Einträge mit dem Tag ‘Gender’


Gendercamp, Werbekritik, Elena Kagan, Online Dating und neue Regierungschefin in Trinidad und Tobago

26. Mai 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 86 von 152 der Serie Kurz notiert

Die Jungle World berichtet über das Gendercamp in Hamburg, das auch Nadine besucht hatte.

Unser_e Leser_in CK machte uns auf eine Werbung mit den Worten aufmerksam:

“Ich bin gerade beim Fernsehen über die neue Werbung für die Rügenwalder Gefügelprodukte gestolpert. Denn Jörg Pilawa denkt, dass “ist doch nur was für die Mädels in der Familie”. Jaja, so wie Joghurt, nech ;)”

Laut freitag soll das Antivergewaltigungskondom erstmals bei der WM in Südafrika zum Einsatz kommen und meint: Falsche Waffe für den richtigen Kampf.

Zum ersten Mal wird eine Frau an die Spitze des Karibikstaates Trinidad und Tobago gewählt. Kamla Persad-Bissessars Partei repräsentiert die 44 Prozent Inder der Bevölkerung, laut taz.

Robin Givhan von der Washington Post lästert gerne über Personen des öffentlichen Interesses und ihren Style. Mit diesem Artikel über Elena Kagan, Nominierte für den amerikanischen Supreme Court, hat er mal wieder ein Sahnestück an belangloser Kritik produziert: Bemängelt wird (unter anderem!), dass Elena Kagan die Beine nicht ladygerecht übereinander schlägt und lieber bequem dasitzt.

Eine unglaublich gruselige Geschichte, wie Online Dating enden kann (Trigger Warnung!)

Am 24. und 25. Juni veranstaltet die Ruhr-Universität-Bochum eine internationale Tagung zum Thema „Neue Freiheit, neues Glück? Selbstentwürfe und Geschlechterpolitiken in Zeiten des Neoliberalismus“. Neben vielen anderen werden die Missy-Gründerin Sonja Eismann, Thomas Gesterkamp und die Gastprofessorin für internationale Frauenforschung, Pilwha Chang, sich in Vorträgen und Workshops mit den derzeitigen Herausforderungen und möglichen Ansätzen der Geschlechterpolitik beschäftigen. Alles Weitere im Flyer zur Tagung (PDF).


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Gendercamp!

10. Mai 2010 von Nadine

Gendercamp Seit gestern Abend bin ich zurück vom Gendercamp in Hüll bei Hamburg und noch total neben der Spur. Das Gendercamp war nicht nur inspirierend, sondern schlicht und ergreifend: großartig.

Kurz noch einmal zur Erklärung: das Gendercamp ist ein Barcamp, das gender- und/oder (queer-)femistisch Interessierte für drei Tage in die norddeutsche Provinz einlud, um sich kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen, bereits laufende Projekte im Web weiter auszubauen bzw. voranzubringen, neue Projekte zu starten, über alle Themen zu sprechen, die die Besucher_innen interessieren, etc. etc. Es gibt im Vornherein keinen festen Ablauf und/oder lediglich grobe Themen, alles wird spontan und vor Ort von allen geplant und durchgeführt.

In der Tat waren die drei Tage äußerst kreativ: Die Ergebnisse unserer geistigen und handwerklichen Ergüsse können auf dem Sammelblog des Gendercamps bewundert und weitergedacht werden. In den kommenden Monaten sollen spannende (und witzige und nerdige und queere und hackige und subversive) Projekte entstehen, mitwirkende Hände und Köpfe sind herzlich willkommen. In der Mixxt-Community sind ebenfalls alle Interessierten eingeladen, sich auszutauschen oder an der Planung des Gendercamps im kommenden Jahr zu beteiligen! Mitorganisator des diesjährigen Gendercamps Henning hat außerdem auf seinem Twitteraccount (@plastikstuhl) alle twitternden Gendercamper_innen gesammelt.

