Einträge mit dem Tag ‘Gesundheit’


Eine gute und eine schlechte Nachricht aus den USA

21. Oktober 2011 von Magda

Zum einen ist da der beschämende Erfolg der Abtreibungs­gegner_innen (republikanische wie demokratische), die gerade den leider erfolgreichen Vor­stoß eines Gesetzes­entwurfs mit dem irreführenden Namen “Protect Life Act” (Lebensschutz-Gesetz) feiern. Dieses Gesetz würde Krankenhäusern und Ärzt_innen erlauben, das bisher geltende Emergency Medical Treatment and Active Labor Act (EMTALA) zu ignorieren – auch wenn das Leben der Patientin in Gefahr ist. EMTALA stellt bis dato sicher, dass Notfallpatient_innen unabhängig von finanzieller Situation oder Pass im Falle eines Abtreibungs­bedarfs sofortige Hilfe in (fast) allen Kranken­häusern erhalten (der mädchenblog berichtete). Durch den Senat ist das Gesetz aller­dings noch nicht durch, auch Obama ließ ver­lauten, dass er ein Veto einlegen würde.

Bessere Nachrichten hat das Ms Magazine: Bereits vor Monaten schrieb ich über die FBI und deren eingeschränkte Vergewaltigungs­definition, die nur die so­ge­nannte “gewalt­same Ver­gewaltigung” (forcible rape) als “richtige” Ver­­ge­waltigung ein­ordnet. Die Definition stammte noch aus dem Jahre 1929 und schließt die meisten Ver­gewaltigungs­fälle gar nicht ein, da sie Verge­waltigung als er­zwungenen und ge­walt­samen (hetero­sexuellen) vaginalen Verkehr definiert. Nach jahre­langen Protesten ver­schiedenster Organisationen und auch dem Ms Magazine hat sich eine Unter­kommission des Criminal Justice Information Services (ungefähr: “FBI-Strafjustiz-Informationsdienst”) nun ein­stimmig dafür ausgesprochen, die Definition von Ver­gewaltigung, die im jährlichen und viel­zitierten Uniform Crime Report verwendet wird, zu erweitern. Dieser Vorschlag wird allerdings noch geprüft, eine Entscheidung wird erst Ende des Jahres getroffen.


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“Weg mit der rosa Augenbinde!”

17. Oktober 2011 von Verschiedenen

Der folgende Artikel erschien kürzlich im Infoportal Breast Cancer Action Germany. eine andere sicht auf brustkrebs – a critical view of breast cancer . Die Autorin Gudrun Kemper (Jg. 1959), Mitglied im Vorstand des Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. , arbeitet seit rund 10 Jahren aus der Perspektive von Betroffenen am Thema Brustkrebs.  Sie sagt: Die meisten Selbsthilfegruppen werden heute zum Teil in erheblichem Umfang industriell gesponsert, insbesondere von global agierenden Pharmakonzernen. Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Frauen aus dem Projekt Breast Cancer Action Germany, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine Alternative zu industriell finanzierten Gruppen zu entwickeln.

 Brustkrebsmonat – Weg mit der rosa Augenbinde!

Schwarzweißporträt einer ernst blickenden Frau, die sich eine rosafarben kolorierte Augenbinde abnimmt, so dass ein Auge bereits zu sehen ist

Abbildung: Aktion The Big See! - UNISON und Women Environmental Network (WEN) 2005 - Copyright Mark Chilvers, Großbritannien, mit freundlicher Genehmigung

„Krebs ist Scheiße“ (CANCER SUCKS) steht auf einem bekannten Button von Breast Cancer Action. Das ist zumindest aus der Perspektive von Betroffenen treffend formuliert, auch wenn das Bild der Krankheit Brustkrebs besonders in Deutschland in der Öffentlichkeit heute rosa verpackt und von Fort­schritt geprägt zu sein scheint. Ob Staubsau­ger, Lockenstab, Mode­schmuck, Nagellack oder Bekleidung: mehr und mehr Firmen, aber auch „Selbsthilfe“ und „Charities“ benutzen die Krankheit, diverse Produkte geschäftstüchtig im Schlepptau ihres „Engagements“. Brust­krebs erweckt Aufmerksamkeit im Marketing, um sich selbst ins Gespräch zu bringen und vorgeblich human­istische Ansätze zu demonstrieren.

