Einträge mit dem Tag ‘Feminismus!’


Schwarzers Geld und Geiz, Klassismus und Körperbehaarung – die Blogschau

8. Februar 2014 von Nadia
Dieser Text ist Teil 233 von 259 der Serie Die Blogschau

Alice Schwarzer s Geld, oder: “Feminismus, reich und geizig” – einen guten Text zur Causa Alice gibt es auf L-talk.

Um Frauen mit Behinderung und häusliche Gewalt geht es auf Behindertenparkplatz – ein sehr wichtiger Text, mit Inhaltswarnung.

Heterokultur, Klassismus, Sisterhood und malochen unter *Männern: Auf techno candy könnt Ihr einen superguten Text dazu lesen.

Um Adipositaschirurgie und Fat Shaming geht es auf Arge Dicke Weiber.

“Mit dem Er­werb einer so ge­nann­ten „hö­he­ren Bil­dung“ habe ich mir die­sen Dia­lekt ab­trai­niert” – und zwar: Ruhrplatt. Wie das kam und noch mehr zu Wor­king­ Class und Po­ver­ty­ Class könnt Ihr auf clararosa nachlesen.

Letzte Woche jährte sich der Todestag von Hatun Sürücü, wir verweisen nochmal auf einen Text von Sakine aus dem letzten Jahr.

Take your hair back: Heng schrieb über Körperbehaarungs-Trollerei (mit Viraleffekt) und über Solidarität.

Geteilte Ansichten beschäftigte sich mit Opferentschädigungsverfahren.

Dangerbananas veröffentlichte den offenen Brief an den Heimatfhafen Neukölln. Anlass: Anti-asiatischer Rassismus.

Außerdem gab es einen offenen Brief an die SPD, die ein Integrationszentrum Zentrum der Ausgrenzung für mehrere Millionen Euronen plant: Hier der Brief, hier ein weiterer Text von Noah Sow.

Queerulantin sucht Artikel zu (Nicht)Beziehungen und Musik.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Simone de Beauvoir: “Zu leben wie alle Welt und doch wie kein anderer zu sein”

9. Januar 2014 von Nadia
Flickr (c) ELAINE CAMPOS

Flickr (c) ELAINE CAMPOS

Berühmte Zitate Beauvoirs werden bisher noch ohne Gender Gap übersetzt (siehe Überschrift). Oder unter Verwendung des generischem Maskulins: „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.” Hätte sie es sich anders gewünscht? Vielleicht. Oder bestimmt?

Beauvoir wäre heute 106 Jahre alt geworden. Vor knapp 28 Jahren ist sie verstorben. Drei Jahrzehnte Zeit blieben also, sich mit de Beauvoirs Vermächtnis zu befassen. Die Ergebnisse in der Beschäftigung mit ihrer Arbeit werden immer wieder neu sein, denn solange sich der Feminismus entwickelt, wird sich auch die Lesart Beauvoirs entwickeln.

“Das andere Geschlecht” erschien 1951. Einen dicken Schinken verfasste Beauvoir: Ein umfassendes kulturgeschichtliches Opus zur Situation der Frauen (ohne Sternchen) in einer patriarchal dominierten Welt – und vielleicht das wichtigste Buch über die Emanzipation der (weißen, europäischen) Frau des letzten Jahrhunderts. Wirklich schön zu lesen ist es heute aber natürlich nicht mehr. (mehr …)


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Was bedeutet Feminismus für mich?

11. November 2013 von Nadine

Ich habe sehr lange politische Arbeit aus dem Bedürfnis heraus getan verstanden zu werden. Ich wollte Lob, Zuspruch und Unterstützung für meine Themen, Perspektiven und Herangehensweisen. Noch heute erfüllt es mich mit Genugtuung und Zufriedenheit, wenn mir Menschen mitteilen, dass sie durch meine Arbeit neue Perspektiven gewinnen konnten, die sie vorher nicht hatten, dass sie meine Arbeit als bereichernd empfinden, dass sie ähnliches schon öfter gedacht, jedoch öfter wieder verworfen haben – aus Angst, es wäre falsch oder unzureichend. Ich fühle mich wohl in der Rolle der Vorreiterin oder Tonangeberin.

