Einträge mit dem Tag ‘Geschichte’


Blick zurück für den Blick nach vorn – Frauen im Mittleren Osten

23. Januar 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 58 von 58 der Serie Die Feministische Bibliothek

Rotes Buchcover mit einem Bild auf dem ca. 20 Mädchen und junge Frauen zu sehen sind.Mit den Revolutionen in Tunesien und Ägypten vor knapp einem Jahr ist auch eine weitere Frage immer wieder aufgetaucht: Wie steht es um die Frauen in Nordafrika, bzw. dem Mittleren Osten? Das Buch “Women and the Family in the Middle East” beleuchtet historische Entwicklungen, von den zwanziger Jahren bis in die Achtziger. Betrachtet werden zehn Länder, vom Irak über Ägypten bis zum Sudan, sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Außen vor bleiben die Länder “ohne westlichen Einfluß” und Kolonialzeit, der Jemen und Saudi-Arabien, trotzdem ist dies schon ein weites Feld. Darüberhinaus werden die Themen Familie, Arbeit, Religion, Krieg & Revolutionen, Identität und Gesundheit & Erziehung betrachtet – eine umfassende Analyse gibt es daher nicht.

Stattdessen gleicht das Buch einem Puzzle, in dem sich wissenschaftliche Abhandlungen, persönliche Berichte und Fiktion in Form von Gedichten und Geschichten abwechseln. Die einzelnen Texte sind, so verschieden sie auch sind, stets gut zu lesen und verständlich. Der Versuch, das Buch in einem Rutsch zu lesen, muss an der Vielfalt der Themen allerdings scheitern. Umso mehr Sinn macht es, sich einzelne Texte herauszusuchen und mit dem heutigen Stand zu vergleichen. So wurde etwa in Libyen die radikale Gleichstellung von Männern und Frauen geplant. Dass es dazu niemals kam, zeigt nicht zuletzt die aktuelle Situation.

The problem with “starting from reality” is that, without a clear policy of change, one tends to get stuck there. (Das Problem mit dem „Beginn in der Realität“ ist, dass man ohne klare Vorgaben zur Veränderung stecken bleibt.) (weiterlesen …)


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Wie, auch Frauen hatten Schwerter?

25. Juli 2011 von Helga

So klingt es derzeit vermutlich unter einigen Ge­schichts­wissen­schaftler­_innen, wenn es um die Wikinger geht. Ob Wickie und die starken Männer oder Hägar der Schreckliche – auch in der Popkultur zugen stets die Männer los, zu plündern und brandschatzen, und anschließend nach Haus zur Familie zurückzukehren. Allerdings gab es auch wenig Funde von Frauengräbern. Oder nicht?

Nach neueren Funden, bei denen besonders viele Schmuckstücke gefunden wurden, die auf Frauen hindeuteten, hat Shane McLeod vom Zentrum für mittelalterliche und frühe Neuzeit-Studien der Universität von Westaustralien eine neue Studie veröffentlicht. Im Journal Early Medieval Europe beschreibt er die Neubewertung eines Grabes aus der Zeit von rund 900 Jahren n.Chr. Statt die Überreste nach ihren Grabbeilagen zu beurteilen, wurden die Knochenreste analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass vermutlich die Hälfte der 14 Untersuchten Frauen sind.

Statt nur mit Broschen und Kämmen, wurden die Wikingerinnen genau wie Männer auch mit Schwertern und Schilden begraben. Verloren gegangen wäre ihre Beteiligung aber fast durch die Zuschreibungen der späteren Archäolog_innen und Wissenschaftler_innen.

(Via Jezebel)


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Die sichtbaren und unsichtbaren Frauen der Wissenschaftsgeschichte

5. Juli 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 53 von 58 der Serie Die Feministische Bibliothek

Titelbild von Madame Curie Complex (Überschrift, darunter leere Reagenzgläschen, nur eines ist mit roter Flüssigkeit gefüllt) Die Frage, wieviel Frauen eigentlich für die Wissenschaft geleistet haben und warum soviele unsichtbar blieben, ist schon länger da. Julie Des Jardins hat dazu gleich ein ganzes Buch aus explizit feministischer Perspektive geschrieben. “The Madame Curie Complex” heißt es und teilt die jüngere Naturwissenschaft in drei Phasen auf:

