Einträge mit dem Tag ‘Frauen in der Wissenschaft’


Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde, feministische Sprachinterventionen und Women in Exile – kurz verlinkt

24. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 243 von 243 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Über die in Österreich “fehlenden Töchter in der Forschung” schreibt dieStandard.  Dort wird zum einen aufgezeigt, wie lange Frauen wissenschaftliche Karrieren verunmöglicht wurden und die, die sich trotzdem durchsetzten, nachträglich unsichtbar gemacht wurden. Darüberhinaus ein wichtiger Aspekt: Viele der wissenschaftlichen Vorreiterinnen waren Jüdinnen, die verfolgt und ermordet wurden.

Vor 150 Jahren wurde Ricarda Huch geboren. Das Deutschlandradio Kultur erinnert an die Historikerin und Schriftstellerin.

Die taz findet, wer sich an “Babyspinat-Mangold-Smoothies gewöhnen [kann], [wird] sich mit der Zeit auch an neue Sprachformen gewöhnen”. Und auch bei derStandard geht es um feministische Sprachinterventionen und den Widerstand gegen diese. Im Interview spricht Sprachwissenschaftlerin Claudia Posch über (un)ästhetische Binnen-I-s und Sprachnormierungen.

Ein kurzes Interview mit der Modebloggerin und Aktivistin Alexandra Sandkühler zu Fat Empowerment und Fat Acceptance beim Freien Radio.

Dritte Option berichtet, dass am 28. Juli 2014 soll ein Antrag auf Änderung einer Geburtsurkunde eingereicht werden, die den Geschlechtseintrag “inter*/divers” enthalten soll.

Die taz schreibt über die Arbeit von Women in Exile und stellt dabei auch drei der Aktvistinnen vor: Damarice Okore, Elisabeth Ngari und Fatuma Musa.

Termine in Berlin und Hamburg:

1. bis 3. August in Berlin: LAD.I.Y.FEST Berlin 2014. (FB-Link)

2. August in Hamburg: Queer Flora Party.

8. bis 10. August in Hamburg: MISSY-Konferenz: Fantasies that matter. Images of Sexwork in Media and Art.

 


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Frauen und MINT: Die EU zeigt, wie mensch es lieber nicht machen sollte

26. Juni 2012 von Helga

Zum Wochenende hin kursierte ein quietschrosa Video der Euro­päischen Kommission durchs Internet. Hinter all den Bubble Tea-Blubber­bläschen die durch das Bild hüpften war dabei nicht ganz klar, um was es eigentlich gehen sollte. Denn, Überraschung, dahinter steht die Kampagne Science: It’s a Girl Thing, mit der Mädchen für Natur­wissen­schaften begeistert werden sollten. Inzwischen ist das Video offiziell vom Netz (und inoffiziell hier), Astro­dicticum Simplex hat aber doku­mentiert, wie es aussah:

In dem knapp eine Minute langen Spot sah man einen ernsthaft am Mikroskop arbeitenden Klischeewissenschaftler (Brille, weißer Kittel), der sich plötzlich mit drei heranmarschierenden Models in High-Heels und kurzen Röcken konfrontiert sieht. Die drei Frauen entstammten allerdings nicht seiner Fantasie, sondern sollten wohl die neue Generation der weiblichen Wissenschaftlerinnen darstellen. Danach folgt jede Menge Rosa, Lippenstifte, Make-Up, bunte Kugeln und blubbernde Flüssigkeiten in Glaskolben. Das sollte wohl offensichtlich die Wissenschaft demonstrieren, die für Mädchen interessant ist.

Klar, was hilft auch besseres gegen einen Stereotyp, “Wissen­schaftler = Mann im weißen Kittel”, als ein anderer Stereotyp? Wenig begeistert zeigten sich daher auch die Geek Sisters:

[...] natürlich spricht nichts dagegen, dass man Wissenschaftlerin sein kann und sich hübsch anziehen. ABER dieser Clip kombiniert diese Dinge so ungeschickt, dass die eigentliche Botschaft kaum noch zu erkennen ist. Es werden die alten Klischees verwendet wie: Frauen müssen sexy sein, Frauen interessieren sich nur für Make-Up, Frauen müssen attraktiv für Männer sein und zufällig sind sie vielleicht auch schlau genug, um eine Formel zu berechnen.

