Einträge mit dem Tag ‘Fat Acceptance’


Kleiderkommunismus und klassistische Kinderspielplätze – die Blogschau

4. Oktober 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 258 von 263 der Serie Die Blogschau

Auf ihrem neuen Fa(t)shion-Blog Queer Vanity schreibt Heng, warum für sie als dicke Person of Color das Tauschen von Klamotten mit dünnen (weißen) Personen mittlerweile eher No-Go ist.

AufZehenspitzen wirft einen kritischen Blick auf klassistische Praxen von Eltern auf Kinderspielplätzen.

Anlässlich des 28. September, dem Tag der Entkriminalisierung von Abtreibung in Lateinamerika, bieten e*vibes einen Überblick über die Abtreibungsgesetzgebung in Lateinamerika und der Karibik auf deutsch und englisch, den sie gemeinsam mit der brasilianischen Autorin Ester de Oliveira übersetzt haben.

Anschläge, das österreichische feministische Monatsmagazin, beschäftigt sich in ihrer aktuellen Ausgabe u.a. mit Feminismus und Klassenkampf. Alle Artikel zu diesem Thema können auch online nachgelesen werden.

Gestern war der 3. Oktober: Wie es um die “Einheit” im weißdeutsch-türkischen Zusammenleben bestellt ist, darauf wirft Heterosexismus hacken einen rassismuskritischen Blick und erinnert schlaglichtartig an Ereignisse der Vergangenheit.


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Erschwerte Bedingungen

29. September 2014 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 29 von 31 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Katrin bloggt bei Reizende Rundungen über Plus Size Fashion, Fat Acceptance und alltäglichen Flitterkram, und twittert auch unter @fresheima. Mit ihrer freundlichen Genehmigung dürfen wir ihren Blogpost hier zweit-veröffentlichen.

Ich habe den ganzen Tag überlegt, ob ich das jetzt wirklich zerreden will, oder es einfach ad acta lege, aber irgendwie lässt mich diese Mail, die heute in mein Postfach flatterte nicht los. Nicht, weil ich mich davon persönlich beleidigt fühle, sondern weil hinter der Annahme ein ganzer Rattenschwanz an Dingen steckt, die mir total quer gehen. Ich schaute also in mein Blog Postfach, und sah etwas mit dem Titel „Anfrage für Fernsehproduktion“, meine Erwartungen waren dank verfangender Erlebnisse recht tief, und ach was solls, ich kopiere es eins zu eins und versehe es gleich mal mit meinen Korrekturgedanken.

Liebe Katrin
ich schreibe Dich an, weil wir Dich gerne für eine Fernsehsendung gewinnen würden. Es geht um folgendes: wir produzieren für das Deutsche Fernsehen eine Real Live Reportage.  

Aha. Für welchen Sendern denn? Und Real Live Reportage, das klingt wie ein Wort, das gerne nach mehr klingen will als es ist… Mitten im Leben und so, das waren bestimmt auch Real Life Reportagen. oder?

Wir zeigen die Menschen so wie sie sind – ihre Ziele, ihre Schicksale, ihre Erfolge oder ihr Scheitern. Die Reportage eröffnet dem Zuschauer einen unverstellten Blick auf das Geschehen – intensiv und informativ. 

Ha, ich wusste es doch. Intensiv und informativ klingt definitiv nach RTL!

Für eine kommende Folge möchten wir Singles begleiten, die auf der Suche nach einem Partner sind. (aha?!) Hierbei geht um Singles mit erschwerten Bedingungen. So haben wir für die Folge z.B. bereits einen Mann aus dem Allgäu begleitet,…

… Moment mal eben. Erschwerte Was? Erschwerte Bedingungen? Ich gucke in diesem Moment irritiert von meinem Handy hoch und blickte kurz meine Mama an, weil ich mich frage, ob ich nicht versehentlich in irgendeine Paralellwelt abgedriftet war.

…der sehr abgeschieden lebt und für den es daher schwer ist jemand neues kennenzulernen. Nun möchten wir für diese Folge auch eine übergewichtige Frau begleiten, die Single ist. Unsere Reporterin wäre dabei an ihrer Seite.

