Einträge mit dem Tag ‘Erziehung’


Mädchenväter

12. Juli 2013 von Melanie
Dieser Text ist Teil 40 von 42 der Serie Muttiblog

es gibt immer mal wieder situationen in diesem kleinfamilienkosmos, die mich – gelinde gesagt – überfordern. neulich wieder: ich war bei einem befreundeten heteropärchen zu besuch. bei kaffee und kuchen erzählte sie mir, im 5. monat schwanger, dass es vermutlich ein mädchen würde.

einige sätze später sagte der vater in spe so was wie: “und wenn die kleine mir mal mit nem jungen nach hause kommt, DER kann was erleben!” irgendwas mit baselballschläger, der für diese fälle angeschafft würde und kreuzverhören folgte. und: er war nicht der erste mädchenvater, den ich so reden hörte.

was soll das? ich höre aus solchen sätzen folgendes:

– der vater glaubt, dass mädchen wird definitiv (sexuelles) interesse an jungs haben

– der vater glaubt auch, dass der junge irgendeine gefahr darstellt. für das mädchen? für ihn?

–  der vater glaubt auch, dass das mädchen nicht mit jungs umgehen kann, bzw. dass das mädchen sich zu sachen überreden ließe, die es nicht tun sollte

ich frage mich:

– glaubt der vater, dass jungs böswillig und rücksichtslos handeln und mädchen zu dingen überreden, die sie nicht tun wollen? wenn ja: warum?

– glaubt der vater, dass ‘sein mädchen’ rein und unschuldig bleiben müsste und keine eigenen körperlichen bedürfnisse habe, die es artikulieren darf?

bitte, erklärt es mir, liebe mädchenväter! und

ich wünschte mir:

– dass menschen mit erziehungsauftrag, seien es väter oder sonst wer, mädchen in ihrem selbstbewusstsein stärken.

– dass sie ihnen erklären, dass sie nichts tun müssen, um irgendwem zu gefallen oder geliebt zu werden.

– dass sie ihnen vermitteln, dass ihre sexuellen bedürfnisse ok sind (sofern sie welche haben), egal ob sie sich auf andere mädchen oder jungen richten.

– dass jungenväter ihren söhnen klar machen, dass sie nichts gegen den willen ihrer flirt-/knutsch-/sexpart_ner_innen tun sollen!


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Sommer, Hitze und mal wieder Rassismus-Fails – die Blogschau

22. Juni 2013 von Nadine
Dieser Text ist Teil 207 von 255 der Serie Die Blogschau

Auf kleinerdrei gibt es einen sehr umfangreichen und mit vielen Hinweisen und Tipps gespickten Text zu Programmieren für Mädchen.

Me Myself and Child schreibt über Sommer_Ferien mit Kind.

RagingJosefine thematisiert ihre Versuche an einer Schauspielschule angenommen zu werden und was das alles mit Lookismus zu tun hat.

Accalmie nimmt auf ihrem privaten Blog den letzten rassistischen “Satirebeitrag” der taz zu Barack Obama auseinander.

Angela Merkel hat während Obamas’ Besuch in Berlin Internet als “Neuland” bezeichnet. Das sorgte für einige Lacher, das Hashtag #neuland auf Twitter und gleichzeitig jede Menge rassistische Vergleiche und Metaphern, analysiert Femgeeks.

In die Reihe der Webseiten, die bei Gewalt gegen Frauen nicht sensibilisiert sind, reiht sich nun auch die Crowdfunding-Plattform Kickstarter ein, berichtet Helga auf Femgeeks.

Wenn sich Oberschenkel beim Laufen in der sommerlichen Hitze ständig berühren, kann das mitunter sehr schmerzhaft werden. Auf Identitätskritik gibt es praktische Tipps, was eine_r gegen vorbeugend tun kann.

