Einträge mit dem Tag ‘Heteronormativität’


Wann hast du dich dafür entschieden, hetero zu sein?

14. Oktober 2011 von Magda

Gerade die vermeintlich harmlosen Fragen sind die, hinter denen sich die fiese Heteronormativität versteckt und erst sichtbar wird, wenn mensch ein wenig um die Ecke denkt. Paradebeispiel dafür ist die Frage: “Wann wusstest du, dass du lesbisch oder schwul bist?” oder wahlweise “Wann hast du dich dafür entschieden, homosexuell zu sein?” – Fragen, die all diejenigen ziemlich oft hören, die nicht (mehr) in Hetero-Beziehungen leben.

Zugegeben: Oberflächlich betrachtet wirken die Fragen erst einmal wenig verdächtig, aber es verbirgt sich eine ganze Menge in ihnen: Zum einen wird Heterosexualität als das “Normale” gekennzeichnet und so als Norm bestätigt. Homosexualität hingegen wird implizit als Abweichung markiert, für die mensch sich angeblich entscheidet. Auch der Fakt, dass hier immer eine Wahl stattgefunden haben soll, lässt aufhorchen: Wählen Menschen, wen sie begehren? Und: Trifft das dann nur auf Lesben, Schwule und Bisexuelle zu?

Ein tolles Video von Chris Baker und Travis Nuckolls, das im US-amerikanischen Colorado Springs aufgenommen wurde, dreht den Spieß um. Die Interviewer fragen erst, ob die Befragten glauben, dass Homosexualität eine Wahl sei und stellen dann die alles entscheidende Frage: “Wann haben Sie sich eigentlich dazu entschieden hetero zu sein?”

Neben vielen biologistischen Erklärungsversuchen oder solchen, die Homosexualität als “life style” verorten, kommt beim Thema Heterosexualität eher größere Verwirrung auf: Es wirkt so, als mussten sich die Befragten noch nie Gedanken um ihre eigene Sexualität machen. Der Fokus liegt zur Abwechslung mal nicht auf “der Homosexualität” und “den Homosexuellen”, sondern auf heterosexuellem Begehren. Die Verwirrung wundert nicht: Heterosexualität wird ja auch nicht ständig mit Theorien belegt. Das Video stellt da einen interessanten Perspektivwechsel dar.


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Recht und Politik aus einer feministischen Perspektive

11. Juli 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 74 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

rechtundgeschlecht

Wie heißt du?
Maria Wersig

Seit wann bloggst du?
Ich blogge erst seit April 2011, betreibe aber unter rechtundgeschlecht.de seit ein paar Jahren eine einfache Webseite.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Aus Empörung. Ich las am Frühstückstisch einen Artikel von Kristina Schröder über Gleichstellungspolitik in der Zeitung und habe meine Meinung dazu in meinen ersten Blogbeitrag umgewandelt. In dem Zeitungsartikel stand unter anderem, dass Altfeministinnen und institutionalisierte Gleichstellungspolitik den Benachteiligungsstatus von Frauen verteidigen. Dazu habe ich als Juristin, die sich mit den Rechtsstrukturen und Gleichstellung beschäftigt, eine ganz andere Meinung.

Worüber schreibst du?
Über Recht und Politik aus einer feministischen Perspektive und die Zusammenhänge von Recht und Geschlechterverhältnissen. Meistens geht es um Themen, mit denen ich mich auch beruflich beschäftige, wie Familie, Gleichstellung, Steuern und Soziales. Die ersten Blogeinträge beschäftigten sich mit Frauenquoten, Unterhaltsrecht und der Heteronormativität von Regelungen zu künstlicher Befruchtung. Anlässe zum Schreiben gibt es irgendwie genug, ich habe jetzt auch eine Rubrik „Kristinas Welt“, die sich mit aktuellen Vorschlägen unserer Frauenministerin auseinandersetzt.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Im letzten Jahr bin ich für ein paar Monate nach New York City gezogen. Ohne das Internet hätte ich nie binnen kürzester Zeit eine Untermietgelegenheit mitten in Harlem gefunden und mir auch nicht per Google Streetview ein Bild von der Gegend machen können. Erst bei meiner Abreise habe ich meine Vermieterin persönlich kennengelernt. Weil wir aber im Netz so viel Kontakt hatten, kam es uns beiden so vor, als würden wir uns schon ewig kennen.

