Einträge mit dem Tag ‘gute Idee’


Let’s Work It

29. August 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 19 von 20 der Serie Sex am Morgen

Dieser Morgen-Sex ist ein richtig hartes Stück Arbeit. Die Vulva-Spots verlinken dieses Mal nicht nur fluffig-leichtes Zeug für nen Quickie, sondern auch lange und interessante Texte, die mehr euren Kopf als euren Körper beschäftigen dürften. Das gilt auch fürs Kopfrechnen, denn es gibt gute Methoden, im Internet die Kohle zu kriegen, um mit den eigenen Projekten dem sexuellen Mainstream etwas entgegen zu setzen.

Eine neue US-Studie will heraus gefunden haben, dass Promiskuität bei jungen Frauen einen messbar negativen Einfluss auf ihr Bildungsniveau habe. Haha, da kann man echt nur drüber lachen. Das Magazin “Materialien und Informationen zur Zeit” (MIZ) tut genau dies und enttarnt in einem äußerst lesenswerten Artikel die christliche Keuschheitsbewegung, die hinter solchen Erkenntnissen steckt.

Rachel Rabbit White bloggt über “(A)sexual”, die Dokumentation über den New Yorker Asexuellen-Aktivisten David Jay.  Toll, dass ausgerechnet eine Sex-Bloggerin schreibt, das keinen Sex zu haben auch völlig in Ordnung sei – auch wenn es Gegenstimmen gibt, die sagen, wer keinen Sex habe bzw. sich nicht sexuell fühle, unterdrücke etwas. Da sind wohl noch einige Fragen offen – weiß auch White und stellt diese einfach mal in die UserInnen-Runde.

In den USA fand vergangenen Sonntag erneut der Oben-ohne-Tag statt, der die Gleichberechtigung weiblicher Oberkörperfreiheit fordert. Focus.de zeigt einen Video-Beitrag, der – ähnlich wie bei den Slutwalks – das geil-auf-nackte-Haut-Interesse dokumentiert. Lieber mal bei gotopless.org umschauen und, wie es aussähe, wenn Männer ihre Oberkörper mit Bikinis verdecken müssten.

Moskau hat sein erstes Sex-Museum jubelt sueddeutsche.de. Da steht zwar ein Riesen-Phallus am Eingang, aber die Vulva lässt sich nur an den Darstellungen von Stripper-Puppen und anderen ‘sexy’ Exponaten erahnen. Überhaupt, Russland pflegt die übliche Doppelmoral, traditionelle Werte hochzuhalten und gleichzeitig Bikini-Mädchen und Miss-Wahlen für öffentliche Veranstaltungen zu nutzen.

An ein Projekt glauben, aber kein Geld für die Realisierung haben? Crowdfunding, also Geld übers Internet sammeln, könnte die Lösung sein. In nur zwei Tagen konnten Designer so einen neuartigen Vibrator finanzieren lassen, auch der ‘PorNeofilm’ “Hotel Desire” mit Schauspielern wie Clemens Schick und Anna Maria Mühe konnte so realisiert werden.


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Mutterschaft als feministisches Thema

26. August 2011 von Anna-Sarah

Im Themenspecial „Bambini statt Bambule – wenn Linke zu Eltern werden” der Jungle World erschien gestern ein äußerst lesenswerter Artikel von Sonja Eismann, in welchem sie feststellt:

“Während in den siebziger Jahren Feministinnen Kinderläden gründeten, ist Mutterschaft in feministischen und queeren Debatten heute kein großes Thema mehr. Das sollte sich ändern.”

Eismann, u.a. und übrigens gemeinsam mit Mädchenmannschaftskollegin Verena im Team des Missy Magazine, beschreibt treffend und anschaulich die wider­sprüchlichen, aber wirkmächtigen Erwartungshaltungen, die an (werdende) Mütter von verschiedenen Seiten herangetragen werden – und kommt dabei schönerweise  ganz ohne das in diesem Themendunstkreis gerne mal herum­lungernde Femi­nis­mus­bashing aus, was von einer Sonja Eismann aber natürlich auch nicht anders zu erwarten war:

“Während ich im Verlauf der Schwangerschaft mit unzähligen Vorschriften und Regulierungen meines Verhaltens zum Wohl des ungeborenen Kindes als verantwortungsbewusste werdende Mutter vergesellschaftet werden sollte, wurden aus dem »alternativen Milieu« ganz umgekehrte Anliegen an mich herangetragen, die von der Angst zeugten, ich könne mich diesem Prozess widerstandslos unterwerfen. Vorsorgeuntersuchungen, Verhaltensvorschriften, Medikamente, Kurse und massenweise Produkte auf der einen Seite, Ängste vor Verspießerung und Akzeptanz des Status quo durch gezügelten Ausgeh- und Genussmittelkonsum auf der anderen.”

