Einträge mit dem Tag ‘Gewalt gegen Frauen’


Von #occupygezi, Medien-Fails und der Apocalypse – Die Blogschau

8. Juni 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 206 von 207 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Auf textprodüksiyon gibt es einen differenzierten Blick auf die aktuellen Proteste in der Türkei. Und auch bei Kanaction geht es um das Thema: “Seiltanz der Solidarität(en): #occupygezi“.

Der SPIEGEL schreibt über Sexarbeit. Carmen stellt auf ihrem Blog heraus, wie der tendentiöse Artikel entstand. Oder wie sie einführt: “Ein Blogbeitrag über meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit dem SPIEGEL zum Thema Prostitutionspolitik, die mich desillusioniert hätten, wenn ich es nicht schon gewesen wäre.”

Auch auf Sina’s Blog ging es um besagten Text beim SPIEGEL.

re-empowerment! nimmt eine aktuelle Studie zu häuslicher Gewalt auseinander und wirft mal einen genaueren Blick auf die involvierten Menschen und Methoden. Der Grund? Gerade diese Studie soll – auch laut Medienberichten – zeigen, dass Männer viel betroffener wären und das mit nachweislich miserabelster Methodik. Was nach der Analyse bleibt, ist reine Maskuslisten-Propaganda.

Bei femgeeks hat Helga noch viel mehr zur Berichterstattung in den Mainstream-Medien zusammengetragen und urteilte: “Eine Woche voller Tiefpunkte”.

Warum werden eigentlich Sexarbeiterinnen kaum mit gedacht bei Debatten über Gewalt gegen Frauen? Diese Frage stellt Kate Zen auf menschhandel heute.

Ja, über Germany’s Next Top Model und Heidi Klum kann mensch ganz großartig herziehen. Das stellt auch AufZehenspitzen fest und konstatiert irritiert: “Und plötzlich finden alle Sexismus scheiße“…

“Keinen CSD mit Nazis” fordert queergestellt und veröffentlicht eine Stellungnahme zur Anmeldung von “pro Köln”.

Natasha A. Kelly blickt zurück auf die Podiumsdiskussion “Colors of Feminism” und schreibt zu Rassismus in weiß dominierten Feminismen.

Auf e13 schreibt Kiki Thaeringen eindrücklich über Mobbingerfahrungen (in der Schulzeit) und warum es ganz sicher nicht lustig ist, wenn irgendwelche Menschen im Netz gewollt lustig über ihr eigenes Tätersein bei Schulmobbing “beichten”.

Das Bundesverfassungsgericht hat gerade entschieden: Paare, die in eingetragener Lebenspartnerschaft leben, haben Anspruch auf das so genannte Ehegattensplitting. Bei L-talk findet frau das zwar natürlich gut und gerecht, ist aber trotzdem nicht ausschließlich begeistert.

Und sonst die Woche? Die Apokalypse wird kommen (orakelt tenthousand spoons) – jedenfalls könnte eins das denken bei all den Kommenateren zum Femininum in Leipzig. Gut, dass sich die juristische Fakultät da zu wehren versucht! /sarkasmus

Heute um 13:30 findet in Berlin ein Protest gegen die “Nacktfußball-EM der Frauen” statt (facebook-Link).

Und für alle Kurzentschlossenen heute Abend in Berlin: Zeina Abirached und Paula Bulling sprechen auf der Lange Buchnacht über die unterschiedlichen autobiografischen Perspektiven ihrer Graphic Novels “Das Spiel der Schwalben” und “Im Land der Frühaufsteher” im SO36, 19.00 Uhr.

