Einträge mit dem Tag ‘Femen’


13 wirklich gruselige Halloween-Kostüme

9. Oktober 2014 von Hengameh

Heng ist freie Autorin, bloggt auf Tea-Riffic – wo auch der folgende Text bereits erschienen ist – und twittert unter @sassyheng. Bei der Mädchenmannschaft hat sie zuletzt das aktuelle Buch von Laurie Penny besprochen. 

Bis Halloween sind es zwar noch ein paar Wochen hin, aber die Geschäfte preisen ihre kackscheiszigen Perücken und Kostüme jetzt schon aggressiv an. Dass es rassistisch ist, sich als Schwarze Person, Mexikaner_in, Sinti und Roma, People of First Nations, Inuit, you name it, zu verkleiden, ist bei vielen in Deutschland noch nicht angekommen. Auch sind gegenderte Kostüme in der Regel sexistisch: Als Frauisierte ist es schwer, ein Kostüm zu finden, dass nicht “sexy” ist.

Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und mir einfach umsetzbare D.I.Y.-Kostüme ausgedacht. Horror habe ich für mich selbst definiert und an alltägliche Dinge gedacht, die mir kalte Schauer von Angstschweiß verpassen. 

1) White Tears

Ob in Flaschen- oder Eimerform, als Raumspray oder einzeln verpackt – scary sind White Tears immer. Gerade an Halloween scheint es Hauptsaison zu sein, wenn weißen Leuten empfohlen wird, lieber keine rassistischen Kostüme zu wählen.

2) Nice Guy™

Kinnbart, Fedora und optional ein T-Shirt mit “witzigem” (sexistischem) Spruch und dein Outfit für den Abend ist fertig: Der Nice Guy™. Wer so richtig auf die Kacke hauen will, wirft mit unangenehmen Aufreißsprüchen um sich und zwinkert dabei immerzu. Netzfeminist_innen und OkCupid-User_innen werden schreiend weglaufen (oder dich beleidigen).

3) FEMEN-Aktivistin

Schlanke, weiße, ableisierte Cisfrauen ziehen in Puncto Last-Minute-Verkleidung mal wieder das längere Streichholz: Einfach den Oberkörper mit einem essentialistischen_rassistischen Spruch bemalen, Blumenkranz auf den Kopf, Gruppengespräche sichten und sie durch zielstrebiges Einrennen zersprengen. Pro-Tipp I: Oberteil erst auf der Party ausziehen. Pro-Tipp II: Am besten auf einer Party mit Sexismus-Awareness tragen, da sonst die Wahrscheinlichkeit auf Übergriffe noch höher ist.

4) Mon Chérie

Das wahrscheinlich ekelhafteste Produkt aus dem Hause Ferrero: Mon Chérie. Werbung hat selten so gelogen. #TeamNonCherie Von rosa-rotem, holographischen Stoff umwickelt, mit Kirsche auf dem Kopf (oder in dir drin), notfalls Label auf den Bauch schreiben. Obacht: Den Anlass, als Schokolade verkleidet zu sein, nicht dazu nutzen, die eigene Haut dunkler zu malen. Wenn dein Kostüm ohne dieses Detail nicht erkennbar ist, hast du es nicht gut genug gebastelt, just deal with it.

5) Alice Schwarzer

Mindestens so beliebt wie die FEMEN-Aktivistin ist die Urform der FEMEN-Aktivistin: Alice Schwarzer. Zumal sie “in den 70ern ja richtig gute Arbeit geleistet hat!!11″™, gibt es Menschen, die das Kostüm als empowernd betrachten werden. Wer aber seit den 70ern weitergedacht hat, wird sich fürchten. Und den Kopf tief in die Hände vergraben.

6) Kläffender Schäferhund

Story of my Middle Eastern Childhood tbh: Wir hatten damals so weißdeutsche Nachbar_innen mit einem großen Schäferhund, den sie nicht unter Kontrolle hatten. Immer, wenn wir ihn auf dem Weg nach draußen im Treppenhaus gehört haben, blieben wir noch einen Moment länger in der Wohnung, um nicht von dem Rex II angesprungen zu werden. Mit den Jahren zeigte sich, dass weiße Deutsche mit aggressiven Schäferhunden ein übliches Ding hier in Schland ist. Help.

