Einträge mit dem Tag ‘Frauenquote’


Das Jahr 2014 – Ein Feministisches Lexikon

19. Dezember 2014 von Charlott

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

A wie Aktivismus, Ausschlüsse und Ablasshandel
Ein Thema, welches sich eigentlich durch jedes Jahr zieht/ ziehen sollte: Wie wollen wir unseren Aktivismus gestalten? Wie können dabei unterschiedliche Positionen bedacht und genutzt werden? Welche Taktiken und Praxen haben sich bewährt? Nadine machte sich darum einmal Gedanken darüber, wer wann auf Podien sitzt, wo Absagen vielleicht Sinn machen und wo nicht (und was das mit unterschiedlichen sozialen Positionierungen zu tun hat) und über Geldspenden als Art der ökonomischen Umverteilung.

B wie #BlackLivesMatter und #BringBackOurGirls
Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Gegen den Polizisten wurde nicht mal ein Verfahren eingeleitet. Es handelt sich dabei natürlich nicht um einen Einzelfall, sondern es ist ein Beispiel für die anhaltende rassistische Polizeigewalt – die keinerlei Konsequenzen hat. In ihrem Text “Wenn Schwarzer Menschen nicht lächeln…” verlinkt Sharon eine ganze Reihe von weiteren Beispiel aus den USA und Deutschland. Von Ferguson ausgehend und durch weitere publik werdende Taten (die ebenfalls kaum Konsequenzen nach sich zogen) entwickelte sich in diesem Jahr eine Protestbewegung, die im Internet unter anderem unter dem Hashtag #BlackLivesMatter und auf den Straßen vieler Städte anzufinden war. In Berlin versammelten sich am 29. November Aktivist_innen am Brandenburger Tor, um den Opfern zu Gedenken und darauf zu verweisen, dass es stimmt: #FergusonIsEverywhere, Ferguson (d.h. rassistische Strukturen, die Gewalt legitimieren) sind kein rein us-amerikanisches Phänomen. So wird sich am 07. Januar zum bereits zehnten Mal der Tod von Oury Jalloh jähren. Derzeitig sammelt die Initiative im Gedenken an Oury Jalloh Geld um ein weiteres Gutachten zur Brand- und Todesursache anfertigen zu können.

Außerdem sollten nicht die 200 Mädchen, die am 14. April in Nigeria entführt wurden, vergessen werden.

C wie Chancengleichheit
Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit, Teilhabe, Akzeptanz, > Toleranz, Inklusion – ein Wörtersalat, der häufig eher das “gut gemeint” als das “gut gemacht” abdeckt, wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung geht. Hannah hat sich im November die Anhörung des Ausschusses “Arbeit und Soziales” zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angehört und aufgezeigt, welche Diskussionen rund um das Bundesteilhabegesetz (nicht) geführt werden. Außerdem erklärte sie in einem weiteren Text, was der Begriff Inklusion eigentlich umfassen sollte und wie er häufig stattdessen ausgehöhlt wird.

D wie Diskurspolizei
Sprachdebatten zwischen “Darf man denn hier gar nichts mehr sagen!” und “Diese Gender-Leute drängen ja immer einen Sprachgebrauch auf!” begleiteten auch das Jahr 2014. Am prominentesten ist sicher die medial breit geführte “Debatte” um Lann Hornscheidts Sprachinterventionen. Auf einen öffentlichen Brief von WissenschaftlerInnen antwortete hier Jayrôme mit “Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten“. Im Juli hatte außerdem accalmie die Verwendung diskriminierender Begriffe, die Verteidung dieser Praxis und das Umwerten als die echte Diskriminierung (TM) von Begriffen, die sonst unmarkierte Normen benennen, seziert.

