Einträge mit dem Tag ‘Geschlechterklischees’


Kurz und knapp

2. April 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 70 von 152 der Serie Kurz notiert

Ein Parade-Beispiel für Gender-Sozialisation:

Weniger Alkohol, weniger Marihuana und weniger Verstöße gegen das Gesetz – alles eine Folge des Kinderkriegens?Telepolis berichtet von einer Studie, nach der Frauen in sozial schwachen Stadtteilen von einer Geburt mehr profitieren, als etwa vom Heiraten.

Die großartige Rachel Maddow hatte gestern Geburtstag! Sie wurde knackige 37 Jahre alt.

Hier gibt’s die Top13 besten weiblichen MC’s.

Auf feministing ärgert man sich über Lady Gaga, die gesagt haben soll: “Popstars sollten nichts essen!”

Das Bitch Magazine stellt die deutsche Hildegard von Bingen vor.

In Belgien könnte es zu einem Verbot der Vollverschleierung kommen. Der Innenausschuss des Parlaments in Brüssel hat einstimmig einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, wie auf tagesschau.de berichtet wird.

Auf fudder.de wird stolz verkündet: “Ich stehe dazu: Ich studiere Gender Studies!”.

Und zu guter Letzt:

Auf Sociological Images wundert sich Mathestudent Ian über das Geschenk seiner Freundin, die in einer Kinderabteilung folgendes T-Shirt aufgabelte, welches von den Hersteller_innen wohl eher für kleine Mädchen gedacht war: Too pretty to do Math (“Zu hübsch, um Mathe zu lernen”).


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Jungs entwickeln, Mädchen konsumieren

27. Dezember 2009 von Magda

Auf sociological images bemerkt Lisa, dass man beim Geschenkeeinkauf auf der Internetseite von Toys”R”Us zwar anfangs nach dem Geschlecht des Kindes gefragt wird, dann aber ähnliche Kategorien auftauchen, in denen man das Spielzeug für Kinder wählen kann. Man kann sowohl für sportliche, technikbegeisterte oder abenteuerlustige Jungs als auch für Mädchen einkaufen. Beim nächsten Klick wird man nach den spezifischen Interessen des Kindes gefragt, wie z.B. Musik, Autos, bauen etc. Auch diese sind beiden Geschlechtern gleichermaßen zugeordnet. Die Autorin fragte sich dann, warum man überhaupt nach Geschlecht sortiert, wenn die Kategorien doch die gleichen sind. Also testete sie die Suchmaschine und markierte jeweils für 12- bis 14-jährige Jungen und Mädchen bei Persönlichkeit “technikbegeistert” und bei Interessen “bauen”. Interessant ist nun, dass sich die von Toys”R”Us angezeigten Geschenkideen für technikbegeisterte Jungs und Mädchen dann doch stark unterscheiden:

(Im Blog gibt es jeweils die ersten 24 Vorschläge; ich poste nur die ersten acht.)

Hier sind die ersten Treffer für Jungs. Sieben Spielzeuge zum Zusammenbauen und ein Gerät zum Musikhören.

Und hier die ersten acht Vorschläge für Mädchen: Ein Gerät zum Zusammenbauen und sieben Geräte zum Hören bzw. Sehen.

Lisa deutet dies wie folgt:

I can’t remember where I originally heard it, but someone somewhere observed that when it came to technology, there was a stereotype that men were the engineers and designers and women were the consumers and users. (…) Sure enough, Toys R Us confirms that girls may like technology, but boys build it.

(Zu deutsch: Ich kann mich nicht erinnern, wo ich es zum ersten Mal hörte, aber jemand hat mal geäußert, dass es, wenn es um Technologie geht, diesen Stereotyp gibt, dass Männer die Ingenieure und Konstrukteure sind und Frauen die Konsumentinnen und Nutzerinnen. (…) Gewiss bestätigt Toys R Us das Klischee, dass Mädchen Technik vielleicht mögen, aber dass es die Jungs sind, die diese entwickeln.)


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What a girl wants

5. November 2009 von Barbara

Gestern in der Münchner Boulevardpresse, der Abendzeitung, großes Thema: “Aufgepasst! So ticken Frauen wirklich”

Also wie? Kuscheln gerne, verwechseln links und rechts, haben Bauchgefühle, machen nie das, was sie sagen, schauen täglich Serien, kaufen Schuhe, fragen “Woran denkst du, Schatz?”, gehen zu zweit aufs Klo, diskutieren, telefonieren und haben große Taschen.

Na dann. Ich erbreche mich jetzt mal wieder in meine große Tasche. Denn kotzen fehlt auf dieser Liste noch.


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Männer mögen so etwas

15. Juli 2009 von Barbara

In der Süddeutschen Zeitung erschöpft sich Georg Diez über die neue ARD-Serie “Geld.Macht.Liebe”. Die hält, was ihr Titel verspricht – eine Serie über Bankenimperien, Geld und reiche, gelangweilte Menschen. Was Diez aber übel aufgestoßen ist, war eine Szene aus der zweiten Folge. Die Tochter sagt über das Bild, das ihr Mann gekauft hat, das sei einem “kranken Hirn” entsprungen. Sie mag offensichtlich keine moderne Kunst. Ihre Mutter gibt ihr Recht, merkt aber auch an, dass sie, wenn sie klug seie, ihrem Mann trotzdem recht gäbe in Sachen Kunstgeschmack und auch sonst, denn, “Männer mögen so etwas.”

Tja. Die ARD. Ist das ein Test? Ob wir den Fehler finden? Ob wir uns aufregen? Ob wir schon eingeschlafen sind? Ob wir überhaupt fernsehen? Öffentlich-rechtlich? Der SZ-Autor ist aufgebracht:

Als Zuschauer ist man dann kurz unschlüssig, ob man lachen oder weinen oder einfach weiterschalten soll. Aber weil einem selbst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht alle Tage so ein Schauspiel geboten wird, bleibt man mal dran – und wird belohnt: Irgendein Dramaturgiegott im Ersten hat sich etwas ausgedacht, das den frauenverachtenden Irrwitz nochmal eine Stufe weiter-, also zurückdreht. Mahlzeit Deutschland heißt das, was nun montags im Anschluss kommt, eine leicht beschwingte serielle Hungerfeier der harten Jahre nach dem Krieg, vor allem aber eine Hommage an die Hausfrau. Es stellen sich die wirklich wichtigen Fragen: “Wie werden wir satt, das ist die größte Herausforderung für uns Deutsche.” Oder: “Die Menschen lernen, sich an den kleinen Dingen zu freuen.” Noch besser: “Die Trümmerfrauen trotzen den Problemen mit guten Ideen.”

Ja, oder eher: Mahlzeit ARD. Die Folgen kann man auf der ARD-Website nachschauen.


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