Einträge mit dem Tag ‘Frauenfußball-WM’


Ladyfeste, Queer Music History und falsche Feminist_innen – kurz verlinkt

28. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 115 von 243 der Serie Kurz notiert

„Ich war für das Recht auf Abtreibung, ich konnte nur nicht verstehen, warum jemand eine Spätabtreibung vornehmen lassen würde“ – Dana Weinstein erzählte Mother Jones, warum sie doch eine späte Abtreibung hatte und wie schwierig das heute bereits in den USA ist.

Die Washington Post berichtet ebenfalls über dieses Thema und stellt den Gynäkologen LeRoy Carhart vor. Vor 20 Jahren brannten Abtreibungsgegner seine Farm nieder, aus Angst vor weiteren Mordanschlägen leben er und seine Angestellten mit einer Reihe an Vorsichtsmaßnahmen.

“Wenn am Sonntag in New York das Gesetz zur Legalisierung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare in Kraft tritt, wird es eine Rekordzahl von Trauungen geben”, berichtet dieStandard.at.

Wundervolle Aufnahmen hat The Boston Big Picture von der Fußballweltmeisterschaft 2011.

Queer Music History 101: Texte, Audios, Bilder – alles über die Geschichte queerer und queerender Musik.

Das Public Insight Network und Ms. Magazine rufen Betroffene sexualisierter Gewalt dazu auf, ihre Geschichten zu erzählen.

Schlampige Übersetzung oder sogar böswillige Verfälschung? Jezebel berichtet, dass das vermutliche Opfer von Dominique Strauss-Kahn nie sagte, hinter seinem Geld her zu sein. Tatsächlich sind ihre Aussagen konsistent, Strauss-Kahns Anwälte äußern sich inzwischen nicht mehr dazu.

Zeit zum Schmunzeln: Thought Catalog stellt verschiedene Typen von Feminist_innen vor. Pandagon.net antwortet mit einer Liste typischer “Fauxminists” (auch: False Feminists – Falsche Feminist_innen).

Die leitende Geschäftsführerin von Facebook, Sheryl Sandberg, setzt sich für die Gleichbehandlung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ein. Allerdings mit sehr fragwürdigen Mitteln, wie Nerve.com zurecht kritisiert.

Solltet ihr vom 16-18. September in Rom sein – ab zum Ladyfest!

LADYFEST 2011 – SPOT vom LadyFest Rome auf Vimeo.

Um Slutwalks in Lateinamerika (dort Marchas de las putas genannt) geht es in einem Audiobeitrag von onda, der Agéncia radiofónica Latinoamérica-Europa.

Soft skills besitzen und für Selbstdarstellung sorgen sind, so heißt es oft, die Karrierestrategien. Aber nur für Männer, heißt es bei der Wirtschaftswoche. Denn Frauen werden damit nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern mal wieder als Repräsentantinnen ihres Geschlechts, so eine Studie der TU Berlin. Ein weiterer „weiblicher Karrierefehler“: Probleme lösen wollen, statt sich auf Kosten anderer zu profilieren.

Immer wieder angekündigt – bis heute nicht auf dem Markt. Für Deutschlandradio Kultur hat Sigrun Damas die Geschichte der Pille für den Mann nacherzählt.

Der Spiegel schreibt über Pakistans neue Außenministerin, Hina Rabbani Khar, und die Vorurteile und den Sexismus, der ihr entgegenschlägt. Und titelt dann selbst „Die Schöne und die Generäle“.

Eine alte Studie hat Wired (die US-Blogausgabe) ausgegraben. Danach werden heterosexuelle Männer durchaus von Schwulenpornos angetörnt – aber nur diejenigen, die eine Abneigung gegen Homosexuelle zu Protokoll gaben.


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Fußball, Google+ und Philosophie: überall Frauen.

20. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 114 von 243 der Serie Kurz notiert

Das Bitch Magazine schreibt ausführlich zu “Homophobic Friends“, dem Videoprojekt von Tijana Mamula, die aus 10 Staffeln der bekannten US-Serie Friends Szenen herausschnitt und neu zusammensetzte, die homophobe, trans*phobe und/oder heterosexistische “Witze” enthielten. Heraus­gekommen ist eine “neue Folge Friends”, “Homophobic Friends”, eben.

