Samstagabendbeat mit Tati
28. Januar 2012 von HelgaWie werden Frauen in den Medien dargestellt? Furchtbar, findet Tati und hat ein paar Vorschläge:
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Facebook | | Wie werden Frauen in den Medien dargestellt? Furchtbar, findet Tati und hat ein paar Vorschläge:
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Facebook | | Heute ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen. Über die Hintergründe berichtet menschenhandel heute.
In der Blogosphäre ging es diese Woche hoch her, *das* Thema war Lookism – die Abwertung von Menschen und besonders Frauen aufgrund ihres Aussehens. Den Anfang machte Unter der Glasglocke mit Vom Mobbing in der Schule zu Femininitäts”feindlichkeit” in linken/queeren/feministischen Zusammenhängen, Medienelite und ryuus hort kommentierten.
Die ARGE Dicke Weiber stellt weiter die Gastbloggerinnen beim Missy Magazine und plädiert, sich das Wort „Essstörung“ einmal ganz genau anzusehen. Apropos Sprache. Frauen werden beim generischen Maskulinum leider nicht mitgedacht und geschlechtergerechte Sprache ist sehr wohl verständlich und lesbar, so der Sprachlog.
Bücherlesestoff gesucht? L-Talk rezensiert „Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden“ Fazit: In der Presse kommen Lesben leider nicht vor, der Kauf des Buches lohnt aber. Um Kinderbücher mit diversen Familienbildern und sexuellen Identitäten geht es bei den Fuckermothers. Kein Buch aber auf Papier: Die dritte Ausgabe von Outside the Box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik gibt’s zu kaufen. Das Thema: Gebären.
Inklusion im Schulsystem fällt mal wieder dem Sparzwang zum Opfer. Obwohl die UN-Konention dazu seit einigen Jahren auch in Deutschland gilt, weigern sich in Bayern die Ämter, zwei gehörlosen Mädchen Dolmetscher_innen zu bezahlen. Mehr dazu bei Die Welt mit den Augen sehen, die doch weiter bloggen wird, juchu.
Aus dem Hamsterrad „Uni, Arbeiten, Engagieren, Ziel: irgendwann ein vernünftiger Job“ berichtet Puzzlestücke. Trotz immer noch zuwenig Geld, bleibt dabei zunehmend die Freizeit auf der Strecke. Explizit auf die Abwertung von Menschen mit wenig materiellen Mitteln als Trash und „Unterschicht“ geht ClassMatters ein.
Thema Geld: Das braucht leider auch ihollaback, um im nächsten Jahr den alltäglichen Belästigungen weiter den Kampf anzusagen. Ganz neu ist dagegen das Blog TraumaReport, in dem es um das Leben nach traumatischen Erlebnisse geht.
Den Anne-Klein-Frauenpreis bekommt in diesem Jahr Dr. Nivedita Prasad für ihren Einsatz für Frauen- und Menschenrechte. Sie kämpft z.B. gegen moderne Sklaverei und Gewalt gegen Migrantinnen, so anders deutsch. Über die (sexistische) Berichterstattung um ihre Person macht sich die Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, auf Marinas Lied Gedanken.
Im Herstory-Adventskalender von different needs ging es u.a. um Grace Jones. Über sein Austauschsemester bei einem schwulen Paar schrieb Armin Soyka.
Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!
Facebook | | Das österreichische feministische Monatsmagazin an:schläge präsentiert eine brandneue Homepage. Ein Abo ist strengstens zu empfehlen!
Die New York Times ist in ihrer Wortwahl oftmals mehr als daneben: Da wird Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch von Kindern auch mal “Sex” genannt. Nun wagt die Zeitung einen kritischen Blick auf die eigene Berichterstattung.
Von minimalen Erfolgen berichtet das Handelsblatt: Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen der weltweit größten Unternehmen ist seit 2004 einer US-Studie zufolge um 1,1 Prozentpunkte gestiegen. In den 200 umsatzstärksten Unternehmen liege der Anteil bei 13,8 Prozent. Vorangetrieben wurde der Anstieg vor allem von Ländern, in denen eine Frauenquote existiert.
