Einträge mit dem Tag ‘Ferguson’


Black History Month: Samstagabendbeat mit Rapsody, Stahhr und Sa-Roc

7. Februar 2015 von accalmie

Februar ist Black History Month (Monat der Schwarzen Geschichte). Seinen Ursprung hat der Black History Month in den USA, wo er seit 1976 institutionalisiert ist. Historiker Carter G. Woodson und Pastor Jesse E. Morland gründeten 1915 die „Association for the Study of African American Life and History“, um den weiß-zentrierten Geschichtsschreibungs-Kanon mit Forschung und Lehre zu Afroamerikaner_innen zu erweitern. 1926 fand dann die erste „National Negro History“-Woche statt – absichtlich in die zweite Februarwoche gelegt, um somit auf die Geburtstage von Frederick Douglass und Abraham Lincoln zu fallen. Schulen, Universitäten und Gemeinden nahmen in den kommenden Jahrzehnten die Idee auf, informierten über und feierten Schwarze Geschichte und Kultur, und dank der Schwarzen Bürger_innenrechtsbewegung der 1950er und 1960er wurde die Woche schließlich zum Monat ausgedehnt.

Viele Länder weltweit feiern mittlerweile den Black History Month, inklusive Deutschland. Weitere Infos dazu findet ihr bei der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD); Veranstaltungen für Hamburg und Berlin sind hier und hier zusammengestellt. Das unabhängige Musiker_innenlabel „Saint Hero“ erklärte diesen Februar indes zum „Black Future Month“ und präsentiert AfroFuturistic-Kunst. Dem Black History/Black Future Month widmen wir im Februar den Samstagabendbeat: In den nächsten Wochen stellen wir Schwarze Künstler_innen und ihren Aktivismus vor. Den Anfang machen die US-amerikanischen Rapperinnen Rapsody aus North Carolina und stahhr und Sa-Roc aus Atlanta, Georgia.

Rapsody wurde bereits durch ihre Zusammenarbeit mit diversen Künstler_innen, unter anderem Erykah Badu, Common, Jean Grae, Rah Digga und Kendrick Lamar bekannt. Nach mehreren Mixtapes erschien 2012 ihr Debütalbum „The Idea of Beautiful“, und im letzten Jahr hat sie die EP „Beauty and the Beast“ veröffentlicht. Das Stück „Drama“ enstand im Kontext der tödlichen Schüsse auf Michael Brown durch den Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri. Rapsodys letztes Mixtape, „She Got Game“, kann man hier kostenlos herunterladen.

Auch stahhr (das doppelte H steht für Hip Hop) und Sa-Roc sind feste Größen in Atlantas Hip Hop-Landschaft. 2008 erschien stahhrs Debüt-Solo-Album „Almost Neva Was“ und sie arbeitete bereits mit Künstler_innen wie Jasiri X, Del, J-Live und Staci Epps zusammen. Aufgewachsen in Washington D.C., hat Sa-Roc seit ihrem Atlanta-Debüt 2002 zahlreiche EPs, LPs und Mixtapes veröffentlicht (ein weiterer Reinhör-Tipp: Ihr Lied „Queen’s Philosophy“ auf dem 2012er-Album „Ether Warz“). „Black God Theory“ findet sich auf ihrer neuen LP, „Extra-Terrestrial“, wieder (die ab nächster Woche verfügbar ist).


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Dickes_Fettes Empowerment, Nice-Guy-Seximus und Asylpolitik – kurz verlinkt

14. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 268 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Magda spricht im Interview mit Raum für Notizen (ALEX Berlin) über Dickenfeindlichkeit, Queer_Feminismus und das Musikmachen.

Wenn rechtspopulistische Kreise gewinnen: Zu den Debatten um Sexualpädagogik und Antidiskriminierung“ schreibt Heinz-Jürgen Voß auf Das Ende des Sex.

kritisch-lesen.de hat ein Interview mit der Wissenschaftlerin und Aktivistin Silvia Federici übersetzt und veröffentlicht. Es geht um Care-Arbeit und ihren Stellenwert in emanzipatorischen Debatten.

Und noch ein tolles Interview: Christine Stonat von Weird hat mit Künstler_in Yori Gagarim über seine_ihre Arbeit gesprochen.