Männer sind aktiv, Frauen sind Deko. Schade, dass auch bei der EU anscheinend niemand sitzt, der oder die sich schon etwas länger mit der Forschung zu Stereo­typen befasst. Oder irgend­jemand, der das Projekt Drawings of Scientists kannte. Da lernen Kinder “echte” Wissen­schaftler­_innen kennen und lernen, dass sie “ganz normale” Menschen sind. Immerhin: Inzwischen kommen sie auch zu Wort, wie Daniela Wolf, die Informatik­didaktik studiert.


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Noch fix anmelden: Frauen in der Wissenschaft

24. Februar 2012 von Helga

Kurzentschlossenen Technik-Student_innen der TU Berlin steht vor dem Semesterbeginn noch ein Blockseminar ins Haus: „Was haben Natur- und Technik­wissenschaften mit Gender zu tun?“ Für die Veranstaltung im März ist der Anmeldeschluss am 27. Februar, im Sommersemester wird es die Veranstaltung noch einmal geben. Das Seminar ist Teil des Programms „Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften. Technik – Wissenschaft – Praxis“ für Studierende und Promovierende mathematischer, ingenieur-, natur- und technik- wissenschaftlicher Fächer – wer auch die weiteren Seminare belegt, kann mit einem Zertifkat zu Gender- und Diversitykompetenzen abschließen.

Am 6. März diskutieren in Berlin Vertreter_innen von Forschungsorganisationen über die Förderung von Frauen in der Wissenschaft. Darunter sind Jutta All­mendinger, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen. Bei den Problemen, Karriere in der Wissenschaft zu machen, soll es auch um die Hürden für Männer gehen – ob damit wohl die Vereinbarkeit von Familie und Job gemeint ist? Die Anmeldefrist ist der 28. Februar.


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Komplizierte Beziehung: Frauen in MINT-Fächern

1. November 2011 von Helga

Ob Girls’ Days, Mentoringprogramme oder Exzellenzinitiativen – um Frauen in MINT-Fächern, bzw. deren Mangel wird seit einigen Jahren viel Aufhebens gemacht. Halten Stereotype sie von Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ab oder sind Frauen einfach nicht daran interessiert?

Aber Wissenschaft wäre nicht Wissenschaft, wenn sie nicht auch diesen Fragen nachgehen würde. So berichtete Diax’s Rake von einer Studie, die die Beteiligung von Studentinnen in Kursen mit männlichen und weiblichen Lehrkräften verglich. Dabei zeigte sich, dass sie sich in Kursen mit Dozentinnen deutlich stärker einbrachten (die Studenten übrigens auch etwas stärker). Außerdem waren die Studentinnen selbstbewußter, was die Einschätzung ihrer Kenntnisse anging – dabei waren ihre Testergebnisse unabhängig von der Lehrkraft besser als die der Studenten. Bei der Entscheidung in einem MINT-Fach zu bleiben, sei es vermutlich ebenso wichtig, Vorbilder zu haben und sich dazugehörig zu fühlen, wie tatsächlich das Fach zu beherrschen, folgern die Autorinnen der Studie.

Der Blick in Zeitungen oder das Fernsehen zeigt dabei aber wieder deutliche Unterschiede. Wissenschaftlerinnen kommen dort zwar vor, es werden aber sehr geschlechtsspezifische Bilder gezeichnet. Sie werden herangezogen wenn es gilt, die „sexy“ Seite der Wissenschaft hervorzuheben. Die Beschreibungen betonen lange blonde Mähnen und kurze Röcke, während Wissenschaftler anhand ihrer Bärte in die Tradition der „verwirrten Professoren“ einsortiert werden. Eine Konstruktion des Wissenschaftlerbildes, die Tradition hat.