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Bionade, feministische “Humorlosigkeit” und die nächste Löschdebatte bei Wikipedia – kurz verlinkt

15. Mai 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 190 von 194 der Serie Kurz notiert

Wir berichteten letzte Woche über den trans*feindlichen Werbespot von Bionade. Durch eure vielen Beschwerden reagierte Bionade mit einem Statement (Facebook-Link), welches weder eine Auseinandersetzung mit den Kritiken, noch eine Entschuldigung beinhaltet (sondern sogar behauptet, bei Bionade gäbe es gar keine Diskriminierung!). Falls ihr noch die Kraft habt, lasst Bionade weiterhin wissen, dass Diskriminierung kein Verkaufsschlager sein darf. Für die Zukunft kann folgendes gelten: Das schöne an (trans*feindlicher) Bionade – mensch kann sie auch weglassen!

In dem Band “Aufstand aus der Küche” von Silvia Federici wird neben zwei neuen Beiträgen auch die bereits 1974 verfasste feministisch-marxistische Ökonomiekritik „Counter-Planning from the Kitchen“ erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht.

Die US-amerikanische Satirezeitschrift The Onion ist mal wieder vorn mit dabei, was sexistische Gewalt angeht. (englisch)

The New Yorker berichtet über einen Fall in Cleveland, nach dem drei Frauen, die ein Jahrzehnt als vermisst galten und zum Teil bereits für tot erklärt wurden, aus dem Haus, in dem sie festgehalten worden waren, befreit werden konnten. Ein Mann hatte eine der Frauen dabei beobachtet, wie sie vergeblich versuchte, die Tür von innen aufzubrechen. Er ordnete das Gesehene sofort als häusliche Gewalt ein und half ihr die Tür zu zerstören. (englisch)

Bei Shakesville erklärt Melissa McEwan noch einmal, was es mit feministischer “Humorlosigkeit” bezüglich *istischer “Comedy” auf sich hat (englisch).

CosmoTV berichtet über einen Dokumentarfilm von Mirza Odabaşi zum rassistischen Brandanschlag auf ein Solinger Wohnhaus vor 20 Jahren, bei dem fünf Menschen getötet worden sind. Der Film wird Ende Mai in Solingen uraufgeführt.

DieStandard.at würdigt die kürzlich verstorbene Frauenrechtlerin Hannelore Mabry.

The feminist wire analysiert die Karrieren und Selbst_Repräsentationen von Beyoncé und Lauryn Hill und entdeckt trotz der Unterschiede nicht wenige Gemeinsamkeiten. (englisch)

Ms.Magazine veröffentlicht einen Nachruf auf Brustkrebsaktivistin Barbara Brenner (englisch)

Angelina Jolie hat sich angesichts ihres genetisch stark erhöhten Brustkrebsrisikos für eine präventive Mastektomie entschieden. In der NY Times berichtet sie darüber – politisch brisante Punkte wie die Debatte um körperliche Selbstbestimmung, Gesundheitsrisiken, Gesundheitsindustrie und damit in Verbindung stehende finanzielle Faktoren werden zwar lediglich angerissen, dennoch ist das Öffentlichmachen dieser Entscheidung per se bereits als politischer Akt zu werten. (englisch)

der verein xart splitta gestaltet raum_rahmen für trans_x_ende, trans_xend empowernde kreative anwesende konkrete visionäre künstlxsche aktionen_ideen_politiken. aktuell gibt es zwei aufrufe für spoken word, kurzfilme, performances, tanz, musikstücke,… für einen performanceabend sowie fotos, gemaltes, collagen, gezeichnetes, geschriebenes … für ein printprojekt.

La Voix du Yemen interviewt Alaa Al-Eryani, die kürzlich die Initiative The Yemeni Feminist Movement startete.

with WINGS and ROOTS, ein Dokumentarfilmprojekt, das die Geschichten und Visionen fünf junger Menschen in Berlin und in New York erzählt, braucht eure Unterstützung!

Rassistischer Polizei-Alltag in Deutschland: Weil eine Frau, die auf offener Straße zusammengebrochen war, sich nicht ausweisen konnte und kein für die Beamten verständliches Deutsch sprach, wurde sie in Gewahrsam genommen, anstatt notärztliche Versorgung einzuleiten. Erst als ihr Mann sie als vermisst meldete und wenig später schließlich vor Ort war, reagierte die Polizei.

