Einträge mit dem Tag ‘Film’


Was wir von Steubenville über r*p*e culture lernen, Part 2

8. April 2014 von Charlott

[Inhalt: sexualisierte Gewalt, Victim Blaiming, R*p* Culture; Auschreibung von r*p* und V*rg*w*lt*g*ng - gilt auch für Links]

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich hier an dieser Stelle darüber geschrieben, wie sich der Steubenville-Fall zu einem Paradebeispiel dafür entwickelt, wie rape culture funktioniert. Zur Erinnerung, worum es in dem Fall eigentlich ging, die Zusammenfassung aus meinem damaligen Artikel:

Am 11. August 2012 erfährt eine 16-jährige Schülerin nach einer Party von zwei gleichaltrigen Mitschülern mehrfach sexualisierte Gewalt. Teile dieser Gewaltakte werden darüber hinaus gefilmt und fotografiert. Aufnahmen werden im Internet und über Handys verbreitet. Es gibt offensichtlich beistehende Personen. Die Taten werden wiederholt über unterschiedlichste Social Media Kanäle kommentiert, die Schülerin wird immer weiter beschimpft. Am Sonntag nun wurden die Haupttäter verurteilt, beide haben ein Jahr für die V*rg*w*lt*g*ng bekommen, einer der Täter noch ein zusätzliches Jahr für das Verbreiten von Nacktbildern einer Minderjährigen.

Im Laufe der Berichterstattung wurde die von Gewalt betroffene Schülerin immer wieder mitbeschuldigt, die Täter hingegen erfuhren Sympathie- und Mitleidsbekundungen, und der Fokus wurde auf Social Media gerückt. So, als sei die Verbreitung der Bilder das einzig Schlimme; nicht, dass diese Bilder überhaupt entstanden sind. Außerdem zeigte sich an dem Beispiel, wie Vertuschungen versucht wurden.

Nun muss dieser Geschichte leider ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden. In der letzten Woche wurde bekannt, dass die Produktionsfirma von Brad Pitt (Plan B Entertainment) die Rechte an dem Rolling Stone Artikel “Anonymous vs. Steubenville” erworben hat. Der Teaser zu dem Text (meine Übersetzung):

Online-Bürgerwehr Deric Lostutter half die Vertuschungen im Steubenville Vergewaltigungsfall aufzudecken. Nun erwartet ihn mehr Haftstrafe als die verurteilten Vergewaltiger.

Der Film soll sich auf einen Anonymous-Aktivisten und seine Rolle fokussieren. Damit werden die wirklich betroffenen Personen in einem Fall sexualisierter Gewalt ausgeblendet und stattdessen Platz gemacht für eine Geschichte aus der Perspektive eines Mannes, der zur Rettung herbei eilt. Die Anonymous-Aktionen (die sie selbst als white knight operations bezeichnen) sind darüber hinaus in großer Kritik, da sie nicht selten laufende Ermittlungen erschweren, unnötigen weiteren Schaden anrichten und vor allem weitere Frauen Gewalt aussetzen (in dem beispielsweise beim Hacken gefundene Bilder veröffentlicht werden). Auf ThinkProgress wird passend analysiert (meine Übersetzung):

In einer Kultur, die die Stimmen von Überlebenden von Vergewaltigung häufig ignoriert und ständig die Geschichten von Frauen über ihre eigene gelebte Erfahrung mit sexualisierter Gewalt und Unterdrückung in Frage gestellt werden, ist es entmutigend sich einen Film über einen der bekanntesten Vergewaltigungsfälle im Land vorzustellen, der einen “weißen Ritter” im Mittelpunkt stehen hat. Auch wenn es sicher nicht die Intention von Plan B Entertainment ist, die Wahl des Rahmens trägt weiter dazu bei, die wirkliche Frauen, die sexualisierte Gewalt erleben, unsichtbar zu machen.

