Einträge mit dem Tag ‘Games’


Steinzeitmenschen sind auch nicht mehr, was sie mal waren – Kurz verlinkt

4. April 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 184 von 256 der Serie Kurz notiert

“Steinzeitmenschen” – deren (angebliches) Verhalten muss ja gern her halten für heutige Geschlechterklischees. Julia Voss  geht in der FAZ gegen diese anti-emanzipatorischen Argumente vor und erzählt von aktuellen Forschungen.

Der Guardian berichtet davon, wie und warum Frauen in Ägypten gegen den aktuellen Verfassungsvorschlag auf die Straße gehen. (Englisch)

Das neue an.schläge-Magazin mit dem Titelthema “Games & Gender” ist da. Wie immer gibt es auch einige der Texet online zu lesen, z.B. zur Sparpolitik in Griechenland und wie diese insbesondere Frauen trifft,  Erfahrungen von Game_erinnen und ein feministischer Blick auf Mode.

Facebook lässt nur die Wahl zwischen “Mannsein” und “Frausei” – doch das lässt sich auch ändern. (Englisch)

Journalistin Hani Yousuf schreibt beim Tagesspiegel über die rassistische und sexistische Erlebnisse als Journalistin in Berlin. Mittlerweile arbeitet sie wieder in Karachi, Pakistan.

[TW: V*rg*w*lt*g*ng ausgeschrieben/ thematisiert] In Schleswig-Holstein tut sich einiges hinsichtlich der Beweissicherungen zu Vergewaltigungen, schreibt die taz.

Bei Africa Is A Country schreibt Grace Benton über aktuelle afrikanische Künstlerinnen.

In der neuen Ausgabe von Kritisch lesen gibt es eine Rezension zum Buch “Kinderkiste“, das Toni Morrison 1999 zusammen mit ihrem Sohn Slade verfasst hat.


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Computer, Technik & Mädchen

29. November 2012 von Lisa

Der folgende Text erschien am Montag bei fuckermothers.

Vermeintlich können Männer Technik, Naturwissenschaft und Computer besser. Diese Festlegung beginnt bereits in der Kindheit. Beispielsweise werden in Spielzeugkatalogen Spielzeuge auf den Bereichen Technik und Handwerk fast immer von Jungen präsentiert, Puppen und Haushaltsgegenstände dagegen von Mädchen. Eine heilsame Ausnahme bildet die schwedische Version des ‘Top Toy’-Kataloges. Hier wurde Wert darauf gelegt, dass allen Kindern alle Spielzeuge offen stehen. Deswegen wurde in den Abbildungen auf eine strikte geschlechtliche Trennung verzichtet.

Auch einige Computerspiele haben nur männliche Helden. Damit signalisieren sie potentiell interessierten Mädchen, dass ‘das nichts für sie ist.’ Für das Spiel Windwalker aber gibt es nun Abhilfe: Ein Vater, der es mit seiner Tochter Maya spielte, war genervt, dass es nur eine männliche Hauptfigur gab. Er wollte nicht, dass sie mit dem Gedanken aufwächst, dass Mädchen keine Heldinnen sein können. Zunächst machte er die ‘Gender-Übersetzung’ nur mündlich, wenn er ihr den Text auf dem Bildschirm vorlas – schließlich programmierte er das ganze Spiel um:

“It’s annoying and awkward, to put it mildly, having to do gender-translation on the fly when Maya asks me to read what it says on the screen. (…) I’m not having my daughter growing up thinking girls don’t get to be the hero and rescue their little brothers.”

Hier gibt er nun eine Anleitung, wie die Pronomen des Spiels verändert werden können, so dass im Text nun ‘she’ statt ‘he’ steht.

