Einträge mit dem Tag ‘Frage der Freiheit’

California Dreamin’

Saturday, May 17th, 2008 von Susanne

Vorgestern verkündete der Oberste Gerichtshof von Kalifornien, dass dort ab sofort homosexuelle Paare heiraten dürfen. Gestern dann verkündete Talkmasterin, Schauspielerin und Comedian Ellen DeGeneres in ihrer Talkshow, sie würde demnächst ihre langjährige Freundin, die Schauspielerin Portia de Rossi, ehelichen.

Und wer diesen Moment sieht, kann am Grad der aufgestellten Unterarmhaare ablesen, wie bescheuert das bisherige Verbot war:

Über Feministing

Hässliches Kleid - ab mit dir ins Gefängnis!

Thursday, May 15th, 2008 von Meredith

Das fast riesigste Ding in den USA - neben Wahlkampf, Waffen und Geschlechtskrankheiten - ist die Prom, das große Schuljahresabschlussfest, dass die Oberstufen der amerikanischen High Schools traditionell ausrichten. Wir Mitteleuropäer kennen die Extravaganza aus High School-Filmen, wo es oft darum geht, dass irgendwelche hässlichen Entleins von tollen Quarterbacks eingeladen werden und dann die Königinnen des Abends werden und ihre Jungsfäulichkeit unter dem Buffet verlieren o.Ä.

Das wichtigste an der Prom ist das Kleid. Es wird mindestens ein Jahr im Voraus geplant (gemeinsam mit dem Date, der Limousine und dem Gesteck und der Mani/Pedi) und kostet normalerweise ein Vermögen, weil es aus viel Stoff und einem raffinierten Schnitt bestehen muss. Für Amerikanerinnen ist dieses Kleid so essenziell, dass zum Beispiel ich, die ich ja nie in den USA gelebt habe, mit 16 ebenfalls mein Prom Kleid plante, in der vollkommen abwegigen Hoffnung, dass sich mir irgendwie eine Gelegenheit bieten würde, es zu tragen.

Die Schülerin Marche Taylor wurde letzte Woche vor ihrer Prom verhaftet, weil sie ein falsches Kleid anhatte. Es bestand weder aus viel Stoff und der Schnitt, naja, war eher reduziert als raffiniert. Seht selbst:

Der Türsteher wollte Marche damit nicht einlassen wg. zuviel SEXY und als sie Stress machte, rief er die Polizei und das Mädchen wurde in Handschellen auf die Station gebracht. Ich meine, bloß weil jemand ein hässliches Kleid anhat, wird sie in-haf-tiert. Ach ja, das Land der unbegrenzten Freiheit.

Aber mal ernsthaft: Es kann ja wohl nicht angehen, dass man überall und ständig halbnackte Frauenkörper sieht, die für Produktwerbungen eingesetzt werden und post-pubertären Mädchen dann der Eintritt auf ihr eigenes Abschlussfest verwehrt bleibt - bloß, weil sie nicht gecheckt haben, dass das, was scheinbar alle anderen Frauen tun, nämlich sich entblößen und SEXY sein, sie nicht sollen. Oder wie?

Arbeit in Zukunft: Digital. Flexibel. Individuell.

Monday, May 12th, 2008 von Susanne

Zeit Online und Tagesspiegel.de berichten über die Empfehlung von Bevölkerungsexperten, wie die Mittelschicht zu “retten” sei und beziehen sich dabei auf die Studie der Deutschen Bank:

Mehr Frauen - auch Mütter - müssten in anspruchsvollere Berufe gelangen. Die Gestaltung der Arbeitsplätze, Karrierechancen und Bezahlung müssten dies unterstützen. (…) Das Schlüsselwort der Zukunft lautet “Projektwirtschaft”. Neue, flexible Formen der Zusammenarbeit, digital unterstützte Arbeitsplätze, mehr Teilzeitarbeit, ein gleitender Wechsel zwischen Beruf und Privatleben werden vor allem den Interessen berufstätiger Frauen entgegenkommen.