Ein dickes Lob noch einmal an die Veranstalter_innen und an das ABC in Hüll. Die Location war ein Traum (siehe Foto), Essen und Betreuung spitzenmäßig und selbst die leidige W-LAN-Thematik wurde besser gelöst als auf der re:publica. Was fehlt noch? Das Menschliche. Ich hätte mich gern herzzerreißend über alle Teilnehmenden geäußert, doch Leahs Worten ist nichts hinzuzufügen.


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Bloggerinnen, Sexismus im Netz und Blogcharts: Eine Linksammlung

13. April 2010 von Anna

Über bloggende Frauen und Männer, Sexismus und Gender im Netz, Blogcharts und Alphablogger wurde einiges geschrieben und gesagt seit der letzten re:publica. Um mal ein bisschen Überblick in die Sache zu bekommen, hier eine Linksammlung zum Thema. Nach einigen Überlegungen, wie diese am besten zu sortieren wäre, habe ich mich letztendlich für eine chronologische Anordnung entschieden. Gerne könnt ihr in den Kommentaren auf eventuell vergessene Texte verweisen.

(Vielen Dank an Anne Roth, Verena und Susanne für die Hilfe beim Zusammenstellen!)

Februar 2008:

Stephanie Rosenbloom auf nytimes.com: “Sorry, Boys, This Is Our Domain”

März 2009:

Melinda Canter: “The Role of Blogging in the Feminist Movement”

April 2009:

i heart digital life: “Frauen und Twitter”

Tessa auf freitag.de: “Helden in Hosenträgern”

jette auf zwilobit.de: “Wenn Frauen bloggen

Juni 2009:

Tessa auf flannelapparel: “Unter Freundinnen”

November 2009:

Anne Roth auf annalist: “Wichtigen Blogs”

canesco auf freitag.de: “Wichtige Blogerinnen!”

Dezember 2009:

Verena auf freitag.de: “Nicht an den Rand drängen lassen”

Anne Roth auf freitag.de: “Wichtige Blogs II”.

opalkatze: “Wichtige Blogger”

Nikola Richter auf blogmacherei.de: “Wo sind die bloggenden Frauen?”

Januar 2010:

Vera Bunse auf kooptech.de: “Ich! Ich! Ich!”

Februar 2010:

Julien Frisch: “20 women who run the EU (blogosphere) – updated”

Verena auf missy-magazin.de: “Ja, wo bloggen sie denn?”

Anna auf maedchenmannschaft.net: “Ihr durchtriebenen, miesen Fotzen!”

Nele Tabler auf karnele.de: “Gewalt gegen bloggende Frauen”

Jakob Jochmann auf kontextschmiede.de: Wozu noch Feminismus in Blogs? Eine Frage der Perspektive

lantzschi auf medienelite.de: “Halt den Ball flach, Schlampe”

März 2010:

annina startet “girls can blog!” und schreibt auf wordsonawatch: “girls on the web: who are the must-reads?”

lantzschi auf medienelite.de: “Female Bloggers – Their Fanboys and Riot Grrrls”

Mädchenmannschaft: Top 100 Bloggerinnen

Mela Eckenfels auf “Feder und Herd”: “Bloggende Frauen oder warum Feder & Herd nicht so populär ist wie Spreeblick”

lantzschi auf medienelite.de: “Frauen und ihre digitale Diskursmacht”

Piratenweib auf Piratenweib.de: “Aus aktuellem Anlass: Offener Brief an “meine/n” Stalker”

April 2010:

Antje Schrupp: “Ich bin dann mal woanders”

Nina Scholz auf hate-mag.com: “Per Anhalter durch die Anonymität”


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Bleibt alles anders

18. März 2010 von Helga

Die Freude Norries währte nur kurz. Nachdem die Meldung über das Zertifikat des „unspezifizierten Geschlechts” die Runde gemacht hatte, ordnete der zuständige Generalstaatsanwalt John Hatzistergos eine Untersuchung an. Der Spiegel schrieb von der doch etwas verworrenen Begründung:

Nun erklärte das Standesamt das ausgestellte Dokument jedoch wieder für ungültig. Nach einer neuen Rechtsauskunft könne das Papier nur ausgestellt werden, wenn das Ergebnis einer Geschlechtsumwandlung eindeutig sei. Somit verliere das Dokument von May-Welby seine Gültigkeit.