Schläge und Prügel waren vor einiger Zeit gesellschaftlich anerkannte Erziehungsmethoden. Somlu schreibt einen sehr persönlichen Text über Gewalterfahrungen in ihrer Kindheit.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Kita-Kritik braucht Geschlechter-Kritik

14. Juni 2013 von Lisa

Nicht alle Krippen sind super – und nicht alle Kinder gehen gern in die Kita, mögen ihre Erzieher_in oder lassen sich innerhalb der vorgesehenen Zeit eingewöhnen. In vielen Kitas ist der Betreuungsschlüssel zu groß, oft fehlen Erzieher_innen – nicht zuletzt weil diese ausgesprochen schlecht bezahlt werden. Beim Kita-ausbau wird vielmals Qualität zugunsten von Quantität vernachlässigt. Eine Kritik am derzeitigen System von Kitas und Krippen, wie sie etwa in der taz zu lesen war, ist also mitunter durchaus gerechtfertigt. Das Problem ist allerdings, dass diese Kritik schnell in eine reaktionäre Richtung geht. Auch wenn sich die meisten Texte oberflächlich aufgeklärt geben, schwingt in vielen implizit trotzdem die Idee des ‘früher-war-alles-besser’ und das Ideal der Hausfrau & Mutter als einzigem Garant frühkindlichen Wohlbefindens mit. Ein Beispiel dafür ist ein Interview mit dem bekannten dänischen Familientherapeuten Jesper Juul in der Zeit (dessen Erziehungsratschläge meiner Meinung nach sowieso auf Gemeinplätze hinauslaufen).

Hier findet sich ein typisches Argumentationsmuster konservativer Kita-Kritik: Offiziell zielt sie auf die Qualität von Krippen und Kitas, also auf Dinge wie den Betreuungsschlüssel, pädagogische Konzepte und die Ausbildung von Erzieher_innen. Inoffiziell geht es in den Texten aber meist nicht um den Vergleich von guten versus schlechten Kitas –  der eigentliche Maßstab bleibt weiterhin die Betreuung der Kinder zuhause in der Familie. Beispielsweise fordert Juul eine Langzeitstudie, die zwischen Kindern in Kita- und Familienbetreuung vergleicht (und nicht etwa zwischen verschiedenen Kita-Konzepten). Als sein vermeintlich progressives Vorbild nennt “eine kleine Bewegung von Eltern, die sagen: Wir wollen ein Recht darauf haben, unsere Kinder von der Geburt bis zur Einschulung selber zu erziehen” (und nicht etwa eine Bewegung von Eltern, die sich für einen kleineren Betreuungsschlüssel in ihrer Kita einsetzen).

Problematisch ist zudem, dass die Kita-Probleme oft als Folge der privaten Entscheidung von Eltern erscheinen: Diesen Eltern kümmerten sich eben zu wenig um die spezifischen Bedürfnisse ihres Kindes, ihre  ‘Karriere’ sei ihnen wohl wichtiger, sie  liessen sich zu sehr vom heutigen Leistungsdruck stressen und interessierten sich auch noch viel zu wenig für das pädagogische Konzept der jeweiligen Kita. Dadurch werden gesellschaftliche Probleme individualisiert. Denn der größere politische Zusammenhang wird ausgelassen oder nur gestreift. Dass Faktoren wie sinkende Löhne, der Abbau von Sozialsystemen, einkommensabhängiges Elterngeld und das Ideal der Vollzeit-Arbeit vielen Eltern wenig Raum für Entscheidung oder Zeit für Kita-Konzept-Diskussionen lassen, bleibt außen vor.

Vor allem aber fehlt in vielen Anti-Kita-Polemiken auffallend häufig die Dimension von Geschlecht – oder wird allenfalls in einem Nebensatz kurz angeschnitten. Vordergründig beschreiben die Texte neutral beide ‘Eltern’ und unterschlagen so, dass ein zentraler Teil des Problems vor allem geschlechtspezifische Ungleichbehandlung betrifft. Denn zum einen ist die scheinbar kindgerechtere Vergangenheit, die beschworen wird, eng mit dem traditionellen Mutterideal verbunden. Zum anderen haben genderpolitische Aspekte entscheidenden Einfluss sowohl auf die Betreuung Zuhause als auch in der Kita. Strukturelle Faktoren wie der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen und das Ehegattensplitting bewirken, dass es in heterosexuellen Paaren meist die Frau ist, die den Großteil der Erziehungsarbeit übernimmt. Somit ist es in der Realität vor allem die Mutter, der die kritisierte ‘Entscheidung’ zur Kita angelastet wird. Zudem spielt die Dimension von Geschlecht eine entscheidende Rolle bei der Quanität und Qualität von Kita-Betreuung. Schließlich gilt Erzieher_in nach wie vor als sogenannter ‘Frauenberuf’ – und solche Berufe zeichnen sich traditionell dadurch aus, dass viel altruistisches Geben erwartet wird, während die Bezahlung ausgesprochen schlecht ist. Eine informierte Kita-Kritik schließt also immer auch eine Kritik der hegemonialen Geschlechterordnung ein.


