Einträge mit dem Tag ‘Geschlechterrollen’


Hauptsache geil aussehen

8. Februar 2010 von Susanne

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von gestern schreibt der Feuilleton-Redakteur Jörg Thomann über das Phänomen sich selbst entblößender Mädchen und junger Frauen. Anlass für seinen Text ist das neue Buch von Natasha Walter, “Living Dolls. The Return of Sexism”.

Von den Castingshows, kritisiert Natasha Walter, lernten Frauen, das Aussehen und das Verhalten anderer Frauen permanent zu bewerten – und sie erlebten, dass jene, die dem vermeintlich objektiven Anspruch an weibliche Attraktivität nicht genügen, aussortiert werden. Ein gesundes Selbstbild entsteht so nicht. Laut der „Bravo“-Studie 2009 sind nur noch 56 Prozent der befragten Mädchen zwischen elf und 17 Jahren mit ihrem Aussehen zufrieden und nur 54 Prozent mit ihrem Gewicht.

Nun empfinde ich das Sichzurschaustellen in dummen Casting- oder Reality-Shows nicht als typisch weibliches Phänomen – lassen wir mal Singwettbewerbe außen vor, denn da geht es ja tatsächlich um so was wie Können. Auch männliche Big Brother-Bewohner oder Bachelorette-Kandidaten fallen nicht unbedingt durch ihre Scharfsinnigkeit oder durch sonstige besondere Talente auf. Da geht es dann auch eher um die schnittigere Frisur oder den größeren Bizeps als um den höheren Bildungsabschluss.

Natasha Walters Befürchtung allerdings, das Frauenbild reduziere sich durch mediale Eintönigkeit auf Attraktivität und Wohlgeformtheit des weiblichen Körpers, die teile ich. Es ist nichts Neues, dass Frauen nach ihrem Aussehen bewertet werden, das passierte Dagmar Berghoff in ihren Anfangsjahren als Nachrichtensprecherin sicherlich genauso. Der große und vor allem schwerwiegende Unterschied ist nun allerdings, dass viele junge Frauen – und auch ältere, siehe Simone Thomalla, Madonna und viele andere  – nach ihrem Äußeren bewertet werden wollen. Und zwar nicht nur im TV, sondern auch im Internet.

Sie definieren so weiblichen Erfolg selbst und aktiv als eine Sache von Attraktivität, geringem Körpergewicht, schönen Haaren, prallen Brüsten, flachen Bäuchen um. Und das ist tatsächlich ein erschreckender und massiver Rückschritt in der Emanzipation von Frauen.


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Wer war… Betty Friedan?

4. Februar 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 5 von 10 der Serie Wer war eigentlich …

Die US-amerikanische Publizistin, Mitbegründerin und erste Präsidentin der amerikanischen Frauenorganisation National Organization for Women (NOW) wurde am 4. Februar 1921 geboren und verstarb vor vier Jahren an ihrem 85. Geburtstag an Herzversagen.

Betty Friedan / Quelle: womenshistory.about.com

In den 1960ern und 1970ern, in denen sich feministische Theorien in der amerikanischen akademischen Welt etablierten, kritisierten viele FeministInnen wie Betty Friedan die auf der öffentlich/privaten Sphäre basierenden Ideologie, welche die Frau auf die Rolle der Hausfrau und Mutter und den Mann auf die Rolle des Familienernährers und Verdieners reduzierten. Obwohl Frauen seit mehreren Jahrzehnten wählen konnten, Zugang zu Universitäten und den meisten Berufen hatten, konnte man noch nicht von Gleichberechtigung der Geschlechter sprechen. Friedan erforschte mit ihrem Bestseller The Feminine Mystique (1963, “Der Weiblichkeitswahn”) das “Problem, das keinen Namen hat” und resümierte, dass gleiche Ausbildungschanchen und berufliche bzw. ökonomische Eigenständigkeit der Schlüssel zur weiblichen Unabhängigkeit sei und somit die Gleichstellung von Mann und Frau gewährleiste.

KritikerInnen warfen Friedan vor, die Situation von wohlhabenden und weißen (Haus-)Frauen verallgemeinernd als Situation aller Frauen zu beschreiben. Probleme armer und/oder women of color und ihre Erlebnisse mit der Arbeitswelt und/oder Rassismus thematisierte sie kaum. Auch stand sie dem Einfluss lesbischer Frauen auf die Organisation NOW kritisch gegenüber.

Trotz der Kritik gilt Friedan als eine der wichtigsten TheoretikerInnen der akademischen und politischen Frauenbewegung der 1960er und 1970er Jahre.