Und nicht nur das: Indem die Geschichte vom Rolling Stone Magazin verkauft wird, ist es möglich, dass über den Kopf der tatsächlich betroffenen Schülerin unterschiedlichste Personen profitieren, sie vollkommen außenvorsteht und keinerlei Einfluss auf die Entscheidung hat, wie auf Choice Words hervorgehoben wurde. Steubenville zeigt also im aktuellen Kapitel, wie, selbst wenn dann einmal über sexualisierte Gewalt im großen Rahmen gesprochen wird, dies vollkommen ohne Betroffene stattfinden kann. Auch das ist ein Teil von rape culture.


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Trans* im Film, aktivistische Musicals und Gerichtsverfahren – Die Blogschau

15. März 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 238 von 242 der Serie Die Blogschau

Bei fuchskind gab es anlässlich des Weltfrauentags letzte Woche einen Text zu Autismus bei Frauen und Mädchen, inklusive weiterführender Links zu Informationsseiten und Blogs.

Die trans*geniale f_antifa hat ihren Redebeitrag zum 8.März noch einmal als Text zum Nachlesen veröffentlicht.

Die Autorin des Blogs cosas que no se rompen wurde “schuldig” gesprochen, weil sie 2012 “Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte” geleistet habe. Sie berichtet von den Vorfällen und der “pädagogischen” Standpauke der Richterin.

Ich gehe nicht zu FLTI*-Veranstaltungen.”, schreibt -Riot Trrrans* und führt aus: “Das traurige ist, dass viele Selbsterklärungen/Einladungen, etc. von und zu FLTI*-Veranstaltungen bezüglich der Integration von Trans-Menschen darauf aufbauen. Auf das nicht vorhandene Passing(*) von Transmenschen.”

Bei den Trendbloggern berichtet Hengame Yaghoobifarah über “Aktivistische Musicals und proletarische Balladen” aus Schweden.

Jayrôme C. Robinet schreibt über “Trans* im Film“. Ausgehend vom Oscar-Gewinner Jared Leto geht unter anderem um die Abwesenheit von Trans*Darsteller_innen und um die Archetypen von Trans*Rollen.

Nadia schreibt auf Shehadistan, was sie an Pinkstinks stört.

Beim Transgender Euregio Treff gibt es einen kurzen Bericht vom letzten Treffen und einen Hinweis auf das nächste am 12. April.

Und wo der Frühling ja vollstens um sich schlägt zur Inspiration ein wundervolles Outfit bei reizende Rundungen.

Und dann noch für alle, die heute in Berlin sind ein Hinweis:

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Filme jenseits der Geschlechterklischees – Interview zur Berlin Feminist Film Week

27. Februar 2014 von Charlott

Vom 08. bis 13. März wird die Berlin Feminist Film Week stattfinden. Im Vorfeld habe ich mit der Organisatorin Karin Fornander über Filmtipps, “starke” Frauenfiguren und den Ideen hinter dem Filmfestival gesprochen.

Wie bist du darauf gekommen so ein Festival zu organisieren?

Feminismus und Gleichberechtigung sind schon lange sehr wichtige Fragen für mich. Freund_innen von mir betreiben in Berlin das „Mobile Kino“,ein mobiles Kino, das regelmäßig abwechselnde Programme mit unterschiedlichen Themen an verschiedenen Orten vorführt. Ich bin selber in das Projekt involviert und hatte zuerst nur vor, eine Reihe feministischer Kurzfilme zu zeigen. Als ich dann meinen Job gekündigt hatte und Lust sowie Zeit für ein neues Projekt hatte, haben wir beschlossen ein ganzes Festival daraus zu machen. Da die meisten Filmfestivals eher wenige Filme von Filmemacherinnen hervorheben, fanden wir das Thema noch spannender und stellten fest, dass es wahnsinnig viel Potenzial hat.

Fly der Berlin Feminist Film Week, abgebildet ist eine als weiblich zu lesende Person, die durch eine Kamera schautWas ist das explizit feministische an dem Festival? Was wäre der Unterschied zu einem “Frauenfilmfestival”?

Wie schon erwähnt sehe ich ein klares Bedürfnis die Geschlechtsverhältnisse in der Filmbranche auszugleichen.