  • 1880-1940 Assistentinnen, Hausfrauen, austauschbar
  • 1941-1962 Kult der Männlichkeit in Zeiten heldenhafter Wissenschaft
  • 1962- Amerikanische Frauen und Wissenschaft im Umbruch
  • Zu jeder Ära stellt sie verschiedene berühmte, aber auch weniger bekannte Frauen vor. Wie bereits angedeutet, bezieht sich das Buch vor allem auf amerikanische Wissenschaftlerinnen, auch wenn viele aus Europa stammten. Wie vom Titel “Madame Curie Complex” zu vermuten, beginnt sie mit Marie Curie. Der im Titel angesprochene Komplex bezieht sich auf das Bild der Übermutter und Überwissenschaftlerin, als die Marie Curie in den USA in die Geschichte eingegangen ist und das jungen Frauen ein schwieriges Vorbild lieferte – dabei ist das Phänomen, das sie damit beschreibt, sicher international anzutreffen. Tatsächlich gaben viele der weiteren Wissenschaftlerinnen Marie Curie als Vorbild an, oft verbunden mit dem Wissen, selbst mehr als doppelt so gut sein zu müssen wie Wissenschaftler, um wenigstens halb so anerkannt zu werden.

    Eindrücklich beschreibt Des Jardins die vielfältigen Hürden, die Wissen­schaftlerinnen immer wieder zu überwinden hatten: den Zugang zu Universitäten und Forschungseinrichtungen an sich und das Abschieben auf schlecht oder oft sogar unbezahlte Lehrtätigkeiten an Frauencolleges. Ambivalent bleibt meist die Rolle der Männer. Der Unterstützung von Ehemännern und Vätern stellt sich der massive Widerstand von Kollegen entgegen. Nach großem Zulauf von Frauen in die Wissenschaften, brachen die Zahlen nach dem zweiten Weltkrieg wieder ein. Mit dem Kalten Krieg kam es außerdem zu einer extremen Zuschreibung von Wissenschaft und Technik als männlich – vorangetrieben auch von einer Psychologin, nämlich Anne Roe im Jahr 1953. (weiterlesen …)


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    Last Minute TV-Tip: Die Hebamme

    9. Mai 2011 von Helga

    In etwas über einer Stunde, also um 20:15 Uhr im ZDF, also etwas verspätet zum Internationalen Hebammentag. Eine Geschichte über eine Zeit, in der die Unterdrückung von Frauen noch ganz offen ausgelebt wurde:

    Der Film „Die Hebamme“ erzählt von einer Welt, in der sich Dorfobere und Pfarrer zusammentun, um Frauen auszuschalten – sei es, weil die Frauen zu selbständig sind wie Rosa Koelbl, sei es, weil sie ein unerwünschtes Kind erwarten. Die Geburt wird zu einem Moment, in dem Männer Zugriff auf das Leben einer Frau haben. Stellenweise ist das kaum zu ertragen – etwa, wenn eine Siebzehnjährige, von den Ärzten festgehalten, in den Wehen um ihr Leben fleht, weil sie weiß, was die Entscheidung zum Kaiserschnitt bedeutet.

    Für die FAZ hat Christina Hucklenbroich den Fernsehfilm von Dagmar Hirtz bereits angeschaut.


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    Frauen in Wissenschaft und Geschichte

    22. Februar 2011 von Helga

    Wo sind eigentlich die Frauen – nicht nur wenn es um die Blogosphäre geht, auch in der Wissenschaft stellt sich diese Frage manchmal. Dort ist es noch deutlich schwieriger, welche zu finden. Nicht zuletzt auch, weil viele Wissenschaftler viel Zeit und Energie aufwandten, Frauen jede Eignung zur Wissenschaft abzusprechen.

    So liess auch die britische Royal Society of London erst nach dem Zweiten Weltkrieg weibliche Mitglieder zu. Zu diesem Zeitpunkt blickte sie bereits auf eine Geschichte von 285 Jahren zurück. Genauer hingeschaut hat vor einiger Zeit Richard Holmes, der an einem Buch dazu arbeitet. Er fand viele Frauen, die sich aktiv an der Forschung und dem Austausch dahinter beteiligten. Oft genug wurden sie später aber nur noch über ihre Verwandtschaft zu Männern definiert, als Ehefrauen, Töchter oder Schwestern.

    Fader Beigeschmack: In einem Kommentar bei GeekFeminism merkte Lesley Hall an, dass so am Ende ein Mann Applaus bekam, weil er Frauen vorstellt. Für die vielen Wissenschaftshistorikerinnen, die schon lange das gleiche machen, bliebe der bisher weitestgehend aus. Immerhin zeichnet die History of Science Society bereits seit 1987 herausragende Autorinnen mit dem Margaret W. Rossiter History of Women in Science Prize aus.

    Inzwischen hat die Historikerin Shane Landrum dazu ein englisches Wikipedia-Portal zur Women’s History (Frauengeschichte) ins Leben gerufen, das sich auch mit Wissenschaftlerinnen befassen wird. Weitere spannende Frauen stellt seit einiger Zeit auch GeekFeminism jeden Mittwoch vor, die Wednesday Geek Women.

    Last but not least: Auch mit der Frage, wo eigentlich die Atheistinnen sind, beschäftigte der ursprüngliche GeekFeminism-Beitrag.


