Einträge mit dem Tag ‘Häusliche Gewalt’


Rassistische Gesetze, “gleichgeschlechtliche” Ehe, Nobelpreisgewinnerinnen – kurz verlinkt

8. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 251 von 260 der Serie Kurz notiert

Heute feiern wir die 250. Ausgabe unserer wöchentlichen Reihe “Kurz Verlinkt” – Glitzerkonfetti :)!!!

deutschsprachige Links

Was machen Frauen auf der Bühne? Ganz klar: lieben! Um dann meistens ruckzuck zu sterben (Drama) oder zu heiraten (Komödie), während es anderen überlassen bleibt, sich an der Welt aufzureiben. Warum eigentlich? Die Debüt-­
Arbeiten von drei Nachwuchsregisseurinnen geben scheppernde Antworten auf die dröhnende Frage, wer warum welche Rolle spielt – nicht nur im Theater. Am 18., 20., 21. und 22. Oktober 2014 in Berlin im Ballhaus Naunynstraße.

Das Rollstuhlfräulein sucht im Bereich Social Media einen Job in einem Unternehmen in Bochum und Umgebung, das barrierefrei ist.

Angsichts der jüngst bekannt gewordenen Gewalttaten gegen Geflüchtete stellt die taz fest: “Das Bürgertum führt die Situationen herbei, in denen Gewalt ausgeübt wird, und zeigt dann auf die, die es zu diesem Zweck rekrutiert”.

Hendrik Cremer legt anhand von Rechtsnormen und Gesetzen in der BRD dar, warum verdachtsunabhängige Personenkontrollen nicht nur rassistische Polizeipraxis nach sich ziehen (racial profiling) und Rassismus gesamtgesellschaftlich stabilisieren, sondern auch bereits ihre festgeschriebene gesetzliche Legitimation im Kern rassistisch ist.

Am 3. Oktober wurden zwei Kneipen und deren Besucher_innen in Bonn von extrem rechten “Fußballfans” angegriffen.

#FergusonIsEverywhere: Jamie Schearer, Julius Franklin und Tahir Della von der ISD haben mit dem Freitag über Racial Profiling und alltägliche Diskriminierung in Deutschland gesprochen.

Die Süddeutsche berichtet aus den USA: Über­ra­schend hat es der Su­preme Court ab­ge­lehnt, über die Recht­mäßig­keit sog. gleich­ge­schlecht­licher Ehen in fünf US-Bundes­staaten zu ent­scheiden – da­durch blei­ben die Gesetze und somit die bestehenden Ehe(möglichkeite)n dort in Kraft.

Über die ak­tuel­le Aus­stel­lung der süd­afri­kani­schen Foto­grafin_Akti­vi­stin_Profes­sor­in Za­ne­le Mu­ho­li be­rich­tet (in ei­nem mittel­guten Ar­ti­kel) die Augs­bur­ger All­gemei­ne – siehe auch weiter unten unsere Termine.

In der Jungle World stellen Eike Sanders, Ulli Jentsch und Felix Hansen, Mitarbeiter des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin (apabiz), ihr neues Buch “Deutschland treibt sich ab” vor und geben Antworten zur Bewegung der antifeministischen “Lebensschützer_innen”.

“Eine gerechte Gesellschaft sollte anders aussehen”: der Bayrische Rundfunk interviewt Anne Wizorek zu ihrem Buch “Weil ein #Aufschrei nicht reicht.”

Frauen helfen Frauen e.V. sammeln in Mecklenburg-Vorpommern gerade Unterschriften für einen “Zugang für alle!” zum Beratungs- und Hilfenetz in Fällen häuslicher und sexualisierter Gewalt.  3.000 Unterschriften werden noch gebraucht. Am 25.11.2014 ist eine Demo dazu in Schwerin geplant – siehe weiter unten bei den Terminen.

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Wie US-Bundes­staats­ge­setze konsti­tu­tio­nel­le Ab­trei­bungs­rech­te aus­he­beln, berichtet Andrew Rosenthal in der New York Times.

Die Sängerin Mary Lambert schreibt auf ihrer Website über grenzüberschreitende Fans und Interviewer_innen, eigene (sexualisierte) Gewalterfahrungen und Retraumatisierung.