J-Walk veröffentlicht DEN Hausfrauenguide anno 1955.

In New York darf frau übrigens oben ohne durch die Straßen gehen. Jordan Matter hat 80 Frauen dabei über Jahre fotografiert, berichtet der Bust Blog und verweist auf eine fotografische Vorschau zum Buch “Uncovered”.

Schwarz weißes Foto eines älteren Pärchens auf einem Motorrad. Er lenkt mit schwarzem Helm und Sonnenbrille, sie sitzt oben ohne dahinter.

Der “Gender and Digital Politics“-Report (PDF) meint, es gäbe wenig politische Bloggerinnen. Cath Elliott ist auf owni.eu anderer Meinung. Der Total Politics Award, im Report als Indiz angeführt, habe bisher eine Reihe an (feministischen) Bloggerinnen ignoriert, außerdem stelle sich mal wieder die Frage: „Warum entscheiden eigentlich immer Männer, was Politik ist und was nicht?“

Die indische Webseite Tehelka hat 11 bizarre Ver­gewaltigungs­ent­schuldigungen gesammelt.

Japan ist Fußballweltmeisterin! Gratulation! DieStandard.at fasst noch einmal die Berichterstattung zusammen. Nicole von der Mädchenmannschaft konstatiert für das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung, dass Frauenfußball mitnichten eine andere, besondere Spielart des Fußballs sei. Image- und Werbekampagnen versuchten im Vorfeld der WM dem Frauenfußball einen “weiblichen” Anstrich zu verpassen. Im Dietz Verlag erscheint bald der Bildband “Schuhgröße 37 – Frauenfußball in Ägypten, der Türkei, Palästina und Berlin“. Bis zum 27. August findet dazu u.a. im Kreuzberg Museum eine Ausstellung statt.

Auf DRadioWissen erfahren wir ganz überraschenderweise, dass die “Karrierechancen von Männer und Frauen in der Forschung weiter ungleich verteilt” sind.

Mashable verweist darauf, dass das kürzlich gestartete Google-Network, Google+, männlich dominiert ist und bestätigt damit weiterhin die Ungleichverteilung der Geschlechter im Netz. Wo sind sie, die Frauen? Hier.

Apropos Google, Frauen, Wissenschaft: Bei der “Google Science Fair”, einer Art „Jugend forscht” finanziert von verschiedenen Firmen, haben dieses Jahr nur Mädchen gewonnen.

Die Taz stellt Kazim Erdogan vor, der Männern hilft, sich von Rollenbildern zu befreien.

Unique, das Hochschulmagazin der Uni Wien, schreibt zu Frauen in der europäischen Philosophiegeschichte: “Ein Blick auf Vergessene und Verdrängte, auf Mechanismen des Ausschließens und Mühsal wie Tücke der Rekonstruktion”

Reuters berichtete von einer Demo afghanischer Frauen, die so gegen sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit protestierten.


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Homosexualität im Fußball, TV und Computerspielen – Kurz Notiert

14. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 113 von 243 der Serie Kurz notiert

Charaktere aus Fernsehserien dienen oft als Identifikationsfiguren für Jugendliche. Auf Serienjunkies gab es bereits im Juni anläßlich des 42. Jubiläums des Stonewall-Aufstands eine Übersicht über junge schwule und lesbische TV-Figuren. Dem Thema homosexuelle Charaktere in Computerspielen hat sich die Zeit gewidmet.

Yeah, feministing hat ein Exklusivinterview mit einem Twitter-Hero: Feminist Hulk@feministhulk.

Auf radio.wissen können alle, die sich für Philosophie interessieren, folgende Beiträge hören: “Große Philosophinnen – Die Weisheit ist weiblich” und “Das Frauenbild der Philosophen – Kleinste Momente großer Denker”.

Feminist Cupcake erklärt Judith Butlers Idee der Performativität und verlinkt auf eine tolle Dokumentation mit ihr.

Undispatch hat eine etwas andere Weltmeisterschaft ausgetragen: Die Gewinnerin des Geschlechtergerechtigkeits-Titels ist Schweden.

