Einträge mit dem Tag ‘Gewalt’


Akif Pirinçcis Hass, Abtreibungen auf dem Meer und ein Gedicht von June Jordan – kurz verlinkt

16. April 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 231 von 231 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Nadia schreibt beim Gunda Werner Institut zu Akif Pirinçcis neuem Buch “Deutschland von Sinnen” und meint, der “Buch-Erfolg [sei] zwar ärgerlich und höchst bedenklich, als psycho-soziales Dokument deutscher (oder: eingedeutschter) Hegemonie jedoch auch wieder ein aufschlussreiches Barometer”.

Hinz&Kunzt berichtet über Shila Begum, eine der überlebenden Näher_innen des Rana-Plaza-Unglücks in Bangladesch, und ihren Einsatz für Entschädigungen.

In Berlin wurde bei der Überparteilichen Fraueninitiative ein Beirat für die Vorbereitung einer Fachtagung zur Situation obdachloser Frauen gegründet.

Racial Profiling trifft auf Sexual Profiling im Kontext des “Kampfs gegen Prostitution” – menschenhandel heute berichtet.

englischsprachige Links

[Inhaltshinweis: Gewaltbeschreibungen] Auf Salon.com schreibt Brittney Cooper über die vielen Formen von Gewalt, der Schwarze Mädchen und Frauen besonders augsesetzt sind – und wie diese kaum besprochen und bekämpft werden.

Bitch Magazine bespricht den neuen Dokumentarfilm “Vessel” über die Organisation “Women on Waves”, die Abtreibungen auf Schiffen durchführt, um so Verbote zu umgehen. (Ein Interview mit der Gründerin der Organisation gibt es auf deutsch bei der an.schläge.)

“Sometimes, when this happens, when a thin person realizes that they’ve just disgorged a bunch of rank fat hatred right into my fat face, they apologize. Often in a way that exacerbates the offense. But mostly, they try to convince me that they’re not talking about me. That those other fat people were gross in a way that I’m not.” – Shakesville schreibt zu fat hatred, Vorurteilen und Raumeinnahme.

In den USA wird gerade National Poetry Month begangen. Feministing postet aus diesem Anlass täglich feministische Gedichte, gestern zum Beispiel June Jordans “Poem About my Rights”. [Inhaltshinweis: Beschreibung (sexualisierter) Gewalt]

Ein #TwitterEthics Manifesto wurde bei Model View Culture veröffentlicht.


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Vielleicht hat er Frauen gehasst, aber seine Literatur ist doch genial!

2. April 2014 von Charlott

[Inhaltshinweis: Beschreibungen von Gewalt]

Auch wenn in den letzten Jahrzehnten von vielen Seiten am Literaturkanon gerüttelt wurde, im Mainstream kommen kleine Errungenschaften nur langsam an. Dieselben Autoren (männlich, weiß) wie eh und je werden gefeiert und deren Lebensgeschichten zu Mythen verwoben, in denen Frauen häufig auf den Platz der liebenden Ehefrau, Muse oder Zerstörerin verwiesen werden (alles fein säuberlich in heteronormativen Vorstellungen verankert). Der Sexismus und die Misogynie in den Texten der Autoren wird im besten Fall “auf die damalige Zeit” geschoben oder als “satirische Verarbeitung” verstanden; die gelebte Gewalt gegen Frauen in ihren Umfeldern wird schnell zu kleinen Anekdoten. Anekdoten, die dazu beitragen, den Mythos um die jeweiligen Autoren aufrecht zuerhalten. Das Vokabular, welches dazu entwickelt wurde: Kompromisslos. Berüchtigt. Genial. Kontrovers.