7) Lesbian Drama

Die Ex der Ex daten? Tegan and Sara CD-Kollektion ausgeliehen und nie wiederbekommen? Bei der Trennung der große Streit um das Adoptionsrecht der gemeinsamen Katze? Der Flüsterfunk ist außer Kontrolle geraten? Das Ex-Dreieck-aus-der-Hölle sitzt beim Sonntagsbrunch zwei Tische weiter? Das Lesbian Drama kennt kein Erbarmen. Einfach sämtlich Szenarios auf kleine Zettel schreiben und an die Klamotten pinnen, tadaaaa: Gruseloutfit.

8) BHs und Binder

Zu eng, zu groß, gerissen, der Bügel bohrt sich in die Brust, die Preise schießen in den Himmel: HELP! HELP! (Umsetzbarkeit: Sämtliche BHs_Binder, gerne mit kaputtem Bügel u.Ä., an die Kleidung hängen. Vielleicht sogar mit überteuerten Preisschildern.)

9) PMS

Aufgequollene Leak-Tampons, vollgerotzte Tempos und Uterus-Rage-From-Hell: Still not loving PMS. Dank zahlreicher Synonyme lässt sich das ganze gut verbildlichen, zum Beispiel als hungriger Hai (#SharkWeek), als Erdbeerstrauß (#ErdbeerWoche) oder als der altbekannte Homie Tante Rosa.

10) Gitarren-Dude

Lerne Wonderwall, Let It Be und Seven Nation Army auf Gitarre und spiele die Songs ungefragt vor der Crowd. Sobald sich andere Leute um dich herum scharen und mitsingen, hast du dein Ziel erreicht. Wenn ein_e wütende_r Feminist_in auf dich zukommt und die Gitarre zerschmettert, hat er_sie ihr_sein Ziel erreicht.

11) Barista mit Bart

Klebe dir einen langen Bart an (am besten rotblond), träge ein Jeanshemd mit einem weißen T-Shirt darunter und lasse die oberen drei Knöpfe offen. Dazu eine enge Hose und Chelsea-Boots, ein Sack Kaffeebohnen und triviales Wissen über den Café-Betrieb – schon bist du genau richtig dafür ausgestattet, Leute ungefragt mit Kaffee-Fun-Facts zu versorgen. Denn viele von uns kennen zu gut diese Situation, in der sie einfach eine Tasse Filterkaffee auf drei Stunden strecken um in der Zeit Wifi zu schnorren und einen auf Public Office zu machen, aber ständig vom nervigen Barista-Dude und seiner Wertschätzung für guten Kaffee genervt werden. NO ONE CARES ABOUT IT.

12) Extra-Gebühr für Soßen

Das schlimmste Imbisserlebnis ist, wenn Soßen extra berechnet werden. Und dann bestenfalls noch in geizigen Portionen herausgerückt werden. Ein Pappkarton kann hier gut zu einer Tafel umfunktioniert werden. Wichtig ist, dass gut zu erkennen ist, dass Soßen 30-50 Cent kosten. Wer so richtig auf die Kacke hauen will, schreibt vielleicht sogar 1€.

13) Kürbis

Mag vielleicht ausgelutscht klingen, vielleicht auch unlogisch, weil Kürbisse superlecker sind. Der Horror beginnt allerdings beim Aushöhlen, Schälen und Schneiden.

Habt ihr noch mehr Ideen für gruselige Halloween-Kostüme? Dann raus mit der Sprache!


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Eine Frage des Blickwinkels – kurz notiert

4. September 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 209 von 351 der Serie Kurz notiert

Sharon Dodua Otoo erzählt beim an.schläge-Magazin von ihrer komplizierten Beziehung zum Feminismus – und wo jener seinen Blick dringend erweitern muss.

Bahnt sich auch in Deutschland eine größere Bewegung gegen die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften an?“ fragt queer.de. Am 23. November findet in Leipzig jedenfalls schonmal ein  Kongress statt, auf dem so illustre Gestalten wie Eva Herman oder Thilo Sarrazin sich der Frage widmen: „Werden Europas Völker abgeschafft? Familienfeindlichkeit, Geburtenabsturz, Sexuelle Umerziehung“ –  Grusel.