Zur Konstruktion von Geschlecht über die Stimme schickte uns @midnite8lue noch folgendes Video:
Erst in die Schule gehen, dann Abitur machen und schließlich studieren – für Marie Christine Lanfermann war das alles nicht ganz so einfach. Fehlende Rampen für den Rollstuhl, ewig-lange Anträge und Mobbing im Volontariat sind nur einige der Schwierigkeiten, von denen sie derWesten berichtet hat.
Ein dpa-Text über das Frauenproblem der Wikipedia geisterte dieser Tage durch diverse Medien, von heise bis zur Mitteldeutschen Zeitung. „Freundschaftsbänder und Schuhdesigner“ seien Themen, die (mangels Autorinnen) bisher noch vernachlässigt seien. Helfen soll ein einfacherer Texteditor, sowie explizite Einladungen an Frauen. Ebenfalls angesprochen wird auch die „garstige Atmosphäre“ – wie sie verbessert werden soll, steht aber leider nicht im Artikel.
Im Mai erst erschien eine Auswertung des US-Fernsehens, nach der 2008 Frauen in Filmen deutlich unterrepräsentiert aber übersexualisiert waren. Jetzt ist auch die Auswertung von 2009 da, geändert hat sich nichts, so die Los Angeles Times.
Die Uni Graz hat eine hilfreiche Anleitung zum geschlechtergerechten Formulieren (PDF).
Leigh Alexander schreibt über Computerspiele und das als Frau. Für manche immer noch eine Neuigkeit, für sie selber nur noch eines: ermüdend. Denn trotz ihrer jahrelangen Arbeit wird sie immer wie auf „die Frau die über Computerspiele schreibt“ reduziert oder, schlimmer, als Auskunft für Genderthemen bemüht, wenn es doch nur darum geht, eine Entschuldigung für Vorurteile einzuholen. „Genug davon!“ meint sie bei Kotaku.
Stichwort Mythos “neue Väter”: Den Großteil der Hausarbeit verrichten immer noch Frauen, so Spiegel Online.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die erschreckend hohen Häufigkeiten, mit denen Mädchen und Frauen mit Behinderungen sexualisierte Gewalt erfahren.
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Facebook | | Beiträge über die (fehlende) Repräsentation von Frauen in Computerspielen haben hier schon ab und an lange Diskussionen ausgelöst. So klar wie die Aussage von Art Director Jonathan Jacques-Bellêtete (Deus Ex: Human Revolution) bei der New Yorker Comic Con, wurde es bisher aber nicht:
In describing his influences, Jacques-Bellêtete mentioned he was heavily influenced by Metal Gear and Final Fantasy. Then he went into a two minute riff about “always trying to have very beautiful female characters,” noting that these were characters he would want to sleep with.
Bei der Beschreibung seiner Einflüsse erklärte Jacques-Bellêtete, dass er stark von Metal Gear und Final Fantasy geprägt sei. Anschließend ergoss er sich zwei Minuten wie er „immer versuche, sehr hübsche weibliche Charaktere zu haben“, anmerkend, dass dies Charaktere seien, mit denen er schlafen würde.
Wie Latoya Peterson auf Kotaku erklärt, endlich mal eine ehrliche Erklärung für eine Reihe an unglaublich sexistischen Charakteren. Auf ihre Nachfrage hin, wie diese Einstellung in Design und Präsentation der weibliche Charaktere fließe, antwortete er eher ausweichend – dass mehr Frauen im Entwicklungsteam eines Spiels die Repräsentation von Frauen im Spiel verbessern. Zum Abschluss des Panels zeichnete Jacques-Bellêtete dann Lightening, die Hauptfigur von Final Fantasy XIII. Und entblödete sich nicht, nur ihr Dekolleté zu zeichnen.
