Einträge mit dem Tag ‘Film’


Beratung für Frauen mit Behinderung, Zwangsheterosexualisierung, Björk und Musik-Biz-Sexismus – kurz verlinkt

28. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 264 von 264 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links
Mädchen und Frauen mit Behinderungen erfahren besonders häufig Gewalt. Aus diesem Grund wird gerade die Internetplattform suse-hilft.de aufgebaut, auf der – möglichst barrierefrei – nach Informationen und Ansprechpersonen recherchiert werden soll: “Wo finde ich bei mir in der Nähe eine Therapeutin, die Gebärdensprache oder Leichte Sprache kann? Wo finde ich eine Anwältin, die sich mit dem Thema auskennt? Welche Selbstbehauptungstrainerin in der Nähe macht Kurse auch für behinderte Frauen?” Das Projekt benötigt noch Geld und kann über betterplace.org unterstützt werden.

Das Oberlandesgericht in Celle hat abgelehnt, dass in einer Geburtsurkunde der Eintrag “inter” oder “divers” geführt werden kann.

Homofeindlichkeit und Zwangsheterosexualisierung in der Therapie, Fall 472136127: Nun zog ein Betroffener vor Gericht, berichtet die taz.

Noch bis zum 01. März können bei filia. die frauenstiftung Projektideen zur Mädchenförderung eingereicht werden, um Gelder von bis zu 5000€ zu erhalten.

Der Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde hat einen Offenen Brief zur M-Straße in Berlin, Dieter Hallervorden und kolonialrassistischen Kontinuitäten verfasst.

Das LOTTA-Magazin gibt “Stichworte zur Gründungsgeschichte” der NPD, die 2015 im 50. Jahr besteht.

englischsprachige Links

Wenn Schauspieler die gleichen nervigen Fragen beantworten müssten wie Schauspielerinnen (Kleid, Haar, Make-Up, Gewichtsabnahme…), dann würden die sich wundern: Kevin Spacey hat sich gewundert.

Als Geologen in den 1950ern anfingen den Meeresboden des Atlantiks mit Sonargeräten zu vermessen, durften Frauen nicht mit auf die Boote (weil sie natürlich Unglück brächten). Aus dem Datenmaterial die erste wirklich detaillierte Karte hat dann aber doch eine Frau erstellt: Marie Tharp. Mental Floss zeichnet ihre Geschichte nach und wie sie an den Grundfesten der Geologie rüttelte.

Egal welche Krankheit eine dicke_fette Person hat und wie sie behandelt werden könnte, erst einmal abnehmen lassen? Ja, es gibt Mediziner_innen die so etwas empfehlen. Dances With Fat nimmt die Empfehlung auseinander.

MTV stellt 12 neue queere Hip Hop Acts vor.

Ein neues Album der isländischen Sängerin Björk erscheint und in einem Interview hat sie erstmal sehr ausführlich über den im Musikbusiness erlebten Sexismus gesprochen. Feministing greift diese Aussagen in einem Artikel zu Björk und überhaupt “mansplaining” auf. Slate nimmt die Aussagen als Anlass, um Zitate von weiteren Künstlerinnen (so unterschiedliche wie Solange Knowles, Grimes und Taylor Swift) zusammenzustellen.

Celebrating the Love between Queer Women of Color – In 25 Gorgeous Photos!” – präsentiert Everyday Feminism.

Bei Flavorwire zerlegt Judy Berman Jonathan Chaits Artikel im New York Magazine, der “Political Correctness” als Einschränkung der (linksliberalen) Meinungsfreiheit bezeichnete.

Termin in Berlin:

04. Februar in Berlin, ab 19.00 Uhr: Lesung und Filmvorführung mit der simbabwischen Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga.


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Dickes_Fettes Empowerment, Nice-Guy-Seximus und Asylpolitik – kurz verlinkt

14. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 262 von 264 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Magda spricht im Interview mit Raum für Notizen (ALEX Berlin) über Dickenfeindlichkeit, Queer_Feminismus und das Musikmachen.

Wenn rechtspopulistische Kreise gewinnen: Zu den Debatten um Sexualpädagogik und Antidiskriminierung” schreibt Heinz-Jürgen Voß auf Das Ende des Sex.

kritisch-lesen.de hat ein Interview mit der Wissenschaftlerin und Aktivistin Silvia Federici übersetzt und veröffentlicht. Es geht um Care-Arbeit und ihren Stellenwert in emanzipatorischen Debatten.