(Full disclosure: Ich selbst beobachte an mir bisweilen duchaus auch das notorisch schlechte Muttergewissen – allerdings weniger meinem Kind gegenüber, weil es seit Jahren auch “fremdbetreut” wird, wie es so bezeichnend heißt, sondern eher meinem feministischen Bewusstsein gegenüber, weil ich überhaupt ein Kind bekommen habe. Schon allein deshalb, wie jede_r, die/der Verantwortung für ein kleines Kind trägt, weiß: Jeglicher Selbstbestimmung im auch nur halbwegs engeren Sinn wird damit erstmal ruckartig der Boden unter den Füßen weggezogen. )

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Schlampen und Schützinnen – die Blogschau

21. August 2011 von Anna-Sarah

Letzten Samstag wurde deutschlandweit geslutwalkt (siehe auch unser aktuelles Dossier), was auf ein großes Medienecho stieß.  Auch die heutige Blogschau widmet sich vornehmlich der Nachlese des wohl wichtigsten feministischen Großereignisses, das hierzulande in den letzten Wochen stattfand.

Impressionen vom Slutwalk in Berlin berichten die Ruhrbarone und Kweens.

Einen Demo-Bericht gibt es auch in der taz, wo der Slutwalk als explizit feministische Aktion eingeordnet wird. Neben Hintergründen und Ausblicken werden auch den hier bereits thematisierten negativen Aspekten der grundsätzlich ja durchaus angestrebten Öffentlichkeitswirksamkeit der Slutwalks  Raum gegeben.

Paula ärgert sich über das Auseinanderklaffen von Realität und medial vermitteltem Eindruck der Slutwalks und veranschaulicht diese Diskrepanz, indem sie selbst aufgenommene Fotos vom Slutwalk Berlin  dem jeweils ersten Satz aus Online-Artikeln gängiger Massenmedien entgegensetzt. Gute Idee!

Zum nochmal selber nachgucken: Viele schöne, lustige oder auch ärgerliche Bilder und Eindrücke vom Slutwalk Berlin bieten – neben den diversen Slutwalk-Seiten im Netz und auf Facebook – der entsprechende youtube-Channel sowie der  Fotopool auf flickr, der mit selbst geschossenen Fotos befüllt werden kann. Slutwalk-Bilder gibt es auch von Barbara Muerdter und dem Kotzenden Einhorn.

Spreemieze schenkt uns einen persönlichen Blick auf die Slutwalkbewegung vor dem Hintergrund eigener Gewalterfahrungen und erinnert an machtvolle Vergewaltigungsmythen.

Noch  Schwung vom Slutwalk und Power, weiterzumachen?  Das Mädchenblog stellt noch einmal die Hollaback!-Bewegung vor, die inzwischen auch in Berlin und Dortmund vertreten ist und sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit vernetzt “Erfahrungen mit sexualisierten Übergriffen öffentlich zu machen, zurück zu pöbeln (das bedeutet Hollaback! übersetzt) und den alltäglichen Sexismus zur Sprache zu bringen”. Außerdem wird erläutert, wie mitgemacht werden kann.

Ein “weiblicher Ninja” in der Tasche, der bei Pöbeleien gegen lesbische Mädchen eingreift: Eirika (18) aus Reykjavik hat diese Idee in ihrem Kurzfilm ‘Doppelaxt’, einem von drei Kurzfilmen, die bei einem Workshop des Dortmunder Medienprojekts queerblick e.V. während eines Sommercamps vom Jugendnetzwerk Lambda entstanden sind, umgesetzt. Insgesamt “20 schwule, lesbische und transidente Jugendliche aus Island, Frankreich, Israel, Finnland und Deutschland” haben laut queerblick e.V. ihre eigenen Kurzfilme produziert. Zu sehen sind die Filme im einer Spezialausgabe des Magazins ‘queerblick’, die von den Workshopteilnehmer_innen selbst moderiert wurde.