Danach ging die Mail noch ein bisschen weiter. Dies das Ananas, wie toll mein Blog wäre, dass ich Mut mache, und bestimmt total ausgebucht bin, wenn ich keine Zeit hätte, wäre es toll “wenn Du (also ich) uns bei der Suche nach Protagonistinnen unterstützen könntest - Interesse anyone? Ich weiß immer noch nicht so genau, was ich sagen soll, weil so vieles an dieser Mail so un-fass-bar ist. Fangen wir mal damit an, dass ich die Produktionsfirma googlte und diese zwar auch für WDR oder NDR produziert, ich aber nicht glaube, dass dieses Format für die Öffentlich Rechtlichen, sondern eher für andere Kunden wie RTL oder Sat1 produziert wird. Ich meine, jede_r die_der schon mal “Schwiegertochter gesucht“ oder „Schwer verliebt“ geschaut hat, kann sich ein ungefähres Bild davon machen was einen bei dieser Produktion wohl erwartet. Und überhaupt, was ist das eigentlich für ein Thema? Schaut euch die Freaks an, auch sie brauchen Liebe? (mehr …)


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#feministsarehot, #schauhin, Breaking Bad – die Blogschau

6. September 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 255 von 263 der Serie Die Blogschau

Eine ausführliche Besprechung von Marlene Streeruwitz´ Roman “Nachkommen” hat Melusine Barby für Gleisbauarbeiten verfasst.

#feministsarehot? Fallstricke lauern bei verkürzendem Hashtag-Aktivismus hier und da. Einen greift Heng bei Tea-riffic auf: “Als eine dieser berüchtigten haarigen, dicken, lesbischen_typenhassenden, nicht-weißen, veganen Feministinnen, vor denen seit Jahrzehnten in den Medien gewarnt wird, habe ich es endlos satt, dass sich von “Menschen wie mir” abgegrenzt werden muss.”

Ebenfalls bei Tea-riffic, aber ein anderes Hashtag: Angesichts von rassistischen Übernahmeversuchen des Hashtags #schauhin fordern die Aktivist_innen der Kampagne dazu auf, das Hashtag zurück zu erobern. Sie haben einen Film gedreht, der noch einmal zeigt, was es mit dem sogenannten “umgekehrten Rassismus” auf sich hat.

Nadia stellt bei Shehadistan den Film “The Women of The Assad Opposition” vor und verlinkt ihn netterweise auch direkt zum Anschauen.

Viele Links und Infos rund ums Thema “Nähen für große Größen” hat Ringelmiez zusammen getragen.

Im Mai sollte Simran Sodhi aus Berlin ausgewiesen werden, was zum Glück verhindert werden konnte. In einem Interview mit ihrem Team von With Wings and Roots erzählt sie von ihren Erfahrungen in diesem Prozess, vom Kampf gegen die Ausweisung und von ihrer Arbeit.

Es gibt ein neues Blog zu den Verschränkungen von Rassismus, Fat Shaming und Heterosexismus: Hier ist Schwarz Rund.

Platt sexistische Werbung und kein Ende – diesmal proudly presented von Borco, Herstellerfirma von Sierra Tequila und Paloma Lemonade. Genderfail kauft das nicht.

Einen Videobeitrag zum Thema “Haare, menschliche Grenzen und mixed People” hat Wurzelfrau für uns bereit gestellt.  Schwarz Rund hat diesen Beitrag aufgegriffen und dazu noch etwas aus ihrer Perspektive geschrieben.

Kontextfrei und Spaß dabei? Steinmädchen kritisiert die selbsterklärte Anti-Stigma-Kampagne Ich bin in Therapie, weil sie den Kontext ausblendet, in dem psychiatrische Diagnosen und das Reden von psychischer Krankheit stehen.

Welche Serienheld_innen geliebt und welche gehasst werden, hat auch mit Sexismus zu tun. Auch bei der weit und breit gefeierten Serie “Breaking Bad”, wie Antiprodukt zeigt.

Jayrôme hat auf seinem Blog eine neue Rubrik gestartet: “In Ein Hoch auf …! möchte ich Trans* und gender queer Menschen aus dem deutschsprachigen Raum, die meine Bewunderung hervorrufen, jeden Monat mit einem Text würdigen.” Den Anfang macht seine schöne Freundschaftserklärung an den Musiker MSOKE.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Konsumkritik-Kritik und Kinder kriegen – die Blogschau

26. Juli 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 254 von 263 der Serie Die Blogschau

Aktivistinnen von Women in Exile sind gerade mit einem Floß auf Aktionstour (Interview mit der Mädchenmannschaft). Auf ihrem Blog berichten sie mehrmals die Woche von ihren Eindrücken.

