Einträge mit dem Tag ‘Hebammen’


Historische Drag Kings, safere Sextipps, eindimensionale Medienschablonen – die Blogschau

29. März 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 240 von 259 der Serie Die Blogschau

Wichtige Geschichte(n): Das ButchBlog über “historische Drag Kings in den USA“.

Was an der verharmlosenden Berichterstattung über die Hebammenkrise falsch und problematisch ist, fasst Anja bei Von guten Eltern zusammen. Dazu auch noch passend: Auf der Seite selbstgeboren.de werden Geburtsberichte von Personen gesucht, die eine “kraftvolle und selbstbestimmte Geburt erlebt haben” haben. Nicole analysiert auf literatier, welche fraglichen Bilder durch diesen Aufruf (und dem Diskurs um “selbstbestimmte, natürliche Geburten”) transportiert und verstärkt werden.

Über Safer Sex für Trans*-Menschen (und andere) gibt es viel zu lesen und verlinkt bei wunder2welt.

Auf unregelmäßige Gedankensplitter wird dargestellt, warum (queer_)feministisches Wissen gespeichert werden sollte. Der Artikel ist Teil einer längeren (geplanten) Serie zum warum und wie des Archivierens von feministischen Wissen.

Einen Mangel an sexueller Bildung und was partriarchale Strukturen und die Pille danach damit zu tun haben, beschreiben Franziska Barth und Anna Wegricht bei wildwuchsutopien.

Steinmädchen schreibt über das beklemmende Gefühl des Kontrollverlusts, wenn das Geld nicht reicht.

Bloggerin Katrin (Reizende Rundungen) hat dekaderei ein Interview gegeben – “über den persönlichen als auch kollektiven Kampf gegen Fatshaming, das von “Frauenzeitschriften” propagierte Schönheitsideal, die Zerschlagung von Mode und Körperregime und ihren Umgang mit anonymer Hate-Speech”.

“Warum wir auf diese Art Bezeugungen verzichten können, bei denen sich weiße Hetero-Männer für möglichst viel Publicity gegenseitig dafür auf die Schultern klopfen, wie unfaßbar fucking tolerant sie sind, ja, ganz von sich selber gerührt, ohne zu checken, dass genau diese Kultur das Problem stärkt, vom dem sie sich so stolz abheben wollen” erklärt Eve Massacre auf Breaking The Waves.

Hilfreiche Tipps wanted: Das FemCamp Wien braucht eine Location! 120 Leute sollen sich am 20. und 21. Juni in Wien zur feminstischen Vernetzung treffen können.

Die österreichische feministische Online-Zeitschrift diestandard (von der Mädchenmannschaft sowohl häufig verlinkt als auch kritisiert) steht angesichts drohenden Ressourcen-Entzugs vor dem Aus. Was das bedeutet, erklärt Lea Susemichel in der an.schläge.

(Post-)Schwangere Körper in den Medien – aufZehenspitzen bietet eine gruselige Zitatezusammenstellung.

Über “Neues zu schädlichen Arbeitsumfeldern in der IT-Branche” anhand der Beispiele GitHub und Mozilla schreibt Melanie bei femgeeks.

Kurzfristiger Demo-Tipp: Eine Kneipe im Wrangelkiez in Berlin hat Schwarzen Menschen Hausverbot erteilt. Dagegen wird am Sonntag (morgen) um 17 Uhr demonstriert: Hier das Facebook-Event und der Demo-Aufruf der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (auf Englisch).

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Das Aus für viele Hebammen und Tipps für den Karneval – Die Blogschau

15. Februar 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 234 von 259 der Serie Die Blogschau

Seit Donnerstag steht eigentlich fest: Ab nächstem Sommer können Hebammen freiberuflich keine Geburten mehr begleiten. Warum und was das bedeutet, beschreibt Helga auf drop the thought.

Es gibt eine neue Folge des Podcasts heiter scheitern. In dieser geht es um das Leben als queere Pflegefamilie.