Addn.me stellt fest: “Während bundesweit fast jedes Bundesland die Gleichstellung der Ehe mit der eingetragenen Lebensgemeinschaft (ELP) gesetzlich verankert hat, ist Sachsen das einzige Bundesland, welches diese Anpassungen nicht vorgenommen hat.”

DieStandard schreibt über die traurige Tatsache, dass Vergewaltigung in der Ehe in 127 Ländern nicht bestraft wird.

Leck mich, fick Dich“ sind laut dem Sächsischen Landesarbeitsgericht übrigens sexuelle Belästigung, für eine fristlose Kündigung reicht es aber nicht aus, berichtete die Ärztezeitung.

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Unglück auf der Gorch Fock hat Telepolis die daraus enstandenen medialen Debatten untersucht und stellt fest: der Diskurs kommt von rechts außen.

In der taz gibt es einen Artikel zum Umgang der Fussball-Verbände mit Homosexualität im Rahmen der Frauenfußballweltmeisterschaft.

Termine:

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Falsche Feministen und Diskriminierung bei Sony – kurz verlinkt

6. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 112 von 243 der Serie Kurz notiert

Die neue Anschläge, ein feministisches Magazin aus Österreich, ist draußen. Es geht unter anderem um Boxen und die (feministische) Protestbewegung in Spanien.

Eine aufgrund von Schwangerschaft diskriminierte Sony-Abteilungsleiterin hat den Konzern erfolgreich wegen Diskriminierung verklagt. Das zugunsten der Klägerin abgeschlossene Sony-Verfahren markiert vielleicht ein neues Kapitel in der Anwendung des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG): „Das BAG schlägt jetzt – nach anfänglicher Zurückhaltung – nach meinem Bauchgefühl eine schärfere Gangart bei der Anwendung des AGGs ein“, fasst ein am Prozess beteiligter Anwalt zusammen.

Im Gespräch mit dem WDR erzählt Frigga Haug, wie ihr der Begriff Feminismus das erste Mal begegnete und was sie an jungen Feministinnen heute erstaunt und Judith Holofernes von „Wir sind Helden“ spricht im FAZ-Interview über ihre Verbundenheit mit feministischen Traditionen, Kapitalisten-Pop, Jugendwahn und warum sie die Bezeichnung „Girl“ für Frauen ablehnt.

In „Look Kitten, I Am Too A Feminist! Fauxminism and Men“ erklärt Megan Milanese, warum auch selbsternannte männliche „Verbündete“, die sich mit dem Feminismus-Label schmücken, ganz oft auch mal zum nervigen Problem werden können – und liefert gleich eine Checkliste mit.

Die meisten wissen es vielleicht schon, aber an dieser Stelle sei nochmal darauf hingewiesen: Neue Chefin des IWF ist seit Dienstag Christine Lagarde.

Gut zusammengefasst: „Die „Männerrechtsbewegung“ ist antiemanzipatorisch, frauenfeindlich und dem Rassismus wesensgleich. Sie ist keine Rechts-, sondern eine Unrechtsbewegung.“ Warum das so ist, hat Daniel mal im Detail in seinem im Freitag erschienenen Essay aufgeschlüsselt.

Und, last not least, ein Stimmungsbericht zur Frauen-Fußball-WM.

Nach dem Klick dann noch ein paar Termine: (mehr …)


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Fußball-WM 2011 zu Tode instrumentalisiert?

5. Juli 2011 von Nicole


Nach den ersten anderthalb WM-Woche wird’s Zeit für eine kleine Presseschau. Nicht, dass ich wirklich dazu kommen würde, alles zu lesen – also gerne Hinweise auf weitere interessante Texte in die Kommentare posten. Die Auswahl setzt einen negativen Grundtenor: Es herrscht Enttäuschung über sportliche Leistungen, das Aussehen der Frauen, die zwanghaft korrekte Sprache und vor allem die Überhöhung des Ereignisses.