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What a girl wants

5. November 2009 von Barbara

Gestern in der Münchner Boulevardpresse, der Abendzeitung, großes Thema: “Aufgepasst! So ticken Frauen wirklich”

Also wie? Kuscheln gerne, verwechseln links und rechts, haben Bauchgefühle, machen nie das, was sie sagen, schauen täglich Serien, kaufen Schuhe, fragen “Woran denkst du, Schatz?”, gehen zu zweit aufs Klo, diskutieren, telefonieren und haben große Taschen.

Na dann. Ich erbreche mich jetzt mal wieder in meine große Tasche. Denn kotzen fehlt auf dieser Liste noch.


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Das Casting des Alpha-Männchens

21. September 2009 von Thomas

…die Tour geht nun mal weiter und der Poison Frontmann sucht wieder seine Traumfrau. Die zweite Staffel von ‘Rock of Love’ präsentiert zwanzig neue Damen, die auf Bret Michaels Herz hoffen. Die Frauen werden auf ihre Hingabe zu ihm und ihre Liebe zum Rock’n'Roll getestet. Bret macht es ihnen nicht leicht und wird sie vor einige Herausforderungen stellen. Die Damen, die diese mit Bravour bestehen, werden mit ihm wilde und exklusive Ausflüge machen, während die Verliererinnen, die nicht wie ein wahrer VIP im Backstage Bereich abhängen können, freundlich rausgeleitet werden.
(Zitiert von http://www.mtv.de/tv/shows/19946444)

Nun, was sagt man dazu? Bret Michaels ist also wieder solo und weil er letzteres aus irgendeinem Grund nicht auch mal länger bleiben kann, braucht es also wieder eine Frau. Diese Frau findet man aber nicht, indem man sie in der Bibliothek oder in der Kneipe auf gleicher Augenhöhe anspricht. Es muss schon eine kleine Auswahl an Kandidatinnen geben:

bret-mtv

(c) by MTV Networks Germany GmbH

(weiterlesen…)


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Ein Spiel für Mädchen

29. Januar 2009 von Barbara

“Um diesen Mann zu verführen, muss er dich perfekt finden. Wenn du ihn verführt hast, macht er dir das untenstehende Geschenk!” [Wer jetzt weiterliest, sollte an das Wort "Ironie" denken.]

Na da ist er ja, der Sinn meines Lebens: Wie schaffe ich es, dass mich ein Mann perfekt findet? Ganz klar: Ich muss mein Aussehen verbessern (Lidschatten, Nasenform, Haut- und Haarfarbe sowie Fingernägel inklusive) und die richtige, sexy Kleidung tragen. Und shoppen, Klamotten, Möbel, Zeug – aber das ist teuer! Schlechte Voraussetzungen dafür sind, dass ich in Unterwäsche dastehe, nur 25 Dollar besitze, keine Erfahrungen habe und einen Job als Babysitter.

So beginnt das Online-Spiel “Oh my doll“. Um was es eigentlich geht? Na klar, üben, für den Ernstfall, eine richtige Frau zu werden. Bei Typen landen, um nichts anderes geht es ja, sagt die Gebrauchsanweisung:

Zu Beginn des Spiels ist deine Doll eine “brave junge Lady”. Um ihre Bezeichnung zu ändern und später ‘femme fatale’ zu werden, muss sie zunächst ein paar Männer verführen. Beim Klick auf “Alle Eroberungen ansehen” siehst du alle Männer, die deine Doll bereits verführt hat.

Natürlich ist das total empfehlenswert für Eltern minderjähriger Kinder:

Ohmydollz ist ein Spiel, das auf einer großen Interkation zwischen den Spielern beruht. Ihre Kinder können nicht nur im Spiel die Wohnungen der anderen Spieler besuchen und für sie stimmen, sondern auch real mit ihnen in Kontakt treten, indem sie sich gegenseitig Kommentare und persönliche Nachrichten schreiben oder über das Forum in Echtzeit unterhalten. Je besser ihr Kind mit den anderen Spielern umgeht, desto erfolgreicher wird es im Spiel sein und nebenbei echte Freunde gewinnen!

Danke an Simone, die dieses total empfehlenswerte Spiel auch uns empfohlen hat. Lernen fürs Leben. Und dieses Gerede von “Feminismus” – ach das ist sicher nicht so wichtig …


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Ehrenämter

6. November 2008 von Barbara

Unlängst war ich auf einer Diskussionsveranstaltung, bei der einige der Beteiligten der festen Meinung waren, Ehrenämter wären typisch weiblich. Der Mann, der sich in der Freiwilligen Feuerwehr engagiere, sei die Ausnahme, die die Regel bestätigt – denn dort wäre er ja erstens sichtbar und zweitens könne er sich dort auch profilieren. Was beim Spazierengehen mit Kranken, Vorlesen für Alte, Essen bringen für Betagte usw. nicht der Fall seie.

Ist das so? Dass Ehrenämter weiblich sind?


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