Einträge mit dem Tag ‘Frauenwahlrecht’


Saudi-Arabien führt Frauenwahlrecht ein

27. September 2011 von Magda

Im März riefen einige Frauen aus Saudi-Arabien die Revolution aus, nun gibt es über­raschende Neuig­keiten: Der saudische König Abdullah hat vor Kurzem ent­schieden, dass nun auch Frauen bei den Kommunal­wahlen ihre Stimme abgeben und sich als Kandidatinnen auf­stellen lassen können. Die kommenden Wahlen, die bereits diese Woche statt­finden, müssen allerdings noch ohne Wählerinnen aus­kommen: Die Neu­re­gelung tritt voraus­sichtlich erst ab 2015 in Kraft. Laut ZDFheute hatte sich der 88-jährige Monarch Abdullah, der über das Königreich Saudi-Arabien herrscht, während seiner nun sechsjährigen Regent­schaft immer wieder für “vor­sichtige gesell­schafts­politische Re­formen” aus­ge­sprochen.

Bislang haben Frauen in Saudi-Arabein keinerlei politisches Mit­sprache­recht. Sie dürfen ohne Be­gleitung eines männlichen Ver­wandten nicht das Haus ver­lassen, werden für viele Berufe nicht zu­ge­lassen und auch das Auto­fahren ist ihnen nicht er­laubt, so N24 und ZDFheute. Erst im Mai wurde Manal al-Sharif, die die Kampagne “Frauen ans Steuer” ins Leben rief, verhaftet, weil sie selbst ein Auto fuhr.

Aber: Auch Männer können erst seit 2005 und nur bei Kommunal­wahlen ihre Stimme ab­geben. Wie­viel Ein­fluß die Wahlen in Saudi-Arabien haben, ist also frag­lich, denn die Hälfte der Minister wird ohnehin vom König er­nannt.

Mehr zum Thema hat die West-Östliche Diva.

Vielen Dank an unsere Leserin Helena für den Linktipp. Falls ihr einen interessanten Artikel gefunden habt, könnt ihr uns über unser Kontaktformular, Facebook oder Twitter erreichen. 


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Neues vom arabischen Frühling

14. Juni 2011 von Helga

Gestern wurde im Libanon ein neues Kabinett mit immerhin 30 Minister_innenposten angekündigt. Nur dass diesmal keine einzige Ministerin nominiert wurde. Nicht mal mehr die beiden letzten „Deko-Ministerinnen“ sind dabei, kritisiert Nadine Moawad von nasawiya und fragt sich, wie sich Frauen von diesem System noch vertreten fühlen können.

Sara Mously hat für den Freitag Samar Badawi interviewt. Die 32-Jährige Saudi-Araberin kämpft für das Frauenwahlrecht bei den kommenden Kommunalwahlen und folgt damit Protestlerinnen wie Manal Al Sharif, die ihre Landsfrauen via Facebook dazu aufgefordert hatte, am 17. Juni das geltende Autofahrverbot zu brechen.

Bisher blieben sie in der Öffentlichkeit unsichtbar, selbst während der Revolution: Die Frauen in Libyen. Esther Saoub hat sich auf die Suche gemacht und berichtet für tagesschau.de über einer Gruppe Sanitäterinnen. Dabei ist ihre Situation ganz besonders gefährlich.
Gegenüber der BBC erzählen festgenommene Soldaten Gaddafis, dass sie zu Massen­vergewaltigungen gezwungen wurden. Ähnliches beschreiben auch syrische Deserteure, so die Jerusalem Post.

Im Irak sind während einer Demonstration für Demokratie Frauen­recht­ler­innen belästigt und angegriffen worden, berichtet das Ms Magazine. Hintergrund der Proteste ist das Verstreichen der 100-Tage-Frist von Premier­minister al-Maliki, in der wichtige Reformen eingeleitet werden sollten – geschehen war aber nichts.


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Wer war… Fanny Lewald?

24. März 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 26 von 28 der Serie Wer war eigentlich …

Fanny Lewald, geb. Markus, wurde heute vor 200 Jahren am 24. März 1811 in Königsberg als ältestes von neun Kindern geboren. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und setzte sich für Frauenrechte ein.