E wie Elliot Rodger
Am 23. Mai tötete Elliot Rodger in Isla Vita, Kalifornien, sechs Menschen. Zuvor hatte er in Videos und einer über hundert Seiten langen “Autobiographie” seine Misogynie verbreitet. In vielen deutschsprachigen Medien wurde die Tat dekontextualisiert und individualisiert. Ich schrieb über die Hintergründe der Tat, wie sie vielleicht verhindert hätte werden können. (mehr …)


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Und es bewegt sich doch? Koalition beschließt Frauenquote

26. November 2014 von Charlott

Wie die tagesschau berichtet, hat sich die SPD-CDU/CSU-Koalition nun hinsichtlich des Themas Frauenquote geeinigt. Vorgesehen ist das folgende: Für 108 börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen so genannte große Unternehmen wird eine 30-Prozent-Quote für Aufsichtsräte eingeführt. Diese wird ohne Ausnahmen (welche CDU/CSU bisher für verschiedene Branchen erkämpfen wollte) gelten. Außerdem sollen weitere ca. 3500 mittelgroße (börsennotierte und mitbestimmungspflichtige) Firmen sich eigene Zielvorgaben setzen. Das Gesetz soll am 11.Dezember im Kabinett beschlossen werden und ab 2016 gelten.

Und wird es auch Sanktionen geben? Ja, eine. Plätze, die Frauen zuständen aber nicht mit ihnen besetzt werden, müssen dann leer bleiben. Ich muss zu geben, ich habe lange gebraucht um daran das große Sanktionspotential zu sehen, denn was ist denn die Konsequenz? Statt einer größeren Männer-Küngel-Gruppe eine etwas kleinere? Gerade im Hinblick auf die eigentliche Funktion von Aufsichtsräten – nämlich zu beaufsichtigen scheint diese Konsequenz seltsam. Auf der anderen Seite heißt es für die Unternehmen wirklich, dass sie neu entscheiden müssen, wer denn nun im Aufsichtrat sitzt, denn in den meisten Fällen (einige wenige erfüllen bereits die Quotierung) werden Männer, die bisher dort sind ihre Plätze verlassen müssen – oder aber der Aufsichtsrat muss ausgeweitet werden.

Ansonsten bleibt es eigentlich dabei, was ich fast auf den Tag vor einem Jahr an dieser Stelle schrieb, als sich SPD und CDU/CSU auf die Formulierung für den Koalitionsvertrag geeinigt hatten:

Da hat sich die so genannte Große Koalition also ein hübsches emanzipatorisches Feigenblättchen geschaffen. Denn davon abgesehen, dass der Anteil sehr gering ist und nur ein bestimmter Teil von Unternehmen überhaupt betroffen – welche Personen können eigentlich davon profitieren? Was nützt diese Quote, wenn andere hetero_cis_sexistische, rassistische, klassistische, ableistische Strukturen nicht mitgedacht werden, bzw. an diesen gearbeitet wird. Welche Personen haben die Möglichkeit potentielle Kandidat_innen für einen Aufsichtsratsposten zu werden? (Und dann gibt es natürlich noch weiterführende Fragen.)

Das EU-Parlament hatte übrigens vor einem Jahr beschlossen, dass bis 2020 eine Quote von 40% verbindlich sein soll. Aber auch diese bliebe natürlich letzten Endes eine Makulatur in einem kaputten (oder besonders gut funktionierendem – je nach Perspektive) System (Kapitalismus).

Es bewegt sich nun also etwas? Aber wohin eigentlich?

Analysen und Kritiken zu Ökonomie, die über eine Quotendiskussion hinausgehen (bzw. diese auch etwas differenzierter führen) findet ihr in unserer Rubrik Ökonomie und in unserer Reihe Ökonomie_Kritik.

 


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Quotenfragen, feministische Sexualkunde und das eigene Herz – die Blogschau

12. Juli 2014 von Nadia
Dieser Text ist Teil 252 von 265 der Serie Die Blogschau

Über die Zusammenhänge von „Essstörungen“, sexistischen Verhältnissen, Pathologisierung, Veganismus und die Möglichkeiten des Umgangs mit Betroffenen in und außerhalb der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung erschien ein sehr lesenswerter Text auf Antispe Dresden.

Über nervige Fragen zur Fauenquote und Zahlen schrieb Anne Schüssler: “Was Sie schon immer über Frauenzählen wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten”.

