Schlampenmärsche gegen Vergewaltigungsmythen
16. Juni 2011 von MagdaAls ein kanadischer Polizist in Toronto vor einer Gruppe Jura-Student_innen im Rahmen seines Vortrags zu Campus-Sicherheit dazu riet, dass Frauen vermeiden sollten, “sich als Schlampen zu kleiden, um nicht Opfer von sexueller Gewalt zu werden“, folgte erst Entrüstung und dann Gegenwehr: Weil viele die Schnauze voll von opferbeschuldigendem Verhalten (engl: Victim Blaming) und Vergewaltigungsmythen hatten, gingen im April rund 2000 Demonstrant_innen in Toronto für ihr Recht auf die Straße, sich kleiden zu dürfen, wie sie wollen, ohne für sexuelle Übergriffe verantwortlich gemacht zu werden. Der erste SlutWalk (zu dt: “Schlampenmarsch”) wurde ins Leben gerufen. Viele Städte folgten; auch in Deutschland formieren sich nun die ersten Gruppen, die in ihrer jeweiligen Stadt einen SlutWalk organisieren. Das Problematische am Transfer US-amerikanischer Konzepte und Begrifflichkeiten wie rape culture, Victim Blaming oder der im kanadischen Toronto organisierte SlutWalk ist, dass es hierzulande (noch) keine Äquivalente gibt, die diese konzeptionell und sprachlich fassen. Die Organisation der SlutWalks im deutschsprachigen Raum eröffnet daher die Möglichkeit, Begriffe und Konzepte herauszuarbeiten.
Warum demonstrieren?
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