Einträge mit dem Tag ‘Film’


Sarah Haskins, Uni, Toiletten, Twitter, Protest in Saudi Arabien, HipHop und Alltagssexismen

8. September 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 51 von 152 der Serie Kurz notiert

Sarah Haskins is back! Und schwanger! Über ihre Schwangerschaft berichtet sie auch im verlinkten Clip.

Der Tagesspiegel stellt ein Buch über die Pionierinnen an der Uni vor und berichtet darüber, wie mühsam Frauen sich den Zugang zur Hochschule erkämpfen mussten: “Die über 500 Seiten sind Aufarbeitung deutscher Wissenschaftsgeschichte, Kompendium, Nachschlagewerk für Forschung und Lehre.”

Die Zeit hat einen Artikel mit dem Titel “Die Methode Frau“: Eine Revolution kündigt sich an: Sie wird verändern, wie wir morgen Arbeit und Leben einrichten.

Toilettenschilder

Toilettenschilder

Toiletten – einer der letzten gender-segregierten Orte. HystericalMarissa hat eine beeindruckende Sammlung von Toilettenschildern (auch gesehen im Genderblog).

My Fault, I’m Female hat die besten Anekdoten zu Alltagssexismen: Diesmal über einen verwirrten Kunden in einem Elektronik-Geschäft.

Dass es bei Twitter auch um gesellschaftliche Veränderungen geht, beweist die abortion gang. Sie stellt die spannendsten pro-choice Twitterer_innen vor und erklärt, warum soziale Netzwerke für Aktivist_innen immer wichtiger werden.

Ihr Mann wurde ein Fernsehstar in Großbritannien, aus seiner Angetrauten, Gia Milinovich, wurde „Frau Brian Cox”. Im Guardian beschreibt sie ihr Leben zwischen verliebten Fans, ignoranten TV-Produzent_innen und der Waschküche als „unsichtbare Ehefrau. Ihr einziger Ausweg bisher: Endlich im Dschungelcamp mitspielen und ein Fitnessvideo drehen. Dann doch lieber Hosen waschen.

In Saudi-Arabien sollte es erstmal Kassierinnen an den Supermarktkassen der Firma Panda geben. Nach Protesten, Boykottdrohungen und Fatwas hat Panda seinen Vorstoß dann doch wieder abgebrochen, berichtet die ZEIT. Die Kassiererinnen hätten erstmals auch mit Familien gearbeitet – aufgrund der Geschlechtertrennung bleibt es aber weiter bei wenigen reinen Frauenläden.

Termine nach dem Sprung! (weiterlesen …)


Facebook | |


Herzlichen Glückwunsch…

8. März 2010 von Verena

… an Kathryn Bigelow, die gestern Nacht nach 82 Jahren Academy Awards als erste Frau überhaupt den Oscar für die beste Regie gewonnen hat. Hier ein älteres Interview mit der Regisseurin zu ihrem Kriegsdrama “The Hurt Locker”


Facebook | |


Küchengespräche und Soccer Queens

23. Februar 2010 von Helga

Am Donnerstag beginnen in Wien die FrauenFilmTage. Bis zum 4. März werden unter dem Motto „unsichtbare Rebellinnen” Dokumentar- und Spielfilme aus aller Welt gezeigt. In der Rubrik „Personale” wird die österreichische Regisseurin Karin Berger vorgestellt und verschiedene ihrer Filme vorgeführt. Der Eröffnungsfilm läuft im Filmcasino, die weiteren Filme werden im Filmhaus Kino am Spittelberg gezeigt, der Eintritt beträgt jeweils 7,50 Euro (Ermäßigungen für SchülerInnen und StudentInnen). Aktuelle Informationen gibt es auch über Facebook und Twitter.