Spiegel Online schießt sich ein: Die WM sorgt vielleicht für Rekordeinschaltquoten, die Spielerinnen loben den Gastgeber und die Stadien sind auch ziemlich gut besucht, aber das zu berichten, ist ja irgendwie langweilig. Alles nur kalkulierte Euphorie, schreibt Barbara Hans deswegen und das kann nicht funktionieren. Die WM sei schon im Vorfeld „zu Tode instrumentalisiert“ worden: „Die Frauen sollen für das Sommermärchen sorgen, das Ansehen Deutschlands in der Welt verbessern, den Feminismus stärken. Und, ach ja, gewinnen natürlich auch. Abpfiff!“ Da mag sogar was dran sein, ebenso wie an Hans‘ Anmerkung, dass Fußballerinnen genauso wenig sexy sein müssten wie Fußballer. Wirklich naiv jedoch ist ihr Rückblick auf das „echte“ Sommermärchen, die WM 2006, die sie sich als jenseits jeglicher politischer und ökonomischer Instrumentalisierung vorstellt, bei dem die Begeisterung ganz natürlich und ganz ohne flankierende Werbemaßnahmen stattfand. „Und da war es, das Märchen. Nicht konzipiert, einfach da.“ Aber sicher. Wir geben zurück in die FIFA-Zentrale.

Nicht überraschend mokiert sich Jan Fleischhauer ebenfalls bei SPON über politisch korrekte Bezeichnungen der Veranstaltung und die von der Heinrich-Böll-Stiftung propagierte Idee, Frauenfußball könnte eine emanzipative Bewegung darstellen. Dass Stadionordner den Frauen der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben aus NRW ihr Banner „Fußball ist alles, auch lesbisch“ abnahmen, findet Fleischhauer irgendwo auch richtig, die Entschuldigung des DFB deswegen betrachtet er vermutlich als schwächliches Einknicken vor der Weltherrschaft linker Lesben.

In den SPON-Chor stimmt auch Jakob Augstein ein und beklagt die Instrumentalisierung der WM, allerdings verbunden mit einem ganz interessanten Twist zur Quotendiskussion. Schluss mit der künstlichen Überhöhung des Frauenfußballs, meint er, stattdessen lieber Frauenförderung neben dem Platz: „Die offensive Unterstützung, die diese WM erfährt, ist wie ein Placebo für echte affirmative action. Es gäbe genug Gründe, die institutionalisierte Förderung von Frauen auszudehnen. In den 200 größten deutschen Unternehmen sind nur 3,2 Prozent der Vorstandsposten mit Frauen besetzt.“

Apropos Fußball-WM und Sprache: Im Interview mit sportschau.de verrät Bastian Sick, dass er auf die Landsmännin nicht verzichten will, auf die Libera hingegen gerne und auf Anglizismen ohnehin. Die Sprachwächter der Bild wird’s sicher freuen. Aber nicht nur über das sprachliche, auch über das sportliche Niveau wird geklagt, zum Beispiel von Carsten Eberts bei der Süddeutschen: „1:0 und 2:1, das sind bislang die typischsten Ergebnisse.“ Ja, schlimm, das ist ja fast so wie beim … wartet, wie heißt das noch? … Fußball.

Aber versprochen war ebenwas anderes. Keine dreckigen Fouls, Fehlpässe und Chancentode, sondern weiblich-eleganter Fußball, Frauenfußball, eben „20Elf von seiner schönsten Seite“. „Wo ist der Zauberfußball?“, will die Agenturmeldung der dapd zur Partie Brasilien gegen Norwegen folgerichtig wissen (Marta hat das ja inzwischen beantwortet). Auch das Versprechen von Sexyness – etwa in der Nike-Werbung mit Lira Bajramaj „Wer scharf aussieht, schießt auch schärfer“ – wird nicht wirklich erfüllt, wie ein vielleicht frustrierter Fußballblogger moniert: „Ich will niemanden zu nahe treten, aber nur wenige Frauen der diesjährigen Fußball-WM gehören optisch zu den Frauen, von denen die Mehrheit der Männer träumen. Warum? Weil das Fußball-Training die von der Natur vorgegebenen weiblichen Vorzüge eher abschwächt, als verstärkt.“