Der aktuelle Löschantrag für den Begriff “Femizid” heizt die Debatte über die Macht der Maskulisten auf der Wissensplattform an, schreibt dieStandard.at.

Termine in Berlin, Bochum, Göttingen, Braunschweig und deutschlandweit anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie gibt es nach dem Klick!

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Elektro, Herrenclubs und die Krise der Männlichkeit – kurz notiert

24. April 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 187 von 194 der Serie Kurz notiert

10 Pionierinnen elektronischer Musik und queere Musik_erinnen of Color, die ihr unbedingt kennen solltet.

In Boston sind durch einen Terroranschlag auf den Boston Marathon mehrere Menschen gestorben. Die Medien berichteten ohne Unterlass – leider nicht ohne Rassismen zu bemühen, wie Bitch Magazine berichtet.

Obwohl immer behauptet wird, dass wir in einer hypersexualisierten Gesellschaft leben, wird anscheinend nur sehr selten ehrlich über Sex gesprochen. Eine neue Webseite soll dem entgegenwirken, berichtet Salon.com.

Der Guardian widmet sich “The Sessions“, einem Film, der Behindertwerden und Sex thematisiert. Ebenfalls im Guardian: Ein Bericht über #ShoutingBack, das Pendant zu #Aufschrei in Großbritannien.

Eine neue Ausgabe des Zines Masculine Femininities wurde veröffentlicht.

In Oldenburg wurde einer Frau der Wunsch auf die “Pille danach” verwehrt.

100 Prozent Mann sammelt Positionen, die noch nie von Frauen eingenommen wurden. Welcome to the Herrenclubs!

Der Guardian hat einen Nachruf auf Bi Kidude, der ersten Sängerin Zanzibars, veröffentlicht.

“Die im Anschluss an den #Aufschrei geführte Debatte über die Krise von Männlichkeit ist eine Form altbewährten Konservatismus”, schreibt Claire Horst für Analyse & Kritik.

Disney hat die hauseigenen Prinzessinnen einem Redesign unterzogen: Nach wie vor finden sich kaum Charaktere of Color unter den Figuren und Heldinnen wie Mulan oder Pocahontas wurden mit dem neuen Make Over weiß “gewaschen”, kritisiert sparksummit.com.

Eine Modelagentur warb vor einer Klinik für Essstörungen in Schweden um neue Klientinnen, berichtet dieStandard.at.

In Hamburg fand vergangenes Wochenende erstmals eine Frauenflüchtlingskonferenz statt. Die Junge Welt sprach mit Eylem Silan, die sich in der Vorbereitungsgruppe engagierte.

Eine Highschool-Studentin wurde von ihrem Direktor bedroht, weil sie eine Anti-Verhütungsmittelveranstaltung an ihrer Schule öffentlich kritisierte.

Servicepost für Cis-Frauen auf autostraddle.com: Mit Trans*frauen interagieren, ohne ständig Transphobie zu reproduzieren.

Zimbabwe hat mit einer überwältigenden Mehrheit für einen Entwurf gestimmt, nach der nun Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte in der Verfassung Eingang findet.

Auf addicting.info finden sich zehn verschiedene Begriffe, die eigentlich viel besser passen würden als “Pro Life“, ein Begriff mit dem sich Abtreibungsgegner in den USA schmücken.

Body Love Wellness kritisiert den aktuellen Werbeclip von Dove.

Termine in Berlin und Gießen findet ihr nach dem Klick

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Solidarität und Unterstützung – auch für “unperfekte Opfer”.

27. Februar 2013 von Viruletta

Triggerwarnung: Victim Blaiming (Schuldumkehrung), Gewalt gegen Frauen*, Gewalt innerhalb von (heterosexuellen) Paarbeziehungen.

Vorweg: Dieser Beitrag basiert auf eigenen Erfahrungen und Wissensständen. Ich will mir keinesfalls anmaßen, für alle zu sprechen – nur die Betroffenen selbst können entscheiden, was für sie in der jeweiligen Situation das Beste ist.

