Einträge mit dem Tag ‘Homophobie’


Auf Sexismus schlagfertig antworten!

18. Mai 2012 von Helga

„Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber…“ oder „Ich brauch’ mal zwei starke Männer“ oder „Ist die Person ein Mann oder eine Frau?“ oder oder oder. Die Liste der sex­is­tischen, homophoben, transphoben, kurz: dis­kriminierenden Sprüchen ist lang. Und wie bei den meisten blöden Sprüchen fällt einer oder einem im ent­schei­den­den Moment zu oft nichts Schlagfertiges ein. Das will alltagsalternativen ändern. Das Projekt sammelt Antworten und bietet diese auch als Postkartenmotive an – zum Ausdrucken und Verteilen (auch auf Facebook).

Flyer von alltagsalternativen: Oben eine Sprechblase mit dem Text „…wie ein Mädchen“ – darunter „Warum benutzt du die Bezeichnung ‚Mädchen‘ als Beleidigung?“


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Abstimmen beim Zukunftsdialog und neue homophobe Gesetze – kurz verlinkt

29. Februar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 141 von 153 der Serie Kurz notiert

Im Zukunftsdialog mit der Bundeskanzlerin werden derzeit ja Vorschläge zur Frage „Wie wollen wir zusammenleben?“ gesammelt. Wie wäre es mit mehr Diversity und weniger Rassismus?

Wie sollten Autor_innen mit Kritik umgehen? Was gar nicht geht: „das ist alles gar nicht problematisch und ihr regt Euch sinnlos drüber auf“. Jeph Jaques, Schöpfer des Webcomic Questionable Content über Intention und negative Signale.

Gestern zeigte Frontal21 einen Bericht über die (katastrophale) Situation von Hebammen in Deutschland, die freiberuflich Geburten begleiten. Trotz Versprechen der Politik hat sich seit den Protesten 2010 nichts mehr getan. Nachzuschauen ist er in der Mediathek.

Mutterschaft als patriarchales Konstrukt – am Beispiel der Serie Mad Men. Mamas Digest in DieStandard.at verbindet Mutter Betty mit der feministischen Theoretikerin Adrienne Rich. Die Princess Free Zone hat die Legowerbung von neulich einmal aufgearbeitet:

Links eine Legowerbung von 1982 mit einem rothaarigen Mädchen, das stolz ihr Legowerk in die Kamera hält, rechts ein Foto eines Mädchen von 2012 das ebenfalls ein buntes Gebilde hochhält. Darunter die Schrift: Children haven't changed. We have.

Mit freundlicher Genehmigung von Michele Yulo

Dear shitbag” beginnt der Brief einer College-Studentin an ihren Vergewaltiger. In deutlichen Worten beschreibt sie ihren Kampf, ihre Angst und ihre Probleme, das Erlebte zu verarbeiten, daher auch eine Triggerwarnung.

Die Revolutionary Association of the Women of Afghanistan (RAWA) prangert Geldverschwendung des afghanischen Bildungsministeriums an. Von 5,8 Millionen Dollar würden 80 Prozent verschwendet und z.B. nicht mehr tätigen Lehrern gezahlt. (Triggerwarnung für den Header)

Im Iran stehen am Freitag die Parlamentswahlen an. Im Vorfeld werden Blogger_innen massiv eingeschüchtert, berichtet SpiegelOnline. Besonders betroffen sind auch Frauenrechtlerinnen.

Die Medizinkarriere ist weiter männlich, stellt die Ärztezeitung fest. Und das obwohl Medizinstudentinnen inzwischen in der Mehrheit sind.

Die Jugendsendung Yourope von arte hat sich zuletzt dem „Feminismus im 21. Jahrhundert“ gewidmet – leider auch mit so einigen antifeministischen Klischees.

Nach dem ugandischen Gesetz gegen Homosexualität gibt es nun leider auch in Liberia einen entsprechenden Vorschlag, berichtet Global Voices. Die Präsidentin und Friedesnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf schweigt dazu bisher.

Nach dem Klick die Termine (weiterlesen …)


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Das Ende des Heterosexismus?

