Einträge mit dem Tag ‘Femen’


Mit Highheels gegen das Patriarchat – die Neuigkeiten der Woche

20. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 125 von 138 der Serie Kurz notiert

Am Wochenende war die Mädchenmannschaft beim Barcamp Frauen. Verena berichtete bereits für den Freitag und für uns. Auch in der tazim Vorwärts und der Seite der SPD gibt es jeweils einen Rückblick.

Männer mit Behinderungen sind stärker von sexueller Gewalt betroffen als Männer ohne Behinderungen, so die LA Times.

Die ukrainischen Femen waren und bleiben aktiv: “Mit Highheels und oben ohne gegen das Patriarchat.”

Heute hat die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ihren 65. Geburtstag. DieStandard hat ein Porträt von Jelinek.

Unter den 1.133 Kandidat_innen, die in das Parlament in den Oman wollten, waren 77 Frauen: eine davon hat es geschafft.

In Afghanistan ist die Frauenquote im Parlament zwar höher, beim Wiederaufbau sei die Situation der Frauen aber zu lange vernachlässigt worden. Nach inzwischen zehn Jahren internationalen Einsatzes sei es immer noch nicht zum Strategiewechsel, vom militärischen, hin zum zivilen Aufbau gekommen, so die Ärztezeitung.

Junge Männer möchten gerne aufmerksame Väter mit Zeit für ihre Kinder werden, so die Süddeutsche. Nach der Geburt ist dann aber doch wieder das traditionelle Familienmodell angesagt. Schuld daran: Der Gender Pay Gap. Denn wenn er mehr verdient als sie, begräbt der Kontostand alle guten Vorsätze.

Über die Schwierigkeiten von Transgendern im Libanon berichtet der Daily Star (und einem kleinen Happy End).

Die ING-DiBa spendet je 1.000 Euro an die beliebtesten 1.000 Vereine. Das Girls Rock Camp freut sich über deine Stimme! Bis zum 15. November könnt ihr noch voten.

Es hört nicht auf: In der taz wird wieder einmal das “post-gender”-Konzept der Piraten diskutiert.

Termine nach dem Klick:

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Ukrainische Feministinnen und das sowjetische Patriarchat

14. Februar 2011 von Silviu
Dieser Text ist Teil 6 von 17 der Serie Im Osten nichts Neues?

Was passiert eigentlich östlich von uns? Journalist Silviu Mihai kennt sich aus und wirft für uns alle zwei Wochen einen feministischen, gender- und gesellschaftskritischen Blick auf das „andere“, östliche Europa. Die konkreten Herausforderungen der Gleichberechtigung in Polen, woran wir einen bulgarischen Macho erkennen und welche Rolle Homophobie und Gendermainstreaming in Rumänien spielen, erfahrt ihr in dieser Kolumne.

Ein Jahr nach der Wahl von Wiktor Janukowitsch zum Präsident der Ukraine fürchten viele BeobachterInnen und AktivistInnen um die demokratischen Fortschritte des letzten Jahrzehntes. Die früheren proeuropäischen Regierungen hatten trotz zahlreicher Korruptionsskandale wichtige Reformen durchgesetzt und das Land näher an die EU gebracht. Janukowitsch, ein ehemaliger Parteifunktionär zu Sowjetzeiten und Freund Wladimir Putins, präsentierte sich offen als Gegner dieser Modernisierungsprozesse und wurde im Februar 2010 vor dem Hintergrund der tiefen Wirtschaftskrise gewählt.

Die ukrainische Frauenbewegung Femen, die früher gegen Sexismus und Ausbeutung der Prostituierten protestierte, engagiert sich jetzt allgemein für Menschenrechte und demokratische Gesellschaftsverhältnisse. In einem ARTE-Interview kritisiert die Vereinsvorsitzende Anja Gutzol die „starke Tendenz hin zum Totalitarismus“ unter der neuen Regierung. Einige Oppositionsanhänger wurden bereits festgenommen, die kritischen Medien müssen wieder mit offiziellen Schikanen rechnen.