Diese Klischees nehmen auch Kinder wahr, bereits in der ersten und zweiten Klasse, erklärt Child Psych. In einem Alter, in dem Mädchen und Jungen noch gleiche Ergebnisse in Mathe erzielen, lässt sich bereits eine (unterbewußte) Zuordnung von Mathematik als männlich belegen. Vermutlich nicht ganz überraschend: In der achten und neunten Klasse zeigen Schüler_innen mehr Interesse an MINT-Fächern, wenn stereotype Fragen gestellt werden. Während Mädchen die Wahr­schein­lich­keits­rechnung zu Fehlgeburten interessierte, fanden Jungen die Berechnung von Autounfällen spannender. Die Autor_innen warnen aber davor, sich ganz auf Klischees zu beziehen, denn „es wird nicht für jede_n Schüler_in funktionieren“.

Die Auswirkungen sind dann spätestens im Berufsleben spürbar. Laut Venture Beat beklagen Frauen und People of Color Vorfälle von Rassismus und Sexismus in IT-Firmen – allen Beteuerungen, hier handele es sich um eine offene, aufgeklärte Branche zum Trotz. Tatsächlich ist aktives Handeln für Diversität innerhalb ihrer Firma für Führungskräfte keine Priorität. Die Betroffenen bleiben so frustriert zurück und wechseln öfter den Betrieb oder verlassen die Branche gar komplett.

Mit gutgemeinten Programmen und einzelnen Initiativen kommen wir hier vermutlich nicht mehr weiter. Was gebraucht wird ist ein klares Umdenken, das Rütteln an unterbewußten Klischees und das offene Angehen diskriminierender Vorkommnisse.


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Fußball, Google+ und Philosophie: überall Frauen.

20. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 114 von 243 der Serie Kurz notiert

Das Bitch Magazine schreibt ausführlich zu “Homophobic Friends“, dem Videoprojekt von Tijana Mamula, die aus 10 Staffeln der bekannten US-Serie Friends Szenen herausschnitt und neu zusammensetzte, die homophobe, trans*phobe und/oder heterosexistische “Witze” enthielten. Heraus­gekommen ist eine “neue Folge Friends”, “Homophobic Friends”, eben.

J-Walk veröffentlicht DEN Hausfrauenguide anno 1955.

In New York darf frau übrigens oben ohne durch die Straßen gehen. Jordan Matter hat 80 Frauen dabei über Jahre fotografiert, berichtet der Bust Blog und verweist auf eine fotografische Vorschau zum Buch “Uncovered”.

Schwarz weißes Foto eines älteren Pärchens auf einem Motorrad. Er lenkt mit schwarzem Helm und Sonnenbrille, sie sitzt oben ohne dahinter.

Der “Gender and Digital Politics“-Report (PDF) meint, es gäbe wenig politische Bloggerinnen. Cath Elliott ist auf owni.eu anderer Meinung. Der Total Politics Award, im Report als Indiz angeführt, habe bisher eine Reihe an (feministischen) Bloggerinnen ignoriert, außerdem stelle sich mal wieder die Frage: „Warum entscheiden eigentlich immer Männer, was Politik ist und was nicht?“

Die indische Webseite Tehelka hat 11 bizarre Ver­gewaltigungs­ent­schuldigungen gesammelt.

Japan ist Fußballweltmeisterin! Gratulation! DieStandard.at fasst noch einmal die Berichterstattung zusammen. Nicole von der Mädchenmannschaft konstatiert für das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung, dass Frauenfußball mitnichten eine andere, besondere Spielart des Fußballs sei. Image- und Werbekampagnen versuchten im Vorfeld der WM dem Frauenfußball einen “weiblichen” Anstrich zu verpassen. Im Dietz Verlag erscheint bald der Bildband “Schuhgröße 37 – Frauenfußball in Ägypten, der Türkei, Palästina und Berlin“. Bis zum 27. August findet dazu u.a. im Kreuzberg Museum eine Ausstellung statt.

Auf DRadioWissen erfahren wir ganz überraschenderweise, dass die “Karrierechancen von Männer und Frauen in der Forschung weiter ungleich verteilt” sind.

Mashable verweist darauf, dass das kürzlich gestartete Google-Network, Google+, männlich dominiert ist und bestätigt damit weiterhin die Ungleichverteilung der Geschlechter im Netz. Wo sind sie, die Frauen? Hier.

Apropos Google, Frauen, Wissenschaft: Bei der “Google Science Fair”, einer Art „Jugend forscht” finanziert von verschiedenen Firmen, haben dieses Jahr nur Mädchen gewonnen.