“A Her­story of the #BlackLivesMatter Move­ment” und über die Ver­ein­nah­mung von Theorie­bil­dung und Akti­vis­mus schreibt Ali­cia Gar­za bei The Femi­nist Wire.

Buzzfeed porträtiert die chinesisch-US-amerikanische Schauspielerin Anna May Wong. So fähig sie in ihrem Beruf war, so häufig wurde sie nur als “exotische Lotusblume” besetzt, und selbst dann konkurrierte sie mit weißen Schauspielerinnen in Yellowface.

Kein Nobelpreis ist für besonders hohe Frauenanteile bekannt, aber um den Nobelpreis für Physik ist es besonders schlecht gestellt. In den letzten 50 Jahren gewann keine einzige Frau. Slate stellt einige vor, die es verdient hätten.

Termine in Berlin, München, Ulm und Schwerin (mehr …)


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Wenn Gewalt viele Namen hat – aber Wichtiges unbenannt bleibt

25. September 2014 von Gastautor_in

Hannah C. Rosenblatt bloggt auf “Ein Blog von Vielen” über Gewalt, ihre Formen und Folgen, Inklusion und ihr Leben mit dissoziativer Identitätsstruktur. Sie ist auch bei Twitter aktiv. Zuletzt durften wir ihren Text “Weil sich die Sprachführung über sexualisierte Gewalt verändern muss!” crossposten. Wir freuen uns sehr, dass auch Hannah in Zukunft häufiger für uns schreiben wird.

“Warum haben wir so viele unterschiedliche Namen für Gewalt, die dann doch oft gar nicht sagen, was wir meinen?”, ist eine Frage, die mich umtreibt und mir nach den Berichten zu und über den letzten Hashtag der Gewalt im Zentrum stehen hatte, noch einmal Anlass gab, darüber nachzudenken, wie Gewalt und Sprache funktionieren.

Klein(er) reden und victim blaiming

Es fängt vielleicht damit an, ES begreiflich machen zu wollen. Vielleicht selbst zu begreifen, vielleicht aber auch Differenzen begreifbar zu machen. Und am Ende sind es viele verschiedene Arten ein und desselben ES, das zwischen (Todes)Angst, Schmerz, Trauer, Ekel, Verlust, Scham, Horror und dieser einen spezifischen Einsamkeit, die keine Worte kennt, bestehen bleibt.
Dann heißt ES plötzlich “psychische Gewalt”, “physische Gewalt”, “häusliche Gewalt”, “ökonomische Gewalt”, “sexualisierte Gewalt”, “soziale Gewalt”, “strukturelle Gewalt”, “rassistische Gewalt” und ist etwas ganz anderes. Plötzlich bekommt jedes kleine Gewalthäufchen eine andere Bewertung. Plötzlich ist das Eine schlimmer als das Andere und ES frisst sich als unwichtig bagatellisiert und im üblichen Gewand Marke victim blaming durch die Leben der Menschen, die zu Opfern geworden sind.

Plötzlich ist erscheint es nur logisch Menschen, die sogenannte häusliche Gewalt erlebten, zu fragen, warum sie denn in diesem Haus geblieben sind. Warum sie nicht gegangen sind.
Die Frage ist nicht: “Wer hätte dir helfen können, dein eigenes Haus sicher für dich, deine Kinder und Haustiere zu gestalten?” Die Frage ist auch nicht: “Warum ist der Mensch, der die Gewalt ausübte, nicht gegangen? Und die Frage ist auch nicht: “Welche Vorstellungen von PartnerInnen*schaft und Liebe, Feindschaft und Gewalt gab es in diesem Miteinander und ihren Individuen?”.

Gewalt und die Machtfrage

Viele Menschen halten Gewalt für etwas, dessen Anwesenheit in Taten sichtbar wird. “Es ist Gewalt, wenn eine Person Schmerz empfindet, ein Gegenstand kaputt ist oder sonst irgendwelche Veränderungen da sind.”, heißt es. Das ist als würde man sich eine kleine Bastion des Schlimmen bewahren wollen – eine unumstößliche Art des Grauens, über die kein anderer Mensch jemals mehr sagen kann als: “Es muss furchtbar für dich gewesen sein, das zu (üb)erleben”.