Die feministische Buchhandlung ChickLit in Wien hat ihren zweiten Geburtstag gefeiert. Sugarbox spricht mit den Macherinnen über das Eröffnen eines Buchladens, Amazon, schöne Erlebnisse und wie sie die Bücher auswählen, die in den Laden kommen. Und auch von uns: Nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Weiter geht es auch mit Büchern: Bei fembooks erschien eine Rezension zur Biographie von Johanna Elberskirchen, einer spannenden lesbischen, feministischen Aktivistin und Schrifstellerin, die von 1864 bis 1943 lebte.

“In der Zeit zwischen Silvester und Aschermittwoch gibt es dank der Faschings- bzw. Karnevalszeit wieder viel Alltagsrassismus zu bewundern. Egal ob das Motto “Arabische Nächte”, “Im afrikanischen Busch”, “Südseeidylle” oder “Der Zauber des Fernen Ostens” lautet – geht es um Verkleidungen, ist Rassismus nicht weit.”, heißt es bei danger bananas, wo es ein Leitfaden zur Kostümierung geliefert wird mit Ideen für all jene, deren eigene Kreativität sonst nur bis zum nächsten rassistischen Stereotyp reicht. (Das ganze garniert mit einer ordentlichen Prise Sarkasmus, nur die Betonung von “Verrücktheit” wäre eigentlich nicht nötig gewesen.)

Auf NaLos_MehrBlick gibt es Gedanken dazu, warum es wichtig ist, dass auch bei Spielzeugen Behinderungen repräsentiert werden.

Mind The Trap veröffentlicht eine Stellungnahme des Bündnisses kritischer Kulturpraktiker_innen zu der Tagung “Mind The Gap” und deren Evaluation.


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Girl Power, Genitalien und viele bunte Smarties – kurz verlinkt

16. Januar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 218 von 251 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links:

Im vergangenen Jahr vermutlich einer der Konsens-Ohrwürmer schlechthin: “I love it” von Icona Pop. “Elektropop mit einer Ladung Girl Power, genauso sollte er aussehen”, findet Hengame Yaghoobifarah in der taz.

Während “die Situation” der Hebammen noch seitens der Regierung aufgrund des hohen Protestes jetzt aber wirklich mal “beobachtet” wird, verschlechtert sie sich zusehends dramatisch: “Ab Juli soll die Haftpflichtversicherung der Geburtshelferinnen wieder einmal steigen: um 20 Prozent. Für die meisten ist das existenzbedrohend“, so die Freie Presse.

Smartiegate neu aufgewärmt: “Die Frage, ob die “Pille danach” künftig rezeptfrei abgegeben werden darf, zählt zu den Streitfragen der großen Koalition“, weiß RP Online. Und die schokoladene Facepalme der Woche geht hiermit an Jens Spahn.

Stellenausschreibung: Die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt sucht “eine/n Mitarbeiter/in Presse/Öffentlichkeitsarbeit”!

Termin: Am 23. Januar ab 18:00 hält Kübra Gümüsay in Duisburg einen Vortrag über “Inklusion & Intersektionalität im feministischen Netz! Ist Feminismus nur für privilegierte weiße Akademikerinnen?” Hier geht’s zum Facebook-Event.

englischsprachige Links:

Für die Zeitschrift Elle schrieb Janet Mock über die Genitalienfixiertheit, die Cis-Personen im Umgang mit Trans* Menschen oft an den Tag legen, über Entmenschlichung, und über die transformative Kraft, die mit Solidarität und Sisterhood einher geht.

Twitter_innen aufgepasst: Unter dem Hashtag #lifeofamuslimfeminist finden sich seit ein paar Tagen viele Erfahrungen, Rants oder Reflexionen muslimischer Feministinnen, die oftmals an viele Fronten gleichzeitig kämpfen müssen.

Golda Poretsky analysiert bei Body Love Wellness die Frage, warum “übergewichtige” Kinder so ein großes Thema sind und antwortet: weil das so viel einfacher ist, als über Kinderarmut zu sprechen.

Ms Afropolitan kritisiert die eindimensionale Darstellung von Winnie Mandela im Film “Long Walk To Freedom”, der neuen Biographie über Nelson Mandela.

The Advocate berichtet mit Fotos von der Einweihung des ersten israelischen Mahnmals für diejenigen, die von den Nazis wegen ihrer “sexuellen Orientierung” und Geschlechtsidentität verfolgt wurden, in Tel Aviv.