Facebook | |


Kick in Iran

19. Februar 2010 von Barbara

Filmplakat "Kick in Iran", (c) F. Abdollahyan

Sara Khoshjamal-Fekri ist die erste weibliche Sportlerin aus dem Iran, die sich im Fach Taekwondo für die Olympischen Spiele qualifiziert hat. Sie reiste 2008 nach Peking. Die deutsche Regisseurin Fatima Abdollahyan, die für “Kick in Iran” zum Sundance Festival eingeladen wurde, hat die iranische Sportlerin und ihre Trainerin über mehrere Jahre begleitet und einen Film über das Training und die Vorbereitungen für die Wettkämpfe gedreht. Für den Zündfunk habe ich Fatima Abdollahyan gemeinsam mit meinem Kollegen Noe Noack interviewt. Im Gespräch, das als Podcast nachzuhören ist, erzählt sie über Sportlerinnen in Teheran und den ganz normalen Alltag dort – inkl. Demonstrationen, Handyverbot, Googlemail-Verbot. Mehr über den wirklich sehenswerten Dokumentar-Film “Kick in Iran” gibt es auf der dazugehörigen Website.


Facebook | |


Que(e)rbeet

9. Januar 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 21 von 152 der Serie Kurz notiert

Das neue Jahr bringt uns eine Menge Rückblicke:

Auf salon.com erfährt man mehr über das lebendige feministische Jahr 2009 und auf stilettorevolt.com wurden die besten zehn Filme 2009 gekürt, die entweder von Frauen gemacht wurden und/oder starke Frauen-Charaktere präsentierten.

KinoliebhaberInnen kommen auch bei diesem Rückblick auf eine Dekade queere Filme auf ihre Kosten:

Während in den 1990er die “inoffizielle Geburt von queeren Filmen” stattfand, konnte man in den letzten zehn Jahren einen kleinen Aufschwung der queeren Filmszene beobachten. Auf windycitymediagroup.com  beschreibt Richard Knight, Jr. sehenswerte LGBT Filme.

Ein Hoch auf Portugal: Mit den Stimmen der SozialistInnen und mehrerer kleiner linker Gruppierungen wurde in Portugal die Homoehe eingeführt. Kinder adoptieren dürfen Schwule und Lesben weiterhin nicht – berichtet taz.de.

Auf thefbomb.com, ein Blog für und von jungen FeministInnen im Jugendalter, beschreibt die lesbische Trans Steph, warum sie der Gay Pride Bewegung kritisch gegenübersteht.

Ein Artikel auf timesofindia.com erzählt uns von den feministischen Bewegungen in Indien - Feminism India-Style eben.

Jessica Valenti von feministing.com spricht über ihren größten Karrierefehler (inklusive Skript).

Auf salon.com stellt man die kontroverse Frage, ob erzwungene Sterilisation jemals OK sei (insbesondere angesichts der Tatsache, dass erzwungene Sterilisation in den USA Geschichte hat).

Laut spiegel-online.de rechnet das Deutsche Jugendinstitut damit, dass in den kommenden Jahren deutlich mehr Kita-Plätze gebraucht werden als bislang erwartet. Den von der Bundesregierung für 2013 angepeilten Bedarf von Plätzen für 35 Prozent der Kleinkinder halten die Experten für viel zu niedrig.

Auch Schlafen sei ein feministisches Thema – so zumindest Ariane Huffington von huffingtonpost.com.

Die lustigste Nachricht der letzten Tage kam über TPM: Bristol Palin ist Botschafterin der Candie’s Foundation, für die sie Abstinenz unter Jugendlichen propagiert. Erinnerung: Palin ist neunzehn Jahre alt und alleinerziehende Mutter eines einjährigen Sohns.


Facebook | |


Abortion Democracy gucken

16. November 2009 von Helga

Seit einem Jahr tourt Sarah Diehl bereits mit ihrem Film Abortion Democracy: Poland/South Africa (siehe auch unser Interview mit ihr) über die Welt. Wer noch keine Gelegenheit hatte den Film zu sehen, kann dies nun nachholen. Bis Januar 2010 gibt es verschiedene Aufführungen in Deutschland:

18. November 2009 – Berlin
25. November 2009 – Berlin
26. November 2009 – Hamburg
14. Dezember 2009 – Jena
15. Dezember 2009 – Köln
1. Januar 2010 – Hamburg
12. Januar 2010 – Münster
14. Januar 2010 – Merseburg
26. Januar 2010 – Slubice (Polen)

Mehr Informationen und die Möglichkeit zur DVD-Bestellung gibt es auf abortion-democracy.de.


