Einträge mit dem Tag ‘Hochschule’


Stiftung Zurückgeben, Rücktritt von Sara Ahmed und feministische Ideen zum Internet – kurz verlinkt

2. Juni 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 318 von 349 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Sankofa, eine neugegründete bilinguale Berliner Kita für Kinder zwischen 1 und 6 Jahren, die sich insbesondere für die Bedürfnisse von Kindern afrikanischer Herkunft einsetzt, ist auf der Suche nach Sponsoren und Spenden: Jede kleine Spende ist gern gesehen!

Im Auftrag des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestages wird derzeit eine deutschlandweite Onlinebefragung durchgeführt. Es geht um die Frage, wie Jüdinnen_Juden in Deutschland aktuell die Stimmung einschätzen und inwieweit sie gegebenenfalls Feindlichkeit wahrnehmen und erleben. Die Umfrage richtet an die jüdische Bevölkerung ab 16 Jahren, die überwiegend in Deutschland ihren Lebensmittelpunkt hat.

Erneut unterstützt die Stiftung ZURÜCKGEBEN künstlerische und wissenschaftliche Vorhaben jüdischer Frauen. Jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, können sich ab sofort für den Förderpreis 2016 der Stiftung bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Juli 2016.

Als am 30. Mai auf einer Fachveranstaltung der SPD Bundestagsfraktion über das geplante Bundesteilhabegesetz diskutiert wurde – wie zumeist ohne Menschen, die von diesem Gesetz direkt betroffen sind, nahmen Sigrid Arnade und Raul Krauthausen die Bühne ein und fragten „Für wen ist dieses Gesetz eigentlich?“:

Die österreichische Hochschulschüler_innenschaft hat ein Positionspapier zum Umgang mit Geschlechtseintrag und Namen von inter* und trans Personen an Hochschulen verfasst. Auf dem Tumblr NaGeH, dem dazugehörigen Twitter-Account und unter dem Hashtag #NaGeH werden zu dem Erfahrungen von inter* und trans Personen geteilt.

Im Sommer geht Women in Exile wieder auf Bootstour, um auf die anhaltende Forderung zur Abschaffung der Lager für Geflüchtete hinzuweisen. Im Missy Magazine schreibt die Gruppe über die Idee der Tour, geplante Aktionen und Hintergründe.

Englischsprachige Links

Professorin für Race and Cultural Studies Sara Ahmed verlässt die Goldsmiths Universität in London: „Sometimes we have to leave a situation because we are feminists.“

Mashable berichtet über die neue Kollektion von Bindern der LGBTQ-geführten Firma GC2b, die es nicht nur in den Größen XXS bis 5XL gibt, sondern auch noch in fünf verschiedenen Hauttönen von hellem beige zu dunklem braun.

GenderIT hat eine Ausgabe zusammengestellt, die sich mit „Feminist Principles of the Internet“ beschäftigt ausgehend von Diskussionen der Konferenz „Imagine a Feminist Internet“, die 2014 in Manila stattgefunden hatte. Im Editorial guckt Dhyta Caturani auf die Ergebnisse dieser Konferenz und was seit dem geschah. Carolin Tagny schreibt zu „Feminism online in West and Central Africa: Identities and digital colonisation„, Florencia Goldsman zu „The Do-It-Yourself Feminist Internet: Cyber feminist actions from Latin America“ und Anita Gurumurthy mit Nandini Chami zu „Data: The new four-letter word for feminism„.

Termine in Augsburg und Berlin
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#CampusRassismus

14. Dezember 2015 von Charlott

Am Samstag starteten die People of Color Hochschulgruppe Mainz und die People of Color Hochschulgruppe Frankfurt a.M. gemeinsam mit Kooperationspartner_innen wie #schauhin und dem ISD e.V. die Hastag-Aktion #CampusRassismus. Aufgerufen werden Student_innen of Color ihre Erfahrungen im deutschen Universitätssystem über Twitter und Facebook zu teilen und so in geballter Form sichtbar zu machen. In der Ankündigung heißt es:

Rassismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen macht aber auch vor dem Campus nicht stopp. Oft wird vor allem die Universität – ebenso wie andere Bildungsinstitutionen – als Ort der objektiven Wissenschaft, der intellektuellen, und sachlichen Diskussionen wahrgenommen und dargestellt.

Viele Studierende of Color erleben eine andere Wirklichkeit auf dem Campus, den Vorlesungen und Seminaren. Oder aber bereits bei der Einschreibung.