Ich selbst nehme Gewalt als ein Ungleichgewicht der Macht, vielleicht auch der Mächte wahr und muss entsprechend Gewalt in ihren Kostümen nicht unterschiedlich nennen, weil ich es so wahrnehme, dass mit Begriffspaaren wie zum Beispiel “psychische Gewalt” zum einen bestimmte Framings einhergehen, die ihre Abwertung bereits in eben jenen Gewaltdynamiken haben und zum Anderen, weil es für mich ausschließlich das Werkzeug zur Schädigung einer Person benennt. Statt der Gewalt immer neue Beinamen zu geben, würde ich dann eher formulieren: „Das ist Rassismus/Sexismus/Ableismus/etc, der hier das Denken bestimmt und Gewalttaten hervorbringt.“.

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Emanzipatorische Kinderliteratur, Stand your Ground und Pille danach – kurz notiert

26. März 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 229 von 260 der Serie Kurz notiert

deutschprachige Links

Die Regierung räumt ein, dass die „Pille danach“ keine schwerwiegenden Nebenwirkungen hat. An der Rezeptpflicht will sie trotzdem festhalten, so die taz.

Gegen 500 Teilnehmer_innen an der Demo gegen den Wiener Akademikerball wird jetzt wegen Landfriedensbruch ermittelt. Aber was bedeutet das überhaupt? FM4 hat Antworten.

Am zweiten März-Wochenende fand in Berlin die Konferenz Care Revolution statt. Die Teilnehmer_innen haben gemeinsam eine Resolution mit Forderungen erarbeitet und wollen sich nun regelmäßig treffen, um weiter zusammen zu arbeiten. Die Resolution könnt ihr auf der Konferenzseite nachlesen.

Das migrationspolitische Portal der Heinrich-Böll-Stiftung hat ein neues Dossier veröffentlicht, das sich mit emanzipatorischer Kinderliteratur befasst, u.a. mit Beiträgen von Tupoka Ogette und Maisha Eggers.

englischsprachige Links

Ballandalus proträtiert 15 wichtige Muslima der Geschichte.

Colorlines intiierte ein Gespräch zwischen Zadie Smith und Chimamanda Ngozi Adichie zu postkolonialen Literaturen. Auf selbem Portal könnt ihr euch den Talk als Videomitschnitt ansehen.

MSNBC hat eine Studie zum “Stand your ground”-Gesetz durchführen lassen, das spätestens nach den Morden an Renisha McBride, Trayvon Martin und Jordan Davis in die Kritik geraten ist. Stand your Ground wird immer wieder verteidigt, da es angeblich die Rechte von von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen stärke, weil das Gesetz aus Notwehr begangene Tötungsdelikte gegen gewalttätige Partner rechtfertige. Nicht nur der Fall von Marissa Alexander, die lediglich einen Warnschuss abgab, um sich vor ihrem Ehemann zu schützen, der sie umbringen wollte und der nun eine Haftstrafe von 60 Jahren droht, sondern auch die Studie im Auftrag von MSNBC zeigen deutlich, dass Stand your Ground weder Betroffene von häuslicher Gewalt schützt, sondern im Gegenteil zu rassistisch und sexistisch motivierten Gewalttaten führt.

Jill Andrew von Fat in the City hat einen Talk veröffentlicht, der sich mit Körperbildern, Fat Shaming und dünner Normalisierung auseinandersetzt.

Auf Norient.com könnt ihr euch Videos queerer Hip Hop Künstler_innen anschauen.

Das Karl May Museum in der Nähe von Dresden weigert sogenannte “Skalps” an Native Americans in den USA herauszugeben, in den USA ist die Ausstellung solcher seit 1990 schon verboten, berichtet der Guardian.

Termine

An diesem Wochenende findet im AZ Mülheim die Open Stage Veranstaltung Reclaim The Stage statt, bei der Kreative, Musiker_innen, Künstler_innen, Interessierte eingeladen sind die Bühnen zu entern und kreativ zu werden. Los geht’s um 15 Uhr, die Veranstaltung richtet sich an FLT*I.

Am 8. April eröffnet die Fotoausstellung junger lesbischer Frauen in Namibia im Haus der Demokratie und Menschenrechte Berlin. Die Ausstellung ist bis zum 5. Mai 2014 werktags von 10 – 17 Uhr zu sehen.

Mädchenfestival von „Lauter Mädchen!“: Mädchen-Bands, Musikerinnen, Künstlerinnen, Dichterinnen, Tänzerinnen… am 24.Mai 2014 im Jugendfunkhaus in Berlin-Lichtenberg.