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    Lesen ist gefährlich

    12. Januar 2011 von Verschiedenen

    Im Rahmen der Frauenwoche für Buchmacherinnen geht es vom 10. bis 14 Januar bei Petra van Cronenburg um die Literaturbranche. Dort sind Leserinnen, Autorinnen und auch Verlegerinnen inzwischen auf dem Vormarsch. Außerdem feiert dieses Jahr das wichtigste Frauennetzwerk der Branche, die BücherFrauen, sein zwanzigjähriges Bestehen. Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag, der ebenfalls auf cronenburg erschienen ist.

    Es ist erstaunlich: Wir leben in einer Zeit, in der uns ausgerechnet ein Medium Angst vor dem Untergang der Lesekultur einjagt, das wie kein zweites auf Schrift basiert. Wenn auch nicht immer perfekt oder auf dem nötigen Sprachniveau, so kann man doch feststellen, dass weltweit nie zuvor so viele Menschen gelesen und geschrieben haben wie seit der Etablierung des Internet. Das war nicht immer so. Auch das fortschrittliche Europa war einst eine Wüste von Analphabetismus und fehlender Bildung. Lesen und Schreiben war Eliten vorbehalten. Wer lesen und schreiben konnte, war mächtiger als die anderen, denn Wissen bedeutet Macht. Bücher wurden in Klöstern kopiert und verließen deren Mauern nicht. Herrscher ließen Texte für sich sprechen. Religiöse und weltliche Herrscher wachten über die Inhalte und Verbreitung von Büchern.

    In den drei großen „Religionen des Buches“, Judentum, Christentum und Islam waren weltliche wie religiöse Autoritäten zunächst ausschließlich männlich (in einigen sind sie es heute noch). Der Zugang von Frauen zum Buch ist historisch gesehen ein recht junger – und er ist keineswegs ein selbstverständlicher. Wenn gebildete Frauen Macht über ungebildete Männer zu erlangen drohten, konnte das System kippen. Es waren hauptsächlich Frauen und Bücher, die auf den Scheiterhaufen Europas brannten. Etwa bis zum Spätmittelalter musste es dauern, bis etwas aufkam, das man einen „feministischen Kampf“ nennen konnte.

    Auslöser war der zutiefst frauenverachtende „Rosenroman“ des 13. Jahrhunderts, mit dessen Thematik Umberto Eco in seinem Buch „Der Name der Rose“ so meisterhaft spielt. In ganz Europa wehrten sich Männer und Frauen gegen das Bild der Frau als Hure und Verführerin – angeblich ohne jede intellektuelle Fähigkeit. Als „Querelle des femmes“ („Streit der Frauen“, Diskussion um die Stellung der Frau) ging dieser von Männern und Frauen unterstützte feministische Streit in die Geschichte ein. Christine de Pizan (1365-1430), die erste weibliche Autorin, die von ihren Werken leben konnte, sorgte damals mit ihrem „Buch über die Stadt der Frauen“ für Zündstoff und ein neues Frauenbild. (weiterlesen …)


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    Das Frauenproblem der Wikipedia

    19. November 2010 von Helga

    Vor einiger Zeit untersuchte Rachel McCarthy James von Deeply Problematic die Einträge der englischen Wikipedia-Startseite danach, ob Männer oder Frauen präsentiert werden. Das erschreckende Ergebnis: Im Schnitt kommt auf neun Männer gerade mal eine Frau. Zum Vergleich habe ich im Oktober eine Woche lang die deutsche Startseite durchgezählt – wer keinen eigenen Eintrag hatte, aber namentlich erwähnt wurde, zählte mit. Die Ergebnisse sind ähnlich vernichtend:

    4. Oktober: 10 Männer, 2 Frauen
    5. Oktober: 13 Männer, keine Frau
    6. Oktober: 12 Männer, keine Frau
    7. Oktober: 10 Männer, 3 Frauen
    8. Oktober: 12 Männer, 1 Frau
    9. Oktober: 15 Männer, keine Frau
    10. Oktober: 11 Männer, 3 Frauen

    Gleich an drei Tagen schaffte es keine einzige Frau auf die Startseite der Wikipedia, während Männer immer im zweistelligen Bereich vorgestellt wurden. Im Vergleich zur englischen Startseite also ein noch schlechteres Verhältnis. Eine volle zweite Woche habe ich seitdem leider nicht geschafft, aber sporadische Stichproben sehen ähnlich aus (31. Oktober: 13 Männer, 1 Frau, 18. November: 15 Männer, 1 Frau, 1 Fossil namens „Mungo Man“ dessen Geschlecht nicht abschließend geklärt ist).