Isamu Kamikokuryo, der im gleichen Comic Con-Panel saß und Lightening mit entworfen hat, erklärte den Entwicklungsprozess übrigens so: „Wir haben beim Designen lange darüber nachgedacht, was wir mit jedem Charakter ausdrücken wollten.“
Ach, wie schön es wäre, wenn so alle Entwickler_innen von Computerspielcharakteren denken würden. Bis dahin gilt das Fazit eines Kotaku-Kommentators:
I’ve heard men complain that there aren’t enough geeky women out there. They’re right, but what they can’t seem to get through their thick skulls is that THIS IS WHY, or at least, it’s a major factor.
Ich habe Männer gehört, die sich beschweren, dass es zu wenig geekige Frauen gibt. Sie haben recht, aber was sie nicht in ihre dicken Schädel zu kriegen scheinen ist, dass DIES DER GRUND ist, oder zumindest ein großer Faktor.
Facebook | | Bereits vor einiger Zeit berichteten wir über das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle, das insgesamt 1000 neue Abonnent_innen braucht, um das Magazin weiterhin am Leben zu halten und sogar vier mal im Jahr zu erscheinen. Rund 450 neue Abonnent_innen haben sich schon gemeldet. Nun startet die Gazelle frisch mit einem Relaunch der Webseite und einem wunderbaren Werbespot in die zweite Phase der Suche nach weiteren 550 interessierten Leser_innen.
Ein Jahresabo ist schon für 18 Euro zu haben. Mehr Infos zum Magazin gibt es auf der Webpage, auf Facebook und Twitter. Wer “Rettet-Gazelle”-Postkarten verteilen möchte, schreibt einfach eine Mail an info[at]gazelle-magazin.de.
Facebook | | Wir laufen durch das staubige Kairo. Die Sonne knallt und es tummeln sich Tausende von Menschen auf den Straßen der größten Metropole Afrikas. “Ah, kuck mal hier!”, rufe ich, “Schau mal dort!” und zupfe am Hemd meines Mannes. Meine Kamera baumelt heute nutzlos an meinem Arm, ich möchte mich einfach nur sattsehen an dieser Stadt. Es ist laut und bunt. Die hupenden, ratternden und brummenden Autos geben dieser Stadt ihr Geräusch. Die vielen Frauen hingegen geben der Stadt ihre Farbe.
Einige ohne Kopftuch, viele aber mit. Manche tragen ihr Kopftuch ganz unscheinbar, natürlich und huschen mit dicken Büchern unter dem Arm durch die Menge, andere steigen von oben bis unten schwarz verschleiert aus dicken Wagen und wandern direkt ins vollklimatisierte Pizza Hut; und wieder andere stolzieren mit glitzerndem Kopftuch, knackengen Jeans, Gucci-Brille und hohen Absätzen durch die Menge. Und das sind nur die Archetypen. Es geht noch viel bunter zu.
Bei einem Telefonshop machen wir Halt, um SIM-Karten zu kaufen. Mit meinem bisschen Hocharabisch komme ich hier nicht weit, deshalb überlasse ich den Einkauf meinem Mann und seinem Freund – und widme mich dem Laden. Genauer gesagt den Werbeplakaten an den Wänden und den Musikclips im Fernseher. Ein großer Mobilfunkanbieter wirbt für einen neuen Vertrag – das Plakat ist vollgepackt mit lachenden, jungen und alten Ägyptern. Aber keine einzige Frau mit Kopftuch.
Im Fernsehen läuft derweil ein Musikvideo über die ägyptische Revolution. Es wird eine bunte Mischung ägyptischer Gesichter gezeigt, nur keines mit Tuch darum. Und auch in den Serien und Nachrichten, das gleiche Spiel. Es ist fast so, als würden koptuchtragende Frauen in Ägypten gar nicht existieren.