Fanny Lewald (Wikimedia Commons)

Fanny Lewald (Wikimedia Commons)

Bis zum 14. Lebensjahr besuchte Fanny eine Privatschule, danach war ihre Ausbildung offiziell beendet – ein Universitätsstudium blieb ihr verwehrt. Fanny verließ die höhere Töchterschule, um sich mit Handarbeit, Hausarbeit und Klavierspielen auf das Leben einer Ehefrau und Mutter vorzubereiten – so wie ihr Vater es wünschte.

Schon als Kind spürte Fanny antisemitische Ressentiments; mit 19 Jahren trat sie formal zum protestantischen Glauben über. Ein Jahr später nahm die gesamte Familie den Namen Lewald an, wohl in der Annahme, dadurch nicht mehr sofort als “jüdisch” erkennbar zu sein.

Ab 1840 wurde Lewald schriftstellerisch tätig und veröffentlichte bis zu ihrem Tod Dutzende von Romanen, Märchen, Briefe und autobiographische Schriften, teils anonym, aus Rücksicht auf die Familie. Als 34jährige zog sie nach Berlin und versuchte durch das Schreiben ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

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40 Jahre Frauenwahlrecht in der Schweiz!

7. Februar 2011 von Magda

Am 7. Februar 1971 – heute vor 40 Jahren – sprach sich rund 66% der stimmberechtigten Männer in der Schweiz für das Frauenwahlrecht auf Bundesebene aus. Die Schweiz war damit das vorletzte Land in Europa, welches Frauen die politische Mitbestimmung gewährte (in Liechtenstein wurde das Frauenwahlrecht erst 1984 eingeführt). Am 16. März 1971 wurde das Stimmrecht für die Schweizerinnen wirksam.

DieStandard.at berichtet:

In den Kantonen waren die Frauen zum Teil schon früher stimm- und wahlberechtigt – so etwa in der Waadt und in Neuenburg (1959) oder in Genf (1960) und Basel-Stadt (1966). Die meisten Kantone führten das Frauenstimmrecht erst nach 1971 ein. Der Kanton Appenzell Innerrhoden musste 1990 vom Bundesgericht dazu gezwungen werden.

Die Sueddeutsche erklärt, warum die Schweiz so lange brauchte, um das Frauenwahlrecht auf Bundesebene einzuführen:

Dass ausgerechnet eine der ersten Demokratien so lange gebraucht hat, um ihren Bürgerinnen das Wahlrecht zu gewähren, liegt am politischen System der Schweiz: Fragen, die die Bundesverfassung betreffen, müssen vom Volk entschieden werden – in Fall des Frauenwahlrechts also von Männern. Obwohl laut Artikel 1 der Schweizer Bundesverfassung schon seit 1848 alle Schweizer vor dem Gesetz gleich sind, war das Wahlrecht in vielen Kantonen an Artikel 18 – “Jeder Schweizer ist wehrpflichtig” - geknüpft.

In einem Beitrag der oe1.ORF berichtet Carola Schneider, dass der politischen Gleichberechtigung der Frauen ein jahrzehntelanger Kampf vorausgegangen war. So zogen Frauenorganisationen in Protestmärschen in die Bundeshauptstadt Bern und demonstrierten für politische Gleichberechtigung. Der Widerstand der Schweizer Wähler war dennoch groß:

Zuletzt lehnten 1959 zwei Drittel der stimmberechtigten Männer an der Urne das Frauenstimmrecht ab. So meinte ein Mann in einer Umfrage des Schweizer Fernsehens, dass Frauen ihren Platz im Haushalt und in der Armenpflege hätten, nicht aber in der Politik. Auch seine Ehefrau betonte, eine Frau gehöre in die Küche und in den Haushalt.

Eine Bildstrecke zum Thema: 40 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz (nzz.ch).


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Wer war… Hedwig Dohm?