In Konflikten ist es mir selten gelungen, Kritik von Abwehr zu unterscheiden. Ich kann sehr stur und dickköpfig sein. Wenn eine Perspektive oder These für mich Sinn ergibt, dann verteidige ich sie nach Kräften. Wut, Ärger und Frustration, manchmal auch Filme aus der Vergangenheit überfluten mich, sobald irgendwer meine Perspektiven in Frage stellt. Es brauchte einiges an Selbsterkenntnissen, Momenten der Trauer und Verzweiflung und jede Menge Raum für Reflexion, viele, viele Gespräche, um herauszufiltern, was an meinem Vorgehen und manchmal auch an meinen Perspektiven problematisch war_ist.

Feminismus als Prozess

Eine Erkenntnis für mich war, mich in permanenten Prozessen befindlich zu begreifen und meine Perspektiven als punktuell verortend zu verstehen. Nichts kann von Dauer sein in hoch komplexen und hoch differenzierten Verhältnissen. Immer wieder muss ich mich daran erinnern, besonders dann, wenn ich Wissensproduktionen von anderen aufnehme, die in mir zustimmende Gefühle auslösen. Ich suche nach Halt in meinem politischen Sein und muss diesem Wunsch jederzeit widerstehen können, obwohl es so einfach wäre, gerade hier Dogmatismus an den Tag zu legen. Ich habe begriffen, dass nur ich selbst mir diesen Halt geben kann.

Warum brauche ich überhaupt Halt? Die Frage habe ich mir in diesem Zusammenhang sehr häufig gestellt und bin immerhin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich in meinen Lern_Prozessen und in meinem aktivistischen Vorgehen von Punkt zu Punkt hüpfe. Und wenn ich daneben springe, dann gibt es immer wieder etwas, an dem ich mich hoch- und herausziehen kann. Immer wieder Konstanten, hinter die ich nie zurückfallen werde, solange ich ernst nehme, was ich tue, solange ich glaube, wie ich und meine politischen Verbündeten sowie die Menschen, deren Wissensproduktionen und Erfahrungen kennenzulernen eine Offenbarung für mich waren, Welt begreifen.

Ich musste lernen, dass es nicht (nur) die Widerstände von außen waren, die in mir Frustration auslösten, Verzweiflung, Wut und Trauer, nicht (nur) die Abwehr, die mir und anderen begegnet, nicht (nur) das gewaltvolle Zurückdrängen meiner Perspektiven und nicht (nur) die Gewalt und Diskriminierung, die andere und ich erfahren, sondern (auch) mein Unbehagen mit Widersprüchen. Die sich besonders dann für mich sehr schmerzhaft zeigten, wenn ich das Gefühl hatte oder den unbedingten Willen, all das, was mich und andere von außen her zurichtet, könnte – ja müsste – irgendwann aufhören.

Eigene Komfortzonen als Bedrohung für andere

Ich musste lernen, wie dieses „von außen“ niemals nur ein einziges „von außen“ ist, in dem ich immer Teil des Inneren bin. Wie mein geschützter Raum eine Bedrohung für andere sein kann, ein invasives, gewaltvolles Außen, das genauso diese Gefühle auslösen kann – auch bei mir. Es half mir, einen Umgang mit diesen Widersprüchen zu finden, indem ich sie zugelassen habe und mir meine Verantwortung in diesen Widersprüchen klar gemacht habe. Dass es eben Halt in Form eines geschützten Inneren niemals geben kann. Ich bin nicht mehr auf der Suche nach einem Platz für mich, nach genau diesem einzigen Ort, an dem ich mich sicher fühle.

Ich gebe Gewissheiten und Selbstverständlichkeiten auf und ab, gehe Risiken ein, nehme Ungewissheiten in Kauf, erwarte Widersprüche und Rückschläge, wo ich sie noch nicht wahrnehmen kann. Es gilt zu hüpfen, zu stolpern, zu stoppen, zu rasten, zu fliehen, zu fallen, wieder und immer wieder von Neuem. Scheitern als Motivation weiter zu handeln, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen. Dass mich deshalb und trotzdem, seither und noch immer Menschen begleiten, die mir Vertrauen und Liebe schenken, gibt mir Halt in meinem (politischen) Sein. Feminismus? Ist vielleicht genau_auch das.