Interview Nr. 4 in der heutigen Linksammlung: ein kurzes Gespräch mit Undine de Rivière, Pressesprecherin des Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen, hat Anne Hünninghaus für pressesprecher.com geführt.

Fußballschiedsrichterin Bibiana Steinhaus ist vergangene Woche zur Weltschiedsrichterin gewählt worden, berichtet die HAZ. Herzlichen Glückwunsch!

Das Migazin erläutert, welchen Einfluss die angestrebten Staatsverträge mit muslimischen Religionsgesmeinschaften in Berlin und Niedersachsen auf das Kopftuchverbot für Lehrerinnen haben könnten.

Der rbb berichtet: Hunderte Geflüchtete protestierten jahrelang in Berlin gegen die deutsche Asylpolitik – auf dem Oranienplatz und in einer besetzten Schule. Im vergangenen Jahr sagte der Senat ihnen eine umfassende Prüfung ihrer Einzelfälle zu. Das vorläufige Ergebnis: Nur drei der Geflüchteten erhalten Bleiberecht. (Siehe dazu auch unser Dossier Asyl, Flucht und Protest.)

„Charlie Sein oder Nichtsein?“ – die Süddeutsche Zeitung trägt Stimmen zusammen.

Englischsprachige Links

Ein sehr beeindruckender Poetry Slam von drei Teenagern, die in 3,5 Minuten (fast) alle Themen auf den Tisch packen: Armut, Rassismus, Ausbeutung, Homofeindlichkeit und (sexualisierte) Gewalt.

Vom 15. bis 21. Juni findet das ShanghaiPRIDE Film Festival statt. Beiträge können eingereicht werden!

Michael Tedder schreibt bei Pitchfork über „Nice Guy“-Sexismus im (Alternative/Indie)Rock – propagiert auch von dem extrem erfolgreichen Popmusiker Ed Sheeran.

Unterschiede in medialen Berichterstattungen zu den Anschlägen in Paris und den Anschlägen in Nigeria kommentiert Matt Schiavenza bei The Atlantic.

Termine in Berlin und Frankfurt am Main

15.01. in Berlin: „„…dass Frauen da nicht viel zu sagen haben und eigentlich an den Kochtopf gehören.“ – Geschlechterstereotype im Blick auf das Netzwerk des NSU“: NSU-Watch lädt ein zu einer Diskussionsveranstaltung im Projektraum/Hermannstr. 48 (Facebook-Link).

17.01. in Berlin: „Oury Jalloh – Oranienplatz – Ohlauer Strasse. The Impact of European Refugee Policy in Europe„. Anlässlich des zehnjährigen Jahrestages des Todes von Oury Jalloh findet eine szenische Lesung von The Most Unsatisfied Town von Amy Evans und eine Podiumsdiskussion statt.

22.01. in Berlin: Lesung der senegalesischen Schriftstellerin Ken Bugul. (FB-Link)

30.01. in Frankfurt: Storytelling Salon – Vier Geschichten über „Bewegung“: Eine Auftaktveranstaltung zum dritten Black History Month in Frankfurt.


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Das Jahr 2014 – Ein Feministisches Lexikon

19. Dezember 2014 von Charlott

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

A wie Aktivismus, Ausschlüsse und Ablasshandel
Ein Thema, welches sich eigentlich durch jedes Jahr zieht/ ziehen sollte: Wie wollen wir unseren Aktivismus gestalten? Wie können dabei unterschiedliche Positionen bedacht und genutzt werden? Welche Taktiken und Praxen haben sich bewährt? Nadine machte sich darum einmal Gedanken darüber, wer wann auf Podien sitzt, wo Absagen vielleicht Sinn machen und wo nicht (und was das mit unterschiedlichen sozialen Positionierungen zu tun hat) und über Geldspenden als Art der ökonomischen Umverteilung.

