Einträge mit dem Tag ‘Familienbilder’


Raben-Mütter e.V. sucht Unterstützung

27. März 2015 von Gastautor_in

Who`s that Grrrl: Anne Bonnie Schindler findet es komisch, wenn Frauen sich hauptsächlich über ihre Mutterrolle identifizieren –  obwohl ihre eigene enorm prägend für ihre Sicht der Dinge wurde.
Später in Berlin als Türsteherin tätig, gründete sie im Jahr 2011 den alternativen Sexladen „Other Nature“. Die Gründung eines Vereins für Mütter, die ohne ihre Kinder leben, ist der Tatsache geschuldet, dass sie selbst vor 11 Jahren ihre beiden Kinder, damals gerade erst 5 und 2,5 Jahre alt, bei ihrem leiblichen Vater ließ. Auch wenn solch eine Entscheidung nicht spurlos an allen Beteiligten vorüber zieht, steht Anne Bonnie voll hinter diesem Schritt und möchte Frauen ermutigen, sich mit ihrer eigenen Mutterrolle auseinander zu setzten.

Mein Name ist Anne Bonnie, ich bin 34 Jahre alt und reif, mein Herzensprojekt in Angriff zu nehmen. Die Gründung eines Vereins, der sich einem tabuisiertem Thema widmet: Müttern, die gehen.

Wir leben in einer Zeit, in welcher das Mutterideal noch immer geprägt ist von bedingungsloser Hingabe, grenzenloser Liebe, der Aufopferung der Mutter und von dem Glauben an einen biologischen Determinismus, nur als Mutter ganz Frau zu sein.

Mütter, welche ihr Kind bei einer anderen Betreuungsperson lassen, werden von der Gesellschaft kritisch beäugt. Sofort reagieren auch andere Mütter mit einem Gefühl von Verlust oder Verrat am Kind: „Ich könnte das nicht“. Die Mehrheit der Menschen richtet den Blick nach dem Befinden des Kindes. Und dies in einem Ausmaß, welches bei Trennung vom Vater oder einer nicht biologischen Bezugsperson nicht im Ansatz vorhanden ist. Die Mutter ist das Maß aller Dinge. Die Mutterrolle seit vielen Generationen überidealisiert, wird Frau bei der Trennung von ihren Kinder regelrecht verteufelt.

Auch ich konnte, nachdem ich meine beiden Kinder nach der Trennung bei ihrem Vater aufwachsen ließ, viele Vorurteile kennenlernen: Vermutungen wie ich müsse wohl gewalttätig oder drogenabhängig sein, zumindest aber doch egoistisch oder gefühlskalt, sind nur einige Beispiele. Oder meine Mitmenschen verlieren sich in einem Übermaß an Mitleid mit meiner Situation. Ich werde plötzlich zum Opfer, oder zu einer Heldin, welche für das Kindeswohl ihre eigenen mütterlichen Bedürfnisse hinten anstellt. Natürlich leidend. Doch weder das eine noch das andere beschreibt meine Situation.

Sogenannten Rabenmüttern wird eine sachliche Diskussion verwehrt. Wenn tatsächlich eine Diskussion stattfindet, ist diese entweder gänzlich beschränkt auf die Belange der Kinder oder wird dominiert von Vorurteilen.

Dieser Beschränkung möchte ich entgegenwirken.

Schon seit langem geht der Trend von der biologischen Familie hin zur sozialen Familie. Es steht nicht mehr ausschließlich im Vordergrund, wer mit wem verwandt ist, sondern wer sich um wen in welchem Maße kümmert und Verantwortung übernimmt. Der Verein Raben-Mütter e.V. versteht sich als Ausdruck diesen Wandels.

Ich glaube, die biologische Mutter muss nicht zwangsläufig eine intensivere Bindung aufgrund der Geburt mit dem Kind erleben.

Raben-Mütter e.V. möchte Ansprechpartnerin sein und Hilfestellung leisten für den Abbau von Stigmata von sog. schlechten Müttern. Über die Mutterrolle und ihre Mythen aufklären. Einen gesellschaftlichen Diskurs ermöglichen.

Raben-Mütter e. V. versteht sich als feministisch und pro Queer Families, möchte nicht an alten Idealen festhalten, sondern Wege für alternative Familienmodelle aufzeigen. Im Streitfall genauso kompetent Hilfestellung geben, wie bei persönlichen, individuellen Problemen.