Einen anderen Weg die Ingenieurin Debbie mit ihrer Spielzeugidee ‘Goldieblox’. Sie möchte damit Mädchen für Naturwissenschaft und Technik begeistern und sammelt momentan über ein Video Geld, um das Projekt zu realisieren. Ich bin unentschieden, was ich von Video und Idee halte. Das Vorhaben an sich ist sicherlich unterstützenswert und ich kenne viele Menschen, die von dem Video gerührt und begeistert sind. Für meinen Geschmack ist es allerdings etwas zu ‘kitschig’ und ich hatte den Eindruck, dass es mit einigen Stereotypen arbeitet (a la: ‘Mädchen mögen Prinzessinen, Rosa und lesen gern’). Ein notwendiger Schritt hin zu mehr Gleichheit oder eine Verstärkung von Differenzen?

In eine ähnliche Richtung geht das Computerspiel ‘MINT-Land‘, Es wurde an der ETH Zürich entwickelt und soll das Interesse von Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wecken. Schön wären allerdings, wenn auch umgekehrt Spiele entwickelt würden, die Jungen für Putzen, Pflegen und Kochen begeistern.


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Weltweit wehren und Wissen erwerben (und dabei gute Musik hören) – kurz verlinkt

5. September 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 166 von 256 der Serie Kurz notiert

Contentwarnung: In einigen der folgenden Meldungen und den entsprechenden verlinkten Texten wird sexualisierte Gewalt thematisiert.

Leider beginnen wir heute mit einer traurigen Nachricht: Die Künstlerin, Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Gudrun Ankele ist verstorben.

Die neue an.schlaege ist draußen zum Thema “Feministische Arbeitsutopien” inklusive einem tollem Artikel über “Fünf Jahre Mädchenmannschaft!“. Vielen Dank dafür!

Auf xojane schreibt Lesley, warum es ok ist, den eigenen Körper nicht rund um die Uhr zu lieben – und warum diesbezügliche Forderungen nicht automatisch empowernd sind.

Ein neues Projekt namens It gets fatter (“Es wird fetter”) befasst sich aus einer queeren Perspektive mit Körpernormierungen und Dickenfeindlichkeit und kämpft für ein positiveres Körpergefühl. Eines der ersten Videos behandelt das Thema Gesundheit und Dicksein.


It Gets Fatter – Health & Fatness from It Gets Fatter on Vimeo.

Es gibt nun eine Online-Petition zur Anerkennung der Verbrechen gegen die “Trostfrauen”.

In den USA hat der Wahlkampf begonnen. Auf ihrem derzeit laufenden Parteitag werben die Demokrat_innen dabei insbesondere um die Stimmen von Schwulen und Lesben, meint queer.de beobachtet zu haben.

Eigenartig, was der NDR so unter “Gleichstellung von Mann und Frau” zu verstehen scheint, findet die taz. Außerdem berichtet sie über die Pläne von EU-Justizkommissarin Viviane Reding für eine Frauenquote in den Aufsichtsräten von Konzernen. Und die taz zum Dritten: beleuchtet die aggressive maskulistische Kampagne gegen feministische Perspektiven in der Wikipedia.

Wie die ohnehin eher virtuelle Trennung zwischen Online- und “echter” Belästigung von Gamerinnen sich bisweilen auflöst, steht bei npr.

Dass sich Todd Akin den hanebüchenen Mist vom angeblichen Schwangerschaftsabwehrmechanismus des Körpers nach einer Vergewaltigung nicht komplett selber ausgedacht hat, legt dieStandard dar. Außerdem berichtet dieStandard über zwei interessante Untersuchungen und deren Ergebnisse – einmal zum Ehegattensplitting, einmal zu weiblichen Führungskräften.

Die Neuregelung des gemeinsamen Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern kommentiert Edith Schwab, Vorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter.

Wie die Ideen hinter ‘Open Source’ unsere Welt verändern, erläutert Programmiererin und Bloggerin Alex Bayley im Interview mit derStandard.

Einen Unterstützungsbrief an die inhaftierten Aktivistinnen der Band Pussy Riot schreiben? Hier ist eine nützliche Anleitung, wie vorzugehen ist, damit er auch richtig ankommt.

Immer immer wieder: tödliche Gewalt gegen Schwarze Trans*-Frauen. The Root fragt sich: Wo bleibt eigentlich der kollektive Aufschrei?