Zum einen ist Feminismus ist für mich ein absolut positiver/sehr schöner Begriff, scheint aber viele andere fast zu provozieren. Deswegen fände ich es schön, wenn es gelingen würde das Wort von dieser negativen Konnotation etwas zu befreien. Das geht natürlich nur wenn man sich mit der Thematik befasst und etwas positives damit verbindet. Zum Zweiten und eigentlich noch wichtiger für mich ist, dass Feminismus auch ein politisches Agenda hat. Darüber hinaus ist mir die Darstellung der weiblichen Charaktere im Film sehr wichtig, diese müssen vor allem eine aktive Hauptrolle spielen und die Filme sollen gerne ein politisches Agenda haben.

Der Unterschied zu einem Frauenfilmfestival liegt darin, dass das Festival nicht nur ein Festival für und mit Frauen ist, sondern sich vor allem mit der Problematik der Gleichberechtigung beschäftigt. Zwar habe ich mich dieses Jahr auf Filme von Frauen konzentriert, weil die Filme der meisten Festivals zu 80% von Männern gemacht worden sind, aber zukünftig möchte ich mich nicht unbedingt auf Frauen begrenzen. Ich würde gerne weitere Themenbereiche miteinschließen, sowie Trans-, Queer- und Maskulinitätsfragen. Dann reicht das Wort “Frau” nicht aus, sondern schließt viele Problematiken der Gleichberechtigung aus.

Organisierst du alles allein?

Ich bin hauptverantwortlich für das Festivalprogram, die Gestaltung und das Design des Festivals und den Hauptteil der Organisation. Ich mache vieles alleine, allerdings mit Unterstützung von Mobile Kino, wo wieder rum ich auch mitarbeite. Außerdem habe ich großes Glück und in meinem Umfeld ganz tolle talentierte Menschen, die mir sehr viel geholfen und mich unterstützt haben. Ich bin auf sehr viele positive Reaktionen gestossen und das macht es dann natürlich auch viel leichter!

Wie wurden die Filme ausgewählt? Was waren die Leitlinien?

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Girl Power, Genitalien und viele bunte Smarties – kurz verlinkt

16. Januar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 218 von 231 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links:

Im vergangenen Jahr vermutlich einer der Konsens-Ohrwürmer schlechthin: “I love it” von Icona Pop. “Elektropop mit einer Ladung Girl Power, genauso sollte er aussehen”, findet Hengame Yaghoobifarah in der taz.

Während “die Situation” der Hebammen noch seitens der Regierung aufgrund des hohen Protestes jetzt aber wirklich mal “beobachtet” wird, verschlechtert sie sich zusehends dramatisch: “Ab Juli soll die Haftpflichtversicherung der Geburtshelferinnen wieder einmal steigen: um 20 Prozent. Für die meisten ist das existenzbedrohend“, so die Freie Presse.

Smartiegate neu aufgewärmt: “Die Frage, ob die “Pille danach” künftig rezeptfrei abgegeben werden darf, zählt zu den Streitfragen der großen Koalition“, weiß RP Online. Und die schokoladene Facepalme der Woche geht hiermit an Jens Spahn.

Stellenausschreibung: Die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt sucht “eine/n Mitarbeiter/in Presse/Öffentlichkeitsarbeit”!

Termin: Am 23. Januar ab 18:00 hält Kübra Gümüsay in Duisburg einen Vortrag über “Inklusion & Intersektionalität im feministischen Netz! Ist Feminismus nur für privilegierte weiße Akademikerinnen?” Hier geht’s zum Facebook-Event.

englischsprachige Links:

Für die Zeitschrift Elle schrieb Janet Mock über die Genitalienfixiertheit, die Cis-Personen im Umgang mit Trans* Menschen oft an den Tag legen, über Entmenschlichung, und über die transformative Kraft, die mit Solidarität und Sisterhood einher geht.

Twitter_innen aufgepasst: Unter dem Hashtag #lifeofamuslimfeminist finden sich seit ein paar Tagen viele Erfahrungen, Rants oder Reflexionen muslimischer Feministinnen, die oftmals an viele Fronten gleichzeitig kämpfen müssen.

