Einträge mit dem Tag ‘Heteronormativität’


Fünf Wünsche. Jenseits von #EheFürAlle.

30. Juni 2017 von Magda

Über die #EheFürAlle wird gerade im Bundestag abgestimmt. Das finden manche „unwürdig“ und „überstürzt“, zum Beispiel die CDU. Was seit fast 30 Jahren diskutiert wird, geht der CDU also ein bisschen zu schnell. Außer der Merkel natürlich, die ihre „Unsicherheiten“ und ihr bauchgefühliges „Unbehagen“ in Bezug auf die Öffnung der Ehe sowie der Gleichstellung im Adoptionsrecht anscheinend überwunden hat. Good for her! Die Grünen und die Linken feiern die Abstimmung als regenbogenfarbenen Erfolg. Die SPD, die bei der Bundestagswahl 2013 „hundert Prozent Gleichstellung“ versprach und bisher eher mit hundert Prozent Nichtstun und Abstimmungsvertagung auffällt, prescht nun vor. Martin Schulz verkündete vor wenigen Tagen in einem dramatischen Tweet: „Wir werden die Ehe für alle beschließen. Diese Woche.“

Sense8 Pride Szene

Nun ist es kein Geheimnis, dass ich die Ehe für alle für keine emanzipatorische Forderung halte. Nadine formuliert es noch ein Stück schärfer und spricht von „Illusion von Antidiskriminierung, eine Täuschung“ . Ich bin ehrlich: Müsste ich abstimmen, würde ich nicht gegen die Ehe für alle stimmen. Schon allein, um den konservativen Heten schlechte Laune zu bereiten. Utopisch geträumt, gehört die Ehe und all ihre Privilegien allerdings abgeschafft. Der medienwirksame Hahstag #EheFürAlle ist ein rhetorischer Trick. „Alle“ sind nicht gemeint. Und der Freudentaumel sollte nicht überdecken, dass die dringendsten queeren Kämpfe auch mit der Ehe für alle bestehen bleiben: Diskriminierung in allen Bereichen der Gesellschaft, Ausgrenzung, physische und psychische Gewalterfahrungen. Manche mutmaßen sogar, dass diese Themen nun noch unsichtbarer werden. So nach dem Motto: Wir können doch jetzt heiraten! Endlich gleichgestellt! Was gibt’s da noch zu meckern?!

Ich habe fünf Wünsche. Jenseits von Ehe für alle. Wer lesbische, schwule und bisexuelle Lebensrealitäten mitdenken, respektieren, feiern und supporten will, kann das tun. Jeden Tag. Es sind die regelmäßigen Handlungen, die einen Unterschied machen. Meine Vorschläge, insbesondere für hetero-lebende Menschen, die solidarisch sein wollen, aber keine Ahnung haben, wie:

1. Gehe nicht davon aus, dass alle hetero sind (oder Beziehungen wollen). 

Es ist nicht cool, anzunehmen, dass Frauen ausschließlich mit Männern und Männer ausschließlich mit Frauen zusammen sind bzw. zusammen sein wollen. Schon die Frage ist uncool. Manche wollen/können keine Beziehung haben. Und: Obwohl die Sexualisierung von Kindern kritisiert wird, spricht man selten von der permanenten Heterosexualisierung der Kids: „Ach guck mal, die Emma und der Adil sind ja ein süßes Paar. Na, warten wir mal ein paar Jahre ab, dann läuten die Hochzeitsglocken…!“ Vielleicht will Emma aber lieber mit Linh chillen. Oder mit niemandem.

2. Bitte nutze Sprache sensibel und sei solidarisch.

Schwul oder lesbisch sind keine Schimpfwörter, auch wenn so mancher Schulhof oder Jugendclub was anderes glauben lässt. Schön ist auch, zu intervenieren, wenn andere diskriminierende Sprache verwenden. Ein einfaches „Ich mag das nicht hören, das ist gemein“ kann schon sehr machtvoll sein. Und ein solidarisches Zeichen für diejenigen, die scheiß Sprüche oft hören müssen. Sprachkritik ist für manche müßig, aber ehrlich: Was sollen Kids und Jugendliche denn denken, wenn sie permanent hören, dass „schwul“ etwas schlechtes ist. Macht es nicht leichter, selbstbewusst zu sagen: Ich bin schwul. Oder lesbisch. Oder bi.

3. Vielfalt ist kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern tägliche Praxis. 

Es gibt tolle Bücher, Filme, Serien oder Musik, in denen unterschiedliche Lebensrealitäten vorkommen und nicht alle hetero sind. Oder weiß, oder cis. Für alle zu empfehlen. Schlage deiner Kita, Schule, Bibliothek oder deinem Jugenclub vor, ein paar dieser Medien bereitzustellen.

4. Bitte objektifiziere queere Paare nicht. Hinterfrage deine Sicht auf die Welt.

Nervige Sätze, in denen lesbische, schwule und bisexuelle Menschen auf ihr Begehren reduziert bzw. in eine heteronormative Weltsicht gequetscht werden, sind zum Beispiel:

„Hach, Gerrit und Sören sind ja sooo niedlich.“
„Mein schwuler bester Freund sagt immer…“
„Guck mal, da ist Azadeh. Die kann sich nicht entscheiden, ob sie mit Männern oder Frauen zusammen sein will.“
„Lara ist der Mann und Sina die Frau in der Beziehung, das kann ja jeder sehen.“

Not cool. Kannste sein lassen.

5. Put your money where your mouth is. (Lass Taten sprechen.)

Falls du es dir finanziell leisten kannst, unterstütze queere Projekte und Crowdfunding Kampagnen. Check mal aus, welche Initiativen in deiner Stadt existieren. Gibt es Projekte für queere Geflüchtete und/oder Jugendliche und/oder obdachlose LGBTQ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans & Queers) oder für jene, die Gewalt erlebt haben? Befasse dich mit den Themen, die diese Gruppen und Initiativen behandeln. Meine Vermutung: Die Ehe für alle ist gar nicht das Brennpunktthema. Vielleicht schaffen es irgendwann noch andere queere Forderungen auf die politische Agenda.

Sense8 Pride Szene


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Anstand reicht nicht, Stonewall war ein Aufstand und jetzt Ehe für alle? – kurz verlinkt

28. Juni 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 352 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Der Rechtsausschuss hat heute mit Mehrheit dem Bundestag die Annahme des Gesetzentwurfes des Bundesrates zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare (so die offizielle Formulierung) empfohlen – ein erster von vielen Schritten im parlamentarischen Prozess. Hanhaiwen analysiert wie je nach Gesetzestext intersexuelle Menschen ausgeschlossen werden, die in Deutschland nicht mehr zwangsläufig ein Geschlecht zugewiesen bekommen. Aus unserem Archiv empfehlen sich zum aktuellen Anlass auch noch einmal Magdas Text „„Homo-Ehe“? Ja. Heteronormativität hinterfragen? Nee.“ von 2013 und Nadines Text „Ehe abschaffen! Und bis dahin: Eheprivilegien umverteilen“ von 2015 (inkl. vieler weiterer verlinkter Artikel).