B wie #BlackLivesMatter und #BringBackOurGirls
Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Gegen den Polizisten wurde nicht mal ein Verfahren eingeleitet. Es handelt sich dabei natürlich nicht um einen Einzelfall, sondern es ist ein Beispiel für die anhaltende rassistische Polizeigewalt – die keinerlei Konsequenzen hat. In ihrem Text „Wenn Schwarzer Menschen nicht lächeln…“ verlinkt Sharon eine ganze Reihe von weiteren Beispiel aus den USA und Deutschland. Von Ferguson ausgehend und durch weitere publik werdende Taten (die ebenfalls kaum Konsequenzen nach sich zogen) entwickelte sich in diesem Jahr eine Protestbewegung, die im Internet unter anderem unter dem Hashtag #BlackLivesMatter und auf den Straßen vieler Städte anzufinden war. In Berlin versammelten sich am 29. November Aktivist_innen am Brandenburger Tor, um den Opfern zu Gedenken und darauf zu verweisen, dass es stimmt: #FergusonIsEverywhere, Ferguson (d.h. rassistische Strukturen, die Gewalt legitimieren) sind kein rein us-amerikanisches Phänomen. So wird sich am 07. Januar zum bereits zehnten Mal der Tod von Oury Jalloh jähren. Derzeitig sammelt die Initiative im Gedenken an Oury Jalloh Geld um ein weiteres Gutachten zur Brand- und Todesursache anfertigen zu können.

Außerdem sollten nicht die 200 Mädchen, die am 14. April in Nigeria entführt wurden, vergessen werden.

C wie Chancengleichheit
Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit, Teilhabe, Akzeptanz, > Toleranz, Inklusion – ein Wörtersalat, der häufig eher das „gut gemeint“ als das „gut gemacht“ abdeckt, wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung geht. Hannah hat sich im November die Anhörung des Ausschusses “Arbeit und Soziales” zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angehört und aufgezeigt, welche Diskussionen rund um das Bundesteilhabegesetz (nicht) geführt werden. Außerdem erklärte sie in einem weiteren Text, was der Begriff Inklusion eigentlich umfassen sollte und wie er häufig stattdessen ausgehöhlt wird.

D wie Diskurspolizei
Sprachdebatten zwischen „Darf man denn hier gar nichts mehr sagen!“ und „Diese Gender-Leute drängen ja immer einen Sprachgebrauch auf!“ begleiteten auch das Jahr 2014. Am prominentesten ist sicher die medial breit geführte „Debatte“ um Lann Hornscheidts Sprachinterventionen. Auf einen öffentlichen Brief von WissenschaftlerInnen antwortete hier Jayrôme mit „Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten„. Im Juli hatte außerdem accalmie die Verwendung diskriminierender Begriffe, die Verteidung dieser Praxis und das Umwerten als die echte Diskriminierung (TM) von Begriffen, die sonst unmarkierte Normen benennen, seziert.

E wie Elliot Rodger
Am 23. Mai tötete Elliot Rodger in Isla Vita, Kalifornien, sechs Menschen. Zuvor hatte er in Videos und einer über hundert Seiten langen „Autobiographie“ seine Misogynie verbreitet. In vielen deutschsprachigen Medien wurde die Tat dekontextualisiert und individualisiert. Ich schrieb über die Hintergründe der Tat, wie sie vielleicht verhindert hätte werden können. (mehr …)


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Tuğçe Albayrak, Welt-Aids-Tag und der NSU – kurz verlinkt

4. Dezember 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 264 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

[Inhaltshinweis: Gewalt, Tod] Tuğçe Albayrak intervenierte gegen die Belästigung von zwei Frauen  und wurde von einem der Täter zu Tode geprügelt. Über Tuğçe Albayrak und Gedenkveranstaltungen für sie berichten unter anderem Hürriyet Daily News, The Independent, Think Progress, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Deutschlandradio. Beim Missy Magazine schrieb zu dem Heng unter dem Titel „Nach der Betroffenheit: Zum Tod von Tuğçe Albayrak“ darüber, wie ein Einschreiten oder ‚Zivilcourage‘ eigentlich aussehen kann/sollte.

Finnland öffnet die Ehe für Schwule und Lesben, wie queer.de berichtet.

Das neue an.schläge-Magazin ist da und nimmt „Science & Social Fiction“ in den Fokus. In einem Artikel, der auch bereits online lesbar ist, geht so beispielsweise um „Geschlechterkonzeptionen in queer_feministischer Science Fiction„.

Mehrere Artikel der LOTTA, die Hintergrundinformationen über den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) geben und auf Spurensuche in Dortmund und Köln gehen, sind nun auch online bei NSU-Watch zu lesen.

In Berlin entschied ein Gericht, dass ein Vater nicht als Vater in das Geburtenregister eingetragen werden darf, weil er das Kind geboren hat. Die Person, die ein Kind zur Welt bringt, muss anscheinend „Mutter“ heißen.