Dass es kein eindeutiges Ergbnis mehr gibt, war dabei ja eigentlich Norries Punkt. Immerhin betonte man, Hatzistergos habe keinerlei Druck auf das Standsamt ausgeübt, das Zertifikat wieder zurückzuziehen.


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Geschlecht: uneindeutig

16. März 2010 von Helga

Wie Gerda im Selbermach-Sonntag schon vermerkte, gibt es in Australien nun den ersten Menschen mit offiziell „nicht-spezifiziertem” Geschlecht. Norrie wurde nach der Geburt zunächst als „männlich” registriert, begann mit 23 geschlechtsangleichende Maßnahmen und bekam schließlich ein Zertifikat zur Anerkennung des Geschlechts als „weiblich” in Australien (neue Geburtsurkunden können Immigranten dort nicht bekommen). Nach einer Weile verzichtete Norrie allerdings auf die weitere Einnahme von Hormonen, so dass im Januar diesen Jahres Ärzte schließlich erklärten, Norries Geschlecht sei nicht mehr eindeutig festzustellen.

Norrie selbst schrieb:

The theorists who inform transsexual and intersexual medical intervention presume that everyone has one real gender identity at the core of their being, whether or not this is congruent with their anatomy. Even children biologically hermaphrodite are supposed to be ‘really’ of one gender, with the surgically discarded sex declared the ‘false’ one. […]

People seen by our society as having a gender opposite to the one sex they were born with are seen by other societies as simply having two genders. Bi-gendered. In this light, the permanent removal of the characteristics of one sex to allow the expression of the other seems a total waste.

(weiterlesen …)


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Chaos in Österreich

14. Januar 2010 von Helga

Seit Beginn des Jahres gibt es in Österreich die Möglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Um die Abgrenzung zur Ehe zu gewährleisten, wurde die Unterscheidung zwischen Familienname (für Eheleute) und Nachname (für Partner) eingeführt. Über die Schwierigkeiten, seinen Kindern einen Familien- oder Nachnamen zu geben, berichtete queer-news.at schon im Dezember. Ebenso ist nun völlig verwirrend, ob der neue Nachname sich nur auf gemeinsame Namen beziehen oder auch, wenn die Partner ihre eigenen Familiennamen behalten oder wie eigentlich Doppelnamen aussehen dürfen.

Mit den neuen Meldezetteln ergeben sich nun neue Probleme: Einerseits wird penibel nach verheiratet, verwitwet, in eingetragener Partnerschaft lebend oder hinterbliebener Partner getrennt – hinterbliebene Partnerinnen gibt es nicht, dafür hat jede_r außer Ledigen seine sexuelle Orientierung ein für allemal preisgegeben. Andererseits wurde das Feld „Familienname vor erster Eheschließung” dann doch vergessen und nicht angepasst.

Österreichischer Meldezettel, die Neuerungen zu eingetragenen Partnerschaften sind gelb unterlegt

Bild über ggg.at

Spannend wird es wohl noch werden, wenn die ersten Menschen verwitwet sind und dann eine Partnerschaft eintragen lassen. Oder nach einer aufgelösten eingetragenen Partnerschaft ihren neuen Nachnamen behalten und dann als Familienname nach einer Hochzeit führen wollen. Aber immerhin, so queer-news.at, sind auch die österreichischen Behörden heillos überfordert mit der neuen Regelung und schmeißen die Begrifflichkeiten noch wild durcheinander.


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Caster Semenya: Sportler oder Sportlerin

21. August 2009 von der Mädchenmannschaft

Die Aufregung um das Geschlecht der Sportlerin Caster Semenya: Zwei Autorinnen haben sich Gedanken zu einem Thema gemacht.

Ist sie eine Frau? Oder ist sie ein als Frau getarnter Mann? Oder ist sie ein Mann, der denkt, er wäre eine Frau? Das denkt sich Barbara.