Miss Temple schreibt zur Kommerzialisierung von Modeblogs.

Auf Reizende Rundungen begründet Katrin, warum sie Fat Acceptance wichtig findet.

Puzzlestücke hat in den letzten Tagen gegen verkürzte Konsumkritik gerantet, die häufig klassistische Diskriminierung nicht mitdenkt. Ihre Twitter-Rants hat sie in ihrem Blog zusammengefasst.

Riotmango schließt sich an und erweitert die Konsumkritik-Kritik um dicke_fette Perspektiven.

Ryuu schreibt einen persönlichen Text über Kinder kriegen und haben: “Ich will keine Kinder. Und zwar weil die Bedingungen, unter denen ich eigene Kinder überhaupt als Möglichkeit in Betracht ziehen würde, nie in meinem Leben erfüllt waren und nach wie vor nicht sind.”

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Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde, feministische Sprachinterventionen und Women in Exile – kurz verlinkt

24. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 244 von 256 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Über die in Österreich “fehlenden Töchter in der Forschung” schreibt dieStandard.  Dort wird zum einen aufgezeigt, wie lange Frauen wissenschaftliche Karrieren verunmöglicht wurden und die, die sich trotzdem durchsetzten, nachträglich unsichtbar gemacht wurden. Darüberhinaus ein wichtiger Aspekt: Viele der wissenschaftlichen Vorreiterinnen waren Jüdinnen, die verfolgt und ermordet wurden.

Vor 150 Jahren wurde Ricarda Huch geboren. Das Deutschlandradio Kultur erinnert an die Historikerin und Schriftstellerin.

Die taz findet, wer sich an “Babyspinat-Mangold-Smoothies gewöhnen [kann], [wird] sich mit der Zeit auch an neue Sprachformen gewöhnen”. Und auch bei derStandard geht es um feministische Sprachinterventionen und den Widerstand gegen diese. Im Interview spricht Sprachwissenschaftlerin Claudia Posch über (un)ästhetische Binnen-I-s und Sprachnormierungen.

Ein kurzes Interview mit der Modebloggerin und Aktivistin Alexandra Sandkühler zu Fat Empowerment und Fat Acceptance beim Freien Radio.

Dritte Option berichtet, dass am 28. Juli 2014 soll ein Antrag auf Änderung einer Geburtsurkunde eingereicht werden, die den Geschlechtseintrag “inter*/divers” enthalten soll.

Die taz schreibt über die Arbeit von Women in Exile und stellt dabei auch drei der Aktvistinnen vor: Damarice Okore, Elisabeth Ngari und Fatuma Musa.

Termine in Berlin und Hamburg:

1. bis 3. August in Berlin: LAD.I.Y.FEST Berlin 2014. (FB-Link)

2. August in Hamburg: Queer Flora Party.

8. bis 10. August in Hamburg: MISSY-Konferenz: Fantasies that matter. Images of Sexwork in Media and Art.

 


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Kein Applaus für’s Abnehmen, keine Missachtung von Identitäten – die Blogschau

7. Juni 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 248 von 263 der Serie Die Blogschau

Anne-Luise erklärt im BH Lounge Blog, warum sie bitte keinen Applaus für’s Abnehmen möchte.

Beim FemFest in Würzburg hat Magda kürzlich einen Workshop zum Thema “(Mein) Fett ist politisch” gehalten. Pauline war dabei und berichtet.

Auf Herbstblätter schreibt Mika Herbst über das Verhältnis von queer, trans* und cis – und wie präsent normative Zuschreibungen vom vermeintlich “biologischen Geschlecht” sind.

Bei Die Töchter Regalias wird eine Auswahl von im Frühling 2014 neu erschienen Kinder- und Jugendbüchern vorgestellt.