24. Februar 2012 von Christoph
Dieser Text ist Teil 28 von 29 der Serie Neues vom Quotenmann

Homophobie verschwindet immer mehr. So jedenfalls das Fazit, das Soziologe Mark McCormack gegenüber Salon.com zieht. Genauer gesagt geht es um die Ergebnisse einer Studie, die McCormack an britischen Schulen durchgeführt hat und die er nun als Buch veröffentlicht. Ein Jahr lang hat er die Interaktionen von männlichen britischen Teenagern beobachtet und dabei entdeckt, dass “schwul” (gay) als Schimpfwort nur noch sehr, sehr selten vorkommt. Dies sieht er als Hinweis, dass Homophobie im Allgemeinen rückläufig sei. Im Interview gibt er zu, dass die USA im Vergleich zu Großbritannien Jahre hinterher hinken – auch durch die unterschiedlich starke christliche Rechte. Doch verschwindet Homophobie wirklich? Ich wünschte es wäre so.


Ich frage mich, wie die Zahlen in Deutschland aussehen. Ich kann zumindest unter Leuten meines Alters oder jünger nicht feststellen, dass “schwul” als Schimpfwort rückläufig ist. Es ist immer noch im Gebrauch – wie auch das ableistische “behindert”.

Außerdem, selbst wenn die Gesellschaften weniger homophob werden, so sind sie doch noch immer zu homophob oder heterosexistisch. Es sagt auch einiges aus, dass seine Studie sich mit Männern und Beleidigungen gegenüber männlichen Homosexuellen befasst. Die Sache sieht wahrscheinlich für lesbische Frauen – die Art des Heterosexismus ist anders, zudem kommt noch Sexismus hinzu – und bisexuelle Menschen ganz anders aus. Und die Lage für Trans*menschen ist … furchtbar.

Ich würde McCormack vorsichtig zustimmen, wenn er sagt, dass einige Kämpfe gewonnen werden. Die Sache ist nur die – die Kämpfe, die gewonnen werden, gehen um Dinge, die im 21. Jahrhundert mehr oder wenig selbstverständlich sein sollten. Zum Beispiel gleichgeschlechtliche Ehe: Es ist toll, dass sich die Dinge zum Guten wenden in dieser Angelegenheit. Ich möchte auch die Bedeutung von gleichgeschlechtlicher Ehe nicht kleinreden, ich unterstützte die Gleichheit in der Ehe voll und ganz und es gibt in diesem Bereich auch noch viel zu tun. Aber die Frage der gleichgeschlechtlichen Ehe ist doch verhältnismäßig – hier fehlt mir das richtige Wort – einfach. Viele Menschen können verstehen, wieso das wichtig ist – im Grunde genommen geht es doch nur darum, eine gut eingeführte Institution für mehr Leute zu öffnen. Leute, die sind “wie du und ich”, außer dass sie eben schwul oder lesbisch sind. Dies ist ein überfälliger Sieg.

Es ist eine Schande, dass generelle Gleichheit in der Ehe noch nicht erreicht ist – weil es für die Gesellschaft noch beschämendere Dinge gibt, gegen die es zu kämpfen gilt: Rape culture. Ausradierung von Identitäten. Diskriminierung queerer Lebensentwürfe. Benachteiligung außerehelicher Beziehungsmodelle. Die vielen, vielen furchtbaren Dinge, gegen die Trans*menschen noch immer kämpfen. Für mich ist die Vorstellung, dass meine Identität von der Gesamtgesellschaft negiert, ausradiert wird noch viel schlimmer als die Vorstellung, dass ich nicht heiraten darf.

Aber offensichtlich müssen erst diese verhältnismäßig kleineren Kämpfe wie die Öffnung der Ehe gewonnen werden, bevor wir die ganz großen Probleme angehen können. Homophobie und Heterosexismus gehen vielleicht langsam zurück – Trans*phobie noch längst nicht.

Read this text in English on clarity + chaos


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Glitzer, Elterngeld und Minijobs: Blogschau zum Wochenende

19. November 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 134 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau


Auf dass die Lektüre der Blogschau euch den (wahrscheinlich ja) trüben Novembertag etwas aufhellen möge:

Bei Miss Tilly liefert Bärbel Kerber Gedanken und Zahlenlinks zu den Effekten des Elterngelds auf Gleichberechtigung.