CeCe McDonald wurde kürzlich aus der Haft entlassen – warum sie dennoch nicht automatisch frei ist, erläutert Prison Culture.


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Der Koalitionsvertrag: Eine Geschichte von “beobachten”, “in den Fokus nehmen” und einem denkwürdigen Gedenktag

28. November 2013 von Charlott

CDU/CSU und SPD haben sich geeinigt. Jedenfalls deren Führungsriegen. Diese haben in den letzten Wochen einen Koalitionsvertrag verhandelt, der gestern vorgestellt wurde. Der Vertrag umfasst 185 Seiten und es werden viele Themebereiche angeschnitten. Hier werde ich einige Schlaglichter aufwerfen.

Allgemein lässt sich zusammenfassen: Wer_welche für den Staat nützlich ™ scheint, konservativere Wertvorstellungen vertritt und möglichst wenig abweicht von der “Norm”, wird irgendwie unterstützt. Sonst bleibt vieles schwammig, soll “in den Fokus” gerückt oder “beobachtet” werden.

Bis zum 12. Dezember können nun die SPD-Mitglieder noch bei einem Mitgliederbescheid über den Vertrag abstimmen.

(Lohn)Arbeit

Als großer Erfolg gefeiert: Es kommt eine Mindestlohnregelung. Doch was heißt das in diesem Fall wirklich? Zum einen greift die Regelung erst ab 2015 und dann auch nur für die Branchen, wo es bisher keine andere Regelung gibt.  Erst ab 2017 soll der Mindestlohn flächendeckend gelten. Mit einem Betrag von 8,50€. Dieser Betrag gilt heute schon als Niedriglohn, mit der Inflation wird er in vier Jahren noch weniger Wert haben. Es gibt natürlich Arbeitnehmer_innen, für die diese Regelung eine Verbesserung darstellt, trotzdem ist es keine revolutionäre Änderung.

Zum Thema Lohndifferenzen aufgrund von Geschlecht positioniert sich die Koalition zwar (“nicht zu akzeptieren”), formuliert dann aber kaum wirkliche Verpflichtungen, sondern fordert Firmen eben auf sich zu kümmern. Zum Quotenwitz schrieb ich ja bereits letzte Woche. Der bleibt bestehen.

“Gleichstellung”

Ja, viel ist von all den SPD-Versprechen nicht übrig geblieben. Großmündig postuliert die Koalition: “Wir verurteilen Homophobie und Transphobie und werden entschieden dagegen vorgehen.” Wie diese Regierung das machen möchte, verrät sie nicht. Stattdessen nimmt sie in den Vertrag auf, dass sie “das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sukzessivadoption zügig umsetzen”. Na ganz große Leistung, wie auch schon auf karnele bemerkt wurde.

Bezeichnend ist, dass im Abschnitt “Sexuelle Identitäten respektieren” nicht zu erst darauf hingewiesen wird, welche diskriminierenden_gewaltvollen Strukturen vorherrschen, stattdessen folgender vielsagender Fokus:  “Wir wissen, dass in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Werte gelebt werden, die grundlegend für unsere Gesellschaft sind.”

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(Weiterhin) Flüchtlingsproteste unterstützen und mehr im “Kurz notiert”

31. Oktober 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 171 von 251 der Serie Kurz notiert

Eine weitere Woche im “kurz verlinkt” und wir möchten euch weiterhin auf die andauernden Proteste von Flüchtlingen in Berlin und Frankfurt aufmerksam machen. Wenn es euch möglich ist, unterstützt bitte die Anliegen, verbreitet Informationen und helft vor Ort. Hilfreiche Links gibt es am Ende von Magdas gestrigen Artikel.

Schon vor zwei Wochen veröffentlichte Reuter online eine Bilderreihe und einen Text (auf Englisch) zu dem Protestmarsch der Flüchtlinge von Baden-Würtemberg nach Berlin.