Diese zwar nicht brandneue, aber bisher wenig beachtete Erkenntnis erklärt vielleicht so manches: die Organisation FEMEN ist von einem Mann gegründet worden – und wird nach wie vor durch ihn kontrolliert [auf Englisch].

Starkoch Jamie Oliver hat es sich schon vor langer Zeit zur Mission gemacht, die Welt zu einem gesünderen Essverhalten anzuhalten. In seiner neuen Sendung serviert er nun eine gehörige Portion Klassismus, garniert mit einer bunten Auswahl an herkömmlichern Vorurteilen und abgerundet mit dem fehlgeleiteten Glauben, alle könnten gesund essen „wenn sie nur wollen!“ [auf Englisch].

Hope Wabuke hat 99 Möglichkeiten zusammengestellt, Schwarzen Frauen Respekt entgegenzubringen [auf Englisch].

In Albanien ist es für Menschen, die bei ihrer Geburt als Frauen kategorisiert worden sind, unter bestimmten Umständen möglich, ein gesellschaftliches Leben als Mann zu führen. Die Fotografin Jill Peters hat mit einigen von ihnen eine Fotoreihe aufgenommen [auf Englisch].

Auf Racialicious hat die Gastautorin Karishma eine Liste mit 45 Women of Color in Science Fiction- und Fantasy-Filmen veröffentlicht [auf Englisch].

In us-amerikanischen Gefängnissen sitzen viele Frauen, die im Zuge des sogenannten „War on Drugs“ („Krieg gegen Drogen“) unschuldig dort gelandet sind. Der inzwischen verstorbene John Beresford hat im Jahr 2001 ein Buch veröffentlicht, in dem einige von ihnen zu Wort gekommen sind. Viele davon sitzen dort noch immer. Beim VICE-Magazin sind nun Auszüge daraus erschienen, die einige der Frauen vorstellen, die nun seit über zehn Jahren unschuldig gefangen gehalten werden [auf Englisch].

Auf feminspire wird erklärt, was daran so schwierig ist, wenn ein heterosexueller cis-Mann wie Macklemore zum Helden der LBTIQ-Bewegung stilisiert wird, nur weil er mal einen politischen Song geschrieben hat [auf Englisch].

Die Tänzerin Sara Wookey hat einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie einen erschütternden Einblick in ihren Arbeitsalltag gibt und erklärt, warum es wichtig ist, bestimmte Jobangebote auszuschlagen [auf Englisch].

[TRIGGERWARNUNG] Die taz berichtet über einen aktuellen Fall von Sl*tshaming, der gerade im Internet kursiert – und beleuchtet die gesellschaftlichen Hintergründe.

[TRIGGERWARNUNG] A Radical TransFeminist stellt in einem zweiteiligen Artikel nochmal einige Dinge zum Thema Konsens klar [auf Englisch].

[TRIGGERWARNUNG] Auf Free Thought Blog beschreibt eine Betroffene, wie sie trotz riesiger Beweislast durch Victimblaiming, Anschudligungen und übrgriffigen Verhalten von Polizisten dazu gedrängt wurde ihre V*rg*w*alt*g*ngs-Anklage zurückzuziehen. So sei sie nun auch eine der angeblichen „Falschbeschuldigungen“ in der Statistik [auf Englisch].

Termine in Hamburg, Berlin, Mülheim a.d. Ruhr und Dortmund nach dem Klick (mehr …)


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Internationale Perspektiven und Musik – kurz verlinkt

21. August 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 206 von 351 der Serie Kurz notiert

In den vergangenen Tagen haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche „Kurz verlinkt“ gleich zweimal. Hier Teil 1.

Die Musikerin Almut Klotz, u.a. Mitberünderin der legendären Lassie Singers, ist gestorben. Im Missy Magazine gibt es einen Nachruf.

Die Initiatorin des Hashtags #SolidarityIsForWhiteWomen, Mikki Kendall, erklärt im Guardian nochmal, warum die Aktion so wichtig war und ist. Auch bei Ebony schreibt sie über die Aktion und über Solidarität und Gemeinschaft zwischen Feministinnen of Color und weißen Feministinnen [beide Texte auf Englisch].