WICHTIG! An dieser Stelle sei erwähnt: Dass Mütter gehen, hat NICHTS mit Feminismus zu tun (diesem Vorurteil erliegt gerne eine konservative Strömung), sondern entsteht ganz individuell aus der Biographie der Frau, der Familie. Aber ohne eine feministische Deutung ließe sich das Phänomen, mit welchem Rabenmütter bedacht werden, nicht verstehen.

Während Vereine wie Väter e.V. gesellschaftlich eine wichtige Rolle spielen könnten, indem sie Väter in ihrer Rolle empowern, Rollenbilder hinterfragen, präsentieren sich diese Vereine häufig als konservativ und rückschrittig. Es geht um die Stärkung der Rechte der Väter gegen die angebliche Übermacht der Mutter, welche „willkürlich über das Kindeswohl entscheiden“ könne. Es geht um Rechtstreitereien, Gerichtsurteile und Macht. Weniger um einen Diskurs.

Raben-Mütter e.V. möchte es hingegen Müttern erleichtern, einen vorurteilsfreien Diskurs über ihre Rolle als Mutter zu führen, auch in Trennungsphasen.

Denn der Bruch einer Familie ist ein großer Einschnitt im Leben aller Beteiligter. Ein Ziel ist es, aufzuklären, dass es einen Unterschied zwischen der Trennung von Kindern und der Trennung der Bindung zu den Kindern gibt.

Bei Müttern wird dieser Unterschied meist nicht berücksichtigt. Die Trennung der Familie wird als Trennung der Bindung zu den Kindern interpretiert. Die Stärkung der sog. Rabenmutter geht somit einher mit der Stärkung des anderen Elternteils oder einer anderen Betreuungsperson.

Ich möchte aufzeigen, dass es Hilfestellen fern ab von Rechtsanwält_innen gibt. Dass es für die erwachsenen Personen Ziel sein muss, in einer so verletzlichen Zeit nicht mit weiteren Verletzungen zu agieren und das gegenseitige Vertrauen und auch das Kindeswohl im Auge zu behalten. Sich fern ab von der „Pflicht erfüllenden Mutterrolle“ fragen: Wer kann sich wo am Besten für das Kind einsetzen? Nur wenn Mütter gesellschaftlich nicht mehr als schlechte Mütter geächtet werden, können sie sich einer selbstbestimmteren Sicht öffnen.

Willkommen sind Frauen, welche ihre Mutterrolle verstehen möchten. Müttern, die gehen.
Egal, was deine Beweggründe sind. Auch wenn einer der Beweggründe, ein Kind nicht aufzuziehen, in vorurteilsbeladenen Situationen wie z.B. Drogenproblemen liegt, möchten wir Unterstützung bieten.
Adoption, oder Trennung. Karriere, weniger vorhandene Muttergefühle, finanzielle Probleme, Gefängnisaufenthalt, oder Drogenproblemen. Psychisch oder physische Erkrankung. Mit oder ohne Drama. Wir möchten allen Frauen vorurteilsfrei entgegen treten. Und natürlich allen anderen, die sich angesprochen fühlen.

Raben-Mütter e.V. möchte:

  • Ansprechpartnerin sein
  • Familienstrukturen im Wandel verstehen
  • Abbau vom Über-Ideal „Mutter“
  • Abbau von Stigmata von sog. Rabenmüttern
  • an einem gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen zum Thema alternative Familienmodelle
  • individuellen Rat geben für Raben-Mütter
  • Trennungsprozesse für Familien erleichtern

anhand von:

  • regelmäßigen Posts
  • Literaturhinweisen
  • Hinweise auf Veranstaltungen, politischen Aktionen
  • Vernetzung mit anderen
  • Sammlung von Rechtsurteilen
  • Beratung durch Mediator_innen
  • Austausch via Blog- Arbeit
  • Anlaufstelle für private Gespräche
  • regelmäßige Mitgliedertreffen für Evaluationen (zunächst nur innerhalb Berlins)
  • Workshops (zunächst nur innerhalb Berlins)

Hierfür suche ich:

  • Menschen, die meine Umfrage ausfüllen und weiterleiten
  • Vereinsmitglieder
  • Menschen, die mir Ratschläge zum Thema Vereinsgründung geben
  • Informationen zu Fördergeldern
  • ehrenamtliche Mediator_innen für Rechtsfragen

Mehr Infos auch unter: www.raben-muetter.de und info(at)raben-muetter.de.