Lana Wachowski, eine der Macher_innen hinter der Matrix-Triologie, hat eine Rede gehalten, in der sie von ihrem Aufwachsen als Trans*frau erzählt, dem Gefühl nirgends dazuzugehören und dem Aufgeben von einem Teil an Privatheit als bekannte Person um Sichtbarkeit zu schaffen. (Englisch)

Es gibt neues zum Thema Hebammen – und diesmal vielleicht endlich etwas erfreulicheres als sonst.

Beim Migazin wurden der Erfahrungsberichte zu racial profiling veröffentlicht, der erste unter dem Titel “Für mich ist die Polizei kein Freund und Helfer“. Gestern konnte dann wenigstens eine kleine gute Nachricht folgen: Nämlich, dass diese Praxis nicht mehr rechtlich erlaubt ist.

DieStandard berichtet über die sogenannte “Familialisierung von Pflegearbeit” und wie das besonders Frauen trifft.

In der gerade neu erschienen Zeitschrift an.schläge gibt es ein Interview mit der feministischen Aktivistin Rula Asad. Darin berichtet sie über die Frauenbewegung in Syrien, die sie im Aufschwung sieht. Das Gespräch gibt es auch online zu lesen.

Ganz viel tolle Musik gibt es auch endlich wieder auf die Ohren. Der neue Riot Grrrl Sampler hat seinen Weg ins Netz gefunden und begeistert (nicht nur) mit dem genialen Titel “mansplaining in the dancefloor“. Wie immer gibt es da ganz viele hervorragende Grrrl-Bands unterschiedlichster Genres zum freien Download – Da kann der Winter ja kommen.

An diesem Sonntag, dem 4.November jährt sich das öffentliche Bekanntwerden der NSU-Mordserie. Aus diesem Anlass findet in Berlin eine überregionale Demonstration unter dem Motto “Das Problem heißt Rassismus” statt:

Weitere Termine in Berlin und Göttingen  nach dem Klick:

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Über die „Kampagne zur Senkung der Kaiserschnittrate in Deutschland“

7. August 2012 von Anna

Ende Juni startete eine vom „Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psycho­therapie und Gesell­schaft e.V.“ (AKF) initiierte „Kampagne zur Senkung der Kaiser­schnitt­rate in Deutschland“, der Anstoß ging aus vom Runden Tisch „Lebensphase Elternwerden“. Dieser veröffentlichte eine Stellung­nahme zu Kaiser­schnitt­geburten, mit der Forderung, die Kaiser­schnitt­rate in Deutschland auf ein „medizinisch not­wen­diges Maß“ zu senken.

Nele Tabler, deren beide Kinder Anfang der Achtziger mittels Kaiser­schnitten zur Welt kamen, reagierte auf diesen Aufruf mit einem wütenden Blog­text. Wir haben mit Nele gesprochen und sie gefragt, warum sie mit der Kampagne des AKF unzufrieden ist und was sie sich stattdessen wünschen würde.

Nele, warum hat dich der Aufruf des AKF so geärgert?

Darüber habe ich selbst ein paar Tage nachdenken müssen und ich muss dafür ein bisschen ausholen.

Ein Nebenprodukt der Frauenbewegung in den Siebzigern ist die so genannte „sanfte Geburt“ gewesen. Weg mit der Herrschaft der vorwiegend männlichen Ärzte über gebärende Frauen, zurück zu den „weisen Frauen“, den Hebammen.

All das lief darauf hinaus, dass Kinder sanft geboren und ewig gestillt werden sollten und es irgendwie immer das Problem der Frauen war, wenn etwas davon nicht funktionierte. Die Frauen nicht entspannt genug waren, sich nicht so gut/intensiv vorbereitet hatten, wie es ihnen empfohlen worden war. Sie ihre unbewussten Ängste nicht richtig bekämpft hatten und was weiß ich noch alles.

Aber bei manchen hat das mit der „sanften Geburt“ doch sicher geklappt und zu schöneren Geburtserlebnissen geführt?

Alle Frauen, die ich kannte, alle Verfechterinnen der sanften Geburt, alle von der Theorie überzeugt, haben dann in der Praxis „versagt“. Eine Frau warf ihren Mann irgendwann aus dem Kreißsaal, nachdem er versucht hatte, mit ihr korrekt nach Lehrbuch zu atmen. Jahre später bezeichneten beide dieses Ereignis als den Punkt, an dem ihre Beziehung den ersten irreparablen Knacks bekam. Sie fühlte sich von ihm und der Hebamme regelrecht terrorisiert, während er die Welt nicht mehr verstand.

