Einträge mit dem Tag ‘Frauenfußball’


Die Fussball-EM 2013 beginnt (und ohne Sexismus geht’s leider nicht)

10. Juli 2013 von Magda

Ich hab ja wirklich keine Ahnung von Fussball, wenn auch Interesse an dem Spiel. Und ich mag diesen nationalis­tischen Mist, der bei Europa- und Welt­meister­schaften zelebriert wird, gar nicht. Aber ich finde es bewundern­swert, wenn sich Mädchen und Frauen in männlich-dominierten Bereichen ihren Platz erkämpfen. Fussball ist so eine krasse Männlichkeits-Show, dass die aktuelle Fussball-EM nicht einfach so heißen kann, sondern mit dem Wort “Frauen” einge­leitet wird. Deswegen funktioniert die Über­schrift für diesen Blog­eintrag eigent­lich auch gar nicht. “Wieso, die Fussball-EM findet doch erst 2016 statt…?” haben vielleicht sogar einige gedacht. Männer­fuss­ball wird in den meisten Fällen nämlich nicht mit dem Wort “Männer” eingeleitet.

Lange Rede, ganz viel Sinn: Heute beginnt die Fussball­europa­meisterschaft in Schweden. Das weiß ich erst seit zwei Wochen, während die Männer­fussball-EM immer schon Monate vorher gefeiert wird und ganz Deutschland in ein ätzendes schwarz-rot-gelbes Flaggen­meer ein­wickelt. Warum weiß ich das erst seit kurzem? Es schreiben wenige Leute darüber. Das mediale Interesse ist zurück­haltend. Denn Sexismus zeigt sich auch dann, wenn etwas tot­geschwiegen wird.

Es gibt immerhin einen Werbespot für die Fussball-EM. Der ist aber so platt, dass mir fast die Worte fehlen. Auf Spielfeldschnitte gibt es dazu eine kurze Kritik, auch die Sueddeutsche fragt: “Welches Klischee hätten’s denn gern?“. Hier könnt ihr euch beschweren.

Screenshot zdf.de

Screenshot zdf.de

Für Menschen, die Interesse an den Spielen haben, gibt es auf framba.de eine Liste, wann und wo die Spiele gesendet werden. Die Denkwerkstatt hat für Wien Termine gesammelt, in Berlin gibt es Live-Über­tragungen in geselliger Runde in der Begine. Ihr kennt weitere Orte, wo Live-Über­tragungen statt­finden? Oder ihr habt einen Link zum Online Live-Stream? Einfach in die Kommentare schreiben! Ihr habt selbst Lust auf Fussball­spielen oder kennt Mädchen und Frauen, die gerne spielen würden? Checkt Discover Football.


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Fat Empowerment und internationale LGBT-News – kurz verlinkt

28. Juni 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 196 von 260 der Serie Kurz notiert

Wortwörtlich rape culture wie sie im Buche steht, powered by Kickstarter (Contentwarnung) – nach massiven Protesten gegen ein dort finanziertes “Pick-Up”-Buch hat die Crowdfunding-Platform sich entschuldigt und Maßnahmen der Wiedergutmachung angekündigt (verlinkte Texte auf Englisch).

Die American Medical Association hat “Übergewicht” (sic) zur Krankheit erklärt. Fat Aktivist_innen wie Fat Heffalump und Virgie Tovar stellen klar, dass dick_fett nicht gleich auch krank bedeutet und befürchten, dass solche Pathologisierungen in der Praxis zu noch mehr Fat Shaming und Stigmatisierung von dicken_fetten Menschen führt. Es gibt eine Petition, die ihr unterschreiben könnt (englischsprachig). Und auf La Respuesta gibt es ein hinreißenedes empowerndes E-Zine: “A Resource Guide To Fatphobia”

“Sprache ordnet die Welt, konstruiert und kategorisiert. Deshalb ist die Auseinandersetzung um abwertende Begriffe wichtig”, stellt Hadija Haruna in der taz klar.