Die Brigitte interviewt den Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zum Thema Hartz 4. Er zeigt, dass alleinerziehende Frauen besonders betroffen sind von den Schikanen des Systems.

Englischsprachige Links

Sarkastische Satire zu (den Protesten in) Ferguson: „Black People are Pumpkin Spice Lattes.“

Bei Shakesville geht es um „weiße Männer, die das Filmedrehen mit weißen Männern verteidigen“: Ridley Scotts neues Epos „Exodus“ und der Hauptdarsteller Christian Bale stehen in der Kritik des whitewashing – was ihnen, Überraschung!, gleichgültig ist.

Warum vermeintlich unterstützende, aber (anders) diskriminierende Beiträge in Auseinandersetzungen um Diskriminierung weder hilfreich noch Zweichen des „ally“-Seins sind, erklärt The Gradient Lair.

Ein Polizist in New York wandte an Eric Garner bei dessen Festnahme eine verbotene Schwitzkasten-Technik an. Eric Garner erstickte in dessen Folge. Obwohl der Vorfall auf Video aufgezeichnet wurde und die Gerichtsmedizin seinen Tod als Mord einstufte, lehnte eine Grand Jury die Anklage des Polizisten (und damit einen Prozess) ab. Mehr dazu bei der New York Times.

Eine schöne Nachricht: Die Eltern von Kai Bogert zogen die erste Geburtstanzeige zurück und schrieben eine neue: „Oops, da haben wir uns wohl geirrt!

Am 01. Dezember war der Welt-Aids-Tag. Bei After Ellen wurden 18 queere Frauen vorgestellt, die mit ihrem Aktivismus, Journalismus, Filmen u.s.w. maßgeblich zur Thematisierung der Krankheit beigetragen haben.

Termine in Berlin, Duisburg, Halle, Leipzig…

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Veranstaltungen gegen Rassismus, Psychiatriekritik und die Kopftuchfrage – Die Blogschau

29. November 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 267 von 295 der Serie Die Blogschau

Zunächst noch einmal wichtige Terminhinweise: Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V. veranstaltet heute gleich zwei Solidartitätsveranstaltungen, zum einen gegen die rassistische Tradition des „Zwarte Piet“ von 13:45 Uhr und endet um 14:15 Uhr vor der Niederländischen Botschaft in Berlin und zum anderen von 15:30 – 16:30 Uhr auf dem Platz des 18. März direkt vorm Brandenburger Tor anlässlich der Entscheidung der Geschworenenjury im Fall von Michael Brown statt. Mehr Informationen gibt es beim ISD e.V.

anders deutsch berichtet von einer Gegendemonstration gegen eine Nazi-Demo in Berlin-Marzahn. Diese finden zur Zeit alle paar Tage in Berlin (und natürlich auch anderen Städten) statt. Die nächste in Marzahn zum Beispiel schon wieder am Montag, den 01.Dezember.

Bei der Zeit schrieb Robin Detje einen Text zu Feminimus, genauer gegen den Backlash gegen Lann Hornscheidt verfasst. Und weil er sich dort pro-feministisch inszenierte, wurde der Text auch gleich mal vielerorts gelobt und massig verlinkt. sanczny hat sich dem Artikel kritisch gewidmet.

Auf Das Ende des Sex gibt es einen „Überblick: Angriffe gegen Geschlechterforscher_innen und Sexualpädagog_innen und die Positionierungen von Fachgesellschaften„.

Bei fembooks gibt es als Antwort auf den Backlash eine Zusammenstellung von Büchern, „die aus Trans-Perspektive verfasst wurden oder sich kritisch, widerständig, empowernd, kreativ mit Lebensentwürfen, Erfahrungen, Sprache, Biografien … jenseits von Mann/Frau befassen.“

Zur Frage ob und wie die „Pille danach“ rezeptfrei in Deutschland wird, hat i heart digital life einiges zusammengetragen.

Die zweite Folge des Podcasts Steintofu ist erschienen und dreht sich um das Thema Depressionen, wobei Kritikpunkte am Konstrukt Depression, was Depressionen mit politischer Arbeit zu tun haben können und Umgangsweisen- und ansätze thematisiert.

Muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen, sehen sich immer wieder und wieder und wieder mit der Frage nach dem „Warum?“ konfrontiert. betuelulusoy antwortete in einer Diskussionsrunde nach einer nach einem Podiumsgespräch einmal mit „Das geht Sie überhaupt gar nichts an!“ und schreibt über das wunderbare Gefühl nach diesem Ausspruch.

Bei Feminismus in Pott gibt es unter „Gut gemeint und trotzdem ätzend: Eine Veranstaltung zu Körpern in den Medien in Mülheim an der Ruhr“ eine Rückschau auf eine Veranstaltung, auf der auch Magda ihren Vortrag „Mein Fett ist politisch“ hielt – doch leider in keinem besonders diskriminierungsarmen Rahmen.

Und auch im November startete ein neues Blog in der deutschsprachigen queer_feministischen Blogosphäre: Auf nopsyko schreibt ein_e Psycholog_in mit eigener Psychiatrieerfahrung kritisch zu Psychiatrie und Psychiatrisierung.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Weiße Wut, Körpernormierungen und geduldete Gewalt – kurz verlinkt

27. November 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 263 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Magda hat in Leipzig ihren Vortrag „Mein Fett ist Politisch“ gehalten. Dazu hat der Leipziger Studi-Radiosender mephisto 97.6 einen kurzen Radiobeitrag gemacht.

Das Migazin interviewte Dr. Yasemin Shooman zur wissenschaftlichen Untersuchung der Repräsentation migratisierter Menschen in den Medien.

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ruft unter dem Motto „900 x 10 Euro“ zu Spenden auf für pathologische und toxikologische Nachuntersuchungen, um die Brand- und Todesursache von Oury Jalloh aufzuklären.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass bei der aktuellen SGB II-Reform Kürzungen zu Lasten der Kinder von Alleinerziehenden drohen. So heißt es: „Die geplante ‚Klarstellung‘ führt unterm Strich dazu, dass die Existenz des Kindes nicht gedeckt wäre.“

Noch/ schon auf der Suche nach einem Kalender für das Jahr 2015? Die Mädchengruppe um den Mädchenjahreskalender gibt nun im zweiten Jahr ihren politisch-feministischen Taschenkalender heraus.

Englischsprachige Artikel

Bei der Washington Post erklärt Carol Anderson, warum es in Ferguson nicht um Schwarzen Ärger gegen Polizeibeamt_innen geht, sondern um weiße Wut und einen Backlash gegen antirassistische Fortschritte.

Auch Mia McKenzie bei Black Girl Dangerous schreibt über Ferguson, die Ausschreitungen, und was Gewalt in diesem Zusammenhang wirklich bedeutet.

Absolut lesenswert: „So You Can Fuck Us; What’s Next? Going Beyond Sex With Trans Women„.

Roxane Gray kommentiert beim Guardian die Debatte um Bill Cosby und rape culture und fordert auf endlich Betroffenen zu glauben.

Bei The Daily Beast erinnert Asawin Suebsaeng daran, wie viele Film- und Popstars bereits Übergriffe und sexualisierte Gewalt verübt haben – was ihrer allgemeinen Beliebtheit aber keinen Abbruch tut.

„A really bad month“: Einen kurzen Bericht über eine ungeplante und dann beendete Schwangerschaft in gezeichneter Form gibt es bei The Hairpin.

Termine in Berlin und Frankfurt am Main nach dem Klick:
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Wenn Schwarze Menschen nicht lächeln…

25. November 2014 von Sharon

Sharon Dodua Otoo ist Schwarze Britin – Mutter, Aktivistin, Autorin und Herausgeberin der englischsprachigen Buchreihe “Witnessed” in der edition assemblage. Sie ist aktives Mitglied in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. Unter dem Namen Ms.Represented bloggt und twittert Sharon ebenfalls.

Liebe Schwarze Menschen,

es ist eine Kleinigkeit, aber offensichtlich bedeutet sie den Unterschied zwischen Leben und Tod: Ihr müsst der Welt zeigen, dass ihr glücklich seid.