Bei infemme geht’s noch mal ums Elternbashing oder vielmehr dagegen weil sinnlos: „Arschlöcher gibt es nun mal in jeder Gruppierung, unter Eltern ebenso wie unter BademeisterInnen oder Menschen mit Sommersprossen.“

Lantzschi verlinkt bei Medienelite einen gemeinsamen Podcast mit Leah, Teil eins einer geplanten Reihe über Heterosexualität.

Für den Streit-wert-Blog der Böll-Stiftung schreibt Malathi de Alwis über internationale/transnationale feministische Bündnisse.

„Mini-Jobs abschaffen“ weil „Karrierefalle“ – ein Juso-Plädoyer dazu gibt’s beim Rheinsalon.

Die Missys stellen die neue Gastbloggerin vor – es sind gleich viele, nämlich 30 Studierende der Uni Münster, die im Rahmen eines von der Missy-Redaktion geleiteten Workshops zu „Gendersensiblem journalistischem Schreiben“ bloggen werden. Einige Texte sind schon online.

Urmila verlinkt bei andersdeutsch ein Interview mit einem FDP-Mann zu „Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben … bei männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ – die Gedanken dazu stehen dann im Kommentar, nämlich warum das eine nutzlose kategorie ist (also „männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund“, nicht „FDP-Mann“)

Ninia LaGrande wünscht sich Glitzer im Gesicht, aber wie ist es mit dem Älterwerden? Und der Rente? Schwierige Fragen.

Und dann hätten wir noch einen Termin:
Die Heinrich-Böll-Stiftung Hessen macht ihren 9. Ladies Lunch on tour – FOR WOMEN ONLY in Frankfurt am Main. Das Thema: „BARBIE, BITCH ODER SCHLAMPE ? Sexualität, Sexualisierung und Sexismus im öffentlichen Diskurs“. Eingeladen sind Clara Licht und Rosa Plüsch von der SlutWalk-Gruppe Frankfurt, Andrea Roedig, Philosophin, Autorin und Journalistin aus Wien und Ariadne von Schirach, Philosophin, Autorin und Journalistin aus Berlin.
Wann: Freitag, 2. Dezember 2011, 19.00 Uhr im Atelier Frankfurt, Hohenstaufenstr. 13–25, 60327 Frankfurt am Main (Nähe Platz der Republik), Anmeldungen/Infos (bitte bis zum 28.11.2011): Heinrich-Böll-Stiftung Hessen , Tel.: 069/23 10 90. E-Mail: krannich@hbs-hessen.de


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Die Antwort auf alle “Mädchen”-Fragen: Mansplaining

18. November 2011 von Nadine

Auf jetzt.de erschien diese Woche ein Artikel zur immer wieder kehrenden Debatte, ob Frauen* sich Mädchen nennen sollen oder lieber nicht. Der Autor des Textes bezieht sich positiv auf Caroline Drucker, die sagt:

Wer sich Mädchen nennt, [...], macht sich bewusst klein.

Zweifelsohne wird “Mädchen” als Fremdbezeichnung genutzt, um Frauen* herabzusetzen oder Männer* als “unmännlich” zu beschimpfen. “Mädchen” ist auch im Kontext homophober Äußerungen zu finden. Um den Begriff seiner negativen Konnotation zu entziehen, gibt es zahlreiche Versuche ihn umzudeuten. Mädchen, Girl oder Grrrl werden als Selbstbezeichnungen ins Feld geführt. Drucker und auch der Autor halten das für Quatsch. Worte seien machtvoll und deshalb müsse frau sich diesen entziehen, wenn sie nicht herabgesetzt werden wollen.

Das bedient mal wieder altbekannte Muster: Emanzipatorische Selbstbezeichnungen werden ins Lächerliche gezogen, dominante sexistische (und homophobe) Diskurse nicht hinterfragt oder kritisiert. Stattdessen werden Betroffene mit Hinweisen und Ratschlägen konfrontiert, wie sie sich “richtig” zu verhalten haben. Wenn sie sich nicht daran halten, dann sind sie eben selbst schuld. Das Problem ist also nicht Sexismus oder Homophobie, die Zielgruppe von Kritik sind nicht jene, die sich sexistischer oder homophober Äußerungen bedienen, sondern die Betroffenen selbst.