Am 7. Juni 2013 fand in Österreich die 3. Frauenenquete der Frauenministerin in Kooperation mit der Plattform 20000frauen statt. Die Keynote sprach Elisabeth Klaus: “Zwischen Antifeminismus und Elitefeminismus: Der Geschlechterdiskurs im medialen Mainstream”.

Die European Women’s Lobby (EWL), größte Dachorganisation für Frauenvereinigungen in den Europäischen Union, stellt sich hier online vor (Englisch).

Spektakulär: Die christlich-konservative Organisation Exodus, die u.a. “Konversionstherapien gegen Schwulsein” durchgeführt hat, hat sich bei der LGBT-Community für ihr “unbliblisches und unehrerbietiges Weltbild” entschuldigt (Englisch).

Die NGO Pink Armenia berichtet über die Menschenrechtssituation für LGBT in Armenien (Englisch).

In der Türkei endet an diesem Wochenende die Istanbul Pride Week – Thema dieses Jahr: “Widerstand” (Englisch).

Wie Engagement für das Recht auf lesbische und schwule Ehen aus wertkonservativer Perspektive aussieht, lässt sich bei queer.de nachlesen.

Eine in Schweden asylsuchende Trans*frau und LGBT-Aktivistin soll nach Russland abgeschoben werden. Eine Petition wendet sich dagegen (Englisch).

Auf Jezebel erklärt Dodai Stewart anhand des neuen Videos von Miley Cyrus, wo Inspiration zu kultureller Aneignung wird und was daran problematisch ist (Englisch).

Es hat sich immer noch nicht zu allen durchgesprochen: Seriöser Journalismus kommt nicht nur aus der Feder von weißen Männern – xojane erinnert daran (Englisch).

Die 17jährige Jinan Younis wollte an ihrer Schule eine feministische Gruppe gründen – was dann passierte, berichtet sie im Guardian (Englisch).

Der FOCUS berichtet über die massiv hohen Zahlen von Gewalt gegen Frauen – die WHO hat die Zahlen nun veröffentlicht, nachdem sie bereits bei anderen UN-Organisationen/Abteilungen und NGOs zu erfahren waren und  u.a. die Aktion One Billion Rising im Februar ageregt hatten.

Die in den USA sehr populäre Fernsehköchin Paula Deen steht  wegen wiederholter rassistischer Handlungen in der Kritik. Daraus ging nun das Hashtag #paulasbestdishes (Paulas beste Rezepte) hervor, welches satirisch auf Deens aktuelle Ausfälle Bezug nimmt (Englisch).

In der Münchner Innenstadt ist eine Gruppe Geflüchteter in den Hungerstreik getreten. Mit einer Erklärung zu ihren Forderungen wenden sie sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.

In Berlin läuft derzeit und noch bis zum 18. August die Veranstaltung re.act.feminism #2, die sich um feministische Performancekunst dreht – unter anderem mit Ausstellungen, Workshops, Performances und Vorträgen.

Heute Abend in Wien, als Startveranstaltung zur Frauen-Fußball-EM: Diskussion und Party bei Frauen. Fussball. Medien.


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Sichtbar werden, mitmachen und aufbegehren – kurz verlinkt

31. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 181 von 260 der Serie Kurz notiert

Am 14. Februar heißt es streiken, tanzen, aufbegehren: One Billion Rising! dieStandard liefert noch mal ein paar Hintergrundinfos zu der Aktion.

Tarantinos aktueller Film ist in aller Cineast_innen Munde. Während der Regisseur selbst  sich im Spiegel als ekelhaft selbstgerechter, unreflektierter Privilege Denying Dude zeigt (und wiederum so manche_r Filmfan wenig überrascht ist), erfahren wir bei Colorlinies zehn Dinge über Sklaverei, die  “Django Unchained” uns nicht lehren wird. (Text auf Englisch)

Agnes Krumwiede hat als Grünen-Politikerin immer wieder Erfahrungen mit Sexismus machen müssen und stellt klar: “Sexismus ist auch ein Macht- und Stilmittel des „seriösen“ Journalismus – nicht nur des Boulevards”.