Großes Gelächter, aber auch berechtigter Ärger in der feministischen US-Medienwelt: Typ zeigt mal, wie eine feministische Website geht, dafür werden 6,5 Millionen Dollar  lockergemacht [auf Englisch] .

Und die 14jährige kanadische Aktivistin Rachel Parent zeigt der Welt, wie mit überheblichen, herablassenden TV-Interviewern fertig zu werden ist [Text und Video auf Englisch].

Über die Finanzierung eines Fonds für betroffene von sexualisierter Gewalt in der Familie gibt es weiterhin Streit, so Die Welt, weil die Länder nicht wie vereinbart zahlen wollen.

Powerful: Bei Body Love Wellness gibt es eine Auswahl körperpositiver Spoken-Word-Performances [Text und Videos auf Englisch].

Am 25. Juli demonstrierten Zehntausende in Chiles Hauptstadt Santiago für das Recht auf weibliche Selbstbestimmung und Abtreibung. Die Jungle World sprach mit den Feministinnen Lelya Troncoso Pérez und Hillary Hiner über die Proteste und die Abtreibungsdebatte in Chile.

FEMEN – wer steckt dahinter, wer finanziert sie? Bei Marie Rioux gibt es Hintergrundinfos [auf Englisch].

Eine neue Studie zeigt, dass Bildung und Einkommen einen großen Einfluss auf die Frage hat, ob einer Frau aus medizinischen Gründen die Gebärmutter entfernt wird, so DieStandard.

Ebenfalls bei DieStandard ein Interview mit der Anti-FGM-Aktivistin Bogaletch Gebre: „Unser Elend ist zum Geschäft geworden“.

Außerdem schreibt DieStandard über eine fundamentale Gesetzesänderung in Deutschland: Das neue Personenstandsrecht gesteht intersexuellen Babys erstmals ein unbestimmtes Geschlecht vor dem Gesetz zu. Warum damit allerdings längst nicht alles in Butter ist, ist bei OII-Deutschland nachzulesen.

Großartige Ressource: die Oberlin Alumni Association hat eine Liste von Büchern, darunter viele „Klassiker_innen“, über ‚Race‘, Gender, Sexualität, Klasse und Kultur zusammen gestellt, die als Gratis-PDFs im Netz verfügbar sind [auf Englisch].

440hz – bald auch in deiner Stadt! Lad sie jetzt ein!

 

Termine in Berlin und Frankfurt/Main (mehr …)


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Amina Sboui verlässt die FEMEN

20. August 2013 von Nadia
(c) Tunisian Girl

(c) Tunisian Girl

Wie die Huffington Post Maghreb berichtet, hat Aktivistin Amina Sboui der Organisation FEMEN nun den Rücken gekehrt. Unter anderem habe ihr missfallen, wie Parolen (wie etwa die vor der tunesischen Botschaft in Frankreich) gerufen wurden („Amina Akbar, Femen Akbar“) und dass religiöse Symbole verbrannt wurden. Dies, so sagte sie, betreffe sie genauso wie ihre Verwandten.

Inna Shevchenko trat bei Twitter direkt hinterher:

„I’m sad only about one thing, that Amina did a very good thing for Islamists who will use it as an example of her regrets.“

[Und eine Anmerkung: Was das Interview trübt, sind die verschwörungstheoretischen und sehr unnötigen Aussagen über Israel. Und: Nach wie vor gibt es immer wieder neue Information auf Exit FEMEN.]


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Sommerpausen-Podcast

22. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
cassette player small

(c) Siguri F

Heute verabschieden wir uns in eine kleine Sommerpause und werden am 12. August wieder zurück sein. Zuvor hat sich aber ein Teil der Mädchenmannschaft zusammengesetzt, um einen Podcast aufzunehmen, in dem wir einige feministische Aktionen und Themen des letzten halben Jahres, wie #Aufschrei oder One Billion Rising, diskutieren. Vor allem fragen wir uns aber: Was bedeutet es für uns, Feminismus (auch) im Internet zu machen? Was ist für uns produktiv, was eher nicht? Weitere Hintergründe zu Aktionen und Debatten, über die wir sprechen, findet ihr mithilfe der untenstehenden Links.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Download (1 Std., 43 Min, 53 Sek., mp3, 47,5 MB)