Und noch ein tolles Interview: Christine Stonat von Weird hat mit Künstler_in Yori Gagarim über seine_ihre Arbeit gesprochen.

Interview Nr. 4 in der heutigen Linksammlung: ein kurzes Gespräch mit Undine de Rivière, Pressesprecherin des Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen, hat Anne Hünninghaus für pressesprecher.com geführt.

Fußballschiedsrichterin Bibiana Steinhaus ist vergangene Woche zur Weltschiedsrichterin gewählt worden, berichtet die HAZ. Herzlichen Glückwunsch!

Das Migazin erläutert, welchen Einfluss die angestrebten Staatsverträge mit muslimischen Religionsgesmeinschaften in Berlin und Niedersachsen auf das Kopftuchverbot für Lehrerinnen haben könnten.

Der rbb berichtet: Hunderte Geflüchtete protestierten jahrelang in Berlin gegen die deutsche Asylpolitik – auf dem Oranienplatz und in einer besetzten Schule. Im vergangenen Jahr sagte der Senat ihnen eine umfassende Prüfung ihrer Einzelfälle zu. Das vorläufige Ergebnis: Nur drei der Geflüchteten erhalten Bleiberecht. (Siehe dazu auch unser Dossier Asyl, Flucht und Protest.)

“Charlie Sein oder Nichtsein?” – die Süddeutsche Zeitung trägt Stimmen zusammen.

Englischsprachige Links

Ein sehr beeindruckender Poetry Slam von drei Teenagern, die in 3,5 Minuten (fast) alle Themen auf den Tisch packen: Armut, Rassismus, Ausbeutung, Homofeindlichkeit und (sexualisierte) Gewalt.

Vom 15. bis 21. Juni findet das ShanghaiPRIDE Film Festival statt. Beiträge können eingereicht werden!

Michael Tedder schreibt bei Pitchfork über “Nice Guy”-Sexismus im (Alternative/Indie)Rock – propagiert auch von dem extrem erfolgreichen Popmusiker Ed Sheeran.

Unterschiede in medialen Berichterstattungen zu den Anschlägen in Paris und den Anschlägen in Nigeria kommentiert Matt Schiavenza bei The Atlantic.

Termine in Berlin und Frankfurt am Main

15.01. in Berlin: “„…dass Frauen da nicht viel zu sagen haben und eigentlich an den Kochtopf gehören.“ – Geschlechterstereotype im Blick auf das Netzwerk des NSU”: NSU-Watch lädt ein zu einer Diskussionsveranstaltung im Projektraum/Hermannstr. 48 (Facebook-Link).

17.01. in Berlin: “Oury Jalloh – Oranienplatz – Ohlauer Strasse. The Impact of European Refugee Policy in Europe“. Anlässlich des zehnjährigen Jahrestages des Todes von Oury Jalloh findet eine szenische Lesung von The Most Unsatisfied Town von Amy Evans und eine Podiumsdiskussion statt.

22.01. in Berlin: Lesung der senegalesischen Schriftstellerin Ken Bugul. (FB-Link)

30.01. in Frankfurt: Storytelling Salon – Vier Geschichten über “Bewegung”: Eine Auftaktveranstaltung zum dritten Black History Month in Frankfurt.


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Gemeinsames Sorgerecht, ‘Passing’ und Vorsätze für 2015 – kurz verlinkt

8. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 260 von 264 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Das Portal Filmlöwin ist gelauncht: “Mit einer ausschließlich feministischen Perspektive will FILMLÖWIN Filmen von und über Frauen nicht nur zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen, sondern auch einen entscheidenden Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in der Filmproduktion leisten und für die Themen Sexismus und Diskriminierung von Frauen im Spielfilm sensibilisieren.”

Gemeinsames Sorgerecht per default? Klingt erst mal gut und nach geteilter Verantwortung. Was das praktisch jedoch bedeuten kann, beschreibt Sarah Jäggi in der ZEIT anhand eines Beispiels aus der Schweiz.

Die antifaschistische Zeitung LOTTA hat einen Sonderdruck zum Schwerpunktthema Antifeminismus heraus gegeben.

In Stuttgart findet ein Gynäkologe, der ambulante Schwangerschaftsabbrüche vornimmt, keine neuen Klinikräume. Fundamentale ChristInnen schüchtern potentielle Vermieter_innen ein, berichtet die taz.