Ich war auch von den sanften Geburten überzeugt gewesen, u.a. weil ich beruflich und in der Verwandtschaft viel „Ärztemurks“ gesehen hatte. Doch nachdem das erste Kind bereits drei Wochen „übertragen“ war, die Herztöne „komisch“ wurden, all die Hausmittelchen, die Hebammen empfahlen, keinerlei Wirkung zeigten, blieb nur noch die Wahl, zwischen künstlicher Einleitung mit der Gefahr von Zange oder Saugglocke oder ein Kaiserschnitt.
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Kampf um weibliche Körper und Teenager, die was bewegen – kurz verlinkt

1. August 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 161 von 251 der Serie Kurz notiert

Am 22. September feiern wir in Berlin unseren 5. Geburtstag! Wenn ihr nicht aus Berlin seid, könnt ihr euch gerne Mit­fahr­gelegen­heiten oder Unter­künfte organisieren – entweder im Facebook-Event (die ersten Anfragen und Unter­kunfts­angebote gibt es schon) oder hier in den Kommentaren. Falls euch das zu öffentlich ist, könnt ihr uns auch eine E-Mail schreiben mit “Biete” oder “Suche” an veranstaltung[at]maedchenmannschaft.net.

Von wegen „keiner kümmert sich um die armen Väter ohne Rechte“. DieStandard.at spricht mit Mariam Irene Tazi-Preve über alleinerziehende Mütter ohne Lobby und eine erstarkende Vaterrechtsbewegung.

Ebefalls auf dieStandard.at: Ein Interview mit der Hebammenausbilderin Barbara Schildberger über den neuen „Stilldruck“ und den Kampf um die Selbst­bestimmung von Schwangeren und frisch-gebackenen Müttern. Dass weibliche Selbst­bestimmung über ihre Körper immer noch nicht selbst­ver­ständ­lich ist, zeigt ein Fall in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ohne ihre Ein­willi­gung wurden einer Krebs­patientin nicht nur einer, sondern gleich beide Eier­stöcke entfernt.

Welche Probleme Abtreibungsbeschränkungen machen können, zeigt sich derzeit in der Dominikanischen Republik. Einer krebskranken und schwan­geren 16-Jährigen wird bisher die Chemotherapie verweigert. Diese könnte zum (verbotenen) Ende der Schwanger­schaft führen – aus Angst vor möglichen Anklagen zögern die Ärzt_innen deshalb, so CNN.

Gruselalarm: Die taz berichtet über Anti­feminismus im italienisch-sprachigen Teil des Internets.

In Berlin-Kreuzberg geht die Gentrifizierung weiter. Eine die sich wehrt ist Nuriye Cengiz, die gerade erst eine rollstuhlgerechte Wohnung gefunden hat.

Diese Woche hatte außerdem einige ziemlich coole Teenager zu bieten. Die 17-Jährige Brittany Wenger hat ein Analyseprogramm entwickelt, dass die Brustkrebsdiagnose deutlich zuverlässiger macht. Drei Teenager aus New Jersey wollen bei der nächsten Fernsehdebatte der US-Prä­si­dent­schafts­kandidaten mindestens eine Moderatorin dabei haben. Und haben über 117.000 Unterschriften dafür gesammelt.

Seit einigen Jahren schon wurde statt über Larry Wachowski („Matrix“) über Lana Wachowski geschrieben. In der Werbung zu ihrem neuen Film „Cloud Atlas“ grüßt die Regisseurin nun neben ihrem Bruder und Tom Tykwer erst­mals ganz offiziell als Lana, berichtete die Huffington Post.

Noch ein Interview: Das Magazin der Süddeutschen Zeitung sprach mit der KZ-Überlebenden und späteren Professorin Ruth Klüger, die sich auch als „Feministin aus Notwendigkeit“ bezeichnet.

