Einträge mit dem Tag ‘Gesellschaftskritik’


Samstagabendbeat mit Hayat & Matondo

15. Juni 2013 von Sabine

Hayat (13) und Matondo (19) haben am Samstag vor einer Woche ein Musikvideo auf YouTube in die Welt gesetzt. Mit “Ausländer Raus” thematisieren sie ihre Lebensrealität, Rassismus, Respekt und was sich ändern soll, wie sie leben wollen. Der Text regt zum Denken an. Großartige Rapper. Jungs, wir feiern Euch!


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Der Selbermach-Jahresrückblick 2012

16. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim SpielenStatt allein nach den Höhe­punkten und Auf­regern der letzten Woche zu fra­gen, würden wir Euch heu­te gerne ein Fo­rum zur Ver­fügung stellen, um das Jahr 2012 kritisch Revue passieren zu lassen.

In diesem Jahr haben wir uns aus verschiedenen Gründen gegen eine “Bloggermädchen”-Wahl entschieden: Zum einen gab es sowohl an Konzept als auch Durchführung der Wahl immer mal wieder berechtigte Kritik, zum anderen schien das Interesse daran stetig abzunehmen. Der Zweck der “Bloggermädchen”-Wahl war nie ein Wettbewerb im eigentlichen Sinne, sondern die Idee, aus feministischer Sicht interessante Blogs bekannt(er) zu machen und zu vernetzen. Wir sind uns jedoch nicht sicher, ob dieses Ziel tatsächlich erreicht wird.

Als kleines Experi­ment möchten wir statt­dessen ein Offenes Forum bieten: Wir würden uns freuen, wenn in diesem Forum statt eines Wett­bewerbs eine Vor­stellungs­runde neuer und/oder besonders interessanter Blogs und Blog­bei­träge des ver­gangen­en Jahres Platz findet, und Leser_innen sich über Er­freu­liches, Är­ger­liches und Über­raschen­des im Jahr 2012 aus­tauschen kön­nen.

Eure Lieblingsblogs

Welche Blogs habt Ihr dieses Jahr besonders gerne ge­lesen oder habt Ihr selbst einen neuen Blog ge­startet? Welche femi­nistischen Pod­casts, Netz­werke und Ini­tia­tiven fandet Ihr in diesem Jahr toll? Welche (Blog-)Beiträge fandet Ihr be­sondes spannend oder lehr­reich oder disku­tabel in den letzten zwölf Mo­naten? Welche Themen haben Euch 2012 in Atem ge­halten, und was erwartet Ihr aus femi­­ni­sti­scher und/oder ge­sell­schafts­­kri­ti­scher Per­­spek­­tive für das kommende Jahr? All das und noch viel mehr kann hier gerne be­spro­chen wer­den.

Als eigenen Beitrag haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht: Unser Jahresrückblick wird morgen in Form eines Podcasts erscheinen. Kommt zu uns ins akustische Wohnzimmer und seid dabei, wenn die Mädchenmannschaft bei Tee, Muffins und Vogelgezwitscher das feministische 2012 Revue passieren lässt und einen Ausblick auf die Zukunft wagt.

Danach machen wir eine Pause bis zum 5. Januar 2013.

Die Mädchenmannschaftsartikel bleiben natür­lich weiter­hin kommen­tier­bar, wir bitten aber um Ge­duld, falls es mit der Moderation mal etwas länger dauern sollte.

Wir bedanken uns herzlich für Euren Input, Eure Meinungen, Eure Kritik und Euer Lob, und freuen uns auf ein femi­nisti­sches 2013 mit Euch!

Ent­spannte Feier­tage und einen guten Rutsch wünscht

die Mädchenmannschaft


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Feministin und Mutter Sein – Müssen nur wollen?

22. November 2012 von Melanie

Dieser Text erschien vor einigen Tagen in einer leicht veränderten Fassung bereits auf Melanies Blog glücklich scheitern.

Wie geht das, Feministin und Muttersein? Das war für mich vor Minimes Geburt gar keine Frage. Was sollte sich schon ändern? Ich bin Feministin, dann werd ich eben auch noch Mutter. Gehe weiter meiner Karriere in der Wissenschaft (ich hätts ja eher Berufung genannt) nach, liebe ganz bestimmt mein Kind und werde glücklich.
Und ja, mein Bild war schon sehr eingeschränkt. Ich dachte, wer Feministin ist und Mutter, muss genau so denken – Berufstätigkeit unbedingt! Man muss nur genug wollen…
Dann kam das Kind und ich merkte: Wollen und Können sind nicht ein und dasselbe. Deshalb wundert es mich eher, dass nicht alle Mütter Feministinnen sind, oder jedenfalls mehr. Wenig legt die patriarchale Struktur dieser Gesellschaft so offen, wie das Muttersein, find ich.