[…] In diesem Jahr machten Schwarze Student_innen und Student_innen of Color weltweit auf rassistische Strukturen und Wissensinhalte an ihren Universitäten aufmerksam. In Solidarität mit den Schwarzen Student_innen in Südafrika, Nordamerika, sowie England und weltweit, möchten wir trotz der vielen gesellschaftlichen und strukturellen Unterschiede auf mögliche Gemeinsamkeiten aufmerksam machen.

Am Wochenende wurde bereits in vielen Beiträgen auf die unterschiedlichen rassistischen Ebenen hingewiesen, auf Curricula und andere strukturelle Einschreibungen, Gespräche unter Mitstudent_innen, rassistische Aussagen von Dozent_innen:

Die Aktion läuft noch bis zum 18. Dezember.


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Mitgemeint an der Uni Leipzig

5. Juni 2013 von Charlott

Wenn Grundordnungen von Hochschulen geändert werden, schafft dieser Fakt selten Medieninteresse. Anders die aktuelle Änderung, die die Universtität Leipzig vornimmt. So berichtet Benjamin Haerdele bei der duz:

Rektorin, Dozentinnen, Wissenschaftlerinnen – da, wo früher in der Grundordnung der Universität Leipzig die sogenannte Schrägstrich-Variante genutzt wurde, also etwa Professor/Professorin, steht künftig ausschließlich die weibliche Personenbezeichnung. Eine Fußnote ergänzt, dass diese feminine Bezeichnung sowohl für Personen männlichen als auch weiblichen Geschlechts gilt.

Durch die verschiedenen Unigremien ist diese Änderung bereits gewandert. Die Grundordnung wird mit größter Wahrscheinlichkeit so in Kraft treten (nur das Wissenschaftsministerium könnte noch eine Änderung fordern). Ausschlag für die Änderung waren übrigens (die oft gehörten) Beschwerden gewesen, dass die Schrägstrich-Form so schwer lesbar sei.

Auch Spiegel Online übernahm den Artikel, versah ihn aber mit  irreführender Überschrift („Guten Tag, Herr Professorin“) und Teaser, so als sollte den antifeministischen Kommentatoren gleich genug Futter gegeben werden, ohne dass sie den ganzen Text lesen müssten. Das Nutzen einer rein maskulinen Form, das ist „Normalität“, die gern verteidigt wird. Doch wie Nadine schon zur letztjährigen #InWoche, einer Aktion zum „generischen Femininum“, schrieb:

Mit dem generischen Maskulinum kennen sich die meisten bestens aus. […] Tatsächlich belegen Rezeptionsstudien, dass das generische Maskulinum kein neutrales und universales “menschen-bezeichnendes” Ding unserer Grammatik ist, sondern die vermeintlich harmlose Sprache mit kulturellen wie machtvollen Bedeutungen belegt ist. Wenn wir etwas lesen, haben wir also Bilder im Kopf. Wenn Personen in Texten angesprochen werden, dann haben wir diese vor Augen.

Die Realität von Sprache zeigt, dass mit dem generischen Maskulinum nicht alle Menschen angesprochen werden, auch wenn dies vorgegeben wird, sondern in erster Linie Männer. In einer sexistischen und androzentrischen Gesellschaft ist dies nicht verwunderlich, im Gegenteil: Normalität.

In einer solchen Gesellschaft kann das Umschreiben einer gesamten Hochschul-Grundordnung in die feminine Form für Irritation und somit Auseinandersetzung mit sexististischen Realitäten sorgen. Denn auch Formen wie „Studierende“, die mittlerweile an vielen Hochschulen gebräuchlich sind, werden vorwiegend als männlich gelesen – wie das so oft mit vermeintlich „neutralen“ Formulierungen ist. Ein Allheilmittel gegen sexistische Strukturen an einer Universität ist diese Intervention aber natürlich ebenfalls nicht.

Auch das Umschreiben in eine allein weibliche Form produziert wieder Ausschlüsse, genauso wie das verdeutlichen von mitgemeinter Zweigenderung in der Fußnote (gemeint seien Männer und Frauen). Da wären Sprachinterventionen, die dies mitbedenken besonders wünschenswert. Für die Humboldt-Universität in Berlin hat Lann Hornscheidt einen Leitfaden „Geschlechtergerechte Sprache“ geschrieben, der unterschiedliche Sprachformen aufzeigt und diskutiert. Und schon gleich zu Beginn heißt es da: „Der Leitfaden regt zu einem kreativen Umgang mit Sprache an!“


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