Nadine hat hier bereits über Störerabwehr per Wasserbomben berichtet, wie sie die Frankfurter Slutwalker_innen vorgemacht haben. Ein Zurückschießen ganz anderer Art:  Der Schützenverein Schwitten im Sauerland hat im dritten Anlauf eine Satzungsänderung beschlossen, nach der nun auch Frauen in den Verein aufgenommen werden dürfen. Angeblich folgt er damit einem Trend.

Last not least ein Terminhinweis für alle (Wahl-)Berliner_innen und/oder Reisefreudigen: Ab 25. August soll in Berlin an jedem letzten letzten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Sonntagsclub ein Stammtisch für alle Bisexuellen stattfinden. Laut Eigeninfo will der Bi-Stammtisch Berlin allen Bisexuellen, Unentschlossenen und Neugierigen die Möglichkeit geben, in fröhlicher Runde  zwanglos miteinander ins Gespräch zu kommen.


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Generisches Femininum

11. August 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 48 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Luise F. Pusch, Klassikerin der deutschsprachigen feministischen Linguistik, hat bereits vor gut 20 Jahren erläutert, warum das euphemistisch so genannte „generische Maskulinum“ alles andere als generisch ist. Die Bremerhavener Nordseezeitung  scheint es sich zu Herzen genommen zu haben:
Das Zeitungsfoto zeigt acht in einer Reihe aufgestellte Mitglieder der Trampolin-Turnerinnen des Sportvereins Lehe (Bremerhaven), welche laut Zeitungsnachricht Bezirksmeisterinnen wurden. Die Namen der abgebildeten Kinder werden genannt.

Zumindest nach landläufig-konventioneller Lesart befinden sich im Trampolinteam auch mindestens zwei Jungs. Trotz der Möglichkeit, dass auch Matt und Fabio Mädchen sind oder sich als solche identifiziert wissen möchten (und trotz des grammatischen Schnitzers in der Headline: “Turnerinnen sind Meister”), also mal ein herzerfrischendes Gegenbeispiel zum nach wie vor herrschenden sprachlichen Trend…


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Hass zahlt sich manchmal aus

27. Mai 2011 von Magda

MsMagazine berichtet, wie man homophobe Störenfriede mal so richtig ärgern kann. Als die Komikerin und Homosexuellenrechtlerin Lisa Lampanelli erfuhr, dass die menschenverachtende Gruppe der Westboro Baptist Church plane, vor ihrer Show mit deren berühmt-berüchtigten God hates Fags - Schildern (“Gott hasst Schwuchteln”) aufzuschlagen, versprach sie, für jedes Mitglied dieser Gruppe, das mit homofeindlichen Schildern und Sprüchen stört, $1000 Dollar an die Gay Men’s Health Crisis zu überweisen – eine Gesundheitsorganisation, die sich u.a. für Aids-Prävention einsetzt. 48 Demonstrierende kamen, Lampanelli rundete auf und schrieb einen Scheck über 50.000 Dollar, die nun im Namen der Westboro Baptist Church gespendet werden. Diese darf sich dann über die zahlreichen Dankeskarten freuen.

Applaus für Lisa Lampanelli, die mit ihrem Geld und mit dem schwer zu bekämpfenden Hass kreativ und effektiv umgeht. Dies ist ein weiteres, schönes Beispiel dafür, wie mensch Hass monetarisieren kann.


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Safe and Sexy

9. Mai 2011 von Verena

Jezebel stellt das Projekt “Safe and Sexy” der Künstlerin Sarah Hughes vor, die Frauen in unterschiedlichen Ländern fotografiert hat. Einmal in dem Outfit, in dem sich sich wohlfühlen und in dem, in dem sie sich sexy fühlen. Interessanterweise sei der Unterschied zwischen beiden Outfits in Ländern mit hoher Gleichberechtigung geringer gewesen als in Ländern, in denen Geschlechter massiven Rollenzuschreibungen unterliegen, berichtet Hughes. Meine erste Reaktion ist, wieso sich sicher fühlen und sexy sein einander ausschließen müssen. Und ob was sexy ist allein der männliche Blickwinkel definiert. Argumente, die sich nicht wirklich bestätigen wollen, wenn man sich folgendes Video ansieht, das Hughes’ Arbeit dokumentiert.