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Wurzelbehandlung und Menstruation – Die Blogschau

1. Dezember 2012 von Charlott
Dieser Text ist Teil 183 von 255 der Serie Die Blogschau

Auf consume. be silent. die. schreibt Dani über Menstruation, Tabus und Frust. Wir freuen uns schon sehr auf den versprochenen zweiten Teil!

Passend, um beim Thema zu bleiben: Auf High on Clichés gibt es Tipps für alle Menschen, die unter Menstruationsschmerzen leiden. Und in den Kommentaren wird noch viel ergänzt.

Auf anders deutsch wird gezeigt, wie eine Pressemitteilung missverständlich wird, wenn Männer als Standard gesehen werden.

Feministisch erziehen ist schwierig. Auf Zehenspitzen schreibt darüber, wie es ist “inkonsequent konsequent ” zu sein.

[Inhalts-Warnung: sexualisierte Gewalt] Merle hat eine Frau getroffen, die sexualisierte Gewalt erlebt hat. Sie lässt sie auf ihrem Blog zu Wort kommen.

Speakerinnen 2.0 ist der (Arbeits)Titel für eine neue angedachte Plattform, wo demnächst die Arbeit losgehen soll. Mitstreiter_innen noch sehr erwünscht. Was es mit der Plattform genau auf sich hat und über das geplante Treffen in der nächste Woche blogt annalist.

Auf denkwerkstatt wird das neue Buch “Gewalt und Handlungsmacht. Queer_Feministische Perspektiven” besprochen.

Vom 19.-25. November fand die #InWoche statt. Eine kleine Nachlese gibt es auf dem Blog der Aktion.

Was bedeutet eigentlich radikal? Auf Gedankensalat… gibt es dazu einige Ideen und die Schlussfolgerung: Radikales Denken ist wie eine Wurzelbehandlung.

Meike von Mutterseelenallein sucht anwaltliche Unterstützung für eine Sammelklage für die Schaffung von Kita-Plätzen, denn ihre Analyse: Dass das Betreuungsgeld gleichzeitig kommt mit dem eigentlichen Recht auf Betreuung ist kein Zufall. So werden wohl Eltern, die trotz des rechts keinen Kitaplatz bekommen lieber das Trostpflaster beantragen anstatt zu klagen.

Ninia LaGrande nimmt an der Aktion “Wer braucht Feminismus?” teil und veröffentlicht einige Fotos auf ihrem Blog.

Kristin und Julia von hollaback! Berlin sprechen in einem Video für “One Billion Rising” über Gewalt gegen Frauen.

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“Für mehr Frauen in IT und Technik” – die Blogschau

12. Mai 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 160 von 255 der Serie Die Blogschau

Eine werdende Mutter schreibt auf fuckermothers einen offenen Brief an “die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung”: “Deutschland und meine Brüste.”

Anlässlich des Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung schrieb Jule über die Begegnung mit einer jungen Frau, die auf Grund einer Hirnschädigung im elektrischen Rollstuhl sitzt.

„Ich bin die Böse“ stellt Anne Schüssler anläßlich der Urheberrechtsdebatte fest und fordert, endlich einen Dialog über Vorschläge zur Reform zu beginnen. Autorin Petra van Cronenburg schämt sich angesichts von „Wir sind die Urheber“ und fordert ebenfalls andere Ansätze.

Antje Schrupp hat diese Woche über Reichweite und Relevanz gebloggt. Außerdem kommentiert sie Udo Vetters abstruse Analyse des Ariana Friedrich-Falls.

Katrin bloggt auf Reizende Rundungen und ärgert sich über die “Über”größen-Kollektion von Tchibo.

Seit den letzten Monaten sind die Medien voll von Berichten über sexueller Missbrauch und Vergewaltigung – Angry Young Woman fasst zusammen.

Frau mit Bart schreibt über das Buch: “Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“.

Geschlecht und Sexualität in Schulbüchern werden weiterhin heteronormativ dargestellt, so DasEndeDesSex.