Paradox, find ich. Ausgerechnet in einem Land, wo doch knapp 80 Prozent der Frauen das Kopftuch tragen. Und mit dem Islam als Staatsreligion. Dann wiederum finde ich das doch nicht so paradox. Läuft es doch in der Türkei genauso ab.
Auf der Straße herrscht Tohuwabohu. Kopftuch, kein Kopftuch, Glatze und Bart. Schaut man aber populäres türkisches Fernsehen, könnte man in dem Glauben sterben, alle Türkinnen liefen in kurzen Röckchen, grell geschminkt und auf allerhöchsten Absätzen durch die Welt. Weder im Kino oder im Fernsehen, noch in Werbung oder Serien findet man Kopftuchträgerinnen, so als gäbe es sie gar nicht. Und kaum einen scheint es zu stören. Nicht einmal Kopftuchträgerinnen selber, die die Serien oftmals eifrig mitverfolgen.
Später erfahre ich von einer Debatte, die vor Jahren in Ägypten kochte. Einige prominente Schauspielerinnen und TV-Moderatorinnen entschieden sich für das Kopftuch. Und wurden gefeuert. Sie bekamen auch künftig keine nennenswerten Aufträge mehr. Die betroffenen Frauen gingen damit an die Öffentlichkeit. Geändert hat sich aber scheinbar nichts.
“After the Revolution”, sagen die Ägypter, die ich darauf anspreche. Jetzt hätten sie ja schließlich Meinungsfreiheit, betonen sie und fügen hinzu: “Insh Allah” – so Gott will.
(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der Taz.)
Facebook | | Das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle braucht insgesamt 1000 neue Leser_innen, um das Magazin weiterhin am Leben zu halten und sogar vier mal im Jahr zu erscheinen.
Was ist Gazelle?
Gazelle ist ein eigenfinanziertes und unabhängiges Frauenmagazin, welches auf Grund seiner Themenschwerpunkte und seiner Zielgruppe einzigartig ist. Gazelle ist das erste und einzige multikulturelle Frauenmagazin in Deutschland. Gazelle beschäftigt sich mit spezifischen Problemen, Bedürfnissen und Interessen der in der Bundesrepublik lebenden Migrantinnen und deutschen Bürgerinnen und bietet somit eine einzigartige Plattform zum Austausch. Gazelle fördert daher das interkulturelle Verständnis auf Augenhöhe.
Wen möchte Gazelle erreichen? Auf Philibuster schreibt Nadia Shehadeh
Im Feuilleton wird die „Gazelle“ oft und gern als „Magazin für Migrantinnen“ angepriesen, was natürlich völliger Quatsch ist. Abgesehen davon, dass der Terminus „MigrantIn“ im öffentlichen Diskurs als klassifizierende Kategorie mittlerweile zum dümmlichsten gehört, was Schubladendenken zu bieten hat, ist die „Gazelle“ nämlich nicht mehr und nicht weniger als der langfristige Versuch, geltende Print-, Presse- und Rezipienten-Regeln mal ordentlich aufzusprengen – einfach, indem hier mal konsequent anders gedacht und geschrieben wird, und zwar: Für alle.
Ihr seid gespannt auf neuen Lesestoff? Ein Jahresabo ist schon für 18 Euro zu haben. Mehr Infos zum Magazin gibt es auf der Webpage, auf Facebook und Twitter.
Facebook | | Nachdem Sarah Haskins (und mit ihr “Target Women”) die Comedyshow Infomania verließ, haben wir irgendwie nicht mehr reingeschaut. Ein Fehler, denn auch ihre Nachfolgerin Erin Gibson ist der Hammer. In “Modern Lady” nimmt sie die Rollenbilder, die Frauen heute in den Medien vermittelt werden, unter die Lupe. Dabei ist sie unter anderem auf der Suche nach dem besten sexy Halloweenkostüm – keine leichte Aufgabe:
Facebook | | In der Süddeutschen Zeitung gibt es heute eine Seite Interview mit zwei Frauen, die über Feminismus diskutieren: Am Debatten-Tisch sitzen und streiten Kristina Schröder und Lisa Ortgies. Inzwischen ist das Interview online erschienen. Eins als Vorgeschmack: Auf ihrer Website schreibt Kristina Schröder am 19. November 2010 über ihre öffentlichen Äußerungen zum Thema Feminismus (wir haben berichtet):
“Vielen Dank für Ihre Zustimmung!
