Einträge mit dem Tag ‘FDP’


Schlecker, die Frauen und die FDP: Eure Freiheit ist unsere Armut

29. März 2012 von Meredith

Als heute Abend klar wurde, dass es für die Beschäftigten von Schlecker keine Transfergesellschaft geben wird, sondern nur die Arbeitsagenturen, die dann Tausende von schlecht ausgebildeten Frauen zu irgendwelchen staatlich subventionierten Maßnahmen verdonnern dürfen, als klar wurde, dass sich eine winzige Partei (hallo FDP, vier Prozent bundesweit) durchsetzen konnte gegen alles, was gerecht oder wenigstens menschlich wäre, eine Partei, die sich ehrlich gesagt sonst kaum noch durchsetzen kann, ist eines klar geworden: Frauen sind in diesem Land immer noch weniger wert, und je ärmer sie sind, je sozial prekärer ihre Lage, desto egaler sind sie der regierenden Koalition. Und Frauenleben müssen in diesem Land offenbar dafür herhalten, dass Politiker ihre Prinzipientreue demonstrieren dürfen. Billig genug sind sie.

Wir haben es bei der Diskussion um die Rente gesehen, in der deutlich wurde, dass Tausenden von Frauen die Altersarmut droht und diese Bundesregierung keinerlei Interesse daran hat, das zu ändern. Und jetzt Schlecker: Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Die FDP hat in diesem Land nur noch etwas zu melden, weil niemand Lust auf Neuwahlen hat. Die FDP hat sich weder in der Eurofrage durchsetzen können, noch in sonst irgendwelchen kostenspieligen Rettungsmaßnahmen, die in den letzten drei Jahren von der Bundesregierung ausgegangen sind. Wenn aber ein paar tausend Frauen gerettet werden sollen, die ohnehin von ihrem Arbeitgeber systematisch ausgebeutet wurden, dann darf sich diese kleine Scheißegalpartei auf einmal durchsetzen.

Die Frage, ob Deutschland eine Parteienlandschaft ohne Liberalismus verträgt, wird ja zur Zeit oft diskutiert. Mich interessiert gerade, wieviel Menschenfeindlichkeit in einer Parteienlandschaft ungestört zu Hause sein darf. Aber solange es nur Frauenfeindlichkeit ist, bleibt die Demokratie ja offenbar entspannt.


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Kinder kriegen nicht erwünscht?

16. Mai 2011 von Helga

Da fängt die Woche gleich noch mal so schön an. Nach dem bunten Personalkarussell der letzten Tage will der neue FDP-Generalsekretär das Elterngeld abschaffen. So berichtet Zeit online:

In seiner Rede beklagte Lindner einen “bürokratisch verholzten Wohlfahrtsstaat”, an den immer neue Forderungen gerichtet würden. “Liberale Mission” sei es daher, diese “Ansprüche” “zu disziplinieren”.

Familienministerin Kristina Schröder ist immerhin dagegen und argumentiert dabei spannenderweise mit Wahlfreiheit:

Lindners Vorschlag würde bedeuten, dass Eltern “gezwungen wären, aus finanziellen Gründen ihre zwei Monate alten Säuglinge in die Krippe zu geben. Verstehen die Liberalen das jetzt unter Freiheit?”, erklärte Schröder.

Was beiden vielleicht nicht ganz klar ist: Kinderbetreuung kostet Geld und das müssen Familien erstmal verdienen. Für Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen bleibt dann wenig oder gar kein Geld zum Leben übrig. Und Paare mit höherem Einkommen haben meist, dem Ehegattensplitting sei Dank, vom Gehalt der Frau nicht viel über. Daran wird aber weiter nicht gerüttelt, die geplante „Herdprämie” soll ebenfalls nicht wieder abgeschafft werden. Fiele das Elterngeld nun weg, wären Kinder mehr als je zuvor ein Armutsrisiko.


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“Die EU-weite Quote wird kommen wie das Amen in der Kirche” – Kurz Notiert

16. März 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 97 von 153 der Serie Kurz notiert

Auch an der Elfenbeinküste gibt es seit Monaten blutige Proteste, nachdem es bei der Präsidentschaftswahl Anfang Dezember keinen Sieger gegeben hatte. Das Verfassungsgericht hatte dem Oppositionsführer Alassane Ouattara den Sieg aberkannt. Truppen des bisherigen Präsidenten Laurent Gbabgo haben nun sechs Teilnehmerinnen einer Frauendemonstration getötet.

FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin (FDP) sagt: “Die EU-weite Quote wird kommen wie das Amen in der Kirche”.

Auf linksnet findet ihr eine Debatte über Rassismus, Ressentiment und Islamkritik u.a. mit Birgit Rommelspacher.

Die LA Times berichtet von einem neuen Trend in Japan. Immer mehr Frauen wollen nicht mehr bei ihrer angeheirateten Familie begraben werden, sondern alleine oder nur zusammen mit ihrem Ehemann. Dies verlangt bisher die stark patriarchalische Tradition, für Frauen, die mit ihren angeheirateten Verwandten nicht zurecht kommen, bedeutet es aber „eine Form der ewigen Folter“ die sie nicht länger hinnehmen wollen.

Der Zweiwochendienst stellt die neue Datenbank „Gender Medizin“ vor. Mediziner_innen und interessierte Laien finden dort aus rund 10.000 Studien aufbereitete Daten zu Geschlechterdifferenzen bei Krankheiten.

In einem Interview mit DerStandard wirft die Informatikerin und Professorin an der Abteilung für Gender und Diversitätsmanagement Edeltraud Hanappi-Egger einen Blick auf hartnäckige maskuline Stereotype und die Systematik der Diskriminierung.

Die für Samstag, 19. März 2011, geplante Demo in Wien auf der Wiener Ringstraße (wir berichteten) steht unter dem Titel “AUS! Aktion Umsetzung. Sofort”. Ziel ist es, 20.000 Teilnehmerinnen auf den Ring zu bringen, so die Plattformsprecherin Petra Unger bei einer Pressekonferenz.

Laut der Berliner Zeitung muss sich jede dritte erwerbstätige Frau in Deutschland mit einem Niedriglohn begnügen: Insgesamt seien 68 Prozent aller Niedriglöhner_innen Frauen.

Auf F-Bomb lest ihr einen sehr guten Überblicksartikel zu Vergewaltigungsmythen und rape culture.

In ihrer Diplomarbeit „Caprasik – Verwickelt“ stellt Ayse Tasci die Vielfalt der Kopftücher vor. Um einmal nachzudenken, wessen Kopf eigentlich darunter steckt.

Auf Womanist Musing erklärt Loretta Ross, wann die Bezeichnung Women of Color zum ersten Mal benutzt wurde (inklusive Transkript).

Schließlich noch der Hinweis auf eine Online-Studie von Julia Trulley im Rahmen ihrer Abschlussarbeit: Es geht um Frauenzeitschriften und Wirtschaftsthemen.


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Die Frauenquote? Ein Satz mit X!

2. Februar 2011 von Anna

Wir reden uns die Köpfe heiß, Die Zeit ruft den anscheinend unvermeindlichen “Zickenzoff” aus (den der Artikel in der ersten Version auch in der Überschrift stehen hatte), Familienministerin Schröder ist sowieso dagegen und die FDP meint gar, eine Quote sei verfassungswidrig.

Kanzlerin Merkel sah wohl heute die Notwendigkeit, für Ordnung zu sorgen und sprach ein Machtwort:

“Es wird keine gesetzliche Quote geben”, ließ Merkel über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert verkünden.

lesen wir in der taz. Und weiter:

Diese sei nicht durchsetzbar. Stattdessen wolle die Kanzlerin der Wirtschaft noch einmal Zeit geben, um Fortschritte zu erzielen. Dies dürfe aber nicht auf den “Sankt-Nimmerleins-Tag” verschoben werden.

Da sich dieser aber bekanntermaßen nicht datieren lässt, hat Merkel mal wieder das gemacht, was sie am besten kann: Schwammig bleiben, den Koalitionspartner nicht verschrecken und keinesfalls eine eigene Haltung zeigen.

Nach drei aufregenden Tagen heißt es also für uns: back to normal.


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Tagesschau: Komische Kronzeugin gegen die Quote

2. Februar 2011 von Nicole


Trotz der aktuellen Ereignisse in Ägypten fand auch gestern das Thema Quote den Weg in die Hauptnachrichtensendungen, allen voran das Flaggschiff (oh, oder ist das jetzt ein schwieriger Begriff?) des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: die ARD-tagesschau um 20 Uhr, Garant für ausgewogene und seriöse Berichterstattung.