Pussybear – Comics über das Leben eines fetten, queer-feministischen butch trans* poly Nerds – hat nun einige Comics auch auf deutsch übersetzt.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Fettcast #2: Fettenfeindliche Sprache und politische Selbstbezeichnungen

4. Juni 2014 von Magda
Dieser Text ist Teil 26 von 31 der Serie (Mein) Fett ist politisch

artworks-000052602688-ciit89-t200x200Knapp ein Jahr ist es her, dass Ragni und ich unseren ersten Fettcast veröffentlicht haben, ein Podcast über dickes_fettes Leben und dicke_fette Politik. Damals unterhielten wir uns darüber, was Fat Shaming (Fettenfeindlichkeit) ist, erzählten von persön­lichen Erfahrungen im Schwimmbad und im Fitness­studio und diskutierten, wie Fat Empowerment (fette Selbstermächtigung) ausgehen kann. Ideen- und Namens­geberin für diesen Fettcast ist übrigens der englisch­sprachige Fatcast von Lesley Kinzel und Marianne Kirby.

Im aktuellen Podcast wagen wir uns an das Thema politische Selbst­bezeichnungen. Diskussionen um Dicken­diskriminierung, fetten­feindliche Strukturen und ausschließende Körper­normen bekommen immer mehr Aufmerk­samkeit in queer-feministischen Communities. Doch wie sprechen wir und andere über uns und unsere Körper? Welche Begriffe gibt es und welche davon können empowernde Selbst­bezeichnungen sein (oder auch nicht)? Wir unterhalten uns auch über diskriminierende Bezeichnungen und inwiefern es für uns möglich ist, diese Begriffe positiv anzueignen (oder auch nicht).

Wir nähren uns dem Thema mit drei großen Hauptfragen:

  • Warum sind Selbstbezeichnungen wichtig?
  • Welche (diskriminierenden) Bezeichnungen gibt es, die Menschen mit einem Körpergewicht beschreiben, das höher ist als die Norm?
  • Welche Selbstbezeichnungen verwenden wir, womit fühlen wir uns wohl?

Dazu haben wir uns im Vornherein auf Twitter umgehört und gefragt, ob bzw. wie von fat shaming betroffene Menschen sich selbst benennen, welche Begriffe für sie empowernd sind – oder auch nicht. Wir lernten schnell: Die Antworten sind unter­schiedlich, es gibt nicht die eine Selbst­bezeichnung, mit der sich alle gleich wohl fühlen. Die Antworten haben wir in einem storify gesammelt. Wir haben uns über jeden eurer Gedanken gefreut, vielen Dank!

Wir wünschen euch viel Hörspaß mit dem Fettcast 002, den ihr auf unserer neuen Webseite fettcast.org findet und freuen uns über Feedback in Form von Kommentaren auf unserem Blog fettcast.org oder auf twitter (gerne mit dem Hashtag #fettcast).


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“Ich bin es leid, möglichst viel von meinem Körper zu verstecken”

13. Mai 2014 von Magda
Dieser Text ist Teil 25 von 31 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Alex kommt aus dem Ruhrgebiet, lebt zur Zeit in Heidelberg und besucht seit März eine Modeschule in Mannheim, um Mode­designerin zu werden. Nebenbei bloggt sie auf ihrem Blog Some Girls Are Bigger Than Others, auf dem es um Plus Size Fashion und Fat Acceptance geht. Auf der Mädchenmannschaft durften wir im letzten Jahr ihren kritischen Artikel zu der Mode-Fernseh­sendung Shopping Queen veröffentlichen. Mit Alex sprach ich über Plus Size Mode, mangelnde Repräsentation von dicken Menschen in der Mode­industrie und inspirierende dicke Bloggerinnen.

Zu Mode und Shopping fallen mir als Modefan mit Größe 46/48 so einige Anekdoten ein – viele davon ganz schön nervig. Wie sieht’s bei dir aus?

miss templeMode hat für mich lange Zeit vor allem eines bedeutet: Frust. Als dicker Teenager in den 90ern gab es praktisch nichts, was mir wirklich gefallen hat. Ich habe oft zu schlabberigen Shirts und Jeans gegriffen. Eine Weile habe ich praktisch in einem riesigen schwarzen Kapuzen­pulli gelebt. Erst im Netz fand ich Dinge, die mir gefallen haben. In die Stadt zu fahren und dort zu stöbern, etwas anzuprobieren und es dann zu kaufen, ist fast nicht möglich. Hier in der Innenstadt gibt es nur drei Geschäfte, die in größerem Umfang meine Größe führen. Deprimierend, oder?