Es scheint, dass in (vorwiegend weißen) Ländern, in denen Schwarze Menschen nicht lächeln, oft fälschlicherweise angenommen wird, dass sie teuflische Superkräfte besitzen. Falls sie beispielsweise kleine Jungs sind, wird fälschlicherweise angenommen, dass sie andere Kinder auf dem Spielplatz anschießen und töten könnten (mit einer Spielzeugpistole). Oder falls sie männliche Teenager sind, wird fälschlicherweise angenommen, dass sie in einem Radius von einigen Metern um sich herum alle töten könnten mit ihren bloßen Händen (die sie in die Luft halten als Zeichen des Ergebens). Oder falls sie Frauen sind, wird fälschlicherweise angenommen, dass es ihnen möglich ist die Flugbahn einer Kugel mit Willenskraft zu ändern (welche absichtlich in die Wand gefeuert wurde). Nichtlächelnde Schwarze Menschen müssen auf den Boden niedergerungen und außer Gefecht gesetzt werden. Einfach so.

Natürlich sind alle meine Beispiele aus den USA. Aber es gibt auch andere Beispiele näher dran.

In Deutschland bedeutet die Illusion von STSK (Schwarze Teuflische Superkräfte), dass Polizeibeamte schießen, um eine Frau in ihrem ehemaligen Zuhause zu töten, oder auf dem Arbeitsamt. Bei Männern wird angenommen, dass sie so eine Gefahr darstellen, dass sie, selbst wenn sie mit gefesselten Händen und Füßen auf einer feuerresistenten Matratze liegen, direkt eliminiert werden müssen.

Wenn Schwarze Menschen nicht lächeln, gelten sie als unfreundlich, aggressiv und verbreiten Angst. Denk darüber nach. Als eine Schwarze Person in deiner Nähe zeigte, dass sie irgendetwas anderes als vollkommene Zufriedenheit mit der Welt spürt, was war deine emotionale Antwort?

Für mich ist es so: Wenn ich unglücklich bin, erlebe ich nur in den seltensten Fällen bedingungslose Empathie. Und wenn, dann meistens von einer anderen Schwarzen Person.

Und da wir offensichtlich nicht zu jeder Zeit ausschließlich von Schwarzen Menschen umgeben sein können, müssen wir über unsere Optionen nachdenken. Britisch wie ich bin, glaube ich nicht, dass uns ein 24-Stunden-Lächel-Marathon schützen wird. Nun, ich habe keinen besseren Vorschlag als zu sagen, das wir weiterhin auf einander achten sollten und wir sollten auf diesen utopischen Tag hinarbeiten, an dem auch in vorwiegend weißen Gesellschaften jede_r wirklich Menschenrechte hat. Selbst jene, die nicht lächeln.

P.S.:

Liebe Allies,

es ist an der Zeit sich zu steigern – Bitte wirkt der tatsächlichen Gewalt, die Schwarze Menschen jeden Tag in ihren Intraktionen mit weißen Menschen in überwiegend weißen Gesellschaften erleben, entgegen, erkennt und benennt sie.

Des Teufels Advokaten gibt es genug.

 

When Black people don’t smile…

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Rechts gegen Rechts, #shirtstorm, Schnulzen gegen Ebola – kurz verlinkt

19. November 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 262 von 362 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die Aktion „Rechts gegen rechts“ in Wunsiedel. „Lachen ist Macht“, Gewalt aber auch: Im bisherigen Jahr 2014 wurden in Deutschland bereits mehr Angriffe gegen Geflüchtete verübt als in den beiden Jahren zuvor – und zwar zusammen gerechnet.

Beim kulturradio des RBB kann nun auch online die Sendung „Alltagsrassismus in Deutschland“ nachgehört werden, wo unter anderem Sharon Dodua Otoo und Kübra Gümüşay sich zu Wort melden. Es geht es unter anderem um die vermeintlich harmlosen Fragen wie „Woher kommst du wirklich?“, Auswirkungen von politischen Debatten über Asyl, die Kinderbuchdebatte und #schauhin. (Inhaltshinweis: N-Wort ausgesprochen)

„Für mich fehlt dieser Gesellschaft die Bereitschaft, Differenzen stehen zu lassen.“, sagt Lann Hornscheidt in der FAZ in einem Artikel über Sprachformen, Geschlecht und gewaltvolle Reaktionen. (Inhaltshinweis: Reproduktion vieler Hasskommentare, Gewaltandrohungen etc.)

englischsprachige Links

Bei Race Traitor schrieb Tamara K. Nopper einen offenen Brief an „weiße Antirassist_innen“ und erklärt, warum diese Selbstbezeichnung ein Widerspruch in sich ist.