Vanja wurde in der taz zur Kampagne für eine dritte Option interviewt: „Ich bin weder Mann noch Frau“.

englischsprachige Beiträge

“Don’t change, just because your body does.” ist das Motto von butchbaby. Nach eigenen Angaben: “The first androgynous alternity pregnancy wear for queer individuals.

[Inhaltshinweis: Cissexismus, Suizid] Zu Leelah Alcorn, einer siebzehnjährigen Trans*frau, die sich Ende Dezember das Leben nahm, und den Reaktionen auf ihren Tod, schrieb A Cunt Of One’s Own.

I AM (HEAR) ist ein Videoprojekt von Olympia Perez für Black Girl Dangerous im Rahmen des “MagniFLY! A Video Visibility Project For Trans Women of Color”:

Vor dem Büro der Schwarzen Bürger_innenrechtsorganisation NAACP in Colorado Springs explodierte am Dienstag eine Bombe.

Zum gestrigen Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris schreibt Richard Seymor bei Jacobin.

Auf ravishley schreibt Jetta Rae über das Konzept von “passing” in einem bestimmten Geschlecht (“We want to live our truth, but that requires “living,” which may necessitate mimicry. Some women get their hair cut like Tina Fey to look attractive—others to avoid harassment when outside of their homes.”), über Frauenbilder, die eh nur für wenige erfüllbar sind, und warum sie nicht mehr (ständig) trotzdem versucht diese zu erreichen.

Vor 80 Jahren veröffentlichte National Geographic einen Artikel mit dem Titel “Manless Alpine Climbing: The First Woman to Scale the Grépon, the Matterhorn and Other Famous Peaks Without Masculine Support” – das Bitch Magazine nimmt u.a. das Jubiläum zum Anlass, um in die Geschichte von Bergsteigerinnen und Klettererinnen zurück zu schauen.

Ein Schwarzer James Bond? Zeter! Mordio! Kulturverfall! Zu den rassistischen Reaktionen auf den Vorschlag, Idris Elba als den neuen 007 zu besetzen, berichtete Shakesville.

Und zu guter Letzt: Bei der Washington Post erzählen feministische Aktivist_innen, was sie in 2015 zu erreichen hoffen.

Termine Berlin und Halle

15.01. 2015 in Halle: Mädchenmannschafts-Autorin Sabine Mohamed spricht zu  “Schwarzer Feminismus in Deutschland – Black Feminism is not white feminism in Black face“.

30. und 31.1. 2015 Berlin: Fachtagung “Audre Lorde’s Germany“.


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#feministsarehot, #schauhin, Breaking Bad – die Blogschau

6. September 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 255 von 267 der Serie Die Blogschau

Eine ausführliche Besprechung von Marlene Streeruwitz´ Roman “Nachkommen” hat Melusine Barby für Gleisbauarbeiten verfasst.

#feministsarehot? Fallstricke lauern bei verkürzendem Hashtag-Aktivismus hier und da. Einen greift Heng bei Tea-riffic auf: “Als eine dieser berüchtigten haarigen, dicken, lesbischen_typenhassenden, nicht-weißen, veganen Feministinnen, vor denen seit Jahrzehnten in den Medien gewarnt wird, habe ich es endlos satt, dass sich von “Menschen wie mir” abgegrenzt werden muss.”

Ebenfalls bei Tea-riffic, aber ein anderes Hashtag: Angesichts von rassistischen Übernahmeversuchen des Hashtags #schauhin fordern die Aktivist_innen der Kampagne dazu auf, das Hashtag zurück zu erobern. Sie haben einen Film gedreht, der noch einmal zeigt, was es mit dem sogenannten “umgekehrten Rassismus” auf sich hat.

Nadia stellt bei Shehadistan den Film “The Women of The Assad Opposition” vor und verlinkt ihn netterweise auch direkt zum Anschauen.

Viele Links und Infos rund ums Thema “Nähen für große Größen” hat Ringelmiez zusammen getragen.

Im Mai sollte Simran Sodhi aus Berlin ausgewiesen werden, was zum Glück verhindert werden konnte. In einem Interview mit ihrem Team von With Wings and Roots erzählt sie von ihren Erfahrungen in diesem Prozess, vom Kampf gegen die Ausweisung und von ihrer Arbeit.