20. September 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 20 von 28 der Serie Wer war eigentlich …

“Die Frau soll studieren, weil sie studieren will, weil die uneingschränkte Wahl des Berufs ein Hauptfaktor der individuellen Freiheit, des individuellen Glücks ist.” Hedwig Dohm, 1876

Hedwig Dohm (geborene Schlesinger) wurde am 20. September 1831 als viertes von insgesamt 18 Kindern in eine arme Berliner Familie geboren. Während ihrer Kindheit litt sie unter der prügelnden Mutter und der Tatsache, dass ihr als Mädchen nur eine kurze Ausbildung gewährt wurde.

Hedwig Dohm, um 1870

Hedwig Dohm, um 1870

“Warum mußte ich heimlich, als wär’s ein Verbrechen, lesen? Warum durfte ich nichts lernen? Meine Brüder wollten und mochten nichts lernen und wurden dazu gezwungen.” (fembio)

Dohm, die später Schriftstellerin wurde und Zeit ihres Lebens für die Rechte von Frauen eintrat, ging mit 15 Jahren von der Schule ab und musste sich fortan um den Haushalt kümmern, während ihre Brüder das Gymnasium besuchen durften. Einige Jahre später wurde ihr doch gestattet, eine Ausbildung zur Lehrerin zu absolvieren.

Mit 22 Jahren heiratete sie Ernst Dohm, den Chefredakteureines eines satirischen Wochenblattes. In den nächsten Jahren brachte sie fünf Kinder auf die Welt, einen Jungen und vier Mädchen. Dohm war es wichtig, dass alle ihre Töchter eine Berufsausbildung erhielten, da sie Erziehung und Bildung und nicht die Biologie für die Entwicklung aller Individuen verantwortlich sah.

In der ersten Hälfte der 1870er Jahre erschienen Dohms erste feministische Schriften, unter vielen anderen “Die wissenschaftliche Emancipation der Frau“, in der sie die rechtliche, soziale und ökonomische Gleichberechtigung von Frauen und Männern forderte. Auch war sie zu jener Zeit eine der ersten, die sich für das Frauenwahlrecht einsetzte.

Mehr Informationen zu Dohms Biographie und eine Sammlung ihrer Essays, Romane und Erzählungen findet ihr auf zeno.org. Ein Kurzfilm zu Hedwig Dohm mit Interviews u.a. mit Alice Schwarzer und szenischen Lesungen gibt es auf youtube.
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Für die Reihe “Wer war…” freuen wir uns über eure Vorschläge oder auch Gastblogger_innen, die ihre Lieblingsfeminist_innen vorstellen. Vorschläge/Beiträge einfach an post[at]maedchenmannschaft[dot]net senden.


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Women, we want you!

26. August 2010 von Magda

Am 26. August 1920 trat der 19. Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung in Kraft, mit dem Frauen in allen US-Bundesstaaten das Wahlrecht erlangten. Anlässlich des 90jährigen Jubiläums des US-Frauenwahlrechts in diesem Jahr erschien dieser Text im aktuellen Missy Magazine.

Als die 19-jährige Charlotte Woodward im Jahre 1848 von der geplanten Frauenrechtsversammlung im ländlichen Seneca Falls hörte, war sie sofort Feuer und Flamme: Endlich Hoffnung auf einen besseren Lohn für die junge Näherin. Auf der Versammlung im Bundesstaat New York, die später zum offiziellen Beginn der ersten US-amerikanischen Frauenrechtsbewegung erklärt wurde, wurden fast alle Vorschläge ohne Gegenstimmen angenommen: Gleichberechtigung in der Ausbildung und ein geschlechtergerechtes Eigentums-, Scheidungs- und Sorgerecht. Nur eine Forderung überzeugte nicht alle Anwesenden: Das angestrebte Frauenwahlrecht. Es erschien befremdlich, ja fast unerhört! Zu hoffnungslos erschien der Vorschlag, welcher nach langer Diskussion letztlich dann doch auf der Agenda landete.