Der Lesben- und Schwulenverband Niedersachen und Bremen informiert: “Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Niedersächsische Landtag heute die Ergänzung von Art.3 Abs. 3 der Landesverfassung um das Merkmal der sexuellen Identität abgelehnt. Die Regierungsparteien sprechen damit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender den Schutz vor Diskriminierung ab.”

Anders Deutsch kommentiert es kritisch, wenn marginalisierte Gruppen ihre Unterdrückung als “besonders ausgeblendet darstellen und behaupten, dass bei anderen Machtverhältnissen viel mehr getan wird”: “Wozu immer wieder Opferhierarchien?

Auf Wir lieben Konsens wurde eine schöne Unterhaltung von Kindern mitgehört.

Naekubi von Danger! Bananas ist für mehr Frauen in IT und Technik und weniger plumpen Sexismus.

Termine (mehr …)


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Weiße Männer, Männlichkeiten und Körperkult

1. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 107 von 246 der Serie Kurz notiert

Die frauenfeindliche und homophobe Partei SGP darf in den Niederlanden mitregieren, schreibt die Welt. Die Partei strebt einen Gottesstaat an, befürwortet die Todesstrafe und lehnt Abtreibung, Sterbehilfe und pränatale Diagnostik ab.

Nadia Shehadeh kritisiert für Philibuster die letzte Kolumne von Sybille Berg auf Spiegel Online: “Autorin Sibylle Berg will Gutes für alle Geschlechtsgenossinen – und muss dabei immer wieder stumpf pauschalisieren und auf verschleierten Frauen rumhacken. Ich will das alles nicht.”

Die neue Anschläge, ein feministisches Magazin aus Österreich, ist draußen. Themen u.a.: Intimrasur und ein Nachruf auf die Riot Grrrl Punk Ikone Poly Styrene.

The F Bomb nimmt die Selbstdisziplinierungstechniken junger Frauen und Mädchen bezüglich ihres eigenen Körpers unter die Lupe.

Auf Gender Across Borders startete kürzlich die Serie “Behind the Mask of Masculinity” (deutsch: Hinter den Masken von Männlichkeit(en) ). In zum Teil wissenschaftlichen, zum Teil sehr persönlichen Artikeln zu kritischen Männlichkeiten diskutieren mehrere Autor_innen deren kulturelle wie soziale Ausprägungen. Unbedingt lesenswert.

Mikki Kendall gibt nützliche Kommunikationstipps für alle, die sich für kritische Perspektiven auf Machtverhältnisse und Diskriminierung interessieren.

In “Lass Papa das mal machen” freuen sich die Leser_innen der Taz zunächst über die Aussage, dass auch Väter Verantwortung in der Erziehungsarbeit übernehmen sollten. Die Argumente hierfür sind allerdings haarsträubend stereotyp und biologistisch.

Warum alle weißen Männer verweigern sollten, auf Veranstaltungen zu sprechen, die nur ihresgleichen beherbergen, begründet Good.

Jezebel nimmt die Geschichte der “Bikini-Figur” auseinander und zeigt auf, warum das Thema nicht nur mit Körpernormierungen, sondern auch mit Geschlechterverhältnissen und speziell dem “männlichen Blick” zusammenhängt.

Die Tagesschau berichtet über die Situation von Frauen in Ägypten während der Revolution: Dort schikanierte das Militär sie mit sogenannten “Jungfrauentests“.

Feministing konstatiert, dass Trans*Personen in den Mainstream-Medien lediglich als schicksalshafte Figuren präsentiert werden.

Der aktuelle Beyoncé-Song “Run the World (Girls)” hat nicht nur für Begeisterungsstürme gesorgt. Auf Colorlines werden die Kritiken an den Aussagen im Song zusammengefasst und entsprechend kommentiert. Auch sehenswert: Diese Kritik in Videoform:

 


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Sex in Filmen, Vodka-Tampons und sabotierte Kondome – die Woche im Rückblick

31. März 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 100 von 246 der Serie Kurz notiert

Nachdem uns neulich schon die Nachricht einer Userin erreichte, Vodka-Tampons seien ein Trend, der spontane Kopfschüttelreflexe auslöst, bestätigt der Südkurier dessen Aktualität. Die Pimpettes berichteten bereits 2008 drüber.

