Einträge mit dem Tag ‘Gedenktag’


Heute Zeichen setzen gegen Rassismus

21. März 2012 von Helga

Ein weißer Mann vor dem Bundestag. Die Aufschrift: Dieser Kalender ist auch nicht öffentlich, das hat etwas mit der Kommunikation unter Polizisten zu tun.

Bild: Die Empörungsindustrie

Nicht erst seit die Mordserie der „Zwickauer Zelle“ aufgedeckt wurde, ist der heutige Gedenktag in Deutschland ein wichtiger. 1966 wurde er von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Hintergrund ist der Tod von 69 Menschen im südafrikanischen Sharpeville, die nach einer Demonstration gegen as Apartheidregime am 21. März 1960 von Polizist_innen erschossen wurden. Über 180 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Seit der Wiedervereinigung sind auch in Deutschland über hundert Menschen durch rechtsextreme und rassistische Gewalt gestorben – Polizei und Bundesregierung zählen seit Jahren deutlich weniger. Nachdem der Tagesspiegel und die Zeit dies angeprangert haben, werden die Statistiken derzeit überarbeitet. Nicht zuletzt die Debatten um rassistische Praxen wie blackface an Theatern und „lustige“ Kalender der Polizeigewerkschaft haben ebenfalls deutlich gemacht, dass wir von einer „post-rassistischen“ Gesellschaft noch weit entfernt sind.

Einen Anfang wird es heute Abend geben. Das Deutsche Theater lädt nach einer Aufführung des Stückes „Unschuld“ zum Publikumsgespräch über Rassismus auf deutschen Bühnen und blackface. Habt ihr noch weitere Termine oder heute eine Aktion gemacht? Dann ab damit in die Kommentare!


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8. November: Intersex Remembrance Day

8. November 2011 von Helga

Die Organisation Intersex International in the United States hat für heute den Intersex Day of Remembrance ausgerufen. Gedacht werden soll hier der Verstümmelung von Intersexuellen, damit diese in das zweigeschlechtliche System passen. Der 8. November ist dabei der Geburtstag von Adélaïde Herculine Barbin. Sie wurde zunächst als weiblich eingestuft und wuchs als Waise auf. Bei einer ärztlichen Untersuchung entdeckte ein Arzt später männliche Geschlechtsorgane, die allerdings im Körper verborgen lagen. Barbin verlor ihre Anstellung als Lehrerin und durfte ihre Partnerin Sara nicht wiedersehen. Barbin wurde zum Mann „umdeklariert“ und lebte als Abel Barbin in Armut. Mit gerade einmal 29 Jahren beging Barbin Selbstmord, neben dem Bett die vollendeten Memoiren. Nach der späteren Entdeckung des Manuskripts durch Michel Foucault, der es veröffentlichte, wurde Barbin zu einer der bekanntesten intersexuellen Personen.

Die äußerst unscharfen Grenzen zwischen den zwei Geschlechtern, sowie die Methoden zur Grenzziehung illustriert „meiblich, wännlich, other! Zweigeschlechtlichkeit als Irritation.


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Einweihung der Gedenktafel am May-Ayim-Ufer

26. August 2011 von Magda
Bild: blog.derbraunemob.info

Bild: blog.derbraunemob.info

Der Schwarze Blog weist da­rauf hin, dass am 29. August 2011 in Ber­lin die offizielle Ein­weihung der Gedenk­tafel am May-Ayim-Ufer stattfinden wird. May Ayim war eine afro­deutsche Dichterin und Aktivistin (siehe “Wer war… May Ayim?“).

Im Februar 2010 wurde das bis dato nach dem branden­bur­gischen Kolonialisten Otto Friedrich von der Gröben be­­nannte Gröbe­n­ufer im Ber­liner Be­zirk Friedrichshain-Kreuzberg in May-Ayim-Ufer umbenannt.

Auf der Seite vom BER (Berliner Entwicklungs­politische Rat­schlag e.V.) heißt es:

„Zum ersten Mal in Deutsch­land wurde der Name eines Akteurs des Kolonialismus auf einem Straßen­­schild er­­setzt durch den Na­men einer Per­son, die sich kritisch mit Kolonialismus und Rassismus aus­­einander­­ge­setzt und gegen deren Fol­gen ge­­kämpft hat.“


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Hilfe, schon wieder ein Gedenktag!?