Facebook | |


Ins Kino oder nicht ins Kino

20. Juli 2009 von Helga

Die nackte Wahrheit

Regel #1:
Niemals kritisieren. Männer sind unfähig zu Entwicklung, Veränderung und Fortschritt.

Regel #2:
Über alles lachen, egal was er sagt, auch wenn es nicht lustig ist. Ein gefaktes Lachen ist wie ein gefakter Orgasmus und ein gefakter Orgasmus ist besser als gar kein Orgasmus.

Regel #4:
Rede nie über deine Probleme. Männer hören weder zu noch kümmert es sie. Wenn wir euch fragen “Wie geht’s”, ist das der Männer-Code für “Lass mich dich von hinten fi**en.”

Mit diesen und weiteren 7 “nackten Wahrheiten über Männer und Frauen” wirbt derzeit Sony Pictures für den Film “Die nackte Wahrheit”/”The ugly truth”. Der beste Beweis seit langem, warum Sexismus auch Männern schadet.

Aber es gibt auch vielversprechende Filme. Hier einer, den ich definitiv schauen werde: Drew Barrymore gibt mit “Whip It!” ihr Regiedebüt. Leider steht der deutsche Starttermin noch nicht fest.


Facebook | |


“Abortion Democracy” im Kino

10. Juli 2009 von Barbara

Kinozeit:  Der Film Abortion Democracy: Poland/South Africa von Sarah Diehl (ein Interview mit ihr gibt es hier) wird am 14. Juli 2009 um 20 Uhr im Kino BABYLON in der Rosa-Luxemburg-Straße 30 in Berlin gezeigt.

Ein Film, der zum Nachdenken mehr als anregt – hinterher gibt es deswegen eine Diskussionsrunde mit der Regisseurin Sarah Diehl, Gisela Notz (Bundesvorsitzende pro familia e.V.) und Sybill Schulz (Familienplanungszentrum Berlin – Balance).


Facebook | |


Kurzfilmwettbewerb

9. April 2009 von Barbara

Das Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung startet einen Kurzfilmwettbewerb zum Thema “Gender (is) Happening”. Gründe dafür gibt es dieses Jahr viele, so die Pressemitteilung:

  • 60 Jahre Grundgesetz
  • 60 Jahre “Das andere Geschlecht” von Simone de Beauvoir
  • 30 Jahre Berliner Christopher-Street-Day
  • 20 Jahre Mauerfall und Annäherung von
    Emanzipationsbewegungen in Ost und West

Deshalb findet vom 6. bis 11. Juli 2009 das “Gender Happening” des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin statt. Für den 10. Juli, den Filmtag, werden Kurzfilme (maximal 10 Minuten Länge) gesucht, die sich unter dem Motto “Gender (is) Happening” auf kritische und ästhetisch interessante Weise mit Geschlecht auseinandersetzen.

Einsendeschluss ist der 1. Juni. Das Preisgeld in Höhe von 1000 EUR geht an die drei besten künstlerischen Arbeiten. Mehr Infos unter www.gwi-boell.de.


Facebook | |


Abortion Democracy

18. Dezember 2008 von Barbara

(c) Sarah DiehlSarah Diehl, geboren 1978, ist Dokumentarfilmerin und Autorin (ihr Buch „Brüste kriegen“ wurde 2004 im Verbrecher Verlag veröffentlicht). Sie hat in Eigenregie den Film „Abortion Democracy: Poland/South Africa“ gedreht. Ein Film, der sich einerseits an das Personal in Krankenhäusern wendet, „denn nur wenn diese Menschen Abtreibung als Menschen- und Frauenrecht wahrnehmen, werden Frauen auch Zugang zu einer sicheren Versorgung haben“. Daneben will sie die Politik erreichen, deutschlandweit sowie auf EU-Ebene und bei der UNO, damit die Perspektive der betroffenen Frauen gesehen wird und nicht nur auf einer rein theoretischen Ebene über Schwangerschaftsabbruch spekuliert wird, fern von den einzelnen Schicksalen.