Spannend an dieser Veröffentlichung ist vor allem (abgesehen davon, dass sich die Daten nicht so grauenvoll naiv lesen wie in der Originalstudie), dass hier mal das klassische Modell eines erfolgreichen Berufslebens beiseite gelassen wird. Sonst ist das ja die Grundlage jeglicher Diskussionen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Einstieg in den Beruf mit Mitte, Ende Zwanzig, dann die Karriereleiter Schritt für Schritt hoch und zwischendurch Kinder kriegen und aus dem Karrierezug aussteigen oder eben auf Kinder verzichten.

Tatsächlich zeichnet sich ja aber schon heute in unserer Generation ab, dass Karrieren nicht mehr so linear verlaufen werden und dass wir auch etwas ganz anderes unter “Karriere” verstehen: mehr Selbstverwirklichung von eigenen Ideen, weniger Maloche für ein Großunternehmen. Und das ist nicht nur bei den Frauen so, sondern auch unter Männern ändert sich der Karrierebegriff. Profitieren wird davon vor allem das Familienleben.

Deutschland, Schwarz Weiß

Wednesday, April 23rd, 2008 von Barbara
Dieser Text ist Teil 6 von 9 der Serie Die Feministische Bibliothek

(c) C. Bertelsmann Der Bruder des Sexismus heißt Rassismus. In ihrem Buch “Deutschland Schwarz Weiß” macht die Journalistin und Musikerin Noah Sow eine Bestandsaufnahme über den alltäglichen Rassismus in Deutschland. Das Buch hinterlässt zwiespältige Gefühle, einerseits möchte man ihr nur Recht geben, dass sie sich empört über Kolonialreste wie zum Beispiel Figuren von Mohren, die in Restaurants aufgestellt werden oder die Unart einiger Leute, Schwarzen mit den Worten “Sind die echt?” ungefragt die Haare zu zerwuscheln. Andererseits schießt sie dann doch etwas übers Ziel hinaus, beispielsweise dort, wo sie in den Alien-Filmen oder bei Starwars Rassismus postuliert.Stellen, die mir gefallen haben, sind etwa die über Frauenrechte:

Das Allgemeinwissen der weißen Deutschen hinsichtlich Rassismus ist im Groben vergleichbar mit dem “Wissen” der Männer über die Rollen und die Behandlung von Frauen um 1850. Die einen wiegelten ab … , die anderen waren irrational-verwirrt …, der Rest wurde unterschwellig aggressiv. … Damals waren Männer entweder verängstigt, was sie nicht laut sage durften, weil es sich ja um Frauen handelte, von denen sie sich bedroht fühlten, … oder sie waren viel faul, um sich mit dem Thema Frauenrechte ernsthaft auseinanderzusetzen, unter anderem, weil sie das ja garnicht nötig hatten. Die Gesellschaft war währenddessen der festen Überzeugung, dass alles normal sei.

Oder die über Rassismus in den Medien:

Auch das Spiegel-Titelblatt zum Leitartikel “Das Böse im Guten - Die Biologie von Moral und Unmoral” … ziert eine weiße Frau als gut/die Moral, in deren Hinterkopf das Böse/die Unmoral sitzt: die Schwarze Frau. … ein Beispiel für die Tradition dieses Heftes, die weiße dominante und etablierte Sicht von “Schwarz” und “weiß” mit ihrem gesellschaftlichen Kontext aktiv zu bestätigen und aggressiv immer wieder neu zu etablieren. … Auf einem Titelblatt vom September 2007 über China beispielsweise lautete die Headline “Die gelben Spione”. Wie bitte? Gelb? Was soll das aussagen, außer dass die Redaktion rassistischen Assoziationen ganz gern freien Lauf lässt?

Kurz: Ein Buch, das es darauf anlegt, ab und zu in die Ecke gefeuert zu werden. Aber am Ende dann doch zum Nachdenken anregt. Erschienen bei C. Bertelsmann, 14,95 Euro.

Weniger Rechte als ein Kind

Wednesday, April 23rd, 2008 von Susanne

In einem aktuellen Report von Human Rights Watch kommt die Autorin Farida Deif zu dem Schluss, dass saudi-arabische Frauen weniger Rechte haben als Kinder in westlichen Ländern. Denn Frauen müssen sich für jede einzelne Entscheidung in ihrem Leben die Erlaubnis eines Mannes einholen und bei jedem Schritt, den sie tun, eine männliche Begleitung dabeihaben. Farida Deif sagt: “Für saudische Frauen bringt das Erwachsenenleben keinerlei Rechte mit sich, nur Pflichten.”

