Einträge mit dem Tag ‘Frankreich’


Eltahawy: “Für ein Burka-Verbot!”

20. Juli 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 9 von 10 der Serie Frauen & Religion

Mit großer Mehrheit hat das französische Parlament letzten Dienstag ein Vermummungsverbot verabschiedet, in dem die Worte Burka und Niqab zwar gar nicht vorkommen, das aber recht eindeutig auf Ganzkörperverhüllungen abzielt. Im September wird die Entscheidung mit höchster Wahrscheinlichkeit vom französischen Senat bestätigt und somit in Kraft treten (wir berichteten).

Frankreich hat die größte muslimische Bevölkerung Europas (Schätzungen zufolge fünf bis sechs Millionen), wovon ca. 2.000 Frauen die Niqab oder die Burka tragen und somit direkt von dem neuen Gesetz betroffen sind.

Bereits als in Belgien über ein ähnliches Gesetz entschieden wurde, diskutieren wir über dessen Sinn oder Unsinn. Während ein Burka-Verbot in vielen europäischen Ländern Zustimmung findet (Deutschland: 71%, Frankreich: <80%), plädieren zwei Drittel der US-Amerikaner_innen für ein Recht auf Vollverschleierung. Aus den USA kommen aber auch Stimmen, die die neuen Gesetze in Belgien und Frankreich gutheißen: Mona Eltahawy, eine ägyptisch-amerikanische Journalistin, die sich als “liberale, muslimische Feministin” beschreibt, erklärt in einem Interview mit Broadsheet@Salon, warum sie ein Burka-Verbot befürwortet.

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Hebammen, Sport, Burka, Sarah Palin, Models

15. Juli 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 69 von 152 der Serie Kurz notiert

Die Zukunft der Hebammen als Geburtshelferinnen ist noch ungeklärt – ein Artikel in der ZEIT macht derweilen klar, dass es Geburtshelfer_innen heißen muss. Sie berichtet über Deutschlands derzeit einzigen Entbindungspfleger.

Frauensportarten werden immer beliebter – bei Frauen. Beim Fernsehen eher nicht, sagt eine Studie des Center for Feminist Research der University of Southern California. Im Fokus steht die Berichterstattung des US-amerikanischen Senders ESPN.

Die ZEIT schreibt in einem Kommentar über das aktuelle Burka Verbot in Frankreich: “Ein Burka-Verbot beendet die Unterdrückung von Frauen nicht.”

Im Interview mit Zeit online erklärt der Vorstandvorsitzende von Nestlé, Gerhard Berssenbrügge, warum er nichts von einer Frauenquote hält. Schließlich müsste es doch darum gehen, “die besten Köpfe ins Top-Management zu holen – unabhängig davon, ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelt”. Soso…

Laut Spiegel Online spricht einiges dafür, dass Sarah Palin sich 2012 als US-Präsidentschaftskandidatin der Republikanischen Partei bewerben will.

Und noch mal Spiegel Online: Hier scheint die Tatsache, dass NRW nun von einer Ministerpräsidentin regiert wird, die auch noch weitere Frauen in Kabinett holt, von besonderer Bedeutung zu sein. Oder wie lassen sich Artikel-Überschriften wie diese erklären: Frauen-Doppelpack vor Machtübernahme in NRW, Angriff der Power-Frauen, Kraft holt fünf Frauen ins Kabinett

TransGriot beklagt den immer noch anherrschenden Mangel an schwarzen Models und verlinkt einen thematisch passenden Film “The Colour Of Beauty” .


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Feministisches verlinkt

17. Juni 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 83 von 152 der Serie Kurz notiert

Zwischen großen Brüsten und sexuellen Nöten, gibt es – Gott sei Dank – noch Angela Davis und anderes – die Links der Woche:

Chris Brown, Rapper und prügelnder Exfreund von Rihanna darf nicht in Großbritannien einreisen

Männlich, heterosexuell und Feminist?! Wie es dieser anbetungswürdigen Spezies gelingen kann, ihr sexuelles Begehren Frauen gegenüber zu zeigen, ohne in feministische Fettnäpfchen zu treten, der Frage geht finally feminism nach.