Professur trotz besserer Qualifikation nicht bekommen – Juristin klagt wegen Diskriminierung. Skandalös dabei auch: Die Gleichstellungsbeauftragte wurde mittels Disziplinarverfahren gezwungen, ihre Aussage zurückzuziehen, dass die Mutter diskriminiert worden sei, berichtet die Zeit Online.

Call for Music: Die nächste Riot Grrrl Berlin-Compilation steht ins Haus, und eure Musik sollte unbedingt dabei sein.

Nach dem Klick noch allerhand Termine: (mehr …)


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Sex oder Sexismus? DRadio Wissen und ganz viele Fails

9. Juli 2012 von Gastautor_in

Femgeeks, ein deutschsprachiges Gemeinschaftsblog zu feministischen Geekthemen und geekigem Feminismus, ist erst vor wenigen Tagen gestartet, aber hat bereits viele empfehlenswerte Texte auf der Seite stehen. Folgenden öffentlichen Beschwerdebrief an den Radiosender DRadio Wissen, der eine Sendung zu Sexismus und Computerspiele anbot und nicht eine einzige Frau* zu Gast hatte, dürfen wir mit freundlicher Genehmigung auch bei uns veröffentlichen.

Am 7. Juli um 11 Uhr strahlte der Radiosender DRadio Wissen eine Sendung mit dem Titel “Sex, Gewalt und Hochkultur – ein Talk über Computerspiele” aus. Angekündigt wurde die Sendung noch mit anderen Worten: “Sexistisch und gewaltätig – sonst nichts! Oder doch? Die kulturelle Bedeutung von Games”. Tja, Sex oder Sexismus? Für Femgeeks verfolgten Maya und Charlott die Sendung live und starteten spontan einen Twitter-Livestream. Von uns stammt nun auch diese Zusammenfassung:

Unsere Kritk

1. Einladungspolitik

Aufmerksam geworden auf die Sendung waren wir durch Helga von der Mädchenmannschaft, die am Vorabend twitterte, warum denn bei dieser Sendung nur Männer* ein­ge­laden worden seien. Die Moderatorin, Vera Linß, entschuldigte dies und bot an, dass wenn sich noch Frauen* finden, sie sich über eine Gästin freuen würde. Nur war es bei diesem Angebot schon mitten in der Nacht und viele lasen es erst am Morgen.

In der Sendung direkt wurde dann verkündet, sie hätten ja nach einer Frau* gesucht, aber leider hätte keine zugesagt. Auf Nachfragen auf Twitter gab es die Antworten, dass ja eigentlich erst das Thema nur allgemein “Computerspiele und Hochkultur” gewesen sei, dann aber erweitert wurde. Erst mit der Erweiterung um Sexismus wurde dann nach einer Frau* (und hier im speziellen nach einer Professorin) gesucht.

Leider scheint den Macher_innen nicht klar zu sein, dass bereits diese Ein­la­dungs­po­li­tik sexistische Strukturen bedient. Wenn nicht konkret auch nach Dis­ku­tan­tinnen gesucht wird, dann werden immer mehr Männer* eingeladen, da diese doch oftmals auffälliger sind (durch Männer*netzwerke, Verweissysteme). Und dann eine Frau* nur für wichtig zu halten, wenn es um Sexismus geht und sie sollte am besten studiertes Wissen dazu haben? Na danke.

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Im Auge des Shitstorms: Feminist Frequency

18. Juni 2012 von Helga

6000 Dollar wollte Anita Sarkeesian für ihr neues Feminist Frequency-Videoprojekt über Frauen in Computerspielen – fast 160.000 Dollar hat sie am Ende bekommen, von rund 7000 Unterstützer_innen. Nach 24 Stunden war ihr ursprüngliches Ziel erreicht, nach wenigen Tagen auch ihre schnell hinzugefügten Bonusziele. Damit kam leider auch der Shitstorm, über den wir letzte Woche schon kurz berichteten.