Wovon braucht das Internet mehr:
Eine dem kommerziellen Angebot Juris vergleichbare kostenlose Rechtsdatenbank in deutscher Sprache wäre fein. Für eine Recherche nach einschlägigen Gerichtsurteilen sollte meiner Meinung nach niemand bezahlen müssen. Und natürlich brauchen wir noch mehr Feminismus.

Frauen im Web sind…
wie Frauen offline auch – intelligent, stark, mutig und schön!

Deine tägliche Web-Lektüre:
ist eher klassisch, die großen und auch ein paar kleinere Tageszeitungen und ein paar nette Blogs.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Bitte keine Tunten

28. Juni 2011 von Silviu
Dieser Text ist Teil 23 von 29 der Serie Neues vom Quotenmann

Wenn BerlinerInnen am vergangenen Wochenende auf dem CSD feierten, taten sie das aus guten Gründen. Denn sie haben tatsächlich eine Menge geschafft, während die Lage bei manch einem Nachbarn weniger erfreulich bleibt. Doch die vielen Erfolge dürfen auf keinen Fall darüber hinwegtäuschen, dass wir uns sozusagen nur in einer frühen Phase der Baustelle befinden.

Das Fundament aus formellen gesetzlichen Bestimmungen ist – bis auf einige wichtige Ausnahmen wie Steuergleichheit oder Kinderadoption – fertig. Die tragenden Strukturen unserer bunten Communities sehen auch ziemlich gut aus: Diverse Vereine und die unterschiedlichsten Szeneeinrichtungen artikulieren unsere Interessen und Stimmen oder geben uns die Möglichkeit, unsere unterschiedlichen Lebensprojekte auszuleben. Aber die Räume in unserem großen Haus haben immer noch den Aspekt des Rohbaus.

Die Heteronormativität der übrigen Gesellschaft und ein Rest an (latenter, tiefsitzender) Homophobie machen den Fortschritt schwierig. Doch nichts irritiert mehr als die eigene, verinnerlichte Homophobie oder Gender-Normativität, insbesondere dann, wenn sie als „natürlich“ und unproblematisch wahrgenommen wird. Im Zuge der Entpolitisierung weiter Teile der Bewegung in den 1980er und 1990er Jahren wurde auf die Hinterfragung vieler Elemente des alltäglichen Status-quo einfach verzichtet. Denn aus einer naiv-liberalen Perspektive darf eine unglaubliche Menge Vorurteile und Stereotypen als „spontane Präferenzen des Individuums“ gelten.

Ein genauerer Blick in die Community – ich beziehe mich jetzt auf die schwule, die ich am besten kenne – deckt tatsächlich auf, was die Kritiker des schwul-lesbischen Mainstreams seit Jahren beobachten: kleinbürgerlichen Rassismus, ein mangelhaftes soziales und politisches Bewusstsein und die Selbstgefälligkeit derjenigen, die sich selbst als „die Mitte der Gesellschaft“ sehen. Dabei scheint ein Spruch wie „Keine Asiaten, bitte“ schon salonfähig genug, um online in zahlreichen Dating- oder Socialising-Profilen aufzutauchen.

Noch viel verbreiteter ist aber die Devise „Bitte keine Tunten“, mit der Variante „Bitte nur echte Männer“. Und nein, es handelt sich nicht nur um sexuelle Vorlieben. Und das sind keine „schmutzigen Sachen“, die man nur unter den Anonymitätsbedingungen des Netzes zu sagen wagt. Im Gegenteil: Nicht wenige Berliner Schwule haben sehr wahrscheinlich auch im „realen“, Offline-Leben, ein Problem mit den „Tunten“, die sie in ihrem Alltag begegnen. Die möglichen Gründe für diesen brutal gendernormativen und homophoben Quatsch müssen selbstverständlich hinter dem naiv-idiotischen „Ich-mag-sie-einfach-nicht“-Diskurs gesucht werden. Sie haben viel mit der irrationalen Angst um die eigene Männlichkeit zu tun, mit dem gesellschaftlich erzeugten Anpassungsterror, mit den Ekelgefühlen vor dem Freak in den Anderen und letztendlich in sich selbst.