So entstand die so genannte Declaration of Sentiments, deren Postulat der “Gleichheit aller Menschen“ nicht nur für männliche Weiße gelten sollte (wie noch die Unabhängigkeitserklärung), sondern für alle. Schwarze Männer erhielten bereits im Jahr 1870 mit dem 15. Zusatzartikel das Wahlrecht, das Stimmrecht für Frauen auf Bundesebene blieb dagegen auch Jahrzehnte nach der Erklärung von Seneca Falls bloße Theorie.

Frauenwahlrechtskämpferinnen vor dem Weißen Haus via wikimedia commons

Frauenwahlrechtskämpferinnen vor dem Weißen Haus via wikimedia commons

Bis US-Amerikanerinnen das allgemeine Frauenwahlrecht erlangten, wurden noch dutzende Volksentscheide durchgeführt, etliche Anträge um Verfassensänderung formuliert, hunderte Versammlungen und Demonstrationen organisiert und über 200 Suffragetten verhaftet. Als im August 1920 – zwei Jahre nachdem Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt hatte – Frauen endlich das erste Mal bei einer Präsidentschaftswahl ihre Stimme abgeben durften, war die einzige noch lebende Teilnehmerin von Seneca Falls die Näherin Woodward. Die nun über 90-jährige war selbst nicht mehr in der Lage, an die Wahlurne zu treten. Aber für Millionen von US-Amerikanerinnen wurde in jenem Jahr der Grundstein der politischen Mitbestimmung gelegt.


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Von Bullen, Stieren und Kleidern. Blogschau zum Wochenende

21. August 2010 von Nicole
Dieser Text ist Teil 71 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Wir starten mit Lesetipps: Seit dem 16. August im Handel: die neue missy, nicht nur mit neuen Wörtern, sondern auch mit neuem Design! Zwischengeschlecht.info kündigt das Buch von Christiane Völling „Ich war Mann und Frau. Mein Leben als Intersexuelle“ an, das am 25. August beim Fackelträger-Verlag erscheint.

Weiter geht’s mit schönen Blog-Metaphern: light-inside.de stellt (wohl auch nach dem taz-Artikel zum Thema weibliche Bloggerinnen) fest: Die einen reiten Bullen, die anderen packen den Stier bei den Hörnern.

Beim mädchenblog wurde die Politik der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ beim Einsatz in Pakistan kritisiert: Wie viel und welche Rücksicht auf Kultur und Religion ist hinnehmbar? diestandard.at berichtet über ein Urteil aus Oslo: Das geltende Kopftuchverbot für Polizistinnen in Norwegen verstößt gegen das Gleichheits- als auch gegen das Anti-Diskriminierungsgesetz.

Das Antisexistische Aktionsbündnis München weist auf eine Aktion gegen Sexismus und Homophobie im Reggae hin: Beim Chiemsee Reggae Summer wird am 28. August die Auseinandersetzung vor Ort „intensiviert“. Zeit zum Baden soll aber auch sein.

Antje Schrupp machte sich Gedanken zum Vergleich zwischen Kinderwahlrecht und Frauenwahlrecht. Und bei Anke Gröner ging es diese Woche um Kleidung und Körpergefühl und darum mal mit Fehlersuche bei sich und anderen aufzuhören.

Und zum Schluss ein kleiner Aufruf: Mrs. Pepstein möchte am 28. September nicht aus dem Studio senden, sondern live „von draußen“ berichten, zum Beispiel aus eurer Küche. Bewerben jetzt!

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Wer war… John Stuart Mill?

20. Mai 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 14 von 28 der Serie Wer war eigentlich …

John Stuart Mill wurde am 20. Mai 1806 in London geboren und verstarb am 8. Mai 1873 in Avignon. Mill war ein englischer Philosoph und Ökonom und gilt als einer der einflussreichsten liberalen Denker_innen des 19. Jahrhunderts.

John Stuart und Harriet Taylor Mill

John Stuart und Harriet Taylor Mill

Mills Kindheit war von der Strenge seines Vaters James Mill bestimmt, welcher ihn in Griechisch, Latein, Algebra, Philosophie, Geschichte und Wirtschaft ausbildete. Beeinflusst durch den englischen Juristen und Philosophen Jeremy Bentham lehrte James Mill seinem hochbegabten Sohn den Gedanken des Utilitarismus (“Handle so, dass das größtmögliche Maß an Glück entsteht”). Mit seinem Modell des maximalen Nutzens, welches einen starken Fokus auf individuelle Freiheit setzte, rechtfertigte John Stuart Mill in seinem 1861 geschriebenen Essay The Subjection of Women* die Forderung nach der Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft. Sein Werk gilt als eines der ersten systematischen Analysen zur Situation der Frauen** im 19. Jahrhundert.