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Schwarzers Geld und Geiz, Klassismus und Körperbehaarung – die Blogschau

8. Februar 2014 von Nadia
Dieser Text ist Teil 233 von 265 der Serie Die Blogschau

Alice Schwarzer s Geld, oder: “Feminismus, reich und geizig” – einen guten Text zur Causa Alice gibt es auf L-talk.

Um Frauen mit Behinderung und häusliche Gewalt geht es auf Behindertenparkplatz – ein sehr wichtiger Text, mit Inhaltswarnung.

Heterokultur, Klassismus, Sisterhood und malochen unter *Männern: Auf techno candy könnt Ihr einen superguten Text dazu lesen.

Um Adipositaschirurgie und Fat Shaming geht es auf Arge Dicke Weiber.

“Mit dem Er­werb einer so ge­nann­ten „hö­he­ren Bil­dung“ habe ich mir die­sen Dia­lekt ab­trai­niert” – und zwar: Ruhrplatt. Wie das kam und noch mehr zu Wor­king­ Class und Po­ver­ty­ Class könnt Ihr auf clararosa nachlesen.

Letzte Woche jährte sich der Todestag von Hatun Sürücü, wir verweisen nochmal auf einen Text von Sakine aus dem letzten Jahr.

Take your hair back: Heng schrieb über Körperbehaarungs-Trollerei (mit Viraleffekt) und über Solidarität.

Geteilte Ansichten beschäftigte sich mit Opferentschädigungsverfahren.

Dangerbananas veröffentlichte den offenen Brief an den Heimatfhafen Neukölln. Anlass: Anti-asiatischer Rassismus.

Außerdem gab es einen offenen Brief an die SPD, die ein Integrationszentrum Zentrum der Ausgrenzung für mehrere Millionen Euronen plant: Hier der Brief, hier ein weiterer Text von Noah Sow.

Queerulantin sucht Artikel zu (Nicht)Beziehungen und Musik.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Samstagabendbeat mit Make Music Not Love

28. September 2013 von Anna-Sarah

Wir haben heute leider kein Video für euch, dafür aber ein super Blog und die dazugehörige Facebookseite von: Make Music Not Love. Mit Songs über häusliche Gewalt, Hetenpärchen und Androzentrismus, live und direkt aus dem Proberaum. Wir jubeln.

Die Band über den Song “t_error”:

die strophen des textes sind sammlungen von aussagen und fragen, die an uns gerichtet wurden_werden: teilweise aus dem eigenen familien- und freund_innenkreis, teilweise von uns unbekannten personen, die es irritiert, wenn frauisierte sich in ihrem handeln_leben nicht_kaum auf typisierte beziehen. da bleibt nicht viel zu sagen außer: T_ERROR!!!

männer – wo sind denn die männer?
männer – hast du was gegen männer?
männer – waren denn da auch männer?
wir kennen gar nicht deinen männergeschmack.

t_ERROR

du hast dich radikalisiert.

t_ERROR

error – wo sind denn die männer?
error – du hast dich radikalisiert.
error – hast du was gegen männer?
error – du hast dich radikalisiert.

du hast dich radikalisiert.


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Racial Profiling, Pride-Parade und zimbabwische Frauenbewegung – kurz verlinkt

17. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 199 von 260 der Serie Kurz notiert

Die Schlagzeilen um die Freisprechung des Mörders von Trayvon Martin beherrschten letzte Woche die Medien.  schrieb den sehr lesenswerten Text “If Trayvon Martin had been a Woman“. Das Crunk Feminist Collective plädiert für einen Black Feminist Way. [beides Englisch]

Am Samstag wurde in Berlin die erste Pride-Parade gefeiert.

Intissam erzählt, wie es war, mal selber entscheiden zu können, was sie essen möchte: In Bayern bekommen Asylsuchende nämlich Essenspakete.

PETA und Sexismus, eine neverending story: Neues Material gibt es auf feminspire. [Englisch]

“Racial Profiling kostet…” und zwar nicht nur die Betroffenen. Wie auch die Bundespolzei auf ihre Kosten kommt, erfahrt ihr im Video. Die Kampagne “Stop Racial Profiling” des ISD Bund e.V. und KOP (Kooperation für Opfer rassistischer Polizeigewalt e.V.) geht in die zweite Runde.