Beinahe ebenso gut kennt sich Autor Klaus Hansen aus, wie er im Interview mit der Jungle World zeigt: Er hat nach eigener Auskunft das Ohr an der männlichen Fanszene und berichtet: „Als junge Fußballfans hörten, dass die Fußballerinnen es ins Allerheiligste, ins Panini-Sammelheft mit den Klebebildchen, geschafft haben, kommentierten sie: ‚Dieses Jahr wird es das erste Mal sein, dass ein volles Album weniger wert ist als ein leeres.‘ Männer respektieren den Frauenfußball vielleicht, aber sie mögen ihn nicht.“ Basta, Hansen sagt, wie‘s ist. Und hat auch noch eine Lösung, wie Frauenfußball trotz dieser männlichen Missmutigkeit erfolgreich sein könnte. Das sollen … ja, genau die Frauen erledigen, die sollen sich gefälligst interessieren, sonst wird das ja nie was: „80 bis 90 Prozent der Zuschauer in einem Fußballstadion sind Männer, die Männern zugucken. Warum gucken die fehlenden 80 bis 90 Prozent Frauen nicht den Frauen zu? Hier ist noch viel Luft nach oben.“ Oh, ja.

Als Abschluss der kleinen Presseschau noch ein Lesetipp: Sven Goldmann bilanziert bei Zeit Online schon jetzt, dass die Lifestyle-Vermarktung nur so eine mittelgute Idee war: „Das Event frisst seine Kinder“


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lesbisch, queer, utopisch – es ist genug für alle da

2. Juli 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 118 von 254 der Serie Die Blogschau

Der WM-Aufreger der letzten Tage ist leider nicht die glanzvolle Leitung der deutschen Nationalmannschaft sondern die Lesben-Hetze von Nigerias Bundestrainerin Eucharia Uche. Wer regelmäßiger feministische Blogs liest, den wird das nicht überraschen. Die Homosexuellen-Feindlichkeit in einigen afrikanischen Staaten ist hier immer wieder ein trauriges Thema. Deshalb mit der wöchentlichen Blogschau weiter am Ball bleiben:

Passend zum Thema “Lesben und Fußball: Ein dickes Ding meldet L.Mag. Beim WM-Spiel in Mönchengladbach wurden Banner mit der Aufschrift „Fußball ist alles, auch lesbisch” verboten. ‘Die Fifa wolle das nicht’ hieß es als Begründung.

leena.de dagegen macht alles richtig und erlöst die “Frauen”fußball-WM aus ihrem Sonderfall-Trikot, um es den Männern anzuziehen. “Das-überhör-ich-schlicht”-Reaktionen darauf schildert sie in ihrem Blog.

In seinem Politik-Blog auf Zeit.Online wirft Jan Kercher einen Blick auf den Frauenanteil in der deutschen Politik. Drei Ministerpräsidentinnen in deutschen Bundesländern, der Frauenanteil in Spitzenämtern bei den Grünen am höchsten und trotzdem die “gläserne Decke” bei Spitzenämtern von Fraktions- und Parteivorsitz.

Missy-Gastbloggerin im Juni Khaos.Kind “verschwendet” ein paar Gedanken an Utopien – aus einem  persönlichen  und zum Teil praktischen Blickwinkel.

Am 13. August finden bundesweit die “Schlampenmärsche” statt. Ob Slutwalks wirklich sinnvoll sind, diese Frage stellt das Mädchenblog. “Ist es emanzipatorisch das Wort ‘Schlampe’ durch Selbstbezeichnung und Neuinszenierung aus der patriarchalen Schmuddelecke zu holen. Und sind High-Heels, Miniröcke und Netzstrümpfe für Frauenbefreiung wirklich notwendig?” Denn es geht um mehr als das Recht “sexy zu sein”.

Wer jetzt nichts mehr lesen mag, der hört zu: Und zwar beim Motor.FM Interview zum Slutwalk Berlin.

Und doch noch ein bisschen was zu lesen: Sina’s Blog startet in dieser Woche eine “Erste Fragen- und Antworten- Runde!” zu ihrem Job als Sexarbeiterin.

Noah Sow reagiert auf Rassismus in Kinderbüchern mit einem Aufruf zum Generationenvertrag, der alle publizierenden PoC (People of Colour) Autor_innen verpflichtet, “in ihrer Schaffenslaufbahn zumindest ein Kinderbuch zu schreiben”.