Doch „Bewusstsein für Brustkrebs“ gibt es inzwischen im Überfluss. Die an Bord solcher Kampagnen mitgeführten Botschaften sind häufig irreführend oder unzulässige Vereinfachungen, die mehr schaden als nützen. Die versprochenen Spenden sind selten transparent und erreichen betroffene Frauen oder medizinische Behand­lungszentren höchstens im Ausnahmefall in nennens­wertem Umfang.

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Abtreibungen dürfen nicht tabuisiert werden

22. September 2011 von Magda

In einem kürzlich aufgezeichneten Interview beim Düsseldorfer Aufklärungdienst spricht Sarah Diehl, Autorin (u.a. “Deproduktion”) und Regisseurin des Doku­mentar­films “Abortion Democracy” über re­pro­duktive Rechte weltweit, den christlich-rechts­konser­vativen Einfluss auf das Thema Ab­treibung und illegalisierte Schwanger­schafts­ab­brüche. Diehl stellt fest, dass re­produktive Rechte heute leider nicht mehr sehr weit oben auf der Agenda vieler Feminist_innen stehen, getreu dem Motto “Das Thema interessiert uns nicht mehr so sehr, wir haben ja alles erreicht!”. Dass Abtreibungs­rechte in Deutsch­land allerdings immer noch ein­geschränkt sind, fasste Maria Wersig von Recht und Geschlecht letzte Woche anlässlich der “1000 Kreuze in die Spree”-Demonstration in einem Gastbeitrag beim Missy Magazin zusammen.

Fakt zum Thema Abtreibung ist: Jede dritte Frau weltweit nimmt mindestens eine Ab­treibung in ihrem Leben vor. Geschätzt 70.000 Frauen sterben jedes Jahr an ver­pfuschten Schwanger­schafts­ab­brüchen, weil ärztlich durch­geführte Ab­treibungen nicht erlaubt, verfügbar und/oder bezahlbar sind. Trotz der nie ver­schwinden Aktualität des Themas ist es tabuisiert und lebt von irre­führenden Mythen und Unwissen, so Diehl.

Die im Beitrag erwähnte Frauenkasse, die z.B. illegalisierten Frauen hilft bei Bedarf einen Schwangerschaftsabbruch zu finanzieren, sucht noch Helferinnen. Interessierte können sich bei sarah.diehl[at]yahoo.de melden.


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Muslimische Feministinnen und Tipps für frischgebackene Mütter – kurz verlinkt

25. August 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 118 von 138 der Serie Kurz notiert

Wenig erfreuliches bieten die neuen US-amerikanischen Fernsehserien, so der Tagesspiegel. Sie seien klischeebehaftet, feige und apolitisch häuslich. Genauso schlimm das „männliche Gegenprogramm: breitbeinige Steak-Sitcoms, in denen Männer von hysterischen Frauen schikaniert werden.“

Wo wir gerade beim US-Fernsehen sind: Laut dem Ms Magazine Blog sind Frauen im Fernsehen weiter unterrepräsentiert. Die Zahl der Schreiberinnen hinter dem Bildschirm ist in diesem Jahr sogar dramatisch gesunken.

Infografik zum Anteil der Frauen im US-TV. 2011 ist der Anteil der Schreiberinnen auf nur noch 15% gefallen

Infografik von Sarah Richardson/Ms Magazine, mit freundlicher Genehmigung

Seit ein paar Tagen gibt es auf SpiegelOnline vermehrt Artikel zu Frauen und Karriere (ob das Sommerloch dran schuld ist?). Vom Umgang mit Schwangerschaften bis hin zum Interview mit der „streitbaren“ Ex-Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling. Titel des Dossiers dazu: Weiberwirtschaft. Ahja.

In Nordrhein-Westfalen wird in geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung und Chancengleichheit investiert, berichtet die Ärztezeitung. Was das Landes­gesund­heits­minis­terium damit konkret meint, wird leider nicht erläutert.

Auf dem Chaos Communication Camp trafen sich vor zwei Wochen eine Menge Hacker_innen, um Vorträge zu hören, coole Dinge wie Palatschinkenmaschinen vorzustellen oder sich zu unterhalten. Im Hackerspaces Podcast Signal ging es etwa um Queer Geeks:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Ein wenig hängen sie zwischen allen Stühlen – muslimische Feministinnen. In der taz erzählt Amina Wadud von der Entwicklung der Frauenbewegung im Islam. Zwischen der Einordnung als Islamistinnen oder zum säkulären Feminismus legt sie den Fokus auf feministische Lesarten des Korans und gleichezeitig den Kampf für Gleichberechtigung im privaten, wie öffentlichen Leben.