Solche Stereotypen und Ängste können und müssen wir zusammen überwinden. Deshalb gilt: Am CSD in Berlin nicht nur feiern, sondern auch demonstrieren. Tuntig und queer, versteht sich.


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Wann werden Kinder endlich über Heterosexualität aufgeklärt?

22. Juni 2011 von Nadine

Seit mehr als einem Jahr läuft die Initiative “Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt” der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung. Zu dieser Initiative gehört ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das unter anderem diese fragwürdigen Plakate hervorgebracht hat. Jetzt soll auch in Berliner Grundschulen darüber aufgeklärt werden, dass Homosexuelle “ganz normale Menschen” sind:

Es gehe um die Normalität des Anders-Seins, um Akzeptanz, um Geschlechterrollen. Die Kinder sollen soziale Kompetenz, Empathie und Sensibilität lernen. Dazu stellt die Bildungsverwaltung den Grundschulen neue Unterrichtsmaterialien zur Verfügung – ein Koffer voll, insgesamt 25 Bilderbücher, ein Memory-Spiel und eine Hör-CD mit Begleitbuch.

[...]

Die Schulen sollen das Thema fächerübergreifend unterrichten und dabei eine positive Einstellung zu Liebe und Sexualität vermitteln, wobei auch auf Homo-, Bi- und Transsexualität eingegangen werden soll. Über sexuelle Vielfalt könnten die Lehrer zum Beispiel im Ethik-, Sachkunde- oder Deutschunterricht mit den Kindern sprechen.

Fehlt da nicht was? Wann werden Kinder endlich über Heterosexualität aufgeklärt, statt beigebracht zu bekommen, dass “Anders-Sein” irgendwie auch voll okay ist? Diskriminierung fängt schließlich nicht erst bei körperlicher Gewalt und dummen Sprüchen aufgrund von Homo- und Trans*phobie an. Ausgrenzung und Gewalt beginnen dort, wo Abweichungen von der heteronormativen Matrix als anders identifiziert, markiert und dieser untergeordnet werden.

Solange der Konstruktionscharakter von Heterosexualität und die Wirkmächtigkeit von Heteronormativität nicht mitreflektiert werden, bleiben solche Hierarchisierungsprozesse unsichtbar. Das hat zur Folge, dass die Ursachen für Homo- und Trans*phobie nicht geklärt werden können. Denn die liegen viel tiefer als in der fehlenden Akzeptanz des vermeintlich Anderen.

Weiterhin ärgerlich an diesem Projekt ist die Ineinssetzung von sexuellem Begehren und Gender. Es impliziert, dass Transsexuelle und Transgender keine heterosexuellen Beziehungen führen können. Auch die Reproduktion des Stereotyps, die sexuelle Orientierung sei den Menschen “an der Nasenspitze anzusehen”, wird damit eifrig vorangetrieben. Das (biologische) Geschlecht, die Geschlechterrolle oder Genderperformanz haben rein gar nichts mit der sexuellen Orientierung eines Menschen zu tun.

Wenn Kinder mit Bildungsangeboten sensibilisiert und selbstbestimmt in die Welt entlassen werden sollen, dann gilt es die vermeintliche Normalität von Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität zu hinterfragen. Ihnen beizubringen, dass sie “denen da” Toleranz entgegenbringen sollen, hilft jedenfalls nicht.