In den vergangenen Tagen haben mich sehr viele E-Mails, Briefe, Facebook-Nachrichten und Anrufe zu meinem Interview im Spiegel vom 8. November 2010 erreicht, in dem es unter anderem um Feminismus ging. Dafür möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken! Es freut mich sehr, zu lesen, dass dieses Thema auf so großes Interesse stößt und viele mich in meinem Standpunkt unterstützen. Die überwältigende Mehrheit der Schreiben war zustimmend.”
Eine, die nicht zustimmt, ist Lisa Ortgies.
Facebook | | Barbara: Vergangene Woche ist ein Interview von Ihnen in der Frauenzeitschrift Brigitte erschienen. Dort erzählen Sie von Ihren Plänen, schon zwei Monate nach der Geburt Ihres Kindes wieder zurück ins Amt zu gehen. Sie sagen: “Emotional stelle ich mir das für mich unheimlich schwer vor. Ich weiß, ich werde unser Kind nicht so oft sehen, wie ich es gern hätte.” Eine solche Entscheidung fällt man in der Regel nicht nur mit dem Bauch, sondern auch mit dem Kopf. Und nicht alleine. Wie haben Sie Ihre Lösung gefunden?
Andrea Nahles: Ich plane. Um mich ein wenig sicherer zu fühlen. Ob es am Ende so kommt… das hängt von dem Kind ab. Ist es gesund und munter, ja, dann werde ich bald wieder meiner Arbeit nachgehen. Das ist ohne die aktive Unterstützung meines Mannes nicht denkbar: Wir haben das intensiv besprochen. Wir möchten, dass unser Kind von einem Elternteil intensiv betreut wird, und das ist in unserem Fall eben mein Mann. Ich mache mir nix vor, dass wird sicher nicht so leicht – ich freue mich nämlich sehr auf das Zusammenleben mit unserem Kind. Es ist ein spätes Glück.
Barbara: Die Vereinbarkeit von Familie und Karriere ist für jede Frau eine Herausforderung. Besonders in einer Position wie der Ihren, die durch große Verantwortung und einen gefüllten Terminkalender eher familienunfreundlich wirkt, wirft die Geburt eines Kindes viele Fragen auf: Wer betreut das Kind, etwa. Aber auch: Wie gehe ich mit dem Vorwurf der Rabenmutter um? Und: Wie mache ich meinem Umfeld klar, dass ich durch die Geburt nicht zu einem an Stilldemenz leidenden Wesen geworden bin, sondern nach wie vor klar denken kann und sogar neue Kompetenzen und Einsichten erworben habe? Wie gehen Sie mit diesen und anderen Fragen um?
Andrea Nahles: Stilldemenz ist wie Rabenmutter ein klassisch deutsches Klischee. Das ist in anderen Ländern so nicht anzutreffen. Ganz offen: Ich habe keine feste Idee, wie ich damit umgehe. Besonders der Rabenmutter-Vorwurf ist wohl unvermeidlich, und wie schaffe ich es, dass mich solche Gedanken nicht anstecken? Gerade mit einem nicht so ganz gewöhnlichen Job wie meinem. Puh. Sicher hilft, dass ich unser Kind in guten Händen weiß, und dennoch piesackt sowas doch sehr, schätze ich. Umgekehrt wird es sicher auch nicht einfach, die Beobachter auszuhalten, die nach Nachlässigkeit oder weniger Engagement wegen des Kindes bei mir fahnden. Am Ende mache ich es wie alle Frauen: Durchziehen. Froh sein mit dem Kind. Wissen, dass man etwas Kostbares erleben darf.
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