Anstand reicht nicht“ – Josephine Apraku von Black Lives Matter Berlin spricht in der ZEIT über Rassismus in Deutschland, Straßenumbenennungen und anti-rassistischen Aktivismus.

Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen sowie Mitglieder* (genannt Mitfrauen) der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES haben einen offenen Brief an eben jene Organisation verfasst, in dem sie undemokratische Tendenzen im Verein benennen und sich gegen rassistische Ressentiments stellen.

Schriftstellerinnen kommen in Deutschbüchern nur selten vor. Warum lernen wir nichts über Mascha Kaléko und andere tolle schreibende Frauen, fragt Silvana Schmidt bei Feminismus im Pott.

Nicola Hinz von Das Lied der Dicken Damen ist zu Gast bei Frau TV und spricht über Fett Aktivismus (FB-Link). Einen Blogpost zu den TV-Erfahrungen gibt es auch schon.

Englischsprachige Links

Virgie Tovar schreibt über vier fehlerhafte/ fragwürdige Annahmen zum Trauma-führt-zum-Dicksein-Narrativ.

Nächsten Monat findet das Cutie.BPoC Festival (ein Festival von und für Queer_Trans*_Inter*_Black_and_People_of_Color) in Kopenhagen statt. Spendet Geld für diese wichtige Veranstaltung!

Bei Mild & Wonderful gibt es diesen super Post: Stonewall Riot + 5 Names to Know. Denn wie wir bereits auf unserer Facebook-Seite schrieben: Kenne deine Geschichte und Vorkämpfer_innen! Stonewall war ein Aufstand!

Deadline 15. September: CfP: International Workshop „Demographic Change, Women’s Emancipation and Public Policy: Interrogating a Divisive Nexus ­ Gender and Intersectional Perspectives“ , 18-20 April, 2018, Bochum (Germany).

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Köln, Mannheim, Wien, Wuppertal, Würzburg :

Den ganzen Juni über finden Veranstaltungen in Berlin im Rahmen des Black Lives Matter Monats statt. Das gesamte Programm findet ihr auf der Webseite von Black Lives Matter Berlin.

28. Juni in Wuppertal: Heute nachmittag hält Magda zum letzten Mal ihren Vortrag (Mein) Fett ist politisch.

29. Juni in Berlin: Afrofeminismen – Wer ist da mitgedacht? Ab 19 Uhr diskutieren Jasmin Eding (Mitbegründerin von ADEFRA e.V., arbeitet in einem Projekt für geflüchtete Menschen), anouchK ibacka valiente (Gender-Aktivistin, Autorin) und Stefanie-Lahya Aukongo (Autorin, Poetin, Kuratorin, Fotografin, Aktivistin, Workshop-Teamerin und Sängerin). (FB-Link)

6. Juli in Köln: Die Queer Roma Initiative hat eine Diskussion zu „Zwischen Intersektionalität & Asyl“ organisiert. (FB-Link)

6. Juli in Wien: Rechtliche Infos und praktische Tipps rund ums Plakatieren, Stickern und Sprayen gibt es ab 16 Uhr.

8./ 9. Juli in Mannheim: SPOKEN WORD Empowerment-Workshop für trans* Jugendliche und junge Erwachsene von 14-26.

11. Juli in Berlin: Ab 14 Uhr beginnt eine Informationsveranstaltung zum Hochschulzugang. Anmeldung per Email bis zum 2. Juli 2017 bei Yasmin Yassinat (yassinat(at)htw-berlin.de) (PDF)

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln.

14. bis 21. Juli in Würzburg: Aktionswoche Queere Kämpfe verbinden.

2. bis 9. August: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen. http://www.wer-lebt-mit-wem.de/

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Work it! – Feministische Gedanken zu Arbeit

1. Mai 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 16 von 16 der Serie Ökonomie_Kritik

Was bedeutet eigentlich Arbeit? (Wie) Wollen wir arbeiten? Welche Arbeitskämpfe gilt es auszutragen/ zu unterstützen? Wir nehmen den revolutionären 1. Mai zum Anlass, um einige unserer Erfahrungen, Gedanken und Forderungen rund um Arbeit zu teilen.

Zum Weiterlesen empfiehlt sich auch unsere Leseliste vom Equal Pay Day: Ökonimiekritik für jeden Tag.

Kuchen Backen für den Verkauf im Laden: Arbeit? Kuchen Backen für den Kindergeburtstag: Care-Arbeit? Kuchen Backen, weil Kuchen lecker ist: ?

für meine Zukunft (Hannah)

Seit 6 Monaten bin ich Auszubildende. In unvergüteter Vollzeit an einem Berufskolleg.
Ich habe viele neue Dinge gelernt und viele alte Dinge auf eine „Was ich am Wochenende tun könnte“-Liste geschrieben, um sie nie zu tun. Meine Wochenenden haben sich von der einzigen Möglichkeit meine berufstätigen Freund_innen zu treffen, zu den einzigen Tagen mit genug Schlaf, Ruhe und Option zur Haushaltsführung entwickelt.

Arbeit war und ist für mich ein gekauftes Privileg.
Ich kaufe die Möglichkeit neue Fertigkeiten zu erlernen und Dinge zu erschaffen, die vielen Menschen nützlich sind.
Und bezahle aus dem eigenen Vermögen zu sprechen, sozial zu interagieren, körperlich fit und funktional zu sein, mich selbst zu spüren und (kreativ) auszudrücken. Ich bezahle mit den Fähig- und Fertigkeiten, die ich brauche um m.eine Behinderung.en zu kompensieren.

Ich berufsausbilde mich derzeit für einen Beruf, den ich später sowohl in selbstständiger als auch angestellter Form ausüben kann. Realistisch jedoch ist, dass die gesetzlichen Regelungen für berufstätige behinderte Menschen weder die eine, noch die andere Form für mich in Frage kommen lassen.
Am Tag der Arbeit fordere ich, dass sich das ändert.
Ich würde gerne auch für meine eigene Zukunft als autarke und selbstbestimmte behinderte Person arbeiten.

Stressfaktor Heten (Nadine)

Ich hatte die Festanstellung zwischenzeitlich auch deshalb aufgegeben, weil ich mich der latenten bis aggressiven Homophobie und den heterosexistischen Strukturen in der Arbeitswelt nicht mehr aussetzen wollte. Ein paar Jahre und Erkenntnisse später wagte ich aus verschiedenen Gründen einen neuen Versuch. Und schon die ersten Wochen wühlten in der Gefühlswelt meiner inneren 16-Jährigen, die weiß, dass sie keine Hete ist und weit und breit keine Gleichgesinnten zur Seite hat. Das hat mich zugegebenermaßen überrascht, bin ich doch mittlerweile doppelt so alt und mindestens so reich an Le(s)benserfahrung. Ich kam von Arbeit nach Hause und weinte, badete mich im Selbsthass meiner Jugend und fragte mich: WHY IS THIS MY LIFE? Bin ich tatsächlich die einzige in einem Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeiter_innen? Gibt es einen geheimen Lesbenzirkel und wenn ja, wann finden die Meetings statt?