Vor einer halben Ewigkeit habe ich einen sehr wichtigen Blogbeitrag gelesen, der einiges in mir angestoßen hat. In dem konkreten Beitrag ging es um das Beispiel der Prostitution. Darum, dass Gewalt gegen Personen, die in diesem Bereich tätig sind, oftmals sehr unterschiedlich bewertet wird. Je nachdem, wie „selbstverschuldet“ sie sich in diese Lage gebracht zu haben scheinen. Sind sie Opfer von Menschenhandel geworden, gelten sie als „unschuldig“ und Hilfe ihnen gegenüber als moralische Pflicht. Haben sie sich jedoch scheinbar „freiwillig“ für die Sexarbeit entschieden (so freiwillig, wie Lohnarbeit eben sein kann), gilt ihr Lage als „selbst-“ oder zumindest „mitverschuldet“. Die Allgemeinheit fühlt sich in diesem Fall weniger dazu verpflichtet, den Schutz der Menschenrechte dieser Betroffenen durchzusetzen. Dies ist jedoch keineswegs der einzige Fall, in dem das künstlich erschaffene Bild des „perfekten/ verdienenden“ Opfers all jenen schadet, die ihm nicht entsprechen.

Ähnliches gilt auch für Personen, die sich entscheiden (vorerst) in Gewaltbeziehungen zu bleiben. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Gewalt öffentlich gemacht wird, schlagen sich viele auf die Seite der Betroffenen. Sie versuchen, ihnen zu helfen. Vielleicht sogar sie zu „retten“. Nehmen die Betroffenen die Hilfe jedoch nicht (dauerhaft) an, macht sich bei den Helfenden zumeist Verständnislosigkeit, oft sogar Wut breit. Diese gilt ab einem gewissen Zeitpunkt häufig nicht mehr (nur) dem*der Täter*in, sondern immer stärker auch den Betroffenen. „Langsam kann ich ihr auch nicht mehr helfen“, oder: „Irgendwann ist sie auch selber Schuld“ sind Sätze, die in diesem Zusammenhang viel zu oft fallen. (weiterlesen …)


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Streiken, tanzen, aufbegehren: One Billion Rising

14. Januar 2013 von Magda

In genau einem Monat, am 14. Februar 2013, wird V-Day, die internationale Bewegung gegen Gewalt gegen Frauen* und Mädchen*, 15 Jahre alt.

One Billion RisingZu diesem Anlass hat Eve Ensler, Gründerin von V-Day, zu ihrer bisher größten weltweiten Aktion aufgerufen: One Billion Rising. Auch in Deutschland werden in vielen Städten Aktionen stattfinden.

Laut den Iniator_innen ist One Billion Rising

Ein globaler Streik
Eine Einladung zum Tanzen
Ein Aufruf an alle Männer und Frauen den Status Quo so lange zu bestreiken bis Vergewaltigung und rape culture Geschichte sind
Ein Akt der Solidarität, der die Gemeinsamkeiten der Kämpfe von Frauen betont und ihre Macht in Zahlen aufzeigt
Die Weigerung, Gewalt gegen Frauen und Mädchen als gegeben zu akzeptieren
Eine neue Zeit und eine neue Art des Seins

One Billion Rising Osnabrück hat die Städte, die in Deutschland teilnehmen, gesammelt. Dort findet ihr auch alle Kontaktdaten, falls ihr mitmachen wollt. Mit dabei sind bis jetzt: Berlin, Bad Sobernheim, Bornheim, Bremen, Coburg, Erlangen, Frankfurt/Main, Göttingen, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Köln, Leipzig (in Planung), Mainz, München, Münster, Nürnberg, Osnabrück, Potsdam, Reutlingen (in Planung), Simmern, Tübringen, Ulm und Wolfen.