Die Taz stellt Kazim Erdogan vor, der Männern hilft, sich von Rollenbildern zu befreien.

Unique, das Hochschulmagazin der Uni Wien, schreibt zu Frauen in der europäischen Philosophiegeschichte: “Ein Blick auf Vergessene und Verdrängte, auf Mechanismen des Ausschließens und Mühsal wie Tücke der Rekonstruktion”

Reuters berichtete von einer Demo afghanischer Frauen, die so gegen sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit protestierten.


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Die sichtbaren und unsichtbaren Frauen der Wissenschaftsgeschichte

5. Juli 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 54 von 82 der Serie Die Feministische Bibliothek

Titelbild von Madame Curie Complex (Überschrift, darunter leere Reagenzgläschen, nur eines ist mit roter Flüssigkeit gefüllt) Die Frage, wieviel Frauen eigentlich für die Wissenschaft geleistet haben und warum soviele unsichtbar blieben, ist schon länger da. Julie Des Jardins hat dazu gleich ein ganzes Buch aus explizit feministischer Perspektive geschrieben. “The Madame Curie Complex” heißt es und teilt die jüngere Naturwissenschaft in drei Phasen auf:

  • 1880-1940 Assistentinnen, Hausfrauen, austauschbar
  • 1941-1962 Kult der Männlichkeit in Zeiten heldenhafter Wissenschaft
  • 1962- Amerikanische Frauen und Wissenschaft im Umbruch
  • Zu jeder Ära stellt sie verschiedene berühmte, aber auch weniger bekannte Frauen vor. Wie bereits angedeutet, bezieht sich das Buch vor allem auf amerikanische Wissenschaftlerinnen, auch wenn viele aus Europa stammten. Wie vom Titel “Madame Curie Complex” zu vermuten, beginnt sie mit Marie Curie. Der im Titel angesprochene Komplex bezieht sich auf das Bild der Übermutter und Überwissenschaftlerin, als die Marie Curie in den USA in die Geschichte eingegangen ist und das jungen Frauen ein schwieriges Vorbild lieferte – dabei ist das Phänomen, das sie damit beschreibt, sicher international anzutreffen. Tatsächlich gaben viele der weiteren Wissenschaftlerinnen Marie Curie als Vorbild an, oft verbunden mit dem Wissen, selbst mehr als doppelt so gut sein zu müssen wie Wissenschaftler, um wenigstens halb so anerkannt zu werden.

    Eindrücklich beschreibt Des Jardins die vielfältigen Hürden, die Wissen­schaftlerinnen immer wieder zu überwinden hatten: den Zugang zu Universitäten und Forschungseinrichtungen an sich und das Abschieben auf schlecht oder oft sogar unbezahlte Lehrtätigkeiten an Frauencolleges. Ambivalent bleibt meist die Rolle der Männer. Der Unterstützung von Ehemännern und Vätern stellt sich der massive Widerstand von Kollegen entgegen. Nach großem Zulauf von Frauen in die Wissenschaften, brachen die Zahlen nach dem zweiten Weltkrieg wieder ein. Mit dem Kalten Krieg kam es außerdem zu einer extremen Zuschreibung von Wissenschaft und Technik als männlich – vorangetrieben auch von einer Psychologin, nämlich Anne Roe im Jahr 1953. (mehr …)


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    Wer war… Helen Thompson?

    17. März 2011 von Gastautor_in
    Dieser Text ist Teil 25 von 38 der Serie Wer war eigentlich …
    Schwarz-weiß Bild von Helen Bradford Thompson-Woolley in einem ovalen Rahmen

    Bild über feministvoices.com

    Thompson, Helen Bradford (1874-1947), aus Chicago (Illinois, USA), der Vater war Schuhmacher, wuchs als eines von drei Geschwistern auf. Durch einen exzellenten Schulabschluss gewann sie ein Stipendium für die University of Chicago. Während ihrer Studienzeit dort wurden ihr Stipendien für Psychologie und Physik angeboten, von denen sie das Erstere wählte und 1897 ihren Bachelor, 1900 ihren – ausgezeichneten – Ph.D. in Psychologie an der Universität von Chicago erlangte. Ihre Dissertationsschrift veröffentlichte sie 1903, 1905 erschien sie in deutscher Sprache [vgl. Lesetipp].