Nehmen wir T.S. Eliot. Einer der bedeutendsten Dichter des 20. Jahrhunderts, wie uns die Mainstream-Literaturgeschichte erzählt, und der Aussprüche wie den folgenden traf: “There are only a half dozen men of letters (and no women) worth printing.” (“Es gibt nur ein halbes Dutzend Schrifststeller (und keine Frauen), die es wert sind, gedruckt zu werden.”) Im Jahr 1915 heiratete er Vivienne. Ihre Geschichte zu rekonstruieren ist schwierig, denn nicht nur zeitgenössische Berichte, sondern auch Rückblicke neigen zu krassesten Pathologisierungen, die die Story darunter vollkommen übermanteln. Ihre eigenen Tagebücher sind ebenfalls nicht mehr zugänglich, da die zweite Frau Eliots diese an sich nahm. Fest steht aber, dass T.S. Eliot sich 1933 von ihr trennte und von da an alles daran setzte, kein Wort mehr mit ihr zu wechseln (geschieden aber wurden sie nie). Fünf Jahr später wurde sie durch ihren Bruder in eine psychatrische Anstalt eingeliefert. Dieser gab später selbst zu Protokoll: “She was as sane as I was. What Tom [Eliot] and I did was wrong. I did everything Tom told me to.” (“Sie war genauso bei Verstand wie ich. Was Tom (Eliot) und ich gemacht haben, war falsch. Ich habe alles gemacht, was Tom mir gesagt hat.”) Sie starb 1947 unter nicht ganz klaren Umständen in der Anstalt. Ein Jahr später erhielt Eliot den Literaturnobelpreis.

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Problemponies, Pansexualität, Polizei – die Blogschau

1. März 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 236 von 243 der Serie Die Blogschau

“Es gibt für uns viele gute Gründe, knuffige Ponys als Titelbild zu haben. Noch mehr Gründe gibt es für uns aber, Ponys aus einer rassistischen Serie vom Titelbild zu entfernen” – die trans*geniale f_antifa erklärt, was an ‘My Little Pony’ problematisch ist.

“Häufig wird queer verwendet, um ein Begehren zu beschreiben, das nicht in ein binäres System passt und ich finde es gut, dass versucht wird andere Begriffe zu nutzen, um queer nicht zunehmed zu verkürzen. Allerdings halte ich “Pansexualität” dabei nicht für die Lösung. Warum?” – Don’t Degrade Debs, Darling! erläutert.

Wahrscheinlich geht kaum jemand gern zur Zahnbehandlung – für traumatisierte Menschen, für Gewaltüberlebende kann dieses Setting jedoch noch mal eine besondere Welt von Herausforderungen darstellen. Wie damit umgehen, wie mit der behandelnden Person darüber kommunizieren, was erwarten (dürfen/können), welchen Raum nehmen? C. Rosenblatt teilt bei Ein Blog von Vielen ihre Erfahrungen und Gedanken dazu.

Ebenfalls gefunden bei Ein Blog von Vielen: Das Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg untersucht die Anzeigebereitschaft nach sexuellen Grenzverletzungen und sexueller Gewalt und sucht Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Online-Befragung, 

Und: Pro Choice Marburg hat Termine rund um den Frauenkampftag zusammen getragen!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Konservativer Kuchen, empowernde Musik, obdachlose Familien – die Blogschau

24. Februar 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 235 von 243 der Serie Die Blogschau

Du brauchst keine Vagina um eine Frau zu sein – das Mem zum teilen und verbreiten gibt es bei Trouble X. Als Bonus dazu wichtige Links zu (sexualisierter) Gewalt und One Billion Rising.

Keine Ausreden mehr von wegen “wir wollten ja, aber wir kannten keine_n”: das Bündnis Mind The Trap hat eine Liste von Wissenschaftler_innen und Kulturschaffenden zu den Themen Migration, Ableismus, Rassismus, Postkolonialität und Repräsentation.

“Und während garstige, engstirnige Konservative ihren ollen Kuchen verteidigen, essen wir™ Torte” – Teariffic will gar nix abhaben von normativen Trockengebäck.

Jayrôme hat eine tolle Playlist mit empowernden Songs von Trans* und genderqueer Musiker_innen zusammengestellt – genau genommen schon zwei.

Danger! Bananas stellt vor und empfiehlt: das soeben veröffentlichte Dossier “Asian Germany” von der Heinrich-Böll-Stiftung.

“Der „Defekt“, wenn es ihn denn gibt, ist auf Seiten desjenigen, der das öffentliche Verbreiten seiner Angst als vermeintliche Stärke tarnt, und unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung Hass und Verachtung predigt.” – Sandra Charlotte reichert über Heterosexismus und sein mediales Schaulaufen.