Dass eine junge Irakerin vor einer Zwangsheirat flüchtet und fürchtet, von ihrer Familie umgebracht zu werden, ist für das Hamburger Verwaltungsgericht kein Asylgrund. Weiter, so die taz, empfiehlt ihr das Gericht, sich das Jungfernhäutchen einfach wieder zunähen zu lassen, ”dass es zur Täuschung für die Hochzeitsnacht genügt“. Von Biologie hat man dort jedenfalls keine Ahnung.

„Hilfe, wir haben eine ‚Mencession‘“ hieß es mit dem Beginn der Krise – denn da verloren vor allem Männer ihre Jobs. Mit dem Aufschwung finden sie aber in Massen neue, während Frauen selbst in „weiblichen“ Branchen wie dem Dienstleistungssektor kaum eingestellt und teilweise sogar weiter entlassen werden. Die Toledo Blade hat Zahlen zum US-amerikanischen Arbeitsmarkt.

Den Einzug in den Landtag hat die NPD in Sachsen-Anhalt verpasst. Im Wahlkampf hatte ihr Spitzenkandidat noch Ratschläge zum Bombenbau gegeben und zur Vergewaltigung der Frauen in der Linkspartei aufgerufen, so die tagesschau.

Druck, gemeinsam ein Baby zu bekommen oder Sabotage von Kondomen und Pillenpackungen. Auch dies sind Formen von Gewalt in Beziehungen, die bisher oft übersehen werden. Laut RH Reality Check sollten Frauenärzt_innen ihre Patientinnen fragen, ob sie derartige Nötigung in ihrer Beziehung erleben. In einer Studie sank danach die Zahl der Übergriffe, während das Problembewußtsein stieg.

Der ehemalige Chefredakteur des Schwulenmagazins “Männer“, Peter Rehberg, holt im Freitag zum Rundumschlag gegen Judith Butler aus. Offenbar kann Rehberg nicht akzeptieren, dass Homosexuelle nicht vor rassistischen Allianzen gefeit sind, die Butler im vergangenen Jahr öffentlich angeprangert hatte. Besonders bemerkenswert sind seine lückenhaften Kenntnisse von Judith Butler, Michel Foucault, Queer Theory und postkolonialer Kritik im Artikel, weil er diese als Argumentation heranzieht, um Butlers Aussagen zu entkräften.

Ebenfalls vergangene Woche im Freitag erschienen: Katrin Rönickes persönliche Erfahrungen im Umgang mit Geschlechternormen bei der Kindererziehung. Nicht immer gehen Mutterschaft und das feministische Dasein problemlos zusammen.

Nach wie vor sind Jungen gegenüber Mädchen in der Schule benachteiligt, doch nicht mehr aus den immer wieder genannten Gründen. Die Feminisierung im Bildungsbereich, also dass Lehrkräfte heutzutage meist Frauen sind, hätte keine Auswirkungen auf die schulische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, so eine neue Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mehr seien strukturelle Gründe für den Nachteil anzuführen, berichtet lizzynet.de.

Armes Italien. Berlusconi, Mafia und ein deppertes Frauenbild. Aber Gianna Nannini tickt nach ihrer eigenen Uhr, auch biologisch. Über ihre Mutterschaft mit 54 und die italienischen Reaktionen darauf spricht sie im Interview mit Spiegel.online.

Ältere Frauen wollen ihre sexuellen Bedürfnisse stärker dargestellt sehen, Latinos und Schwarze finden dagegen, sie würden übersexualisiert: Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des UK Film Council, die im Guardian nachzulesen sind.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für April, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.


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Feministische Theorie im Alltag

13. Oktober 2009 von Magda
Dieser Text ist Teil 12 von 18 der Serie Grundsatzfragen

Nach der This Is What a Feminist Looks Like Initiative, über die wir bereits hier und hier berichteten, hat die Autorin des US-amerikanischen feministischen Mütterblogs blue milk unter der Leitfrage What does a feminist mother look like? Fragen für feministische Mütter entworfen. Unter anderem fragte die Autorin nach den feministischen Einstellungen von Müttern vor und nach der Geburt eines Kindes, inwiefern Kinder diese Einstellung verändern (oder auch nicht), wie die Befragten die Beziehung von Feminismus zu Erziehung, Familie und Mutterschaft einschätzen und wie/ob sich eine feministische Erziehung von einer nicht-feministischen unterscheidet. Zahlreiche Mütter – und auch Väter – haben darauf geantwortet und viele von ihnen eint die Aussage, dass feministische Ideale im Alltag häufig auf Barrieren trifft – struktureller oder persönlicher Art.