In Berlin hat letzte Woche das Ruby Tuesday Hip Hop und Rock Camp statt­ge­funden – der Tagesspiegel hat’s aufgeschrieben.

Um Frauen in der IT-Branche ging es im Sommerrätsel von Heises Hal Faber. Insgesamt zehn Frauen wurden gesucht – und gefunden.

Durch Waffen im Haus erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen ge­tötet werden (englisch). Besonders, wenn es in der Partner­schaft bereits zu häus­licher Gewalt kam.

Neue, erweiterte Beratungszeiten für Frauen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden, bietet der Verein Trotz Allem in Gütersloh nun an.

Termine und ein Praktikum in Berlin und Wolfenbüttel nach dem Klick: (mehr …)


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Unsichtbare Sportlerinnen und das „natürliche Rasierbedürfnis“ – kurz verlinkt

12. Juli 2012 von der Mädchenmannschaft

Athletinnen aus Saudi-Arabien und die Olympischen Spiele: letzte Woche berichtete die Washington Post von der Angst, der internationale Druck könnte zu Repressionen führen. Inzwischen scheint es aber, als ob doch keine Athletin mitkommt. Das Frugivoremag nahm die Kritik an den Körpern Schwarzer Athletinnen unter die Lupe.

Die Hebammen konnten nun schon mal einen Teilerfolg erzielen: Die letzte Erhöhung von 15 Prozent der Haftpflichtbeiträge wird von den Kranken­kassen getragen. Anders als auch die Sprache der tagesschau-Meldung suggeriert, werden damit aber nicht die massiven Steigerungen der letzten Jahre von 200 Prozent ausgeglichen, warnt Hebammen für Deutsch­land. Bei den Honoraren gibt es auch weiterhin keine Einigung!

“[W]ie die Jungle World ein erneutes Tief an propagandistischen Journalismus erreicht und die Kritik an Pinkwashing mit plumpen Lügen, bewussten Auslassungen und Manipulation von Fakten zum Verstummen zu bringen will”: Darüber haben Yossi und Liad für linksunten letzte Woche einen sehr guten Text geschrieben, in dem es um Pinkwashing geht.

Ein Hinweis auf eine ganz merkwürdige Werbemaßnahme von Gillette: Frauen und ihr “natürliches Bedürfnis zur Rasur”. Häää? Außerdem total beknackt: Zwei Männerparkplätze im Schwarzwald.

Chella Quint spricht im TEDx Talk über Menstruation, sexistische Werbung und die Botschaften, die diese über das Menstruieren in den letzten 100 Jahren verbreitet haben: Scham.

„Frauen erhalten mehr Medikamente für die Seele, Männer mehr für den Körper. Im Ver­ord­nungs­ver­halten von Ärztinnen und Ärzten wirkten ein­ge­fahrene Geschlechter­rollen fort.“ Die Ärztezeitung über die unter­schied­lichen Medi­kamente, die Männer und Frauen verschrieben werden.

Die ISD (Initiative Schwarzer Menschen Deutschland e.V.) hat eine neue Hompage.

Absurde Transphobie hat ein schwedischer Richter gerade gezeigt. Er sprach einen mutmaßlichen Vergewaltiger frei, weil sein Opfer eine Transfrau war, berichtet queer.de. Die Absicht, eine Frau zu vergewaltigen, hätte nur erfüllt werden können, wenn es sich um eine biologische Frau gehandelt hätte.

Ein voller Terminkalender in Braunschweig, Leipzig und Halle, Trier, Köln, Heidelberg und Burg Lutter sowie eine Stellenausschreibung und ein Call for feminist films, nach dem Klick: (mehr …)


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Was passiert mit Deutschlands Schwangeren und Hebammen? Scheißegal.

28. Juni 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 46 von 55 der Serie Meine Meinung

Ich bin sauer. Seit einiger Zeit sitze ich an einem Text über die Situation der Hebammen. Deren Haftpflichtprämien werden am 1. Juli nämlich wieder einmal steigen und wieder einmal gibt es aus der Politik nur laue Worte und bei den Einigungen mit den Krankenkassen nur Minischritte. Wie 2010 und 2011. Wieder einmal haben über 100.000 Menschen ihre Unterstützung bekundet, in einer aktuellen Campact-Kampagne. Wieder einmal wird das nichts bringen, wie zuletzt die bis heute erfolgreichste Massenpetition folgenlos blieb. Was wieder einmal heißt: Frauen sind der deutschen Politik scheißegal.