3.500 Arbeitsstunden später habe ich noch immer keine Lesbe gefunden und mittlerweile akzeptiert, dass ich 40h pro Woche von Menschen umgeben bin, deren Wahrnehmung, Interpretation und Erfahrung mit und in der Welt um sie herum sich wesentlich von meiner unterscheidet. Flexible Arbeitsmodelle und Präsenzzeiten gibt es nur für Heten und nur dann, wenn frau neben der Lohn- auch noch Sorgearbeit für andere tun muss, nicht aber zur Schaffung einer Möglichkeit ohne Diäten-Talk, Boyfriends/Ehemänner, „Frauen sind so…und Männer besser“ und Spitzen gegen Kolleginnen seine_ihre Arbeit tun zu können. Meistens sind Orte, an denen sich Heten ungestört ausbreiten können, nicht besonders feministische, so dass ich auch darüber wenig Verbindungspunkte zu anderen finde. Mein Interventions- und Widerstandsradius, den ich aus meinen politischen Kontexten gewohnt bin, minimiert sich in der Arbeitswelt häufig auf das Ausleveln meiner eigenen kognitiven Dissonanz: An einem Ort nicht wirklich anwesend sein zu können bei gleichzeitigem Druck sich der normalisierten Gedankens- und Verhaltenswelt der dominanten Mehrheit anzupassen, hat enorme Konsequenzen für den eigenen Energie- und Emotionshaushalt.

Deshalb meine Forderungen für den 1. Mai für lesbische Arbeitnehmer_innen:

  • Arbeitszeitverkürzung auf maximal 30h/Woche bei vollem Lohnausgleich
  • Sonderurlaub von bis zu zehn Arbeitstagen
  • Lesbenquoten in allen Hierarchiebenen und Verantwortungsbereichen
  • Steuer- und abzugsfreie Prämien in Höhe von zwei Monatsgehältern
  • Lesbenfreundliche Arbeitsplatzgestaltung in Form hetenfreier Büros oder Homo…ääh… Homeoffice
  • Lohnfortzahlung im heterosexistischen Krankheitsfall für 12 Wochen

Choose your Arbeitsplatz.

Tag der Care Arbeit (Melanie)

Während ich mir eigentlich mein cooles Online Business aufbauen will, damit ich das mit dieser Vereinbarkeit von Lohn- und Carearbeit hinkriege ist eines meiner beiden Kleinkinder krank geworden. Nichts Wildes, eine Bindehautentzündung, höchstens lästig für alle Beteiligten. Aber eben auch ansteckend und somit fällt Kindergarten die komplette Woche aus. Der dazugehörige Kindsvater ist auf Dienstreise, denn er macht anständige Lohnarbeit. Er wird gebraucht beim Kunden. Ich werde…naja, auch gebraucht. Aber nicht bezahlt. Und während heute Angestellte und Arbeiter_innen – die immer seltener vollzeit- und unbefristet lohnarbeiten können – protestieren, wischen andere weiter (unbezahlt) Popos sauber. Denn bei denen ist jeder Tag Tag der Care Arbeit.

Karneval der Privilegierten (Nadia)

Ich arbeite seit ich 18 bin, habe während meiner Ausbildung jeden möglichen (Callcenter) und unmöglichen Job (Flötenlehrerin) gemacht und damit mein Studium komplett selbst finanziert. Produktionshelferin, Kasse am Supermarkt, Kellnern, Hilfskraft an der Uni, Interviewerin, Aushilfsredakteurin bei einem Stadtmagazin: Manchmal machte ich neben Seminaren und Vorlesungen drei Jobs gleichzeitig und wachte morgens mit einem nervösen Zwinkern am rechten Auge auf – weil ich erstmal sortieren musste wo es als nächstes hingeht. Dementsprechend schmerzbefreit fing ich nach der Uni meinen ersten „richtigen“ Job an, das war vor ziemlich genau zehn Jahren. Eine Kultur, die ich persönlich auf Jammern und Sesselpupserei basierend identifizierte, umarmte mich, und das war nach Jahren des harten Malochens ein ziemlicher Schock für mich. An manchen Tagen gefühlt nur für die reine Anwesenheit (zwar nicht hammergut, aber solide) bezahlt zu werden, war undenkbar. Das führte dazu, dass ich mir selbst jeden Tag ohne Ende Arbeit suchte und so in die immerwährende „Arbeit geht dahin wo sie gemacht wird“-Falle tappte – das passiert mir auch heute noch ganz gerne. Das Entitlement, fürs Rumsitzen und Mist labern Geld einzustreichen, das muss man sich erstmal hart angewöhnen, vor allem als Frau, vor allem als Kanakin – ich arbeite noch dran und schaffe es wahrscheinlich niemals.

Befördert wurde ich auch irgendwann – natürlich zu Migrationsthemen (harhar)! Einmal war ich als bundesweit verantwortliche Fachbereichskoordinatorin für einen Träger tätig und staunte nicht schlecht als ich feststellte, dass ich in der Führungsriege auf einmal hauptsächlich mit weißen Cis-Männern zu tun hatte – die arbeiteten sonst im Unternehmen nämlich (zumindest an der Basis) nur zu etwa 25 Prozent. Weiß sein, Cis-Mann und ohne Behinderung sein: In jedem Führungstreffen wurde es mir vor den Latz geknallt, Männern im Anzug unterstellte man immer sofort Substanz und Kompetenz, während ich ganz oft die lustige Migrantin war (wobei ich sowieso nicht immer lustig und außerdem auch keine Migrantin war, da von nirgendwoher her-migriert). Nach zwei Jahren hatte ich dann aber zusätzlich auch begriffen, dass ich Scheiße lieher nach oben als nach unten werfe, und beschloss von sämtlichen Obermotzfritzangela-Jobs zukünftig die Finger zu lassen. Seitdem ist für mich Lohnarbeit primär Mittel zum Zweck. Im Moment aber habe ich das Glück einen richtig tollen Job machen zu können – ein wirkliches Privileg, das ich jeden Tag schätze.

Was immer gleich bleibt: All die (Alltags-)Rassismen, die an allen Arbeitsplätzen reproduziert wurden und werden, habe ich niemals mitgezählt – das wäre ein Fass ohne Boden. Lustigerweise ging mir meistens eher bei gefühlten Lappalien die Pumpe, zum Beispiel wenn bei irgendwelchen Meetings vor allem Herkunftsdeutsche über „Diversität“ und „Interkulturalität“ verhandelten – auch Schnaps im Kaffee hätte diese Hirnschmerzen niemals verbannen können. Amüsant war auch, als ich während meiner Freiberuflichkeit mal für eine Institution tätig war, deren Geschäftsfelder unter anderem Diversity und Geschlechtergerechtigkeit waren – und irgendwann rauskam dass der weiße, alte Cis-Kollege natürlich wesentlich mehr Tageshonorar kassierte als ich. Der schlimmste Lohnjob den ich gemacht habe war übrigens für ein feministisches Zentrum – die Erfahrung hat sich mir als sehr frustrierend im Hirn eingebrannt. Politische Überzeugungen im Rahmen von Lohnabhängigkeit und halbgarer Zusammenarbeitsharmonie mit weißen Frauen auszuhandeln war das Spaßbefreiteste was ich mir vorstellen konnte. Da gehe ich lieber weiter wie Kafka zur Versicherung ins Büro!