Zum Weiterlesen:

Debatte um Rassismus in Kinderbüchern und anderen Medien


„Gleichgeschlechtliche“ Ehe und Heteronormativität

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Racial Profiling, Pride-Parade und zimbabwische Frauenbewegung – kurz verlinkt

17. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 205 von 351 der Serie Kurz notiert

Die Schlagzeilen um die Freisprechung des Mörders von Trayvon Martin beherrschten letzte Woche die Medien.  schrieb den sehr lesenswerten Text „If Trayvon Martin had been a Woman„. Das Crunk Feminist Collective plädiert für einen Black Feminist Way. [beides Englisch]

Am Samstag wurde in Berlin die erste Pride-Parade gefeiert.

Intissam erzählt, wie es war, mal selber entscheiden zu können, was sie essen möchte: In Bayern bekommen Asylsuchende nämlich Essenspakete.

PETA und Sexismus, eine neverending story: Neues Material gibt es auf feminspire. [Englisch]

„Racial Profiling kostet…“ und zwar nicht nur die Betroffenen. Wie auch die Bundespolzei auf ihre Kosten kommt, erfahrt ihr im Video. Die Kampagne „Stop Racial Profiling“ des ISD Bund e.V. und KOP (Kooperation für Opfer rassistischer Polizeigewalt e.V.) geht in die zweite Runde.

Morde innerhalb von Beziehungen passieren meistens nicht ohne vorherige Warnsignale. In Massachusettes gibt es seit 2005 das Domestic Violence High Risk Team, welches versucht präventiv einzugreifen und dabei aber die (potentiellen) Täter in die Pflicht nimmt und nicht wie so oft die von Gewalt Betroffenen. [Englisch]

Bei Jewesses with Attitude machen sich Jordyn Rozensky and Jacqui Shine im Nachklang zum Zimmerman-Freispruch Gedanken darüber, wie eine mit den eigenen Privilegien (auch produktiv) umgehen kann. [Englisch]

[CW: Beschreibung sexistischer Übergriffe] Robbie Williams ist in Gelsenkirchen aufgetreten. Auf der Bühne wurde er übergriffig, berichtet die FAZ.

Collectors Weekly bietet einen spannenden, längeren Artikel über lesbische Blues-Sängerinnen im Harlem der 1920iger Jahre. [Englisch]

„Titten gegen Rassismus (TgR) – das ist nicht etwa der neueste Slogan von Femen, sondern eine Aktion aus dem Jahr 2000, bei der sich zehn (weiße) Frauen mit nacktem Oberkörper ablichten ließen, um gegen die, wie sie damals meinten, „Absurdität von Rassismus“ zu protestieren.“, schreibt Vina Yun. Und erklärt noch einmal, was an dieser aber auch den aktuellen Femen-Aktionen problematisch ist.

Wenn Leute sich positiv zu Themen wie „Öffnung der Ehe“, Migrationsrechte oder Brustkrebsvorsorge äußern – aber gespickt mit sexistischen, sexualisierenden, rassistischen etc. Argumenten, dann ist das ein großes Problem, beschreibt Sam Holmes. [Englisch]

In der Heinrich-Böll-Stiftung wurde noch einmal zu Sprache in Medien und Literaturen diskutiert, u.a. mit Mekonnen Mesghena, Leiter des Referats „Migration und Diversity“ der Heinrich-Böll-Stiftung. Die ganze Diskussion gibt es zum Nachhören. [TW: ausgeschriebene rassistische Wörter im Text]

Im März erschien das Buch „Shemurenga: The women’s movement, 1995-2000“, welches Frauenbewegungen in Zimbabwe unter die Lupe nimmt. Auf HerZimbabwe wurde es besprochen.

Keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse, aber doch noch eine gute Zusammenfassung des Themas „Anspruch auf Krippenplatz“: „Betreuungszeiten müssen zu den Arbeitszeiten passen„.