Anita Sarkeesian mit einem Schild 6967 Backers – Thank you!

In diversen Foren organisierte sich Widerstand. Dass sich eine Frau erdreistete und auch noch die langweilige, eindimensionale und klischeebehaftete Darstellung von Frauen in Computerspielen analysieren wollte, war zuviel. Die YouTube-Kommentare, über die Sarkeesian sich auf Twitter schon lange auslässt, wurden noch einmal richtig mit Hasskommentaren überschwemmt, ihr YouTube-Kanal als „Terrorismus“ gemeldet. Außerdem wurde ihre Wikipedia-Seite verunstaltet, damit die Google-Suchergebnisse eklig und die Ergebnisse von beidem als „Trophäen“ zurück durch die Foren gereicht.

„Business as usual“ mag sich die erfahrene Feministin denken und leider ist das auch allerorten zu beobachten. Auch in Deutschlands Medien ist das Thema angekommen, aber die FAZ kann leider trotzdem nicht auf den Hinweis, Sarkeesian sei gar keine bittere Radikalfeministin, verzichten. Als ob das irgendwas ändern würde. Wäre der Shitstorm dann ok? Oder zu erwarten gewesen? Auf der Wikipedia-Gendergap-Mailingliste wird noch mal ausführlich diskutiert, ob die Trolle nicht vielleicht recht hätten und ihr Eintrag gar nicht relevant war (Ergebnis vor Wochen bereits: Sie erfüllt die Relevanzkriterien schon länger.) Dabei erkannte immerhin eine Person, dass Frauen oft durch die Relevanzkriterien hindurch fielen. Damit endete aber das Nachdenken über die Frage, wie und wer Geschichte schreibt und wie Frauen strukturell benachteiligt sind.

Wie wichtig eine kritische Betrachtung von Frauenfiguren in Computerspielen ist, zeigt dann noch einmal der Reboot der Lara Croft-Reihe. Der unglaublich groteske Körperbau ist weg, dafür bekommt sie eine unglaublich groteske Hinter­grund­geschichte: um die Beschützerinstinkte der Spieler(_innen?) zu wecken, müssen sie sich als Lara Croft gegen eine versuchte Massenvergewaltigung wehren… Laut Produzent Ron Rosenberg konnte man(n) sich mit dem Sexobjekt Croft nicht allzu sehr identifizieren. Statt daran zu arbeiten, bedient sich Crystal Dynamics nun der „Damsel in Distress“, also der zu beschützenden, etwas hilflosen Frau. Eines der Themen, die Sarkeesian aufgreifen will!

Dennoch bleibt Hoffnung. Sarkeesian hatte schon lange vor dem Shitstorm viel Geld gesammelt und sich durch die Kackscheiße nicht klein kriegen lassen – nicht zuletzt dank unglaublicher internationaler Unterstützung. Ihre Wikipediaseite wurde rasch gesperrt und gegen Vandalismus geschützt. Die Berichterstattung in den USA war deutlich besser und hat explizit den Sexismus benannt, der am Werk war. Think Progress machte sich Gedanken, wie Männer sich in Diskussionen verhalten könnten. Wenn jetzt noch die Gamesindustrie auf die Kritik hören würde und bessere Spiele macht…


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Alltagsrassismus, Regenbogeneinhörner und (leider) Gewalt gegen Frauen – kurz verlinkt

13. Juni 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 158 von 256 der Serie Kurz notiert

Konsequenzen aus der rassistischen NSU-Mordserie will das Bündnis gegen das Schweigen: Weniger Sicherheitsarchitektur und mehr offene Diskussionen über Rassismus in der Mitte der Gesellschaft. Unterschreiben!

In Russland sitzen Aktivistinnen von Pussy Riot immer noch in Haft – RAW hat Details von der Pressekonferenz auf deutsch.