Es gibt ein neues Blog zu den Verschränkungen von Rassismus, Fat Shaming und Heterosexismus: Hier ist Schwarz Rund.

Platt sexistische Werbung und kein Ende – diesmal proudly presented von Borco, Herstellerfirma von Sierra Tequila und Paloma Lemonade. Genderfail kauft das nicht.

Einen Videobeitrag zum Thema “Haare, menschliche Grenzen und mixed People” hat Wurzelfrau für uns bereit gestellt.  Schwarz Rund hat diesen Beitrag aufgegriffen und dazu noch etwas aus ihrer Perspektive geschrieben.

Kontextfrei und Spaß dabei? Steinmädchen kritisiert die selbsterklärte Anti-Stigma-Kampagne Ich bin in Therapie, weil sie den Kontext ausblendet, in dem psychiatrische Diagnosen und das Reden von psychischer Krankheit stehen.

Welche Serienheld_innen geliebt und welche gehasst werden, hat auch mit Sexismus zu tun. Auch bei der weit und breit gefeierten Serie “Breaking Bad”, wie Antiprodukt zeigt.

Jayrôme hat auf seinem Blog eine neue Rubrik gestartet: “In Ein Hoch auf …! möchte ich Trans* und gender queer Menschen aus dem deutschsprachigen Raum, die meine Bewunderung hervorrufen, jeden Monat mit einem Text würdigen.” Den Anfang macht seine schöne Freundschaftserklärung an den Musiker MSOKE.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Feindliche Lehrer_innen, gefährliche Esoterik, Verunglimpfung des Staats – kurz verlinkt

5. Juni 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 238 von 264 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Wien’s Werbewatchgroup gegen sexistische Werbung ist jetzt auch auf Facebook.

Emy Fem arbeitet seit vier Jahren als Trans*-Sexarbeiterin und gibt ihr professionelles Wissen an Kolleginnen weiter. Im Dezember letzten Jahren gab sie erstmals einen Workshop für Trans*-Sexarbeiterinnen auf der Berliner Frobenstraße. Im Interview auf dem Blog der Aidshilfe erzählt sie unter anderem davon.

Ein lesbisches Paar aus Kirgistan soll von Deutschland nach Polen abgeschoben werden. queer.de berichtet über eine Petition dagegen und die Schikanen, die das Paar, aber auch andere LGBT-Flüchtende, ertragen müssen.

Das neue an.schläge-Magazin erscheint und wie immer gibt es auch einige Texte online zu lesen. Zum Schwerpunktthema erläutert Claudia Barth, was Esoterik gefährlich macht und Alexandra Strickner spricht über TTIP („Transatlantic Trade and Investment Partnership“) und welche Auswirkungen es insbesondere auch auf Frauen haben würde.

In Berlin erstatteten Polizeibeamt_innen Anzeige wegen “Verunglimpfung des Staats” gegen Teile eines Hausplakats, das an den Bombenanschlag des NSU am neunten Juni 2004 in Köln erinnert, und beauftragten die Feuerwehr, den Satz “NSU: Staat & Nazis Hand in Hand” zu entfernen.

“Entwicklungshilfe für den deutsch-deutschen Kulturbetrieb” – im Migrazine berichten Azadeh Sharifi und Bahareh Sharifi über das Bündnis Mind The Trap.

Im Rahmen ihrer Masterarbeit führt eine Bieldefelder Studierende eine Umfrage durch zu Vielfalt am Arbeitsplatz – gleichgeschlechtliche Lebenskonzepte und Erwerbsarbeit

“Auslese, Perfektionierung und die Last der Entscheidung” – eine Diskussion zur Pränataldiagnostik auf freie-radios.net.

englischsprachige Beiträge

Fünf Jahre nach dem Mord an Dr. George Tiller, dem Arzt einer Praxis in Kansas, die Abtreibungen vornahm, führen Mitarbeiterinnen und eine neue Ärztin die Praxis fort. Wie MSNBC berichtet, sind sie weiterhin mit Belästigungen, versuchter Sabotage und Morddrohungen konfrontiert – insbesondere im Kontext der sich ständig verschärfenden Abtreibungsrechteinschränkungen in Kansas und anderen US-Bundesstaaten.

Bei Shakesville antwortet Melissa McEwan auf “geek guys'”-Beiträge zu Elliot Rodger und den Sexismus und die Objektifizierung, die vielen dieser Texten zugrunde liegen.