Morde innerhalb von Beziehungen passieren meistens nicht ohne vorherige Warnsignale. In Massachusettes gibt es seit 2005 das Domestic Violence High Risk Team, welches versucht präventiv einzugreifen und dabei aber die (potentiellen) Täter in die Pflicht nimmt und nicht wie so oft die von Gewalt Betroffenen. [Englisch]

Bei Jewesses with Attitude machen sich Jordyn Rozensky and Jacqui Shine im Nachklang zum Zimmerman-Freispruch Gedanken darüber, wie eine mit den eigenen Privilegien (auch produktiv) umgehen kann. [Englisch]

[CW: Beschreibung sexistischer Übergriffe] Robbie Williams ist in Gelsenkirchen aufgetreten. Auf der Bühne wurde er übergriffig, berichtet die FAZ.

Collectors Weekly bietet einen spannenden, längeren Artikel über lesbische Blues-Sängerinnen im Harlem der 1920iger Jahre. [Englisch]

“Titten gegen Rassismus (TgR) – das ist nicht etwa der neueste Slogan von Femen, sondern eine Aktion aus dem Jahr 2000, bei der sich zehn (weiße) Frauen mit nacktem Oberkörper ablichten ließen, um gegen die, wie sie damals meinten, „Absurdität von Rassismus“ zu protestieren.”, schreibt Vina Yun. Und erklärt noch einmal, was an dieser aber auch den aktuellen Femen-Aktionen problematisch ist.

Wenn Leute sich positiv zu Themen wie “Öffnung der Ehe”, Migrationsrechte oder Brustkrebsvorsorge äußern – aber gespickt mit sexistischen, sexualisierenden, rassistischen etc. Argumenten, dann ist das ein großes Problem, beschreibt Sam Holmes. [Englisch]

In der Heinrich-Böll-Stiftung wurde noch einmal zu Sprache in Medien und Literaturen diskutiert, u.a. mit Mekonnen Mesghena, Leiter des Referats “Migration und Diversity” der Heinrich-Böll-Stiftung. Die ganze Diskussion gibt es zum Nachhören. [TW: ausgeschriebene rassistische Wörter im Text]

Im März erschien das Buch “Shemurenga: The women’s movement, 1995-2000″, welches Frauenbewegungen in Zimbabwe unter die Lupe nimmt. Auf HerZimbabwe wurde es besprochen.

Keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse, aber doch noch eine gute Zusammenfassung des Themas “Anspruch auf Krippenplatz”: “Betreuungszeiten müssen zu den Arbeitszeiten passen“.

Wir wissen natürlich nicht, wo ihr die Sommerferien verbringt. Sollte es euch aber ins All verschlagen, gibt es hier eine Anleitung zum Haarewaschen der Astronautin Karen Nybergauf der International Space Station:

Termine in Berlin .. nach dem Klick (mehr …)


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Von #occupygezi, Medien-Fails und der Apocalypse – Die Blogschau

8. Juni 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 205 von 265 der Serie Die Blogschau

Auf textprodüksiyon gibt es einen differenzierten Blick auf die aktuellen Proteste in der Türkei. Und auch bei Kanaction geht es um das Thema: “Seiltanz der Solidarität(en): #occupygezi“.

Der SPIEGEL schreibt über Sexarbeit. Carmen stellt auf ihrem Blog heraus, wie der tendentiöse Artikel entstand. Oder wie sie einführt: “Ein Blogbeitrag über meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit dem SPIEGEL zum Thema Prostitutionspolitik, die mich desillusioniert hätten, wenn ich es nicht schon gewesen wäre.”

Auch auf Sina’s Blog ging es um besagten Text beim SPIEGEL.

re-empowerment! nimmt eine aktuelle Studie zu häuslicher Gewalt auseinander und wirft mal einen genaueren Blick auf die involvierten Menschen und Methoden. Der Grund? Gerade diese Studie soll – auch laut Medienberichten – zeigen, dass Männer viel betroffener wären und das mit nachweislich miserabelster Methodik. Was nach der Analyse bleibt, ist reine Maskuslisten-Propaganda.

Bei femgeeks hat Helga noch viel mehr zur Berichterstattung in den Mainstream-Medien zusammengetragen und urteilte: “Eine Woche voller Tiefpunkte”.