Umso überraschender: Im NDR ist endlich mal ein Medienbericht zur aktuell aufgegriffenen Sexismus-Debatte erschienen, der einer nicht den Magen umdreht. Auch Merle Stoever ist dort interviewt worden. Mit Anschau-Empfehlung!

Der aktuelle digitale #aufschrei gegen Sexismus ist übrigens nicht der erste seiner Art. dieStandard erinnert an vergangene netzfeministische Aktionen und zieht eine eher düstere Prognose.

[TW: Ausschreibung rassistischer Wörter] Die Berliner Zeitung hat einen überraschend guten Beitrag über ein deutsches Leben veröffentlicht: die Erfahrungen von Abenaa A.s Familie als Schwarze im rassistischen Deutschland.

Nepal führt als erstes Land weltweit ein drittes Geschlecht in offiziellen Dokumenten an.

Angeblich sind Frauen* ja sowieso nicht an Vorstandsposten interessiert. Welche das anders sieht, kann sich auf “Wir stellen uns schonmal an!” registrieren und bei Interesse einen kurzen Kommentar hinterlassen.

Das POC ZINE PROJECT hat ein neues Zine über Abtreibungen und reproduktive Rechte veröffentlicht. (Englisch)

Eine neue queerfemnistische Zeitschrift für Frauen*, “die sich wider der Heteronormativität definieren”, soll bald an den Start gehen. Dafür wird allerdings noch etwas (finanzielle) Unterstützung benötigt.

Für eine Online-Studie zu unerfülltem Kinderwunsch werden lesbische und bisexuelle Frauen ab 18 Jahren gesucht.

Und gleich noch ein Fragebogen: KulturPLUSLust sucht “Lesben, frauenliebende Frauen, queere Lesben und Transfrauen und -männer der Rhein-Neckar-Region” für eine Umfrage zu “Freizeitaktivitäten, Wünschen und Visionen für die Freizeitgestaltung”. (Leider sind auch ein paar nicht so tolle Fragen dabei, vielleicht würden sich hier kritische Anmerkungen in der Kommentierspalte lohnen.)

Gesucht wird auch bei BIG e.V. in Berlin. Und zwar nach Darsteller*innen für ein Forumtheaterprojekt mit dem Titel: “Keine Angst vor Hilfe – häuslicher Gewalt entgegentreten”.

Termine: (mehr …)


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Spende statt Geschenke: Fußballerinnen unterstützen

13. Dezember 2012 von Magda

Discover Football engagiert sich für Gleich­berechtigung und Emanzipation und setzt Fuß­ball gezielt als Empowerment-Strategie ein. Mit einer aktuellen Weihnachts­aktion möchte Discover Football über 100 Frauen aus acht Ländern ein einmaliges Turnier für Frauen­fußball und Frauen­rechte in Berlin er­möglichen – und dafür könnt ihr spenden. Mehr Infos gibt es auf dem Flyer:

Discover Football freut sich über Spenden (für Großansicht: Klick!)


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Feiern, Fußball, facepalmen – kurz verlinkt

20. September 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 169 von 260 der Serie Kurz notiert

Wir können bei unserem 5. Jubiläum am kommenden Samstag eine Kinderbetreuung von 13 bis 19 Uhr anbieten und suchen noch nach Freiwilligen, die bei der Schicht 17-19 Uhr aushelfen möchten – meldet euch einfach unter veranstaltung[at]maedchenmannschaft.net. Falls ihr Kinderbetreuung benötigt, meldet euch am Tag der Party einfach am Mädchenmannschaft-Infostand, dort bekommt ihr alle Infos! Ihr könnt uns auch schon vorher eine E-Mail schreiben, wenn ihr Fragen habt: veranstaltung[at]maedchenmannschaft.net.