Der Kaiserin ihre neuen Kleider: reizende Rundungen präsentiert ein neues Layout.

Asaekante plädiert für zeitgemäßen Sexualkundeunterricht und gegen die Tabuisierung von Sexualität, die oftmals mit sexistisch-patriarchaler R*pe-Culture einhergeht. Auf Das Ende des Sex wurde zudem eine Solidaritätserklärung für die Wissenschaftlerin Elisabeth Tuider veröffentlicht, die seit Anfang Juli einem Shitstorm ausgesetzt ist, nachdem medial ihre Ansätze für Sexualkunde diskutiert wurden.

Wie in Zeiten der Trauer im sozialen Nahfeld aus Fat Shaming auf einmal die Konstruktion von “tröstendem Essen” und “Körper als Schutzschild” hervorgeht – riotmango hat sich darüber gewundert.

Auf umstandslos. wurden Wörter rund um Schwangerschaft und Feminismus gesammelt und mit entprechenden Verlinkungen versehen.

lightsneeze hat ein sehr schönes Gedicht veröffentlicht: mein herz gehört mir.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Quotenwitze. Wenn es denn lustig wäre.

22. November 2013 von Charlott

Immer noch laufen die Koalitionsverhandlungen zwischen der SPD und CDU/CSU. So wirklich klar ist vieles trotz der langen Verhandlungen noch nicht – denn über die Finanzierung soll sich erst ganz zum Schluss unterhalten werden. Andere Themen wie Mindestlohn und Gleichstellung der Ehe sind weiterhin umstritten. Gegen das Betreuungsgeld stellt sich zwar die SPD noch, aber was heißt das schon. Wirklich viel emanzipatorisches und *istische Strukturen aufrüttelndes erwarte ich von dieser Koalition nicht.

Anfang der Woche wurde dann überall verkündet, dass es in einem Themenfeld eine Einigung gegeben hätte: Der Frauenquote. Und was sagt der Kompromiss? Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen sollen ab 2016 einen Frauen-Anteil von mindestens 30 Prozent aufweisen. (Nur zwei Tage später stimmte übrigens das EU-Parlament dafür, dass es bis 2020 einen verbindlichen 40-Prozent-Anteil geben sollte.)

Da hat sich die so genannte Große Koalition also ein hübsches emanzipatorisches Feigenblättchen geschaffen. Denn davon abgesehen, dass der Anteil sehr gering ist und nur ein bestimmter Teil von Unternehmen überhaupt betroffen – welche Personen können eigentlich davon profitieren? Was nützt diese Quote, wenn andere hetero_cis_sexistische, rassistische, klassistische, ableistische Strukturen nicht mitgedacht werden, bzw. an diesen gearbeitet wird. Welche Personen haben die Möglichkeit potentielle Kandidat_innen für einen Aufsichtsratsposten zu werden? (Und dann gibt es natürlich noch weiterführende Fragen.)

Derweil hat sich die Technische Universität Berlin mal einen ganz “ungewöhnlichen Ansatz” ausgedacht. Bei einer Podiumsdiskussion zur Frauenquote wollen sie nur Männer diskutieren lassen, um zu verhindern, dass “typische Geschlechterklischees den Inhalt der Diskussion überschatten”. Mehr dazu könnt ihr bei Ninia LaGrande und A++ Ranting lesen.

 


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Festung Europa, Frauenquote im Bundestag und Fat-Shaming – die Blogschau

26. Oktober 2013 von Nadia
Dieser Text ist Teil 222 von 265 der Serie Die Blogschau

Anlässlich der aktuellen Diskussion um “die Festung Europa” und Lampedusah hat Noah Sow nochmal einen Auszug aus “Deutschland Schwarz Weiß” veröffentlicht. Hier könnt Ihr ihn nachlesen.

Eine kleine schöne Ode auf das “Zusammen alt werden” hat Frl. Urban in der letzten Woche verfasst.

Ob mensch bei der Frauenquote im neuen Bundestag lachen oder weinen soll? Genderfail präsentiert aktuelle Zahlen.