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Gescheiterte Inklusion im Klassenraum und *istischer Sexualkundeunterricht – Die Blogschau

22. November 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 266 von 295 der Serie Die Blogschau

Clatschi geht in die 11. Klasse einer Berliner Oberschule. Sie berichtet davon, wie bei Inklusionsmaßnahmen gespart wird (in ihrem Fall zum Beispiel Gebärdensprachendolmetscher_innen) und welche Auswirkungen das hat.

Auf escaping definitions schreibt ein_e weitere Schüler_in darüber, wie Diskriminierungsstrukturen an Schulen wirken. Grrrsy berichtet über cis_hetero_sexistischen Sexualkundeunterricht und Gedanken zum Bildungsplan.

Das Blog Reizende Rundungen feiert (etwas nachträglich) den 5. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch und auf weitere spannende 5(0) Jahre! Für alle Leser_innen: Es gibt sogar etwas anlässlich des Jubiläums zu gewinnen.

bluespunk denkt über „Diese Sache mit der Cis/Trans-Binary“ nach.

Im Comic „Märchenstunde“ wird auf Class Matters verdeutlicht, wie Erzählmuster in einer diskriminierenden Gesellschaft angepasst werden.

Dass unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar und bennenbar gemacht werden, ist für eine WissenschaftlerInnen schon zu viel des Gutem, berichtet Heng bei Teariffic.

Bei jayromeaufdeutsch gibt es einen neuen Beitrag zur Reihe „Ein Hoch auf…“, in der Trans* und gender queer Menschen aus dem deutschsprachigen Raum gewürdigt werden. Dieses Mal: Emy Fem.

Es gibt die unterschiedlichsten Familienmodelle und -konzeptionen. In der Politik werden diese aber kaum berücksichtigt. Fuckermothers analysiert das Beispiel Elterngeld.

Seit Oktober gibt es das Blog  fem* einer Darmstädter Gruppe. „fem* ist eine Gruppe junger Darmstädter* mit unterschiedlichsten Hintergründen. Uns vereint der Feminismus und unser Kampf gegen Diskriminierung.“

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Heidi Klum und Redface, Heterosexismus in Deutschland und 20 Jahre nach Ruandas Genozid – kurz verlinkt

11. April 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 237 von 346 der Serie Kurz notiert

deutschprachige Links

[Kinder] brauchen Bücher, in denen Vielfalt normal und bereichernd ist!„, fordert Tupoka Ogette bei der Heinrich Böll Stiftung und berichtet über eigene Leseerfahrungen als Kind und ihre jetzige Arbeit zu Antidiskriminierung.

Das Jobcenter Segeberg fordert eine Alleinerziehende Mutter auf umzuziehen – aufgrund einer Miete, die 1,78 Euro über dem Satz liegt, berichtet die Sozialberatung Kiel.

„Was Gleichberechtigung im Bereich der Bildung institutionalisieren sollte – ein weniger heterosexistischer Schulunterricht –, wird als „Gender-Ideologie“ und „Frühsexualisierung“ umgedeutet. Das Gefährliche daran ist, dass es nicht vereinzelt geschieht, sondern grenzübergreifend.“, schreibt die taz und analysiert, wie in aktuellen Diskussionen Hetersexismus re_produziert wird und vor allem diskriminierenden Positionen Platz eingeräumt wird, schließlich ginge es ja um das „Kindeswohl“ und da hört auch die „Toleranz der Mitte“ auf.

englischsprachige Links

Feminist Philosopher analysiert die viralen Videos, in denen Menschen (vor allem junge weiße Frauen) durch Cochlear Implantate hören: „[…] consider that one subtext to these viral videos of cochlear implant initial hookups is the paradigm of the young white deaf woman who has acquired the ability to listen, yet is still dependent (and faintly exotic). Medical miracles showing a dramatic change in a person’s life make pleasurable internet entertainment, but when those miracles are packaged in ways that perpetuate and reinforce stereotypes that deaf women rail against, it is time to take a closer look at what’s going on.“

Es gibt einen wundervollen neuen Webcomic: Pussybear – A Comic About the Life of a Fat Queer Feminist Butch Trans* Poly Nerd.