Supergirl statt Superproduktivität.

Mal liegen bleiben (Charlott)

Vor acht oder neun Jahren habe ich ein Uniseminar besucht, in dem es unter anderem um Arbeit ging. Bis dahin hatte ich mich schon häufiger mit Arbeiter_innenkämpfen auseinandergesetzt, aber nie intensiv darüber nachgedacht, was Arbeit eigentlich für mich bedeutet. Dann sollten wir zwei Seiten zu genau diesem Thema schreiben. Beim Schreiben dieses Texts hier habe ich das alte Uni-Dokument nochmals herausgekramt und war positiv überrascht über die vielen Facetten, die ich damals so aufmachte (Arbeit in- und außerhalb von „Wertschöpfungsketten“, Care-Arbeit, erzwungene Arbeit, Arbeit als Teil alltäglicher geflügelter Worte und Popkultur, Arbeit als zielgerichtete Tätigkeiten (oder auch nicht), Arbeit als identitätsstiftend und politischer Raum). Mein Fazit war (und ist es auch heute noch): Es ist kompliziert.

Schon allein, wenn ich mir meinen Alltag angucke, kommt da vieles zusammen: Lohnarbeit (die aber auch irgendwie fließende Grenzen hat, da sie das Schreiben meiner Doktorarbeit mitfasst), Arbeiten rund um dieses Blog (die im gesellschaftlichen Mainstream kaum als Arbeit wahrgenommen würden), Sorgearbeiten (wie im letzten Jahr als ich wochenlang täglich im Krankenhaus bei meiner Großmutter war). Seit über einem halben Jahrzehnt bin ich Frauenbeauftragte in einem Institut und versuche meinen Lohnarbeitsraum etwas gerechter zu gestalten – das ist häufig vor allem eins: frustrierend und/ oder kräfteaufreibend. Was ist eigentlich mit der ganzen emotionalen Arbeit von all denen, die gegen die Normen von bestimmten Räumen ankämpfen – oder wie Sara Ahmed feststellt, allein durch ihre Anwesenheit in Frage stellen?

Heute freue ich mich, dass ich schon einmal irgendwas geschrieben habe, was ich jetzt paraphrasieren kann. Weniger Arbeit! Die ewigen Produktivitätsanrufungen – die sich von Lohnarbeit, Care-Arbeit zur Freizeitgestaltung ausbreiten – nerven nämlich gewaltig. Damit meine ich nicht nur Produktivitätsanrufungen von außen, sondern auch die tief internalisierten. Ich habe in den letzten Jahren eher schmerzhaft gelernt, mich ab und an von hehren Produktivitätszielen zu distanzieren. An manchen Tagen verbuche ich – als chronisch Kranke – es als Erfolg, wenn ich gut aus dem Bett komme.


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„Und was sagen die Kinder dazu?“ Kinder lesbischer, schwuler und trans-Eltern kommen zu Wort

8. Februar 2016 von Magda
Dieser Text ist Teil 116 von 131 der Serie Die Feministische Bibliothek

Normalerweise reagiere ich eher gereizt, wenn über Lesben_Trans_Schwule gesprochen wird, so nach dem Motto: „Ist das eigentlich normal, kann mensch das Kindern antun, Familie ist Mutter-Vater-Kind, Untergang des Abendlandes, bla bla bla…“.

Buchcover von: "Und was sagen die Kinder dazu? Zehn Jahre später! Neue Gespräche mit Töchtern und Söhne lesbischer, schwuler und trans* Eltern.Das Buch „Und was sagen die Kinder dazu? Zehn Jahre später! Neue Gespräche mit Töchtern und Söhnen lesbischer, schwuler und trans* Eltern“ (Querverlag, 2015) nimmt Bezug auf diesen Diskurs, bietet alternatives Wissen (besonders für diejenigen, die mit dem Thema bisher weniger zu tun hatten) und lässt in erster Linie die Kinder zu Wort kommen: Es ist eine kluge Idee der Autorinnen Uli Streib-Brzic und Stephanie Gerlach, mal diejenigen zu befragen, um deren Wohl sich deutsche Konservative stets sorgen: jene Kinder und Jugendliche, die in Elternhäusern aufwachsen bzw. aufgewachsen sind, die nicht der heternormativen Norm entsprechen.

2005 erschien die erste Version des Buches, damals mit Erfahrungsberichten von Kindern schwuler und lesbischer Eltern. Vor wenigen Monaten – zehn Jahre später – erschien das Nachfolgebuch. Die Kinder von damals wurden erneut interviewt, hinzugekommen sind neue Gespräche mit Kindern von trans-Eltern. Insgesamt 34 Kinder vom Grundschulalter bis ins junge Erwachsenenalter berichten über ihr Aufwachsen, eigene Lernprozesse, über Kämpfe in Schulen und im Freund_innenkreis, erzählen von Krisen sowie von schönen, stärkenden Momenten. Die größte Gruppe der interviewten Kinder sind in Deutschland geboren und haben lesbischen Eltern. Besonders spannend finde ich das Buch, weil die aktuellen sowie die damaligen Interviews abgedruckt sind. Das gibt den Kindern und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, auf ihre damaligen Aussagen Bezug zu nehmen und zu reflektieren.

Beeindruckt war ich von der Ehrlichkeit und dem Reflexionsvermögen vieler Kinder (vielleicht bin ich aber auch zu selten mit Kindern zusammen, um zu wissen, dass viele Kinder diese Eigenschaften pflegen und dann im Prozess der Älterwerdens verlieren…?). Viele der Kinder können die Kommentare ihrer (cis-hetero-) Lehrer_innen, Mitschüler_innen, Verwandten oder der Eltern anderer Kinder sehr gut als das einordnen, was sie sind: diskriminierend, verletzend, ungerecht. Auffällig ist, dass viele Kinder sensibilisiert sind für unterschiedliche gesellschaftliche Normen: „Was heißt denn schon ’normal‘?“ ist keine seltene Frage. Und doch wird ab und zu die eine oder andere normative Aussage mit Vehemenz vertreten. Widersprüchlichkeiten bleiben.