“Wir alle könnten so viel und so groß sein, wir könnten Träume verwirklichen und jeder für uns die Welt ein bisschen verändern,  aber stattdessen sind wahrscheinlich 9 von 10 Frauen, egal ob dick oder dünn, alt oder jung, täglich mit dem Gedanken beschäftigt wie sie weniger werden können.” Diese und noch ganz viele andere wunderbare Sätze findet Ihr in Katrins “You’ll find your place in the world girl.

“Wenn mein Sohn mal groß ist, soll er Deine Tochter heiraten.” Wie Eltern über ihre Kinder sprechen und so  Heteronormativität reproduzieren: Feministum erzählt’s.

Trolle, Hass, Fatshaming und mehr what the fuck: Daran geht die Welt zugrunde über die letzte Woche im Internet.

Und die Freiheitsliebe hat ein Interview veröffentlicht, in dem es auch um die Mädchenmannschaft geht.


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Ich werde keine Tränen weinen, Kristina!

1. Oktober 2013 von Charlott

Im Jahr 2002 ist sie das erste mal in den Bundestag eingezogen: Kristina Schröder. Vor vier Jahren übernahm sie das Amt als Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Auch dieses Mal wurde sie als Bundestagsabgeordnete wiedergewählt. Am Wahlsonntag bestätigte sie nochmals das, was schon länger zu hören war: Für das Amt als Ministerin steht sie nicht mehr zur Verfügung. Aus familiären Gründen. Bei dieStandard heißt es dazu:

Schröder hat sich gegen den Job entschieden. Und persönlich ist ihr das auch gar nicht vorzuwerfen. Doch angesichts ihrer politischen Agenda der vergangenen Jahre liegt die Vermutung nahe, dass sie mit ihrer “persönlichen Entscheidung” einfach nur ihre politische Agenda bestätigt.

Es ist es natürlich ein sehr starkes Zeichen, wenn gerade eine Politikerin in einem Spitzenamt (und dann auch noch gerade dem, wo genau solche Thematiken eine besondere Rolle spielen sollten) eben dieses Amt aufgibt, um sich mehr um die Familie zu kümmern. Doch auch etwas anderes ist sicher: Um Kristina Schröders Ausrichtung des BMFSFJ werde ich keine Träne weinen – nicht um ihren Antifeminismus, Jungenförderungsträume, Reden von “umgekehrtem Rassismus” und der Extremismusklausel. Wir erinnern uns:

Kristina Schröder und Feminismus

Wie Kristina Schröder zu Feminismus steht, hat sie von Anfang an sehr klar gemacht. Anfang November 2010 gab sie dem Spiegel ein Interview (welches auch von der Führung her kritisiert werden kann), in dem nochmals deutlich wurde, dass sie ein sehr eingeschränktes Verständnis von feministischen Ideen hat, Feminusmus für ein Ding der Vergangenheit und Jungenförderung für das größte vernachlässigte Thema hält. In Erinnerung blieb die Frage: “Schreiben wir genug Diktate mit Fußballgeschichten?”. (Darüber hinaus war das Gespräch gespickt von Heterosexismus, Klassismus, antifeministischen Klischees jeglicher Art etc.)

Alice Schwarzer, die anlässlich dieses Interviews Schröder noch sämtliche Qualifikation absprach und dafür mal wieder in antimuslimischen Rassismus verfiel, ließ sich schon wenige Monate später besänftigen als Schröder den FrauenMedienTurm quasi rettete. Die Mädchenmannschaft fragte: “Schwarzer und Schröder: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?“. Natürlich hielt das nicht lange, denn Schröders Position war in dieser Hinsicht immer sehr klar und so strafte sie 2012 auf einem Männerkongress (ja…) wieder Schwarzer ab. Auffällig und bezeichnend bleibt ebenfalls, dass die einizigen feministischem Positionen, an denen sich Schröder überhaupt abarbeitete, jene von Schwarzer und der EMMA waren.