Wir wissen natürlich nicht, wo ihr die Sommerferien verbringt. Sollte es euch aber ins All verschlagen, gibt es hier eine Anleitung zum Haarewaschen der Astronautin Karen Nybergauf der International Space Station:

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Trans*-Schwimmen, Wehrpflicht und (mal wieder) Femen – Kurz Notiert

4. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 203 von 351 der Serie Kurz notiert

In einem Interview auf vice.com kritisiert die Sexarbeiterin Nina FEMEN und spricht über ihre Arbeit: „Wenn du darunter leidest, solltest du dir Gedanken machen. Das gilt für jeden Job. Klar macht es nicht immer Spaß, aber was macht schon immer Spaß? Ich arbeite generell ungerne. Arbeit fühlt sich für mich immer gleich schlecht an. Ob ich einem Mann einen runter hole oder ob ich im Call Center arbeite. […] Im Grunde müsste man die Armut abschaffen.“

Einen englischsprachigen Artikel zum Thema „Wenn deine Mama sagt, dass sie zu fett ist“ findet ihr auf rolerboot.org.

Auf migrazine gibt es ein empfehlenswertes Interview mit der Erziwhungswissenschaftlerin Maureen Maisha Eggers über die Bedeutung antirassistischer Sprachinterventionen und neue Räume der Solidarisierung.

Du hast große Schmerzen und musst deine Gallenblase entfernen lassen? Geht nicht, denn das Gesetz erschwert es dir. Klingt komisch? Oh ja. Wie wäre es, wenn jeder medizinische Eingriff so politisiert werden würde, wie das mit reproduktiven Rechten geschieht? Ein englischsprachiges Gedankenspiel:

Laurie Penny hat einen Artikel über die Darstellung von Frauenfiguren geschrieben und welchen Einfluss es hat, wenn Frauen häufig nur die Rolle des „Manic Pixie Dream Girls“ angeboten wird.

Charlott hat ein Radiointerview zum Thema „Wehrpflicht für alle – ein feministischer Erfolg?“ gegeben.

Was aus queer-aktivistischer Perspektive gegen das Engagement für das Recht auf Ehe für alle spricht, erklärt Mansi Kathuria auf feminspire (englischsprachig). 

Das Gesetz zum Unterhaltsvorschuss wurde verbessert, juhu – allerdings so geringfügig, dass eigentlich niemand was davon hat, zumindest nicht die, denen das ganze eigentlich nützen soll, meint Silke Baumgarten auf brigitte.de.

Mädchen wissen es am besten: das Problem liegt nicht darin, welche Farben sie mögen, sondern in einschränkenden Rollenerwartungen und im Vorenthalten von Angeboten (englischsprachiges Video).

Im Prozess gegen den Mörder von Trayvon Martin wurde einer Zeugin der Anklage übel mitgespielt, sie wurde nicht nur im Verfahren hart angegangen, sondern auch öffentlich verhöhnt. Solidarität für Rachel Jeantel gab es aus der US-amerikanischen antirassistischen feministischen Blogosphäre (englischsprachig).

Laetitita Schteinberg schreibt über die kontinuierliche Gewalt, der sie als Trans*-Frau ausgesetzt ist (englischsprachig).

Im Bitch Magazine findet ihr Auszüge aus drei Essays muslimischer Mädchen, die erläutern, warum sie sich für oder gegen das Tragen eines Kopftuchs entscheiden haben und was dieses für sie bedeutet (englischsprachig).

Trudy von Gradient Lair erklärt nochmal anschaulich, was es mit „umgekehrter Diskriminierung“ auf sich hat (englischsprachig).

Termine in Berlin, Celle und Gießen und ein Volontariat bei der taz nach dem Klick

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Oh nein, im SPIEGEL steht was über Feminismus!

7. Juni 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 4 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

In unserer Serie Feminist Fun Friday (a.k.a. Feminist Revenge Friday) analysieren wir aktuelle Themen bilder­reich. Kann Spuren von Ironie enthalten. 

Der SPIEGEL schreibt in der aktuellen Print­ausgabe über feministischen Aktivismus.