Grundsätzlich ist es jedoch so, dass sich keine_r Sexismus und Homophobie entziehen kann. Wir verhalten uns alle auf unterschiedliche Weise dazu, ob wir wollen oder nicht. Aneignungs- und Umdeutungsversuche sind _ein_ Versuch, kritisch mit Unterdrückungsmechanismen umzugehen. Ob das innerhalb machtvoll wirkender Diskurse immer von Erfolg gekrönt ist, ist die eine Sache, obliegt aber erstmal der Deutungshoheit von Betroffenen, die diese Selbstbezeichnungen verwenden. Die andere Sache ist jener unreflektierte Umgang mit Sexismus, den Caroline Drucker und der Autor des Textes an den Tag legen.

Und als ob das nicht schon zynisch genug wäre, reicht am Ende noch ein kurzer Blick auf die Sprechposition, die den jetzt.de-Artikel durchzieht: ein Mann, der Frauen* vorschreibt, wie sie Sexismus entgehen können. Indem sie einfach seinen “schlauen” Anweisungen folgen. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes: Herrlich!

Weitere Artikel zum Thema:
Revolutionäre Mädchen
Die Mädchendiskussion – Folge 173945
Frau, Fräulein, Mädchen?


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„Aktion Libero“ gegen Homophobie im Fußball

16. November 2011 von Nicole


Wir haben das Thema Homophobie/Homosexualität im Fußball – und zwar Männer- wie Frauenfußball – schon häufiger behandelt, zuletzt anlässlich der etwas zwanghaften Heterooutings deutscher Nationalspieler. Die aktuelle Meldung dazu allerdings geht in eine andere Richtung: David Testo, US-amerikanischer Profifußballer in der zweiten kanadischen Liga, sprach im Fernsehen über seine Homosexualität. Er wird mit den Worten „Es ist unglaublich schwierig, als Profisportler zu leben und schwul zu sein“ zitiert, zu lesen ist außerdem, dass seine Trainer und Mitspieler schon seit einigen Jahren wüssten, dass er schwul sei.

Zum heutigen 16. November gibt es nun einen Aktionstag in zahlreichen Sportblogs, die gemeinsam auf die besonderen Verhältnisse im Fußball in Sachen Homophobie aufmerksam machen wollen: „In den meisten Bereichen der Gesellschaft bedeutet Homosexualität keinen Nachteil für Karriere und Position. Ausgerechnet in der beliebtesten Sportart ist das anders: Der Fußball bleibt spießig.“

Eine weiße FUßballspielerin auf grünem Rasen, daneben die Kästen lesbisch (zeigt auf sie) rund (zeigt auf den Ball) grün (zeigt auf den Rasen)Nun erscheint mir persönlich das Ausspielen von Fußball gegen andere gesellschaftliche Bereiche immer ein wenig schwierig, klingt es doch schnell so, als wäre dies das einzige Feld, in dem es noch Diskriminierung von Homosexuellen gibt (Prominente offen lesbische Politikerin? Anyone?). Aber das soll nun nicht den Blick auf die Aktion selbst und ihr Anliegen verstellen. Weiter heißt es in der Stellungnahme:

„In einer Zeit, in der es angesagt ist, sich vor allem zu seiner ‚Normalität‘ zu bekennen, unaufgefordert und ausdrücklich, ist es überfällig, der Vernunft mehr Stimmen zu geben: Wir sind uns bewusst, dass auch wir als Sportblogger(innen) ein Teil des Systems Fußball sind, und mitverantwortlich für den Tenor. Es mag seltsam klingen, weil es so selbstverständlich ist, aber es ist uns ein Anliegen, klar zu sagen: Wir sind gegen Homophobie! Auch im Fußball.“

Am heutigen Aktionstag erscheint zeitgleich in vielen Sportblogs die Stellungnahme gegen Homophobie, zudem soll es zahlreiche einzelne Texte zum Thema geben. Der gute Gedanke dahinter: Menschen mit Interesse an Sport werden in ihrer täglichen Weblektüre auf das Thema Homophobie gestoßen. Davon erhoffen sich die Initiator_innen der Aktion zumindest ein Nachdenken.

Mehr Infos auf der Website der Aktion: www.aktion-libero.de


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Turn It Up & Spray It Loud!