Einige der Kinder machen sich viele Gedanken um ihr eigenes Begehren, möchten sich nicht festlegen und erkennen es als selbstverständlich an, dass Menschen unterschiedliche Partner_innen verschiedener Geschlechter in ihrem Leben lieben können. In den einzelnen Interviews werden Strategien sichtbar, wie Kinder mit der Tatsache umgehen, dass ihre Eltern stets als „anders“ oder „besonders“ betrachtet werden. Manche sind sehr offensiv und wehren sich gegen nervige Kommentare, andere sprechen ungern mit Außenstehenden über ihre Familie, wobei deutlich wird, dass dies weniger mit Scham, sondern mehr mit der Unlust zu tun hat, sich ständig mit den diskriminierenden Kommentaren der Umwelt zu befassen. Nur wenige richten ihren Zorn gegen ihre Eltern und machen deren Begehren dafür verantwortlich. Die meisten sind dankbar, von ihren Eltern sehr früh gelernt zu haben, dass die Welt komplexer ist, als das Durchschnittskinderbuch mit Mutti-Vati-Kind vermuten lässt. Abgerundet wird das Buch mit einem kurzen Überblick zum wissenschaftlichen Diskurs zum Thema LGBTQ-Elternschaft und einer Literaturliste, u.a. mit Büchern für Kinder und Jugendliche.

Die Lektüre des Buches macht Mut. Deutsche Konservative sollten sich weniger um das Wohl der Kinder sorgen, sondern sich eher darauf gefasst machen, dass mehr und mehr pfiffige Kids heranwachsen werden, die traditionelle Ideen vom Miteinander leben und lieben in Frage stellen.


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Zur Medienreaktion auf die sexuellen Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof in der Nacht auf den 1. Januar 2016

12. Januar 2016 von Gastautor_in

Das Institut zeitgenössischer Diasporas beschreibt sich selbst als eine „Gruppe junger, politisch aktiver, rassifizierter Menschen. Unsere Lebensrealitäten sind diasporisch-deutsch, sowohl lokal als auch transnational. Sie bilden die Bezugspunkte für unsere Arbeit.“ Am Sonntag veröffentlichte das Institut einen kritischen Kommentar zur medialen Reaktion auf die sexualisierte Gewalt in Köln (und anderen Orten), den wir hier freundlicherweise crossposten dürfen.

Außerdem läuft seit gestern auch die Aktion des Bündnisses „#ausnahmslos. Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall.“, zu der ihr hier weitere Informationen findet.

Wir verurteilen die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof aufs Schärfste und unterstützen die Betroffenen in ihrem Bestreben nach Gerechtigkeit. Sexistische Übergriffe gegen Frauen* sind grundsätzlich zu verurteilen, egal von wem sie begangen werden. Dabei dürfen wir soziopolitische Stellungen betroffener Frauen*, sowie  deren potenzielle Rassifizierung nicht außen vor lassen.

Die Täter*innen müssen zur Verantwortung gezogen werden, wenn gleich wir den rassistischen Gehalt des öffentlichen Diskurses für äußerst gefährlich erachten. Köln verdeutlicht, inwiefern Sexismus und Rassismus tief in der deutschen Gesellschaft verankert sind und häufig politisch gegeneinander ausgespielt werden, anstatt beide als miteinander verwoben zu begreifen. Sexualisierte Übergriffe sind Alltagserfahrungen von jeder Frau*, ob of Colour oder weiß, und werden genutzt, um bereits vorhandene Rassismen zu befeuern.

Warum wird die Debatte auf diese Weise geführt?

Eine Dimension von Rassismus ist die Strukturierung, Hierarchisierung und Rassifizierung (d.h. Zuschreibung von Eigenschaften basierend auf äußerlichen Merkmalen) von sozialen Gruppen. Derzeit sehen wir, wie Geschlecht und Rassismus in der Schaffung des Täter*innenprofils zusammenwirken und das Bild eines auf aggressive Art und Weise hypersexualisierten Mannes* of Colour kreiert. Dieses ist direkt verbunden mit der kolonialen Narrativ der weißen Cis-Frau, die als schützenswert und verletzlich beschrieben wird. Die heutige Debatte würde nicht geführt werden, wenn es sich bei den Betroffenen ausschließlich um Frauen* of Colour und bei den Täter*innen ausschließlich um weiße Cis-Männer handeln würde. Als Gruppen, die ständig der Stereotypisierung ausgesetzt sind, finden sich rassifizierte Menschen häufig in der Position, sich für die Taten von anderen verantwortlich zu fühlen.

Der Fokus der Medien auf Herkunft und Religion der Täter*innen verschiebt die Aufmerksamkeit weg von dem, was eigentlich wichtig ist: die Betroffenen und deren Bedürfnisse. Sexismus ist trotz der derzeitigen allgemeinen Annahme kein importiertes Problem. Rassismus leider auch nicht. Um ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu vermeiden, müssen wir Diskurse über sexualisierte Gewalt anders führen, und dazu gehört ein Verständnis von intersektionellen Sexismus und Rassismus.

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  1. Cisgender beschreibt Menschen, deren Geschlechteridentität, im Unterschied zu Transgender, mit dem ihnen zur Geburt zugeschriebenen (körperlichen) Geschlecht übereinstimmt.
  2. Intersektionalität bezieht ich auf die Verwobenheit verschiedener Diskriminierungsformen, die gleichzeitig wirken. So können z.B. Rassismus, Sexismus, Ableismus und die Diskriminierung einer Religionsgruppe zusammen wirken.

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Von der Schwierigkeit nicht hetero zu sein und hetero zu kritisieren.

28. Juli 2015 von Nadine

In feministischen Kreisen™ hierzulande tut sich eine Kritik sehr schwer: Die Kritik an Hetero-Praxen, am Performen von Heterosexualität. Zum einen, weil die Kritik sich nicht ausschließlich an das abstrakte Etwas Heteronormativität richtet, sondern auch an _die_ Heten selbst, die mit ihren heterosexuellen Selbstverständlichkeiten rumnerven (z.B. Vergewaltigungswitzchen, ständiger Boyfriend- und Beziehungstalk, #notallheteros, umschweifende Raumeinnahme durch Austausch von Körperflüssigkeiten im öffentlichen Nahverkehr *no pun intended* oder Beengung von Wegen und Sitzplätzen durch Bilden einer symbiotischen Körpereinheit, vehementes Einfordern von Typenprivilegien zuerst für sich selbst und danach für alle anderen, Studieren und Erforschen von LGBT-Lebensrealitäten zur eigenen Belustigung, zum Aufpeppen des eigenen Seins oder zum Geld verdienen).

Kritisiert werden Hetero-Praxen und Performances in der Regel, um darauf aufmerksam zu machen, dass es außer Heten auch noch andere Menschen gibt, die ein Recht darauf haben, ein gutes Leben zu führen ohne das Recht auf körperliche Unversehrtheit oder Nichtdiskriminierung in den Mülleimer zu werfen und dass dieses gute Leben eben auch davon abhängig ist, wer sich ständig als Normalität inszeniert ohne Rücksicht auf das Umfeld zu nehmen. Überraschenderweise wird von Heten, die Heteronormativität als Problem erkannt haben (und von sich selbst auch manchmal als Heten und nicht als Menschen sprechen können, z.B. weil sie überhaupt erst einmal wissen, dass sie Heten sind), in Fällen der Kritik an Konkretem meistens auf das Abstrakte verweisen: Strukturen. Da gibt es diesen bösen Staat, der macht, dass Schwule und Lesben nicht heiraten und nicht adoptieren dürfen (so eine Ungerechtigkeit!11!!1) und äääh ja Trans* und so diese Leute haben’s auch nicht einfach. Betroffenes Nicken.