Für eine Serie über die oft eindimensionalen Frauenfiguren in Videospielen hat Feminist Frequency gerade (viel) Geld gesammelt. Der Backlash ließ leider auch nicht lange auf sich warten: Um sie einzuschüchtern wurde etwa ihre Wikipedia-Seite verunstaltet und Screenshots davon wie Trophäen durchs Netz gereicht. The Border House fordert die Gaming-Community auf, sich von dem sexistischen Mob zu distanzieren und The Mary Sue listet die weiteren Vorfälle diesen Jahres auf.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter kritisiert die geplante Neuregelung des Sorgerechts (PDF).

Über 1000 Geschichten von Vergewaltigungen und sexualisierter Gewalt sind bei der Aktion #ichhabnichtangezeigt inzwischen zusammengekommen. Nun fordern die Initiatorinnen Konsequenzen von den Ministerien für Familie und Frauen, dem Bildungsministerium, sowie dem Innen- und dem Justizministerium. Der Offene Brief kann mitgezeichnet werden.

Wie umgehen mit Menschenrechten und Geschlechtsidentität? Transgender Europe hat Best Practices (also vorbildlichen Praktiken) in Europa und darüber hinaus gesammelt.

In sechs Schritten zum 08/15-Frauenmagazin. Die Hannoversche Allgemeine hat eine sehr zahme, aber lustige Polemik über „Maxi“, „Tina“, „Joy“, „Bella“, „Elle“, „Donna“, „Lea“, „Lisa“, „Lena“ und „Laura“.

“Shit White Germans Say to Black Germans” – das Mem hat seinen Höhepunkt zwar schon überschritten, dieses Video ist allerdings noch mal einer:

Bei einer Demo in Kairo gegen sexualisierte Gewalt gab es… sexualisierte Gewalt gegen die Demonstrant_innen, berichtete msnbc.com.

Gibt’s leider noch nicht im Laden: die Konfettikanone im Regen­bogen­ein­horn­ge­wand. Mad Art Lab zeigt, wie mensch sie selber bastelt. (via Kotzendes Einhorn)

Mit der Neuzeit kommt der Sprecher eines republikanischen US-Abgeordneten an­scheinend nicht zurecht. Dass weibliche Abgeordnete tat­sächlich Politik machen, verstörte Jay Townsend – er bat auf Facebook, die aufmüpfigen Frauen mit Säure zu überschütten.

Und zum Schluss noch zwei Porträts: die Metal-Sängerin Agata Jarosz stellte dieStandard.at vor und wird bei den Olympischen Spielen in London die erste Athletin aus Qatar sein, so der Guardian.

Zu den Veranstaltungen: (mehr …)


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Privilegien erklären mit Computerspielen

28. Mai 2012 von Helga

Eine weibliche Coumputerspielfigur in Rüstung vor einer Burg, darunter die Schrift: Haiwen – Stufe 23 – MönchDas schöne Wetter begeistert mich derzeit nicht allzu sehr – so stehe ich immer vor der Entscheidung in der Sonne zu sitzen oder Diablo 3 zu zocken. Nachdem in Diablo 2 Charaktere noch an Geschlecht gebunden waren, also es nur männliche Barbaren und weibliche Assassinen gab, kann mensch dieses Mal auch jeweils das Geschlecht wählen. Was kurioserweise zu weib­lichen Mönchen führt (Klick auf Bild links).

Damit ist Diablo 3 schon eher eines der Spiele, die John Scalzi von Whatever im Kopf hat, um damit „Privilegien“ zu erklären. Ohne das Wort zu benutzen. Dafür mit einer schönen Metapher. Das „Reale Leben“ als Computerspiel und „weißer, heterosexueller Mann“ als einfachste Einstellung:

This means that the default behaviors for almost all the non-player characters in the game are easier on you than they would be otherwise. The default barriers for completions of quests are lower. Your leveling-up thresholds come more quickly. You automatically gain entry to some parts of the map that others have to work for. The game is easier to play, automatically, and when you need help, by default it’s easier to get. […] In The Real World, you don’t unlock any rewards or receive any benefit for playing on higher difficulty settings. The game is just harder, and potentially a lot less fun.