Wow: L-Talk hat zu Ehren unseres Jubiläums gleich mal eine ganze Mäd­chen­mann­schafts-Woche ausgerufen. Wir freuen uns auf spannende, solidarisch-kritische Beiträge!

Lineare Fortschrittserzählungen sind stets mit Vorsicht zu genießen, so auch in Sachen Sexismus. Wie dieser von Generation zu Generation weitergegeben wird, steht im Independent (auf Englisch).

Der Spiegel Online befasst sich mit Asexualität – ob sachkundig oder nicht, könnt ihr hier überprüfen.

Eine Gruppe junger Frauen hält ein Plakat hoch: We need feminism because we are NOT your mail order brides, the CURE to your YELLOW fever, your fantasy SEX TOYS or your subservient housewives. We are STRONG, INDEPENDENT and CAPABLE ASIAN AMERICAN WOMEN

Wir brauchen Feminismus, weil wir nicht deine Bräute aus dem Katalog, die Heilung für dein Gelbfieber, deine Sexspielzeuge oder deine unterwürfigen Hausfrauen sind. Wir sind starke, unabhängige und kompetente asiatisch-amerikanische Frauen. (via facebook)

Jessica Valenti, Gründerin von feministing.com, hat kürzlich ein Baby bekommen. Die vordringlichste Frage, die gewisse Medien daraufhin an die profilierte feministische Journalistin hatten: Wie sei sie eigentlich ihr „Schwanger­schafts­ge­wicht“ wieder losgeworden? (auf Englisch)

Julia Niemann rückt in der taz mal ein paar Dinge bezüglich der un­säg­lichen De­batte um früheres Kinderkriegen zurecht. Leider kommt auch ihr Artikel nicht ohne Bezugnahme auf den Mythos, dass Frauen* “früher” glücklicher gewesen seien, aus (auf Englisch).

Geringes Einkommen, keine Aufstiegsmöglichkeiten, Teilzeit, Diskriminierung: Öster­reich­ische Frauen fühlen sich in der Arbeits­welt nicht wert geschätzt. Außer­dem, die Wissenschaft hat festgestellt: Inter­sektionalität is a thing. Die Huffington Post berichtet über eine Studie, nach der es Schwarzen Frauen beim beruflichen Aufstieg doppelt schwer gemacht wird – denn sie sind weder männlich noch weiß (auf Englisch). (mehr …)


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Queere Jugendzentren, Homophobie und Fußball – kurz notiert

24. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 154 von 260 der Serie Kurz notiert

Der Spiegel berichtet über eine Ausstellung zu Gender Perfomances in Düsseldorf und zeigt sich überrascht, dass nicht jeder Mensch eindeutig geschlechtlich erkennbar sein will. (Die Ausstellung ist leider schon vorbei.)

Zu der Free Pussy Riot – Soli-Action am 12. Mai in Berlin gibt es ein Video auf Youtube!

Einen der Autoren des “Guy’s Guide to Feminism”, Michael Kimmel, hat DRadio Wissen interviewt. Er erklärt, warum mehr Gleichberechtigung auch Männern zu Gute kommt.

Die Kampagne zu #ichhabnichtangezeigt (wir berichteten) geht weiter. Für das nachfolgende Video sprechen wir eine Trigger Warnung aus!

Die neue malawische Präsidentin Joyce Banda legt los. Wie die BBC berichtet, will sie das Verbot homosexueller Beziehungen aufheben.

Berlin braucht ein queeres Jugendzentrum. Damit dieses realisiert werden kann, ist eure Unterstützung notwendig. Auf Petition Online könnt ihr unterzeichnen.

Der HSV hat fünf Millionen Euro Verluste gemacht und muss nun sparen. Deswegen steigt die Frauenmannschaft aus der Bundesliga direkt in die Regionalliga ab, berichtet das Hamburger Abendblatt. Nicht aus sportlichen, aus wirtschaftlichen Gründen.

Der Tagesspiegel berichtet über die sexistische Äußerung von Pirat Gerwald Claus-Brunner zu Frauenquoten. In der aktuellen Ausgabe von Analyse & Kritik nimmt Sandra Laczny Positionen der Piratenpartei zum Geschlechterverhältnis genauer unter die Lupe.