Die Angst vor der Quote

Auch zur Quote hatte sich Schröder im besagten Spiegel-Interview geäußert. Die Freiheit der Wirtschaft stand dort ganz oben und wenn überhaupt, dann würde sie eine Mütter-Quote wollen. Auf jeden Fall gibt es einiges daran zu kritisieren, wie derzeit Quotenvorhaben diskutiert werden, aber eine wirklich tiefgehende Auseinandersetzung mit Mehrfachdiskriminierungen und Kapitalismus liegt Kristina Schröder natürlich äußerst fern. Stattdessen Ablehnung oder das Wischi-Waschi-Konzept der “Flexiquote”. Wieder und wieder. Im Januar dieses Jahres protestierte sie gar auf dem Cover des Magazins Focus gegen eine Quote.

An den Herd

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Keine Sternstunden, viele Privilegien und starke Stimmen – kurz verlinkt

6. März 2013 von der Mädchenmannschaft

Erinnert ihr Euch noch an die Oscars, den Kater danach? Haben weiße Feminist_innen die Angriffe auf Quvenzhané Wallis ignoriert? Es ist eine empirische Frage. Sie ist jetzt ausgewertet und analysiert.

“Für wie doof hält der Stern seine Leserinnen, wenn solchen Worten keine Taten folgen?“ fragt Annette Bruhns, Vorsitzende von ProQuote Medien, zur “neuen” Chefredation beim Nachrichtenmagazin Stern und seiner versprochenen Frauenquote.

Ab wann ist mensch fett, dick? Es kann sich je nach Kontext verändern, findet Jocelyn. Eines verändere sich jedoch nicht, das Privileg dünn zu sein, die Frage nach Würde und der Repräsentation.

Puh, machmal ist es echt schwierig Rassismus zu erkennen… Hier eine wertvolle Lektüre für weiße Gutmenschen  und alle Interessierten.

Bild 1“Support Queer Women of Color Media. Support ELIXHER Magazine. ELIXHER is an award-winning online destination for Black lesbian, bisexual, transgender and queer women. We are committed to making ELIXHER self-sustainable.” Anschauen, unterstützen, weiterleiten. Großartiges Projekt.

Trans* und “gefangene” Körper in den Medien: “Ich bin nicht in meinem Körper gefangen. Ich bin gefangen in euren Vorstellungen. Und ich werde diesen Körper zurückfordern von jenen, die ihn atmen lassen wollen und ihn mit ihren Dogmen ernähren.”

Ein offener Brief an Amanda Marcotte: Ein tweet und “die Brücke, die mein Rücken ist.” Aneignungen, weißer Feminismus und Brownfemipower.

20 Dinge, die Lesben nicht mehr hören wollen. Vorschau: “You’re probably just doing it to get attention from men” Nope, that was Katy Perry.

Du willst ein ally/Bündnispartner sein? Eine kleine Anleitung.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kritisiert den vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung:  “Alle Jahre wieder steht es schwarz auf weiß: Alleinerziehende und ihre Kinder sind überdurchschnittlich oft arm”.

Das Ms. Magazine berichtet über die Online-Ausstellung ‘Don’t Miss Muslima!’ beim International Museum of Women.


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Hokus Focus, das Abendland geht unter! – Die Blogschau

19. Januar 2013 von Sabine
Dieser Text ist Teil 188 von 265 der Serie Die Blogschau

Es gibt eine neue linke, queer-feministische Rap Crew, sie heißt TickTickBoom. Im Interview erzählen Rapperin, Hip-Hop-Aktivistin Sookee und die Produzentin Leiji wie TickTickBoom zustande kam, was sie wollen und was ein Zeckenrap ist.

Kachelmann revisited: Indien, Twitter, Rape Culture“ ist eine Rückschau auf die mediale Rezeption und das Interesse an sexueller Gewalt, es ist kontextabhängig.

Mehr Frauen als Männer bekommen Praktika, Volos, und befristete Verträge in Medienunternehmen, aber wenn unbefristete Redaktionsstellen zu besetzen sind, dann Hokus Focus: It’s a man. Eine Innenansicht von Mennory.