Watch the full episode. See more Need To Know.


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rp11 – Girls Can Netzpoesie

9. April 2011 von Verena

Vom 13. bis zum 15. April findet die re:publica 11 in Berlin statt. Höchste Zeit also, den Schedule nach weiblichen Speakern abzugrasen. Und Yeah!, das female Gras wächst üppiger und sichtbarer denn je. In loser Folge stellen wir euch in den kommenden Wochen einige Ladies@re:publica vor.

 

Heute: Annina Luzie Schmid

 

 

Wie bist du im Netz unterwegs?
Webseite: anninaluzieschmid
Blog: girlscanblog und wordsonawatch

Twitter:

  • @anninaluzie
  • @freielanze
  • @girlscanblog
  • @wordsonawatch
  • Wie ist der Name deiner Veranstaltung?
    Netzpoesie – Von Review-Blogs und Lyrikseiten.

    Was passiert da?
    Simone Finkenwirth, auch bekannt als die Klappentexterin, und ich werden von Literaturblogs und Lyrik im Netz erzählen. Jeweils etwa eine halbe Stunde: Sie über Bücher, ich über Gedichte.

    Wieso liegt dir das am Herzen?
    Mir liegt das Thema Netzpoesie aus verschiedenen Gründen am Herzen: Zum einen bin ich selbst ja nicht nur Bloggerin, sondern auch Lyrikerin: Mein erster “richtiger” Blog Words On A Watch ist ein Lyrikblog. Zum anderen bietet das Netz Poeten und Verlagen viele wunderbare Möglichkeiten. Auf ein paar dieser Möglichkeiten möchte ich in meinem Vortrag eingehen, außerdem anhand meiner eigenen Geschichte ein paar typische Stationen nachzeichnen, vielleicht ein paar Tricks und Kniffe verraten. Simone wird das aus ihrer Buchhändlerinnen-Perspektive ähnlich angehen, denke ich.

    Wo und wann findet euer Vortrag statt?
    Tag 2, also Donnerstag, um 11.00 Uhr in der Kalkscheune. Unser Termin ist als “Workshop” eingetragen, wir werden also auf jeden Fall auch Fragen aus dem Publikum beantworten.

    Wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit der re:publica?
    Keine. Letztes Jahr war ich nur auf dem Real-Life-Treffen der Girls On Web Society, das ich damals mitorganisiert habe. War große Klasse, kann ich nur jeder empfehlen! Man braucht keine Eintrittskarte für die Re:publica und kann einfach so vorbeikommen. Mehr Infos dazu gibt es in der Girls On Web Society-Facebook Gruppe.

    Hast du das Gefühl, dass Frauen auf Panels und in Workshops aktiv präsent sind?
    Na, das hoffe ich doch! Es scheinen ja dieses Mal einige dabei zu sein.

    Was sind deine Erwartungen an die re:publica in diesem Jahr?
    Och, ehrlich gesagt möchte ich in erster Linie Leute treffen und kennenlernen. Und Spaß haben, klar. Was lernen wäre zwar auch schön, wichtiger als Daten und Fakten sind mir persönlich aber die Menschen hinter den jeweiligen Internetprojekten.


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    Hacking social media – Feminist_innen im Web 2.0

    8. April 2011 von Helga

    Auf der rp:11 gibt es zu diesem Thema von Kathrin Ganz und mir das Panel „Shitstorm? You can do it!“, am 13. April um 12 Uhr. Dort werden wir außerdem das neue Projekt Hatr vorstellen.

    Was offline die Insiderwitze sind, sind im Internet die Memes: sog. Inter­­net­phäno­­mene. Ob per Video oder Bild, mehr oder weniger witzige Sachen werden per Mail, Facebook oder Twitter versendet. Spätestens wenn jede_r seine eigene Ver­sion erstellt hat, ist das Kultmeme perfekt. Leider sind viele Memes all das, was auch schon im realen Leben scheiße ist (Triggerwarnung!): be­hin­der­ten­feind­lich, rassistisch, homophob oder einfach nur brutal frauen­ver­ach­tend.