Was mir Feminismus gebracht hat? All diese Dinge in ihrer Gleichzeitigkeit wahrnehmen zu können: Liebe, Leidenschaft, Wut, Frust, Leichtigkeit, Trauer, Verzweiflung, Außer sich sein, Genugtuung, Zufriedenheit, Gelassenheit, Schwere, Überflutung, Ausgefüllt sein, Verbundenheit, Re_Traumatisierung, Beziehungen, Vertrauen, Nähe, Tiefe, Erschütterungen, Empowerment, Zuneigung, Fantasien, Schmerz, Utopien, Kreativität, Geborgenheit, Scheitern, Unterstützung, Loyalität, Leere, Stärke, Veränderung, Spaß, Humor, Glück, Brüche, Selbstbestimmung, Verletzungen, Zusammenhalt, Differenzen, Zugewandtheit, Mut, Kritik.


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Feministische Politik ist mehr als Kosmetik

6. November 2013 von Maria

Im Moment verhandelt die zukünftige Große Koalition darüber, wie eine Frauenquote für Aufsichtsräte aussehen könnte oder ob man Veränderungen beim Elterngeld beschließt. Feministische Wissenschaftlerinnen fordern in einem aktuellen Aufruf (PDF) einen Blick auf die breiteren gesellschaftlichen Zusammenhänge von Ungleichheit und Ausgrenzung. Sie stellen fest: „Die Gleichstellungspolitik der letzten Jahre hat sich hingegen weitgehend auf kosmetische Korrekturen beschränkt. Der emanzipatorische Gehalt feministischer Kritik muss deshalb wieder neu erstritten werden!“

In dem Aufruf, der sich als offener Brief an Politiker_innen richtet, wenden sich die Autorinnen unter anderem gegen Prekarisierung der Arbeitswelt, die vielfachen Benachteiligungen von Menschen mit Sorgearbeit und eine rassistische Migrationspolitik. Der sehr lesenswerte Aufruf formuliert einen Anspruch an das Zusammenleben in einer „globalisierten Gesellschaft“ und stellt fest, dass die Politik „bei den sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Rechten aller Menschen“ ansetzen muss. Die Autorinnen wollen die feministische Debatte neu entfachen und laden deshalb Menschen aller Geschlechter auf, ihren Aufruf mitzuzeichnen. Hierfür genügt eine E-Mail an feministische_initiative@gmx.de


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Hallo, ich bin Eva, bitte nehmt Platz – Die Blogschau

12. Oktober 2013 von Sabine
Dieser Text ist Teil 220 von 259 der Serie Die Blogschau

Wenn wir barrierefrei lesen, an was denken wir? Ein wichtiger Text über Barrierefreiheit mit Barrieren. Besonders empfehlenswert auch für diejenigen, die Veranstaltungen organisieren, planen, durchführen.

Wie viel Zeit bleibt in aktivistischen Kontexten für das Selbst und die Selbstfürsorge? Ist die Unterscheidung „Aktivismus oder Selbstfürsorge“ nicht auch schon ein Privileg? Wer kann, und aus welcher Position heraus ein “oder” setzen?

„Metal feiert Nonkonformität. (…) Gothic, wo die Abgrenzung zur Gesellschaft auf eher stille Art zelebriert wird, durch Rückzug und Verweigerung, ist Metal offensiver, geht mehr in die offene Rebellion, und ist von seiner Haltung her oft positiver“ schreibt Ryuu über ihren Musikgeschmack, und warum Metal für sie – trotz berechtigter Kritik – empowerend ist.  (In eigener Sache: mehr Musiktexte!)

International Queer Art + Activism ist das Juli-Thema, die siebte Ausgabe des Germany Zine ist da.

Die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder will immer noch Wahlfreiheit, kein Witz.

„Aber du hättest ja was sagen können“ Bäumchen über raumeinnehmende Kommunikation und das Gefühl des Platz machens. “Platz machen im eigenen Leben für andere Menschen und ihre Möglichkeiten“.

„Wenn ich keine Termine hatte, konnte ich morgens nicht aufstehen. Ich hatte Angst vor der Arbeit. Ich hab morgens in der S-Bahn geheult, und dann kurz vor der Ankunft schnell versucht, alle Spuren davon zu beseitigen.“ Hallo, ich bin Eva und bin depressiv“ beziehungsweise *war* depressiv.