Wie die meisten ehemaligen Funktionäre des Staatssozialismus hat Janukowitsch nicht nur eine antidemokratische Grundeinstellung, sondern auch stark sexistische Überzeugungen, die in Westeuropa eher unter provinziellen Anhängern der konservativen Parteien zu finden sind. Keine einzige Frau sitzt im neuen Kabinett. Damit ähnelt sich die Regierung einem Männerklo, kritisiert Femen. Neulich hat der Präsident versucht, Touristen in die Ukraine zu locken: Das Land organisiert nächstes Jahr, zusammen mit Polen, die Fußball-Europameisterschaft. Kiew sei besonders schön im Sommer, wenn sich die Frauen ausziehen, meinte Janukowitsch vor einem internationalen Publikum.

Die Ukraine gilt in Europa als eines der wichtigsten Reiseziele von Sextouristen und gleichzeitig als Rekrutierungsland und Drehkreuz fürs Frauenhandel. Die Äußerungen von Janukowitsch sind also nicht nur völlig daneben, sie signalisieren eine aufmunternde Botschaft an die weitverbreitete Ausbeutungsindustrie. Femen versucht mit „unanständigen“ Performances gegen die offizielle, scheinheilige „Dezenz“ zu mobilisieren.


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Kultur, Politik und Termine – wieder alles dabei!

27. März 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 80 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

In der feministischen Blogosphäre war diese Woche einiges los:

Wer die Wikipedia-Diskussion vergangenen Sonntag um den Artikel des Tages „Vulva” nicht mitbekommen hat, findet bei Ti_Leo eine umfangreiche Linksammlung und in den Geschichten von der honigsüßen Welt werden die Argumente von iih bis Porno diskutiert.

Am Mittwoch war dann der Ada-Lovelace-Day – Karnele hat dazu einige Artikel über Frauen in Naturwissenschaft und Technik zusammengetragen.

Die denkwerkstatt illustriert Gedanken zu Männlichkeit und Ethnizität mit zwei Werbevideos. Die Fußballer Didier Drogba und Cristiano Ronaldo werden dabei sehr unterschiedlich in Szene gesetzt.

Arm aber Sexy hat Zahlen zum Frauenanteil an Hochschulen gesammelt und auch die passende Grafik gefunden:

Grafik, die den steigenden Anteil von Männern in der höheren Bildung ab der Promotion illustriert, während der Frauenanteil sinkt

Bild über cews.org

Das mächenblog kommentiert die neuste Aktion der ukrainischen FEMEN-Bewegung und gratuliert Glora Steinem zum Geburstag!

Im Genderblog nimmt Katrin Horn in einem Gastbeitrag Lady Gaga’s neuesten Streich „Telephone” aus der feministischen Perspektive auseinander.

Um Lady Gaga und andere Künstlerinnen geht es auch bei bubi zitrone.

Die Veranstaltung „Queerfeministische Pornos” hat classless Kulla besucht und rezensiert.

Getwittert: Die nächste Missy-Gastbloggerin wird Kathrin von I Heart Digital Life.

Last but not least: Girls Can Blog stellt heute die Mädchenmannschaft vor.

Jetzt schnell den Bleistift zücken, nach dem Klick kommen noch die Termine:
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Quoten, Sexismus und Biologie

12. Dezember 2009 von Helga
Dieser Text ist Teil 19 von 138 der Serie Kurz notiert

Der Überblick beginnt diese Woche mit Berichten von sexistischen Übergriffen. Im September erlebten Frauen, die in Oakland an den Protesten gegen den 20-Gipfel teilnahmen, eine Reihe an sexuellen Belästigungen: Beleidigungen, Bedrohungen und geifernde Zuschauer beim Abtasten und Toilettenbesuch.