Angela Davis via wikipedia

Am kommenden Wochenende findet das Fest der Linken statt. Mit dabei: Gregor Gysi im Gespräch mit der US-amerikanischen feministischen und anti-rassistischen Aktivistin und Autorin Angela Davis.

Standard.at berichtet über eine Brasilianerin, die ihr Kind austragen muss, obwohl dem Fötus ein fehlendes Gehirn diagnostiziert worden war. Für die Schwangere bestände keine unmittelbare Lebensgefahr, erklärte der Richter.

Hormone sind nicht genug – in Frankreich müssen Transfrauen sich die Brust chirurgisch vergrößern lassen, um zu beweisen, dass sie es ernst meinen. Die Betroffene Delphine Ravisé-Giard fragt sich nun in den Pink News, ab welcher Körbchengröße frau nun eine Frau ist und wer das eigentlich bestimmen darf.

Den Konflikt zwischen „sexuellen Nöten” der Wehrmachtssoldaten und der Sorge um die „rassische Volksgesundheit” beleuchtet die Dissertation von Regina Mühlhäuser. Eine Rezension von „Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion.” gibt es in der Frankfurter Rundschau.

feministing fragt, was ist der Unterschied zwischen Lesbisch und Queer?

Nicht wirklich überraschend: Soziale Berufe wie Kindergärtner oder Grundschullehrer gelten immer noch als unmännlich, berichtet n-tv.

Südkoreas neueste Waffe der psychologischen Kriegsführung: gecastete Girl Bands. The Chosun Ilbo berichtet, dass die freizügigen Outfits die nordkoreanischen Soldaten verwirren sollen.


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McDonald’s gibt sich schwulenfreundlich

3. Juni 2010 von Magda

In Frankreich kann man folgende McDonald’s Werbung über einen jungen schwulen Mann und seinen (ahnungslosen) Vater bestaunen

Die einen befinden, dass diese Werbung “junge schwule Männer realistisch und vorurteilsfrei darstellt und endlich auch homosexuelle Menschen in eine Institution einschließt, die für so viele Familien ein integraler Bestandteil ihres Lebens sei”. Andere fragen sich, “Was hat Hamburger essen eigentlich mit Schwulsein zu tun? Die Werbung sollte lieber Botschaften über Toleranz und Verständnis für Schwule und Lesben in der gesamten Gesellschaft senden, nicht nur begrenzt auf McDonald’s Filialen”.

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Keine Burka in Frankreich

20. Mai 2010 von Barbara

Gestern hat die französische Regierung nun den Gesetzesentwurf für ein Burka-Verbot auf den Weg gebracht. Nach Belgien ist Frankreich das zweite Land mit einem solchen Verbot. Sein Land begebe sich damit auf einen ”schwierigen, aber richtigen Weg”, wird Staatschef Nicolas Sarkozy etwa in der SZ zitiert. Die Vollverschleierung passe nicht zu Frankreich als “alter Nation”, erklärte er seine Entscheidung, und so auch nicht zu den französischen Vorstellungen von der Menschenwürde, der Würde der Frau und dem Zusammenleben der Gemeinschaft.

Wenn das Gesetz greift, müssen Frauen, die einen Ganzkörperschleier tragen, mit einem Bußgeld von etwa 150 Euro und Nachsitzen in Staatsbürgerkunde rechnen. Männer, die ihre weiblichen Verwandten zur Verschleierung zwingen, können mit einem Jahr Haft und einer Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro bestraft werden, wie die taz berichtet.

Dass das Zusammenleben in der französischen Gesellschaft für Frauen leichter wird, wenn ihnen per Gesetz verboten wird, eine Burka zu tragen, glaube ich nicht. Und dass die Frauen, die nun nicht mehr rausgehen dürfen in ihrer Burka nun ein gleichberechtigteres, freieres Leben führen dank Papa Staat, bezweifle ich auch. Leichter wird es aber für Menschen, die den Konflikt bei der Integration von Muslima in die Gesellschaft lieber wegschieben als austragen wollen. Aus den Augen aus dem Sinn.