Das bedeutet, dass das Standardverhalten fast aller Nicht-Spieler-Charaktere einfacher ist, als es sonst wäre. Die Standardhürden zum Beenden von Aufgaben sind niedriger. Dein Schwelle zum Erlangen einer neuen Stufe wird schneller erreicht. Du bekommst automatisch Zugang zu einen Teilen der Karte, für die andere arbeiten müssen. Das Spiel ist einfacher zu spielen, ganz automatisch, und wenn Du doch Hilfe brauchst, ist es standardmäßig einfacher sie zu bekommen. […] In „Der Realen Welt“ gibt es keine Belohnung und Du kriegst keine Unterstützung für das Spielen einer höheren Schwierigkeitsstufe. Das Spiel ist einfach schwieriger und möglicherweise sehr viel weniger spaßig.


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Geschlechtergerechte Sprache, Karrierefrauen und Hausarbeit – Kurz Notiert

24. November 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 132 von 256 der Serie Kurz notiert

Das österreichische feministische Monatsmagazin an:schläge präsentiert eine brandneue Homepage. Ein Abo ist strengstens zu empfehlen!

Die New York Times ist in ihrer Wortwahl oftmals mehr als daneben: Da wird Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch von Kindern auch mal “Sex” genannt. Nun wagt die Zeitung einen kritischen Blick auf die eigene Berichterstattung.

Von minimalen Erfolgen berichtet das Handelsblatt: Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen der weltweit größten Unternehmen ist seit 2004 einer US-Studie zufolge um 1,1 Prozentpunkte gestiegen. In den 200 umsatzstärksten Unternehmen liege der Anteil bei 13,8 Prozent. Vorangetrieben wurde der Anstieg vor allem von Ländern, in denen eine Frauenquote existiert.

Zur Konstruktion von Geschlecht über die Stimme schickte uns @midnite8lue noch folgendes Video:

Erst in die Schule gehen, dann Abitur machen und schließlich studieren – für Marie Christine Lanfermann war das alles nicht ganz so einfach. Fehlende Rampen für den Rollstuhl, ewig-lange Anträge und Mobbing im Volontariat sind nur einige der Schwierigkeiten, von denen sie derWesten berichtet hat.

Ein dpa-Text über das Frauenproblem der Wikipedia geisterte dieser Tage durch diverse Medien, von heise bis zur Mitteldeutschen Zeitung. „Freundschaftsbänder und Schuhdesigner“ seien Themen, die (mangels Autorinnen) bisher noch ver­nach­lässigt seien. Helfen soll ein einfacherer Texteditor, sowie explizite Ein­la­dungen an Frauen. Ebenfalls angesprochen wird auch die „garstige Atmosphäre“ – wie sie verbessert werden soll, steht aber leider nicht im Artikel.

Im Mai erst erschien eine Auswertung des US-Fernsehens, nach der 2008 Frauen in Filmen deutlich unterrepräsentiert aber übersexualisiert waren. Jetzt ist auch die Auswertung von 2009 da, geändert hat sich nichts, so die Los Angeles Times.

Die Uni Graz hat eine hilfreiche Anleitung zum geschlechtergerechten Formulieren (PDF).

Leigh Alexander schreibt über Computerspiele und das als Frau. Für manche immer noch eine Neuigkeit, für sie selber nur noch eines: ermüdend. Denn trotz ihrer jahrelangen Arbeit wird sie immer wie auf „die Frau die über Computerspiele schreibt“ reduziert oder, schlimmer, als Auskunft für Genderthemen bemüht, wenn es doch nur darum geht, eine Entschuldigung für Vorurteile einzuholen. „Genug davon!“ meint sie bei Kotaku.

Stichwort Mythos “neue Väter”: Den Großteil der Hausarbeit verrichten immer noch Frauen, so Spiegel Online.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die erschreckend hohen Häufigkeiten, mit denen Mädchen und Frauen mit Behinderungen sexualisierte Gewalt erfahren.