In Großbritannien gibt es neben dem gelben und roten M&M auch eine Ms. Green. Auf einer neuen Sonderedition wird sie vom gelben M belauert und heimlich beobachtet (der dafür aus dem Baum fällt). Haha, wie witzig. Nicht. Leider auch nicht der erste Werbefehlgriff, so SFGate.

„Der Feminismus unterdrückt Männer“ – trotz Männerquoten von 98 Prozent in Aufsichtsräten und Vorständen kommt dieser Vorwurf immer wieder. Zuletzt im britischen Observer. The F-Word hat die Argumente auseinander genommen.

Aktuelle Stellenausschreibungen und Termine nach dem Klick!

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Muschiballett, Konsensdebatten und viel Lesestoff – kurz verlinkt

7. März 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 143 von 260 der Serie Kurz notiert

Die Debatte um enthusiastischen Konsens und ob Frauen vergewaltigen können, führt discipline and anarchy weiter.

Auf die Probleme, auf die behinderte Frauen mit Kinderwunsch stoßen, weist die Süddeutsche hin. Morgen gibt es dazu auch eine Infoveranstaltung der Netz­werk­frauen Bayern.

Neuer Monat, neuer Lesestoff: die neue an:schläge zum Thema „Gehirn“ ist da und die aktuelle aep  (Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft) mit dem Titel „rolle rückwärts – rolle vorwärts“ ist ebenfalls erschienen.

Serielle Monogamie sei „schlechte Propaganda“ befindet DNLee im Scientific American Blog. Die Ratschläge richteten sich vor allem an Frauen und seien damit nur eines: sexistisch.

Sarah Diehl schreibt im Prager Frühling über Selbsthilfe bei fehlendem Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen.

Filia.die Frauenstiftung sucht für ihren Mädchenbeirat junge Frauen im Alter von 14 bis 20 aus dem Norden Deutschlands. Wer Interesse hat, kann das Be­wer­bungs­formular (als pdf auf der Internetseite) bis zum 26. März ausfüllen und abschicken.

Schon vom letztem Jahr aber immer noch aktuell: Interview mit Gerdrun vom Muschiballet in der Jungle World.

Die NDR Info-Sendung „Frauenbewegung im Islam“ könnt Ihr im Podcast nachhören.

Mehr Bewußtsein von Journalist_innen zum eigenen Weißsein wünscht sich Noah Sow und fragt im Migazin: „Sich ins 21. Jahrhundert zu begeben, wie soll das Nachteile haben?“

Zähe Aufarbeitung eines alten „Frauenthemas“: Seit 14 Jahren wird in Dortmund ein Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung geplant. Doch immer wieder gibt es Ärger mit der Stadtverwaltung und der evangelischen Kirche, so die Welt.

Unterirdisch bleibt auch der Frauenanteil in den Medien. Gerade einmal 17 Prozent machen sie in den Nachrichten aus – und die Hälfte der Berichterstattung widmet sich Angela Merkel, berichtet der Media Tenor.

Im Konflikt zwischen FIFA und dem Iranischen Fußballverband (wir berichteten) hat es endlich eine Einigung gegeben. Wie die Ärztezeitung schreibt, wird ein neues Hijab-Modell eingeführt, das sich beim Ziehen öffnet und damit beiden Verbänden genehm ist.

Passend zum morgigen Internationalen Frauen(kampf)tag geht die Junge Welt der Frage auf den Grund, ob Clara Zetkin, die Erfinderin des Frauentags, eine Anti­femi­nistin gewesen ist und befindet: Quatsch!