    Schon fast legendär ist eines der ältesten Gegenmittel von Feminist_innen und anderen Aktivist_innen: Die Bingo-Karte. Hier werden die häufigsten Aussagen von Trollen und die einschlägigen Abwertungen in Diskussionen gesammelt. Ob sexualisierte Übergriffe (inzwischen auch in der Assange-Edition) oder Rassismus, Goo­­gle findet für alles eine Bingo-Karte.

    Nach dem Vorbild der LOLcats gibt es inzwischen eine Reihe an Memes, bei denen die verschiedensten Bilder von Internetuser_innen mit noch unterschiedlicheren Be­schriftungen versehen werden. Das erste berühmte feministisch inspirierte Meme war dann der “Privilege Denying White Dude”, das abschätzig schauende weiße junge Männer zeigte. Dazu die besten Mansplainersprüche, denn schließlich wissen weiße, heterosexuelle Männer am besten, welche Probleme Frauen und Minderheiten wirklich plagen und wie sie am besten gelöst werden können. Hier ließ das Gegenmeme nicht lange auf sich warten. Schon der Name, “Feminist Cunt” (Feministische Fotze), war so hasserfüllt und beleidigend, wie einschlägige Kom­men­tare es erwarten lassen.

    Auch auf Twitter haben Feminist_innen mit eigenen Kampagnen schon viel er­reicht. Wichtig sind dabei vor allem die Hashtags – Stichwörter, die mit einem # ver­sehen für Aufmerksamkeit sorgen und alle Tweets zusammenbringen. So gab es im Zuge der Diskussionen um Julian Assange die schwedische #prataomdet (Sprich darüber)-Kampagne, die es weltweit in die Medien brachte. Auch wir be­richteten, wie sich immer mehr Schwedinnen und Schweden zu Grenz­­ver­letzungen in intimen Beziehungen äußerten. Die massive, direkte An­sprache an Filmemacher Michael Moore und Talkshowmasterin Rachel Maddow war ebenfalls erstmal dank Twitter möglich. Sie brachte den #MooreandMe-Twitter­_innen eine öffentliche Klarstellung, in der Moore mehr Vertrauen und Respekt gegenüber Ver­gewalti­gungs­opfern forderte. In den letzten Wochen haben türkische Aktivist­_innen mit #defnejoy eine Diskussion über ihre sexistischen, rassistischen und homophoben Medien angestoßen. Ein Kolumnist hatte impliziert, der Tod der Fern­seh­moderatorin Defne Joy Foster sei aufgrund ihres angeblich unmoralischen Verhaltens verdient gewesen. Die Petition zur Kampagne haben bereits fast 8.000 Menschen unterschrieben.

    Schließlich lässt sich auch Formspring anders als von den Macher_innen geplant verwenden. Statt als Frage-Antwort-Seite benutzt die 3.000 campaign es als Möglichkeit, anonym von sexualisierter Gewalt zu berichten. Ziel der Kampagne ist es dabei, Aufmerksamkeit auf dieses große Problem im US-Universitätssystem zu richten; Vor allem, weil die meisten Übergriffe niemals angezeigt werden. 3000 bezieht sich dabei auf die Anzahl der Student_innen, die an der George Wash­ing­ton University, von der die Initiative ausgeht, vermutlich sexuelle Gewalt erfahren.


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    rp11 – Zeig mir dein Profilbild und ich sage dir wer du bist

    4. April 2011 von Verena

    hellblauer Hintergrund auf dem oben 'Meet me @' (das letzte Zeichen ist eine Mischung aus @ und ♀, dem Frauenzeichen) steht, darunter bunte Stickereien, darunter re:publica XI 13. - 15. April 2011, BerlinVom 13. bis zum 15. April findet die re:publica 11 in Berlin statt. Höchste Zeit also, den Schedule nach weiblichen Speakern abzugrasen. Und Yeah!, das female Gras wächst üppiger und sichtbarer denn je. In loser Folge stellen wir euch in den kommenden Wochen einige Ladies@re:publica vor.