Warum werden eigentlich Sexarbeiterinnen kaum mit gedacht bei Debatten über Gewalt gegen Frauen? Diese Frage stellt Kate Zen auf menschhandel heute.

Ja, über Germany’s Next Top Model und Heidi Klum kann mensch ganz großartig herziehen. Das stellt auch AufZehenspitzen fest und konstatiert irritiert: “Und plötzlich finden alle Sexismus scheiße“…

“Keinen CSD mit Nazis” fordert queergestellt und veröffentlicht eine Stellungnahme zur Anmeldung von “pro Köln”.

Natasha A. Kelly blickt zurück auf die Podiumsdiskussion “Colors of Feminism” und schreibt zu Rassismus in weiß dominierten Feminismen.

Auf e13 schreibt Kiki Thaeringen eindrücklich über Mobbingerfahrungen (in der Schulzeit) und warum es ganz sicher nicht lustig ist, wenn irgendwelche Menschen im Netz gewollt lustig über ihr eigenes Tätersein bei Schulmobbing “beichten”.

Das Bundesverfassungsgericht hat gerade entschieden: Paare, die in eingetragener Lebenspartnerschaft leben, haben Anspruch auf das so genannte Ehegattensplitting. Bei L-talk findet frau das zwar natürlich gut und gerecht, ist aber trotzdem nicht ausschließlich begeistert.

Und sonst die Woche? Die Apokalypse wird kommen (orakelt tenthousand spoons) – jedenfalls könnte eins das denken bei all den Kommenateren zum Femininum in Leipzig. Gut, dass sich die juristische Fakultät da zu wehren versucht! /sarkasmus

Heute um 13:30 findet in Berlin ein Protest gegen die “Nacktfußball-EM der Frauen” statt (facebook-Link).

Und für alle Kurzentschlossenen heute Abend in Berlin: Zeina Abirached und Paula Bulling sprechen auf der Lange Buchnacht über die unterschiedlichen autobiografischen Perspektiven ihrer Graphic Novels “Das Spiel der Schwalben” und “Im Land der Frühaufsteher” im SO36, 19.00 Uhr.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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“Positiv denken” ist nicht alles – Kurz Verlinkt

29. Mai 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 192 von 260 der Serie Kurz notiert

Über das ewige Mantra des “positiv Denkens” schreibt the body is not an apology, denn letzten Endes sind die dazugehörigen Meme auch schnell anschlussfähig für Gedanken wie “Wenn du es nur hart genug versuchst, kannst du es schaffen”, wobei gesellschaftliche Strukturen ignoriert und Benachteiligungen individualisiert werden. (Englisch)

““Some of Us are Brave” – Das Erbe Schwarzer Aktivistinnen in Deutschland” – der von Sharon Dodua Otoo für’s Missy Magazine geschriebene Text ist nun auch beim ISD e.V. erschienen.

Der SPIEGEL verkündete groß, mit Bezug auf eine Studie, dass vor allem Männer Opfer von Gewalt in Partnerschaften wäre. Doch was sagt die Studie wirklich? Andrej Holm nimmt sie im Freitag auseinander und kommt zu ganz anderen Ergebnissen als die SPIEGEL-Autoren.

Beim SWR gibt es einen Beitrag zu Frauen in der extremen Rechten. Dort heißt es dann: “Rechte Frauen werden unterschätzt. Sie engagieren sich, sind nett, interessiert. Dadurch finden sie unauffällig ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft.”

Der Nobelpreis für Literatur ist bekanntermaßen auch eher ein boys club. Ms. Afropolitan stellt fest, dass von den (mickrigen) zwölf Preisen, die jemals an Frauen gingen, nur Nadine Gordimer als Frau aus Afrika gewann. Bis heute hat nie eine Schwarze Afrikanerin gewonnen. Dabei hätte es doch bisher schon viele würdige Autorinnen gegeben. (Englisch)

Vor einiger Zeit forderte eine Petition “ARD, ZDF und die dritten Programme: Klärt endlich angemessen über den Sexismus in dieser Gesellschaft auf!”. Nun gab es (unbefriedigende) Antworten.

Kennt ihr inspirierende Musiker_innen? Und würdet über diese vielleicht sogar einen kurzen Text schreiben? Bei LaMoustache wird Unterstützung für ein Projekt in Kommunikationsdesign gesucht.