Heten und ihr „LGBT*-Aktivismus“

Kritisiert wird von Heten oft nur das, was sie selbst für erstrebenswert erachten und anderen verwehrt wird: Heiraten und Kinder kriegen/großziehen/für sie sorgen/Familie haben, Vorstandsetagensessel, Ruhm. Insofern werden auch eifrig Gay Rights mitpropagiert, wird der Regenbogen gefeiert und manchmal empört getan, dass Lisa B. aus K. auf offener Straße zusammengeschlagen wurde, weil er_sie nicht ins Konzept passt von dem, was als Hetero gilt und damit in den Augen von passenden (im Sinne von: Passing/ durchgehen als…) Heten eine Gefahr darstellt. Wer sich als queere Person einreiht ins schöne Hetero-Leben mit den eigenen politischen Forderungen oder Betroffene_r von „wirklich schlimmer“ Diskriminierung ist, um ungefragt als Abziehbild ins Skandalös-Gutmensch-Hetero-Heftchen geklebt zu werden, hat vielleicht die Chance auf Solidarität. Alle anderen, die von Umverteilung (Geld, Zeit, Kapazitäten, politischen Prioritäten in aktivistischen Kämpfen) reden, naaaah…die müssma net anhörn. die tun wa extra. in dieses LGBT dings rein. und dafür hamm wa keene Zeit, weil wegen Vereinbarkeitsproblematik und so. Lieber noch ein bisschen rumjammern, dass das Thema feministische Mutterschaft immer so untergeht zwischen diesen kinderfeindlichen Queer_Feminist_innen, die alles dominieren. Und deshalb (jetzt erst recht!!!) als weiße, ableisierte, Mittelschichts-Hetera den 239. Blog einer weißen, ableisierten, Mittelschichts-Hetera lesen und verlinken, die von 50/50 (AS IF…) und rosa für Jungs plappert.

Kritik an Heteropraxen und Performances ist allerdings auch wegen einer anderen Sache nicht gern gesehene Gäst_in in hiesigen feministischen Debatten: In dieser Kritik würden auch Menschen mitgemeint werden, die sich nicht als Hetero definieren oder nicht als Hete gelesen werden, auch wenn sie sich so definieren. Damit würde die Hetero-Kritik Sexismus bzw. Bifeindlichkeit und Trans*diskriminierung reproduzieren. Um den Unmut über die Kritik zu äußern, die sich nicht an die eigene Person und die eigene Alltagspraxis zu richten haben darf, werden dann munter lesbenfeindliche, sexistische und derailende Behauptungen in die Diskussionsschale geworfen, die z.B. „Lesben sind Cis-Frauen, die auf Cis-Frauen stehen“, „Lesben hassen Menschen, die mit Männern(Sternchen) schlafen“, „Frauen(Sternchen) vorzuschreiben, wen sie lieben dürfen [AS IF… Anm. von mir], ist frauen(sternchen)feindlich“ oder kurz: „Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben?“ lauten.

(mehr …)


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Suruç, heteronormative Asylpolitk und Zwangsregistrierung für Sexarbeit_innen – kurz verlinkt

22. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 289 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Die ZEIT veröffentlichte den Schlussvortrag der Rechtsanwälte Ernst Freiherr von Münchhausen, Onur Özata und Dr. Mehmet Gürcan Daimagüler im Strafverfahren gegen Oskar Groening am 14. Juli 2015.

„Auf dem Weg in eine gerechtere Gesellschaft kann wohl kaum mehr falsch gemacht werden als damit, Väter in ihrer bisherigen Interpretation ihrer Vaterrolle zu bestärken.“ – Jochen König kritisiert den Familienbericht 2015 für den Berliner Senat.

Im August findet in Helmarshausen das Bundestreffen der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland statt. Dafür kann auch noch gespendet werden, um Menschen, die wenig Geld haben, die Teilnahme zu ermöglichen.

Seit Montag gibt es eine Online-Meldestelle (deutsch- und englischsprachig) für antisemitische Äußerungen_Angriffe in Berlin. Das Projekt, das unter anderem von der Amadeu-Antonio-Stiftung gefördert wird, hat auch zum Ziel, auf Antisemitismus im Alltag aufmerksam zu machen.

„Aggressive für Deutschland“ – das LOTTA-Magazin analysiert den Machtwechsel innerhalb der „Alternative für Deutschland“ (AfD).

„Frauen, die lange Haare haben und „weiblich“ wirken, wird ihr Lesbischsein häufig nicht geglaubt; genausowenig Frauen, die Kinder haben.“  – in einem Interview mit dem Tagesspiegel berichtet LesMigras-Mitarbeiterin Saideh Saadat-Lendle über die Situation lesbischer und schwuler Geflüchteter in Deutschland.

„Die Zwangsregistrierung für Prostituierte gab es zuletzt 1939.“: Bereits im Juni hat die Jungle World ein Interview mit Juanita Henning, Vorsitzende der Organisation Doña Carmen, zum geplanten und perfide betitelten Prostitutiertenschutzgesetz geführt.

Dr. Jamie Pax Abad hat einen Erfahrungsbericht und weitere Informationen zur Vornamensänderung in ausschließlich geschlechtsneutrale Vornamen nach dem Namensänderungsgesetz für Personen, die sich ausserhalb der binären Geschlechterkategorien identifizieren, zusammengestellt (PDF).

Noah Sows „Deutschland Schwarz Weiss“ ist seit gestern auch in neuester, überarbeiteter Version als E-Book erhältlich.

Englischsprachige Beiträge

Bei einem Bombenanschlag in der türkischen Grenzstadt Suruç wurden am Montag mindestens 32 Aktivist_innen, die einen Hilfseinsatz in Kobane (Syrien) geplant hatten, getötet und über 100 Menschen verletzt. Die New York Times, Neues Deutschland und Publikative.Org berichten über die Geschehnisse und Hintergründe. Trauer- und Protestdemonstrationen wurden derweil in der Türkei massiv von der Polizei angegriffen.

Über die spezifische Rolle weißer Frauen bei der Aufrechterhaltung von Rassismus schreibt der Atlanta Black Star.

„Vier Dinge, die du deinen Kindern genau jetzt zu Rassismus beibringen solltest“: Black Girl Dangerous listet sie auf.

BBC News berichtet über die britische Politikerin Liz Kendall, die sich gegen das Boulevard-Blatt Mail on Sunday wehrt, das sie nach ihrem Gewicht fragte: „Can you imagine the Mail on Sunday asking the weight of the prime minister, George Osborne or any other leading politician?“

Termin in Göttingen

31.07. in Göttingen: SchwarzRund liest im Kabale: Quasi, Schwarzer Frost und Poesie (Facebook-Link).