26. Oktober 2010 von Helga

Weißer Hintergrund mit schwarz-roter Schrift: LGBT… I? Invisible. Ignored. INTERSEX Be INformed. 26. Oktober oder auch Intersex Awareness Day, der Tag der Intersexualtität. Uff, werden da wieder einige sagen, haben wir nicht schon den Tag gegen Gewalt gegen Frauen, den Internationalen Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen oder den Transgender Day of Remembrance? Überhaupt, immer diese Aktions- und Gedenktage, muss das sein?

Und wieviel bringen diese Tage eigentlich? Menschen werden immer noch geschlagen, Transgender müssen sich immer noch sterilisieren lassen um ihr Geschlecht legal ändern zu lassen und es wir weitergeforscht, wie die Klitorisreduktionen an kleinen Mädchen zu verbessern sind, statt ihre körperliche Integrität zu achten.

Doch dass sich ohne Gedenktage etwas ändern würde, ist noch unwahrscheinlicher. Sie sind der Knoten im Kalender, der Tag an dem wir auf ein Thema schauen müssen, das wir ansonsten vielleicht gerne ausblenden. Ein Tag, an dem wir uns fragen sollten, was wir eigentlich getan haben, um an diesem Missstand etwas zu ändern. Für die Betroffenen kann ein Gedenktag ein Ventil sein, gegen all das Unrecht lauthals zu protestieren, das ihnen widerfährt.

Auch wenn es manchmal scheint, als sei jeder Tag ein Gedenktag kann der Ausweg nicht sein, die Augen zu verschließen. Sondern weiter gegen Benachteiligungen zu kämpfen. Statt sich als Unbetroffene auf seinen Priviliegien auszuruhen, sind wir alle gefordert, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Daher zum Schluss ganz unironisch die Ärzte:

„Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär’ nur Deine Schuld wenn sie so bleibt.“


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Heute ist der Coming-out-Tag

11. Oktober 2010 von Helga

Ein grünes Strichmännchen, typisch für Keith Haring, tanzt durch eine Tür in einen Raum mit pinkem Boden und grünen Wänden. Darunter die Schrift: National Coming Out Day Am 11. Oktober wird seit 1988 jährlich der Coming Out Day international begangen. In diesem Jahr wird er allerdings von einer Reihe an Selbstmorden schwuler Jugendlicher in den USA überschattet, berichtete das L-Mag:

Allein im September nahmen sich nach Medienberichten zehn Jungen zwischen 13 und 19 Jahren, die für ihr tatsächliches oder vermeintliches Schwulsein gemobbt wurden, das Leben. Selbstmorde unter schwulen, lesbischen, bi- oder transsexuellen (LGBT) Jugendlichen sind keine Seltenheit. US-amerikanische Studien zeigen schon lange eine viermal höhere Gefährdung für LGBT-Teenager.

Die verstärkte Aufmerksamkeit derzeit liegt sicher auch an der Medienwirksamkeit einiger Fälle. So brachte sich ein Student um, nachdem ihn sein Mitbewohner beim Sex gefilmt und den heimlichen Porno live im Internet gestreamt hatte. Wellen schlug auch das Projekt „It gets better“ von Dan Savage, der Videobotschaften an schwule, lesbische, transgender und bisexuelle Teenager sammelt. Ein Projekt bei dem sich inzwischen auch Ellen DeGeneres geäußert und den Opfern von Mobbing Mut zugesprochen. Gleichzeitig ist auch Kritik laut geworden, etwa dass „es wird besser“ noch keine einzige konkrete Verbesserung darstellt. Savage erwiderte daraufhin, das Projekt halte niemanden davon ab, weiter gegen Homophobie vorzugehen.

Im deutschen Wikipedia-Eintrag finden sich daher auch einige Aktionen, die die Human Rights Campaign zum Coming-out-Tag vorschlägt. Darunter etwa:

Man kann eine Schranktür konstruieren und die Leute einladen durchzuschreiten, also buchstäblich „aus dem Schrank herauskommen (to come out of the closet)“.

Eines Tages ist das dann hoffentlich unnötig und Jugendliche präsentieren ihren Eltern auch gleichgeschlechtliche erste Freund_innen, ohne sich vorher wie in einem dunklen Schrank eingesperrt zu fühlen.