Räumung des Casinos der Goethe Universität Frankfurt am Main 03.12.2009 from Janina Vogel on Vimeo.


Auch bei der Räumung des besetzten Casinos an der Uni Frankfurt wurde mehrfach von Sexismus seitens der Polizei berichtet. Zwei Studentinnen berichten u.a. in diesem Video. Einer wurde, als sie sich festhielt, gesagt, dass die Freundin des Polizisten sich auch immer so in ihn hineinkrallen würde (ca. 1:07). Einer anderen wurde beim Raustragen gesagt: “Da tust Du mal was Gutes und wisch den Boden” (ca 2:00).

Die Sueddeutsche bringt gleich zweimal neue wissenschaftliche Erkenntnisse:
Frau zickig? Mann genervt? Immer sind die Hormone schuld, aber so einfach ist das (leider) nicht mehr:

“Es scheint, dass nicht das Testosteron selbst zu Aggressivität verleitet, sondern der Mythos rund um das Hormon. In einer Gesellschaft, in der immer mehr Eigenschaften und Verhaltensweisen auf biologische Ursachen zurückgeführt und teils damit legitimiert werden, muss dies hellhörig machen”

Die Deutschen sterben, wie der Rest Europas erstmal doch nicht aus. Vielmehr haben die Unwägbarkeiten der Statistik und veränderter Lebenswege von Frauen die tatsächliche Fruchtbarkeit nur vertagt. Politische Maßnahmen haben aber in einigen Länder ihren Teil dazu beigetragen, etwa das Elterngeld in Estland.

Wenn frau dann Kinder bekommt, sieht es mit dem Job düster aus. Ingenieurinnen etwa arbeiten häufig nicht als Ingenieurinnen. Warum hat eine neue Studie geklärt und die Mehrheit der Frauen gab die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie an. Immerhin noch 40% derer, die als Ingenieurinnen arbeiten, klagen ebenfalls darüber.

Besonderen Schutz gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität gibt’s weiterhin nicht. Im Bundesrat gab es dafür keine Mehrheit, erläutert der Tagesspiegel. Stattdessen hieß es u.a. von der niedersächsischen CDU und der hessischen FDP, die bisherigen Gesetze reichten aus. Deutschland 2009 – Land völlig frei von Diskriminierung?

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Nicht vergessen…

19. November 2009 von Helga
Dieser Text ist Teil 4 von 138 der Serie Kurz notiert

Die (feministischen) Themen der Woche, die hier bisher noch nicht zur Sprache kamen:

Der Spiegel berichtet von der Steinigung einer Ehebrecherin in Somalia. Die regierende radikale Miliz hat bereits vergewaltigte Teenager und geschiedene Frauen wegen „Ehebruchs“ zum Tode verurteilt.

Beim Spiegel gibt es auch ein Video mit der neuesten FEMEN-Aktion. Die ukrainischen Feministinnen protestieren gegen Sexismus und ungewollte, weitgehende Avancen von Kommilitonen und Professoren.

Die BBC berichtet über eine neue Studie zu Intimoperationen. Danach seien die Risiken noch viel zu unerforscht und würden von den Chirurgen verharmlost. Das Argument, vorstehende Schamlippen könnten Schmerzen bereiten, sei meist psychologisch bedingt, sonst müssten Männer, deren Genitalien noch viel weiter „herausragen“, weit größere Unanehmlichkeiten haben.

Neue Studien disktutiert auch die New York Times. Hilft Stillen beim Abnehmen nach der Geburt? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber sollte man Stillen wirklich als Diätmethode sehen?

100.000 Euro lobte Nordrhein-Westfalens Innovationsministerium als ersten Gleichstellungspreis für Universitäten und Hochschulen aus. Die Uni Duisburg-Essen, die Uni Paderborn und die FH Bielefeld bekommen jeweils diese Summe, da sie ihren Ansprüchen auch Taten folgen liessen, so die taz. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Frauenanteil in den MINT-Fächern.