Mittlerweile heißt Klamotten zu shoppen zum Glück nicht mehr nur Frust. Online sieht es mittler­weile wesentlich besser aus. Es gibt ein paar aus­gesuchte Shops, die teil­weise richtig aktuelle Mode anbieten, wenn auch für meinen Geschmack oft nicht zeitnah genug und häufig (vor allem in Deutschland) werden Trends zwar auf­gegriffen und beworben, aber sind in der Umsetzung so zahm und angepasst, dass sie eigentlich nichts mehr mit dem ursprüng­lichen Thema zu tun haben. Es ist schon besser geworden, aber wir haben immer noch einen weiten Weg vor uns.

Dank des jahrelangen Darbens bin ich übrigens mittler­weile zu einer Art Kleider­drachen mutiert und sitze auf vielen geliebten Kleidungs­stücken, die ich wie einen Schatz horte.

Deine Liebe zu Mode hat dich und andere Bloggerinnen dazu veranlasst, die Fatty Fashion Fun Challenge ins Leben zu rufen, wo Menschen ab Größe 46 jeden Monat zu einem anderen Thema Fotos von sich und ihren Lieblings­outfits online stellen können. Ich verstehe solche Aktionen auch als Reaktion auf eine Modeindustrie, die sich nur für bestimmte Körper interessiert. Getreu dem Motto: Wenn die Mode­industrie uns nicht repräsentiert, machen wir das einfach selbst. Was hat dich dazu bewegt, dich trotzdem in das Feld Mode zu bewegen, obwohl wir oft nicht mit­gedacht werden?

FFFC_HeaderIch glaube, ich war es irgend­wann einfach leid, dass ich kaum schöne Kleidung gefunden habe und dass von mir als dicke Frau erwartet wird in Sack und Asche zu gehen und möglichst viel von meinem Körper zu verstecken. Oder mich zumindest möglichst “vorteilhaft” zu kleiden.

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Codebabes, Fußballtrainerinnen und tolle Aktivist_innen – kurz verlinkt

8. Mai 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 235 von 256 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Die Initiative #untragbar wendet sich gegen die menschenverachtenden und nicht selten tödlichen Zustände in der globalen Textilindustrie.

Ein Interview mit Renate Lasker-Harpprecht, die zwei Jahre in den Vernichtungslagern Auschwitz und Bergen-Belsen überlebte, hat Die Zeit geführt.

Über Menschenrechtsverbrechen an Intersex-Kindern in der Schweiz berichtet zwischengeschlecht.info.

Vor einem Jahr begann der NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München – und der NSU-Skandal geht weiter.

In Berlin sind mehrere Geflüchtete in den Hungerstreik getreten. Die aktuelle Pressemeldung findet sich bei Asylum Rights Evolution. Unterstützung wird vor Ort dringend benötigt.

englischsprachige Links

“Gefängnisse sind für niemanden sicher” – ein Gespräch zwischen den Aktivist_innen CeCe McDonald, Reina Gossett und Dean Spade in mehreren Videoclips gibt es  auf der Website des Barnard Center.

For Harriet veröffentlichte ein Interview mit der Juristin und Aktivistin Michelle Alexander über die (gesellschaftlichen) Konsequenzen der Gefängnisindustrie.

20 queere Personen of Color, die wir kennen sollten, listet das Outsmart Magazine.

Programieren lernen mit strippenden Frauen – Sarah Perez von TechCrunch findet’s eher uncool.

Feministing berichtet über die zunehmenden Proteste und Aktionen in Nigeria, um die entführten Schülerinnen zurück zu holen. Eine Zusammenfassung der Ereignisse, Hintergründe und Stellungnahmen nigerianischer Aktivist_innen veröffentlichte auch noch einmal der Guardian. Allerdings gibt es auch Repressionen gegen Protestierende, so Al Jazeera. Fungai Rufaro Machirori widmet den entführten Mädchen und dem Kontext, in dem diese Gewalttat steht, ein Gedicht. Spectra Speaks und Minna Salami erinnern daran, dass langfristig es nicht damit getan ist die Mädchen “zurückzubringen”, sondern auch die allgemeinen Lebenssituationen von Mädchen in Nigeria in den Fokus gerückt werden sollten.

Vergewaltigungsanklagen, die immer öfter aus hanebüchenen Gründen fallen gelassen werden, sind auch in den USA ein Problem, beschreibt The Independent.

Die Portugiesin Helena Costa wird als erste Trainerin eines europäischen Männer-Erstliga-Vereins das Team von Clermont, Frankreich, coachen.