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Aktionen zum Internationalen Hebammentag

4. Mai 2010 von Helga

Heller Hintergrund mit blauer Überschrift: Geburtshilfe ohne Hebammen? - darunter die lila Silhouette einer Schwangere und die blaue Silhouette einer zweiten Frau - darunter ein blauer Kasten mit gelber Schrift: Unterstützt die Online-Petition des Deutschen Hebammenverbandes! Morgen, am 5. Mai, ist der Internationale Hebammentag. Dieses Jahr startet dann auch die Online-Petition, mit der sich die Hebammen gegen die deutliche Anhebung der Berufshaftpflicht wehren.

Dazu hat HAIGE für uns einen Button gebastelt, der ab morgen direkt auf die Petition verlinken wird. Wer seine Leser_innen ebenfalls auf die Petition hinweisen möchte, darf den Button gerne bei sich einbinden.

Wer nicht online unterschreiben möchte, kommt hier zum entsprechenden Formular als PDF, das ab morgen (Datum beachten!) ebenfalls gezeichnet und dann postalisch an den Bundestag geschickt werden kann.

Geplant sind für morgen außerdem Veranstaltungen in vielen deutschen Städten. Ob auch eine in Eurer Stadt dabei ist, erfahrt Ihr nach dem Klick:
(weiterlesen …)


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Am Sonntag ist Aktionstag gegen Rassismus

19. März 2010 von Helga

1979 forderte eine UN-Resolution die Mitgliedsländer auf, Solidarität mit Opfern und Gegnern des Rassismus zu zeigen und künftig jedes Jahr eine Aktionswoche zu diesem Thema abzuhalten, als Mittelpunkt wurde der 21. März gewählt.

Der 21. März als „Internationaler Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung“ mahnt an das „Massaker von Sharpeville“, bei dem die südafrikanische Polizei am 21. März 1960 im Township Sharpeville 69 friedliche Demonstranten erschoss, die gegen die ungerechten Passgesetze in dem Apartheid-Staat auf die Straße gegangen waren.

In Deutschland brauchte es 22 Jahre, bis die Aktionswoche erstmals offiziell begangen wurde. In diesem Jahr gibt es bereits über 700 Veranstaltungen, die vom Interkulturellen Rat zusammen mit dem Verein “Gesicht Zeigen!” koordiniert werden. Eine Übersicht aller Aktionen habe ich bisher leider nicht gefunden, dafür die folgenden Termine, in den Kommentaren ist wieder Platz für weitere Einträge!

Bereits seit Montag und noch bis zum 28. März werden die Antirassismuswochen in Saarbrücken begangen statt. Zu erleben gibt es Konzerte, Infoveranstaltungen, Filmvorführungen und mehr.

Vielfältige Aktionen gibt es am 21. in Berlin, dort wird u.a. der Film „May Ayim. Hoffnung im Herz” gezeigt.

Und in Helmstedt haben sich für den Aktionstag verschiedene Institutionen zusammengeschlossen. Zum Abschluss gibt es im Schützenhaus ein Benefizkonzert „Rock gegen Rassismus“.


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Gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen

18. Dezember 2009 von Helga

Roter Regenschirm mit Aufschrift: December 17th International Day to END Violence Against Sex Workers - www.swopusa.org/dec17/index.html Sexarbeiter_innen sind auch heute noch häufig Opfer von Gewalt und Straftaten – viele glauben etwa, eine Prostituierte könne nicht vergewaltigt werden. Seit 2003 wird daher der 17. Dezember (der schon gestern war), als Internationaler Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen begangen, wie Sina berichtete:

Er wurde von Dr. Annie Sprinkle und dem “Sex Workers Outreach Project USA (Swop)” als Gedenktag für die Opfer des Green River Mörders initiiert. Seitdem hat es sich zu einem jährlichen Event entwickelt, bei dem auf die Diskriminierung und Gewalt gegen Sexarbeiter/innen durch Gesetze, Polizei und Privatpersonen aufmerksam gemacht wird.

Video von Waking Vixen.


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Ja meint nein oder nicht?

