Einträge mit dem Tag ‘gute Neuigkeiten’


Outing im US-Militär nun erlaubt

21. Dezember 2010 von Magda

Am vergangenen Samstag hob der US-amerikanische Senat die Richtlinie “Don’t ask, don’t tell” (kurz: DADT, “Frage nichts, sage nichts”) auf, morgen wird Barack Obama die Aufhebung unterzeichnen. Die Richtlinie, die 1993 unter Bill Clinton in Kraft trat, zwang schwule und lesbische Soldat_innen zum Stillschweigen über ihre sexuelle Orientierung, denn tatsächlichen ist es Homosexuellen heute immer noch nicht gestattet, offen in der US-amerikanischen Armee zu dienen. DADT führte in den letzten 17 Jahren zu Tausenden von unehrenhaften Entlassungen. Bereits der bloße Verdacht auf Homosexualität konnte einen erzwungenen Austritt zur Folge haben.

Im Vorfeld der Aufhebung von DADT bekamen rund 400.000 Soldat_innen eine vom Pentagon in Auftrag gegebene Umfrage zugeschickt, dessen Ergebnisse ein Bild der Einstellungen von Soldat_innen zu ihren potenziell lesbischen und schwulen Kolleg_innen zeichnen soll. Neben einem ganzen Katalog an Fragen zu Moralvorstellungen und den eigenen Karriereplanungen (und wie diese durch eine mögliche Aufhebung von DADT beeinflusst werden könnten), wurden fiktive Szenarien mit homosexuellen Kollegen und Kolleginnen kreiert, in denen u.a. zum Dusch- und Schlafverhalten befragt wurde. Die ausgiebige Thematisierung intimer Situationen zeigt: Im eigenen Zimmer und unter der Dusche werden Homosexuelle wohl besonders gefährlich – watch out!

Ungefähr ein Viertel der Fragebögen wurde ausgefüllt. Die Resultate* sind gemischt: Obwohl die Mehrheit aller Befragten Schwulen und Lesben im Militär positiv oder neutral gegenüber stehen, offenbart die Umfrage ernstzunehmende homophobe Tendenzen im US-amerikanischen Militär: Rund 25% aller Soldat_innen glaubt, dass Kampfhandlungen negativ beeinflusst werden könnten, wenn homosexuelle Soldat_innen offen dienten. Knapp 30% aller Befragten würde ihr Zimmer oder Zelt lieber nicht mit einem Schwulen oder einer Lesbe teilen.

Keine Überraschung: Wo hegemoniale Männlichkeit in Ritualen und Hierarchien so selten hinterfragt, gar zelebriert wird, ist Homophobie institutionalisierte Praxis. Die Aufhebung von DADT wirkt einigen Ausschlussmechanismen entgegen, krempelt die Institution Militär aber gewiss nicht um. So fragte ich bereits vor Monaten, welche Interessen hinter der Aufhebung von “Don’t ask, don’t tell” stünden. Diskriminierung bekämpfen? Eine umfassende Antidiskriminierungspolitik sähe anders aus. Vielmehr scheinen sinkende Rekrutierungszahlen und die aktuellen Kriege eine tragende Rolle zu spielen. Die Aufhebung von DADT ist eine gute Neuigkeit. Aber ein fader Beigeschmack bleibt.

______________________________________________________

*Den vollständigen Report und die Ergebnisse der Umfrage zu DADT findet ihr als PDF auf der Seite des Verteidigungsministeriums.


Facebook | |


Nicht schuld an allem: die Pille

10. November 2010 von Helga

Seit ihrer Erfindung vor 50 Jahren ist die Pille für vieles verantwortlich gemacht worden, in letzter Zeit auch für die Verweiblichung von Fischen (s.a. Wikipedia). Schließlich nutzen inzwischen weltweit Millionen Frauen die Möglichkeit, Schwangerschaften zu verhindern. Die nicht-abgebauten Bestandteile werden dann mit dem Urin in den Wasserkreislauf und damit auch irgendwann wieder in unsere Wasserhähne geleitet, wo sie erneut zu möglichen Fortpflanzungsproblemen führen können, dann auch ungeplant. Eine Entwicklung, die in den USA bereits Aktivist_innen veranlasste, Frauen vom Gebrauch der Pille abzuraten.