„Umstritten“ sei die gesetzliche Frauenquote (wir berichteten) in der Koalition, hebt der Beitrag von Andrea Zückert an, um dann einer neutralen Kronzeugin für oder vielmehr gegen die Quote das Wort zu überlassen: Marie Christine Ostermann, Leiterin einer mittelständischen Firma und Bundesvorsitzende „Die Jungen Unternehmer“, ist gegen eine Frauenquote und darf auch gleich erklären, warum: Durch die Quote nämlich würde sie sich allein auf ihr Geschlecht reduziert fühlen und abgestempelt als Quotenfrau. Das wäre schlimm, denn schließlich sollen in der Wirtschaft Leistung und Qualifikation zählen. Und die hat Ostermann erbracht, um an ihre Position zu erlangen, wie der tagesschau-Beitrag uns in gebührender Neutralität und journalistisch sauber nahebringt: Sie ist jetzt die Chefin, kommt aber von ganz unten, „hat sich aus eigener Kraft an die Spitze gearbeitet“.
Oder, wie man es auch sagen könnte, sie ist Unternehmertochter, für die immer klar war, „dass ich einmal ins Unternehmen einsteigen werde.“ Sorry, liebe tagesschau, ererbter Reichtum und Familienbesitz in allen Ehren, aber nur weil man zwischendurch mal bei Aldi Kartons schleppt, hat man sich noch nicht aus eigener Kraft hochgearbeitet.

Aber weiter im Beitrag. Nicht nur Ostermann, auch die FDP ist ja gegen die gesetzliche Quote. Und ebenso Familienministerin Schröder, die nun ihre Kollegin von der Leyen vom Sinn und Nutzen der „flexiblen“ Quote überzeugt hat, also jener, die die Unternehmen selbst definieren dürfen. Alles andere wäre auch womöglich gefährlich, denn – das sind die letzten warnenden Worte des Beitrags: Die FDP befürchtet, dass eine gesetzliche Quote verfassungswidrig ist. Ach ja, die FDP oder die „Freunde der Freiheit“, wie Marie Christine Ostermann, die Kronzeugin gegen die Quote, sie nennt.

Danke für den Hinweis!


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Besser nicht zu weiblich

29. September 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 14 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Was bringt uns Schwarz-Gelb bei der Geschlechterpolitik?
Ein Blick auf die Politik der Union während der vergangenen vier Jahre zeigt: Noch immer scheut sie sich davor, wichtige Schritte in einer veränderten Welt zu unternehmen, um das Land für diese Veränderungen wirklich zu rüsten. Das sture Festhalten an alten Konzepten beherrschte die manchmal zu ruhige Hand der Kanzlerin. Auch in der Geschlechterpolitik hat ihre Partei keine Visionen. Das zeigt sich schon am Wahlprogramm: Es soll vieles erreicht werden – ohne wirklich etwas zu tun.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Zum Beispiel soll sich die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen schließen, die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sollen flächendeckend ausgebaut werden. Wie – das steht allerdings in den Sternen. Bei einer Ausschöpfung von Finanzierungsmöglichkeiten für das Mehr an Kinderbetreuung steht sich die Union selbst im Wege. Sie will sich nicht vom Ehegattensplitting trennen und verteilt lieber per Gießkannenprinzip mehr und mehr Kindergeld in die Familien, anstatt – wie es auch die OECD fordert – die Chancen durch Institutionen zu erhöhen. Gerade für sozial schwache Familien und das Sechstel aller Kinder, die hier in relativer Armut leben müssen.

Es könnten dabei zwei Probleme auf einmal erledigt werden: Endlich weg von der Unterstützung der Alleinversorger-Ehe und zugleich einen wichtigen ersten Schritt zu machen, um Kindern aus sozial schwachen und armen Familien zu helfen. Doch wer an das Ehegattensplitting ran will, der ist bei der Union an der falschen Adresse. Auch ein Mindestlohn – wie auch immer dieser geregelt sein könnte – ist für die zukünftige schwarz-gelbe Regierung einstimmig tabu.

Der Mindestlohn könnte Frauen helfen

Dabei könnte er einen wichtigen Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit leisten, immerhin werden mehr als 60 Prozent der Minijobs von Frauen gestemmt. Doch mit den Arbeitgebern möchte man es sich bei Union und FDP nicht verscherzen, deswegen geht man lieber an den Kündigungsschutz ran, als per Gesetz Mindestregeln oder zu viel Anti-Diskriminierung festzulegen (ein Blick zurück in die Debatte um das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und die damalige Blockade von Union und FDP im Bundesrat sollte einen guten Vorgeschmack bieten, was uns in diesen Fragen erwarten wird: nichts).