Die südafrikanische Sportlerin Caster Semenya hat am Mittwoch den 800-Meter-Lauf bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin gewonnen. Es kann jedoch passieren, dass ihr der Sieg aberkannt wird: Wenn sich nach mehreren Tests, die in den nächsten Tagen abgeschlossen werden, herausstellt, dass sie keine Frau ist. Sondern ein Mann. Geschaut wird überall, wo es nachweisliche Unterschiede gibt, also zwischen den Beinen und im Chromosomensatz der 18-Jährigen. In der Presse werden Beispiele angeführt (z. B. auf SPIEGEL online oder bei sueddeutsche.de, wie sich Sportlerinnen bei genauerem Hinsehen als Sportler entpuppten: ein trauriges Kapitel der Sportgeschichte, gleich neben dem mit dem Doping.

Intersexualität fern des privaten, intimen Bereichs empfinde ich als verstörend und erstaunend zugleich: In welcher Situation gibt eine Frau vor, ein Mann zu sein? Mir fällt beispielsweise der Streisand-Film “Yentl” ein, in dem es um Bildung und Religion, den Talmud, die jüdische Religionsgeschichte geht, etwas, wozu nur Männer Zugang haben. Und viele Kriegsszenen, in denen Frauen sich in Uniformen zwängen, Haare und Brüste wegbinden, um mitkämpfen zu können, Seite an Seite mit ihren Männern, für das Land, die Ehre, die Zukunft und was sonst noch wichtig ist. Umgekehrt, wann gibt ein Mann vor, eine Frau zu sein? Von der Transvestie abgesehen denke ich vor allem an so Faschings-Klamauk à la “Some like it hot”, “Charley’s Tante”, oder Filme wie “Tootsie”. Hier geht es um Jobs (Männer im Frauenorchester, Männer besetzen Frauenrollen), oder um Anstandsdamen, die aufpassen, dass niemand etwas anbrennen lässt.

Zurück zu Caster Semenya. Sollte sich herausstellen, dass sie einen männlichen Chromosomensatz hat, dass ihre Geschlechtsorgane in Wahrheit doch männlich sind, dass ihrem Sieg ein Betrug zugrunde liegt, kann sie, die dann ein Er ist, Mitleid sicher gut gebrauchen. Ebenso, wenn sich herausstellt, dass sie einen weiblichen Chromosomensatz hat. Denn als “Nicht-Frau” ist sie längst gebrandmarkt, durch Bemerkungen anderer Sportlerinnen, durch die Beteuerung ihrer Mutter, durch das Bereden ihres Aussehens, das mit straffem Bauch, flacher Brust und breiten Schulter nicht der weiblichen Norm entspricht. Was auch immer darunter zu verstehen ist – denn längst ist das, was als Norm verkauft wird, nicht mehr das, was natürlich ist.

Wo also liegt die Grenze: Die eine Frau lässt die Brüste vergrößern, die Vagina glätten, die Wangenknochen hervorheben, die Haut an den Armen straffen und die Taille verschlanken – und bleibt eine Frau. Die andere lässt all das auch machen – bleibt aber aufgrund des Chromosomensatzes ein Mann. Wer bestimmt, wie lange oder ab wann eine Frau eine Frau ist?

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Wann ist eine Frau eine Frau? Das fragt sich Helga beim selben Thema:

Ein Sprinter steigert sich zu unglaublichen Bestleistungen, seine Dopingtests sind negativ, er ist der neue Held.

Eine Sprinterin steigert sich zu unglaublichen Bestleistungen, ihre Dopingtests sind negativ, sie muss zum Geschlechtstest.

Caster Semenya siegte bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin beim 800 Meter-Lauf. Wie Usain Bolt im letzten Jahr, steigerte sie dabei ihre eigene Bestleistung enorm, die Dopingtests waren negativ. Doch Semenya muss nun eine Reihe weiterer Tests über sich ergehen lassen, die sie am Ende den Titel wieder kosten könnten. Denn die IAAF, Ausrichterin der Leichtathletik-WM, vermutet, sie sei in Wirklichkeit ein er.