Wir hatten bereits im letzten Jahr zum Mitmachen aufgerufen und wollten die Anliegen der Aktion gerne erweitern, um auch auf Gewalt gegen Menschen aufmerksam machen, die nicht in die heteronormative Norm passen, da diese sowohl in den Statistiken wie auch in der medialen Berichterstattung häufig ignoriert werden. Also: Setzt am 14. Februar 2013 euer Statement gegen Gewalt gegen Mädchen*, Frauen* und all jene, die nicht in die binäre Geschlechterlogik passen wollen oder können.

Auf unserer Jubiläumsfeier im letzten Jahr war die Filmemacherin Luci Westphal von V-Day dabei und hat ein paar Videobotschaften aufgenommen. Im folgenden Video seht ihr Helga, die erklärt, warum sie am 14. Februar auf die Straße gehen wird.

Weitere Videos gibt es z.B. von Kristin und Julia von Hollaback! Berlin oder Sharon Adler von AVIVA.


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Aufregen, Solidarität und tolle Projekte – Die Blogschau

12. Januar 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 188 von 207 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Frau L aus F hat einen Beschwerdebrief an Tchibo geschrieben, bei denen Haushaltsarbeiten natürlich ausschließlich von Frauen erledigt werden.

Und auch Ninia LaGrande muss sich aufregen und zeigt Werbemechanismen mit denen sexistische Erzählungen fortgeführt werden. Außerdem: Warum wird mittlerweile selbst ein Getränk wie Caprisonne für Kinder gegendert?!

Daniela Oerter, eine der drei Initiatorinnen von #ichhabnichtangezeigt, sucht Frauen ab 21 Jahre für ein Buchprojekt zum Thema “sexualisierte Gewalt gegen Frauen ab 16 Jahren”.

Am 9. Januar wäre Simone de Beauvoir 105 Jahre alt geworden. Nadia erinnert auf Shehadistan mit ein paar Anekdoten.

[TW: Gewalt gegen Frauen] Publikative schreibt unter dem Titel “Doppelpass und Doppelmoral” zur Berichterstattung über Rafael van der Vaart.

aufZehenspitzen ruft zu Solidarität auf: “Nicht über andere Mütter lästern. Das ist ein wichtiger Teilaspekt, den Feminismus für mich leisten muss. Strukturen kritisieren und Zwänge. Ja ja ja. In einem dafür geeigneten Setting. Aber bitte nicht im Small-Talk auf dem Rücken einzelner Mütter.”

Melusine macht sich auf Gleisbauarbeiten Gedanken zu Kommentaren, Trolls und Sexismus.

Der Bonner Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) hat ein Problem mit geschlechtergerechter Sprache und weiß sich nur noch mit Gewalt zu helfen. Oder so. Helga schreibt auf Drop the thought zu der aktuellen Plakatkampagne.

Ein neues Projekt zur Sichtung weiblicher* Wissensräume soll entstehen. Ulli Koch entwickelt es zur Zeit und freut sich auch noch auf Hinweise.

Und ich habe bei Femgeeks einen Artikel veröffentlicht zur Darstellung von Afrika und Afrikaner_innen in Computerspielen.

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Feste, Filme, Fails und Forschung – kurz notiert

6. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 176 von 194 der Serie Kurz notiert

Das Missy Magazine hat letztens ein fulminantes Fest gefeiert. Die Musik dazu kam von Jolly Goods und Peaches. Hier ein paar Impressionen.

Ebenfalls zum Gucken und Hören: Im Film Familie trans*formieren erzählen mehrere Trans*leute davon, wie sie Elternschaft (er)leben.

Viel zu lesen haben wir mal wieder in der österreichischen diestandard gefunden:

So betrachtet sie den medialen Umgang mit den Musikstars Rihanna und Chris Brown und sieht Rihanna in der Kritik wegen ihrer Weigerung, das “perfekte Opfer” zu geben  (Hinweis: Beschreibung körperlicher Gewalt).

Welche_r noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ist, wird von diestandard  mit  Buchtipps versorgt.