Über (mangelnden) Mutter- und Kinderschutz für obdachlose Familien berichtet Hinz & Kunzt – zwar mit ein paar problematischen Abgrenzungen, aber ein wichtiges Thema.

Die Inititative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt fragt: Wie kümmern wir uns eigentlich um sexualisierte Gewalt – individuell, gesellschaftlich und juristisch?

Anders deutsch hat in verschiedenen Blogbeirägen eine Menge Filmrezensionen zur Berlinale geschrieben.

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Antisemitische Briefe, “Unterdrückte Mehrheit” und Ausschlüsse – kurz verlinkt

19. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 223 von 231 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Im Juli 2013 fand  in der Roten Flora in Hamburg der Kongress smash it all_smash sexism zum Themenkomplex Sexismus und sexualisierte Gewalt statt. Jetzt ist beim Feministischen Institut Hamburg ein Kongressbericht erschienen.

“Christiane Taubira vertritt eine Politik, die Privilegien in Frage stellt.”, schreibt Lena Müller bei der FAZ und zeigt auf mit welchen Anwürfen sich die französische Justizministerin auseinandersetzen muss.

In der Radiosendung Zeitpunkte des rbb gab es einen schönen Beitrag zur Ausstellung und dem Buch “Daima. Images of Women of Color in Germany”. Der Beitrag kann noch bis Sonntag angehört werden.

Monika Schwarz-Friesel und ihr Team haben über 14.000 antisemitische Briefe an den Zentralrat der Juden und Israels Botschaft in Berlin analysiert. Die Jüdische Allgemeine interviewt sie zu den Ergebnissen und der emotional aufreibenden Arbeit.

Moch bis zum 15. März kann die “Kieler Erklärung” unterschrieben werden, die dazu auffordert “umgehend eine bundeseinheitliche Lösung zur Übernahme der Kosten ärztlich verordneter Verhütungsmittel für Frauen und Männer mit geringem Einkommen zu finden”.  Die Erklärung soll im März 2014, 20 Jahre nach der Anerkennung des Menschenrechts auf Familienplanung durch die Internationale Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung in Kairo, der Bundesregierung übergeben werden. (Mehr zur Bevölkerungskonferenz in Kairo und reproduktive Rechte erfahrt ihr in unserem Podcast.)

Der Tagesspiegel berichtet über Einstiegs- (und auch Auststiegs-)Beratungen für Sexarbeiter_innen. Neben dem verwirrenden Benutzen der maskulinen Formen gibt es auch einiges anderes Kritikwürdiges am Artikel; dennoch gibt er einen Einblick.

englischsprachige Links

In den letzten zwei Wochen ging der Film Majorité Opprimée (Unterdrückte Mehrheit) durch das Internet und erfreute sich großer Beliebtheit, wurde zig-Mal geteilt und als “augenöffnend” hinsichtlich von Sexismus-Erfahrungen gefeiert. Dabei reproduziert der Film in erster Linie Rassismus, Klassismus und auch Misogynie, schreibt der Guardian. Worauf weder dieser kritische Text, noch die meisten anderen eingehen: Filmfigur Pierre klagt am Ende nicht etwa eine sexistische Gesellschaft an, sondern sagt, “I can’t take this fucking feminist society anymore”, und gibt damit dem ganzen Film auch noch eine ziemlich explizite anti-feministische Wendung.

Julia Jordan-Zachery schrieb bei For Harriet: “For the Tribe of Black Mothers Who Bury Their Murdered Children“.

We have come together as black feminists to commemorate Stuart Hall who died on 10 February, 2014.“, heißt es bei Media Diversified. Sara Ahmed, Gargi Bhattacharyya, Yasmin Gunaratnam,Vera Jocelyn, Patricia Noxolo, Pratibha Parmar, Ann Phoenix, Nirmal Puwar und Suzanne Scafe schreiben dort über ihre Erinnerungen an Hall und seine Einflüsse als Denker.

Zwar ein etwas älterer Artikel, aber die Informationen werden ja nicht alt. Bei Feminspire also gibt es Antworten auf die uralte Frage: Wie finden Menschen mit Brüsten, die einen BH tragen wollen, am einfachsten die richtige Größe heraus?