In diesen Tagen jährt sich zum 20. Mal der Genozid in Ruanda, begleitet durch Veranstaltungen und Artikel über Artikel. The Daily Beast beschreibt so, wie insbesondere Frauen in den letzten zwanzig Jahren in Ruanda zum Wiederaufbau beigetragen haben. Musa Okwonga ermahnt beim New Statesman nicht nur ein „Versöhnungs-Narrativ“ zu reproduzieren, da dieses zum einen für Betroffene mit anderen Umgängen für ihr Trauma ausgrenzend ist, aber es auch einfach machen nicht über Verantwortungen zu sprechen. In der New York Times heißt es: „Following Orders in Rwanda„.

Ruth Hopkins schreibt bei Racialicious über Germany Next Top Model, wo die Kandidatinnen als Native Americans posierten: „Normally this is where I ask Ms. Klum for an apology, but because this act of appropriation is so willful, any apology would ring hollow. Like many Natives, I’m tired of lip service.“

Homestory Deutschland braucht finanzielle Unterstützung.

Termine

Berlin, am 13. April: „Zurückschlagen, kaputtmachen, wegglitzern. Antifa feministisch weiterdenken.
Workshop von und mit der trans*genialen f_antifa

Berlin, am 2. und 3. Mai: Öffentliche Feier anlässlich des Geburtstags von May Ayim.

Berlin, am 7. Mai um 17 Uhr im Tiergarten: Gedenkveranstaltung „Verschwiegen und Vergessen. Schicksale und Lebenswege lesbischer Frauen im Nationalsozialismus“  u.a. veranstaltet vom Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek e.V.

Berlin, am 29. Mai: „La Moustache presents: RAE SPOON + HEIMWEHHOTEL“ (FB-Link)

Niederösterreich, vom 17.-23.August: PINK NOISE GIRLS ROCK CAMP mit dem Schwerpunkt „Bühne“. Die Anmeldephase läuft jetzt bis zum 17. Mai!


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Ausstiege bei Pussy Riot, ‚Pille danach‘ rezeptfrei, Valentinstag in Indien – kurz verlinkt

12. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 229 von 346 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachiges

Warum Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa, einst die beiden berühmtesten Pussy-Riot-Mitglieder, mittlerweile nicht mehr Teil des Kollektivs sind, erklärt die Gruppe in einem offenen Brief über radikalen Aktivismus, politische Dilemmata und Grundsatzkonflikte, den der Freitag abgedruckt hat: „Das institutionalisierte Eintreten für andere kann es sich kaum erlauben, die fundamentalen Normen und Regeln zu kritisieren, die der modernen patriarchalen Gesellschaft zugrunde liegen. Als institutioneller Teil der Gesellschaft kann eine solche Interessenvertretung nicht mit dem Regelsystem der Gesellschaft brechen.“

In Chemnitz werden abends die akustischen Signale an Ampelanlagen abgeschaltet – Grund: Lärmschutzbedenken. Die Signale sollten allerdings eigentlich blinden und sehbehinderten Menschen mitteilen, ob eine Ampel auf grün oder auf rot steht. Die sächsische Freie Presse berichtet.

Hallo bundesdeutsche Gesundheitspolitik, es wird Zeit, dem internationalen Konsens nachzuziehen – die „Pille danach“ muss rezeptfrei werden. Dies fordert auch eine Petititon an Gesundheitsminister Gröhe: Rezeptfreie „Pille danach“ zulassen! Da nicht nur Frauen schwanger werden könne, betrifft Notfallverhütung allerdings nicht nur deren Selbstbestimmung. (Und ich hätte auch unterschrieben, wenn die „Pille danach“ Abtreibung wäre.)

Englischsprachiges

Nicht alle der hier vorgestellten Aktionen finden wir gleichermaßen super, aber eine nette Übersicht ist es dennoch: PolicyMic zeigt „23 inspirierende feministische Digitalkampagnen, die die Welt veränderten“.

Valentinstag? Kitsch, Konsum und multinormativer Pärchen-Overkill fällt vielen von uns wohl als erstes (und einziges) dazu ein. Abhängig vom kulturellen Kontext kann man das jedoch auch teilweise anders oder jedenfalls komplexer einordnen, so Deeksha Sivakumar bei Sociological Images: Sie schreibt über die Funktion des Valentinstag als Jugendrebellion in Indien.