„Putzen wie ein Mann“ und „nicht schlecht über andere Mütter reden“ sind zwei der praktischen kleinen Baby-Tipps für junge Mütter von Henriette Kuhrt.

Die ukrainische Frauenbewegung Femen macht mit nackten Tatsachen weiter Schlagzeilen. Und sind damit laut der FAZ fast die einzigen, die öffentliche Kritik noch anbringen können. Ein Artikel übrigens, der Sexismus nicht nur beschreibt, sondern auch als solchen benennt und kritisiert.

Noch mehr Sexismus berichtet diepresse.com, diesmal aus Indonesien. Angehende Stewardessen müssen sich bei der Fluglinie Garuda Indonesia ausziehen. Wer Tattoos hat oder Brustimplantate wird abgelehnt. Die Begründung: Andere Fluggesellschaften machen das auch. Und Brustimplantate können im Flugzeug gefährlich sein. Passagierinnen werden bisher aber nicht auf Implantate kontrolliert.

Auch ein Fan von @feministhulk? Nun wissen wir, wer dahinter steckt!

Nach dem Klick noch ein Termin und Call for Papers: (weiterlesen …)


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Feminismus macht fett?

29. September 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 1 von 42 der Serie Meine Meinung

Feministinnen sind hässlich, kinderlos, sexlos, humorlos (alles -los!) und Männer ihr Feindbild Nr. 1 – dicht gefolgt von BHs, High Heels und Bügelbrettern. Irgendwas vergessen? Ach ja: Feministinnen produzieren auch fetten Nachwuchs! So argumentiert zumindest Rose Prince, die in ihrem Text Has Feminism Killed the Art of Home Cooking? den Niedergang der weiblichen Kochkunst konstatiert.

Verziert mit charmanten Hobby-Köchinnen-Fotos beklagt Prince in ihrem Artikel, dass die Frauen von heute ihrem “natürlichen Mutterinstinkt” nicht mehr nachkommen können, weil unsere emanzipierten Mütter neben der Hausarbeit auch auf die Straße gingen und fleißig Bewerbungen schrieben. Selbstredend bleibt dann wenig Zeit, um Rezepte auszutauschen und Tipps&Tricks zum Thema Kochen an die Töchter weiterzugeben. So sei der Feminismus und in der Konsequenz die Frauen Schuld an der stetig wachsenden Zahl an Fast Food Ketten und den adipösen Kindern. Helfen kann da nur, wenn Frauen die “sanfte Art des femininen Kochens” wieder erlernen und schleunigst einen Topf Tomatensauce ansetzen, denn diese kann “in mehr als zehn Variationen” genutzt werden. C’mon- Problem gelöst!

Oder auch nicht. Jessica Reed kommentiert im Guardian die “wirren, aber recht unterhaltsamen” Anschuldigungen in Princes Text (eine deutsche Übersetzung gibt es beim Freitag). Reed ärgert sich nicht nur darüber, dass Prince ganz offensichtlich die unzähligen ernährungsbewussten Feminist_innen ignoriert, die tagtäglich kreatives und abwechslungsreiches Essen auf den Tisch zaubern, sondern kritisiert auch, dass Männer zu hilflosen Opfern eines ungesunden feministischen Speiseplans degradiert werden – insbesondere angesichts der Tatsache, dass heute viele Männer ganz selbstverständlich für ihre Kinder und Freund_innen kochen und auf deren Speiseplan Einfluss haben.

Noch ärgerlicher ist allerdings, dass Prince ökonomische Realitäten völlig außer Acht lässt: Väter wie Mütter haben heute oftmals mehrere Jobs oder ackern zusätzliche Überstunden, weil Niedriglöhne bittere Realität sind. Der Gang zum (weit entfernten) Bio-Laden und das Kochen inklusive Lehrstunden für die Kinder kommt da – leider – oftmals zu kurz. Oder aber das Geld reicht hinten und vorne nicht für eine ausgewogene warme Mahlzeit am Tag, geschweige denn für den Sportclub. Klingt so dramatisch? Ein Anruf bei Hilfsorganisationen wie die Berliner Tafel wird genügen, um zu erfahren, dass die Zahl der Hilfebedürftigen von Jahr zu Jahr wächst. Hinzu kommt, dass zumindest in Großbritannien und in den USA es nicht ungewöhnlich ist, dass Schulen von Limonadenherstellern oder Fast Food Ketten gesponsert werden, die fetten Absatz mit dem Verkauf ihrer Kalorienbomben machen.