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Samstagabendbeat

8. Mai 2010 von Magda

… heute sphärisch, wohlig und selbstgemacht: Camille.

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Kurz erwähnt

26. Februar 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 45 von 152 der Serie Kurz notiert

Alice Schwarzer kommentiert auf Spiegel Online den Rücktritt von Margot Käßmann als “Falsch für uns Frauen, falsch für sie selbst”.

Das BitchMagazine berichtet über eine französische Kampagne mit dem Titel “Frankreich investiert in seine Zukunft”, welche den französischen BürgerInnen die 35 Milliarden Euro teure Verschuldung der Regierung näher bringen sollte. Diese sorgte für Aufsehen, da sie die Zukunft Frankreichs direkt an die Gebärfreudigkeit der Französinnen koppelte. Parodien folgten.

Ebenfalls gefunden auf BitchMagazine: Die Transphobie des so genannten Ökofeminismus.

Comic-Fans aufgepasst: Auf GenderAcrossBorders gibt es ein wunderbares Interview mit Alison Bechdel, u.a. bekannt für ihre Comic-Reihe Dykes to Watch Out For.

Gute Nachricht für SpanierInnen: Das neue spanische Abtreibungsgesetz erlaubt die straffreie Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche und bis zur 22. Woche im Falle schwerer gesundheitlicher Risiken für die Mutter oder von Missbildungen des Fötus.

Wie dieStandard.at berichtet, macht eine Werbekampagne mit Paris Hilton einem brasilianischen Bierkonzern derzeit Schwierigkeiten. Das nationale Frauenrechts-Sekretariat und VerbraucherInnen reichten Klagen gegen den erotischen TV-Spot und die Internetseite ein.

Am 6. Februar 2010 startete „STOP FGM NOW!, eine gemeinsame Kampagne der Waris Dirie Foundation und führender Organisationen im Kampf gegen Genitalverstümmelung. Kritik kommt von Jezebel.com.


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Frankreichs Aufsichtsräte werden weiblich

22. Januar 2010 von Susanne


Frankreichs Unternehmen werden zu einer Frauenquote in den Aufsichtsräten von 40 Prozent verpflichtet. Am Mittwoch legte Jean-François Copé, Franktionsvorsitzende der konservativen UMP (Union pour un mouvement populaire), einen entsprechenden Gesetzesentwurf vor. Ursprünglich war der Plan noch ambitionierter gewesen, heißt es unter anderem auf sueddeutsche.de: 50 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten sollten es innerhalb der nächsten drei Jahre werden. Nach Protesten aus den eigenen Reihen (klar, er ist Fraktionsvorsitzender von Frankreichs Konservativen) wurde der Gesetzesentwurf noch einmal korrigiert: auf 40 Prozent Frauen innerhalb der nächsten sechs Jahre, 20 Prozent sollen es nach drei Jahren sein.

Bei der Abstimmung im Parlament gab es keine Gegenstimmen und so wird Frankreich das vierte Land mit einer Frauenquote in den Aufsichtsgremien – nach Norwegen, Spanien und Belgien. In Frankreich liegt der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 500 größten Unternehmen bei gerade mal acht Prozent. Das war Copé zu wenig. Die linke Opposition enthielt sich der Stimme. Sie hielten den Vorstoß der Konservativen für reine PR und forderten bessere Löhne und Aufstiegschancen für alle Frauen.

Trotzdem ist das Gesetz sicher ein gutes Signal, auch für Deutschland: Wenn der große Nachbar Frankreich nun auch eine verpflichtende Frauenquote gesetzlich verankert, wächst auch der Druck auf die deutsche Regierung, etwas am miesen Geschlechterverhältnis in den Führungsetagen zu ändern. In der Koalition wird zwar versprochen, man wolle sich für die Erhöhung des Frauenanteils in Vorständen und Aufsichtsräten einsetzen. Dabei soll es aber bei Selbstverpflichtungen bleiben – die wirkungslos sind, wie der Blick auf eine einzige Frau im Aufsichtsrat eines DAX-Unternehmens zeigt.