Ja, es wird wieder eine Kanzlerin geben. Damit leistet Angela Merkel einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Klischees gegenüber Frauen in Macht- und Führungspositionen. Doch diese Kanzlerin ist eine ganz im Sinne der CDU: Geschlechterpolitisch hängt sie sich keineswegs aus dem Fenster. Die letzten Regierungsjahre haben gezeigt, dass sie sich das wahrscheinlich auch nicht leisten könnte. Wer so weit oben in der Hierarchie einer bis heute männerdominierten Partei wie der CDU steht, muss sich unglaublich gut anpassen, um nicht hinterrücks abgesägt oder hintergangen zu werden. Eine progressive Geschlechterpolitik hätte das Kartenhaus zum Einstürzen gebracht.

Nichtstun aus Angst vor Kontrollverlust

Es ist das eine, wenn Familien-Ministerin Ursula von der Leyen per Elterngeld und Entmystifizierung der Mutter als einzig wahrer Erziehungs-Autorität der CSU-Altherrenriege und fundamental-christlichen Mitgliedern ihrer Partei vor den Bug fährt und sich auf halbem Wege zu einer geschlechterdemokratischeren Familienpolitik auch noch durchzusetzen vermag, indem sie das neue Elterngeld einführt und den Vätern eine „Wickelprämie“ zahlt. „Care“ soll „Arbeit“ ebenbürtiger werden, so formulierte Berater Hans Bertram den Sinn dieses Vorstoßes. Doch wer sich ansieht, wie die Ministerin innerhalb der eigenen Parteireihen blockiert wird, der weiß, warum Merkel sich zu solchen Themen lieber zurückhält: Blockiert werden kommt für sie gar nicht in Frage! Denn das hieße, verlieren. Schwäche. Nicht die Kontrolle und Oberhand behalten.

Heiße Eisen fasst sie gar nicht erst an – da sollen sich andere für sie die Finger verbrennen. Deswegen liegt eine Gesetzesreform zum Thema Gender Budgeting, wie sie eigentlich schon längst hätte umgesetzt werden können/sollen/müssen, immer noch nicht vor. Und auch „gefährliche“ Themen wie Abtreibung, Benachteiligung von Männern per Wehrpflicht, arbeitsrechtliche Maßnahmen für Prostitution und andere werden wohl auch in den kommenden vier Jahren nicht behandelt werden.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne auf Freitag.de)


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Durch Gleichstellung zur selbstverantwortlichen Lebensgestaltung

17. August 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 1 von 6 der Serie Wahl ’09 – Spot on Women

Am 27. September ist Bundestagswahl! Die Mädchenmannschaft erleichtert euch den Blick in die Wahlprogramme und fasst in den folgenden Wochen jeweils die frauenpolitischen Themen der großen Parteien für euch zusammen.
Aber Achtung: Unsere Vorstellung der einzelnen Programme schließt keinerlei Wahlempfehlung mit ein!

48031d9056a92_dprogramm_buttonLos geht es heute mit dem Deutschlandprogramm 2009 der FDP

Die FDP und Frauen – in meiner Vorstellung reicht diese Verbindung kaum über Gesicht und Babybauch Silvana Koch-Mehrins hinaus. Aber was sagen die Kampagnen einer Powermutter und EU-Abgeordneten schon über das frauenpolitische Programm ihrer Partei aus?

Ein Blick ins Wahlprogramm der Liberalen überrascht mit optimistisch formulierten Zielen:

Die FDP setzt sich für eine freie und selbstverantwortliche Lebensgestaltung von Frauen und Männern ein. Wir schaffen hierzu die Rahmenbedingungen. Der Grundsatz der Geschlechtergleichstellung ist uneingeschränkt umzusetzen.

Für die Familienpolitik bedeutet das:

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Voraussetzung für eine selbstverantwortliche Lebensgestaltung.Die Lebensplanung der Frau wird immer noch durch die oftmals unfreiwillige Entscheidung zwischen Familie und Beruf
eingeschränkt. Es sind daher nach wie vor eher Mütter, die die Elternzeit in Anspruch nehmen. Erfreulicherweise besteht der Wunsch nach Elternzeit auch vermehrt bei den Vätern. {…} Die FDP fordert einen bedarfsgerechten Ausbau qualitativ hochwertiger Betreuungsangebote für Kinder ab dem ersten Lebensjahr und die Schaffung von flexiblen Arbeitszeitmodellen. Damit können die Beschäftigungsfähigkeit und der schnelle Wiedereinstieg ins Berufsleben für junge Eltern sichergestellt werden. Ähnliche Problemstellungen sind auch bei der Pflege von Angehörigen zu lösen. Auch hier tragen in der Regel Frauen die Hauptlast.

