Einträge mit dem Tag ‘Haltung statt Posen’


Gendern, kentern, Schiff ahoi!

5. März 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 24 von 24 der Serie Meine Meinung

Liebe Piratenpartei,

alles fing so gut an. Endlich eine Partei, die mich versteht. Ich habe die Petition gegen das Zugangserschwerungsgesetz unterschrieben, mit gegen die Vorratsdatenspeicherung geklagt und beim Schreiben dieser Zeilen frage ich mich, in welchen Datenbanken diese Informationen wohl landen. Doch schon vor der Bundestagswahl zeigte sich, dass wir in Sachen Feminismus nicht d’accord gehen.

Nun ist einige Zeit ins Land gegangen. Das Zugangserschwerungsgesetz ist da, soll aber nicht angewendet werden, die Vorratsdaten werden (erstmal) wieder gelöscht, die Datensammelwut überall anders geht weiter – und ihr kommt wieder nur mit dem „Gedöns” in die Medien. Wie oft musste ich lesen „wenn Feministinnen was ändern wollen, dann sollen sie doch in die Partei kommen und mitarbeiten.” Dann kommen sie in die Partei und wollen mitarbeiten, und da heißt es auf einmal „ihr dürft gerne mitarbeiten, aber bitte nicht so”. Die viel beschworene Offenheit war nicht zu sehen, statt dessen wurde versucht zu löschen was nicht gefiel und mit Parteiausschluß gedroht.

Was war passiert? Unter dem Motto „Klarmachen zum Gendern” hatte Piratin Lena Simon eine Mailingliste nur für Piratinnen gegründet und ohne weitere Absprachen schon mal eine Pressemitteilung rausgeschickt, allerdings auch nicht im Namen der Partei.

Wenn die #piraten mal in derselben Empfindlichkeit auf ihre Rechtsauslegr reagieren würde wie auf die Fraueninitiative

schrieb Jens Scholz und war mit diesem Gedanken nicht der einzige. Trotz wiederholter unautorisierter Klogriffe hatte es bei Stefan „Aaron” Koenig fast schon ewig gedauert, bis der Ausschluß drohte. Und erregte hier die Begrenzung auf Frauen noch Ärger, vergaßen viele, dass die AG Männer ihre Webseite bisher auch mit Passwort schützt.

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Ägypten: die Notwendigkeit eines Gesetzes gegen sexuelle Belästigung

3. März 2010 von Magda

DieStandard.at veröffentlichte heute einen Artikel zur Notwendigkeit einer Gesetzgebung gegen sexuelle Belästigung in Ägypten. Diverse Gesetzesentwürfe werden aktuell im ägyptischen Parlament diskutiert.

Während einer Aktion gegen sexuelle Belästigung in Kairo: Auf dem Bild steht "Wo is der Respekt?" (c) Cris Bouroncle : AFP

Die Diskussion über jene Gesetzgebung wurde u.a. auf Grund einer Studie aus dem Jahre 2008 ins Rollen gebracht, in der 2.000 Ägypter_innen und 109 Ausländerinnen zum Thema sexuelle Belästigung befragt wurden. Die erschreckenden Ergebnisse: 83% der befragten Ägypterinnen gaben an, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein. Über die Hälfte behauptete, dass Belästigung Teil ihres Alltags seien. Von den befragten Ausländerinnen gaben 98% an, sexuelle Belästigung erfahren zu haben. Die US-amerikanische Regierung warnte gar ihre Bürgerinnen, nicht ohne (männliche) Begleitung auf ägyptischen Straßen unterwegs zu sein.

Besonders verstörend ist das Ergebnis, dass rund 62% der Männer sogar offen zugaben, Frauen sexuell belästigt zu haben und 53% befanden, dass Frauen dies durch Kleidung selbst herausgefordert hätten und sie die Aufmerksamkeit in Wirklichkeit doch “genießen” würden.

In einem Artikel auf TheNational.ae wird darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, sexuelle Belästigung genau zu definieren, um den Rahmen, was nicht erlaubt sein sollte, klar im Gesetz verankern zu können.

‘We need to redefine the meaning of sexual harassment, which is lacking in Egypt’s current criminal code, and include sexual harassment in the workplace – not only in public places – and transportation, and mobile and internet sexual harassment as well,’ said Mohammed Khalil Qoueita, the deputy of parliament’s foreign affairs committee, who is behind the new law.

(Zu deutsch: “Wir müssen die Bedeutung von sexueller Belästigung neu definieren, was zur Zeit noch in Ägyptens Strafgesetzbüchern fehlt. Dies beinhaltet sexuelle Belästigung auf dem Arbeitsplatz – nicht nur auf öffentlichen Plätzen – in öffentlichen Verkehrsmitteln und ebenso die sexuelle Belästigung im Internet”, sagte Mohammed Khalil Qoueita, Vertreter des Komitee für Außenangelegenheiten des Parlaments.)


