Einträge mit dem Tag ‘gute Neuigkeiten’

Heute werden Mythen zerstört I

Thursday, January 17th, 2008 von Susanne

Annegret Kramp-Karrenbauer ist erst seit ein paar Tagen Präsidentin der Kultusministerkonferenz, hat aber als erste Amtshandlung etwas ganz hervorragendes angekündigt: Sie will die frühkindliche Bildung verbessern. Soll heißen: Kindertagesstätten und Kindergärten sollen in nicht allzu ferner Zukunft von Akademikerinnen und Akademikern geleitet werden. So soll der Beruf “Erzieher/in” besser bezahlt werden und mehr Aufstiegschancen bieten.

Doch nicht nur das ist mehr als löblich. Eine akademische Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher wird auch dafür sorgen, dass die breite Masse der Deutschen Kindertagesstätten nicht mehr als “Verwahranstalten” wahrnimmt und sich das gesellschaftliche Klima hoffentlich so ändert, dass Frauen in einigen Jahren nicht mehr schief angesehen werden, wenn sie ihre Kinder schon mit wenigen Monaten in öffentlichen Einrichtungen betreuen lassen. Heute müssen Mütter sich ja immer noch vorwerfen lassen, sie würden ihren Kindern mutwillig psychische Traumata zufügen, wenn sie sich nicht bis zum dritten Lebensjahr selbst um sie kümmern.

Frau Kramp-Karrenbauer, wir schicken Ihnen Blumen.

(Foto: CDU Saar)

Und es gibt sie doch: neue Väter

Wednesday, December 19th, 2007 von Susanne

Im Zeit-Artikel “Das Schweigen der Väter” zieht der Autor Matthias Krupa Bilanz für das Jahr 2007 in Sachen Väter. Deren Rolle sei immer noch nicht klar, sie selbst noch zu schweigsam - aber insgesamt gäbe es Hoffnung, dass der neue Mann respektive der neue Vater sich in Zukunft mehr in die Erziehungsdiskussion einschalten wird.

Die Gründe, warum die Väter schweigen, sind unterschiedlich. Auf den ersten Blick gibt es für sie ja wenig zu gewinnen – außer einer wie auch immer besungenen Mehrbelastung. Hingegen ist die Befreiung von Heim und Herd bis heute ein Frauenthema. Die Frage freilich, wie man Zeit für Beruf und Kinder findet, stellt sich längst auch die Mehrzahl der Väter.

Wichtig sei, dass sich diese Männer auch zu Wort melden, damit sie Role Models für eine neuen Generation von Vätern werden können:

Der Preis für die väterliche Zurückhaltung ist hoch: eine vollkommen einseitige Diskussion. Als ob sich das Bild und Selbstbild der Väter in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht mehr verändert hätten als in den zwei Jahrhunderten zuvor!

Krupa präsentiert außerdem Zahlen, die belegen, wie sehr sich Männer- und Vaterbild schon gewandelt haben: Vier von fünf Vätern lebten mit Frau und Kindern, zwei von Drei Vätern sähen sich vor allem auch als Erzieher und nicht nur als Ernährer. Fast 40.000 Väter hätten sich 2007 schon für mindestens zwei Monate Familienzeit entschieden, auch wegen der Neuregelung des Elterngeldes. Sein Fazit: “Obwohl es also die neuen Väter längst gibt, hat die Gesellschaft bis heute kein hinreichendes Bild von ihnen.”

Coole Väter, fühlt euch hiermit provoziert und macht mit beim Projekt “neue Familie”!

Gehaltslücke schließt sich

Saturday, December 15th, 2007 von Susanne

Zumindest für junge Frauen. Die Süddeutsche Zeitung schreibt heute auf einer umfangreichen Seite 2 zum Thema “Was Frauen und Männer verdienen”, dass laut Daten der OECD junge Frauen in Großstädten “nur” noch sieben Prozent weniger verdienen als die Männer in vergleichbarer Position und Alter. Diese Entwicklung folgt einem Trend, der in New York schon seit einigen Jahren Realität ist: Junge, gut ausgebildete Frauen verdienen dort nicht nur genauso viel wie ihre männlichen Kollegen, sondern sogar mehr.

Allerdings habe das zur Folge, dass das empfindsame Beziehungsgefüge junger Amerikanerinnen und Amerikaner durcheinander komme: Frauen berichten davon, dass die Liebe zerbrach, weil sie mehr verdienten als ihre Partner; außerdem tauche jetzt die Frage auf, wer bei einem Date das Essen bezahlt. Das sind alles Detailproblem, die wir in Deutschland mit unserer lockereren Dating-Kultur vielleicht nicht so haben werden - trotzdem sollten wir die Zeit bis zu dem Moment, in dem deutsche Frauen das gleiche oder mehr Geld verdienen, dazu nutzen, alte Rollenklischees zu überdenken - damit es dann weder für Frauen noch für Männer ein soziales oder Identitätsproblem ist, wenn sie mehr Geld nach Hause bringt.