Um ganz subjektiv ein paar Ereignisse zu schildern: Ich wurde schwanger als ich grade einen Arbeitsvertrag hatte, der anderthalb Jahre lief. Ich ging ein halbes Jahr in Elternzeit und erfuhr währenddessen, das mein Vertrag nicht verlängert würde. Obwohl die Stelle durchaus weiterläuft. Da der Vertrag einfach auslief, und ich nicht mal gekündigt werden musste, gab es weder aussagekräftige Gründe der Arbeitgeberin, noch die Möglichkeit, einen Personalrat einzuschalten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Mitten in der Doktorarbeit in einem anderen Projekt einsteigen? Von vorne anfangen? Dafür in eine andere Stadt, mit befristetem Vertrag? Nein Danke. Will ich also nicht genug?
Ich schrieb Bewerbungen. Wenn ich in der Bewerbung das Kind erwähnte, kam es gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch. Wurde ich zum Vorstellungsgespräch geladen und erwähnte dann mein Kind gab es unverschämte Reaktionen. Letzen Endes bekam ich eine auf vier Monate befristete Teilzeitstelle. Das Gehalt liegt unter dem, was ich an ALG I bekomme. Und so sehr ich auf die naiven Mütter mit ihren sogenannten Milchmädchenrechnungen geschimpft habe – ich gestehe, dass die Gleichung in der letzten Zeit bei mir immer öfter aufging. Ich werde müde.

(mehr …)


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Mitfahren bei rape culture? Die Allgemeine Zeitung zeigt wie es geht

24. August 2012 von Sabine

Die Autorin Silvia Meixner der Allgemeinen Zeitung gibt „Expertentipps“ für die Kommunikation bei Mitfahrgelegenheiten wieder. Klingt erstmal harmlos und ein bisschen nach Sommerloch. Was sie schreibt ist allerdings gar nicht harmlos. Bei Tipps und Tricks für vergnügliche Fahrten mit unbekannten Menschen, die unnötig wie banal sind, kommt sie zum Punkt „Der erste Eindruck zählt“ und da wird es dann krass:

„Ferner sollten sich Frauen nicht zu freizügig kleiden, denn ein tiefes Dekolleté oder ein allzu kurzer Rock wecken beim Fahrer vielleicht Gedanken, auf die man ihn gar nicht bringen wollte.“ – Silvia Meixner, AZ

Ganz nebenbei schreibt die Autorin auf was Knigge-Expertin, Vera Reich, ihr  sagt. Frauen müssen es besser wissen, denn wenn sie „allzu“ kurze Röcke tragen oder sich „zu freizügig“ kleiden, käme der Fahrer vielleicht beim Anblick dessen auf Gedanken, die Frauen unter Umständen gar nicht wollten. Also besser anders kleiden. Frau Meixner, von welchen Gedanken wird da eigentlich genau gesprochen? Und sind die “Gedanken” erstmal da, was dann? Trauen Sie sich, diese zu Ende zu formulieren? Meinen Sie etwa auch, dass Frauen* – wir Sexobjekte – selbst schuld sind, wenn uns etwas passiert, das wir nicht wollen? Dass wir von sexistischen Sprüchen bis hin zu Vergewaltigungen womöglich noch selbst die Schuld tragen, weil wir uns nicht ihren Tipps entsprechend kleiden? Dass Männer Opfer ihrer Selbst und ihrer Triebe seien, weil Kleider und Körper von Frauen* angeblich Signale aussenden, wir damit provozieren und unsere Worte oder ein einfaches Nein nicht mehr zählen?

Die Autorin hätte dies alles mindestens kritisieren können. Weitgefehlt sie verkauft es als Tipp für Frauen (sic!) und das ist perfide. Frauen* sind nicht schuld und müssen sich nicht erklären (Röcke und der ganze Scheiß, der da aufgezählt wird), wenn ihnen sexualisierte Gewalt und Sexismus widerfährt. Ganz egal unter welchen Umständen. Mal abgesehen davon, dass “mehr” Bekleidung auch nicht vor Übergriffen schützt. Vielmehr zeigt dies doch auch auf in welcher Gesellschaft wir leben, wo Vergewaltigungsmythen vorherrschen, Sexismus lebt und sexualisierte Gewalt noch immer verharmlost wird. Das nennt sich rape culture (und nicht Trick 17). Die Macht liegt beim Täter und einer Gesellschaft, die Gewalt an Frauen* abkanzelt und wir Tipps wie diese (siehe oben) lesen müssen.

Vielen Dank an die MM-Leser_in, die uns auf diesen Artikel aufmerksam gemacht hat.


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