21. November 2009 von Helga
Dieser Text ist Teil 5 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Zum Ende der Woche noch der Blick in die Blogosphäre und da war wirklich einiges los:

Auf Les petits Plaisirs macht Mademoiselle Nocturne sich Gedanken zur Verwirrung um “Nein sagen wenn man Ja meint” – und ruft auf, die Verantwortung auf alle Beteiligten zu übertragen.

Bei all der Verwirrung um Einvernehmlichkeit – ist Vergewaltigern eigentlich klar, was sie machen? Solange das böse Wort nicht fällt… Ja. Der mädchenblog über die gesellschaftliche Kultur, die Vergewaltiger immer noch in ihrer Mitte duldet. Und noch der Verweis auf die ursprüngliche Auseinandersetzung auf Yes means Yes! mit den Studien, in denen sich Männer zu Vergewaltigungen bekannten.

Verpackung des Frauenarzt-Sets für Anfänger komplett mit Gleit- und Reinigungsmittelproben

Einmal selbst Frauenarzt(ärztin) spielen… Foto über Pimpettes


Ein ausgefallenes Spielzeug haben die Pimpettes gefunden: Das Frauenarzt-Set für den Hausgebrauch. Ob die Welt das wirklich braucht?

Für mehr Vielfalt im Kioskregal: In nicht mal mehr zwei Wochen erscheint die erste Ausgabe der outside the box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik mit dem Schwerpunktthema „Emanzipation“.

DieStandard.at zum Ersten: Gehörlosen und schwerhörigen Frauen wird in Österreich über Lautsprachförderung hinaus kaum Bildung vermittelt, der Einstieg in den Arbeitsmarkt fällt ihnen entsprechend schwer. Eine höhere Karriere als Hilfsarbeiterin ist selten möglich.

Und zum Zweiten der Hinweis auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Am 25. November wird es dazu (nicht nur in Österreich) zahlreiche Aktionen und Demonstrationen geben.

Der nächste Termin, zumindest für Berlinerinnen, ist gleich am 26. November: Ein Benefitkonzert, einen Film und eine Diskussion gibt es um 19 Uhr, Thema ist die Bekämpfung der Genitalverstümmelung von Frauen. Auftreten werden Sister Fa und Band, sowie als Gäste Maneko, Daveman, Louis Jean, Blow P und weitere, berichtet Nafisa. Die Erlöse gehen an die westafrikanischen NGO’s Tostan, Misereor und der Stiftung Umverteilen.

Über Vorurteile gegenüber Chancengleichheit gegenüber Kindern aus bildungsfernen Schichten und Gastarbeiterfamilien macht sich die Kaltmamsell, ihres Zeichens selbst Gastarbeiterkind, Gedanken. Mehr über Vorurteile und soziale Selektion gibt’s auf der Vorspeisenplatte.

Neue Regierung, neue Leitung der Antidiskriminierungsstelle. kopf und herz kommentiert die neue Leiterin. Vielversprechend klingt es leider nicht.

Nachdenklich geht es auch auf My-dentity zu. Die Konstruktion von Geschlecht, Klischees und Biologie – ist nicht der Mensch dahinter am wichtigsten?

Warum werden die Frauen nur immer so zickig – das Totschlagargument musste sich diese Woche „Emanze“ Lori anhören. In den Geschichten aus der honigsüßen Welt erzählt sie davon.

Last but not least: Der VÄTER Blog berichtet über ein Buch, das sich mit Erziehungszeiten für Väter beschäftigt.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschspachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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Transgender Day of Remembrance in Berlin

20. November 2009 von Magda

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Morgen, am 21. November, findet im Foyer des Rathauses Schöneberg in Berlin zum elften Mal der Transgender Day of Remembrance statt, ein Tag zum Gedenken an ermordete Trans-Leute, der 1998 von Gwendolyn Ann Smith nach dem Mord an Rita Hester ins Leben gerufen wurde.

Auf dem Gender Studies Blog ZtG von der Humboldt Universität zu Berlin heißt es:

Allein dieses Jahr sind bis zum Sommer weltweit über 80 Morde bekannt geworden, aber auch Gewalt und Diskriminierung sind überall auf der Welt alltägliche Realität für viele Leute, deren Geschlechtsidentität nicht zur strikten Zweiteilung der Menschheit in «Frauen» und «Männer» passt.

(Auf eben erwähnten Blog gibt es auch alle nötigen Informationen zum Programm.)


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