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Die schöne Mutter

3. März 2010 von Erna
Dieser Text ist Teil 17 von 17 der Serie Muttiblog

Die letzten Kolumnen drehten sich vor allem um das Bild der “guten Mutter”, das durch viele Köpfe geistert und Mütter mit Erwartungen überfrachtet. Aber ein noch viel subtileres und gemeineres ist das der “schönen Mutter”.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

In meinem Rückbildungsgymnastikkurs waren etwa sechs Frauen. Gefragt, was sie sich von der Rückbildung erhofften, sagten die meisten: “Einen strafferen Bauch”. Dass es hierbei vor allem um einen straffen Beckenboden geht – das interessiert erst einmal keine. Nein: Viel wichtiger ist es, dass dieses “derangierte” Körpergefühl wieder weg geht. Denn die meisten Frauen haben nach Schwangerschaft und Geburt leider keinen Körper, mit dem sie gleich wieder eine Victoria-Secrets-Fashion-Show laufen könnten.

Manche Frauen – und zu ihnen zähle ich – haben so einen Körper leider auch nach etlichen Monaten oder Jahren nicht wieder. Uns kann aber zum Glück heute geholfen werden, wie mir eine Werbung für plastische Chirurgie in der S-Bahn offerierte: “Straffer Bauch – auch nach der Geburt!” und entsprechende Klinik – hier in Berlin. Vielleicht sollte ich meine Familie einmal fragen, ob sie mir diesen Wunsch nicht auch einmal erfüllen können – so wie es diese Familie für ihre Mutter tat:

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Wer war… Sophie Scholl?

22. Februar 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 8 von 9 der Serie Wer war eigentlich …

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 geboren und heute vor 67 Jahren ermordet. Sie kämpfte im Zweiten Weltkrieg als Teil der Widerstandsgruppe “Weiße Rose” gegen den Nationalsozialismus.

Quelle: www.aworldtowin.net

Aufgewachsen mit vier Geschwistern trat die künstlerisch begabte Sophie mit zwölf Jahren anfangs noch euphorisch dem “Bund deutscher Mädel” bei. Bald wendete sie sich jedoch von der Hitlerjugend ab, u.a. beeinflußt von ihrem Vater, der der Propaganda Hitlers kritisch gegenüber stand.

Im Juni 1942 nahm Scholl ihr Studium der Biologie und Philosophie in München auf und begann, sich auf Grund ihres gewachsenen politischen Interesses anfangs zum Unmut ihres Bruders Hans Scholl in der “Weißen Rose” zu engagieren.

Kern der “Weißen Rose” waren neben den Geschwistern Scholl noch drei weitere Münchner Studierende – Willi Graf, Christof Probst und Alexander Schmorell – und ihr Mentor und Professor Kurt Huber. Sie verteilten in den Jahren 1942/43 sechs Flugblätter und initiierten mehrere Aktionen gegen das NS-Regime. Die Flugblätter riefen zum Widerstand gegen die Politik Hitlers auf und forderten das Ende des Massenmordes.

Bei der Verteilung des sechsten Flugblatts wurden die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 in der Münchner Universität beobachtet und verhaftet. Vier Tage später wurden beide zum Tode verurteilt und am gleichen Tag hingerichtet.

Auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) kann man Auszüge der Verhörprotokolle von Sophie Scholl nachlesen. Das Flugblatt #5 finder ihr hier.

Sophie Scholl wurde 22 Jahre alt.


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Mentales Selbstverteidigungstraining