A propos Normen: Elternschaft jenseits der Gleichung 1 Vater + 1 Mutter lässt sich nicht nur denken, sondern auch leben, und zwar bisweilen ganz „legal-formal“.  So weist die Geburtsurkunde eine neugeborenen Kanadierin nun drei Eltern aus.

Die Schriftstellerin Zadie Smith beteiligt sich an Protesten gegen den Umgang mit geflüchteten Frauen in Großbritannien, insbesondere gegen ein berüchtigtes Auffang- und Abschiebelager in Bedfordshire. Der Guardian berichtet.

Termine in Berlin, Bonn und anderswo:

Ab 18. Februar 2014 immer dienstags von 18:00 – 19:30 Uhr in der Mädchenberatung, Berlin-Wedding:Körperkreise – in Bewegung den Körper (wieder/ neu) entdecken für junge Frauen* (Alter 17-27 Jahre), die sexuelle Gewalt erlebt haben und Lust haben, sich auf eine Körperreise in Bewegung einzulassen!“ Infos gibt es per Mail unter wriezener[at]wildwasser-berlin.de; hier geht es zum Facebook-Event.

Gleich eine ganze Fundgrube von spannenden Terminen gibt es bei Lesbengeschichte – zum Beispiel einen Abend über „Drei zwiespältige homosexuellenemanzipatorische Vorkämpferinnen“, Johanna Elberskirchen, Theo Anna Sprüngli  und Emma Trosse, am 6. März in Berlin oder die montagliche Filreihe „Queer Monday“ in Bonn.


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Sprache in der Wikipedia, „Familienfeindlichkeit“ und aktives Vorgehen gegen Privilegien – Kurz verlinkt

6. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 228 von 346 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Mädchenmannschafts-Kolumnistin Melanie hat sich mit frauTV über das Feministinnen-Sein, Mutterschaft und das ganze Leben drumherum unterhalten. Einen kurzen Clip könnt ihr online sehen.

„Mit Hilfe einer Abstimmung in der deutschsprachigen Wikipedia soll geschlechtersensible Sprache komplett verboten werden.“, schreibt Andreas Kemper beim Freitag.

Außerdem gibt es im Freitag einen Artikel über Menschen, die sich im Internet finden, um gemeinsam Kinder großzuziehen, also Familienmodelle außerhalb des normativ enggestecktem Rahmens. (Natürlich nicht ohne in dem Artikel selbst auch problematisches zu reproduzieren.)

Am Sonntag protestierten über 100.000 Menschen in Frankreich gegen „Familienfeindlichkeit“ und Gender Studies, berichtet dieStandard.

Die Zeit schreibt über den Zentralrat der Sinti und Roma, der Anzeige gegen baden-württembergische Polizeimitarbeiter_innen stellt aufrgund von rassistische Kommentare in NSU-Akten. [Hinweis: In dem Text ausgeschriebene rassistische Begriffe]

englischsprachige Links

Mia McKenzie macht bei Black Girl Dangerous vier Vorschläge, wie eine_r über den Punkt des „Privilegien anerkennens“ hinaus zu „aktiv gegen Privilegien vorgehen“ kommen kann.

Die Pussy Riot Aktivistinnen Nadezhda Tolokonnikova und Maria Alyokhina waren bei der Colbert Show.

„Nonetheless, one of the biggest problems with how most white gender 101s discuss gender is by assuming that their gender system is the way to conceptualize gender. They centre whiteness and, essentially, force people to understand their selves and bodies in that framework.“, schreibt biyuti in Decolonizing Trans/gender 101.

Meg Allen veröffentlicht eine Fotoserie zu Butchs.

In dem Artikel „In Defense of Twitter Feminism“ auf Model View Culture analysieren Suey Park und David J. Leonard unter anderem wie auch Online-Räume von Gentrifikation mit allen rassistischen und klassistischen Implikationen betroffen sind. (Der Text ist eine Antwort auf Michelle Goldbergs Artikel zu „Feminism’s Toxic Twitter Wars“.)

Vor kurzem erschien Janet Mocks Buch „Redefining Realness“. Auf ihrem Blog schreibt sie nun über ihre Erfahrungen als junge Trans-Frau und Sexarbeit.