Golda Poretsky analysiert bei Body Love Wellness die Frage, warum “übergewichtige” Kinder so ein großes Thema sind und antwortet: weil das so viel einfacher ist, als über Kinderarmut zu sprechen.

Ms Afropolitan kritisiert die eindimensionale Darstellung von Winnie Mandela im Film “Long Walk To Freedom”, der neuen Biographie über Nelson Mandela.

The Advocate berichtet mit Fotos von der Einweihung des ersten israelischen Mahnmals für diejenigen, die von den Nazis wegen ihrer “sexuellen Orientierung” und Geschlechtsidentität verfolgt wurden, in Tel Aviv.

CeCe McDonald wurde kürzlich aus der Haft entlassen – warum sie dennoch nicht automatisch frei ist, erläutert Prison Culture.


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Horrorfilme, der Dokumentarfilm “Lucky” und filmische Repräsentation afrikanischer lesbischer Identitäten – Kurz verlinkt

12. Dezember 2013 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Links

Die neue an.schäge ist da und hat dieses Mal das Titelthema “Horror“.  Zum Einstimmen auf das Printmagazin oder einfach nur Hereinstöbern könnt ihr online den Artikel “Monster Love” lesen, ein Interview mit Julie Miess über Monster und Geschlecht.

Interaktiver Kurzfilm zu homophober Gewalt von queerblick e.V.

Sarah Diehl präsentiert bei der Jungle World einen internationalen Überblick zum Thema “Schwangerschaftsabbruch”.

Unter der Überschrift “Der weibliche Körper ist zum ideologischen Kampfplatz geworden” interviewt DieStandard die Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan.

Das Projekt “Miteinander – Füreinander. Diskriminierungsfreie Szenen für alle” freut sich, die im Projekt entstandene Homepage Queerbarrierefrei.de bekannt zu machen.

Zweisprachig (Deutsch/Englisch)

Frauen und Skateboards, was gibt es dazu zu schreiben? Eine ganze Menge! Und der Text ist sogar auf deutsch und englisch.

Englischsprachige Links

Am 04. Dezember verstarb der Queer-Theoretiker José Esteban Muñoz. Bully Bloggers erinnert an sein Wirken.

Bissige, lustige, fiese, wundervolle Antworten auf die üblichen sexistischen Sprüche? EverydaySexism hatte aufgefordert die besten Comeback-Geschichten zu twittern, hier finden sich einige Highlights.

“Eating in public is more than just eating, if you are a fat person. It’s Eating While Fat.”, schreibt Aphra Behn bei Shakesville.

Colorlines interviewt Laura Checkoway über ihren Dokumentarfilm Lucky, in dem sie eine queere, wohnungslose Mutter of Color und ihre Kämpfe über sechs Jahre hinweg porträtiert.

Bei Mute wurde ein öffentlicher Brief veröffentlicht, der zur Unterstützung der russischen LGBT-Aktivistin Irina Putilova, die aus Großbritannien ausgewiesen werden soll, aufruft.

Beim Blog African Women in Cinema gibt es ein sehr ausführliches und differenziertes Interview mit Frieda Ekotto. Sie spricht über ihre Forschungen, vor allem die Untersuchungen zur filmischen Repräsentation lesbischer Identitäten in afrikanischen Filmen und ihrem eigenen Werk Vibrancy of Silence, über lesbische Frauen in Kamerun, Senegal, Côte d’Ivoire, Nigeria und Ghana.

Zum Tod von Mandela wurde schon vieles geschrieben, aber nicht zu oft verlinkt werden kann der wichtige Text bei Okwonga: “Mandela will never, ever be your minstrel.