Warum verbringen Menschen eigentlich Stunden, Wochen, ja, Monate damit Serien begeistert zu verfolgen, auch wenn ihr Inhalt manchmal ärgerlich ist und die Logik dessen mangelhaft ist? Heiter Scheitern hat einen Podcast dazu gemacht (inkl. Rechercheaufgabe: es hat etwas mit Feigen zu tun).

Lilja reist gerne innerhalb Europas. In ihrem Blog hat sie ihre sieben Tipps für reisende Frauen* festgehalten.

Vom feministischen Tweet zur Hasskampagne. Ein Paradebeispiel aufgeschrieben und erlebt von Anna Zschokke.

 

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Rebel Girls, Gedichte und ein lesbischer Kurzfilm – die Blogschau

5. Oktober 2013 von Viruletta
Dieser Text ist Teil 219 von 259 der Serie Die Blogschau

Passend zum 3. Oktober hat ihollaback!Berlin einen Text von May Ayim zitiert: “grenzenlos und unverschämt – ein gedicht gegen die deutsche sch-einheit“. Das Missy Magazine war aus dem selben Anlass im Frauenzentrum EWA in Berlin, und hat sich dort auf die Suche nach den feministischen Frauen gemacht, die bei den Erzählungen über die Bürger*innenbewegung der DDR meist vergessen werden.

30. Jahre an.schläge und wir schließen uns den Glückwünschen an: Happy Birthday! Und weil die Redaktion auch nach 30 Jahren noch viel Wert auf euer Feedback legt, gibt es hier noch eine Umfrage: was würde das Magazin für euch noch besser machen?

Polychromatisch schreibt über alltägliche Trans*phobie und die Schwierigkeit, die das reclaimen von Begriffen oft mit sich bringt: “Ich will niemenschem Worte wegnehmen und somit ungewollt meine Privilegien als weißer, wahrgenommener Trans*mann ausspielen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass in meiner individuellen Position mir diese Reclaming eigentlich zustände, denn schließlich bin ich durch die trans*phobe Verwendung dieses Wortes direkt betroffen”. Über Ideen und Anregungen in den Kommentaren freut er sich.

Die queere Jugendgruppe Youngstars Hochrhein hat einen lesbischen Kurzfilm gedreht:

Zum Thema Privilegien gibt es viele Meinungen und Vorannahmen. Nadine hat auf ihrem Blog Medienelite einige davon aufgegriffen. Aber Vorsicht: Der Beitrag kann Spuren von Sarkasmus enthalten.

Alis Afrika-Blog schreibt darüber, wie ätzend es ist, in Deutschland als Schwarzer Mensch ständig gleichzeitig demonstrativ übersehen und überwacht zu werden: “Das typische am Rassismus ist, dass Leistungen von rassistisch Ausgrenzten individualisiert, (vermeintliche) Fehltritte jedoch kollektiviert werden”.

“Mädchen? Junge? Pony?” ist der Titel einer Broschüre der trans*genialen f_antifa, die versucht in verständlicher Sprache verschiedenste Fragen rund um das Thema trans* zu beantworten. Auf der Homepage der Gruppe steht sie nun zum Download bereit.

Die denkwerkstatt hat ein Interview mit der feministischen Ökonomin Gabriele Michalitsch geführt. Resüme: Feminismus kann niemals Lifestyle sein, Feminismus ist immer politisch”.

Die Musikjournalistin und Autorin Tine Plesch hat zu Lebzeiten eine Menge eigener Gedanken zu Pop und Feminismus, Musik und Literatur zu Papier gebracht. Beim Ventil-Verlag ist nun unter dem Titel Rebel Girl – Popkultur und Feminismus eine Sammlung dieser Texte erschienen. different needs hat sie gelesen und rezensiert: “Wer wissen möchte, wie sich Lesereisende auf Tour fühlen, warum schreibende Frauen mitunter die “Heldin als Verrückte” dargestellt haben und warum “Mädchenband” kein gewinnbringender Begriff ist, dem_der sei dieses wunderbare Buch ans Herz gelegt”.

Das Ende des Sex hat ebenfalls eine Lektüreempfehlung für euch: “Eine afro-deutsche Geschichte: Zur Lebenssituation von Afrikanern und Afro-Deutschen in Deutschland von 1884 bis 1950″ von Katharina Oguntoye.