    Aber in der Geschichte waren nun mal öfter Männer an wichtigen Dingen beteiligt – was soll also daran schlimm sein?
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    Historische Frauen im Radio entdecken

    15. November 2010 von Helga

    Seit letzter Woche gibt es eine neue Serie auf NDR Kultur: „Vergessene Frauen“. Darin werden Wissenschaftlerinnen oder Politikerinnen vorgestellt, die wichtiges geleistet oder erforscht haben, heute aber in Vergessenheit geraten sind. Mit dabei sind:

    Die deutsche Astronomin Karoline Herschel beispielsweise, die im 18. Jahrhundert acht Kometen entdeckte. Oder Victoria Woodhull, die erste Präsidentschaftskandidatin der USA, die große griechische Philosophin Hypatia und die italienische Komponistin Francesca Caccini.

    Angesichts der Tatsache, dass damals nur sehr wenige Frauen in diese Bereiche vordringen konnten, ist die auch heute fehlende gesellschaftliche Anerkennung ein doppeltes Versäumnis. Diese Lücken gilt es immer dienstags um 9:20 Uhr aufzufüllen, z.B. über den Radio-Livestream. Die Sendungen werden zu variablen Zeiten am Donnerstag noch einmal wiederholt. Wer trotzdem etwas verpasst hat, kann sich beim NDR Mitschnittservice einen Mitschnitt bzw. das Manuskript besorgen. In der morgigen Sendung geht es dann um Victoria Woodhull, zu der Antje Schrupp auch einiges gesammelt hat.


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    Selbermach-Sonntag (03.10.10)

    3. Oktober 2010 von Magda

    Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen

    Heute blicken wir auf 20 Jahre deutsche Einheit zurück. Neben euren Lieblingslinks der Woche wäre auch interessant, wie ihr 20 Jahre deutsche Einheit in Hinblick auf Geschlechterverhältnisse bewertet. Wie sehr haben sich die Lebensrealitäten von Männern und Frauen aus dem Osten bzw. Westen geändert? Sprechen wir noch von den “erwerbstätigen Ostfrauen” und den “westdeutschen Hausfrauen” oder ist das heute alles sowieso ganz anders?


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    Women, we want you!

    26. August 2010 von Magda

    Am 26. August 1920 trat der 19. Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung in Kraft, mit dem Frauen in allen US-Bundesstaaten das Wahlrecht erlangten. Anlässlich des 90jährigen Jubiläums des US-Frauenwahlrechts in diesem Jahr erschien dieser Text im aktuellen Missy Magazine.

    Als die 19-jährige Charlotte Woodward im Jahre 1848 von der geplanten Frauenrechtsversammlung im ländlichen Seneca Falls hörte, war sie sofort Feuer und Flamme: Endlich Hoffnung auf einen besseren Lohn für die junge Näherin. Auf der Versammlung im Bundesstaat New York, die später zum offiziellen Beginn der ersten US-amerikanischen Frauenrechtsbewegung erklärt wurde, wurden fast alle Vorschläge ohne Gegenstimmen angenommen: Gleichberechtigung in der Ausbildung und ein geschlechtergerechtes Eigentums-, Scheidungs- und Sorgerecht. Nur eine Forderung überzeugte nicht alle Anwesenden: Das angestrebte Frauenwahlrecht. Es erschien befremdlich, ja fast unerhört! Zu hoffnungslos erschien der Vorschlag, welcher nach langer Diskussion letztlich dann doch auf der Agenda landete.

    So entstand die so genannte Declaration of Sentiments, deren Postulat der “Gleichheit aller Menschen“ nicht nur für männliche Weiße gelten sollte (wie noch die Unabhängigkeitserklärung), sondern für alle. Schwarze Männer erhielten bereits im Jahr 1870 mit dem 15. Zusatzartikel das Wahlrecht, das Stimmrecht für Frauen auf Bundesebene blieb dagegen auch Jahrzehnte nach der Erklärung von Seneca Falls bloße Theorie.

    Frauenwahlrechtskämpferinnen vor dem Weißen Haus via wikimedia commons

    Frauenwahlrechtskämpferinnen vor dem Weißen Haus via wikimedia commons

    Bis US-Amerikanerinnen das allgemeine Frauenwahlrecht erlangten, wurden noch dutzende Volksentscheide durchgeführt, etliche Anträge um Verfassensänderung formuliert, hunderte Versammlungen und Demonstrationen organisiert und über 200 Suffragetten verhaftet. Als im August 1920 – zwei Jahre nachdem Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt hatte – Frauen endlich das erste Mal bei einer Präsidentschaftswahl ihre Stimme abgeben durften, war die einzige noch lebende Teilnehmerin von Seneca Falls die Näherin Woodward. Die nun über 90-jährige war selbst nicht mehr in der Lage, an die Wahlurne zu treten. Aber für Millionen von US-Amerikanerinnen wurde in jenem Jahr der Grundstein der politischen Mitbestimmung gelegt.


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