Termine in Bremen und Berlin:

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Neu im Kino: “Auf den zweiten Blick”

18. Oktober 2013 von Magda

Auf den zweiten Blick” ist ein Film über zwei sehende und vier sehbehinderte Menschen im Großstadtmoloch Berlin, die auf unterschiedlichste Weise Zuneigung füreinander entwickeln. Das Regiedebüt der Autorin und Produzentin des Films Sheri Hagen erhielt keinen einzigen Cent Förderung, umso glücklicher können wir uns schätzen, dass das Projekt trotzdem realisiert wurde und gerade in Deutschland in einigen Kinos anläuft. (Ich hoffe, dass weitere Städte dazukommen.)

Ich besuchte die Premiere in Berlin und war sehr beeindruckt, da der Film auf mehreren Ebenen mit Seh- und Hörgewohnheiten im deutschen Film bricht. So besteht die Mehrheit der Besetzung aus Schwarzen Schauspieler_innen, die – welch eine Seltenheit in der weiß-deutschen Filmlandschaft – spannende, komplexe Charaktäre jenseits von stereotypen Rollen spielen. Auch die Tatsache, dass der Film die Geschichten von sehbehinderten bzw. blinden Menschen in den Vordergrund rückt, ist eine Rarität im Kino. Ein weiterer Bruch mit der Norm: Nicht alle Paare begehren hetero. Es gibt also doch noch Filme, die unterschiedliche Lebensrealitäten abbilden! Ich mochte die einzelnen, auf sehr schöne Weise miteinander verwobenen Geschichten, die erzählt werden, die verschiedenen Stimmungen des Films und die Filmmusik.

Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass der Film eine Audiodeskription anbietet, also eine akustische Erläuterung der Darsteller_innen, Mimik, Gestik, Kameraführungen und Schauplätze, um Menschen mit Sehbehinderungen die Möglichkeit zu geben, den Filminhalten zu folgen, auch wenn sie die Bilder nicht oder nur schwer erkennen können. Soweit ich weiß, wird die Audiodeskription nicht bei allen Vorführungen genutzt, kann aber vorher erfragt werden. Die Audiodeskription selbst hat bei der Berliner Premiere Kritik bekommen, weil diese mit der dargestellten Normalität des Films bricht: während die Hautfarbe von Schwarzen Schauspieler_innen stets explizit benannt wurde, wurden die weißen Schauspieler_innen lediglich anhand von Merkmalen wie Haarfarbe oder Größe beschrieben.

Insgesamt lege ich “Auf den zweiten Blick” trotzdem allen ans Herz, die schon lange auf einen Film warten, der (Liebes-)Geschichten ohne viel Kitsch (na gut: ein bisschen Kitsch) erzählt, gespielt von tollen Schauspieler_innen mit komplexen Rollen, die in deutschen Filmproduktionen kaum Hauptrollen bekommen.

Wer die Realisierung der Doppel-CD ‘Auf den zweiten Blick’ (Hörfilm und Filmmusik) unterstützen möchte, kann auf startnext.de etwas spenden. Mehr Infos über den Film findet ihr auf der Homepage und auf Facebook. Infos über die Arbeit von Sheri Hagen gibt es ebenfalls auf Facebook.


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Chelsea Manning, Graphic Novels, ‘Orange is the New Black’ – die Blogschau

24. August 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 213 von 242 der Serie Die Blogschau

Bei High on Clichés gibt es ein paar Perspektiven und Hintergründe zum weit beachteten Gesetz zum offenen Gechlechtseintrag in der Geburtsurkunde.  Auch Zwischengeschlecht.org erklärt, warum das Gesetz unter Betroffenen sicher keine Jubelstürme auslöst.

Die Denkwerkstatt hat Lesetipps für euch! Anna von Different Needs hat Rutu Modans Graphic Novel “Das Erbe” rezensiert. Und Carlott stellt bei Femgeeks gleich drei tolle Graphic Novels vor.

Die Femgeeks haben außerdem ein schönes interaktives Mixtape zusammengestellt – Motto: Städte.

Und Helga fragt: Wann hört die unwürdige Behandlung von Chelsea Manning auf?

Impressionen vom diesjährigen Christopher Street Day in Frankfurt/Main gibt es bei queerfeministisch biertrinken.

