Einträge mit dem Tag ‘Frankfurt’


Schlampenmärsche gegen Vergewaltigungsmythen

16. Juni 2011 von Magda

Als ein kanadischer Polizist in Toronto vor einer Gruppe Jura-Student_innen im Rah­men seines Vor­trags zu Campus-Sicherheit dazu riet, dass Frauen ver­meiden sollten, “sich als Schlampen zu kleiden, um nicht Opfer von sexueller Gewalt zu werden“, folgte erst Ent­rüstung und dann Gegen­wehr: Weil viele die Schnauze voll von opfer­­be­­schuldigendem Ver­halten (engl: Victim Blaming) und Ver­ge­waltigungs­mythen hatten, gingen im April rund 2000 Demonstrant_innen in Toronto für ihr Recht auf die Straße, sich kleiden zu dürfen, wie sie wollen, ohne für sexuelle Über­griffe ver­antwortlich gemacht zu werden. Der erste SlutWalk (zu dt: “Schlampenmarsch”) wurde ins Leben gerufen. Viele Städte folgten; auch in Deutschland formieren sich nun die ersten Gruppen, die in ihrer jeweiligen Stadt einen SlutWalk organisieren. Das Problematische am Transfer US-amerikanischer Konzepte und Begrifflichkeiten wie rape culture, Victim Blaming oder der im kanadischen Toronto organisierte SlutWalk ist, dass es hierzulande (noch) keine Äquivalente gibt, die diese konzeptionell und sprachlich fassen. Die Organisation der SlutWalks im deutschsprachigen Raum eröffnet daher die Möglichkeit, Begriffe und Konzepte herauszuarbeiten.

SlutWalk Manchester

SlutWalk Manchester (Quelle: Flickr, unter CC BY-NC-ND Lizenz)

Warum demonstrieren?

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Bloggen über Comics und „Alltäglichkeiten“

24. Januar 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 62 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr(e) Weblog(s) vor. Heute:

Nur ein Blog!
Ja! Es sind Comics!

Wie heißt du?
Ich bin irgendeine Userin und manchmal auch Comicleserin.

Seit wann bloggst du?
Ich begann im Mai 2005 mit einem Blog, den ich bald hinter mich ließ, weil ich im Dezember 2006 mit „Nur ein Blog!“ anfing. Und meinen Comicblog Ja! Es sind Comics! führe ich seit Mai 2006.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Zuerst startete ich aus reiner Neugierde auf die Technik. Zuvor hatte ich eine statische Webseite, die ich mit HTML erstellte. Dann schrieb ich, weil es Spaß machte.

Worüber schreibst du?
Mit dem Comicblog habe ich meinem Hobby einen Ort gegönnt. Ich schreibe über von mir gelesene Comics, das Leben mit Comics und graphische Novellen und was es sonst noch um/über Comics und Comic-Verfilmungen gibt. Natürlich kann ich es nicht lassen, nach Frauenthemen zu suchen und freue mich über positiv dargestellte Lesben in Comics, über die ich dann berichte.

Der Blog “Nur ein Blog!” ist nicht nur lesbisch, aber auch lesbisch. Ich gestatte mir, ein bisschen von allem und sowieso zu präsentieren. Es ist ein Blog, in dem ich „Alltäglichkeiten“ sammele, wie z.B. von mir besuchte Frauenveranstaltungen und dokumentiere, resp. erinnere mich schriftlich an sie.

Ich mache Filme und Fotos zu CSDs u.ä., die ich blogge. Ich berichte, wenn ich die Veranstaltung besucht habe, z.B. über die DenkRäume, bei denen Christa Mulack, Frigga Haug, Antje Schrupp, Monika Barz… schon einen Vortrag hielten. (DenkRÄUME ist eine Veranstaltungsreihe im EVAngelischen Frauen-begegnungszentrum, Frankfurt/Main. Frauen sind eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu denken. Bekannte feministische Vordenkerinnen halten Referate und danach gibt es Gelegenheit zum Austausch.) (weiterlesen …)


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„Ich” im Massenmedium

7. Juni 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 40 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

www.MARIAM-FFM.de

Wie heißt du?
Mariam Dessaive

Seit wann bloggst du?
Januar 2010

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Die Idee hatte ich schon länger. Letzten Herbst sah ich einen Film über eine Frau, die ihre Erfahrungen als Köchin ins Netz stellte (Julie & Julia?). Der Reiz: In einem öffentlichen Massenmedium Ich sagen, das war ja bislang verpönt. Themen ansprechen können, die in den „offiziellen“ Medien ausgespart oder einseitig dargestellt werden. Die hergebrachten Medien werden ja noch immer von weißen Männern dominiert.