Am ersten Juni starb Yuri Kochiyama im Alter von 93 Jahren. Autostraddle erinnert an die Aktivistin, die auch – aber nicht nur – im Civil Rights Movement der USA engagiert war. Bei Racialicious wird noch einmal expliziter herausgearbeitet, wie Kochiyama intersektionellen Aktivismus vorgelebt hat.

Über ihre Erfahrungen mit weißen Lehrer_innen und wie white supremacy in der Schule installiert wird, schreibt Mia McKenzie bei Black Girl Dangerous.

 Janet Mocks offener Brief an eine junge trans Frau of Color, die immer noch – ohne Anklage – in einem Gefängnis sitzt: Mock verweist auf die vielen gewaltvollen Erfahrungen von trans Frauen und die wenigen ‘Highlights’ des aktuellen Aktivismus, sie schreibt darüber wie wichtig ihr Maya Angelou war und verbindet Lebensgeschichten verschiedener Schwarzer Frauen.

Termine

Berlin: Am 5. Juni findet in Frauenkreise die Buchvorstellung “Zweimal verfolgt. Eine Dresdner Jüdin erzählt” statt. Das Buch ist Ergebnis zahlreicher Gespräche, die die Autorinnen Carolyn Gammon und Christiane Hemker mit Johanna Krause bis kurz vor ihrem Tod 2001 geführt haben.

Mannheim: Am 28. und 29. Juni gibt es zahlreiche Kurzfilme beim Girls Go Movie Festival. Das Festival richtet sich an Frauen und Mädchen im Alter von 12 bis 27 Jahren.


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Was wir von Steubenville über r*p*e culture lernen, Part 2

8. April 2014 von Charlott

[Inhalt: sexualisierte Gewalt, Victim Blaiming, R*p* Culture; Auschreibung von r*p* und V*rg*w*lt*g*ng – gilt auch für Links]

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich hier an dieser Stelle darüber geschrieben, wie sich der Steubenville-Fall zu einem Paradebeispiel dafür entwickelt, wie rape culture funktioniert. Zur Erinnerung, worum es in dem Fall eigentlich ging, die Zusammenfassung aus meinem damaligen Artikel:

Am 11. August 2012 erfährt eine 16-jährige Schülerin nach einer Party von zwei gleichaltrigen Mitschülern mehrfach sexualisierte Gewalt. Teile dieser Gewaltakte werden darüber hinaus gefilmt und fotografiert. Aufnahmen werden im Internet und über Handys verbreitet. Es gibt offensichtlich beistehende Personen. Die Taten werden wiederholt über unterschiedlichste Social Media Kanäle kommentiert, die Schülerin wird immer weiter beschimpft. Am Sonntag nun wurden die Haupttäter verurteilt, beide haben ein Jahr für die V*rg*w*lt*g*ng bekommen, einer der Täter noch ein zusätzliches Jahr für das Verbreiten von Nacktbildern einer Minderjährigen.

Im Laufe der Berichterstattung wurde die von Gewalt betroffene Schülerin immer wieder mitbeschuldigt, die Täter hingegen erfuhren Sympathie- und Mitleidsbekundungen, und der Fokus wurde auf Social Media gerückt. So, als sei die Verbreitung der Bilder das einzig Schlimme; nicht, dass diese Bilder überhaupt entstanden sind. Außerdem zeigte sich an dem Beispiel, wie Vertuschungen versucht wurden.

Nun muss dieser Geschichte leider ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden. In der letzten Woche wurde bekannt, dass die Produktionsfirma von Brad Pitt (Plan B Entertainment) die Rechte an dem Rolling Stone Artikel “Anonymous vs. Steubenville” erworben hat. Der Teaser zu dem Text (meine Übersetzung):

Online-Bürgerwehr Deric Lostutter half die Vertuschungen im Steubenville Vergewaltigungsfall aufzudecken. Nun erwartet ihn mehr Haftstrafe als die verurteilten Vergewaltiger.