Nach dem Klick noch drei Termine (einer mit Reisestipendien nach Argentinien) (mehr …)


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„Aktion Libero“ gegen Homophobie im Fußball

16. November 2011 von Nicole


Wir haben das Thema Homophobie/Homosexualität im Fußball – und zwar Männer- wie Frauenfußball – schon häufiger behandelt, zuletzt anlässlich der etwas zwanghaften Heterooutings deutscher Nationalspieler. Die aktuelle Meldung dazu allerdings geht in eine andere Richtung: David Testo, US-amerikanischer Profifußballer in der zweiten kanadischen Liga, sprach im Fernsehen über seine Homosexualität. Er wird mit den Worten „Es ist unglaublich schwierig, als Profisportler zu leben und schwul zu sein“ zitiert, zu lesen ist außerdem, dass seine Trainer und Mitspieler schon seit einigen Jahren wüssten, dass er schwul sei.

Zum heutigen 16. November gibt es nun einen Aktionstag in zahlreichen Sportblogs, die gemeinsam auf die besonderen Verhältnisse im Fußball in Sachen Homophobie aufmerksam machen wollen: „In den meisten Bereichen der Gesellschaft bedeutet Homosexualität keinen Nachteil für Karriere und Position. Ausgerechnet in der beliebtesten Sportart ist das anders: Der Fußball bleibt spießig.“

Eine weiße FUßballspielerin auf grünem Rasen, daneben die Kästen lesbisch (zeigt auf sie) rund (zeigt auf den Ball) grün (zeigt auf den Rasen)Nun erscheint mir persönlich das Ausspielen von Fußball gegen andere gesellschaftliche Bereiche immer ein wenig schwierig, klingt es doch schnell so, als wäre dies das einzige Feld, in dem es noch Diskriminierung von Homosexuellen gibt (Prominente offen lesbische Politikerin? Anyone?). Aber das soll nun nicht den Blick auf die Aktion selbst und ihr Anliegen verstellen. Weiter heißt es in der Stellungnahme:

„In einer Zeit, in der es angesagt ist, sich vor allem zu seiner ‚Normalität‘ zu bekennen, unaufgefordert und ausdrücklich, ist es überfällig, der Vernunft mehr Stimmen zu geben: Wir sind uns bewusst, dass auch wir als Sportblogger(innen) ein Teil des Systems Fußball sind, und mitverantwortlich für den Tenor. Es mag seltsam klingen, weil es so selbstverständlich ist, aber es ist uns ein Anliegen, klar zu sagen: Wir sind gegen Homophobie! Auch im Fußball.“

Am heutigen Aktionstag erscheint zeitgleich in vielen Sportblogs die Stellungnahme gegen Homophobie, zudem soll es zahlreiche einzelne Texte zum Thema geben. Der gute Gedanke dahinter: Menschen mit Interesse an Sport werden in ihrer täglichen Weblektüre auf das Thema Homophobie gestoßen. Davon erhoffen sich die Initiator_innen der Aktion zumindest ein Nachdenken.

Mehr Infos auf der Website der Aktion: www.aktion-libero.de


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Slut Walks, Nico Rosberg und eine FIFA-Rüge für homophobe Äußerung – Kurz Notiert

30. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 112 von 260 der Serie Kurz notiert

Die Jungle World ist im Gespräch mit Kerstin und Sandra Grether, die in Berlin den SlutWalk mitorganisieren. Auch die taz sprach mit einer Organisatorin des SlutWalks, Diana Drechsel (wir berichteten).

Ein Grund zum Freuen: New York ist der nun sechste Bundesstaat in den USA, der die Homo-Ehe erlaubt, wie die Huffington Post berichtet. Ein Jubelvideo dazu gibt es auf YouTube.

Vor einiger Zeit berichteten wir über die Hollaback Berlin, eine Initiative, die dummen Anmachen und Belästigungen den Kampf ansagt – nun gibt es auch ein Hollaback Dortmund.

Das neue Buch “Generation XY” von Mara Hvistendahl befasst sich mit den Konsequenzen der Ein-Kind-Politik Chinas, den fehlenden 160 Millionen Mädchen, der Rolle westlicher Länder und welche Konsequenzen sich aus der Überzahl der Jungen ergeben könnten.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat Nigerias Nationaltrainerin Eucharia Uche nach deren homophoben Äußerungen zu lesbischen Fußballerinnen scharf kritisiert.