Dein Dokumentarfilm „Abortion Democracy: Poland/South Africa“ ist gerade erschienen. Warum hast du dich auf die Länder Polen und Südafrika beschränkt?

Die beiden Länder stehen exemplarisch dafür, wie unterschiedlich Frauenrechte in einer Demokratie beurteilt werden: Die Solidarnosc-Regierung in Polen hat Anfang der neunziger Jahre Abtreibung fast vollständig illegalisiert, da sie sich somit die Unterstützung der katholischen Kirche sichern wollte. Südafrika hat Abtreibung im Zuge der Reform des Gesundheitssystems nach dem Ende der Apartheid legalisiert, da sie die Ungerechtigkeit und Notwendigkeit gerade für arme Frauen anerkannten.

Das Interessante ist, dass die Zahl der Abtreibungen und der Zugang zu sicheren Eingriffen nicht nur damit zusammenhängen, ob Abtreibungen legal oder illegal sind. In Polen ist es etwa trotz der Strafbarkeit relativ leicht, an eine illegale aber sichere Abtreibung zu kommen: Für ein entsprechend hohes Honorar bieten viele Ärzte – die deshalb auch ein großes Interesse haben, dass Abtreibung illegal bleibt und sich auch öffentlich gegen Abtreibung aussprechen – den Eingriff an. In Südafrika, wo Abtreibungen dagegen offiziell legal sind, haben es Frauen oft schwer, Zugang zu Informationen und sicheren Eingriffen zu bekommen, weil die Mentalität des Gesundheitspersonals nach wie vor konservativ und wertend ist und die Gesundheitsversorgung allgemein sehr schlecht ist.

Bei meiner Recherche habe ich erkannt, dass nur ein fundamentaler Wandel der Einstellung zu Abtreibung und Verhütung sicherstellen kann, dass Frauen tatsächlich die Möglichkeit haben, sich für oder gegen eine Schwangerschaft zu entscheiden. Wenn Ärzte sich aus moralischen Gründen weigern, den Eingriff durchzuführen oder die Pille herauszugeben, hilft auch eine gesetzliche Legalität des Abbruchs nicht. Außerdem wird Abtreibung oft von politischen Parteien instrumentalisiert, um Wählerstimmen zu bekommen, – das passiert vor allem in Nord- und Südamerika ganz massiv – denn es ist immer leicht sich als „Lebensschützer“ zu inszenieren, wenn man die Perspektive und das Leiden der Frauen verschweigt.

Viele Frauen kommen in deinem Film zu Wort und sprechen vor der Kamera über ihre Erlebnisse und Erfahrungen. Du betonst „the importance to speak out“ – welche Öffentlichkeit hat das Thema Schwangerschaftsabbruch derzeit? Und wie vergleichst du die Öffentlichkeit in Deutschland damit?

Zwar war Abtreibung ein Hauptmotiv für die westliche Frauenbewegung in den sechziger und siebziger Jahren, aber seither ist es relativ still darum geworden. Sogar Anfang der neunziger Jahre, als in Deutschland das Gesetz im Zusammenschluss von Ost- und Westdeutschland zwischen den Parteien neu ausgehandelt wurde, gab es kaum feministische Mobilisierung für eine komplette Legalisierung des Abbruchs. Abtreibung ist hier immer noch illegal aber geduldet, deshalb kann der Zugang dazu willkürlich erschwert werden. Die Zwangsberatung stellt in dem Zusammenhang ein großes organisatorisches Problem gerade im ländlichen Gebiet dar. Außerdem müssen jährlich noch etwa 1300 deutsche Frauen nach Holland reisen, um eine sichere Abtreibung zu bekommen und es gibt auch hier viele Fälle, wo arme und illegalisierte Frauen versuchen, selbst einen Abbruch vorzunehmen, was schlimme gesundheitliche Risiken birgt.