Der Film soll sich auf einen Anonymous-Aktivisten und seine Rolle fokussieren. Damit werden die wirklich betroffenen Personen in einem Fall sexualisierter Gewalt ausgeblendet und stattdessen Platz gemacht für eine Geschichte aus der Perspektive eines Mannes, der zur Rettung herbei eilt. Die Anonymous-Aktionen (die sie selbst als white knight operations bezeichnen) sind darüber hinaus in großer Kritik, da sie nicht selten laufende Ermittlungen erschweren, unnötigen weiteren Schaden anrichten und vor allem weitere Frauen Gewalt aussetzen (in dem beispielsweise beim Hacken gefundene Bilder veröffentlicht werden). Auf ThinkProgress wird passend analysiert (meine Übersetzung):

In einer Kultur, die die Stimmen von Überlebenden von Vergewaltigung häufig ignoriert und ständig die Geschichten von Frauen über ihre eigene gelebte Erfahrung mit sexualisierter Gewalt und Unterdrückung in Frage gestellt werden, ist es entmutigend sich einen Film über einen der bekanntesten Vergewaltigungsfälle im Land vorzustellen, der einen “weißen Ritter” im Mittelpunkt stehen hat. Auch wenn es sicher nicht die Intention von Plan B Entertainment ist, die Wahl des Rahmens trägt weiter dazu bei, die wirkliche Frauen, die sexualisierte Gewalt erleben, unsichtbar zu machen.

Und nicht nur das: Indem die Geschichte vom Rolling Stone Magazin verkauft wird, ist es möglich, dass über den Kopf der tatsächlich betroffenen Schülerin unterschiedlichste Personen profitieren, sie vollkommen außenvorsteht und keinerlei Einfluss auf die Entscheidung hat, wie auf Choice Words hervorgehoben wurde. Steubenville zeigt also im aktuellen Kapitel, wie, selbst wenn dann einmal über sexualisierte Gewalt im großen Rahmen gesprochen wird, dies vollkommen ohne Betroffene stattfinden kann. Auch das ist ein Teil von rape culture.


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Trans* im Film, aktivistische Musicals und Gerichtsverfahren – Die Blogschau

15. März 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 238 von 267 der Serie Die Blogschau

Bei fuchskind gab es anlässlich des Weltfrauentags letzte Woche einen Text zu Autismus bei Frauen und Mädchen, inklusive weiterführender Links zu Informationsseiten und Blogs.

Die trans*geniale f_antifa hat ihren Redebeitrag zum 8.März noch einmal als Text zum Nachlesen veröffentlicht.

Die Autorin des Blogs cosas que no se rompen wurde “schuldig” gesprochen, weil sie 2012 “Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte” geleistet habe. Sie berichtet von den Vorfällen und der “pädagogischen” Standpauke der Richterin.

Ich gehe nicht zu FLTI*-Veranstaltungen.”, schreibt -Riot Trrrans* und führt aus: “Das traurige ist, dass viele Selbsterklärungen/Einladungen, etc. von und zu FLTI*-Veranstaltungen bezüglich der Integration von Trans-Menschen darauf aufbauen. Auf das nicht vorhandene Passing(*) von Transmenschen.”

Bei den Trendbloggern berichtet Hengame Yaghoobifarah über “Aktivistische Musicals und proletarische Balladen” aus Schweden.

Jayrôme C. Robinet schreibt über “Trans* im Film“. Ausgehend vom Oscar-Gewinner Jared Leto geht unter anderem um die Abwesenheit von Trans*Darsteller_innen und um die Archetypen von Trans*Rollen.

Nadia schreibt auf Shehadistan, was sie an Pinkstinks stört.

Beim Transgender Euregio Treff gibt es einen kurzen Bericht vom letzten Treffen und einen Hinweis auf das nächste am 12. April.

Und wo der Frühling ja vollstens um sich schlägt zur Inspiration ein wundervolles Outfit bei reizende Rundungen.

Und dann noch für alle, die heute in Berlin sind ein Hinweis:

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Filme jenseits der Geschlechterklischees – Interview zur Berlin Feminist Film Week

27. Februar 2014 von Charlott

Vom 08. bis 13. März wird die Berlin Feminist Film Week stattfinden. Im Vorfeld habe ich mit der Organisatorin Karin Fornander über Filmtipps, “starke” Frauenfiguren und den Ideen hinter dem Filmfestival gesprochen.

Wie bist du darauf gekommen so ein Festival zu organisieren?