Ich bin eine Quotenfrau. “Und ich habe kein Problem damit, bei den Beißreflexen gegen die Quote die Zähne zu zeigen.” Go Gurrrl.

Wann ist ein Coming Out ein Coming Out? Fragen, die die heteronormative Masse sehr beschäftigen. Auf sugarbox gibt es eine Antwort und wenn ihr schon da seid, guckt Euch die lesbischen Webcomics an.

Es gibt ein neues Podcast von Heiter Scheitern, hs47 krass. „Ordentlich lädiert durch einen erneut gescheiterten Versuch, in hetero-dominierten Zusammenhängen (in diesem Fall ein Schreibprojekt) ein wenig politische Glückseligkeit zu erlangen“ sammeln sie am Küchentisch zusammen, analysieren, halten fest, was da so passiert (viel). Es ist krass.

Nadia hat heute einen offen Brief an Mely Kiyak verfasst. Es ist eine Antwort auf Kiyaks unsolidarischen Text zur N-Wort-/Kinderbuchdebatte und eine unbedingte Leseempfehlung.

On censorship von accalmie macht das, wo wir eigentlich nur klatschen können. Sie zeigt den Unterschied zwischen Zensur und Kritik auf. Und da es leider sehr viele Beispiele gibt (KinderbuchdebatteTele 5 et cetera), ist alles immer sehr greifbar. Der Text von accalmie kann nicht oft genug gelesen und weitergeleitet werden.

Nimet Seker schreibt über „Das Frauenmuseum in Istanbul

Im Burgenland (Österreich) erwartet Euch die FrauenFrühlingsUni 2013. Alle Informationen findet Ihr bei der denkwerkstatt.

Das L-MAG sucht Studentinnen

Wollt Ihr coole Feminist_innen sehen? Dann schaut hier rein. Ihre Statements zu „One Billion Rising“ eine weltweite Aktion gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen.

Ja, diese Momente, wo kein Ausweg in Sicht ist, gibt es. Für Teenage-Mädchen sind ungewollte Schwangerschaften vielleicht auch so ein Moment. Auf Leeteraturen wird dieses Thema in Lucy Hays Roman „Bauchentscheidungen“ von Ulrike Schimming rezensiert.

Seit einigen Tagen gibt ein neues Blog „kleinerdrei <3“. Euch erwartet ein breites Spektrum: Popkultur, Gesellschaftspolitik, Medienkritik, Sexualität, Literaturen stets mit „einer großen Portion Feminismus“.

 

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid! 


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Schröder wieder unterwegs in antifeministischer Mission

20. September 2012 von Viruletta

Dass Familienministerin Kristina Schröder keine Freundin der Quote ist, dürfte kein Geheimnis sein. Deswegen überrascht der erst kürzlich von ihr und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger aufgesetze Brief an den britischen Wirt­schafts­minister Vince Cable auch wenig. Die beiden Politiker­innen sprechen sich in be­sagtem Brief gegen die von EU-Justizkommissarin Reding vor­ge­schlagene recht­lich bindenden Frauen­quote für Aufsichts­räte innerhalb der EU aus; laut eigenen Angaben halten sie diesen Vorschlag für „den falschen Weg”.

Viviane Reding hatte zuvor eine 40% Quote für das jeweils unterrepräsentierte Ges­chlecht – in der Realität sind das Frauen – in Aufsichtsräten börsennotierter Unter­nehmen vorgeschlagen. Kleine und mittlere Unter­nehmen mit weniger als 250 Mitarbeiter*innen und einem Jahres­umsatz von weniger als 50 Millionen Euro waren von diesen Plänen allerdings aus­ge­nommen. Cable seinerseits macht sich in Großbritannien seit längerem dafür stark, die Quote zu verhindern. Es ist also kein Zufall, dass der Brief ausgerechnet an ihn adressiert ist.