So bleibt den Frauen der Zugang zum öffentlichen Leben weitestgehend verwehrt. Human Rights Watch empfiehlt deshalb dringende Reformen, unter anderem in Bezug auf die Rechte von Frauen im Gesundheitssystem, auf Bildung und auf Zugang zu öffentlichen Gebäuden.

8-Jährige verklagt Vater und Ehemann

Tuesday, April 15th, 2008 von Susanne

Im Jemen ist eine Achtjährige vor Gericht gezogen, um ihren Vater zu verklagen, der sie mit einem 30-Jährigen verheiratet hat. Die kleine Nojoud Muhammed Nasser sei am 2. April allein ins Gericht gekommen, wo sie nach einem Richter fragte, der die Anklage gegen ihren Vater übernehmen würde.

Außerdem bat sie darum, von ihrem 22 Jahre älteren Mann geschieden zu werden und beschuldigte ihn der sexuellen und häuslichen Gewalt. Der Yemen Times erzählte sie, wie es dazu kam, dass sie selbst zum Gericht ging:

“My father beat me and told me that I must marry this man, and if I did not, I would be raped and no law and no sheikh in this country would help me. I refused but I couldn’t stop the marriage. I asked and begged my mother, father, and aunt to help me to get divorced. They answered, ‘We can do nothing. If you want you can go to court by yourself.’ So this is what I have done.”

Die Anwältin Shatha Ali Nasser sagte, sie planten nun, das Mädchen in die NGO Dar Al-Rahama zu bringen, wo sie ein besseres Leben und eine Ausbildung haben könne.

Proteste gegen Frauenrechte in Bangladesch

Friday, April 11th, 2008 von Susanne

In Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, kam es heute zu Ausschreitungen, als militante Islamisten gegen Pläne der Regierung protestierten, nach denen Frauen die gleichen Rechte wie Männer bekommen sollen, unter anderem im Erbrecht. Dies verstoße gegen die Vorschriften des Korans, argumentieren die Islamisten. In Bangladesch ist der Islam Staatsreligion.

Fahren in Saudi-Arabien

Tuesday, April 8th, 2008 von Barbara

Die Zeit berichtete unlängst:

In Saudi-Arabien haben zwei wahhabitische Eminenzen, Abdel-Mohsin al-Obaikan und Mohsin Awaji, das Fahrverbot für Frauen hinterfragt. Das islamische Recht verbiete Frauen nicht das Führen von Kraftfahrzeugen, sagen sie.

Auch der König von Saudi-Arabien, Abdullah, macht sich für mehr Bewegungsfreiheit von Frauen stark. Seit kurzem dürfen Frauen auch alleine, ohne einen “gesetzlichen Vormund”, sprich einen Mann, in einem Hotel übernachten.

Kopftücher an türkischen Unis

Saturday, February 9th, 2008 von Susanne

Heute hat das türkische Parlament das Kopftuchverbot an den Universitäten aufgehoben. Zehntausende Menschen protestierten in der Türkei gegen diesen Beschluss. Sie fürchten eine Islamisierung der Türkei und dass es bald nicht mehr nur das Recht gibt, ein Kopftuch zu tragen, sondern sogar die Pflicht zum Kopftuch.

Frauenfakten: Das Frauenwahlrecht

Sunday, December 16th, 2007 von Barbara

Wir freuen uns: Heutzutage können Frauen überall auf der Welt wählen, in Deutschland seit knappen 89 Jahren; etwas, wofür Feministinnen lange gekämpft haben. Daran erinnert die Illustration einer Suffragette aus dem Jahr 1905 (Bild über ipu.org).

Nicht wählen können Frauen in Saudi-Arabien - hier wählen nur Männer - , Bhutan - hier gibt es pro Familie nur eine Stimme - , Brunei - hier bestimmt der Sultan - und den Vereinigten Arabischen Emiraten - hier wird das Parlament vom Machtinhaber selbst bestimmt. Und im Vatikanstaat? Dort wählen ausschließlich Kardinäle den Papst; also Männer.

Suffragetten