4. November 2011 von Anna-Sarah
Abstrakte Grafik in verschiedenen Farben, versehen mit dem Schriftzug "turn it up & spray it loud"

Grafik: © kid arla

Keine Frauen hinterm DJ-Pult? Von wegen. Vom 11. bis 13. November läuft in Bremen das antisexistische Hip Hop Event Turn it Up & Spray It Loud! (das vollständige Programm auf einen Blick gibt es bisher leider nur als Facebook-Event). Am Freitag ab 16:00 gibt es im Zucker Club Vorträge über Frauen­bilder, Sexismus, hegemoniale Männ­lichkeit und Homo­phobie im Hip Hop, beim abendlichen Konzert ab 21:00 stehen Sookee und Badkat auf der Bühne, außerdem gibt es einen Break­dance Act und danach Party. Am nächsten Tag geht es von 14:00 bis etwa um Mitternacht mit einer Ausstellung von Graffiti- und Street­art­künstlerinnen, Vor­trägen, Filmen und Musik im Kulturbunker weiter. Dort ist auch am nächsten Tag noch von 14:00 bis 18:00 Gelegenheit, die Aus­stellung sprayitloud anzusehen.

Das Konzert am Freitag kostet 5 Euro Eintritt, die Party danach 3 Euro. Beim weiteren Programm seid ihr umsonst dabei, Spenden werden aber gern ge­nommen.

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Mode ohne Models, rassistische Werbung und feministisches Dating – Kurz Notiert

5. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 124 von 153 der Serie Kurz notiert

Ein Interview mit Samhita Mukhopadhyay von feministing zu ihrem neuen Buch über Dating und Feminismus findet ihr auf The Globe and Mail.

Gerade wurden die Gewinner_innen des Alternativen Nobelpreise bekannt gegeben. Unter den Geehrten werden zwei Aktivistinnen sein, die sich seit Jahren für Frauen und Kinder einsetzen: die Rechtsanwältin Jacqueline Moudeina aus dem Tschad und die US-amerikanische Hebamme Ina May Gaskin.

Kübra Gümüsay gehört laut dem Magazin für Journalisten zu den Top 30 Journalist_innen unter 30. Herzlichen Glückwunsch!

„Mütter spielen eine stärkere Rolle, ob ihre Kinder sexistisch eingestellt sind als Väter“ – diese Nachricht von Telepolis wurde gerade durch die Twittersphäre gereicht. Entwarnung für Männer gibt sie allerdings nicht: Sie waren durchweg sexistischer eingestellt als Frauen.

2007 zog sich die Technikbloggerin Kathy Sierra nach Todesdrohungen aus dem Internet zurück. Nun ist sie wieder da und äußert sich zur Pseudonymdebatte: Denkt nach was ihr schreibt und moderiert Kommentare! (Trankskript des Videos von geekfeminism)

Wie sehen Modelposen eigentlich aus, wenn sie von Frauen jenseits normschöner Idealmaße gezeigt werden?

Am 1. Oktober fanden SlutWalks in Seattle und in New York City statt. In New York kam es zu einem ekelhaften Vorfall, bei dem ein Trans*mann verhaftet und völlig unangemessen von der Polizei behandelt wurde.

Laut NDR.de liegt erstmals in Deutschland die Führung eines Landesparlaments ausschließlich in den Händen von Frauen: Der neue Landtag in Schwerin.

Homophobe Kackscheiße: Eine neue App auf dem französischen Markt soll herausfinden, ob der Sohn schwul ist.

Schon etwas älter, aber immer noch interessant: “Kann ein Geschlechtsteil rassistisch sein?” – fragt Oliver Baroni auf 20 Minuten Online. Wohl nicht – Aber Werbung für ein Intim-Hygieneprodukt durchaus.

Termine

Am 13. Oktober findet in der Begine in Berlin eine Veranstaltung zur Lesbenbewegung in Afrika statt. Die Referentin Liz Frank lebt seit 21 Jahren mit ihrer Lebensgefährtin in Windhoek, Namibia und ist Aktivistin der dortigen Lesbenbewegung.

Vom 13. bis 15. Oktober findet das QueerFilmFest in Rostock statt.