Die lesbische ugandische Menschenrechtsaktivistin Kasha Nabagesera hat kürzlich den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis erhalten. “Die Entscheidung der Jury, mit der Wahl der Preisträgerin die weltweite Diskriminierung von LSBTI-Personen sichtbar zu machen, ist ein Meilenstein und ein starkes politisches Signal: Homophobie ist ein Menschenrechtsthema, weltweit” schreibt L-talk.

Tea-riffic hat ein wunderbares Gedicht geschrieben, dass sie völlig unnötiger Weise sehr schüchtern präsentiert; es heißt “Feminist Killjoy”.

Auf fatshaming Kommentare schlagfertig zu reagieren, kann empowernd sein. Der Dicke Verein liefert deshalb ein paar Vorschläge für Erwiderungen, die zwar nicht alle toll sind, aber einige Gute sind dabei.

Sina’s Blog bildet eine Debatte darüber ab, inwiefern Missionar*innen die Notlagen von Sexarbeitenden ausnutzen.

Termine:

Es lohnt sich einen Blick in den Veranstaltungskalender von Antje Schrupp zu werfen.

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FEMBooks – Internetbuchhandlung für feministische und emanzipatorische Literatur

16. September 2013 von der Mädchenmannschaft

Die Mädchenmannschaft freut sich sehr, euch FEMBooks vorzustellen. FEMBooks richtet sich an alle, die an Gender und Queer Themen interessiert sind und/oder vor allem von Frauen verfasste Bücher suchen. Bildschirmfoto 2013-09-15 um 11.25.01Damit wird das Publikum der zahlreichen in den 70er und 80er Jahren entstandenen „Frauenbuchläden“ mit einem neuen digitalen Angebot abgedeckt. FEMBooks wurde gegründet von Doreen Heide, die selbst schon seit vielen Jahren feministisch-politisch aktiv ist – u.a. bei Attac (feminist Attac + Gender AG). Weitere Frauen und Lesben steigen nach und nach mit ein. FEMBooks gibt es auch auf facebook.

Wer hat sich nicht schon mal darüber geärgert, beim Suchen eines Buches zu „Feminismus“ im Internet auch lauter antifeministische Pamphlete angezeigt zu bekommen? Wer hat nicht schon die Erfahrung gemacht, dass in normalen – und selbst manchen linken -Buchhandlungen von Frauen geschriebene, lesbische oder queere Bücher nur mühsam aufzufinden sind oder gar gänzlich fehlen? Wer stört sich nicht auch daran, dass Kinderbücher in der Regel extrem geschlechtsrollenkonservativ sind?

Mit FEMBooks gibt es seit März 2013 eine auf feministische und emanzipatorische Literatur spezialisierte Internetbuchhandlung. Vorzugsweise werden feministische und/oder von Frauen geschriebene Bücher angeboten und damit weiblichen sowie lesbischen und queeren Perspektiven auf privates und öffentliches Leben Priorität eingeräumt. Hier findet sich z.B. eine breite Auswahl an Biografien und Autobiografien von Frauen, Bücher zur Frauen- und Lesbenbewegung, Liebe und Sexualität – heterosexueller wie lesbischer – oder und von Frauen verfasste Reisebücher. Eine eigene Kategorie zu Queer Politik listet alle queer-politischen und lesbischen Sachbücher gesondert auf.

Zudem finden sich bei FEMBooks mittlerweile an die 200 Fachbücher aus dem Bereich der Gender und Queer Studies. Ab Juni 2013 kam noch die Belletristik hinzu. Bei den Romanen, Erzählungen und Krimis wurden auch hier Unterkategorien zu lesbischen Romanen, lesbischen Erzählungen und Lesbenkrimis eingerichtet, damit diese leichter heraus gefiltert werden können.

Bei den Kinderbüchern werden neben vielen Büchern mit starken und klugen Mädchenfiguren (Hexen, Piratinnen etc.) , die es zum Glück mittlerweile gibt, auch solche zu Einelternfamilien, Regenbogen- und Patchworkfamilien sowie zu einem äußerst reflektiertem Umgang mit kindlichen Geschlechtsidentitäten gesondert aufgelistet. Die Neuerscheinungen vor allem zu letzterem sind besonders rar, was in auffallendem Kontrast zu einer stetig wachsenden Queer Szene steht.


