Einträge mit dem Tag ‘Essstörungen’


Geld, Aussehen und (fehlende) Inklusion – die Blogschau

17. Dezember 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 138 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Heute ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen. Über die Hintergründe berichtet menschenhandel heute.

In der Blogosphäre ging es diese Woche hoch her, *das* Thema war Lookism – die Abwertung von Menschen und besonders Frauen aufgrund ihres Aussehens. Den Anfang machte Unter der Glasglocke mit Vom Mobbing in der Schule zu Femininitäts”feindlichkeit” in linken/queeren/feministischen Zusammenhängen, Medienelite und ryuus hort kommentierten.

Die ARGE Dicke Weiber stellt weiter die Gastbloggerinnen beim Missy Magazine und plädiert, sich das Wort „Essstörung“ einmal ganz genau anzusehen. Apropos Sprache. Frauen werden beim generischen Maskulinum leider nicht mitgedacht und geschlechtergerechte Sprache ist sehr wohl verständlich und lesbar, so der Sprachlog.

Bücherlesestoff gesucht? L-Talk rezensiert „Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden“ Fazit: In der Presse kommen Lesben leider nicht vor, der Kauf des Buches lohnt aber. Um Kinderbücher mit diversen Familienbildern und sexuellen Identitäten geht es bei den Fuckermothers. Kein Buch aber auf Papier: Die dritte Ausgabe von Outside the Box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik gibt’s zu kaufen. Das Thema: Gebären.

Inklusion im Schulsystem fällt mal wieder dem Sparzwang zum Opfer. Obwohl die UN-Konention dazu seit einigen Jahren auch in Deutschland gilt, weigern sich in Bayern die Ämter, zwei gehörlosen Mädchen Dolmetscher_innen zu bezahlen. Mehr dazu bei Die Welt mit den Augen sehen, die doch weiter bloggen wird, juchu.

Aus dem Hamsterrad „Uni, Arbeiten, Engagieren, Ziel: irgendwann ein vernünftiger Job“ berichtet Puzzlestücke. Trotz immer noch zuwenig Geld, bleibt dabei zunehmend die Freizeit auf der Strecke. Explizit auf die Abwertung von Menschen mit wenig materiellen Mitteln als Trash und „Unterschicht“ geht ClassMatters ein.

Thema Geld: Das braucht leider auch ihollaback, um im nächsten Jahr den alltäglichen Belästigungen weiter den Kampf anzusagen. Ganz neu ist dagegen das Blog TraumaReport, in dem es um das Leben nach traumatischen Erlebnisse geht.

Den Anne-Klein-Frauenpreis bekommt in diesem Jahr Dr. Nivedita Prasad für ihren Einsatz für Frauen- und Menschenrechte. Sie kämpft z.B. gegen moderne Sklaverei und Gewalt gegen Migrantinnen, so anders deutsch. Über die (sexistische) Berichterstattung um ihre Person macht sich die Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, auf Marinas Lied Gedanken.

Im Herstory-Adventskalender von different needs ging es u.a. um Grace Jones. Über sein Austauschsemester bei einem schwulen Paar schrieb Armin Soyka.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Kurz verlinkt zum ausführlichen Diskutieren

2. Februar 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 13 von 138 der Serie Kurz notiert

Guardian-Autorin Nesrine Malik hält die Debatte um die Kleiderordnung in Ägypten für ein Ablenkungsmanöver, das von der viel wichtigeren und grundsätzlichen Debatte über die Freiheitsrechte ablenken soll.

Helen Mirren sagt im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung: “Ich wurde von meinen Eltern ausdrücklich zu ökonomischer Unabhängigkeit erzogen, und das ist für mich die klare Wurzel des Feminismus. Wenn man ökonomisch unabhängig ist, ist man in vieler Hinsicht frei, und das war ich immer und bin es noch. Obwohl ich verheiratet bin, habe ich mein eigenes Geld. Trotzdem liebe ich hochhackige Schuhe und Nagellack, das ist kein Widerspruch.”