Ich denke, es muss genau im Auge behalten werden, wie sich bereits international vernetzte Abtreibungsgegner auch hier organisieren und versuchen, die Diskurshoheit über Abtreibung zu gewinnen. Gerade wurde ein Urteil des Bundesgerichtshofes gefällt, das besagt, dass ein Arzt einer Abtreibungsklinik als „Tötungsspezialist für ungeborene Kinder“ bezeichnet werden darf. Eine städtische Klinik in Passau stellt Ärzte nur an, wenn diese ein Dokument unterschreiben, das besagt, dass sie niemals Abbrüche vornehmen würden. Gerade wird ein neues Gesetz zur Spätabtreibung verhandelt, das auch Abtreibung allgemein in Frage stellen wird. Und in mehreren deutschen Großstädten gibt es jedes Jahr immer größere Demonstrationen von sogenannten „Lebensschützern“.

Abtreibung ist ja doch ein Evergreen-Thema für Feministinnen. Wie sollte der Schwangerschaftsabbruch deiner Meinung nach geregelt werden?

Leider ist Abtreibung keineswegs ein Evergreenthema für Feministinnen. Auch heute ist das Thema kaum noch präsent, was meiner Vermutung nach zwei Gründe hat:
Erstens fokussieren sich feministische Gruppen oder die Gender Studies entweder auf Identitätspolitik oder auf die Dekonstruktion von Geschlecht. Dabei wurde bisher außer Acht gelassen, dass sich Themen wie Abtreibung oder Verhütung sehr wohl anbieten, Geschlechterkonstruktionen zu hinterfragen. Die Institution der Heterosexualität bezieht ihre natürliche Legitimation vor allem aus der zweigeschlechtlichen Reproduktion. Diese zu unterlaufen, die gesellschaftliche Konstruktion von Mütterlichkeit und Väterlichkeit zu hinterfragen und sich dem ‚natürlichen’ Schicksal durch einen Schwangerschaftsabbruch zu verweigern, sind für die Dekonstruktion der Kategorie Gender sehr hilfreiche Tools. Aber wenn es bei feministischen Themen um sexuelle Selbstbestimmung geht, wird der Schwangerschaftsabbruch da leider oft nicht mehr mitgedacht. Schwangerschaft und Abtreibung werden oft leider als Thema des Second Wave- und des Differenzfeminismus abgehakt. Zudem wird das unter jungen Feminist/innen populärere Queering normalerweise mit der Überschreitung der Geschlechtergrenzen zwischen männlich und weiblich und mit offen zur Schau gestellter sexueller Nonkonformität verbunden – und nicht mit einer heimlichen Verweigerung innerhalb einer Geschlechterrolle.

Zweitens glaube ich, dass Frauen suggeriert wird, dass sie nun besser mal Ruhe geben und vor allem nicht mehr auf das moralische Recht auf den Abbruch beharren sollten, so dass sie sich nicht mehr trauen, ein so tabuisiertes Thema offen anzusprechen und auf die ganzen Probleme der neutralen Informationsbeschaffung, der Organisation und des Zugangs zu Abbrüchen hinzuweisen. Die meisten westlichen Frauen denken eben, sie kriegen schon irgendwie einen Abbruch, wenn sie einen brauchen und wollen sich mit diesem stigmatisierten Thema nicht weiter befassen. Dabei vergessen wir auch gerne unsere Schwestern aus dem Süden, ebenso wie arme, ungebildete und illegalisierte Frauen: Weltweit stirbt laut WHO alle sieben Minuten eine Frau an einem unsicheren, weil illegalen Abbruch. Dies bezeugt nur, wie groß der soziale und ökonomische Druck für Frauen bei einer ungewollten Schwangerschaft ist: Die Frauen riskieren alles dafür. Sexualität lässt sich nicht vollkommen disziplinieren, vor allem nicht wenn die Verantwortung dafür immer noch auf Frauen abgewälzt wird und auch bei gewissenhafter Verhütung kann es zu Pannen kommen. Da Frauen immer der Willkür von Gesundheitspersonal und Politikern ausgesetzt sind, denke ich ist es sogar notwendig ein Recht auf Abtreibung zu formulieren und es endlich aus dem Strafgesetzbuch rauszuholen.

„Abortion Democracy: Poland/South Africa“. Deutschland 2008. Regie: Sarah Diehl. 50 Min. Infos, Bilder und Aufführungstermine unter www.abortion-democracy.de; dort gibt es auch die Möglichkeit, den Film auf DVD zu kaufen.


Facebook | |



Anzeige