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Papa jagt am Familientag

6. Juni 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 46 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Die LVR Landesmuseum Bonn hat sich für seine Ausstellung „Elefantenreich“ was besonderes einfallen lassen. Letzten Donnerstag war Familientag unter dem Motto „Mit Papa zur Jagd“ – inklusive freiem Eintritt für Väter mit Kindern. Hallo Geschlechterklischees und Übersehen von Familien, die ohne traditionellen Vater auskommen. Im Bonner Hauptbahnhof war jemand davon ebenfalls weniger begeistert:

Werbeplakat für den Familientag der Ausstellung Elefantenreich im LVR Bonn. Im Schriftzug „Mit Papa zur Jad“ ist Papa durchgestrichen und Mama darüber geschrieben.


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Die BILD mahnt Sexismus an und andere Kuriositäten – die Blogschau

23. April 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 105 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Diese Woche war mächtig viel los in der Blogosphäre. Einmal tief durchatmen und die Lese­brille raus­geholt:

Der Mädchenblog ärgert sich, das mit Kristina Schröder nur noch Familien- und nicht Frauenpolitik an der Tages­ordnung ist und welche Aus­wirkungen das hat.

Auf andersdeutsch geht es um Männer, Frauen, Kälte­empfinden und hetero­nor­mativen Zu­schreibungen.

anarchie und lihbe hat eine Broschüre von der Frauen­­abteilung der Stadt Wien gefunden, die “Sicher­heits­tipps für Frauen und Mädchen” zusammen­ge­stellt hat und fragt, warum wir in einer Gesell­schaft leben, in der Menschen lediglich beigebracht wird, nicht ve­rgewaltigt zu werden. Besser wäre die Bot­schaft: Vergewaltige nicht!

The Gurkenkaiser hat einen interessanten Text geschrieben: “Geschlecht und Praxis, Geschlecht und Technik und die Kritik an Ge­schlechter­sozialisations­theorien“.

Lucy schreibt auf ihrem Blog Nahtzugabe über DIY, Crafting und Handarbeiten. Vor einiger Zeit bekam sie vom Stuttgarter Frech-Verlag die Anfrage, ob sie es sich vorstellen könnte, “auf einer größeren Plattform im Internet über [ihr] Hobby zu berichten.” Das Honorar: Ruhm und Ehre und ein Buch pro Monat. Eine Frechheit, wie Lucy zu Recht befindet.

Auf Klirrr hofft Lucie auf eine sexismusfreie Berichterstattung der anstehenden Fussball-WM der Frauen, obwohl diese mit der von einschlägigen Zeitschriften beworbenen Bikini-Diät-Rasier-Saison zusammenfällt.

Ninia La Grande ist genervt von der neuen Badminton Kleiderordnung:

Ab Mai dürfen Badminton-Spielerinnen auf gehobenem Leistungsniveau nur noch in Röcken oder Kleidern spielen. Damit Badminton endlich, endlich etwas “attraktiver” rüberkommt. Lob an den deutschen Verband: Der wehrt sich momentan noch gegen die Regelung.

@habichthorn von Just Another Female Blogger hat noch einmal die re:publica 2011 zu­sammen­gefasst.

Julia Seeliger war ebenfalls auf der re:publica und hat eine eigene De­finition zum (politischen) Cyber­feminismus geschrieben.

Sina ärgert sich über die aktuelle EMMA, in der mit allen Mitteln versucht wird, Prostituierte zu patho­logi­sieren.

Svenja von Svenja and the City freut sich, dass sie im neuen Motorrad-Abenteuer Magazin auftaucht.

Paula und Deef haben einen sehr persönlichen Podcast zu Bisexualität gemacht und ein­gesendete Fra­gen be­antwortet.

Onyx von Gedankensalat hat ein wenig herumgestöbert und “ein erschreckend großes Sammelsurium an widerlicher und sexistischer Werbung” gefunden. Achtung: Sexistische Kackscheiße ohne Ende.

Schafott hat drei Gründe für die ein­geschränkte politische Freiheit der chinesischen Bürger­_innen zusammen­ge­tragen.