Model und Miss Universe 2004 Jennifer Hawkins hat sich für die Australische marie claire nackig gemacht – unretouchiert und für einen guten Zweck, nämlich zugunsten der Butterfly Foundation, die die bei Essstörungen hilft. Im Portrait zu den Fotos heißt es:

She has also found herself in the guise of role model to young women. Modelling, she concedes, is fraught with difficulty when it comes to the issue of body image, and Jennifer is keen to emphasise that she’s always eaten healthily and stayed active to maintain her “athletic” figure. It’s a shame, she adds, that young girls worry about their bodies, when “for so many years, later in life, you have to worry about that”.

Mehrere amerikanische Zeichentrickfiguren wurden gerade „überarbeitet”. Statt klein und knuddelig sehen sie nun schlanker und langmähniger aus. Die Feministing-Kommentator_innen sind gespalten.

Mehr Frauen in der Technikbranche und vor allem bei Existenzgründungen will techfluff.tv – und veröffentlicht eine Liste mit Vorbilder(innen).

Nach dem Erdbeben in Haiti werden obdachlose Frauen zunehmend Opfer von Gewalt, wie dieStandard.at berichtet.

Wie feministing.com schreibt, wurde der Mörder von George Tiller für schuldig befunden und bekam lebenslänglich. George Tiller war einer der letzten Abtreibungsdoktoren, der in den USA noch Spätabtreibungen durchführte.

Lantzschi von Medienelite.de machte uns auf folgendes Fundstück aufmerksam – gendergerechte Sprache gibt’s nun auch auf dem Einkaufszettel :). Seht selbst:

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Hilfe! Sie wollen doch helfen!

6. November 2009 von Susanne

Das Internetprojekt www.ess-stoerungen.net bietet jungen Menschen mit Essstörungen schnelle und unbürokratische Hilfe. Doch nun sind die Gelder für die Arbeit der sechs Psychologinnen, Erziehungswissenschaftlerinnen und Pädagoginnen ausgelaufen und der Fortbestand des Angebots unsicher. Deswegen haben die Initiatorinnen die Aktion 50 mal 500 ins Leben gerufen: Sie wollen 50 Städte dazu bringen, sie mit jährlich 500 Euro zu unterstützen. Geschäftsführerin Katrin Raabe sprach mit der Mädchenmannschaft:


Ihre Aktion 50 mal 500 ist aus der Not heraus geboren. Wie kam es zu dieser finanziellen Not?
Katrin Raabe: Ein Internetprojekt ist natürlich ein bundesweites Angebot, im Grunde kann man sogar von einem “weltweiten” Angebot sprechen. Wir beraten Menschen aus dem ganz deutschsprachigen Raum: Aus der Bundesrepublik, aus Österreich und der Schweiz, zum Teil beraten wir aber auch deutschsprachige Mädchen und Frauen im Ausland. Für ein solches Projekt ist natürlich keine einzelne Stadt und auch kein einzelnes Bundesland zuständig. Nach unserem Ermessen müsste es für solche Angebote Bundesgelder geben. Bundesgelder werden aber nur für “innovative”, das heißt neue Projekte vergeben. Und dieses Kriterium erfüllen wir nicht, da es unser Projekt seit 2001 gibt. Wir scheitern hier also ganz einfach an den Hürden der Bürokratie. In den letzten drei Jahren haben wir uns über Stiftungsgelder der Stiftung “Herzenssache” und der ARD-Fernsehlotterie “Ein Platz an der Sonne” finanziert, die nun leider ausgelaufen sind.