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Anstieg von Hassverbrechen in den USA

14. September 2011 von Magda

So ziemlich genau vor einem Jahr er­schütterte eine Reihe von Selbstmorden unter Teenagern in den USA die US-amerikanische Gesellschaft. Rund zehn Jungen zwischen 13 und 19 Jahren nahmen sich innerhalb eines Monats das Leben, weil sie massiven homo­phoben Mobbings ausgesetzt waren. Die Kampagne It gets better, die LGBT-Jugend­lichen Mut machen sollte, ver­sprach, dass “alles besser werden würde” (das Pro­jekt selbst erntete neben einer Menge Lob auch Kritik, z.B. von der queeren Theoretikerin Jasbir Puar).

Vor einigen Wochen veröffentlichte die National Coalition of Anti-Violence Programs (NCAVP) nun ihren aktuellen Hate Violence-Report (PDF), in dem Gewalt­ver­brechen gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans­gender, Queers (LGBT*Q) und HIV-Infizierte in den USA doku­mentiert und als Hassverbrechen – so genannte hate crimes - sicht­bar gemacht werden. Hate crimes sind (Gewalt-)Ver­brechen an Menschen auf Grund ihrer zu­ge­schriebenen oder selbst­ge­wählten Identität.

Der Report zeigt auf, was viele bereits ver­muteten: Im Ver­gleich zu 2009 wurden 2010 13% mehr Hass­ver­brechen gegen LGBT*Q und HIV-Infizierte gemeldet – insgesamt 2.503 Betroffene. Die Zahl der Morde stieg um 23% von 22 auf 27 an. Von hate crimes betroffen sind über­durch­schnitt­lich oft Trans­gender und People of Color¹, ins­besondere Trans­gender of Color. Die Täter_innen, meist zwischen 19 und 39 Jahre alt, setzen sich zu zwei Dritteln aus Männern und einem Drittel Frauen zusammen – nur eine einzige Tat wurde von einer Trans Person verübt. Zu den am häufigsten aus­geübten Über­griffen ge­hören ver­bale Belästigungen, Dis­kriminierung, Ein­schüchterungen und tät­liche An­griffe (mit und ohne Waffen).

Die NCAVP betont jedoch, dass die Statistiken wohl nicht die Realität ab­bilden: Die genaue An­zahl der Ver­brechen gegen LGBT* und HIV-Infizierte lässt sich kaum er­mitteln. In Gefäng­nissen oder in (ländlichen) Ge­genden, in denen es keine oder schwer erreich­bare Anti-Gewalt Anlauf­stellen gibt, können die Taten auch nicht auf­ge­zeichnet wer­den – und landen somit nicht im Report.

via: an.riss international, “Hate Crimes” (an.schläge.at, 9/11).
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¹ Die Bezeichnung People of Color (PoC) ist eine selbst­be­stimmte Be­zeichnung von und für Menschen, die nicht weiß sind.


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Mal wieder Rummel um Frittenbude

26. August 2011 von Helga

Eklat um Frittenbude. Beim Chiemsee Reggae Festival wollen sie nicht auftreten, berichtet die Süddeutsche. Grund ist der Auftritt eines Reggae-Sängers, der in seinen Texten zum Töten von Schwulen und Lesben aufruft. Bei der Festivalleitung ist man sauer, dabei hatte man bereits im vergangenen Jahr ein ähnliches Problem mit einem anderen Sänger gehabt.

Festival-Sprecher Michael Buchholz schäumt vor Wut: “Das Line-up stand von vornherein fest. Dass Frittenbude jetzt nachträglich abspringen, ist das Allerletzte”, sagt er. Er hält die Absage für scheinheilige PR der Gruppe. “Es ist ein Unding, dass wir uns jedes Jahr aufs Neue mit so was herumschlagen müssen”, schimpft Buchholz. Der “Chiemsee Reggae Summer” stehe für Meinungs- und Kunstfreiheit, Zensurmaßnahmen und Auftrittsverbote lehne man ab.

Natürlich könnte man sich den ganzen Ärger auch sparen, wenn man von vornherein keine Künstler_innen einlädt, die durch Tötungsaufrufe und diskriminierende Texte aufgefallen sind. Wer sie doch einlädt, sollte dann vielleicht nicht unbedingt Frittenbude einladen, die bereits im letzten Jahr für einen ähnlichen Eklat gesorgt haben. Da hatten sie einen Festivalauftritt wegen sexistischer Zwischenrufe abgebrochen.

Durch die anhaltende Kritik aus Europa an homophoben Texten seien neue Reggaesongs aber inzwischen weitgehend homophobiefrei.


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