Feminismus und Gleichberechtigung sind schon lange sehr wichtige Fragen für mich. Freund_innen von mir betreiben in Berlin das „Mobile Kino“,ein mobiles Kino, das regelmäßig abwechselnde Programme mit unterschiedlichen Themen an verschiedenen Orten vorführt. Ich bin selber in das Projekt involviert und hatte zuerst nur vor, eine Reihe feministischer Kurzfilme zu zeigen. Als ich dann meinen Job gekündigt hatte und Lust sowie Zeit für ein neues Projekt hatte, haben wir beschlossen ein ganzes Festival daraus zu machen. Da die meisten Filmfestivals eher wenige Filme von Filmemacherinnen hervorheben, fanden wir das Thema noch spannender und stellten fest, dass es wahnsinnig viel Potenzial hat.

Fly der Berlin Feminist Film Week, abgebildet ist eine als weiblich zu lesende Person, die durch eine Kamera schautWas ist das explizit feministische an dem Festival? Was wäre der Unterschied zu einem “Frauenfilmfestival”?

Wie schon erwähnt sehe ich ein klares Bedürfnis die Geschlechtsverhältnisse in der Filmbranche auszugleichen.

Zum einen ist Feminismus ist für mich ein absolut positiver/sehr schöner Begriff, scheint aber viele andere fast zu provozieren. Deswegen fände ich es schön, wenn es gelingen würde das Wort von dieser negativen Konnotation etwas zu befreien. Das geht natürlich nur wenn man sich mit der Thematik befasst und etwas positives damit verbindet. Zum Zweiten und eigentlich noch wichtiger für mich ist, dass Feminismus auch ein politisches Agenda hat. Darüber hinaus ist mir die Darstellung der weiblichen Charaktere im Film sehr wichtig, diese müssen vor allem eine aktive Hauptrolle spielen und die Filme sollen gerne ein politisches Agenda haben.

Der Unterschied zu einem Frauenfilmfestival liegt darin, dass das Festival nicht nur ein Festival für und mit Frauen ist, sondern sich vor allem mit der Problematik der Gleichberechtigung beschäftigt. Zwar habe ich mich dieses Jahr auf Filme von Frauen konzentriert, weil die Filme der meisten Festivals zu 80% von Männern gemacht worden sind, aber zukünftig möchte ich mich nicht unbedingt auf Frauen begrenzen. Ich würde gerne weitere Themenbereiche miteinschließen, sowie Trans-, Queer- und Maskulinitätsfragen. Dann reicht das Wort “Frau” nicht aus, sondern schließt viele Problematiken der Gleichberechtigung aus.

Organisierst du alles allein?

Ich bin hauptverantwortlich für das Festivalprogram, die Gestaltung und das Design des Festivals und den Hauptteil der Organisation. Ich mache vieles alleine, allerdings mit Unterstützung von Mobile Kino, wo wieder rum ich auch mitarbeite. Außerdem habe ich großes Glück und in meinem Umfeld ganz tolle talentierte Menschen, die mir sehr viel geholfen und mich unterstützt haben. Ich bin auf sehr viele positive Reaktionen gestossen und das macht es dann natürlich auch viel leichter!

Wie wurden die Filme ausgewählt? Was waren die Leitlinien?

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Girl Power, Genitalien und viele bunte Smarties – kurz verlinkt

16. Januar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 219 von 264 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links:

Im vergangenen Jahr vermutlich einer der Konsens-Ohrwürmer schlechthin: “I love it” von Icona Pop. “Elektropop mit einer Ladung Girl Power, genauso sollte er aussehen”, findet Hengame Yaghoobifarah in der taz.

Während “die Situation” der Hebammen noch seitens der Regierung aufgrund des hohen Protestes jetzt aber wirklich mal “beobachtet” wird, verschlechtert sie sich zusehends dramatisch: “Ab Juli soll die Haftpflichtversicherung der Geburtshelferinnen wieder einmal steigen: um 20 Prozent. Für die meisten ist das existenzbedrohend“, so die Freie Presse.

Smartiegate neu aufgewärmt: “Die Frage, ob die “Pille danach” künftig rezeptfrei abgegeben werden darf, zählt zu den Streitfragen der großen Koalition“, weiß RP Online. Und die schokoladene Facepalme der Woche geht hiermit an Jens Spahn.

Stellenausschreibung: Die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt sucht “eine/n Mitarbeiter/in Presse/Öffentlichkeitsarbeit”!