Am 24. November veranstaltet der VDE in Berlin das VDE-Symposium „Karrierestart für Absolventinnen von MINT-Studiengängen der Elektro- und IT-Branche“. Studentinnen und Berufseinsteigerinnen können dort andere „Young Professionels“ und Vertreter aus Firmen und Hochschulen treffen.

In Indien sind Wähler_innen nicht mehr auf die Geschlechtskategorien „männlich“ und „weiblich“ beschränkt: Transgender, Intersexuelle und Eunuchen können nun O wie „other“ ankreuzen, berichtet CNN.

Der Harvard Business manager über eine Kundinnenbefragung: Was wollen Frauen wirklich? Weniger Klischee und mehr Praktikabilität.

Christa Walliczek, Erzieherin, fordert im Interview mit der Sueddeutschen mehr Förderung und weniger reine Lippenbekenntnisse für Kinder aus sozial schwachen Familien.


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Feminismus auf ukrainisch, feat. DJ Hell

29. Mai 2009 von Meredith

In der Ukraine wächst eine feministische Bewegung heran. Die jungen Frauen, die sich femen nennen, haben nach eigenen Angaben nichts Geringeres vor, als “die größte und einflussreichste Frauenbewegung Europas zu werden”.

Bild via flickr

Bild via flickr

femen konzentriert sich derzeit vor allem auf Aktionen unter dem Slogan: “Die Ukraine ist kein Bordell”, mit denen gegen Sextourismus in ihrem Land mobil gemacht werden soll. Denn Prostitution ist in der Ukraine strafbar, aber nur für die Huren und Zuhälter. Freier haben kein Problem und besuchen das Land daher massenweise. Diesen Misstand, sowie die hohe Rate sexueller Belästigung und Gewalt gegen Frauen, prangern die femen-Ladys an, vor allem mit auffälligen Performances und Demonstrationen.  Sie stellen sich halbnackt auf die Straße und malen sich Preisschilder auf die Körper, spielen Szenen mit Freiern nach und verursachen viel Wirbel.

Unter anderem hat der Münchner DJ Hell jetzt der Gruppe seine Unterstützung zugesagt, und das auch gleich mit vollem Einsatz demonstriert – auf jetzt.de gibt es heute ein Interview mit ihm, in dem er von seiner Performance in Kiew erzählt:

Am Freitagabend fanden die Events auf dem Majdan-Platz im Zentrum von Kiew statt: Tanzgruppen traten auf, es gab eine Modenschau und einige Mädchen klebten sich Preisschilder auf die nackte Haut. Für die Fotografen haben sie auch in Trikots der ukrainischen und polnischen Nationalmannschaft posiert. 2012 findet die Europameisterschaft in beiden Ländern statt und das ist natürlich ein Schwerpunkt der Kampagne. Die Polizei stand während des Spektakels einfach daneben und beobachtete alles, ohne einzugreifen – das hat mich positiv überrascht.

Mitunter ist es wirklich amüsant, was alles aus der Perspektive eines Partykönigs an so einer Veranstaltung besonders wichtig ist. So erzählt Hell von der After-Party der Demo, bei der die femen-Mädels alle auf der Gästeliste gestanden hätten und die dann zu einem rauschenden Fest wurde. Da kann man die Lippen spitzen und nach der Ernsthaftigkeit fragen – man kann aber auch darüber nachdenken, dass es vielleicht wirklich gar nicht so weit hergeholt ist, dass Feminismus eben auch Spaß machen kann. Denn an der Seriösität von femen lässt sich, bei allen Bikinis und Hotpants, nicht zweifeln, dafür ist deren Anliegen zu offensichtlich real. Und am Ende mobilisiert die Leute derzeit eben wenig so sehr wie eine gute Party. Oder wie seht ihr das?


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