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Vorbilder, der NSU Untersuchungsausschuss und überall bewertete Körper – Die Blogschau

4. Juli 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 281 von 295 der Serie Die Blogschau

Seit dem 18. Juni bis noch zum 16. Juli ist Ramadan. Hengameh schreibt bei tea-riffic über Erfahrungen mit Fasten, (internalisierter) anti-muslimischen Rassismus und dem Ausloten eigener spiritueller/ religiöser Umgänge.

An diesem Wochenende läuft noch das Finale der aktuellen Fußball-Weltmeister_innenschaft. kein naturtalent hat einige grundlegende Bitten an Fußballkommentator_innen.

Juli ist auch der Internationale Zine Monat. Aus diesem Anlass habe ich beim Heavy Mental Zine Distro über zehn Gründe, warum Zines eine tolle Sache sind, geschrieben.

„Ich kann gut melancholisch. Ich kann gut diese leise Sehnsucht. Manchmal glaube ich, ich BIN diese leise Sehnsucht, sie ist ein wesentlicher Teil von mir.“ – wurzelfrau denkt über das Songschreiben und thematische Zugänge wie Spiritualität oder Auseinandersetzungen mit Heteronormativität nach und teilt dazu gleich noch zwölf ihrer Songs.

Aktuelles von Women in Exile & Friends: An ihrer ersten bundesweiten Flüchtlingsfrauen*Aktionskonferenz nahmen 70 Frauen* teil und außerdem gibt einen kurzen Bericht eines Flüchtlingsfrauen-Workshops in Pankow.

Im aktuellen #Fettcast reden Ragni und Magda über Dicke Schwangerschaft (als lesbischer Single mit PCOS).

Diaspora Reflektionen schreibt über den Hessischen NSU Untersuchungsausschuss, wo sie am 11. Mai der Anhörung des ehemaligen V-Mann Führers beim Verfassungsschutz Andreas Temme beiwohnte. Sie berichtet von dem offenbar geringem Interesse wirklich aufdeckend zu arbeiten und fragt darüberhinaus, wo denn die kritisch begleitenden Stimmen sind.

Mein Körper gehört mir nicht„, heißt ein Spoken Word Beitrag zu Übergriffen auf ihren Körper (und was diese auch mit Verknüpfungen von Rassismus, Sexismus und Dickenfeindlichkeit zu tun haben) von Schwarz Rund, den es auf dem Blog zum Nachlesen und als Video zum Nachschauen gibt.

Bei roleUP! gibt es einen neuen Film. Als Vorbild vorgestellt wird dort die großartige Bloggerin Katrin von Reizende Rundungen.

Eine Petition, die Bundesjugendspiele abzuschaffen, hat ziemlich viele Gemüter erhitzt. Ninia LaGrande schreibt gegen Argumente wie „Wettbewerb gehört beim Sport dazu“ und „Dann können wir auch Mathe abschaffen“ an und erläutert was Bundesjugendspiele oftmals auch mit Körpershaming und Erniedrigung zu tun haben.

Auf Medienelite schreibt Nadine über den Umgang mit Diskriminierung und Identität: „Mir hilft es in solchen Momenten […] mich öfter als Person zu begreifen, die dennoch sehr viele Wahlmöglichkeiten in ihrem Leben hat und mit vielem gar nicht und niemals umgehen muss. Daraus Verantwortung und solidarische Handlungen abzuleiten. Die Perspektive auf mich als „Betroffene, die jederzeit achtsam sein muss“ hin zu anderen, ihren Geschichten, ihren Politiken zu lenken. Ich erlebe das als sehr befreiend, empowernd und liebevoll.“

Unter der Überschrift „Das Paarprivilegien-Projekt: Fast wie richtige Menschen“ denkt der zaunfink darüber nach, was der Fokus auf die Öffnung der Ehe bedeutet, welche Narrative damit gestärkt werden und welche Personen und Thematiken verdrängt werden.

Und ihr wollt selbst gern (mehr) bloggen? Ihr interessiert euch für geekige Themen aus feministischer Perspektive und Feminismus mit geekigem Blick? Femgeeks sucht jedenfalls Nachfolger_innen, die das Blog übernehmen und mit neuem Leben füllen wollen.


Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Pitch Perfect 2: A-Ca-müsant, A-Ca-usbaufähig

18. Mai 2015 von accalmie
Dieser Text ist Teil 19 von 34 der Serie Die Feministische Videothek

[Inhaltshinweis: (Milde) Spoiler für Pitch Perfect 2]

Bridesmaids, The Heat, Pitch Perfect (und nun offenbar auch Mad Max) – Hollywood-Blockbuster, in denen Frauen nicht nur die Hauptrollen spielen, sondern auch andere Interessen als die Jagd nach einer heterosexuellen romantischen Zweierbeziehung haben, sind noch immer eher spärlich gesät. Der erste Teil von Pitch Perfect, der sich um die Frauen-A-Capella-Gruppe „Barden Bellas“ dreht, kam 2012 ins Kino und wurde zum unvermuteten Hit. Pitch Perfect 2, der am 15. Mai anlief, setzt letztlich da an, wo der erste Film aufhörte.

Die Barden Bellas haben mittlerweile drei nationale Titel für ihre Sangeskünste gewonnen und stehen wieder auf der Bühne. Fat Amy (dargestellt von Rebel Wilson) hat eine, nun ja, „Wardrobe Malfunction“ bei einem Stunt und zeigt der Welt was passieren kann, wenn man keine Unterwäsche trägt und die Hose reisst. Die Barden Bellas sollen daraufhin aufgelöst werden, es sei denn – und man hinterfragt die Logik hier am besten einfach nicht – sie gewinnen den internationalen A-Capella-Wettbewerb in Kopenhagen und werden Weltmeisterinnen. Wie man sich denken kann, passieren auf dem Weg nach Kopenhagen lustige Dinge, Probleme müssen gelöst und Lieder und Choreographien einstudiert werden, und darüber hinaus stellt sich für jede Barden Bella die Frage, wie es nach dem College-Abschluss weitergehen soll.

Quelle: Wikipedia.

Quelle: Wikipedia.

Während sich das Narrativ im ersten Teil noch stark an der Ent­wick­lung von Beccas (dargestellt von Anna Kendrick) und Jesses Be­zieh­ung orien­tier­te, spielen die ro­man­ti­schen Be­ziehun­gen der Bar­den Bel­las in Pitch Perfect 2 eine er­fri­schend ne­ben­säch­li­che Rol­le. Gezeigt werden vor­nehm­lich die Un­ter­stütz­ung durch Be­­­zieh­­ung­s­­­part­­­­ner und die un­be­darft-über­for­der­ten Ver­­­su­­che Ben­­jis, mit der Barden-Bella-Nach­wuchs­sänger­in Emi­­ly zu flir­­­ten, bis die­­­se selbst die Ini­­­tia­­ti­­­ve er­­­greift. Im Zen­­­trum stehen aber im­­­mer die Be­­­zieh­­ung­en der Bar­­­den Bel­­­las zu­­­einan­­­der und Fra­­­gen der per­­­sön­­­li­­chen (Weiter-)Ent­­wick­­­lung. Den Bechdel-Test besteht Pitch Perfect 2 also wieder mit Leich­tig­keit. Pitch Perfect 2 wurde zudem von Frauen ge­schrie­ben und pro­du­ziert, und Eli­za­beth Banks (die die Kommentatorin Gail spielt) führ­te Regie.