Ey, kein Scherz! Aber bloß nicht zum Kiosk laufen und der Malestream­presse Geld schenken. Ich habe mir nämlich extra die Mühe gemacht, die besten Sahne­stückchen dieses Artikels zu kommentieren. Let’s roll! Es beginnt wie Popcorn-Kino: Neben Wiebke Hollersen schrieb auch Jan Fleischhauer am Artikel mit. Ja genau. Das ist der, der als „Experte“ zu Sexismus und Rassismus in alle Talkshows Deutschlands ein­geladen wird und dann – suprise, surprise – nur hetero_sexistischen und rassistischen Quatsch labert. Und der schreibt jetzt wieder was zu Feminismus…?

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FEMEN, Topmodels und ein Barbie-Video – die Blogschau

2. Juni 2013 von Nadia
Dieser Text ist Teil 207 von 295 der Serie Die Blogschau

Ninia hat sich mit den Themen Zivilcourage und Anzeige nach einer Belästigung beschäftigt und sich außerdem mit nervigen Experten auseinandergesetzt.

Momo hat zwei Lektüreempfehlungen zum CSD und ProKöln.

Großer Aufruhr letzte Woche beim GNTM-Finale: Wer insgesamt mehr kritische Beiträge zu FEMEN lesen möchte, ist beim Watchblog femen-germany.blogsport richtig.

Noch mehr zu FEMEN: „Warum ich mich nie mit FEMEN solidarisieren werde„.

Das beste Video der letzten Woche:

Ebenfalls zu Heidi Klum und GNTM: Die denkwerkstatt kritisch über Imre Grimms populären Text, der letzte Woche durch die Networks gereicht wurde.

Andreas Kemper hat einen Text über Sexismus und Frauenfeindlichkeit bei Wikipedia geschrieben.

Wie der Mainstream sich an Judith Butler bedient um Rassismus zu rechtfertigen: Bühnenwatch hat`s dokumentiert.

Femgeeks schrieben über Anita Sarkeesians zweite Folge von „Tropes vs Women“.

Zum Jahrestag von Solingen und der taktlosen Anne-Will-Sendung haben Azadê und Kübra lesenswerte Beiträge veröffentlicht.

Wenn in den Massenmedien gewohnt tendenziös geschrieben wird – zum Beispiel über Sexarbeit: Menschenhandel heute hat sich nochmal mit der großen Diskussion letzte Woche beschäftigt.

Auf heiter scheitern gibt es das Neun-Schritte-Ally-Programm.

Mütter und Väter in Unternehmen: Eine unterhaltsame Polemik.

Und für Kurzentschlossene in Linz: Heute um 17.oo Uhr findet ein Stadtrundgang („Auf den Spuren der Sexarbeit in Linz“) statt.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Feministische Netzpolitik und das Problem interkultureller Trainings – die Blogschau

4. Mai 2013 von Nadine
Dieser Text ist Teil 203 von 295 der Serie Die Blogschau

Femgeeks haben die kürzlich veröffentlichte Studie von Kathrin Ganz zu feministischer Netzpolitik rezensiert.

Das Mädchenblog bereitet die feministische Kritik an Femen der letzten Wochen und Monate noch einmal auf und kommt zum Schluss: Femen, ruhe in Frieden!

Ninia LaGrande rechnet mit Sexisten ab und verpackt das Ganze mit utopischen Gedanken.

eleonora roldán mendívil nimmt auf ihrem Blog cosas que no se rompen einen Aufruf zu einem Training, das sich an „deutsche“ und „ausländische“ Stud_entinnen richtet, auseinander: „im diesem aufruf ist so viel /weiße/ /deutsche/ normvorstellung und kulturalisierende zuschreibungen, dass mir eigentlich nichts mehr einfällt…“

Antje Schrupp hat das Programm des Evangelischen Kirchentages in Hamburg unter die Lupe genommen und fragt: „Nichts gegen Geschlechtergerechtigkeit, aber wo bleibt der Feminismus?

Das Voice Refugee Forum Germany vermeldet, dass erneut eine geflüchtete Person aufgrund mangelnder Gesundheitsversorgung ums Leben gekommen ist.

Jay vom Virtual Retreat Center geht der Frage nach, wie feministische Aktivist_innen den permanenten Druck auf Diskriminierungen reagieren zu müssen_wollen, in produktive Fragen und Handlungen überführen können.


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