Johnetta Elzie berichet bei Ebony über die traumatisierenden Erlebnisse während der fortdauernden Proteste gegen rassistische Polizeigewalt im US-amerikanischen Ferguson, denen die Polizei dort extrem martialisch und gewaltvoll begegnet: „When I close my eyes at night, I see people running from tear gas in their own neighborhood. […] I didn’t expect to go from a peaceful protester trying to attend a vigil for a young teen gunned down, to a modern day freedom rider. But I am prepared to stay the course and fight as long as we must.“

Dr. Matt Taylor, einer der European Space Agency (ESA)-Wissenschaftler_innen des Rosetta-Projekts, löste mit einem sexistischen Hemd, das er zunächst bei der Live-Übertragung der Landung trug, Kritik aus. STEM Women schrieben zum „#shirtstorm“ und zu alltäglichem Sexismus in MINT-Bereichen.

„Where Are Our Elders?“ – Anlässlich des Todes von Leslie Feinberg fragt sich Sunny Drake, wie viel Platz in aktivistischen Communities eigentlich für ältere und alternde Menschen, für die Vorgänger_innen ist.

Es ist wieder mal so weit: Bob Geldorf hat seine Showbiz-Freund_innen angerufen und rettet jetzt Afrika. Denn was hilft besser gegen Ebola (und alles andere Leid) als Singen und CD-Verkäufe?  Wirklich nichts dazugelernt?, fragt AfricaIsACountry.

Das TIME Magazine lässt über Wörter abstimmen, die für das Jahr 2015 verboten gehören. Mit auf der Liste: Feminismus. Nun haben sie sich entschuldigt (aber auch nichts an der Liste geändert). Bust schreibt über den Vorfall.

Termine in Berlin

Kein Platz für Rassismus – Anti-Geflüchteten-Demos stören in Buch und Berlin-Marzahn:

Vom 26.11. bis 29.11. findet das Festiwalla 2014 statt, eine Programmübersicht findet Ihr hier.

Die MIND THE GAP-Ausstellung mit Arbeiten der Schweizer-Jüdischen Künstlerin Elianna Renner wird am 21.11.2014 eröffnet.

Der Film ID-Without Colors wird am 20.11. um 19 Uhr (OmU) bei Frauenkreise Berlin gezeigt, Choriner Straße 10, 10119 Berlin. Im Anschluss gibt es eine Diskussion.


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Yes mean Yes, Mos Maiorum, Ferguson – kurz verlinkt

15. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 258 von 362 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Die liebreizende Band Respect My Fist hat ein Musikvideo zu ihrem Song „Ich blute“ gedreht.

Was Feminist_innen quasi schon immer predigten, wird nun in Kalifornien Gesetz: Das neue Gesetz „Yes means Yes“ besagt, dass von allen Seiten Einvernehmlichkeit herrschen muss, wenn es zu sexuellen Handlungen kommt. Viel bescheuerte Kritik kam darauf hin und Margarete Stokowski kommentiert das in der taz.

Über die wegweisende Arbeit der Wissenschaftlerin Nikita Dhawan und die Versuche, postkoloniale Perspektiven in der deutschen Unilandschaft zu etablieren, berichtet die Frankfurter Rundschau.

Klingt erschreckend, ist aber nur die Spitze des Eisbergs“ – Tupoka Ogette schreibt beim MiGAZIN über Rassismus an Schulen.

Seit Anfang der Woche (und bis zum 26. Oktober) läuft die europaweite Polizeiaktion „mos maiorum“, welche Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus aufspüren soll.  Das Projekt Map Mos Maiorum sammelt seitdem Informationen zu den Kontrollen. Auf Travel Warning EU gibt es eine Reisewarnung in vielen Sprachen zum Weiterverteilen.

englischsprachige Links

Schon etwa ein jahr alt, aber immer noch aktuell ist ein Bericht von Al Jazeera: Die inzwischen zehnjährige Nabila Rehman verlor ihr Großmutter durch eine US-amerikanischen Dronenangriff, ihre Geschwister wurden verletzt. Für ihre Geschichte interessierte sich bei einer Anhörung in Washington jedoch kaum jemand.

Ein Gespräch zwischen bell hooks und Laverne Cox zu Feminismus gibt es nun als Videomittschnitt.