Einer Studie nach sind in Deutschland Frauen vom Pflegerisiko und der damit zusammenhängenden Altersarmut deutlich stärker betroffen als Männer.

“Die Kriminalisierung von Aufenthaltsehen ist für die Fremdenpolizei ein mächtiges Mittel, um binationale Ehen und deren Lebensumfeld zu kontrollieren”, sagt die Politkwissenschaftlerin Irene Messinger.

Die Einführung der “anonymen Entbindung” in Österreich war offenbar eine sinnvolle Maßnahme: Kindestötungen in Österreich nach der Geburt im letzten Jahrzehnt um die Hälfte gesunken, Babyklappen werden viel seltener in Anspruch genommen.

Mehr aus Österreich: Mitte Oktober wurde im brut Wien das Stück „Assassinate Assange“ aufgeführt, das Julian Assange als Opfer einer Verschwörung darstellt. Agate S. kommt in der Malmoe zu einem klaren Urteil:  “Die Aufregung um Angela Richters Assange-Stück förderte abermals die üblichen Abwehrmechanismen und Verharmlosungsstrategien [bezüglich sexualisierter Gewalt] zu Tage und soll hier als Beispiel für die Widerwärtigkeit des gesamtgesellschaftlichen Verharmlosungsdiskurses dienen.”

Spektakuläre Aktion *gegen* rape culture: Facebook-User_innen kaperten die Social Media-Auftritte der bekannten  Unterwäschefirma Victoria’s Secret, um für das Konsenskonzept zu werben und damit Vergewaltigungen entgegen zu treten.  Quintessenz der Aktion:  “While we can’t expect a message that is empowering for women to come from a brand like Victoria’s Secret, we can make it come from their hashtag. This campaign has only begun.”

Jutta Hartmann erklärt am Beispiel Schule, wie Heteronormativität wirkt_hergestellt wird.

Stellenausschreibung: Das FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB) sucht eine Systemadminstratorin!

Termine:

Am kommenden Samstag in Berlin: Lookism & fat Empowerment Tagesworkshop (flt* only). Los geht es um 12 Uhr im Projektraum H48,  Hermannstr.48 Berlin Neukölln, 2.Hinterhof 2.Stock (barrierefrei). Anmelden könnt ihr euch unter sabberglibberflutsch@googlemail.com. Hier der Link zum Facebook-Event.

Damit es nicht still wird um die inhaftierten russischen Aktivistinnen: Am 12.12. soll eine weltweite Lesung für Pussy Riot stattfinden.

Buchpremiere von “Frauenkörper neu gesehen” am 14.12. um 19.30 Uhr in der Urania, Berlin: Laura Méritt und Autorinnen reden und diskutieren über Weiblichkeit, Geschlechtervielfalt, Körpernormierungen und mehr.


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Wurzelbehandlung und Menstruation – Die Blogschau

1. Dezember 2012 von Charlott
Dieser Text ist Teil 184 von 207 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Auf consume. be silent. die. schreibt Dani über Menstruation, Tabus und Frust. Wir freuen uns schon sehr auf den versprochenen zweiten Teil!

Passend, um beim Thema zu bleiben: Auf High on Clichés gibt es Tipps für alle Menschen, die unter Menstruationsschmerzen leiden. Und in den Kommentaren wird noch viel ergänzt.

Auf anders deutsch wird gezeigt, wie eine Pressemitteilung missverständlich wird, wenn Männer als Standard gesehen werden.

Feministisch erziehen ist schwierig. Auf Zehenspitzen schreibt darüber, wie es ist “inkonsequent konsequent ” zu sein.

[Inhalts-Warnung: sexualisierte Gewalt] Merle hat eine Frau getroffen, die sexualisierte Gewalt erlebt hat. Sie lässt sie auf ihrem Blog zu Wort kommen.

Speakerinnen 2.0 ist der (Arbeits)Titel für eine neue angedachte Plattform, wo demnächst die Arbeit losgehen soll. Mitstreiter_innen noch sehr erwünscht. Was es mit der Plattform genau auf sich hat und über das geplante Treffen in der nächste Woche blogt annalist.