Auf Pretty. Period. schreibt Yaba Blay über Schönheitsvorstellungen und mediale Verbreitung von diesen: „And so I’m bothered by what appears to be yet another type of media training about Blackness – not one that would prepare the masses to amend their standards of beauty, but rather one that continues to suggest that a dark-skinned beauty like Lupita’s only magically appears every so often.“

Buzfeed schreibt über die 92-jährige Robina Asti, die aufgrund von Cissexismus um ihre Hinterbliebenenbezüge kämpfen muss.

Wie hängen eigentlich männliche Privilegien und body policing zusammen, wie werden fette_dicke Männer im Gegensatz zu Frauen behandelt? Darüber schreibt Michael Young bei the rainbow hub.

[CN: sexualisierte Gewalt] „What Would Make You Believe a Survivor of Childhood Sexual Abuse?„, fragt Andrea Grimes bei RH Reality Check.

Und zu guter letzt noch etwas Kaffeepausenamüsement mit der entscheidenen Frage: Which 90s alt rock grrrl are you?

Termine in Berlin:

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Polizeigewalt gegen Geflüchtete, Martin Luther King Day und barrierearme Räume- kurz verlinkt

23. Januar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 226 von 346 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Napuli Paul Langa ist eine der Verhandlungsführer_innen der Geflüchteten am Oranienplatz. In einem Interview mit neues deutschland spricht sie über ihre Verhaftung und erfahrene Polizeigewalt auf dem Weg zu einer Verhandlung am Freitag. [Inhaltswarnung: ausführliche Beschreibung von Gewalt]

Im Interview mit dieStandard erläutert die Philosophin Rahel Jaeggi, warum die Art, wie Menschen ihr Leben führen eben keine Privatsache ist und wie sich auch Philosoph_innen in Debatten einbringen könnten und sollten. So beschreibt Jaeggi: „Jemand, der meint, ihm oder ihr werde durch politische Maßnahmen die Kindertagesstätte für seine oder ihre Kinder aufgezwungen, muss sich klarmachen, dass dort, wo es keine Kindertagesstätte gibt, den Menschen auch etwas aufgezwungen wird. Auch die Nichtexistenz solcher Institutionen prägt Lebensweisen.“

Dieses Video von NSU Watch erklärt den NSU Prozess und ist gleichzeitig eine Aufforderung zum Spenden für unabhängige, rassismuskritische Berichterstattung zum NSU-Prozess.

englischsprachige Beiträge

Anlässlich des Martin Luther King Jr. Tags twitterte accalmie zur Vereinnahmung von King, Narrativen zum Civil Rights Movement und wichtige Frauen in der Bewegung. Glücklicherweise hat sie diese Tweets auch noch einmal bei Storify zusammengefasst, so dass sie weiter leicht nachzulesen sind.

In der letzten Woche gingen eine Reihe von Bildern eines schwulen Paares und dessen Familienlebens viral. Courtney Baxter schreibt bei feministing über die Wichtigkeit von Sichtbarkeit, aber auch der Gefahr von tokenism.

Autostraddle veröffentlicht Auszüge aus Briefen von Frauen an Frauen, geschrieben zwischen 1896 und 1934. In der Einleitung heißt es: „Whether or not the writers of these letters were queer is not really certain, both because they’re all dead and we can’t ask them and because imposing contemporary ideas of sexuality and relationships on people in the past doesn’t work. In Surpassing the Love of Men, lesbian historian Lillian Faderman writes, “I venture to guess that had the romantic friends of other eras lived today, many of them would have been lesbian-feminists; and had the lesbian-feminists of our day lived in other eras, most of them would have been romantic friends.”“

Brittney Cooper schreibt für Salon.com über CeCe McDonald, Marissa Alexander, Beyoncé, Harry Belafonte und den Kampf um Gerechtigkeit für und gegen Gewalt gegen Schwarze Frauen.

Die Autorin des Tumblrs Cause.We.Cool ist Highschool Schülerin. An ihrer Schule wurde der dresscode begründet mit Sätzen wie „Modest is hottest.“ und „Boys will be boys.“. In ihrem Beitrag nimmt sie diese Aussagen auseinander und gibt ein Gespräch wieder, welches sie mit ihrem Direktor führte. [Hinweis in den Kommentaren: Cause.We.Cool ist nicht der_die Verfasser_in, sondern hat den Beitrag nur gerebloggt. Die Sätze zur Identität (Highschool Schülerin) und dem Geschehen beziehen sich also auf die Orgional-Verfasserin.]