Termin: Am 23. Januar ab 18:00 hält Kübra Gümüsay in Duisburg einen Vortrag über “Inklusion & Intersektionalität im feministischen Netz! Ist Feminismus nur für privilegierte weiße Akademikerinnen?” Hier geht’s zum Facebook-Event.

englischsprachige Links:

Für die Zeitschrift Elle schrieb Janet Mock über die Genitalienfixiertheit, die Cis-Personen im Umgang mit Trans* Menschen oft an den Tag legen, über Entmenschlichung, und über die transformative Kraft, die mit Solidarität und Sisterhood einher geht.

Twitter_innen aufgepasst: Unter dem Hashtag #lifeofamuslimfeminist finden sich seit ein paar Tagen viele Erfahrungen, Rants oder Reflexionen muslimischer Feministinnen, die oftmals an viele Fronten gleichzeitig kämpfen müssen.

Golda Poretsky analysiert bei Body Love Wellness die Frage, warum “übergewichtige” Kinder so ein großes Thema sind und antwortet: weil das so viel einfacher ist, als über Kinderarmut zu sprechen.

Ms Afropolitan kritisiert die eindimensionale Darstellung von Winnie Mandela im Film “Long Walk To Freedom”, der neuen Biographie über Nelson Mandela.

The Advocate berichtet mit Fotos von der Einweihung des ersten israelischen Mahnmals für diejenigen, die von den Nazis wegen ihrer “sexuellen Orientierung” und Geschlechtsidentität verfolgt wurden, in Tel Aviv.

CeCe McDonald wurde kürzlich aus der Haft entlassen – warum sie dennoch nicht automatisch frei ist, erläutert Prison Culture.


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Horrorfilme, der Dokumentarfilm “Lucky” und filmische Repräsentation afrikanischer lesbischer Identitäten – Kurz verlinkt

12. Dezember 2013 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Links

Die neue an.schäge ist da und hat dieses Mal das Titelthema “Horror“.  Zum Einstimmen auf das Printmagazin oder einfach nur Hereinstöbern könnt ihr online den Artikel “Monster Love” lesen, ein Interview mit Julie Miess über Monster und Geschlecht.

Interaktiver Kurzfilm zu homophober Gewalt von queerblick e.V.

Sarah Diehl präsentiert bei der Jungle World einen internationalen Überblick zum Thema “Schwangerschaftsabbruch”.

Unter der Überschrift “Der weibliche Körper ist zum ideologischen Kampfplatz geworden” interviewt DieStandard die Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan.

Das Projekt “Miteinander – Füreinander. Diskriminierungsfreie Szenen für alle” freut sich, die im Projekt entstandene Homepage Queerbarrierefrei.de bekannt zu machen.

Zweisprachig (Deutsch/Englisch)

Frauen und Skateboards, was gibt es dazu zu schreiben? Eine ganze Menge! Und der Text ist sogar auf deutsch und englisch.

Englischsprachige Links

Am 04. Dezember verstarb der Queer-Theoretiker José Esteban Muñoz. Bully Bloggers erinnert an sein Wirken.

Bissige, lustige, fiese, wundervolle Antworten auf die üblichen sexistischen Sprüche? EverydaySexism hatte aufgefordert die besten Comeback-Geschichten zu twittern, hier finden sich einige Highlights.

“Eating in public is more than just eating, if you are a fat person. It’s Eating While Fat.”, schreibt Aphra Behn bei Shakesville.

Colorlines interviewt Laura Checkoway über ihren Dokumentarfilm Lucky, in dem sie eine queere, wohnungslose Mutter of Color und ihre Kämpfe über sechs Jahre hinweg porträtiert.

Bei Mute wurde ein öffentlicher Brief veröffentlicht, der zur Unterstützung der russischen LGBT-Aktivistin Irina Putilova, die aus Großbritannien ausgewiesen werden soll, aufruft.

Beim Blog African Women in Cinema gibt es ein sehr ausführliches und differenziertes Interview mit Frieda Ekotto. Sie spricht über ihre Forschungen, vor allem die Untersuchungen zur filmischen Repräsentation lesbischer Identitäten in afrikanischen Filmen und ihrem eigenen Werk Vibrancy of Silence, über lesbische Frauen in Kamerun, Senegal, Côte d’Ivoire, Nigeria und Ghana.

Zum Tod von Mandela wurde schon vieles geschrieben, aber nicht zu oft verlinkt werden kann der wichtige Text bei Okwonga: “Mandela will never, ever be your minstrel.

Termine in Bremen und Berlin:

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