Und noch ein Termin für Filmfreaks und solche, die es werden wolllen: Am 9. und 10. Juli findet im Rahmen des Queer:Film:Festivals paranoid:paradise #2 in Leipzig ein Symposium zu Queer, Film und DIY statt. Beim Paranoid Symposium am Samstag ist auch MM-Mitglied Nadine Lantzsch mit dabei.

 


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Extra 3 verschönert die WM

27. Juni 2011 von Helga

Ein echter Klassiker feministischen Aktivismus sind die Bingo-Karten, auch Bullshit-Bingo genannt. Von Extra 3 gibt es zur WM2011 eine Karte mit den „schönsten“ Sprüchen zum Frauenfußball. Die Kommentator_innen dort haben auch noch ein paar passende Vorschläge zusammengetragen.

Grüner Hintergrund mit einem 4x4 Bingofeld, als Überschrift: Extra 3 Bullshit-Bingo zur Frauenfußball WM (in rosa geschwungener Schrift)

Beim gestrigen Eröffnungsspiel war der Ton beim Public Viewing (leider?) so leise, dass ich die TV-Kommentare nicht hören könnte. Das Publikum und meine Twittertimeline waren zum Glück ebenfalls frei von sexistischen Sprüchen, sondern haben nur das Spiel kommentiert. Die Damen haben sich dann auch nicht Lumpen lassen und mit einem 2:1 gegen Kanada den Grundstein für die nächsten Wochen gelegt!


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Fußball, Zickenkrieg und Vibratoren: Die Blogschau

25. Juni 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 115 von 254 der Serie Die Blogschau

Das Gendercamp ist inzwischen schon ein bisschen her, die Rückblicke trudeln aber immer noch ein. Diesmal einer von ryuus hort.

Michaela von Erlebnisse und Gedanken hat Farah fotografiert und das Foto der Frauenzeitschift Freundin als Titelbild angeboten. Soweit nichts besonderes? Doch, das ist es, denn: “Sollte Farah ausgewählt werden, wäre sie die erste transidente Frau, die auf einem Cover einer großen deutschen Zeitschrift erscheinen würde.” Kritische wie postive Stimmen finden sich in den Kommentaren, wir sind gespannt, wie die Sache ausgeht.

Schaubild "Streit oder Zickenkrieg"

Der Graphitti-Blog enthüllt exklusiv ein Schaubild, das anscheinend jede_r deutsche Journalist_in über dem Schreibtisch hängen hat.

Für die tägliche Portion theoretisches Hirnfutter empfehlen wir: “Sehnsucht nach dem Grundeinkommen? Kritik an Sozialpolitik aus feministischen Perspektiven” von rechtundgeschlecht.

“Schulterschluss oder Augenwischerei” fragt sich Rheinsalon nach der Lektüre der Emma trifft Missys treffen eine Bloggerin Gesprächsrunde.

Konny schreibt auf ihren Lesbenseiten über ihren persönlichen Eindruck vom Lesbenfrühlingstreffen in Rostock.

Volker Beck von Bündnis 90/Die Grünen hat zusammen mit anderen Abgeordneten im Bundestag eine so genannte kleine Anfrage zum Thema “Weichmachern in Dildos und anderen Sexspielzeugen” gestellt. Wiesoweshalbwarum könnt ihr hier genauer nachlesen.

“Wo sind die Lesben in den Medien?” fragt die Kommunikations­wissenschaftlerin Elke Ammberg und hat mehrere Zeitungsartikel dazu analysiert. watch-salon kündigt uns das Buch zur Studie an.

Mariam Lau hat für Die Zeit einen Artikel darüber geschrieben, warum sie Heidi Klum hasse und ihre Tochter trotzdem Germany’s Next Topmodel sehen dürfe. Die Journalistin Katrin Schuster hat sich über diesen Text sehr geärgert und auch gleich aufgeschrieben, warum.

“Ja, wo laufen sie denn?”: Bärbel Kerber bei Miss Tilly über die Frage, wie “normal” Frauenfußball denn inzwischen wirklich ist und was das mit Emanzipation zu tun hat.