Bei Black Girl Dangerous vefasste Janani Balasubramanian einen Text über Kritik an (Pop)Stars/ Popkultur und wie diese weiter ausgebaut werden könnte_sollte.

„The fear I carry and the aversion I feel towards governmental departments is due entirely to inter-generational trauma. My mother carries this fear, my grandmother carried this fear, my great-grandmother carried this fear. These fears are real – Australia’s historical track record in this speaks for itself.“, schreibt Kelly Briggs im Guardian über die Angst von Aborigini Müttern, dass ihnen ihre Kinder weggenommen werden.

The Feminist Wire veröffentlichte bereits im November den wundervollen „Letter To All Women Who Have Been Told To Quieten Down, Speak Softer and Be Less Angry“ von Mohadesa Najumi.

Unter der Überschrift „The (Un)censorship Project“ befreit skepchick arme Kommentare aus den Fängen der feministischen Zensurbehörde und veröffentlicht sie als Sprechblasen in Fotos aus dem 19. und Anfang 20. Jahrhundert.

Es reicht nicht, Menschen mit Behinderungen in Räume/Projekte/etc. einzuladen, es muss auch der Wille da sein Veränderungen durchzuführen, die bedeuten können, dass Dinge etwas länger dauern oder einfach anders organisiert werden müssen, schreibt building radical accessible communities everywhere.

Termine in Berlin

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Vom Scheiden und Scheitern

1. Juli 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 54 von 59 der Serie Meine Meinung

Liebe Medien, liebe Familienpolitiker_innen, liebe Menschen so im allgemeinen,

ich wollte mal kurz aber nachdrücklich eins festhalten: Meine letzte Beziehung ist nicht gescheitert. Sie ist vorbei, aber nicht gescheitert.

Wobei, lasst mich vielleicht doch ein bisschen weiter ausholen.

Wenn ich hier „Beziehung“ schreibe, meine ich damit eigentlich nur eine ziemlich klar festgelegte Form dessen, nämlich eine „herkömmliche“ Paarbeziehung, zwei Personen (oftmals sind 1 Frau* und 1 Mann* gemeint), Romantik/Liebe/Erotik, verbindliches, meistens exklusiv zweiermäßiges Miteinander. Das ist ja schon so das, was landläufig meistens mit „Beziehung“ gemeint ist. Warum es gerade im Kontext feministischen Handelns wichtig ist solche Eingrenzungen zu hinterfragen, dazu wird immer wieder viel Kluges gesagt, ich kann mir das an dieser Stelle also sparen, zumal ich mich hier jetzt auf Diskurse beziehe, die sich überwiegend um das oben beschriebene Beziehungskonzept drehen.

Worauf ich dabei hinaus will: Trennung und Scheitern sind nicht dasselbe. Jedenfalls für mich nicht, und ich weiß inzwischen dass es vielen so geht. (mehr …)


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Blumen, Brüste, Bullshit – die Blogschau

18. Mai 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 205 von 295 der Serie Die Blogschau

Vergangenen Sonntag war Muttertag. Katharina von Sich mit Worten bevorraten will nicht nur zu diesem Anlass mehr als Blumen.  Auch Melanie ist kein Fan dieses Begängnisses, reflektiert aber zu diesem Anlass ihre Sicht auf Dankbarkeit für  Mütter.

Gleich ein bunter Strauß an Berichten darüber, wie wenig mensch sich selbst in vermeintlich alternativen,  emanzipatorischen Umfeldern auf Pausen vom *istischen Alltag verlassen kann:

Kotzwürg-Sexismus galore beim BarCamp Graz.  Und mehr als genug Kackscheiße auch beim Workers Youth Festival in Dortmund.  Das erfolgreiche Modelabel American Apparel geriert sich als hipper Awareness-Laden, kommt aber seit jeher nicht ohne Sexismus aus.  An der Heidelberger Uni lacht man über NSU-Verharmlosung in Tateinheit mit Plumpsexismus von vorvorgestern. An der Düsseldorfer Uni soll ein antifeministisch dominiertes  Männerreferat gegründet werden. Und angesichts der von großem Pressetamtam begleiteten Proteste gegen die „Barbie Dreamhouse Experience“ konnte mensch sich auch nur noch an den Kopf packen.