     

    Heute: Kixka Nebraska

     

    Wie bist du im Netz unterwegs?
    Auf Flavors.me und als ProfilAgentin

    Wie ist der Name deiner Veranstaltung?
    // ICONS // Eine ikonografische Profilbildanalyse der deutschen Digital-Szene

    Was passiert da?
    Die Idee ist ein eher feuilletonistischer Vortrag über die Profilbilder einiger exemplarischer “Heldinnen und Helden” der Digital-Bewegung; der deutschen Blog- und Twitter-Szene. Die Wertschätzung bei Twitter in Form von Favsternchen, Retweets und Followern richtet sich nicht auf das Bild, sondern auf die “hinter” dem Bild präsentierte und präsente Wahrheit. Doch nicht nur bei gelungenen Computer-Icons liegt der Vorteil unter anderem in ihrem hohen Wiedererkennungswert. Es ist der  Versuch einer Analyse der klassischen Vorbilder, Analogien und Entwicklungen, kombiniert mit meinen Assoziationen und Projektionen. Ein wenig To-do und not-to-do für Profilbilder mit einem Exkurs zum Thema Gesichtserkennung ergänzt meinen Vortrag. Das Ganze ohne Sascha Lobo, einfach, weil es geht ;)
    Und um das “ikonografisch” im Titel zu erklären: Ja, ich habe irgendwann einmal Kunstgeschichte studiert - im Vortrag wird aber auch die Dating-Plattform okcupid eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielen.

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    rp11 – Lokale Helden @misscaro

    1. April 2011 von Verena

    hellblauer Hintergrund auf dem oben 'Meet me @' (das letzte Zeichen ist eine Mischung aus @ und ♀, dem Frauenzeichen) steht, darunter bunte Stickereien, darunter re:publica XI 13. - 15. April 2011, BerlinVom 13. bis zum 15. April findet die re:publica 11 in Berlin statt. Höchste Zeit also, den Schedule nach weiblichen Speakern ab­zugrasen. Und Yeah!, das female Gras wächst üppiger und sichtbarer denn je. In loser Folge stellen wir euch in den kommenden Wochen einige Ladies@re:publica vor.

     

    Heute: Carolin Buchheim
     

    Unter welchem Namen trittst du im Netz auf
    Als Caro Buchheim
    Dein Blog? fudder.de und misscaro.blogspot.com
    Twitter? @misscaro

    Wie ist der Name deiner Veranstaltung?
    “Wie wird man zum Local Hero? Lokaljournalismus im Internet”

    Was passiert da?
    Bei meinem Diskussionspanel mit den Machern (die eingeladene Macherin ist leider verhindert) von Webauftritten von Regionalzeitungen und erfolgreichen Lokalprojekten soll es um die Frage gehen, wie guter Lokaljournalismus im Internet aussehen kann. Wie gehen Verlage und  Journalisten mit der Heraus­forderung ‘Online im Lokalen’ um? Und wie hat sich das Spielfeld durch Blogs, engagierte Einzelprojekte und das Social Web verändert?

    Wieso liegt dir das am Herzen?
    Weil ich leidenschaftlich gern nicht nur Online- sondern Online-Lokaljournalistin bin. Das Thema “Hyperlocal” wird alle Jahre wieder als nächster große Netztrend ge­hypet, aber die Entwicklung in Deutschland ist eher schleppend – warum eigentlich? Außerdem wird über Lokal- und Regionalzeitungen und ihre Bemühungen im Netz gerne mal gemeckert (geht auch immer gut) und gute Entwicklungen übersehen. Ich finde: genauer hingucken ist der erste Schritt zur Verbesserung. Also  machen wir das doch mal.

    Wo und wann findet deine Veranstaltung statt?
    Am 15.4. um 14 Uhr in der Kalkscheune, im kleinen Saal

    Wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit der re:publica?
    Gut! Ich bin froh, dass sie langsam aber sicher mehr wird als nur Klassentreffen und Konsens-Club, auch wenn ich Klassentreffen und Konsens extrem gerne mag.

    Hast du das Gefühl, dass Frauen auf Panels und in Workshops aktiv präsent sind?
    Ja – und zwar jedes Jahr mehr. Ganz klar auch, weil wir alle die Debatte dazu 2009 angestoßen haben.

    Was sind deine Erwartungen an die re:publica in diesem Jahr?
    Wie immer: Klassentreffen, Inspiration, Netzwerken. Juchhu!


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