Gestern wäre Audre Lorde 80 Jahre alt geworden (wir berichteten). Bei Colorlines wurden Zitate von ihr zusammengetragen.

Für das Bitch Magazine hat Tina Vasquez eine ausführlichen (aber in erster Linie US-zentrischen) Text über cissexistische Ausschlüsse in bestimmten feministischen Strömungen, Akteur_innen, und deren Einflüsse geschrieben. (Hinweis: Beschreibung von Zwangs-Outings und Hass-Nachrichten – und beware of the comments…)

Bis zum 9. März werden künstlerische Werke jeglicher Art für eine Ausstellung mit dem Titel “WHAT IS QUEER TODAY IS NOT QUEER TOMORROW” unter der folgenden Prämisse gesucht: “We are seeking creative work aiming at contextualizing, destabilizing, criticizing, enhancing, beautifying and in any way engaging with given trajectories of »queerness« in brave, playful, funny, loving, disturbing, nauseating or any other number of ways.” Mehr Informationen gibt es bei Facebook.

Termine in Berlin

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Fünf Gründe, warum Eve Ensler nicht als Leiterin einer weltweiten feministischen Kampagne akzeptiert werden sollte

13. Februar 2014 von Charlott

Morgen ist es wieder so weit: Der 14. Februar. One Billion Rising. Bereits im letzten Jahr hatten wir im Vorfeld einige Kritiken zusammengetragen, dieses Jahr aber möchte ich den Anlass nehmen, um noch einmal auf Eve Enslers Aktivismus zu schauen. Ensler ist die Initiatorin der Kampagne und untrennbar mit dieser verbunden – genau da fangen auch bereits die Probleme an. Hier fokussiere ich mich auf fünf (natürlich auch irgendwie miteinander verknüpfte) Aspekte. Die Liste ist nicht vollständig.

  1. Der Fokus auf die Vagina. Eve Ensler ist vor allem bekannt geworden als Autorin der “Vagina Monologe” und auch wenn diese für einige durchaus empowerndes Potential haben, wurden die Ausschlüsse, die in diese eingeschrieben sind, schon vielfach diskutiert. Ensler verbreitet immer wieder cissexistische, biologistische und esoterische Vorstellungen zu Geschlecht, “Geschlechtsorganen” und “Weiblichkeit” – verbunden mit der Vereinnahmung und_oder Exotisierung von Geschichten von Frauen of Color. So insistiert sie dann auch schon einmal bei Vorbereitungsveranstaltungen zu One Billion Rising, dass alle Anwesenden durch den Raum gehen und laut “Vagina” in “ihrer eigenen Sprache” rufen, da dies der Weg zur Befreiung sei.
  2. Das (Nicht-)Thema Gewalt durch den Staat: Im letzten Jahr war ein großer Punkt der One Billion Rising Kampagne, dass Frauen dazu “empowert” werden sollten sexualisierte Gewalt anzuzeigen – und das, obwohl Aktivist_innen seit vielen Jahren aufzeigen, wie gerade auch durch Staatsapparate wie die Polizei Gewalt ausgeführt wird und wie die Erfahrungen mit Institutionen eng zusammenhängen mit Kategeorien wie Geschlecht, Sexualität, race usw. Dieses Jahr hat die Kampagne “gelernt”, hat für die USA die Initiative “One Billion Rising For Justice U.S. Prison Poject” ins Leben gerufen und fokussiert sich auf “Justice”, die auch unterschiedlich aussehen darf und nicht nur auf Gerichtsverfahren und Anzeigen bezogen wird. Woher die Einsicht kam, dass institutionelle Gewalt thematisiert werden sollte, macht Ensler in allen Interviews wie immer unsichtbar. Und auch die Forderungen an sich kratzen weiterhin an der Oberfläche, so heißt es bei Prison Culture: “Es wird nicht anerkannt, dass Gefängnisse an und für sich Gewalt darstellen. Es wird nicht die Kampagne erwähnt, die vor kurzem darauf aufmerksam machte, dass Frauen, die Gewalt gegen ihre Täter anwenden, sich häufig eingeschlossen in den gleichen Gefängnissen wiederfinden. Es ist als wären sie unsichtbar für die Kampagne. Sie sie nicht auch Gefangene? Sie sie nicht auch Überlebende von Gewalt? Das ganze macht deutlich, dass One Billion Rising’s Analyse der Quellen von Gewalt in den Leben von Menschen zu unkompliziert ist.”
  3. Congo-Stigmata?! In einem Artikel beim Guardian im Dezember letzten Jahres verweist Ensler darauf, wie sehr sie ja durch “die Frauen im Kongo” inspiriert worden wäre zu OBR, vor allem auch durch deren Tanzen. Im oben verlinkten Text von Prison Culture wurde auch bereits festgestellt, dass es doch sehr bezeichnend ist, dass Ensler durch das Tanzen inspiriert wurde – nicht etwa durch die jahrelangen Kämpfe und den Aktivismus der Frauen. Aber es bettet sich ein in die Art und Weise, wie Ensler Frauen of Color und insbesondere Betroffene von Gewalt im Kongo instrumentalisiert. Einen vorläufigen Höhepunkt fand dieses Gebaren in Enslers aktuellem Buch. In diesem vergleicht sie unter anderem ihre Erfahrungen mit Krebs mit den physischen Wunden und Traumata von kongolesischen Frauen, die diesen durch sexualisierter Gewalt zugefügt wurden. Ensler macht kongolesische Frauen zu Objekten ihrer Beobachtungen (bis hinein zu entmenschlichenden Szenen im OP-Saal, wo Ensler einer Operation an einer kongolesischen Frau beiwohnt, weil sie unbedingt eine Fistula sehen möchte) und lässt deren Leid zu einer großen Metapher werden, die nur eine im Mittelpunkt hat: Eve Ensler. Dabei schafft sie es auch noch die Gewaltfolgen zu glorifizieren, als ständen sie im Zentrum der Möglichkeiten einer „gemeinsamen weiblichen Erfahrung“.  Zum Weiterlesen zu diesem Aspekt empfehle ich zum einen die bei Storify durch Mikki Kendall gesammelten Tweets. (mehr …)