Da redet die Familienministerin wieder und wieder von Wahlfreiheit. Aber wenn es um die Gestaltung der Geburt geht, um die Wahl zwischen Kranken­haus, Geburts­haus und Hausgeburt, dann ist Ende mit der Wahl­freiheit. Dass die Wege für die Schwangeren immer weiter werden ist genauso egal, wie die Tatsache, dass die Hebammen in den Krankenhäusern völlig überlastet sind. Ja, hm, Nachfrage nach 1:1 Betreuung ist da, müsste man was tun. Tut dann aber niemand. Ordentliche, ver­trauens­volle Begleitung von Müttern und Neu­ge­borenen bei der Geburt: scheißegal.

Wieder einmal geht es um die Bezahlung und Anerkennung eines typischen Frauenberufs. Schöne Worte und fehlende Unter­stützung durch wechselnde Ge­sundheits­minister zeigen da vor allem, wie scheißegal ihnen diese Frauen sind. Auch der Spitzen­verband der Kranken­kassen erdreistet sich noch, das jahrelange Ver­schleppen der Einigungs­pro­zesse damit zu begründen, dass Hebammen so wichtig für Schwangere seien. Wollt ihr uns verarschen?

Seit zwei Jahren schreiben wir nun schon darüber und es ist jedes Mal das Gleiche. Hebammen geben ihren Beruf auf, Schwangere haben es immer schwieriger und passiert ist – nichts. Seid doch einfach ehrlich, liebe Politik und liebe Kranken­kassen. Hier geht’s um Frauen und ihre Körper und ihre Arbeit. Und die sind auch 2012 weiter Gedöns. Oder einfach: Scheißegal.

Morgen, am 29. Juni demonstrieren schwangere Frauen und Hebammen vor dem Berliner Kanzleramt (und freuen sich natürlich über zahlreiche Unterstützung).


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Erdrückender Stillstand bei den Hebammen

4. Mai 2012 von Helga

Morgen ist wieder der Internationale Hebammentag – allerdings ließe sich dieses Jahr der Text von letztem Jahr zu den politischen Entwicklungen 1 zu 1 übernehmen. Getan hat sich seitdem leider nichts, genau wie es bereits vor einem Jahr zu vermelden war. Dass bereits immer mehr Hebammen die Geburtsbegleitung aufgegeben haben und kleine Städte ihre Geburtsstationen schließen reicht in Deutschland nicht aus, um politische Prozesse in Gang zu setzen. Wahlfreiheit heißt schließlich nicht, auch wirklich Wahlmöglichkeiten zu haben. Auch die bisher erfolgreichste deutsche Petition mit fast 190.000 Unterschriften führte zu nichts.

Zum Juli steht nun eine weitere Erhöhung der Haftpflichtsätze an und die Entwicklung der letzten Jahre könnte sich noch einmal beschleunigen. Immerhin: Eine Sache ist in der letzten Woche dann doch passiert. Einem Werbeunternehmen war das Bild eines Neugeborenen zu eklig, so dass die Firma sich weigert, das Bild aufzuhängen. Dass einem Baby die Nabelschnur hochgehalten wird und es in der Luft zu schweben scheint, bildet zwar die Situation der Hebammen derzeit treffend ab, ist am Ende aber vielleicht zu passend. Dabei ist das Mädchen nur noch mit etwas sogenannter Käseschmiere bedeckt, Blut ist keines zu sehen. Wenn es um Geburten geht, gilt in Deutschland also weiter: Augen zuhalten, Finger in die Ohren stecken und bloß nicht drüber sprechen.

Einem neugeborenen Mädchen, noch bedeckt mit einer weiß-gelben Paste, der Käseschmiere, wird die Nabelschnur hochgehalten, so dass es in der Luft zu schweben scheint.

Wer das ändern möchte, kann morgen in einigen Städten ein weiteres Mal auf die Straße gehen.


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