Das Kotzende Einhorn weist auf die skurrille Bericht­erstattung der BILD hin, die auf investigativ-journalistische Art und Weise frauen­ver­achtende Struk­turen im Autonomen Zentrum Kalk aufdeckte. Dass das Autonome Zentrum lediglich kritisch mit dis­kriminierenden Struk­turen umgeht und an­erkennt, dass diese auch in einem herr­schafts­kritischen Raum kaum weg­zudenken sind, hat die BILD nicht verstanden. Und dass gerade die BILD auf Sexismus auf­merksam macht, setzt der Ge­schichte noch die Kro­ne auf.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Web­sphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutsch­sprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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The Ada Initiative, Vergewaltigungsmythen und Christina Street Day – die Blogschau

12. März 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 99 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Diese Woche hat uns vor allem der 100. Frauenkampf- und Feminist_innentag beschäftigt. Einige Texte dazu findet ihr rechts in unserem Dossier. Die Buttkicking Babes stellten zum Jubiläum Frauen vor, “die die Filmgeschichte rockten.” Juliane Wiedemeyer hat sich die Bebilderung der medialen Berichterstattung vorgeknöpft.

Elke Brüns vom Gespenst der Armut führte mit Barbara Unmüßig, Mitglied im Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, ein Interview über weibliche Armut. Sehenswert!

Das Missy Magazine weist noch einmal ausführlich auf das Raw/War-Netzprojekt hin mit der Aufforderung, sich daran zu beteiligen.

Heterosexuelle Beziehungen und deren konstruierte Normalität bringen auch die Kinder von Frau Ziefle ins Grübeln.

Susen Werner hat ihre Diplomarbeit über Vergewaltigungsmythen verfasst. Die Denkwerkstatt befragte sie zu ihren Ergebnissen.

Queernews.at berichtet, dass der südafrikanische Schauspieler, Schriftsteller und Radiomoderator Frank Malaba die Initiative “It will get better Africa” gestartet hat, um “Menschen zu zeigen, dass es in Afrika LGBT-Menschen gibt, die ein positives Leben in relativer Freiheit leben”. Das Vorhaben orientiert sich an der Kampagne “It gets better“.

Welche inneren Konflikte die tägliche Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen mit sich bringen, schreibt Sideglance auf.

Über sexualisierte Übergriffe, mit der sich eine Messe-Hostesse konfrontiert sehen muss, berichtet The Critical Witness.

Der Münchener CSD wird dieses Jahr in “Christina Street Day” umbenannt, um sich solidarisch mit Lesben zu zeigen, die in der homosexuellen Community oft nur mitgemeint oder gänzlich ignoriert werden, wenn es um politische Forderungen und Aktionen geht. Schwule Männer protestierten vehement gegen diesen einmaligen Umbenennungsakt, ergossen sich zum Teil leider auch in antifeministischen und frauenfeindlichen Tiraden, weiß allophilia.

Helga weist in ihrem Blog auf die Ada-Initiative hin, eine Umfrageaktion, um Frauen in der Open Technology Szene sichtbar zu machen. Anne Roth stellt das Projekt ausführlich vor und bei Vera Bunse gibt’s das Ganze in englischer Sprache. Mitmachen!

Zum Schluss noch der Hinweis auf feministische Termine im März, der 8. März war schließlich keine einmalige Aktion!

Die Mädchenmannschaft freut sich jederzeit über Links zu spannenden Blogs und Texten. Eigenlob ist ausdrücklich erwünscht. Nutzt dazu die Kommentarfunktion oder unser Kontaktformular!


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Rassistische Pornos und queere Ermächtigung – die Blogschau

27. November 2010 von Nadine
Dieser Text ist Teil 69 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Philipp Khabo Köpsell, ein afrodeutscher Spoken-Word-Künstler und Autor von “Die Akte James Knopf“, einer ‘poetischen Verhandlung afrodeutscher kultureller Identität’ (Klappentext), betreibt zu seinem Buch ein ausgesprochen tolles Blog. In seinem aktuellen Beitrag nimmt Philipp sogenannte Interracial-Pornos und rassifizierte sexuelle Vorlieben unter die postkoloniale Lupe.