Auf denkwerkstatt wird das neue Buch “Gewalt und Handlungsmacht. Queer_Feministische Perspektiven” besprochen.

Vom 19.-25. November fand die #InWoche statt. Eine kleine Nachlese gibt es auf dem Blog der Aktion.

Was bedeutet eigentlich radikal? Auf Gedankensalat… gibt es dazu einige Ideen und die Schlussfolgerung: Radikales Denken ist wie eine Wurzelbehandlung.

Meike von Mutterseelenallein sucht anwaltliche Unterstützung für eine Sammelklage für die Schaffung von Kita-Plätzen, denn ihre Analyse: Dass das Betreuungsgeld gleichzeitig kommt mit dem eigentlichen Recht auf Betreuung ist kein Zufall. So werden wohl Eltern, die trotz des rechts keinen Kitaplatz bekommen lieber das Trostpflaster beantragen anstatt zu klagen.

Ninia LaGrande nimmt an der Aktion “Wer braucht Feminismus?” teil und veröffentlicht einige Fotos auf ihrem Blog.

Kristin und Julia von hollaback! Berlin sprechen in einem Video für “One Billion Rising” über Gewalt gegen Frauen.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Das legendäre “Kissing Sailor”-Foto bildet Gewalt ab, keine Romanze

12. Oktober 2012 von Anna-Sarah

Dieser Text ist eine – um einige  Anmerkungen und Links erweiterte – Übersetzung eines Beitrags, der vor einigen Tagen auf feministing.com erschien. Für den Beitrag gilt eine Content-Warnung für sexualisierte Gewalt, ebenfalls für die verlinkten Texte, in denen auch das genannte Foto abgebildet ist.

Wir alle haben dieses Bild wohl schon gesehen. Seitdem es 1945 aufgenommen wurde, ist es in zahllosen Magazinen und Zeitungen abgebildet gewesen. Als ein Zeugnis seiner Allgegenwärtigkeit listete Buzzfeed es vor ein paar Wochen an der Spitze seiner “50 romantischsten Fotos aller Zeiten” auf.

Doch was zeigt und verkörpert es wirklich?

Wie wir nun erfahren, zeigt das Bild mitnichten einen romantischen Moment zwischen Liebenden, sondern eindeutig einen Akt sexualisierter Gewalt.

Eine Londoner Feministin hat mit dieser Beobachtung allerhand Aufruhr auf Facebook und in der Blogsphere verursacht. Die als Leopard bekannte Bloggerin zitiert aus dem Bericht der auf dem Foto abgebildete Frau, Greta Zimmer Friedman, über ihr Erlebnis und schreibt:

“Die meisten von uns sind vertraut mit diesem Bild. Aufgenommen am Times Square am V-J Day 1945 wurde es zu einem derjenigen Bilder mit dem stärksten Symbolcharakter in der amerikanischen Geschichte, denn es symbolisiert den Jubel und Überschwang, die am Ende des zweiten Weltkrieges im ganzen Land spürbar waren.

Habt ihr auch das Gefühl, dass irgendetwas nicht so ganz stimmt?

Ganz anders als bei einem Kuss eines liebenden Paares waren George und Greta völlig Fremde füreinander. Wie erfahren, dass George betrunken war und Greta nichts von seiner Anwesenheit ahnte, bis sie sich in seinen Armen befand, mit seinen Lippen auf ihren… Es liegt eigentlich auf der Hand, dass das, was George getan hatte, ein sexueller Übergriff war.”  [Hervorhebungen von feministing.com übernommen]

Ein näherer Blick auf das betreffenden Bild zeigt bekräftigende Details, die eine_r_m bei genauerer Betrachtung den Magen umdrehen: das Grinsen auf den Gesichtern der Matrosen im Hintergrund; der feste Griff in dem er die körperlich kleinere Frau festhält, so dass sie nicht entkommen könnte, selbst wenn sie es versuchen würde; die geballte Faust der Frau und ihr steifer Körper.