Worüber schreibst du?
Eigentlich meist über die Erfahrungen, die ich als Neo-Deutsche in letzter Zeit mache. Ich bin halb Deutsche, halb Inderin, lebe praktisch schon immer in Europa, ging bisher als Europäerin problemlos durch, aber in letzter Zeit bekomme ich die massiv gestiegenen Ressentiments gegen Migranten muslimischer Religion zu spüren: Mariam ist ein typischer muslimischer Frauenname, so wie Maria für Christen. Diese Erfahrungen finde ich interessant, weil soviel an Ur-Ausgrenzung drinsteckt, wie Frauen das sowieso kennen. Beispielsweise die Erfahrung der Objekt-Position und wie mühsam es oft ist, ich zu sagen, die Schere im Kopf zu überwinden, die Subjekt-Position einzunehmen. Und zwar öffentlich.
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Mit dem Frühling kommen die Veranstaltungen

20. April 2010 von Helga

Heute gibt es ab 16 Uhr einen Expertenchat auf Think Ing zum Thema Frauen im Ingenieurberuf. Fragen beantwortet u.a. Ulrike Schmidt von LizzyNet. Wer keine Zeit hat, kann bereits jetzt unter www.think-ing.de/expertenchat eine Frage stellen, später wird dort auch das Chatprotokoll einzusehen sein.

Morgen am Mittwoch, den 21. April, hält Fabienne Imlinger einen Vortag im Rahmen der Ringvorlesung Jenseits der Geschlechtergrenzen der Hamburger AG Queer Studies. Ab 19:15 Uhr dreht es sich um das Thema „Der Fall des Hermaphroditen: Hermaphroditismus zwischen Autobiographie und Medizin um 1900”. Im Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079. Auch außeruniversitäre Zuhörer_Innen sind ausdrücklich erwünscht.

Grauer Hintergrund mit lila Schrift: Kinder. Küche. Kämpfe. - darunter in weißer Schrift: Kritische Perspektiven auf Pflege- und Haushaltsarbeit im internationalen Kontext.<br />
Veranstaltungsreihe in Marburg vom 21.04. – 30.06.2010 - daneben die lila Abbildung einer hockende Frau mit Bodenwischer in der Hand

Eine weitere Veranstaltungsreihe beginnt am 21. in Marburg. Bis Ende Juni dreht sich alles um Kinder. Küche. Kämpfe. – Kritische Perspektiven auf Pflege- und Haushaltsarbeit im internationalen Kontext. Das Thema des Einführungsvortrags von Maria Rerrich (Hochschule München) lautet „Care und Gerechtigkeit: feministische Perspektiven der Gestaltbarkeit eines unsichtbaren Arbeitsbereichs“. Ort der Veranstaltung ist das Orientzentrum in der Deutschhausstraße 12 (Hörsaal 00A26).

An der Uni Leipzig gibt es im Sommersemester die GenderKritik-Reihe, so das Emanzenblog. Nachwuchswissenschaftler_innen stellen ihre Forschungsprojekte vor – die Themen reichen von „MonoPoly: Monogamie-Norm und Polyamorie auf dem Spielfeld der Besitzansprüche, Treue des Bekanntgehens” am 22. April bis „Post/ Porn/ Politics. Queer_feministische Perspektiven auf Pornographie und Sex_arbeit”. Jeweils donnerstags um 19 Uhr im Geisteswissenschaftlichen Zentrum (GWZ), Beethovenstraße 15, Hörsaal 2010. Der Eintritt ist frei.

