: Eine Trollmonetarisierungsplattform, die Hasskommentare queer/feministischer und anderer gesellschaftskritischer Blogs sammelt und veröffentlicht. Über geschaltete Werbung, Merchandise und einen Flattr-Spendenbutton will das Portal Geld einsammeln und an emanzipatorische Projekte spenden.

Auf der re:publica 2011 wurde Hatr.org offiziell vorgestellt, die Reaktionen der Besucher_innen reichte von Erstaunen und Entsetzen bis hin zu Belustigung über die sexistischen, rassistischen, homophoben, lookistischen, etc. Ausfälle, die dort zu lesen sind. Mittlerweile sind über 40 Blogs bei Hatr angemeldet, auch Mädchenmannschaft hat sich dem Projekt angeschlossen. Wer ebenfalls partizipieren will, füllt das Formular aus und lässt sich einen Invite-Code für das WordPress-Plugin zuschicken, da Hatr momentan noch als geschlossene Betaversion läuft.

hatr-logo

Die Blogs entscheiden danach selbst, welche Kommentare sie an Hatr schicken. Das können plumpe sexistische Kommentare oder Gewaltandrohungen sein oder schlichtes Derailing einer Diskussion durch immer gleiche Argumente, die einer konstruktiven Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen entgegenstehen. Diese werden dann ohne Backlinks auf das jeweilige Blog oder das Posting, aus dem sie stammen, veröffentlicht. Zum einen, um die Betreiber_innen der jeweiligen Blogs vor zusätzlichen Angriffen zu schützen. Zum anderen, um deutlich zu machen, dass es sich hierbei um ständig wiederkehrende und deshalb beliebige Trollpostings handelt.  Kathrin Ganz, eine Mitinitiatorin des Projektes, meint zur Kommentar- und Moderationskultur auf queer/feministischen Blogs:

“Unsere Erfahrungen mit der Kommentarmoderation und die Diskussionen in der Szene haben uns zu dem Schluss kommen lassen, dass es sich um eine Strategie handelt, uns auf die Nerven zu gehen. Ich habe wirklich keine Lust, mich jahrelang jeden Tag wieder vorgeblich ergebnisoffen über Fragen unterhalten zu müssen, die für mich schon lange geklärt sind. Wenn ich nach vegetarischen Rezepten suche, will ich auch nicht jedes Mal eine Grundsatzdiskussion über Fleisch essen führen.

Wir möchten weiterkommen mit unseren Debatten und Leute erreichen, die grundsätzlich interessiert und offen sind. Dazu ist eine gute Moderation der Kommentare notwendig. Anderenfalls gäbe es vermutlich keinen produktiven Austausch mehr auf den Blogs. Es würden keine weiterführenden Beiträge, die an einer ernsthaften Diskussion des jeweiligen Themas jenseits von Grundsatzfragen interessiert sind und sich im besten Fall auch noch um ein einigermaßen angenehmes Diskussionsklima bemühen mehr gepostet.”

Hatr.org sieht sich daher nicht in erster Linie als Informationsseite, sondern als Projekt zum kreativen und gewinnbringenden Umgang mit der gezielten Störung der Diskussionskultur auf queer/feministischen und anderen herrschaftskritischen Blogs. Nebenbei hat Hatr das Potenzial eine breitere Öffentlichkeit auf den Hass aufmerksam zu machen und den_die eine_n oder andere_n für u.a. Sexismus im Netz zu sensibilisieren.

Mehr Informationen über Hatr.org bekommt ihr auf jetzt.de, in der Taz und bei Fritzradio Trackback, Tessa stellt das Projekt im FAZ-Blog Deus Ex Machina ausführlicher vor.

Mehr Informationen von Hatr.org erfahrt ihr im FAQ, auf Twitter und Facebook.


Facebook | |



Anzeige