Und nun noch ein etwas älterer Artikel für all jene, die gerne “Aber, aber die Wissenschaft_Medizin…!” rufen, wenn es um fat acceptance geht. In dem Text im International Journal for Epidemiology nehmen die Wissenschaftler_innen erst verschiedene Standardaussagen (wie z.B. “Es gibt klare Verbindungen zwischen ‘Übergewicht’ und Gesundheit.”) auseinander und fragen sich dann, wenn es doch kaum wissenschaftliche Belege gibt, warum wird dann solche Panik gemacht? (Englisch)

Es gibt ein neue Zeitschrift, die ihr euch auch runterladen könnt: Body Politics. Dort dreht sich alles um Körpergeschichte, die erste Ausgabe beschäfftigt sich mit Fordismus.

Termine in Berlin, Heidelberg, Linz und Würzburg:

Am 1. Juni spielt Adowoa Hackman in der Beginne in Berlin. Wir hatten sie im letzten Jahr auf der Mädchenmannschaft interviewt.

Am 8. und 9. Juni findet in Würzburg das nun III. FemFest statt.

12.-15. Juni in Heidelberg: Es findet das erste Heidelberger lady*fest statt.

22. Juni in Linz: Femcamp Linz (das zweite österreichische offene BarCamp mit Frauenschwerpunkt) steht an.


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Bionade, feministische “Humorlosigkeit” und die nächste Löschdebatte bei Wikipedia – kurz verlinkt

15. Mai 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 190 von 260 der Serie Kurz notiert

Wir berichteten letzte Woche über den trans*feindlichen Werbespot von Bionade. Durch eure vielen Beschwerden reagierte Bionade mit einem Statement (Facebook-Link), welches weder eine Auseinandersetzung mit den Kritiken, noch eine Entschuldigung beinhaltet (sondern sogar behauptet, bei Bionade gäbe es gar keine Diskriminierung!). Falls ihr noch die Kraft habt, lasst Bionade weiterhin wissen, dass Diskriminierung kein Verkaufsschlager sein darf. Für die Zukunft kann folgendes gelten: Das schöne an (trans*feindlicher) Bionade – mensch kann sie auch weglassen!

In dem Band “Aufstand aus der Küche” von Silvia Federici wird neben zwei neuen Beiträgen auch die bereits 1974 verfasste feministisch-marxistische Ökonomiekritik „Counter-Planning from the Kitchen“ erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht.

Die US-amerikanische Satirezeitschrift The Onion ist mal wieder vorn mit dabei, was sexistische Gewalt angeht. (englisch)

The New Yorker berichtet über einen Fall in Cleveland, nach dem drei Frauen, die ein Jahrzehnt als vermisst galten und zum Teil bereits für tot erklärt wurden, aus dem Haus, in dem sie festgehalten worden waren, befreit werden konnten. Ein Mann hatte eine der Frauen dabei beobachtet, wie sie vergeblich versuchte, die Tür von innen aufzubrechen. Er ordnete das Gesehene sofort als häusliche Gewalt ein und half ihr die Tür zu zerstören. (englisch)

Bei Shakesville erklärt Melissa McEwan noch einmal, was es mit feministischer “Humorlosigkeit” bezüglich *istischer “Comedy” auf sich hat (englisch).

CosmoTV berichtet über einen Dokumentarfilm von Mirza Odabaşi zum rassistischen Brandanschlag auf ein Solinger Wohnhaus vor 20 Jahren, bei dem fünf Menschen getötet worden sind. Der Film wird Ende Mai in Solingen uraufgeführt.

DieStandard.at würdigt die kürzlich verstorbene Frauenrechtlerin Hannelore Mabry.

The feminist wire analysiert die Karrieren und Selbst_Repräsentationen von Beyoncé und Lauryn Hill und entdeckt trotz der Unterschiede nicht wenige Gemeinsamkeiten. (englisch)

Ms.Magazine veröffentlicht einen Nachruf auf Brustkrebsaktivistin Barbara Brenner (englisch)

Angelina Jolie hat sich angesichts ihres genetisch stark erhöhten Brustkrebsrisikos für eine präventive Mastektomie entschieden. In der NY Times berichtet sie darüber – politisch brisante Punkte wie die Debatte um körperliche Selbstbestimmung, Gesundheitsrisiken, Gesundheitsindustrie und damit in Verbindung stehende finanzielle Faktoren werden zwar lediglich angerissen, dennoch ist das Öffentlichmachen dieser Entscheidung per se bereits als politischer Akt zu werten. (englisch)

der verein xart splitta gestaltet raum_rahmen für trans_x_ende, trans_xend empowernde kreative anwesende konkrete visionäre künstlxsche aktionen_ideen_politiken. aktuell gibt es zwei aufrufe für spoken word, kurzfilme, performances, tanz, musikstücke,… für einen performanceabend sowie fotos, gemaltes, collagen, gezeichnetes, geschriebenes … für ein printprojekt.