Nun schreiben Schröder und Leutheusser-Schnarrenberger von „unterschiedlichen Ausgangsbedingungen in den EU-Mitgliedstaaten” und „branchenspezifischen Be­dürf­nissen der Unternehmen”, denen die Quote angeblich nicht gerecht werden würde. Dass die geplante Quote aber gerade in denjenigen Branchen, in denen ihre Erfüllung derzeit schwierig werden würde, dazu führen könnte, dass Frauen ermutigt werden, sich zu qualifizieren, und dort angesiedelte Unternehmen motiviert werden würden, Frauen zu fördern, sehen die beiden anscheinend nicht.

Anfang September hatten sich in Brüssel bereits Vertreter*innen verschiedener Staaten getroffen, die eine EU-Frauenquote kritisch sehen. Großbritannien, Bul­ga­rien, Tschechien, Dänemark, Ungarn, Litauen, Malta, die Niederlande, Schweden und Slowenien hatten sich an dieser Stelle schon gegen die vor­ge­schlagene Quote aus­ge­sprochen – der deutsche Vertreter hatte sich ent­halten. Wenn sich Deutsch­land mit den Brief der beiden Ministerinnen nun aber offen auf die Seite der Gegner*innen stellt, verfügen jene in Brüssel über eine Sperr­minorität – und Reding wird ihre Pläne vorraussichtlich nicht durchsetzen können. Schröder hätte sich somit mal wieder erfolgreich gegen die Belange von Frauen stark gemacht.


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Slutwalk in Münster, vorehelicher Sex und die Frauenquote – kurz verlinkt

16. August 2012 von der Mädchenmannschaft

Am 22. September feiern wir in Berlin unseren 5. Geburtstag! Wenn ihr einen Workshop anbieten wollt, eine Spoken Word Performance oder ein Gedicht vortragen möchtet, eure Zines auslegen wollt oder als Tontechnikerin unsere Live-Acts abmischen könnt, lasst es uns wissen:
veranstaltung [at] maedchenmannschaft.net

Das Imperium schlägt zurück: Die Schlecker-Frauen Mitarbeiter_innen organisieren sich. Dazu ein Bericht in der taz.

Dafuq? Die spanische Regierung will Abtreibungen verbieten.

Gesehen auf Südostschweiz: Zwei Lesben haben sich in Taiwan vor einer Buddha-Statue das ja-Wort gegeben.

Während sich Mädchen relativ einfach „jungenhaft“ verhalten dürfen, ist es umgekehrt sehr schwierig. Die New York Times über Eltern, deren Söhne „geschlechtsuntypische“ Kleidung mögen und Verhalten zeigen. Ebenfalls in der New York Times aber eher eine Gruselgeschichte: Auf der Straße angehalten und durchsucht zu werden, ist noch nie eine besonders erfolgsversprechende (dafür aber rassistische) Polizeitaktik gewesen. Werden Frauen durchsucht, kann es für sie noch einmal extra erniedrigend sein.

Sehr lesenswert, sehr desillusionierend: Heim & Herd: Eine Selbsttäuschung.

Nicht hundertprozentig das gelbe vom Ei (Aua-Formulierungen wie „homosexuelle Prägung“ sind enthalten), aber hey, kann mensch lesen: Der Fall des Streits einer lesbischen Erzieherin mit einem Kindergarten, bei der Süddeutschen.

In Marokko ist eine große gesellschaftliche Debatte um vorehelichen Sex ausgebrochen, nachdem ein Zeitungsredakteur sich öffentlich dafür ausgesprochen hatte. Bisher sind vor- und außereheliche sexuelle Aktivitäten verboten bzw. tabuisiert, berichtet die BBC.

Im taz-Montagsinterview erzählt die Berlinerin Dagmar Yu-Dembski von ihrer Suche nach den chinesischen Einflüssen auf die deutsche Hauptstadt.

Ziemlich harter Tobak, nichts für schwache Nerven: I Wish My Mother Had Aborted Me.

Mal wieder ‘ne Moderatorin bei der Präsidentschaftsdebatte, nachzulesen auf womensmediacenter.

Die Frauenquote kommt: In Südafrika.

Und die Termine: (mehr …)


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