Wenn es ein besseres Symbol dafür geben sollte, wie verkorkst unsere Vorstellungen von Sex und Romantik sind,  so fällt es mir jedenfalls nicht ein.

Einerseits zeigt es, dass wir weit gekommen sind – zumindest hoffe ich inständig, dass in der heutigen Welt zumindest der ein oder andere Alarm ausgelöst würde, wenn man auf der Straße eine_n Fremde_n ohne deren_dessen Einverständnis küssen würde, wenn es nicht sogar die strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen würde, die es verdient (meine Hoffnungen werden genährt durch das Vorhandensein so mancher Stimmen und großartiger Organisationen, die gegen die Kultur des street harassment anarbeiten). Andererseits leben wir nach wie vor in einer Welt, in der, wie Leopard klarmacht, “die Tatsache, dass dieses allseits beliebte Foto eine Abbildung sexualisierter Gewalt  und nicht von Leidenschaft ist, eine unbequeme Wahrheit darstellt, und diese zu benennen, eine als pedantische Miesmacherin dastehen lässt.”

Großartig übrigens auch der Nachfolgebeitrag von Leopard auf Crates and Ribbons, in welchem sie die häufigsten Einwände, die ihr in der Masse an Kommentaren zu ihrem Artikel begegnet sind, aufgreift und die darin enthaltenen Missverständnisse und Fehlschlüsse aufzeigt. Außerdem hat sie noch zwei weitere Fotos gefunden, die in der genannten Situation entstanden sind.

Eine weitere Einordnung der Ikonographie gibt es bei Sociological Images.

 


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Eine Milliarde Menschen gegen Gewalt

17. September 2012 von Gastautor_in

Karin Heisecke von V-Day und die Künstlerin Luci Westphal haben uns für unsere Jubiläumsfeier am 22. September in Berlin eine tolle Aktion vorgeschlagen, bei der ihr aktiv werden könnt. Karin erzählt uns, worum es genau geht:

Am 14. Februar 2013 wird V-Day, die internationale Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, 15 Jahre alt. Zu dem Anlass hat Eve Ensler, Gründerin von V-Day, zu ihrer bisher größten weltweiten Aktion aufgerufen: One Billion Rising.

V-Day lädt Euch ein, am 14. Februar 2013 gemeinsam mit einer Milliarde Menschen Euren Alltag zu unterbrechen, Euch zu erheben, zu tanzen, zu streiken, und ein Ende von geschlechtsspezifischer Gewalt zu fordern.

Am 24. September 2012 wird die neue OneBillionRising-Website online gehen, und wir brauchen dafür Euer Video- (oder Photo-) Statement! V-Day will von Euch hören, was Euch persönlich dazu bewegt, mit One Billion Rising gegen Gewalt an Frauen und Mädchen aktiv zu werden.

Am 22. September bei der Jubiläumsfeier der Mädchenmannschaft werden wir im Foyer im 1. Stock mit einer Video Pop Up Booth mit der wunderbaren Luci Westphal (die Frau hinter All’s Well and Fair und In A Berlin Minute) vor Ort sein, wo Ihr uns und der Welt mitteilen könnt, warum Ihr am Valentinstag 2013 aktiv werden wollt.

Wir möchten die Anliegen der Aktion gerne erweitern und auch auf Gewalt gegen Menschen aufmerksam machen, die nicht in die heteronormative Norm passen, da diese sowohl in den Statistiken wie auch in der medialen Berichterstattung häufig ignoriert werden. Also: Setzt am 22. September euer Statement gegen Gewalt an Mädchen, Frauen, Trans*, Inter* und Queers!

Wir freuen uns auf Euch und eure Ideen! Fragen, Anregungen? Meldet Euch bei karin[at]vday.org. (Mehr Infos zu V-Day gibt es auch auf facebook und auf twitter, Hashtags zu der Aktion: #ReasonToRise und #1billionrising).


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