11. Februar 2010 von Susanne
Dieser Text ist Teil 29 von 31 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

MELDUNGEN-AUS-DEM-EXIL.noblogs.org

Wie heißt du?
Élise Hendrick

Seit wann bloggst du?
Ich schreibe, seit ich einen Füller in der Hand halten kann. Ich habe online schon (ziemlich vergessenswerte) Texte veröffentlicht, als das Internet noch neu, der Schröder noch Hoffnungsträger und “Blog” noch eine lautmalerische Darstellung des Erbrechens war. Meine derzeitigen Blogs (englischsprachige Politsachen bei lifeaftergonzales.blogspot.com, Lyrik bei versivitalotta.noblogs.org, deutschsprachige Polittexte bei meldungen-aus-dem-exil.noblogs.org) führe ich seit ca. 1 bis 4 Jahren. Am neuesten sind die beiden deutschsprachigen Blogs.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich schreibe eigentlich v.a., weil ich irgendetwas loswerden will oder dafür sorgen will, dass etwas Anderen bekannt wird, was sonst keiner erfahren würde. Meistens sind beide Faktoren dabei. Ich habe in einem meiner meistgelesenen Texte mal geschrieben, dass die Satire (aus der Meldungen aus dem Exil mittlerweile zum größten Teil besteht) ein “geistiges Abführmittel” ist. Von morgens bis abends hört, sieht und liest man jeden nur erdenklichen Scheiß – mal sollen Nacktscanner unsere Privatsphäre schützen, mal soll die Ostgrenze der BRD am Hindukusch liegen – und das häuft sich dann langsam. Die Satire lässt das Publikum wissen: Ihr seid nicht bescheuert, die haben einen an der Waffel. Dadurch kann die sonst unvermeidliche Schädelexplosion verhindert werden.

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Aufruf zur Unterstützung des Autonomen Frauenreferats an der Uni Gießen

6. Februar 2010 von Magda

Gerade erreicht uns ein Aufruf zur Unterstützung des Autonomen Frauenreferats der Universität Gießen (pdf), welches massiv in seinem Stimmrecht und damit in seinem Mitspracherecht beschnitten werden soll. In dem Aufruf heisst es:

Hintergrund ist das Vorhaben des Studierendenparlaments der Justus-Liebig-Universität Gießen, sich eine neue Satzung zu geben – in dieser sollen die autonomen Referate zwar erwähnt werden, aber ihr Stimmrecht soll gravierend eingeschränkt werden. Bisher durften die Referentinnen (für das autonome Frauenreferat sind derzeit drei Referentinnen aktiv) noch mit einer Stimme pro Person an Abstimmungen des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) teilnehmen, nun soll sich jedes Referat mit einer Stimme begnügen. (…)

Daher ruft das autonome Frauenreferat der JLU Gießen zur Unterstützung auf: „Wir wollen uns nicht geschlagen geben und auf ein Wunder hoffen, wir brauchen Menschen, die zur Sitzung am 11.02. kommen, wir brauchen Presse, die vor Ort und/oder breit darüber berichtet, wir brauchen euch für alles, was euch zur Unterstützung einfällt. Denn wir wollen keine Unterdrückung mehr für Frauen, die sich selbst vertreten wollen!“ so Karoline Klamp-Gretschel, autonome Frauenreferentin im AStA der JLU. (…)

Der Autonome Frauenrat macht darauf aufmerksam, dass die Beschneidung des Stimmrechts nur der “erste Schritt auf dem Weg zur Abschaffung der autonomen Referate” sei. Neben dem Frauenreferat zählen dazu auch das Schwulenreferat und das Referat für behinderte und chronisch kranke Studierende. “Die weitere Marginalisierung dieser Gruppen wäre ein Skandal und muss verhindert werden” so Sarah Rögl, AStA-Frauenreferentin seit 2007.


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Samstagabendbeat

30. Januar 2010 von Magda

Heute wird mal lyrisch gerappt: Und zwar mit Sookee!

SOOKEE a. k. a. QUING (King + Queen) ist…

* seit etwa sechs Jahren als Rapperin und seit drei Jahren als Slam-Poetin aktiv
* darauf aus, in ihren Texten ihre persönlichen Wahrheiten zu thematisieren, unter die Leute zu bringen, aber auch zu hinterfragen
* nicht zuletzt aufgrund ihres Studiums der Germanistischen Linguistik und Geschlechterforschung in der glücklichen Lage, HipHop aus soziologischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive zu betrachten und zu reflektieren
* in Workshops zu Rap, Slam Poetry und Kreativem Schreiben mit der ‘Jugend von heute’ im Dialog

Noch nicht genug? Kein Problem: Sookee tritt in nächster Zeit in Berlin, München und Dresden auf. Infos gibt’s auf MySpace und ihrer Homepage.


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Seid doch mal asoziale, aufgeblasene, narzistische Wichtigtuerinnen

22. Januar 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 22 von 24 der Serie Meine Meinung

Die Frage, warum Frauen trotz besserer Bildung, Mentoringprogrammen und gesetzlich verbotener Diskriminierung immer noch weniger erfolgreich seien, wird nun seit geraumer Zeit gestellt. Statt “Frauen wollen nicht erfolgreich sein, sondern lieber niedliche kleine Babies bekommen”, erklärte Clay Shirky kürzlich, Frauen könnten nicht erfolgreich sein, weil nur die wenigsten das Zeug hätten arrogante, selbstverherrlichende Fieslinge* zu sein.