Theoretische Diskussionen über “das Internet” drehen sich momentan häufig um Netzneutralität und das (gewollte) Ende der Privatsphäre. Dass das zuweilen ein sehr privilegierter Diskurs ist, zeigt der Aspekt, den Anne Roth auf ihrem Blog anspricht: Wer stellt eigentlich uns eigentlich den Background Verfügung, mit dem das freigeistliche Sinnieren über Netzutopien überhaupt erst möglich wird?

Egal, ob offenes Geheimnis oder streng gehütete Büchse der Pandora: Menschen entscheiden selbst, vor wem und in welchem Rahmen sie ihre sexuelle Identität öffentlich machen. Warum Zwangsouting immer uncool ist, schreibt Nele Tabler auf.

Work-Life-Balance und Vereinbarkeitsmodelle gehören zu den großen Themen der Geschlechterdemokratie, doch außer Spesen nichts gewesen? ”Kurz und gut: Es gibt keine „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, konstatiert Antje Schrupp.

Die Nichtregierungsorganisation Intersexuelle Menschen e.V. hat ihren Schattenbericht zum UN-Sozialpakt eingereicht. Auf 39 Seiten stellt der Parallelbericht zur Bundesregierung an die UN fest: Menschenrechtsverletzungen und (institutionelle) Diskriminierung von Intersex-Menschen gehören in Deutschland zur Tagesordnung.

Postmigrant_in? Migrant_in der x-ten Generation? Migazin geht der Frage noch, was eine migrantische Identität ausmacht und nimmt noch einmal Bezug auf die aktuelle “Integrationsdebatte”.

Genderbender, Trans*, Queers, Geeks, Nerds, Frauen, Butches, Femmes, Männer, Lesben, Boytoys, Feminist_innen, Schwule, alle und solche, die auf Bezeichnungen pfeifen: Das Gendercamp geht in die nächste Runde. Im Mai 2011 gibt es die zweite Ausgabe des kollektiven Karaoke-Clashs mit Tischtennis, Bauernhof und Club Mate. Auch die Mädchenmannschaft wird  nach einem erlebnisreichen Trip 2010 im kommenden Jahr wieder dabei sein! Wer jetzt schon mitorganisieren und sich einbringen will, meldet sich einfach in der Mixxt-Community an.

Wir haben hier bereits über die Kampagne “It get’s better” berichtet, die queeren und homosexuellen Jugendlichen Mut machen soll. Reteaching Gender and Sexuality von Put this on map wirft ein anderes Licht auf die Zwänge von Heteronormativität und Queerphobie.

Reteaching Gender and Sexuality from PUT THIS ON THE MAP on Vimeo.

Zum Schluss noch ein Terminhinweis, der sich ausschließlich an Schwarze Menschen, Migrant_innen und People of Colour richtet. Es gibt noch freie Plätze für einen viertägigen Empowerment-Workshop des Antidiskriminierungs- netzwerkes Berlin des TBB im Dezember. Die Anmeldefrist wurde bis zum kommenden Montag verlängert.

Alle weiteren Termine für Dezember folgen in den kommenden Tagen! Stay tuned!


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Linksammlung

9. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 77 von 153 der Serie Kurz notiert

In ihrer ersten Gleichstellungsrede macht die CDU-Frauenministerin Kristina Schröder (ehemalige Köhler) laut der taz deutlich, was sie von Quoten hält: so wenig wie von Cortison.

Die Debatten um die fortbestehenden geschlechterspezifischen Ungleichheiten in der Gesellschaft werden von zwei Begriffen geprägt, die scheinbar in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen: “Patriarchat” und “heteronormative Matrix”. In der Jungle World kann man zwei Positionen nachlesen: “Kampf dem strukturellen Patriarchat!” und “Kampf der heteronormativen Matrix!

Das bis dahin nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Groeben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurde in May-Ayim-Ufer umgenannt. May Ayim war eine Dichterin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.