Rassismus hat nichts mit vermeintlich mangelnder Intelligenz zu tun, auch wenn das immer wieder behauptet wird – Metalust erklärt, warum derartige Argumentationen hervorragend an genau jene White-Supremacy-Diskurse, die sie eigentlich kritisieren wollen, anschlussfähig sind.

In der dokumentarischen neuen Webserie Lez Build a Family geht es um die Darstellung von lesbischen Familien mit Kindern. Phenomenelle ruft zur Unterstützung des Projekts auf.

Lucie von kleinerdrei hat sich “Orange Is The New Black” angeschaut und eine ausführliche Besprechung verfasst.

Christiane von Graham’N Graham hat sich die Verfilmung von Charlotte Roches “Feuchtgebiete” angesehen.

Es gibt Neuigkeiten von der Petition an die öffentlich-rechtlichen TV-Sender, “Klärt endlich angemessen über den Sexismus in unserer Gesellschaft auf!” – nachzulesen bei ProChange.

Einen Erfahrungsbericht über Arbeitslosigkeit und die abstrusen Erfahrungen in der damit zusammenhängenden Bürokratie gibt es bei Kasonze.

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Anschreiben gegen alle *ismen – Die Blogschau

20. Juli 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 211 von 242 der Serie Die Blogschau

Zu erst: Frauen, Trans* und Inter*, die sich als Schwarze, of Color, als jüdisch, muslimisch, im Exil lebend, als Sinti und Roma oder als Migrant_in verstehen, können sich jetzt für die Konferenz FemoCo 2013 anmelden. Sie findet am 07. und 08. September in Berlin statt.

Auf drop the thought schreibt Helga zur Drohung von Lammert, dass die “Eingetragene Partnerschaft” abgeschafft werden würde, und warum dies nicht die “Homo-Ehe” tangiert.

Langweilige Zimmerwände sind langweilig? Bei Handgemachtes gibt es eine tolle Anleitung, wie dich bald die Gesichter von Buffy und Freund_innen angucken können.

Die trans*geniale f_antifa berichtet von der Mad & Disability Pride Parade, welche am 13. Juli in Berlin stattfand.

Katrin von reizende Rundungen zeigt an einem Beispiel, dass fat shaming eben kein Mythos ist, sondern alltägliche Realität.

Einen Brief an die Filmfigur Wendy aus „The incredibly true adventures of two girls in love“ schreibt Clara Rosa auf ClassMatters. Sie bemerkt unter anderem: “Du warst der perfekte Zerrspiegel für das, was ein_e Queerfeminist_in offenbar nicht zu sein hat. [...] Aber Wendy – Dir kann das egal sein. Denn Du bist wunderbar.”

Auf ['cosmonautilus] wird noch einmal das Konzept Defintionsmacht erläutert.

Beauty-Blogger_innen können ziemlich hohe Leser_innenzahlen erreichen. Das macht sie auch besonders interessant für die Kosmetikindustrie. Brigitte schaut sich auf denkwerkstatt dieses Zusammenspiel im deutschsprachigen Raum an.

fuckermothers weist auf den Vortrag “Überschwemmt von Geschlechtshormonen. Zur Geschichte des endokrinologischen Modells der Schwangerschaft” hin, der online zu hören ist.

Die Schrifstellerin Chimamanda Ngozi Adichie gewinnt den diesjährigen Chicago Tribune Prize for Fiction schreibt Stefanie auf Afrika Wissen Schaft.

Nein, ich höre nicht auf zu jammern!“, schreibt aufZehenspitzen.

Auf dem antiblog gibt es eine kurze Geschichten zum Aufeinandertreffen mit einem (vermutlichen) Pickup Artist. Wie eins erwarten könnte: [Inhaltshinweis: Übergriff].

Jonathan Meese reproduziert “Gesellschaftsscheiße”. Bushido reproduziert “Gesellschaftsscheiße”. Aber die Messlatte für beide wird sehr unterschiedlich angelegt, stellt Nadia bei Shehadistan fest.