    Thompson folgte einer Einladung nach Europa, wo sie zunächst ein Jahr in Berlin, dann ein Jahr in Paris ihre Forschungen vorantrieb. Anschließend kehrte sie in die USA zurück und lehrte am „Mount Holyoke College“ (South Hadley, Massachusetts), 1902 wurde sie dort Direktorin eines neu gegründeten Psychologischen Labors. 1905 heiratete sie in Japan P. G. Woolley, beide gingen auf die Philippinen, wo sie ihre Forschungen betrieben; 1907 gingen sie nach Thailand, 1908 zurück in die USA, wo sie sich in Nebraska niederließen, bevor sie später nach Ohio (Cincinnati) und nachfolgend nach Detroit (Michigan) umzogen. In den USA setzte Thompson-Woolley ihre experimentellen psychologischen Untersuchungen fort, sie führte u.a. groß angelegte Studien mit Jugendlichen während der Adoleszenz durch und betätigte sich in der Frauenrechtsbewegung (Mitglied und Vorsitzende der „Ohio Woman Suffrage Association“); 1921 wurde sie stellvertretende Direktorin der „Merrill-Palmer-School“ (Detroit, Michigan), 1925 nahm sie einen Ruf zur Rektorin des „Institute of Child Welfare Research“ an der Columbia University in New York an. Eine psychische Erkrankung zwang sie dazu, ihre Stellung 1930 aufzugeben; von 1930 bis zu ihrem Tod lebte sie bei einer ihrer beiden Töchter in Havertown (Pennsylvania). Vgl. Milar, 2004.

    Entnommen aus (mit freundlicher Genehmigung von Autor_in und Verlag): Voß, Heinz-Jürgen (2010): Making Sex Revisited – Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive. Transcript, Bielefeld, S.370.

    Weiterführende Quelle – gedruckt: Milar, K. S. (2004): Breaking the Silence: Helen Bradford Thompson Woolley. In: Dalton, T. C., Evans, R. B. (Hrsg.): The Life Cycle of Psychological Ideas. Understanding Prominence and the Dynamics of Intellectual Change. Kluwer Academic / Plenum Publishers, New York, S.301-328.

    Weiterführende Quelle – online:
    http://web.sau.edu/WaterStreetMaryA/helen_woolley.htm

    Lesetipp: Thompson, H. B. (1905 [engl. 1903]): Vergleichende Psychologie der Geschlechter. Experimentelle Untersuchungen der normalen Geistesfähigkeiten bei Mann und Weib. Autorisierte Übersetzung von J. E. Kötscher. A. Stuber’s Verlag (C. Kabitzsch), Würzburg.

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    Frauen als Computer und weibliche Nerds

    2. März 2011 von Helga

    Im der Blogschau berichteten wir von Piratenkeks’ Rant über die Unsichtbarkeit weiblicher Nerds, von der Unsichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen ganz zu schweigen.

    Heute gibt es daher noch mal drei spannende Geschichten. Leser Timo schickte uns den Hinweis auf das aktuelle Linuxjournal. Auf dem Cover und im Interview ist Angela Byron. Sie ist eine der Entwickler_innen von Drupal, einem Open Source Con­tent Management System. Im Interview erzählt sie über den Zustrom an Frauen im Drupal-Projekt und wie sie ihre Unsicherheit als Programmiererin (vermutlich ein Fall von Imposter/Betrüger-Syndrom) überkam.

    Lange bevor Computer in jedem Haushalt standen, wurden Rechenoperationen noch von „menschlichen Computern“ durchgeführt. So berechneten rund 100 Mathe­ma­ti­ker­innen die Flugbahnen von Geschossen für die amerikanische Armee. In dem Film “Top Secret Rosies” erzählt LeAnn Erickson ihre Geschichte und wie ihre Forschung schließlich zur Ent­wicklung von ENIAC führte. Einge der “Rosies” arbeiteten später als Programmierer­innen dieses ersten elektronischen Universal­computers.