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Warum deutsche Journalisten Edward Snowden lieben

28. August 2013 von Lisa

Anmerkung der Redaktion:

Hier hatten wir vorhin einen ursprünglich bei den Fuckermothers erschienen Gastbeitrag gepostet. Der Text stellt wichtige Fragen:

Wer wird von der Männermannschaft in den großen Zeitungen eigentlich zum Helden geschlagen? Was sind die Kriterien, und wer bestimmt, was als „politische Handlung“ definiert und wahrgenommen wird, und was nicht?

 Wir halten es jedoch  für problematisch und auch widersprüchlich, in einer solchen Analyse  nicht auf die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Julian Assange und deren  zutiefst sexistische mediale Rezeption zu verweisen. Wenn Assange sich als Whistleblower betätigt, wird das als politisch wahrgenommen und er zum Helden erklärt – auch in besagtem Blogbeitrag. Wenn er sexualisierte Gewalt  ausübt, wird dem ganzen seine politische Dimension aberkannt und das Helden-Narrativ bleibt unangetastet.  In diesem Zusammenhang kann es auch nicht unerwähnt bleiben, dass der Heldinnenstatus hier wenn dann viel eher der im Text gänzlich entwähnten Chelsea Manning zukäme, die die fraglichen Daten gesammelt und Wikileaks/Julian Assange zur Verfügung gestellt hat. Chelsea Manning wurde gerade zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt und wird während ihrer Haft umso mehr Gewalt und Übergriffen ausgesetzt sein, während Julian Assange, der  Mannings  Materialien lediglich veröffentlicht hat, glorifiziert und protegiert wird (u.a. erhält er Schutz in Botschaften), auf seine Staatsbürgerrechte pochen kann und sich offenbar relativ unangefochten und sicher zu fühlen scheint.  Diese Zusammenhänge in einer Analyse darüber, wer warum medial zum Helden erklärt wird und auf wessen Kosten, zu entnennen, finden wir  unverständlich und problematisch. Daher haben wir uns dafür entschieden, den Text hier von der Seite zu nehmen.


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Deine Mutha! Ein Linktipp

27. August 2013 von Lisa

Eine alternative Mutter fragt sich, ob sie überhaupt wirklich alternativ sein will, die ‘bizzarsten’ Erlebnisse in der Schwangerschaft – vom veränderten Geschmack der Pussy bis zum Ausgeliefertsein in den Wehen – werden geteilt und eine Autorin schreibt über ihre ‘Reise zur Mutterschaft‘, bei der auch eine Abtreibung auf dem Weg lag. Das alles ist im englischsprachige Mutha-Magazin nachzulesen, das diesen Monat online ging.

Gründerin ist die Feministin und Schriftstellerin Michelle Tea, die bereits ihre Versuche dokumentierte, als queere Frau schwanger zu werden. Dabei fiel ihr auf, dass es wenig Informationen und Role-Models für alternative Erfahrungen von Elternschaft gab.   Deswegen gründete sie mit Freund_innen und Bekannten ihre eigene Seite. Dort soll es laut ‘About‘ um Babynamen, Umstandsmode, feministische Kindererziehung, Punk-Mütter, Hip-Hop-Mütter, Mommy-Wars und eigentlich alles gehen.


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Sommerpausen-Podcast

22. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
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(c) Siguri F

Heute verabschieden wir uns in eine kleine Sommerpause und werden am 12. August wieder zurück sein. Zuvor hat sich aber ein Teil der Mädchenmannschaft zusammengesetzt, um einen Podcast aufzunehmen, in dem wir einige feministische Aktionen und Themen des letzten halben Jahres, wie #Aufschrei oder One Billion Rising, diskutieren. Vor allem fragen wir uns aber: Was bedeutet es für uns, Feminismus (auch) im Internet zu machen? Was ist für uns produktiv, was eher nicht? Weitere Hintergründe zu Aktionen und Debatten, über die wir sprechen, findet ihr mithilfe der untenstehenden Links.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Download (1 Std., 43 Min, 53 Sek., mp3, 47,5 MB)

Zum Weiterlesen:

Debatte um Rassismus in Kinderbüchern und anderen Medien


“Gleichgeschlechtliche” Ehe und Heteronormativität

(mehr …)


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