Einträge mit dem Tag ‘Fundamentalismus’


“Soldatinnen Gottes – Die Frauen der Hamas”

3. September 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 10 von 10 der Serie Frauen & Religion

Schon Anfang August lief die sehenswerte Dokumentation “Soldatinnen Gottes – Die Frauen der Hamas“. Die palästinensische Regisseurin Suha Arraf begleitete vier Frauen der Hamas in ihrem Alltag und zeigt, was jene Frauen bewegt, die selbst die Märtyrer-Tode der eigenen Söhne feiern.

Die Hamas ist Partei, Terrororganisation und soziales Netzwerk zugleich. Wie alle radikal ideologisierten Gemeinschaften investiert sie viel Kraft in die Indoktrinierung nachfolgender Generationen. Es sind vor allem die Frauen – Mütter, Lehrerinnen und Studentinnen – die die nächste Generation von Hamas-Anhängern aufziehen und ihnen das ideologische Rüstzeug vermitteln.

Zur Annährung an das Thema ist ein Fokus auf die sozialen Probleme im Gazastreifen unerlässlich: Vier von fünf Bewohner_innen leben unterhalb der Armutsgrenze, die Abdeckung von Grundbedürfnissen wie Zugang zu Wasser ist nicht immer gewährleistet. Der Gazastreifen gehört zu den dichtestbesiedelten Gebieten der Welt (4000 Menschen pro Quadratkilometer) und ist seit der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas 2007 nahezu vollständig durch Ägypten und Israel abgeriegelt. Die Situation im Palästinensergebiet bietet demnach einen idealen Nährboden für fatalistische Gruppierungen, die die Wut und Verzweiflung der im Durchschnitt sehr jungen Bevölkerung für sich auszunutzen wissen.

Teil 1 (weitere Teile findet ihr auf Youtube.)

Link via bubizitrone.


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Rechtlosigkeit trifft Fanatismus: Selbstmord-Attentäterinnen im Irak

27. November 2009 von Magda

Die Leiterin des Baghdad-Büros der New York Times, Alissa J Rubin, schrieb auf guardian.co.uk einen interessanten Artikel mit dem Titel  Inside the Mind of a Female Suicide Bomber, in dem sie die Beweggründe irakischer Selbstmord-Attentäterinnen skizziert.

In den letzten Jahren gelang es anti-amerikanischen Widerständlern immer seltener, geplante Anschläge in die Tat umzusetzen, da auf öffentlichen Plätzen und vor Regierungsgebäuden in Irak auf Grund von sich häufenden Selbstmordattentaten erhöhte Sicherheitsstufen implementiert wurden. Die Tatsache, dass Frauen weniger als potentielle Täterinnen gesehen und demnach seltener auf Sprengstoff untersucht werden, benutzten die Widerständler zu ihrem Vorteil:

Quelle: http://alhannah.com

www.alhannah.com

Die weite und bodenlange Abaya, das traditionelle Gewand vieler Irakerinnen, ist das ideale Versteck für Unmengen an Sprengstoff. Auf Verdacht eines Attentats müsste man demnach alle Frauen untersuchen, die dieses Gewand tragen, was bei der verhältnismäßig kleinen Anzahl an den in Irak stationierten Soldatinnen kaum möglich ist. Wie Rubin betont, spielt hier außerdem eine Rolle, dass AmerikanerInnen im Umgang mit irakischen Frauen angeblich eher vorsichtig sind, um die “Sittsamkeit” der Irakerinnen durch Durchsuchungen nicht zu verletzen.

Bisher haben sich rund 60 Selbstmord-Attentäterinnen in die Luft gesprengt und mehrere hunderte Menschen mit in den Tod gerissen. Attentäterinnen bekommen für ihren “Dienst” weniger Lohn als ihre männlichen Pendants. Wie Rubin beschreibt, spielt Rache an den amerikanischen BesetzerInnen und religiöser Eifer eine bedeutende Rolle für Frauen. Die meisten der Attentate fanden im Jahre 2007 und 2008 statt – die Zahlen gingen dieses Jahr insgesamt für Männer und Frauen zurück. Auf Grund der hohen Todesrate der Selbstmord-AttentäterInnen ist es selbstverständlich schwierig, sie zu verhören und ihre Beweggründe zu verstehen.

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