Pitch Perfect 2 ist lustig: Die deutsche A-Capella-Gruppe und größte Barden-Bella-Konkurrenz „Das Sound Machine“ wurde zielsicher mit Youtube-Sternchen Flula Borg besetzt und hart akzentuiert, und auch sonst geben sich einige bekannte Gesichter die Ehre, angefangen von Keegan-Michael Key, John Hodgeman und David Cross über diverse Greenbay Packers-Spieler und Snoop Dogg, hin zu Christina Aguilera, Robin Roberts, Rosie O’Donnell und Rosie Perez. Es beweist sich ebenfalls erneut, dass Witze über Deutschland immer ziehen und dass es amüsant bleibt, Uncoolness liebevoll in Szene zu setzen. Pitch Perfect 2 tut gut daran Fat Amy stärker in den Mittelpunkt zu rücken, und Sexismus und Misogynie werden auch in dieser Fortsetzung persifliert.

Genau hier zeigt sich aber das übliche Problem: Das allein reicht nicht. Bei Think Progress hat Jessica Goldstein schon beschrieben, warum „racism for comic relief“, also der Einsatz von rassistischen Witzen und Klischees, auch in Pitch Perfects Fortsetzung in die Hose ging. Ich hoffte beim Gucken immer wieder, dass diese Witze irgendwann aufgelöst würden – also, dass ein Charakter einen solchen lakonisch kommentiert, dass irgendwann peinlich berührte Stille herrscht in einer Szene oder durch eine Aktion das Gegenteil des Gesagten bewiesen wird. Bei Sexismus-Satire, die Pitch Perfect (beide Teile) ganz gut drauf hat, funktioniert das ja auch. Hier bleibt Flo (dargestellt von Chrissie Fit), die neue Barden Bella aus Guatemala, allerdings ein rassistisches Latina-Klischee, die ausschließlich und allein für komödiantischen Effekt von ihren Fluchterfahrungen erzählen darf. Auch Lilly (dargestellt von Hanna Mae Lee) muss weiterhin die leise, schüchterne, aber heimlich kampferprobte und leicht angsteinflößende asiatisch-amerikanische Barden Bella mimen.  (mehr …)


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Die Definition von Krawall, Trolle verfüttern und Kristen Stewarts neue Kumpeline – kurz verlinkt

30. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 5 von 362 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

queer.de berichtet über eine neue Resolution des Europarats, in der dieser fordert gegen Trans*-Diskriminierung vorzugehen. So sollte beispielsweise die Änderung des Geschlechtseintrags und des Namens in amtlichen Dokumenten ohne den Zwang zu medizinischen Behandlungen oder psychologischen Begutachtungen erfolgen könnnen.

Anlässlich von 200 Verhandlungstagen und fast zwei Jahren im NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, André Eminger, Holger Gerlach und Carsten Schultze vor dem OLG München zieht NSU Watch eine kurze Zwischenbilanz zum Prozess und stellt unter anderem heraus: „Die These vom NSU als isolierter Zelle mit nur einem kleinem Umfeld an Unterstützer/innen ist so nicht haltbar.“

Von der Broschüre „Was tun? Sprachhandeln – aber wie? W_Ortungen statt Tatenlosigkeit.“ ist die zweite, überarbeite Auflage erschienen. Die Druckvorlage kann kostenfrei per Mail bestellt werden und auf der Seite feministisch-sprachhandeln.org lässt sie sich als PDF herunterladen.

englischsprachige Links

Pajiba nimmt die heterosexistische Beharrlichkeit aufs Korn, mit der Kristen Stewarts aktuelle offensichtliche/vermeintliche Liebesbeziehung von den Medien als „Mädchenfreundschaft“ gelabelt wird.

Ragen Chastain fast auf Dances With Fat noch mal kompakt ein paar Dinge zusammen, die du niemandem schuldest – wie Schönheit, Gesundheit oder Sexiness.

Die siebenjährige Natalie McGriff hat für ihr Comicbuch The Adventures of Moxie Girl, einer Superheldinnengeschichte über ein Schwarzes Mädchen, einen Crowdfundingpreis gewonnen, berichtet Feministing.

Loretta Lynch wurde zur ersten Schwarzen Generalstaatsanwältin der USA ernannt. For Harriet berichtet.

„Do Feed the Trolls—to People Who Will Hold Them Accountable“: Andrea Grimes teilt bei RH Reality Check ihre Erfahrungen mit der Praxis, bei Angriffen, die sie in sozialen Medien erlebt,  Leute aus dem Umfeld des „Trolls“ in die Konversation einzubeziehen.

Medien vermitteln ein ganz bestimmtes Bild von Menschen, die sogenannte Essstörungen haben: schlanke, weiße, wohlhabende Frauen, die wie Models in Magazinen aussehen wollen. Raquel Reichard erklärt, warum das irreführend ist.

Derzeitig wird ein neuer Film für Netflix gedreht: „The Ridiculous Six“. In der letzten Woche verließen eine Reihe von Native American Schauspieler_innen das Set aufgrund der im Film dargestellten rassistischen Stereotype. Racialicious berichtet über den Protest. Außerdem interviewten sie die Aktivistin Megan Red-Shirt Shaw zur #NotYourHollywoodIndian- Kampagne.

Egal wie viele Schwarze Menschen von Polizist_innen getötet werden, die Proteste, die darauf aufmerksam machen, sollen doch bitte ‚friedlich‘ bleiben. Beim Atlantic schreibt Ta-Nehisi Coates über diese Forderung: „When nonviolence begins halfway through the war with the aggressor calling time out, it exposes itself as a ruse. When nonviolence is preached by the representatives of the state, while the state doles out heaps of violence to its citizens, it reveals itself to be a con.“

Elle South Africa interviewt die südafrikanische Performance-Künstlerin Sethembile Msezane über The Public Holiday Series, Post-Apartheid und Frauenkörper.

Termine in Berlin und Linz

2. Mai, Berlin: Far, far away? Podiumsdiskussion zu Kolonialrassismus im Unterricht.

6. Mai, Berlin: Vortrag von Magda Albrecht: “(Mein) Fett ist Politisch” um 16:30 Uhr an der ASH Berlin (Alice-Salomon-Platz 5, 12627 Berlin), Raum 225.

6. bis 8. Mai, Linz (Österreich): Die Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken/sexualisierte Gewalt/Interventionen“ vereint zum Thema Wissenschaftler_innen, Künstler_innen und Aktivist_innen.

7. Mai, Berlin: „Themenabend zu Intersektionalität“ mit Emilia Roig und der Initiative intersektionale Pädagogik(i-Päd) und 9. Mai: Die dritte Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Widerstandsbewegungen von geflüchtetenFrauen* in Berlin und Deutschland„.


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