Heute findet in Freiburg ein Holi-Fest statt und auch in anderen Städten in Deutschland erfreuen sich überwiegend weiße Menschen an diesem Fest-Import. Auf tea-riffic wird beschrieben, warum eins da nicht hingehen sollte. Stichwort: Kulturaneignung.

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Dustin weint, Welt jubelt

11. Juli 2013 von Anna-Sarah

…oder auch:

Studien bestätigen: Bei jedem an 1 Feminist_in gerichtetes genervtes Ächzen, Augenrollen, “Man kann’s auch übertreiben”, “Ihr wollt ja nur Unterdrückung umkehren” und “Du willst dich aber auch partout über irgendwas aufregen, ne?” wird irgendwo auf der Welt 1 Typ unter einer Kekslawine begraben, weil er “Ich finde das nicht so gut, dass Frauen manchmal benachteiligt sind” gesagt hat.

Ein als Mann* markierter Mensch, am liebsten berühmt, muss eigentlich nur öffentlich sagen, dass er Frauendiskriminierung nicht so cool findet, und zack: Props und Anerkennung, und wenn dabei sogar das Wort Feminismus vorkommt, gibt es kein Halten mehr und der Champagner fließt in Strömen – so altbekannt wie nervig. OK, ich spitze zu, aber zumindest was Social Media angeht, staune ich immer wieder, für welche schlichten bis empörend aneignerischen und fauxministischen Statements und Handlungen Männer* mit geradezu euphorischem Lob (manchmal auch direkt mal mit Kolumnen in feministischen Zeitschriften) bedacht werden.  Aktuell zu beobachten bei einem offenbar schon älteren Video, das eine Interviewszene mit Dustin Hoffman zeigt. Der berühmte Schauspieler äußert sich dort über seine aus der Arbeit am Film “Tootsie” gewonnene Erkenntnis, dass Schönheitsstandards Frauen bisweilen hart zu schaffen machen und vergießt ein paar Tränchen angesichts all der durch den eigenen Tunnelblick verpassten Chancen, noch mehr tolle Frauen kennzulernen.

Aber nicht alle freuen sich darüber. Wie Tyler Coates gestern auf Flavorwire schrieb (ja, auch die Mädchenmannschaft rückt zuweilen mal einen Male-Ally-Cookie raus einself, wobei es wegen der normalisierenden Verwendung der Formulierungen “good looks” und “male genitalia” leider keine bunten Streusel oben drauf gibt):

Pardon me for not wanting to jump on the Dustin Hoffman Appreciation bandwagon all of a sudden; I tend not to get my hard-hitting analyses of gender inequality from the straight white dudes who have pretty much profited from the pervading culture that rewards good looks and, well, male genitalia. When men come to great conclusions about how sexism exists (usually too late and with great amounts of self-satisfaction), they’re granted hero status; when a woman does it, she’s bitter, sensitive, angry, man-hating, etc.

Entschuldigt, dass ich nicht Knall auf Fall  in die Dustin-Hoffman-Jubelchöre einstimmen mag, aber ich neige nicht unbedingt dazu,  weiße Heterotypen, die bisher ordentlich profitiert haben von dieser alles durchdringenden Kultur, die gutes Aussehen und, tja, männliche Genitalien belohnt, als bevorzugte Quelle für pointierte Analysen über Geschlechterungerechtigkeiten anzusehen. Wenn Männer zu der großartigen Einsicht gelangen, dass Sexismus existiert (üblicherweise zu spät und mit einer Riesenportion Selbstgefälligkeit), wird ihnen der Heldenstatus zugebilligt; wenn eine Frau das macht, ist sie verbittert, empfindlich, wütend, männerfeindlich usw.

Ich möchte – wie nett von mir ;)  – niemandem verbieten, sich über einen vor Rührung über sich selbst weinenden Hollywoodstar zu freuen oder sich davon empowert zu fühlen, aber manchmal wünsche ich mir bei sowas schon mehr Kontextualisierung. Besonders in feministischen Zusammenhängen. Und mindestens dasselbe, nein: noch eine Kelle mehr Cheerleading für nichttypisierte Sexismuskritiker_innen. Und für Leute, die  nicht aufhören gegen Sexismus zu kämpfen, obwohl es täglich rauhen Gegenwind anstatt Applaus gibt.