In The Subjection of Women diskutiert Mill die möglichen Ursachen der Ungleichstellung von Mann und Frau, wie sich dieses Ungleichgewicht in Kultur, Politik und in der Gesetzgebung manifestierte und welche Chancen für die Gesellschaft dadurch verloren gehen. Seiner Analyse nach hindere die geschlechtsspezifische Sozialisation Frauen daran, ihr persönliches Potential – und für Mill noch zentraler: auch das der Gesellschaft – auszuschöpfen. (weiterlesen …)


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Wer war… Susan B. Anthony?

13. März 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 10 von 28 der Serie Wer war eigentlich …

Susan Brownell Anthony wurde am 15. Februar 1820 auf einer Farm in Massachusetts geboren und verstarb heute vor 104 Jahren in New York. Anthony war Lehrerin und neben Elizabeth Stady Canton eine der führenden Frauenrechtler_innen der US-amerikanischen Frauenbewegung im 19. Jahrhundert, die sich u.a. für das Frauenwahlrecht einsetzten.

Elizabeth Cady Stanton (links) und Susan B. Anthony (rechts)

Anthony wuchs mit ihren fünf Geschwistern in einer quäkerischen Familie auf und begann mit knapp 16 Jahren Kurse zum Quäkertum zu geben. 1837 ging sie von ihrem Vater ermutigt auf ein Quäker-Internat in Philadelphia, auf dem sie nicht lange blieb, da die Familie finanzielle Schwierigkeiten hatte. In den Folgejahren arbeitet Anthony als Lehrerin und übernahm zeitweise die Verwaltung der Familienfarm.

Mit 28 Jahren begann sie gegen die Sklaverei zu kämpfen und wurde in der  Abstinenzbewegung (Temperence Movement) aktiv. In dieser Bewegung riefen insbesondere Frauen zum Alkoholverzicht auf, da nach Ansicht der Aktivist_innen Alkohol und häusliche Gewalt häufig zusammenhingen. Als sie auf einer Veranstaltung nicht sprechen durfte, weil sie eine Frau war, gründete sie eine eigene Organisation - Woman’s New York State Temperance Society.

Sie fing an, sich immer stärker für Frauenrechte zu engagieren, hielt viele Reden und reiste in den USA herum. Es heißt, dass Anthony wie viele ihrer Mitstreiterinnen gegen Abtreibung war. Dafür machte sie die Männer verantwortlich, die “Frauen zu Abtreibung treiben würden” und postulierte, “Abtreibung würde Frauenrechten widersprechen”. Wirklich Beweise für Anthonys Abtreibungskritik gibt es allerdings nicht. Für jene Zeit untypisch hatte Anthony weder Mann noch Kinder.

Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) war Anthony von jenen Aktivist_innen enttäuscht, die sich zwar für das Wahlrecht von Afroamerikanern einsetzten, aber nicht für das von Frauen. Nachdem 1870 das Wahlrecht für ehemalige männliche Sklaven eingeführt wurde, reagiert Anthony mit rassistischen Kommentaren, dass “gebildete weiße Frauen bessere Wählerinnen seien als die ‘ignoranten’ Schwarzen und Immigranten”.

Zwei Jahre später – 48 Jahre, bevor Frauen das Wahlrecht erlangten – registrierte sie sich bei der Präsidentschafts-Wahl und gab ihre Stimme ab, woraufhin sie wegen “unrechtmäßiger Wahlbeeinflussung” zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, welche sie nie zahlte.

Susan B. Anthony starb 1906 und konnte so nicht mehr miterleben, wie Frauen vierzehn Jahre später nach langem Kampf das allgemeine Wahlrecht in den USA erhielten.


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