An der University of California, San Francisco, hat sich Forscherin Amber Wise nun angeschaut, aus welchen Quellen die Hormone in unserem Wasser kommen und gibt Entwarnung. Tatsächlich machen die unverbrauchten Östrogene aus der Pille weniger als 1 Prozent aus, viel mehr stammt dagegen aus Tierfarmen, Sojamilch- und Biodieselfabriken. Deren Abwasser werden in den USA auch nicht behandelt, bevor sie in den Wasserkreislauf zurückkehren. Auch Hormonersatztherapien, die noch weiter verbreitet sind als die Pille, oder Krebsbehandlungen sorgen für den Anstieg an Hormonen im Wasser. Außerdem weisen Wise und ihre Kolleg_innen darauf hin, dass viele Wechselwirkungen mit anderen Chemikalien nicht bekannt sind, vermutlich aber zu den Problemen beitragen.

Ob die Rufe nach mehr Regulierung der Landwirtschaft und medizinschen Therapien nun genauso schnell kommen wie die Verurteilung der Pillennutzerinnen, bleibt abzuwarten.


Facebook | |


Kommen wir alle gleich?

19. Oktober 2010 von Verena

Erst letzte Woche haben wir den Bericht der New York Times aufgegriffen, wonach Frauen nach wie vor seltener zum Orgasmus kommen als Männer. Alan Fogel von Pychology Today hat da ein paar interessante Informationen für uns. Rein technisch betrachtet, zeigen Studien aus den vergangenen 50 Jahren exakt die gleichen Abläufe im menschlichen Körper beim Orgasmus: Muskelkontraktionen des Beckens und schließlich das Gefühl des Höhepunktes.

Die Notwendigkeit ähnlicher Orgasmusabläufe bestehe aus Gründen der Reproduktion, die Geschlechter aneinander zu binden. Gemeinsame emotionale Erlebnisse täten genau das, schreibt der Psychologieprofessor aus Salt Lake City.

Hm, interessant. Besonders die Geschichte des weiblichen Orgasmus’ kennt Zeiten, in denen ihm genau dieses Recht auf biologische Notwendigkeit abgesprochen wurde. Nun gut. Aber warum Frauen dann trotzdem nach wie vor schwieriger oder weniger gut kommen als Männer, erkennt Fogel in der Disharmonie des eigenen Körpergefühls. Mehr Körpersensibilität gegenüber den eigenen, auch emotionalen, Bedürfnissen sowie denen des Partners erlaubt uneingeschränkte Intimität und erleichtert den Weg zum Orgasmus.

Ob das als Antwort auf die Frage reicht, warum viele Frauen, wenn sie doch körperlich durch dasselbe Ziel laufen, den Weg so uneben und steinig vorfinden, während Männer wie von selbst aufs Ziel zuschießen? Ich glaube nicht. Ich glaube nicht, dass es reicht, ein gutes Körpergefühl zu haben und den Schlüssel zu emotionaler Intimität. Das ist mir viel zu lasch als Erklärung in einer Welt, in der besonders Frauen nach wie vor suggeriert wird, Sex ohne Liebe funktioniere für sie nun mal nicht.




Facebook | |


Anonym sucht Job

2. September 2010 von Barbara
Dieser Text ist Teil 8 von 13 der Serie Der F-Blick in die Politik

In dieser Kolumne werden die politischen Aktivitäten der Bundesregierung rund um das Reizthema „Frauenpolitik” kritisch betrachtet, das sich zumeist hinter der Familienpolitik verstecken muss.

„Eine Frau. Ach, die kriegt sicher ein Kind. Absagen.“ – „Der Name klingt irgendwie ausländisch. Das gibt sicher Ärger. Absagen.“ Auch wenn das Allgemeine Gleichstellungsgesetz vorsieht, dass niemand aufgrund seines Geschlechts, seines Alters, seiner Religionszugehörigkeit oder sonst etwas im Arbeitsleben benachteiligt werden darf, gibt es das natürlich trotzdem. Eine Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und der Universität Konstanz zeigt etwa, dass Bewerbungen von Menschen mit türkischen Namen deutlich benachteiligt werden.

Nun starten fünf Unternehmen in Deutschland einen Versuch: Anonyme Bewerbung. Ab September wird in den Personalabteilungen von der Deutschen Post, der Deutschen Telekom, bei L’Oréal, Mydays und Procter & Gamble nur noch nach der Qualifikation geurteilt. Eine Idee, die es im Ausland schon länger gibt. In den USA etwa werden Bewerbungen anonymisiert bis auf die Angaben zu Name und Aufenthaltsstatus. Das Projekt wird vom BUND unterstützt: „Wir wollen Menschen eine Chance geben, die sonst womöglich nie zum Vorstellungsgespräch eingeladen würden“, sagte Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und Initiatorin des Projekts.