Sowohl Pflege- als auch Kinderbetreuungskosten sollen daher mit bis zu 12.000 Euro jährlich von der Steuer absetzbar sein. Mit der Abschaffung der Elternfreibeträge, wäre Kinderbetreuung dann keine Frage mehr des Einkommens und des Dann-doch-zuhause-bleibens der Mutter, weil ihr Gehalt sowieso für Kita oder Tagesmutter drauf geht.

Hier machen wir einen kleinen Schlenker zur Steuerpolitik, denn wer ein ernsthaftes Interesse an gerecht verteilter Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer hat, der kommt nicht umhin, das geltende Steuerrecht zu überdenken. Auch für Ehefrauen muss sich der Job finanziell auszahlen. Deshalb verspricht die FDP die Abschaffung des Ehegattensplittings durch Aufhebung der Steuerklasse V.

Eine gerechte Steuerpolitik soll aber nicht nur Ehepaare betreffen, sondern Lebenspartnerschaften generell. Diese sollen mit Ehen gleichgestellt werden, unter anderem auch in Fragen der Adoption.

Die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften betrifft noch mehr Bereiche:

Ein gemeinsames Sorgerecht ist bei nicht verheirateten Paaren heute nur möglich, wenn die Mutter zustimmt. Dem Vater soll jedoch nach Ansicht der FDP im Einzelfall eine gerichtliche Entscheidung zur Erlangung des gemeinsamen Sorgerechts offenstehen, wenn dies dem Kindeswohl entspricht. Eine Benachteiligung von Vätern in Sorgerechtsangelegenheiten darf es nicht geben.

Außerdem sollen auch nicht verheirateten Frauen reproduktionsmedizinische Angebote, wie der künstlichen Befruchtung, nutzen dürfen.

Aber Frauenpolitik ist nicht nur Familienpolitik. Auch im Einkommensgefälle zwischen Frauen und Männern, nennt die FDP Handlungsbedarf:

Noch immer erhalten Frauen im Gegensatz zu Männern bei gleicher Arbeit deutlich weniger Lohn. Die FDP setzt sich dafür ein, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit am gleichen Ort gleich bezahlt werden. Teilzeitlösungen auch für Führungskräfte sollten möglich werden, um sie nicht automatisch vom beruflichen Aufstieg auszuschließen. In Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Leben sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Um leistungsbereite und engagierte Frauen auf ihrem Berufsweg zu unterstützen, gilt es, erfolgreiche Instrumente wie das „Mentoring“ bereitzustellen.

Gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit am gleichen Ort klingt gut, erreicht aber leider nicht die per se GeringverdienerInnen wie ErzieherInnen, VerkäuferInnen und ähnliche, vor allem von Frauen ausgeübte, Tätigkeitsfelder.
Um Frauen verstärkt in Männerdomänen zu etablieren, zieht die FDP ein weiteres Wahlprogramm aus dem Ärmel, wenn Mädchen und junge Frauen schon in der Schule in Naturwissenschaften gefördert werden sollen, denn

Deutschland kann es sich nicht leisten, das Potenzial weiblichen Nachwuchs nicht auszuschöpfen. Wissenschaftlerinnen und Forscherinnen sollten in ihrer beruflichen Entwicklung spezifisch unterstützt werden und die Barrieren, die sie bei einer weiteren Karriereplanung behindern, durch konkrete Angebote abgebaut werden.

Auf die Angebote bin ich gespannt – denn ein paar Mentorenprogramme mehr bringt zwangsläufig keine Frau in eine Führungsposition, wenn die Vorstände nicht mitziehen. Die Einrichtung einer Quote hätte da mehr Potenzial.

Mehr Infos zu den Liberalen und der der FDP als Bundespartei gibt es hier und hier. Dort könnt ihr auch das Deutschlandprogramm 2009 der Partei nachlesen. Oder ihr guckt mal, was die Liberalen Frauen selber zu sagen haben.


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