Im Spectator schreibt John R. Bradley zum Fall des Fake-Blogs der syrischen Bloggern Amina: “Arabs are more tolerant of homosexuality than the blogs would have you believe“. Der Blogger Tom McCaster, der sich als Amina ausgab, versucht jetzt noch, Kapital aus seiner Lügengeschichte zu schlagen.

The Grand Girls Anthology, das neue Projekt des Münchner Magnet Verlags, ist ein Almanach, in dem Frauen sich mit einem vorgegebenen Thema auseinandersetzen. Das Thema der nächsten Ausgabe: Revolution (via Missy Magazine)

Nico Rosberg nimmt Stellung zu seinem gruseligen Frauen-WM-Zitat und sagt: “Es gab eine gravierende Fehlinterpretation.”

Auf unique findet ihr einen Beitrag zum feministischen Twittern.

Im Mai hielt Juana Remus an der HU Berlin einen Vortrag zu “Das Zusammenspiel von Recht, Medizin und heternormativer Zweigeschlechtlichkeit an der Normierung und Regulierung von Intersexualität.” Nun gibt es im Netz eine Aufnahme des Vortrags zum Runterladen. Passend dazu hat auch DRadio Wissen einen Beitrag zu Intersexualität.

Termine (nach dem Klick) (mehr …)


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Playboy-Fotos und Kopftuchstreit: News zur WM 2011

21. Juni 2011 von Nicole

Wenige Tage vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2011 am kommenden Sonntag gibt es noch einmal eine kleine Presserundschau bei uns:

Im Tagesspiegel schreibt Nadine Lange über WM-Werbung mit Sexappeal und die Playboy-Fotos der Nicht-WM-Teilnehmerinnen

Ein Porträt von Sinem Turac, türkischstämmige Schiedsrichterin aus Berlin, gibt es bei der Deutschen Welle.

Das Netzwerk Football against Racism in Europe, FARE, fordert im Kopftuchstreit zwischen Fifa und Iran (wir berichteten) den internationalen Fußballverband auf, das Hijab-Verbot zurückzunehmen.

Zum Frauenfußball aus Sicht der Geschlechterforschung gibt es bei der Böll-Stiftung einen längeren Text von Johanna Wirxel.

Daniel Meuren, dessen Absatzkick-Kolumne auf faz.net eine Dauerempfehlung ist, war beim Training des Teams aus Äquatorialguinea und liefert mal ein paar Hintergründe, die nicht überall zu lesen sind.

In der taz ärgert sich Jana Petersen über sexualisierte Fankleidung zur WM.

Bei Zeit Online schreibt Heike Faller schöne Sachen über Frauenfußball: jungenhaft, mädchenhaft, sportlich, sexy – geht alles zusammen.

Im Hamburger Abendblatt vertritt Iris Hellmuth ihr Recht, sich als Frau nicht für Frauenfußball zu interessieren.

In der Augsburger Allgemeinen (danke für den Hinweis!) tut Tilmann Mehl das ebenfalls, als Mann allerdings. Und wir erfahren noch, dass “der Augsburger” sich nicht von Medienkampagnen irgendwohin locken lässt. Ein weiterer Leserinnenhinweis auf einen Artikel: “Warum müssen Frauen überhaupt versuchen, es in allen Bereichen den Männern gleichzutun?”, fragt Jörg Rinne in der Neuen Westfälischen.

Ein kleiner Blog-Zwischenruf von Ninia: Der reicht’s. Fußball oder nix.

Veranstaltungen
Zusammenschauen: Das Blogprojekt Spielfeldschnitte lädt zum gemeinsamen WM-Gucken ins Hamburger Gängeviertel

Das Missy Magazine, der Fußballladen Goal, die Maiden Monsters und Etsy laden am 9. Juli in Berlin zu den ersten internationalen Hoffestspielen.


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