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Einfach mal ergebnisoffen über Gewalt diskutieren. Eine Sendung mit Sandra Maischberger.

11. Februar 2014 von Charlott

Was ist es eigentlich mit den Medien ™ und der Angewohnheit alles erst einmal “Pro” und “Contra” diskutieren zu wollen? Als würden so differenzierte Debatten entstehen. Kleiner Hinweis: Nein, dass passiert eigentlich nie, stattdessen geht es eben polemischer zu und es wird am laufenden Band Gewalt re_produziert.

Bei Sandra Maischberger und ihrer Redaktion jedenfalls heißt es weiterhin “einfach mal ergebnisoffen über Gewalt diskutieren” – dieses Mal anlässlich der Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“. Eingeladen unter dem Titel “Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die “moralische Umerziehung”?” für die heutige Sendung wurden unter anderem Birgit Kelle (wir erinnern uns), Jens “Wie Smarties” Spahn und Hartmut Steeb (Generalsekretär “Deutsche Evangelische Allianz”).

Dass sie in die Überschrift auch Anführungszeichen zum Zitat aus der Petition setzen könnte, hat die Maischberger-Redaktion bei Twitter gelernt. Auch die Ankündigung wurde nach der Kritik, die bereits seit dem 08. bei queer.de geführt wurde und gestern bei Twitter zunahm, verändert – Das Sendekonzept aber scheint zu stehen. Stattdessen rechtfertigt sich Maischberger in einer Stellungsnahme:

«Die gesellschaftliche Debatte muss offensichtlich geführt werden», sagte Maischberger weiter. «Das zeigen nicht nur die vielfältigen und verständlicherweise auch emotionalen Reaktionen beider Seiten.»

Die rechts-konservative Seite Kath.net empfiehlt die Sendung jedenfalls schon einmal.

Ergänzung: Für diejenigen, die heute die Sendung anschauen werden, hat @zweiter_gedanke schon einmal ein Bullshit-Bingo gebaut:

 


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