They are bad at behaving like self-promoting narcissists, anti-social obsessives, or pompous blowhards, even a little bit, even temporarily, even when it would be in their best interests to do so. Whatever bad things you can say about those behaviors, you can’t say they are underrepresented among people who have changed the world.

Zu Deutsch: Sie sind schlecht darin, sich wie selbst-vermarktende Narzissten, asoziale Besessene oder aufgeblasene Angeber zu verhalten, nicht mal ein bißchen, nicht mal kurzzeitig, nicht mal wenn es in ihrem besten Intresse wäre, es zu tun. Was auch immer man an schlechten Dingen über solche Verhaltensweisen sagen kann, dass die unterrepräsentiert sind unter den Menschen, die die Welt verändert haben, ist es nicht.

Damit hat er unzweifelhaft recht – doch die Welt verändern heißt nicht zwangsläufig, etwas Sinnvolles zu tun, die Welt voranzubringen. Vielmehr verdanken wir auch die größten Desaster Menschen, die sich überschätzt haben. Das spektakuläre Versagen der Heimatschutzbehörde nach den Verwüstungen von Katrina hat beispielsweise einem Mann, verursacht, der den Job nicht aufgrund seiner Kompetenz bekam. Michael Brown ist auch ein Bekannter von George W. Bush, dem derzeit wohl besten Beispiel, was gnadenlose Selbstüberschätzung für katastrophale Folgen haben kann. Sein verzweifelter Versuch, den Diktator abzusetzen, an dem sein Vater einst gescheitert war, ließ ihn den Anschlag auf das World Trade Center missbrauchen und zu Lügen greifen. Nun haben wir zwei Staaten mit unnötigen kriegsähnlichen Handlungen, ein Ende ist nicht in Sicht, die Situation der Frauen oft noch schlechter als vorher.

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Jetzt mal konkret

13. Januar 2010 von Verena

Für alle, die sich seit der vergangenen re:publica Gedanken über weibliche und männliche Blogger machen, schubst Annalist noch mal das Argumente-Karussel an:

Seit ich mich im November über die Frage ausgelassen habe, warum in Deutschland wichtige Blogs nur von Männern geschrieben werden, steht der Gedanke im Raum, ob Deutschlands wichtigstes Blogger-Treffen auch mal mit dieser Frage konfrontiert werden soll

Wer über Pro und Contra diskutieren oder Ideen und konkrete Vorschläge einbringen will, der kann das dort oder in der Girls on Web Society tun. Der Call for Papers für die re:publica 2010 läuft noch bis Ende Januar.


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Gegenfragen auf Fragen: Candelilla

8. Januar 2010 von Barbara

Seit ein paar Jahren schon gibt es die Münchner Band Candelilla. Candelilla ist eine Gruppe, die auf Deutsch und Englisch singt und schreit und keine Scheu vor dem musikalisch unbequemen Weg hat, solange es der eigene ist. Nun haben die vier Frauen die erste CD veröffentlicht, “reasonreasonreasonreason”. Sandra Hilpold (Schlagzeug) und Rita Argauer (Klavier, Gesang) haben Zeit für Fragen.

In euerm Info schreibt ihr, euer Debütalbum “reasonreasonreasonreason” mache es sich nicht bequem. Was heißt das?
Rita: Die Songs neigen nicht dazu, in ihrer Struktur den nachvollziehbarsten Weg zu nehmen. Dies ist vielleicht vergleichbar mit Fragen, die mit Gegenfragen beantwortet werden, d. h. es wird zwar eine gewisse Richtung oder Emotion suggeriert, aber ein bequemes Daraufsetzen und Zurücklehnen wird zumindest beim ersten Hören nicht oder selten geboten.

Foto der Band Candelilla

Lina Seibold, Mira Mann, Rita Argauer, Sandra Hilpold (v.l.); (c) Candelilla

Und warum habt ihr den Songs keine Titel gegeben, sondern Zahlen – deren Kombination ich nicht ganz verstanden habe?
Rita: Die Zahlen ordnen die Songs chronologisch nach ihrem Entstehen (also “1″ ist der erste Song, den wir in dieser Besetzung geschrieben haben, etc.). Auf dem Album haben wir aber eine Abfolge gewählt, die für uns am schlüssigsten und am homogensten, oder auch einfach schönsten erschien, weshalb die Zahlen, die ja in dem Fall als Titel fungieren, auf den ersten Blick wirr zusammengewürfelt erscheinen.
Die Zahlen bieten als Titel einen hohen Grad der Abstraktion, da die Semantik einer Zahl gegen Null läuft. Diese so entstandene Offenheit fanden wir wichtig, um sowohl den verschiedenen Texten als auch dem Zuhörer in der Rezeption den nötigen Freiraum zu geben.

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