Ist Deutschland (bzw. die Bundesregierung) noch gar nicht auf das Internet als “Ort” sozialer Initiativen eingestellt?
Das würde ich so nicht sagen. Natürlich wird die Notwendigkeit solcher Projekte überall gesehen. Das Problem ist viel mehr, dass es für die nötige Arbeit keine Gelder gibt. Die Bundesregierung hat zum Beispiel die Kampagne “Leben hat Gewicht” ins Leben gerufen. Mit dieser Kampagne soll die Öffentlichkeit für das Thema Essstörungen sensibilisiert werden. Leider hat aber auch “Leben hat Gewicht” keine Gelder zu vergeben. Das finde ich sehr schade!

Wie sieht Ihre Arbeit denn genau aus?
Wir haben zwei verschiedene Angebote: Die E-Mail-Beratung und das betreute Diskussionsforum. Außerdem bietet unsere Internetseite www.ess-stoerungen.net eine Vielzahl von leicht verständlichen Informationen. Die Internetseite wurde im letzten Jahr von ca. 86.000 Menschen besucht, also mehr als 7000 Menschen im Monat. Im Augenblick haben wir mehr als doppelt so viele Besucher/innen. Die E-Mail-Beratung wird von essgestörten Menschen – vorwiegend Mädchen und junge Frauen – aber auch von Eltern und Fachleuten genutzt. Im letzten Jahr haben wir über tausend E-Mails beantwortet. Also zirka drei bis vier Mails pro Arbeitstag. Ich denke, dass die Nachfrage durch den hohen Bekanntheitsgrad, den wir zurzeit haben, noch steigen wird.

Sie nennen Ende November als Frist, bis wann entweder das Geld kommt oder das Projekt eingestellt werden muss. Wie stehen die Chancen momentan?
Tja, schwer zu sagen! Wir haben in letzter Zeit sehr großzügige Spenden bekommen – so zum Beispiel von der Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke. Diese Spenden sind für uns ganz, ganz toll und wichtig, denn sie verschaffen uns mehrere Monate Zeit, die wir natürlich nutzen werden. Ob sich irgendeine langfristige Förderung findet, steht noch in den Sternen.

Ihre Aktion spricht die Städte an, aus denen Ihre Klientinnen und Klienten kommen. Kann man Sie auch als Privatperson unterstützen?
Ja, auf jeden Fall! Es gibt viele Möglichkeiten uns zu unterstützen! Zum Beispiel

  • durch Unterschriften: Wir haben auf unserer Seite www.ess-stoerungen.net eine Unterschriftenliste eingerichtet und freuen uns über Unterschriften.
  • Gerade die Fachwelt kann uns auch durch Statements zum Thema unterstützen: Diese Statements werden auf unserer Internetseite veröffentlicht.
  • Durch Spenden! Wir freuen uns auch über kleine Spenden! Wenn uns 5.000 Leute pro Jahr fünf Euro spenden, wäre unser Projekt auch gerettet. Und sicher gibt es auch genug Menschen, die zehn, 50 oder 100 Euro spenden können. Wir werden versuchen, auf unserer Internetseite einen “Onlinespendebutton” über Paypal einzurichten – allerdings zahlt man dort auch Gebühren. Darum freuen wir uns auch über ganz “normale” Spenden auf unser Konto: Mädchenhaus Heidelberg e.V., Kontonummer 2303523, Sparkasse Heidelberg, BLZ 67250020.
  • Durch Öffentlichkeitsarbeit! Wir haben viel davon, wenn unser Projekt bekannt gemacht wird – so finden sich vielleicht Sponsoren und/oder Menschen, die kleine Beiträge spenden. Wir freuen uns also, wenn diese Informationen per E-Mail und über das Netz verbreitet werden.
  • Durch politische Arbeit: 500 Euro sind ein Betrag, den jede noch so kleine Kommune aufbringen kann. Wir freuen uns daher über Menschen, die unsere Kampage “50 mal 500″ unterstützen. Das geht zum Beispiel über Leserbriefe an die Regionale Presse oder E-Mails an Stadträt/innen oder Politiker/innen.

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