(Danke an Franziska für den Hinweis.)


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Frankreichs Debatte um Kinder und Renten

29. August 2009 von Franziska
Dieser Text ist Teil 4 von 19 der Serie Post aus Brüssel

Saludos,

heute möchte ich mal eine Frage zur Debatte stellen. Diese betrifft zwar nicht die EU-Ebene, wird aber in fast allen EU-Ländern diskutiert. Klar, die Europäische Union hat hier keine direkte Gesetzeskompetenz, aber der Vergleich von Debatten ist doch immer ganz interessant.

Es geht um Gleichstellung, Kinder und die Rente. In Frankreich wurde gerade von der Regierung eine große Debatte losgetreten: „Quelle retraite pour les mères de famille“ – Welche Rente für Familienmütter?

Illustration: (c) Eva Hillreiner

(c) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Worum es geht: In Frankreich müssen Arbeitnehmer, um eine volle Rente zu erhalten, 161 Trimester Beiträge zahlen (etwas mehr als 40 Jahre). Frauen kriegen pro Kind (geboren oder adoptiert) automatisch 8 Trimester angerechnet. Wenn eine Frau drei Kinder hat, kann sie also sechs Jahre früher in Rente gehen als eine Frau ohne Kinder oder als ein Mann. Zielsetzung war, für Frauen die Reduzierung und/oder Erschwerung von Arbeitszeit durch Mutterschaft, damit verbundener geringerer Gehälter und Karrierechancen, auszugleichen. Auch wenn französische Mütter wesentlich schneller wieder anfangen zu arbeiten als ihre deutschen Kolleginnen, nehmen sie trotzdem zumindest ein paar Monate Mutterschutz, danach organisieren sie zumeist die Kinderbetreuung, kriegen weniger verantwortliche Jobs, weil auch französische Chefs diese tendenziell lieber an Menschen ohne elterlich Verantwortung geben, und verdienen im Durchschnitt weniger als die Männer. Die Anrechnungstrimester sind aber unabhängig davon, ob Mütter arbeiten oder nicht. 2005 haben deswegen 90 Prozent aller Frauen davon profitiert, im Durchschnitt 18 Trimester. Das kostet den französischen Staat im Jahr vier Milliarden Euro.

Dieses System muss nun aufgrund mehrerer Gerichtsurteile gerändert werden. Väter hatten geklagt und gewonnen: Sie haben betreut, Auszeiten genommen, Karriereeinbrüche eingesteckt – und wollen nun bei der Rente davon profitieren können wie Mütter. Die Gerichtsverfahren sind bis zur obersten Instanz durchgefochten – jetzt muss der Gesetzgeber handeln. Die Kläger beriefen sich unter anderem auf das Antidiskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtscharta (hat nix mit der EU zu tun).

Jetzt ist die große Frage, was tun?

  • Allen Vätern auch sechs Trimester pro Kind anrechnen. Das würde das System finanziell sprengen, und außerdem der de facto Realität der „Väterzeit“ nicht entsprechen. In Frankreich entscheidet sich genau ein Prozent der Väter für Vaterzeit.
  • Alle, egal ob Frau oder Mann, die nicht arbeiten gehen, um Kinder zu betreuen, kriegen pro Kindertrimester ein Rententrimester. Das würde aber Anreize neu setzen: Der Anreiz wäre nicht, mehr Kinder zu kriegen an sich, sondern zu Hause zu bleiben bei den Kindern. Das würde aber die Zielsetzung der Regelung auf den Kopf drehen. Man würde das fördern, was man eigentlich entschädigen will: Gehaltsausfall, Nachteile am Arbeitsmarkt, Karriereknicks etc.
  • Das erste Jahr geht automatisch zugunsten der Mutter. Für das zweite entscheiden die Eltern, wer von beiden die drei verbleibenden Trimester erhält. Aber was passiert bei einer Trennung? Wann muss man sich entscheiden? Wer überprüft die Freiwilligkeit solcher Entscheidungen?

Eine sehr spannende Debatte. Also: Was meint ihr?

Adiós, eure Franziska


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