Der Arbeitgeberverband BDA freut sich nicht. Durch die Anonymisierung würden alle Bemühungen von Unternehmen, eine Belegschaft vielfältig zusammenzustellen, zunichte gemacht werden. Weder können Frauen gezielt eingeladen werden noch Menschen mit ausländischer Herkunft. Klar, dass ein solcher Vorstoß auch mit der Quote nicht unter einen Hut zu bringen ist.

Aufgebrochen wird die Anonymität einer Bewerbung, die Reduktion auf die Qualifizierung, natürlich beim Vorstellungsgespräch. Da kann es schon passieren, dass aufgrund von Äußerlichkeiten eine Entscheidung gefällt wird, die rein auf faktischer Ebene anders entschieden worden wären. Natürlich könnte man während des Vorstellungsgesprächs hinter einem Vorhang sitzen. Das gibt es nämlich auch, viele Orchester-Chefs lassen ihre Neuzugänge aus einem Versteck heraus vorspielen, um sich so ausschließlich auf die Musik konzentrieren zu können. So könnte auch ein Personalchef nur aufgrund eines Bewerbungsschreibens und einer Stimme entscheiden, wie er eine Stelle besetzt. Aber ist das wirklich eine gute Idee?

Ich denke, dass alle Versuche, die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt zu stärken, lobenswert sind. So hilft auch die Idee der anonymisierten Bewerbung, die erste Hürde bei einer Bewerbung so auf ein Terrain fern der Diskriminierung zu rücken. Die Utopie einer Welt, in der solche Vehikel nicht mehr nötig sind, möchte ich mir aber dennoch nicht aus dem Kopf schlagen.


Facebook | |


Nicht nur Islamist_innen in Pakistan

26. August 2010 von Helga

Über die Gründe der anfänglichen Spendenzurückhaltung gegenüber Pakistan ist viel spekuliert worden – immer wieder werden dabei eine Reihe an Vorurteilen genannt. Leider kommen gerade gute Nachrichten selten in unserer Presse an. So hat es ein Jahr gedauert, bis die NZZ über die Gleichstellung von Transgendern in Pakistan und Indien berichtet. In beiden Ländern ist es inzwischen möglich, im Pass und bei Behördengängen neben „weiblich” oder „männlich” auch „other” bzw. „eunuch” (eine Bezeichnung aus der britischen Kolonialherrschaft, Kastration wurde tatsächlich bereits im 17. Jahrhundert verboten) anzukreuzen.

Die Nachricht aus in Indien schaffte es noch bis zu CNN (wir berichteten), darüberhinaus hielt sich das Medieninteresse aber in Grenzen. Betroffen sind in beiden Ländern vor allem die Hijras – Menschen mit meist männlichem Chromosomensatz, die aber männliche Geschlechterrollen ablehnen und sich dementsprechend als Frauen oder Transgender geben und bezeichnen. In Pakistan gehen die Verbesserungen für sie sogar über Schaffung einer eigenen Behördenskategorie hinaus. Dort

… gab der Oberste Richter, Iftikhar M. Chaudhry, einer Petition für die Anerkennung ihres dritten Geschlechtes statt und wies Behörden und Institutionen an, Hijras einzustellen, um ihnen «ein Leben in Schande zu ersparen». Ausserdem sollen sie in den Genuss staatlicher Förder- und Wohlfahrtsprogramme kommen, denn viele Hijras können ihr Überleben nur durch Betteln und homosexuelle Prostitution sichern.

Einen ganz anderen Einblick in die pakistanische Kultur, abseits der stereotypen Berichterstattung, bieten die Beiträge von Sher Bano. Die 17-Jährige ist derzeit in Peshawar, nachdem sie für ein Jahr als Austauschschülerin in den USA lebte. Im Blog On the Ground von Nicholas Kristof ist sie nun Gastbloggerin und berichtet über ihr Leben. Über die Realität arrangierter Hochzeiten genauso wie gerade über die Flutkatastrophe.

Eine Übersicht über die Spendenkonten für die pakistanischen Flutopfer hält die tagesschau bereit, gespendet werden kann auch per SMS.