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Heroische Frauen, mieser Journalismus – kurz verlinkt

10. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 197 von 231 der Serie Kurz notiert

Minna Salami schreibt auf Ms. Afropolitan über afrikanische Feminismen und ihre Geschichte (englischsprachig)

Der neue Wegbereiterinnen Kalender ist da! Der Wandkalender im Format DIN A 3 präsentiert auch in diesem Jahr zwölf aktive Frauen aus der Geschichte (PDF).

Zwei Musikerinnen des Pussy Riot-Kollektivs sind inkognito auf Tour. Die taz hat sie interviewt.

Laut dem Handelsblatt haben auch konservative Regierungsabgeordnete in Costa Rica für ein neues Ehe-Gesetz gestimmt – allerdings offenbar ohne sich den Text vorher genau durchzulesen, denn das Gesetz erlaubt auch lesbische und schwule Ehen.

Auch im deutschen Bundesrat standen dieser Tage spannende Themen auf der Agenda: erleichterter Zugang zur “Pille danach”, die Gleichbehandlung schwuler und lesbischer Ehen im Einkommenssteuerrecht und die Möglichkeit der vertraulichen Geburt.

Die Filmindustrie schließt Frauen systematisch aus, stellt nun auch die Süddeutsche Zeitung fest.

Der Sportjournalismus ist nicht viel besser: Angesichts des Wimbledon-Erfolgs von Tennisspieler Andy Murray war vielfach zu hören und zu lesen, dass dieser “seit 77 Jahren der erste britische Sieg” sei – was allerdings nur dann stimmt, wenn man die vier Tennisspielerinnen nicht mitzählt, die in dieser Zeit in Wimbledon gewonnen haben (englischsprachig).

Das superbe US-amerikanische Bitch Magazine macht auch diesmal wieder einige Artikel aus der Print-Ausgabe online zugänglich – darunter eine Kulturgeschichte des Phänomens Junggesellinnenabschied, eine Analyse der Diskussionen um den Feminismus von Popstar Beyoncé und der Erklärung, warum Fett ein queeres und feministisches Thema ist. Welche_r es sich leisten kann: große Abo-Empfehlung!

In ihrem Spoken-Word-Vortrag “Embarrassed” wendet sich Hollie McNish gegen die doppelmoralischen Einschränkungen, denen sie sich als stillende Mutter im öffntlichen Raum ausgesetzt sah (englischsprachig).

Die New York Times erinnert daran, dass “Rasse” keine biologische, sondern eine soziale Kategorie ist (englischsprachig).

In Deutschland geht die Kampagne gegen racial profiling in die zweite Runde: “Es handelt sich dabei um eine von der Kampagne Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) initiierte Beschwerdebrief-Aktion an die Bundespolizei, die Menschen auf einem niedrigschwelligen Niveau handlungsfähig machen und das strukturelle Problem des Racial Profiling sichtbar machen soll”.

Vor 20 Jahren wurde die feministische Musikikone Mia Zapata ermordet; ByteFM erinnert.

s.e. smith schreibt bei XOJane: “Ob es euch passt oder nicht – der westliche Yoga-Hype ist ein Paradebeispiel für kulturelle Aneignung” (englischsprachig).

Über heroische Leistungen von Piloten wird bisweilen viel gesprochen – was aber ist mit dem Kabinenpersonal, deren Fähigkeiten und Einsatz bei Notfällen, fragt Lisa Wade bei Sociological Images (englischsprachig)?

In vielen Regionen hat heute der Ramadan begonnen. Zu diesem Anlass gibt Muslimah Media Watch sechs Tipps für das Schreiben und Sprechen über  muslimische Frauen (englischsprachig). Ramadan Mubarak!

Termine in Berlin, Mainz, Halle/Saale und Hamburg nach dem Klick: (mehr…)


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