Edward von Twidgeridoo! berichtet unter dem bitter sarkatischen Titel „Meine erste Internierung“ über erfahrene(n) Rassismus und Polizeigewalt. Mehr (Grundlagenarbeit für) rassistische Kackscheiße ist zu erwarten bei der Innenminister*innenkonferenz (IMK), die vom 22.-24. Mai in Hannover stattfindet und wo auch Asyl- und Migrationspolitik auf dem Programm steht – Protest wird bereits organisiert.

Die ständige Erwartung, verfügbar zu sein – für Diskussionen, Erklärungen oder den Wohlfühlfaktor: Frau Dingens hat genug davon. A propos Erwartungshaltung: Seitdem ich auf meinem Profilbild Tatyana Fazlalizadehs Anti-Street-Harrassment-Shirt trage, wird immer wieder gefragt, wo es dieses großartige Shirt den gebe – und auch High on Clichés kennt den Ärger über die ständige Aufforderung „Lächel doch mal!“.

Die Brust-OP von Angelina Jolie ist nicht nur ein Knaller für die Boulevardmedien, sondern auch ein Politikum. Mel gibt Kontext und findet:  „Well done, Angelina Jolie“.  Merle Stöver möchte Jolie für ihre Entscheidung respektiert sehen – gerade von Feministinnen. Und weil (gerade auch Frauen*-)Gesundheit immer ein politisches Thema ist, berichtet my myself & child über ihren „Gebärmutterschnupfen“ und lädt zur Vernetzung ein.

Und wo wir schon bei Körper und Selbstbestimmung sind: Grrrlghost hat anlässlich der Debatte um die „Pille danach“ noch ein Video beizusteuern.

Shopping ist nicht für alle ein Vergnügen – die Suche nach passenden BHs auch nicht, wie Ryuu berichtet. Außerdem ist Ryuu aus Berlin – nach wie vor Sehnsuchtsort für viele – weggezogen und erzählt, warum. Und dass auch in anderen Städten mit B am Anfang ordentlich was los sein kann, lässt sich Helgas umfangreicher Terminliste für Braunschweig entnehmen.

Außerdem hat Helga ein Buch über Pionierinnen der Archäologie gelesen und rezensiert.

Ninia LaGrande interviewt Jasmin Mittag,  Initiatorin der Kampagne „Wer braucht Feminismus?“ in Deutschland.

Nele Tabler schaut die  TV-Serie Call the Midwife (Ruf die Hebamme) und findet schwangere Heldinnen.

Anne Roth sammelt Beispiele von Fällen, bei denen feministischen Medien, Blogs, Zeitschriften, Fernseh- oder Radiosendungen von Zensur betroffen waren (oder sind).

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Steinzeitmenschen sind auch nicht mehr, was sie mal waren – Kurz verlinkt

4. April 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 190 von 346 der Serie Kurz notiert

„Steinzeitmenschen“ – deren (angebliches) Verhalten muss ja gern her halten für heutige Geschlechterklischees. Julia Voss  geht in der FAZ gegen diese anti-emanzipatorischen Argumente vor und erzählt von aktuellen Forschungen.

Der Guardian berichtet davon, wie und warum Frauen in Ägypten gegen den aktuellen Verfassungsvorschlag auf die Straße gehen. (Englisch)

Das neue an.schläge-Magazin mit dem Titelthema „Games & Gender“ ist da. Wie immer gibt es auch einige der Texet online zu lesen, z.B. zur Sparpolitik in Griechenland und wie diese insbesondere Frauen trifft,  Erfahrungen von Game_erinnen und ein feministischer Blick auf Mode.

Facebook lässt nur die Wahl zwischen „Mannsein“ und „Frausei“ – doch das lässt sich auch ändern. (Englisch)

Journalistin Hani Yousuf schreibt beim Tagesspiegel über die rassistische und sexistische Erlebnisse als Journalistin in Berlin. Mittlerweile arbeitet sie wieder in Karachi, Pakistan.

[TW: V*rg*w*lt*g*ng ausgeschrieben/ thematisiert] In Schleswig-Holstein tut sich einiges hinsichtlich der Beweissicherungen zu Vergewaltigungen, schreibt die taz.

Bei Africa Is A Country schreibt Grace Benton über aktuelle afrikanische Künstlerinnen.

In der neuen Ausgabe von Kritisch lesen gibt es eine Rezension zum Buch „Kinderkiste„, das Toni Morrison 1999 zusammen mit ihrem Sohn Slade verfasst hat.


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