Facebook | |


Die Teenager und der Sex…

25. August 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 8 von 20 der Serie Sex am Morgen

… in den Vulva-Spots geht es dieses Mal außerdem um andere Sexpartner, vermeintliche Sex-Störer und gute Neuigkeiten gibt es für Sex-Arbeiterinnen in Bangladesch

Sex ist nicht immer an allem schuld. Associated Press berichtet, dass die schulische Leistung von Teenagern nicht davon abhängt, ob sie in einer Beziehung sind oder nicht. ABER: Frönen sie unverbindlichem, promiskuitivem Sex, dann durchaus. Es sei nicht so so sehr die Frage, ob ein Teenager Sex habe oder nicht, der über die schulische Leistung entscheide, sondern in welcher Art von Beziehung Sex stattfände, heißt es vonseiten der Forscher. Ach so… Und wie sieht es mit anderen Faktoren aus? Familiäres Umfeld, Lehrer, Freunde und das generelle Leistungsspektrum junger Menschen? Pfff…

Einen Schritt hin zur gesellschaftlichen Anerkennung, ist Sexarbeiterinnen in Bangladesch gelungen, wie die BBC berichtet:  Neuerdings darf ihr Beruf im Personalausweis eingetragen sein. Obwohl Prostitution legal ist, kämpfen die Sex-Arbeiterinnen mit dem sozialen Abseits. Die offizielle Berufsbezeichnung auf einem behördlichen Dokument kann das nun hoffentlich ein Stück weit ändern.

Danken möchte man auch Werner Bartens, der auf sueddeutsche.de über die “Scheinerkrankung” Cellulite schreibt. Seit 1973 die Betreiberin eines New Yorker Schönheitssalons die weiblichen Hautveränderungen an Beinen, Hüften und Po stigmatisierte, cremen, wickeln und bekämpfen Millionen von Frauen die als natürlicher Teil des Altersprozesses auftretenden Dellen. Völlig umsonst – natürlich.

Jetzt, wo Sexpuppen kurz davor sind, echte Gefühle zu entwickeln, lohnt ein Blick auf die Geschichte dieser allzeit bereiten Spezies. Annina von Girls can Blog gab uns den Tipp, bei medicalinsurance vorbei zu gucken. Danke!


Facebook | |


Durch die Blogs

15. Mai 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 81 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Wann wird es endlich Sommer, frage ich mich bibbernd. Um die Finger beim Tastentippen zu wärmen, hier die lohnenswerten Bloglinks der vergangenen Woche:

Mo Jour hatte beim vergangenen Selbermachsonntag schon drauf hingewiesen, aber wir wollen das auch noch mal tun: Im Büro für besondere Massnahmen kehrt sie mutig den familiären Dreck, den sexuellen (Macht)missbrauch, unterm Teppich hervor: “die dunkelziffer ist groß. ich bin so eine: ich bin eine dunkelziffer.”

Antje Schrupp reagiert auf eine aktuelle Umfrage nach der 80 Prozent der Frauen bei einer Heirat den Namen des Mannes annehmen, aber nur 5 Prozent der Männer den ihrer Ehefrau.

L-Talk stellt Elena Kagan vor, die Barack Obama vergangene Woche als Richterin für den Obersten Gerichtshof der USA nominiert hat. Und hier stellt sie sich selbst vor:

Das Mädchenblog berichtet über sexualisierte Übergriffe auf “queeren” Parties

Die Grimme-Online-Award Nominierungen sind da! Nachdem wir vergangenes Jahr nur “knapp” an der Auszeichnung vorbei geschrammt sind, drücken wir dieses Jahr allen Nominierten die Klick-Daumen.

Sina antwortet auf den Vorwurf fehlender Solidarität unter Huren

Neue oder interessante Blogs, die einen Blick lohnen sind diese Woche  Dafne – Das feministische Netz und Stadt der Frauen.

Und noch ein Termin: der Väterblog weist auf den Workshop ‚Maskulisten und neue Väter Bewegung – wer diskriminiert hier eigentlich wen?’ hin, der beim Visionskongress der Grünen Jugend am 21. Mai in Göttingen statt findet.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


Facebook | |


Gute Nachricht für Lebenspartner_innen

30. März 2010 von Helga

Seit 2001 sind in Hessen gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften möglich – seit dem 25. März 2010 sind nun die Partner_innen von Beamten den Verheirateten gleichgestellt. Dies macht sich vor allem bei der Beamtenbesoldung und -versorgung bemerkbar. Allerdings, so die FAZ, gilt das Gesetz nicht rückwirkend, obwohl die Kosten mit 60.000 Euro pro Jahr relativ gering wären.

Die einhellige Zustimmung zeigt nach Darstellung von Jürgens, wie sehr sich die Einstellung zu gleichgeschlechtlicher Liebe im Laufe der Jahre geändert hat. Nach 1957 habe das Bundesverfassungsgericht geurteilt, „gleichgeschlechtliche Betätigung“ verstoße gegen das Sittengesetz. Einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen erwachsenen Männern bleiben damit strafbar. Erst 1969 sei die Strafandrohung entschärft und 1994 ganz abgeschafft worden.