La Voix du Yemen interviewt Alaa Al-Eryani, die kürzlich die Initiative The Yemeni Feminist Movement startete.

with WINGS and ROOTS, ein Dokumentarfilmprojekt, das die Geschichten und Visionen fünf junger Menschen in Berlin und in New York erzählt, braucht eure Unterstützung!

Rassistischer Polizei-Alltag in Deutschland: Weil eine Frau, die auf offener Straße zusammengebrochen war, sich nicht ausweisen konnte und kein für die Beamten verständliches Deutsch sprach, wurde sie in Gewahrsam genommen, anstatt notärztliche Versorgung einzuleiten. Erst als ihr Mann sie als vermisst meldete und wenig später schließlich vor Ort war, reagierte die Polizei.

Der aktuelle Löschantrag für den Begriff “Femizid” heizt die Debatte über die Macht der Maskulisten auf der Wissensplattform an, schreibt dieStandard.at.

Termine in Berlin, Bochum, Göttingen, Braunschweig und deutschlandweit anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie gibt es nach dem Klick!

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Solidarität und Unterstützung – auch für “unperfekte Opfer”.

27. Februar 2013 von Viruletta

Triggerwarnung: Victim Blaiming (Schuldumkehrung), Gewalt gegen Frauen*, Gewalt innerhalb von (heterosexuellen) Paarbeziehungen.

Vorweg: Dieser Beitrag basiert auf eigenen Erfahrungen und Wissensständen. Ich will mir keinesfalls anmaßen, für alle zu sprechen – nur die Betroffenen selbst können entscheiden, was für sie in der jeweiligen Situation das Beste ist.

Vor einer halben Ewigkeit habe ich einen sehr wichtigen Blogbeitrag gelesen, der einiges in mir angestoßen hat. In dem konkreten Beitrag ging es um das Beispiel der Prostitution. Darum, dass Gewalt gegen Personen, die in diesem Bereich tätig sind, oftmals sehr unterschiedlich bewertet wird. Je nachdem, wie „selbstverschuldet“ sie sich in diese Lage gebracht zu haben scheinen. Sind sie Opfer von Menschenhandel geworden, gelten sie als „unschuldig“ und Hilfe ihnen gegenüber als moralische Pflicht. Haben sie sich jedoch scheinbar „freiwillig“ für die Sexarbeit entschieden (so freiwillig, wie Lohnarbeit eben sein kann), gilt ihr Lage als „selbst-“ oder zumindest „mitverschuldet“. Die Allgemeinheit fühlt sich in diesem Fall weniger dazu verpflichtet, den Schutz der Menschenrechte dieser Betroffenen durchzusetzen. Dies ist jedoch keineswegs der einzige Fall, in dem das künstlich erschaffene Bild des „perfekten/ verdienenden“ Opfers all jenen schadet, die ihm nicht entsprechen.

Ähnliches gilt auch für Personen, die sich entscheiden (vorerst) in Gewaltbeziehungen zu bleiben. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Gewalt öffentlich gemacht wird, schlagen sich viele auf die Seite der Betroffenen. Sie versuchen, ihnen zu helfen. Vielleicht sogar sie zu „retten“. Nehmen die Betroffenen die Hilfe jedoch nicht (dauerhaft) an, macht sich bei den Helfenden zumeist Verständnislosigkeit, oft sogar Wut breit. Diese gilt ab einem gewissen Zeitpunkt häufig nicht mehr (nur) dem*der Täter*in, sondern immer stärker auch den Betroffenen. „Langsam kann ich ihr auch nicht mehr helfen“, oder: „Irgendwann ist sie auch selber Schuld“ sind Sätze, die in diesem Zusammenhang viel zu oft fallen. (mehr …)


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