„Homophobie ist heilbar!” lautet das diesjährige Motto der Osnabrücker schwul-lesbischen Kulturtage Gay in May. Am Samstag, den 24. April, geht es mit der Eröffnungsparty los. Ab 22:30 Uhr im Deeman’s (ex con3) in der Neulandstr. 12. Der Eintritt beträgt bis 23 Uhr 5,50 Euro, anschließend 6,50. Bis Anfang Juni gibt es dann noch jede Menge Vorträge, Lesungen, Filme und vieles mehr.

Blauer Schriftzug: lady*FEst MÜNCHEN 23. - 25. 4. 2010 daneben 3 Kästchen male, female, me (angekreuzt)

Ebenfalls am Wochenende (23. bis 25. April) läuft das Ladyfest in München. Diesmal gibt es Workshops u.a. zu den Themen Internationale Abtreibungsrechte, Homophobie in der Linken, Selbstverteidigung oder Stimmtraining. TROUBLE X wird mit einer Ausstellung vertreten sein, ebenso Steffie Müller/rag_treasure und viele andere. Zu hören gibt es verschiedene Bands, etwa krikela und bell´s roar.

Schließlich: An der Fh Frankfurt/Main gibt es am 25. und 26. September 2010 eine Tagung zum Thema Zwischen ‚Action’ und ‚Arterhaltung’ –
Feministische Analysen zur Bedeutung von Geschlecht in der extremen Rechten
. Bis zum 30. April können Interessierte noch Beiträge vorschlagen, siehe den Call for Papers.


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Demos und mehr zum Weltfrauentag

3. März 2010 von Helga

Zum 99. Mal jährt sich am 8. März der internationale Frauentag. Bereits 1910 hatte Clara Zetkin seine Einrichtung auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen gefordert. Nach einer turbulenten Geschichte zwischen Kommunismus und Kapitalismus heißt es in diesem Jahr “Kurs halten! Gleichstellung.”

Die Münchner Stadtfrauenkonferenz ruft bereits am Samstag, den 6. März, zur Demo (siehe auch unser Interview mit der Organisatorin Veronika Dimke). Die Auftaktkundgebung beginnt um 12:30 Uhr am Stachus, von 13 bis 14 Uhr geht es vom Stachus zu Marienplatz – dort wird die Demo mit einem Markt der Möglichkeiten beendet.

Schwarzer Flyer mit gelber Schrift: Demonstration zum internationalen Frauentag - international mutig kraftvoll vereint - Samstag, 6. März 2010 - 12.30 Uhr, Stachus, München - ab 14.00: Markt der Möglichkeiten am Marienplatz mit Ständen, Kultur und offenem Mikrofon - daneben die schwarz-orangene Silhuette einer Frau mit Megaphon

Auch in Frankfurt am Main gibt es am 6. März eine Demo. Unter dem Motto „Im 100. Jahr werden wir Frauen mit unserem gemeinsamen Kampf eine freie Welt erschaffen” geht es um 11 Uhr am Hauptbahnhof los.

In Osnabrück feiern die Gleichstellungsbeauftragten aus Stadt und Landkreis erstmals zusammen – Musik, Unterhaltung und das Kabarett „Macherinnen, Memmen und Mimosen” gibt es am 8. März ab 19 Uhr in der OsnabrückHalle (Anmeldung bis zum 4. März über den Landkreis). Von 14 bis 18 Uhr gibt es bereits eine Feier im Mädchenzentrum Süsterstr. 21.

Auch in in Hamburg gibt es verschiedene Frauentagsfeiern und andere Aktionen, ebenso in Berlin, etwa die Verleihung des Frauenpreises und den Neuköllner Ball.

Erst in einer Woche, am 10. März, gibt es dann in Paderborn eine Lesung mit dem Thema „Auf der Suche… wonach?” Mit Livemusik von den Color-Blinds ab 10 Uhr im Markandu. (via Kommentator_in M.S.)

Auch in anderen Städten gibt es Aktionen – wenn in Eurer Stadt etwas geplant ist, postet es in den Kommentaren.


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