Die Proteste in Ferguson werden von Frauen getragen, analysiert MSNBC: „Since Aug. 9, when a police officer shot and killed unarmed 18-year-old Michael Brown in broad daylight, women have made up a significant number of the protesters in the streets. Many of the women heard their voices go hoarse after spending hours leading chants and making up rhymes. A number of them have been arrested — even more than once.“

Gestern war Ada Lovelace Day. Dazu passend fragte der Guardian mit einem Quiz „Was wisst ihr über Frauen in der Wissenschaft?„.

Termine in Berlin, Frankfurt-Bockenheim und Wien
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Rassistische Polizeigewalt, Victim Blaming und Bring Back #BringBackOurGirls – kurz verlinkt

17. September 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 254 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

„Die spanische Regierung nimmt von Plänen für ein neues Gesetz Abstand, das Abtreibung nur in zwei Ausnahmefällen erlaubt hätte“ – mehr dazu bei dieStandard.

Die Polizei in Aachen ermittelt gegen mehrere Polizeibeamte und Azubis, die andere rassistisch mobbten und Hakenkreuze und Neonazi-Parolen verbreiteten, erklärt Der Westen.

„An jedem vierten Tag wird in Deutschland eine Straftat mit Bezug zum NSU begangen,“ berichtet Migazin.

Englischsprachige Links

Der Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt in Ferguson nach der Tötung von Michael Brown hält an, zeigt Buzzfeed.

Bei The Root schreiben Sihame Assbague und Rokhaya Diallo über die Doppelmoral der französischen Presse, die sich über Ferguson empört, aber rassistische Polizeigewalt in Frankreich ignoriert.

Zur extremen Rechten in England berichtete Channel 4: in London hat ein Thor-Steinar-Laden eröffnet, und es formieren sich Proteste.

Wie finanzielle Einschnitte in das Budget der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Armut und mangelnde Unterstützung die Bekämpfung von Ebola erschweren, beschreibt die New York Times.

Bei New Statesman kommentiert Sarah Ditum das Urteil, dass Oscar Pistorius Reeva Steenkamp nicht vorsätzlich ermordete, und setzt dieses in den Kontext einer Normalisierung von Gewalt gegen Frauen und victim blaming.

Daran anschließend thematisiert Feministing den Skandal um Ray Rice und die NFL, und titelt: „Wie du feststellen kannst, dass du Frauen hasst.“

Weiterhin berichtete Feministing von der Gruppe Studierender, die sich zur Unterstützung von Emma Sulkowicz (der Studentin, die gegen den Uni-Verbleib des Mannes, der sie vergewaltigte, protestiert, indem sie ihre Matratze durch den Campus trägt) gründete.

Vor mehr als fünf Monaten wurden hunderte nigerianische Schülerinnen von Boko Haram entführt. Deutsche Welle berichtet darüber, was aus der Aktion #BringBackOurGirls geworden ist und wie Aktivist_innen weiterkämpfen. Auch die Facebook-Seite der Kampagne ist weiterhin aktiv und informiert über Neuigkeiten und Aktionen.

Auf Tutus and Tiny Hats nimmt Laura den Mythos auseinander, die mangelhafte Auswahl an Plus-Size-Kleidung läge an den schlechten Konsumentscheidungen der Käufer_innen.

Termine in Berlin

19. September: in der Schererstr. 8 in Berlin (Facebook-Link) findet eine Veranstaltung gegen den „Marsch für das Leben“ (am 20. September) statt. Dort werden in einem Vortrag, Film und anschließender Diskussion Gesetze und Bewegungen thematisiert, die Frauen davon abhalten, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Anschließend stehen Tall As Trees und Anti-Corpos auf der Bühne. [Siehe Hinweis dazu in den Kommentaren – danke, evam!]

20. September: Die Gegendemo zum „Marsch für das Leben“: Demo für Selbstbestimmungs- und Abtreibungsrechte. Start: 11:30 Uhr, U-Bahnhof Kochstr. (U6/M29) Die Protest-Kundgebung des Bündnis‘ für sexuelle Selbstbestimmung findet um 13 Uhr am Brandenburger Tor statt (Facebook-Link).

25.-26. Oktober: Die Berlin Bombshells veranstalten ein Roller Derby Bootcamp für Anfänger_innen und Fortgeschrittene. Die Teilnahmegebühr beträgt 85 Euro, und anmelden kann man sich hier.


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