Auf DieStandard.at wird von einer Studie aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota berichtet, die ergab, dass sich 21% der Freier in die Prostituierte verlieben, mit der sie sich eingelassen haben und 23% immer wieder diese eine Frau aufsuchen. Umgekehrt gaben 50% der Prostituierten an, sie hätten sich bereits einmal in einen Freier verliebt.

Auf Sociological Images werden gerade Stereotype thematisiert, die in vielen (westlichen) Ländern über asiatische Frauen (als vermeintlich kulturell homogene Gruppe) herrschen: “The Submissive Asian Sterotype“.

Der Spiegel berichtet: Im Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern in katholischen Einrichtungen gibt es jetzt auch Vorwürfe gegen ein Kinderheim der Berliner Hedwigschwestern. Ein Opfer sagte im ZDF: “Man hört immer nur von den Priestern, dabei waren’s doch die Nonnen genauso.” Im Selbermach-Sonntag verlinkte Ben das zugehörige ZDF-Video.

Seit Donnerstag können in Mexiko-City gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben schließen, so die Washington Post. Die Stadt kann ihre eigenen Gesetze erlassen und hat im ansonsten streng katholischen Mexiko mit liberalen Entscheidungen für Kontroversen gesorgt. So wurden Abtreibungen im ersten Trimester erlaubt und die Scheidung ohne Schuldfrage eingeführt. Mit 50% der Einwohner_innen sind die Befürworter_innen der gleichgeschlechtlichen Ehe auch deutlich mehr als die Gegner_innen (38%). Bisher waren nur eingetragene Partnerschaften erlaubt.

Eine britische DJane rockt gerade die französische Party-SzeneRuth Flowers ist 69 Jahre alt!

Im britischen TV lässt die Repräsentation von Frauen zu wünschen übrig. Der Guardian berichtete von einer Studie, nach der Männer 65% aller Auftritte auf den Kanälen bestreiten. In Soap Operas ist das Verhältnis noch ausgeglichen, in den Nachrichtensendungen sind dagegen deutlich weniger Frauen zu sehen. Und wenn, dann meist zu den „weichen” Themen Gesundheit oder Kultur.

Auf broadsheet@salon schreibt Judy Mandelbaum über polnische Abtreibungsgegner_innen, die Abtreibung mit Faschismus gleichsetzen. In Poznan steht auf einem riesigen Plakat neben dem Gesicht von Hitler zu lesen: “Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Hitler eingeführt.”


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Rockstars aufgepasst: Thomann Fail

8. März 2010 von Magda

Bist du eine Musikerin und suchst einen Verstärker für deine E-Gitarre? Tja, dann ist der Engl Thunder 50 Combo wohl nichts für dich. Wenn du bei Thomann einkaufen willst, musst du schon mindestens ein cooler, männlicher und heterosexueller Rockstar sein.

Achtung: Sexismus und Heteronormativität Deluxe.

Combo oder Topteil? Bei dieser Fragestellung driften die Meinungen der verschiedenen Lager weit auseinander und für nicht wenige Gitarristen wird sie zur Glaubensangelegenheit. Der coole Rockstar vor seinem turmhohen Fullstack wird den Combo-Spieler entweder zum Anfänger, Mucker oder schlimmstenfalls Jazzer degradieren. Der aber wiedrum hält sich für ziemlich clever, denn während der Fullstack Spieler nach dem Gig die Stagehands mühsam überreden muss, ihm beim Verfrachten seiner Anlage in den Leihbus zu helfen – ein PKW ist definitiv zu klein – sitzt Mr.Combo bereits beim zweiten Bier an der Theke und schäkert mit den Damen aus der ersten Reihe. Er hat relativ gemütlich sein Equipment selbst abtransportiert: die Gitarre im Gigbag auf dem Rücken, das Effektboard in der linken und den Combo in der rechten Hand. Dass dieser Mann bei seinen Mitmusikern häufig der Beliebtere ist, das versteht sich von selbst.

Thomann freut sich bestimmt über E-Mails unter info@thomann.de.

Danke @Tinitus für den Link.


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