Tests zur Bestimmung des Geschlechts wurden früher routinemäßig durchgeführt, vor einigen Jahren jedoch wieder abgeschafft. Sie werden in strittigen Fällen weiter angewendet. 2006 wurde der indischen Leichatlethin Santhi Soundarajan die Silbermedaille aberkannt, die sie bei den Asienspielen über 800 Meter errungen hatte. Ihr wurde ein männlicher Chromosomensatz trotz äußerlich weiblicher Geschlechtsorgane nachgewiesen. Später versuchte Soundarajan Selbstmord zu begehen, die Kontroverse um ihr Geschlecht war einer der Gründe.

Wie bei Soundarajan vermutet man auch bei Semenya eine Androgenresistenz. Dabei besitzt der Körper den (männlichen) XY-Chromosomensatz, die gebildeten männlichen Hormone werden aber nur teilweise, bzw. gar nicht verarbeitet. Bei einer vollständigen Resistenz sehen die äußeren Geschlechtsorgane weiblich aus, die Hoden sind im Körperinneren verborgen. Meist werden sie im Erwachsenenalter entfernt, um Krebs zu vermeiden. Die Betroffenen werden meist ihr Leben lang als Frauen betrachtet. Neben der Androgenresistenz gibt es noch weitere Variationen von Hormonen und Chromosomen, heute zusammgenfasst als Intersexualität oder Sexualdifferenzierungsstörung.

Hinter allem steht die Frage, was den Mann und die Frau ausmacht. Chromosomen? Erscheinungsbild? Hormonlevel? Wo genau verläuft die Grenze? Wieviel Hormone dürfen es sein, bevor die Chromosomen den Ausschlag geben?

Auffällig ist auch, dass lediglich Frauen beweisen müssen, “wirkliche” Frauen zu sein. Unter den Athleten können sich auch Athletinnen verbergen, doch kein er hat sein Geschlecht bisher beweisen müssen.


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Geschlechter gegenüber

26. März 2009 von Barbara

Kurze Frage: Kann man Männer und Frauen vergleichen?

Die Journalistin und Politologin Antje Schrupp meinte kürzlich auf einer Veranstaltung, Männer und Frauen wären nicht wie Äpfel und Birnen, also aus dem gemeinsamen Kontext “Obst”, sondern eher wie Äpfel und Kühlerhauben zu verstehen. Das bedeutet, dass ein Vergleich so gut wie gar nicht mehr funktioniert.


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Gedanken über Der_

3. Dezember 2008 von Barbara

Das Binnen-I. Der Schrägstrich. Versuche, die Unsichtbarkeit von Frauen in der deutschen Sprache zu beenden. Nun gibt es eine neue Option: den Unterstrich. The Gap. Die Lücke.

Steffen Kitty Hermann eröffnet in seinem Text “Performing the Gap – Queere Gestalten und geschlechtliche Aneignung” eine neue Welt. Die der offenen Möglichkeit, welches Geschlecht gemeint sein könnte.

“Transsexuelle haben in Frage gestellt, dass unser Körper auf ewig einem Geschlecht angehören muss. Körper sind für sie nicht länger jene festen und immergleichen Materialitäten mit denen wir geboren werden, sondern form- und dehnbare Einheiten die durch Crossdressing, Hormone und Operationen angeeignet werden können.”

Ähnliches soll der Unterstrich in der geschriebenen Sprache leisten. Indem zwischen der männlichen und der weiblichen Form eine Leerstelle eingefügt wird, die mit einem Unterstrich markiert wird, also “Feminist_in” oder “Gegner_in”. Eine clevere Idee. “Wir könnten uns das so vorstellen: eine Leerstelle anzuzeigen schlägt sich in ihr dialektisches Gegenteil um, die Leerstelle verweist so auf Vorhandenes. Im Sinne der Unterstrichvariante auf Menschen, die gesellschaftlich und strukturell unsichtbar gemacht werden”, zitiert dieStandard.at die Queer-Theoretikerin und Philosophin Gudrun Perko.

Ob sich diese Lücken-Idee durchsetzen wird – bis in die Schreibstuben des Amtsschimmels wohl nicht. Was wäre das auch für ein Personalausweis: Inhaber_in dieses Passes ist deutsch. Und: Wohin mit den Artikeln?


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