Die Schauspielerin Gabourey Sidibe hat bei den Gloria Awards eine vielbeachtete Rede u.a. über Selbstbewusstsein und feministische Inspiration gehalten – ihr könnt sie hier, bei Vulture, nachlesen. Concern Trolling durch “besorgtes” Publikum gab es gratis dazu, kritisiert Ragen Chastain bei Dances With Fat.

Außerdem verrät sie zehn Gründe, warum sie nie wieder eine Diät machen wird.

Termine in Annaberg-Buchholz, Berlin, Innsbruck, Passau:

Seit vorgestern und noch bis zum 10.5. in PassauAye Aye Soeur! – Kulturfestival zu Gender, Gleichstellung und Feminismus

Im gleichen Zeitraum in Innsbruck: Intersex-Aktivist_innen inititeren Info und Proteste gegen den 25. Jubiläums-Kongress der “Europäischen Gesellschaft für Kinderurologie (ESPU)”

Am 8. Mai in Berlin: Queerfeministischer Filmabend mit FAT UP mit Filmen rund um fette Diskriminierung und fette Selbstermächtigung.

Am 23. Mai in Berlin: Demo für die Abschaffung des im “Transsexuellengesetz” vorgesehenen Gutachterverfahrens. Hier geht es zum Facebook-Event.

Am 26. Mai findet zum wiederholten Mal ein “Marsch für das Leben” in Annaberg-Buchholz (Sachsen) statt. Es gibt erstmalig Gegenaktivitäten.


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Happy, Happy, Happy Anti-Diät Tag!

6. Mai 2014 von Magda
Dieser Text ist Teil 24 von 31 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Seit 22 Jahren wird am 6. Mai der Internationale Anti-Diät-Tag gefeiert. Im letzten Jahr schrieb ich dazu folgendes:

Zu den Zielen des Anti-Diät-Tags gehören unter anderem die Würdigung der Vielfalt von Körpern, das kritische Hinter­­fragen von Schönheits­­idealen, Diät­­produkten und kommerziellen Diäten und das Ein­treten gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von dicken und fetten Menschen.

"Du nennst mich fett, als wäre dies etwas schlechtes. Und das irritiert mich wirklich." - themilitantbaker.com

“Du nennst mich fett, als wäre dies etwas schlechtes. Und das irritiert mich wirklich.” – themilitantbaker.com

Solche internationalen Tage werden häufig bewusst anschluss­fähig gewählt und mit einem knackigen Namen versehen, so dass möglichst eine Viel­zahl von Menschen Bezug dazu aufbauen kann.

Ich finde es daher wichtig, hervor­zuheben, dass es an diesem Tag nicht darum geht, Menschen für ihre Diät­erfahrung zu beschämen, aber die Strukturen der milliarden­schweren Diät­industrie, hegemoniale Schönheits- und Schlankheits­normen, diskriminierende Körper­politiken und gesundheits­gefährdende Diäten kritisch in den Blick zu nehmen.

Es geht auch darum fette Körper abzufeiern, weil unsere Körper selten liebevoll behandelt werden; weil unsere Körper häufig als “mangelhaft”, “krank”, “hässlich”, “ekelhaft”, “unsportlich”, “faul”, “störend” oder “schmutzig” angesehen werden und uns ständig gesagt wird, dass wir “weniger” werden sollen.

Fette Selbstliebe zelebrieren folgende Aktivist_innen in San Francisco beim Fat Flash Mob 2014, der von der Burlesque-Performerin und Schauspielerin Juicy D. Light ins Leben gerufen wurde. Vor wenigen Tagen tanzten sie an drei verschiedenen Orten in San Francisco und nahmen so mit fetter Selbst­verständlichkeit öffentlichen Raum ein. 

Veranstaltungstipp: Die queer­feministische Frauenlesbentrans*Ini und FAT UP laden am 8. Mai 2014 in Berlin zum fetten Filmabend mit Kurzfilmen zu den Themen Fat Shaming (Fettenfeindlichkeit) und Fat Empowerment (Fette Selbstermächtigung) ein. 

Fetter Verteiler: Habt ihr Lust, ab und zu eine E-Mail zu fetten Themen zu bekommen? Dann schreibt mir und ich nehme euch gerne im Verteiler auf: magda[ät]maedchenmannschaft[punkt]net


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