Auf die Frage, ob sie glaube, jemals als feministische Mutter versagt zu haben, antwortet die Autorin des Blogs dirt and rocks, sie glaubte damals, die perfekte feministische Mutter zu sein, da sie arbeitete und die gesamte Kindererziehung inklusive Haushalt übernahm. Obwohl sie Vollzeit arbeitete, übernahm sie trotzalledem wie selbstverständlich die Aufgaben, die gesellschaftlich von ihr als Frau erwartet würden. Heute wünsche sie sich, sie hätte den Vater ihrer Kinder damals mehr in die Verantwortung genommen.

Daddy Dialectic

Auf seinem Blog Daddy Dialectic schreibt Adam Smith von den Problemen, die bei der feministischen Erziehung seines Sohnes Liko auftraten:

(…) he likes to wear dresses to birthday parties, and we let him. The other parents, even here in San Francisco, raise their eyebrows, and I wonder what they’re thinking, and if we’ll be invited to next year’s birthday party, and I wonder how that will affect Liko. And I feel ashamed and cowardly for wondering. I know I’m not the first, but that’s cold comfort.

(zu deutsch: “(…) er mag es, zu Geburtstagsfeiern Kleider zu tragen und wir lassen ihn gewähren. Die anderen Eltern, selbst hier in San Francisco, runzeln ihre Stirn und ich frage mich, was sie wohl denken und ob wir nächstes Jahr noch einmal zu einer Geburtstagsfeier eingeladen werden und wie das wohl Liko beeinflussen wird. Und ich schäme mich und fühle mich feige, dass ich mir solche Fragen stelle. Ich weiß, dass ich nicht der/die Einzige bin, aber das ist ein mäßiger Trost.”)

Also: Wie schwer ist es, Theorie in die Praxis umzusetzen? Wo hört der eigene feministische Idealismus auf?

Mehr Antworten von feministischen Müttern und Vätern: Kemps Creative Happiness Blog, scribblette, inastrangeland.

Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.


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Puderzucker-Geschwätz

27. August 2008 von Barbara

Gestern in der Süddeutschen Zeitung diese Stilkritik über die “Hollywood-Mama” Nicole Kidman gefunden:

Es gibt Frauen, die ihre Mutterschaft, nun ja, in vollen Zügen genießen, gerne auch am Arbeitsplatz. Schließlich will jeder mal den Kollegen das Resultat der eigenen Fruchtbarkeit vor die Nase schieben. Nach dem üblichen Puderzucker-Geschwätz (“Gottchen, ist die süß!”, Die Augen sind ja eindeutig von dir!”) geht die Baby-Schau zu Ende, dann ist die Kollegin wieder im fälschlicherweise sogenannten Mutterschafts-Urlaub. Anders verhält sich die Sache bei Hollywood-Stars wie Nicole Kidman. Karriere-Mütter dieser Kategorie können nicht anders, als drei Wochen nach der Entbindung vor die Kameras zu sprinten. (…)

 Also, was ist das?
a) Ironie
b) Neid
c) Realität
d) Sonstiges ………………………………

Mehrfachnennungen möglich.


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Wie erziehe ich meinen Sohn feministisch?

25. August 2008 von Barbara

(c) Flickr

Auf feministing.com fanden wir unlängst diesen lesenswerten Artikel: How to raise a feminist son. Die Autorin macht sich Gedanken von “Was passiert, wenn ich den Wunsch meines fünfjährigen Sohnes erfülle und die Wände seines Kinderzimmers pink streiche” über “Wie kann ich meinen Sohn erziehen, dass er seine Privilegien – ‘beautiful, smart, and extremely capable’ nicht zu seinem Vorteil ausnutzt?” bis zu “Wie kann ich seinen Umgang mit gewalttätigen Spielen und Spielzeugen adäquat kontrollieren?”.

Es wurde auch bereits an anderer Stelle gefragt: Wie schaffe ich es, meine Kinder feministisch zu erziehen? Was, wenn meine Tochter aber doch lieber mit Puppen spielt als mit Autos? Und wenn mein Sohn einfach gerne Stöcke zu Gewehren umfunktioniert und damit dann schießt? Eine pauschale Antwort darauf fällt mir schwer. Mütter, Väter, Eltern in spe und nicht: Was sagt ihr?

(Foto von cproppe/Flickr)


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