Nicht zu vergessen sei die Tatsache, dass die Gehälter von Frauen auch weiterhin dann sinken, wenn sie wegen der Kinder eine Auszeit nehmen. Ökonomen schätzen, dass zwei Jahre nach dem Wiedereinstieg in den Beruf eine Mutter 20 Prozent weniger verdient als eine kinderlose Frau. Das sei zum einen auf fehlende Kompetenzen zurückzuführen, zum anderen aber auch schlicht auf Diskrimierung wegen des Geschlechts.

Wenn Männer schwanger sind

Wednesday, December 12th, 2007 von Susanne

Männer können natürlich nicht wirklich schwanger sein, schon klar, aber jetzt müssen sich privat versicherte Männer ebenfalls an den Kosten, die eine Schwangerschaft verursacht, beteiligen. Bisher zahlen Männer weniger in die private Krankenkasse ein als Frauen - eben weil sie keine Kinder kriegen können.

Endlich ist dieser Missstand behoben und es wurde auch Zeit. Was für ein Irrsinn, Frauen finanziell dafür zu bestrafen, dass sie nun mal diejenigen sind, die die Kinder kriegen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zwingt die Kassen nun, die Kosten auf beide Geschlechter zu verteilen. Heißt: Die Beiträge für Männer steigen 2008, die für Frauen fallen leicht.

Super Typ auf Neon.de

Monday, December 10th, 2007 von Meredith

Der Neon.de-User Sebush ist erlauchtes Mitglied einer ganz besonderen Gruppe unter den Menschen: den männlichen Feministen. Vor zwei Jahren hat er einen Text geschrieben, in dem er ganz vernünftig und sympathisch erklärt, warum Feminismus so toll ist. Vor kurzem schrieb er eine ausführliche Kritik einer sexistischen Sparkassenwerbung.

In Anbetracht der Tatsache, dass gerade unsere geliebten Jungs oft erst einmal nicht begreifen, wo das Problem liegt, macht mich Sebush ganz besonders froh. Denn er ist der lebende, schreibende Beweise dafür, dass Feminismus das Leben auch für Männer schöner macht.

Lisa Ortgies wird neue Emma-Chefin

Friday, December 7th, 2007 von Susanne

Gestern Abend überraschte Alice Schwarzer die Zuschauer von Kerners Talkshow: Sie verkündete, im Frühjahr 2008 ihren Job als Chefredakteurin der feministischen Zeitschrift Emma abzugeben - an Lisa Ortgies. Die 41-Jährige moderierte bisher die Sendung “Frau TV” im WDR und war Kolumnistin bei Emma. Außerdem hat sie 2004 ein konsumkritisches Buch verfasst: “Warum Schuhe nicht lügen, und anderer Schwachsinn, den Frauen glauben sollen”.

Damit überlässt Alice Schwarzer nach 31 Jahren den Chefsessel einer anderen Frau. Es wird spannend, wie Lisa Ortgies Emma verändern wird und kann - denn Schwarzer bleibt weiterhin Herausgeberin und Verlegerin und will auch weiterhin für die Zeitschrift schreiben.

Nachtrag: Alice Schwarzer im Interview mit dem Spiegel - über das Ende ihrer Chefredakteurslaufbahn und den feministischen Journalismus in Deutschland.

(Foto über WDR)

Feministische Community ab 2008 online

Wednesday, December 5th, 2007 von Susanne

Eine der großen Seiten von und für Feministinnen und Feministen baut kräftig um: Ab dem 1. Januar 2008 wird feministing.com nicht mehr länger nur ein Blog sein, sondern eine Community, in der sich die Userinnen und User Profilseiten anlegen, eigene Blogs führen und Einträge bewerten können. Wer auf der Suche nach Gleichgesinnten ist, sollte - auch wenn sie auf der anderen Seite des Ozeans leben - unbedingt reinschauen.

Franziska Drohsel wird Juso-Chefin

Monday, November 26th, 2007 von Susanne

ist die neue Chefin der SPD-Jugendorganisation Jusos. Sie ist 27 Jahre alt und Promotionsstudentin an der Berliner Humboldt-Uni. Drohsel will die deutsche Sozialdemokratie nach links rücken, sie fordert eine Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums, zum Beispiel durch eine höhere Erbschaftssteuer, und kritisierte schon häufiger konkret die Politik der SPD. Außerdem fordert sie einen energischeren Kampf gegen Rechts. Die Jungsozialisten stehen hinter ihrem Kurs, sie wurde mit 76 Prozent der Stimmen zur neuen Vorsitzenden gewählt.

Es wird sehr spannend, wie sich die alte Tante SPD mit dem jungen Angriff von links auseinandersetzen wird und auch, wie sich die Jusos selbst durch eine junge Frau an ihrer Spitze verändern werden.

(Foto über berlin.spd.de)

Anne Will outet sich

Sunday, November 18th, 2007 von Susanne

antworte am Samstagabend Journalisten auf die Frage, ob sie und ihre Begleiterin Miriam Meckel zusammen seien, “Ja, wir sind ein Paar.”Weil Anne Will seit kurzem Deutschlands Polit-Talkerin Nummer eins ist, dürfte dieses Coming-out den Tag zu einem schönen für die Schwulen- und Lesbenbewegung gemacht haben. Wir freuen uns mit.