Für alle Berliner_innen oder Berlin Besucher_innen hier noch ein besonderer Termin:
Vom 27.06. bis zum 03.07. findet im Willy Kressmann Stadion im Viktoriapark in Kreuzberg das Internationale FrauenFußballKultur-Festival “Discover Football” statt. Infos und Termine gibt es auf der Webseite discoverfootball.de


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Playboy-Fotos und Kopftuchstreit: News zur WM 2011

21. Juni 2011 von Nicole

Wenige Tage vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2011 am kommenden Sonntag gibt es noch einmal eine kleine Presserundschau bei uns:

Im Tagesspiegel schreibt Nadine Lange über WM-Werbung mit Sexappeal und die Playboy-Fotos der Nicht-WM-Teilnehmerinnen

Ein Porträt von Sinem Turac, türkischstämmige Schiedsrichterin aus Berlin, gibt es bei der Deutschen Welle.

Das Netzwerk Football against Racism in Europe, FARE, fordert im Kopftuchstreit zwischen Fifa und Iran (wir berichteten) den internationalen Fußballverband auf, das Hijab-Verbot zurückzunehmen.

Zum Frauenfußball aus Sicht der Geschlechterforschung gibt es bei der Böll-Stiftung einen längeren Text von Johanna Wirxel.

Daniel Meuren, dessen Absatzkick-Kolumne auf faz.net eine Dauerempfehlung ist, war beim Training des Teams aus Äquatorialguinea und liefert mal ein paar Hintergründe, die nicht überall zu lesen sind.

In der taz ärgert sich Jana Petersen über sexualisierte Fankleidung zur WM.

Bei Zeit Online schreibt Heike Faller schöne Sachen über Frauenfußball: jungenhaft, mädchenhaft, sportlich, sexy – geht alles zusammen.

Im Hamburger Abendblatt vertritt Iris Hellmuth ihr Recht, sich als Frau nicht für Frauenfußball zu interessieren.

In der Augsburger Allgemeinen (danke für den Hinweis!) tut Tilmann Mehl das ebenfalls, als Mann allerdings. Und wir erfahren noch, dass “der Augsburger” sich nicht von Medienkampagnen irgendwohin locken lässt. Ein weiterer Leserinnenhinweis auf einen Artikel: “Warum müssen Frauen überhaupt versuchen, es in allen Bereichen den Männern gleichzutun?”, fragt Jörg Rinne in der Neuen Westfälischen.

Ein kleiner Blog-Zwischenruf von Ninia: Der reicht’s. Fußball oder nix.

Veranstaltungen
Zusammenschauen: Das Blogprojekt Spielfeldschnitte lädt zum gemeinsamen WM-Gucken ins Hamburger Gängeviertel

Das Missy Magazine, der Fußballladen Goal, die Maiden Monsters und Etsy laden am 9. Juli in Berlin zu den ersten internationalen Hoffestspielen.


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Superweiblichkeit und hartgekochte Bälle: Frauenfußball in Brasilien

15. Juni 2011 von Nicole


Mehr Frauenfußball aus dem Rest der Welt: Im Rahmen der Kampagne der Heinrich-Böll-Stiftung zur WM 2011  kamen die brasilianische Streetworkerin mit viel Herz für Fußball, Diana Sousa, und die US-amerikanische Anthropologin und ehemalige Fußballerin Caitlin Fisher nach Deutschland, um von ihren Erfahrungen mit dem Frauenfußball in Brasilien zu berichten.
Wie in zahlreichen europäischen Ländern kommt auch die Geschichte des Frauenfußballs in Brasilien nicht ohne Verbote aus. Für das Jahr 1921 ist das erste Fußballspiel zwischen zwei Frauenteams aus Santa Catarina und Tremembé verzeichnet, das von den Zeitgenossen eher als „Zirkusspektakel“ betrachtet wurde. In der Zeit der Militärdiktatur zwischen 1964 und 1981 war Frauenfußball verboten, erst danach wurde den Frauen zumindest theoretisch wieder gestattet zu spielen, praktisch haben sie auch heute noch mit Vorurteilen zu kämpfen.

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