    Via twitter.com/MrsB_Est1892 kam außerdem der Hinweis auf einen Spektrum-Artikel über die Strukturbiologin Ada E. Yonath. Ihr Ziel war die Kristallisierung von Ribosomen, um so deren räumliche Struktur aufzuklären. Ribsomen sind große Moleküle, an denen aus einzelnen Aminosäuren ganze Proteine zusammengesetzt werden. Aufgrund ihrer Größe galten sie jedoch als zum groß für die Kristallisierung. Gegen viel Widerstand und obwohl sie als Verrückte verlacht wurde, forschte Yonath stetig weiter und erreichte endlich im Jahr 2000 ihr Ziel. 2009 erhielt sie dafür den Nobelpreis für Chemie. Den entscheidenden Hinweis lieferten übrigens Bären, die während ihres Winterschlafs ihre Ribosomen ganz dicht zusammenrücken – genau der Mechanismus, der für die Kristallisierung ent­scheidend war.


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    Frauen in Wissenschaft und Geschichte

    22. Februar 2011 von Helga

    Wo sind eigentlich die Frauen – nicht nur wenn es um die Blogosphäre geht, auch in der Wissenschaft stellt sich diese Frage manchmal. Dort ist es noch deutlich schwieriger, welche zu finden. Nicht zuletzt auch, weil viele Wissenschaftler viel Zeit und Energie aufwandten, Frauen jede Eignung zur Wissenschaft abzusprechen.

    So liess auch die britische Royal Society of London erst nach dem Zweiten Weltkrieg weibliche Mitglieder zu. Zu diesem Zeitpunkt blickte sie bereits auf eine Geschichte von 285 Jahren zurück. Genauer hingeschaut hat vor einiger Zeit Richard Holmes, der an einem Buch dazu arbeitet. Er fand viele Frauen, die sich aktiv an der Forschung und dem Austausch dahinter beteiligten. Oft genug wurden sie später aber nur noch über ihre Verwandtschaft zu Männern definiert, als Ehefrauen, Töchter oder Schwestern.

    Fader Beigeschmack: In einem Kommentar bei GeekFeminism merkte Lesley Hall an, dass so am Ende ein Mann Applaus bekam, weil er Frauen vorstellt. Für die vielen Wissenschaftshistorikerinnen, die schon lange das gleiche machen, bliebe der bisher weitestgehend aus. Immerhin zeichnet die History of Science Society bereits seit 1987 herausragende Autorinnen mit dem Margaret W. Rossiter History of Women in Science Prize aus.

    Inzwischen hat die Historikerin Shane Landrum dazu ein englisches Wikipedia-Portal zur Women’s History (Frauengeschichte) ins Leben gerufen, das sich auch mit Wissenschaftlerinnen befassen wird. Weitere spannende Frauen stellt seit einiger Zeit auch GeekFeminism jeden Mittwoch vor, die Wednesday Geek Women.

    Last but not least: Auch mit der Frage, wo eigentlich die Atheistinnen sind, beschäftigte der ursprüngliche GeekFeminism-Beitrag.


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    Historische Frauen im Radio entdecken

    15. November 2010 von Helga

    Seit letzter Woche gibt es eine neue Serie auf NDR Kultur: „Vergessene Frauen“. Darin werden Wissenschaftlerinnen oder Politikerinnen vorgestellt, die wichtiges geleistet oder erforscht haben, heute aber in Vergessenheit geraten sind. Mit dabei sind:

    Die deutsche Astronomin Karoline Herschel beispielsweise, die im 18. Jahrhundert acht Kometen entdeckte. Oder Victoria Woodhull, die erste Präsidentschaftskandidatin der USA, die große griechische Philosophin Hypatia und die italienische Komponistin Francesca Caccini.

    Angesichts der Tatsache, dass damals nur sehr wenige Frauen in diese Bereiche vordringen konnten, ist die auch heute fehlende gesellschaftliche Anerkennung ein doppeltes Versäumnis. Diese Lücken gilt es immer dienstags um 9:20 Uhr aufzufüllen, z.B. über den Radio-Livestream. Die Sendungen werden zu variablen Zeiten am Donnerstag noch einmal wiederholt. Wer trotzdem etwas verpasst hat, kann sich beim NDR Mitschnittservice einen Mitschnitt bzw. das Manuskript besorgen. In der morgigen Sendung geht es dann um Victoria Woodhull, zu der Antje Schrupp auch einiges gesammelt hat.


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