Vorausgegangen war dem Ganzen ein jahrelanger Streit mit mehreren gescheiterten Gesetzesentwürfen. Immerhin wurde die Änderung, auch Landtagsabgeordnete und ihre Partner_innen miteinzubeziehen, in letzter Minute noch mit in das Gesetz aufgenommen.


Facebook | |


Kampf um das Heiratsalter im Jemen

25. März 2010 von Helga

Vor zwei Jahren machte die gerade einmal 8-jährige Nojoud Mohammed Ali weltweit Schlagzeilen, als sie sich von ihrem 22 Jahre älteren Ehemann scheiden liess. Nun ist sie, mit vielen weiteren Frauen, wieder aktiv:
Sie kämpft für ein neues Gesetz im Jemen, mit dem Mindestalter für Heiratende eingeführt werden sollen. Nach den bisherigen Vorschlägen sollen Mädchen mindestens 17 und Jungen 18 Jahre alt sein. Eltern, die sich nicht daran halten, würden künftig mit einer Geldstrafe von umgerechnet 500 US-Dollar oder bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Konservative Abgeordnete sehen darin einen Verstoß gegen die Sharia und versuchen das Gesetz zu verhindern.

Am Montag protestierten nun hunderte Aktivistinnen vor dem jeminitischen Parlament für das neue Gesetz. 50 von ihnen trafen sich dem Parlamentssprecher, der ihnen u.a. vorschlug, auf die Strafe für Eltern zu verzichten. Die Aktivistinnen wollen jedoch weiter für das komplette Gesetz kämpfen. Gegenüber The National erklärte Nojoud:

“I went to ask the parliament not to touch the law that sets the marriage age at 17 years,” said Nojoud. “We have presented to them signatures from all over the country. Children like me should be protected and should go to school.”

„Ich bin zum Parlament gegangen um sie zu bitten, das Gesetz nicht anzurühren, dass das Heiratsalter auf 17 Jahre setzt.” sagte Nojoud. „Wir haben ihnen Unterschriften aus dem ganzen Land präsentiert. Kinder wie ich sollten beschützt werden und sollten zur Schule gehen.”


Facebook | |


Frauen sind das Kapital

19. März 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 20 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Die Telekom will nun also eine Frauenquote von 30 Prozent einführen. Nach langem Ringen endlich ein feministischer Erfolg? Im Gegenteil: Es ist einer der Wirtschaft

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Bei kaum einem anderen Geschlechter-Thema habe ich mir in der Vergangenheit so den Mund fusselig geredet, wie bei dem Thema „Quote“. Es ist ein klassisches Spalter-Thema. Auf der einen Seite stehen meistens diejenigen, die als „Hardcore“-Feministen abgestempelt werden. Auf der anderen Seite diejenigen, die ‘wir’ dann „Betonköpfe“ schimpfen. In der Regel wird die Diskussion bis auf die Grundfesten der Verfassung geführt: Was sagt das Grundgesetz? Und: Was ist gerecht? Bislang endeten die Diskussionen meistens – außer im politisch grünen Umfeld – mit einer moralischen Entwertung derjenigen, die Quoten forderten. Oder sie wurde damit geschlossen, dass die Frauen doch einfach selbst schuld seien, wenn sie es nicht alleine schafften und man die Sache doch nun nicht den armen Männern anhängen könne. Ach so: Nicht zu vergessen das Argument von den schlecht qualifizierten Frauen, die dann die viiiieeel besseren Männer verdrängten.

Das waren noch Zeiten, als die Fronten so einfach, so klar waren. Als Gerd Schröder die Frauenpolitik als „Gedöns“ und das Geschwätz von der Quote als nicht diskutabel betrachtete. Es war am 17. März 2009, als sich der Wind entschieden drehte. Da saß eine Runde hochkarätiger Frauen aus Business und Politik im Willy-Brandt-Haus an einem rundem Tisch, zusammen mit Franz Müntefering, damals noch Vorsitzender der SPD. Sie hatten gute Argumente dabei: Studien. Eigene Erfahrungen und ein ausgefeiltes Konzept namens „Nürnberger Resolution“. Diese unterzeichnete der SPD-Chef am 17. März und von da an nahm es um das Thema Quote eine Wende in Deutschland. (weiterlesen …)


Facebook | |



Anzeige