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Die Blogsphäre zur Feminismus-Debatte (und mehr)

13. November 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 74 von 263 der Serie Die Blogschau

DAS Thema der feministischen Blogosphäre war in dieser Woche natürlich die von Frauenministerin Schröder ausgelöste Debatte. Anne Wizorek outet sich auf Spreeblick als Feministin ohne klischeehafte Beinkleidung (lila Latzhosen), Antje Schrupp will lieber über feministische Inhalte sprechen und verzichtet nun sechs Monate auf den Begriff „Feminismus“, der Gurkenkaiser erläutert die Rassifizierung und Individualisierung in der Diskussion, inFEMME schreibt Alice Schwarzer, was an Frau Schröder wirklich zu kritisieren wäre und Rochus Wolff hat im Genderblog noch weitere Blogbeiträge gesammelt.

In Österreich wirbt eine Kampagne der Frauenministerin für Vätermonate, dort Karenz genannt. Spricht dieser Werbespot tatsächlich jemanden an, fragt die denkwerkstatt.

Girls Can Blog stellt die saudische Bloggerin Reem von reemsite.com vor, die sie beim Young Media Summit 2010 kennengelernt hatte.

Bei dem Hamburger Workshop Femmeness erkunden war ryuu und bloggt über neu gewonnene Erkenntnisse und fempowerment. Außerdem der Hinweis auf das deutsch-sprachige Äquivalent Es Wird Besser von It gets better, der Videokampagne, die homo-, bi- und transsexuellen Jugendlichen Mut machen soll.

Die Zahlenzauberin bloggt über ihre Erfahrungen mit natürlicher Familienplanung und welche Auswirkungen es hat, seinen Körper täglich zu beobachten.

Die Autorinnenvereinigung bloggt seit einiger Zeit im Amelia Blog, benannt nach der legendären Pilotion Amelia Earhart. Ab sofort werden dort Prosa und Lyrik unter dem Motto „Am Rande des Abgrunds ist die Aussicht schöner“ gesucht – es geht um einen Blogwettbewerb. Die Gewinnerinnen der Abstimmung werden mit „Goldstaub“ im Wert von jeweils 100 Euro belohnt.

Die nrrrdz haben eine neue Folge produziert und reden diesmal im Podcast über Computerspiele und auch über nackte Frauen.

Am Donnerstag in meinem Postkasten (Abo) und ab Montag am Kiosk – das neue Missy Magazine mit Musikerin Christiane Rösinger als Titelporträt.

Bis Dienstag könnt Ihr an der Umfrage zur Bedeutung des Geschlechts im Bibliothekswesen teilnehmen, auf die Danilolablog hinweist. Geht natürlich auch direkt. Unter den Teilnehmer_innen werden Büchergutscheine verlost.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Neues Computerspiel, uralter Inhalt

6. August 2010 von Helga

Im folgenden Beitrag von FOX geht es um ein neues Computerspiel der University of Central Florida. Das Besondere: Dabei tragen die Spieler_innen einen Ganzkörperanzug, der ihre Bewegungen an das Spiel weitergibt, um so die Handlung zu steuern.

Eher alt ist dagegen der Inhalt. Das Spiel richtet sich an junge Mädchen, die lernen sollen, sexuelle Avancen abzuwehren. Je besser sie das machen, um so mehr Punkte bekommen sie. Klar, männliche Teenager wollen alle Sex und werden dabei furchtbar aufdringlich, während weibliche Teenager völlig asexuell bleiben, aber nun auch virtuell lernen, dass es in ihrer Verantwortung liegt, keinen Sex zu haben.

Wie innovativ wäre es dagegen ein Spiel zu produzieren, das auch weibliche Sexualität berücksichtigt. Das wahre Selbstbestimmung propagiert, nicht einfach stumpfes „Nein” sagen. Das allen Jugendlichen beibringt, nur das zu tun, was sie wollen und es ok ist, nichts zu wollen. Das gleichzeitig allen Jugendlichen beibringt, die Gefühle und Entscheidungen ihrer Sexualparter_innen zu respektieren und auf Druck zu verzichten.

(via where is your line?)


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