Vielleicht gibt ein Blick auf ökonomische Verhältnisse mehr Aufschluss darüber, warum Kinder heute weniger Chancen auf eine ausgewogene und gesunde Mahlzeit mit ihrer Familie haben. Vielleicht ist der ganze Hype um die “dicken, faulen Kinder und ihr dicken, faulen Mütter” aber auch nur eins: Pure Hysterie.


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Schnupfen in der Vagina oder warum Frauen immer eins mehr krank sind

19. Februar 2010 von Meredith

Nur kurz: Auf jezebel gibt es eine punktgenaue Suada von Anna North zum Thema vaginale Infektionen und deren überflüssige Problematisierung. Zwar geht es natürlich um das US-amerikanische Gesundheitssystem, doch die Sachlage ist in Deutschland nicht so viel anders.

Von der Heimsuchung des Hefepilzes (darf ich vorstellen, Candida Albicans) und der Belastung der Blasenentzündung bleiben nur wenige Frauen völlig verschont. Selig sind die mit den robusten Unterleibern, denn sie kennen nicht die Panik, den Schmerz und das Unwohlsein, die von einer Dauntenentzündung ausgehen. Sie kennen auch nicht die peinliche Prozedur, die zu durchlaufen ist, wenn man ein verschreibungspflichtiges Medikament dafür braucht, wie bei einer schweren Blasenentzündung ein Antibiotikum. Man bitte verzweifelt darum, in die Sprechstunde kommen zu können. Dann hockt man stundenlang und angespannt in Gynäkologenwartezimmern, blättert lasch in uralten Gala-Ausgaben und am Ende bekommt man einfach nur die Bestätigung von dem, was man eh schon wusste, weil es einen ja aus der Körpermitte seit Stunden schon anschreit: “Ja, da haben Sie sich eine ordentliche Entzündung eingefangen.”
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Die ganz persönliche Fickpyramide

24. September 2009 von Anna

Auf die Existenz und oft unterschätzte Gefährlichkeit der so genannten Fickpyramide (auch – nach „Gretchen Sackmeier“ – Bumspyramide genannt) habe ich ja schonmal verwiesen.
Mit wie vielen Menschen man (zumindest wenn man ein/e durchschnittliche/r Brite oder Britin wäre) statistisch gesehen indirekt geschlafen hat, lässt sich jetzt hier berechnen.

Ja, an sich nur eine nette Spielerei. Aber trotzdem erschreckend. Was wohl durchaus gewollt ist: “Es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, wie gefährdet sie in Bezug auf sexuelle Krankheiten sind und dass sie Vorsichtsmaßnahmen treffen” sagt Clare Kerr von Lloyds Pharmacy, auf deren Seite man den Rechner findet (zitiert nach und gefunden auf derstandard.at).


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Männer wollen leisten, Frauen eine gute Stimmung

13. Februar 2009 von Barbara

Der aktuelle Gesundheitsreport der Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) zeigt, dass nicht nur Extrem-Sportlerinnen und -Sportler, sondern auch ganz normale Leute, die einer Arbeit nachgehen, dopen. Männer würden Aufputschmittel schlucken, um mehr Leistung zu erbringen. Frauen würden Stimmungsaufheller bevorzugen. Das geht aus einer Befragung hervor, für die die DAK 3000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 20 und 50 befragt hat.

Einige Ergebnisse im Detail:

  • Von den Frauen gaben 50,1% an, dass sie Mittel gegen depressive Verstimmungen einnehmen bzw. bereits eingenommen haben. Bei den Männern liegt dieser Anteil lediglich bei 14 %.
  • Im Vergleich zu den Frauen verwenden Männer häufiger Medikamente, die gegen Gedächtniseinbußen, gegen Schläfrigkeit und Müdigkeit sowie gegen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen wirken.
  • Deutlich mehr Frauen (38,6 %) nehmen die Medikamente im Vergleich zu Männern (21 %) täglich ein.

Dass Medikamente in Krisenzeiten keine Lösung sind, weiß nicht nur die DAK, die anzweifelt, dass “mit derart segensreichen Mitteln schneller, wacher, länger, froher wachsenden Anforderungen in der Arbeitswelt und im Alltag allgemein gerecht werden zu können”. Bemerkenswert bleibt der geschlechterbezogene Unterschied, den die Befragung ermittelt hat: Männer wollen leisten, Frauen eine gute Stimmung.


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