Einträge mit dem Tag ‘Erziehung’


Weiße Männer, Männlichkeiten und Körperkult

1. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 106 von 138 der Serie Kurz notiert

Die frauenfeindliche und homophobe Partei SGP darf in den Niederlanden mitregieren, schreibt die Welt. Die Partei strebt einen Gottesstaat an, befürwortet die Todesstrafe und lehnt Abtreibung, Sterbehilfe und pränatale Diagnostik ab.

Nadia Shehadeh kritisiert für Philibuster die letzte Kolumne von Sybille Berg auf Spiegel Online: “Autorin Sibylle Berg will Gutes für alle Geschlechtsgenossinen – und muss dabei immer wieder stumpf pauschalisieren und auf verschleierten Frauen rumhacken. Ich will das alles nicht.”

Die neue Anschläge, ein feministisches Magazin aus Österreich, ist draußen. Themen u.a.: Intimrasur und ein Nachruf auf die Riot Grrrl Punk Ikone Poly Styrene.

The F Bomb nimmt die Selbstdisziplinierungstechniken junger Frauen und Mädchen bezüglich ihres eigenen Körpers unter die Lupe.

Auf Gender Across Borders startete kürzlich die Serie “Behind the Mask of Masculinity” (deutsch: Hinter den Masken von Männlichkeit(en) ). In zum Teil wissenschaftlichen, zum Teil sehr persönlichen Artikeln zu kritischen Männlichkeiten diskutieren mehrere Autor_innen deren kulturelle wie soziale Ausprägungen. Unbedingt lesenswert.

Mikki Kendall gibt nützliche Kommunikationstipps für alle, die sich für kritische Perspektiven auf Machtverhältnisse und Diskriminierung interessieren.

In “Lass Papa das mal machen” freuen sich die Leser_innen der Taz zunächst über die Aussage, dass auch Väter Verantwortung in der Erziehungsarbeit übernehmen sollten. Die Argumente hierfür sind allerdings haarsträubend stereotyp und biologistisch.

Warum alle weißen Männer verweigern sollten, auf Veranstaltungen zu sprechen, die nur ihresgleichen beherbergen, begründet Good.

Jezebel nimmt die Geschichte der “Bikini-Figur” auseinander und zeigt auf, warum das Thema nicht nur mit Körpernormierungen, sondern auch mit Geschlechterverhältnissen und speziell dem “männlichen Blick” zusammenhängt.

Die Tagesschau berichtet über die Situation von Frauen in Ägypten während der Revolution: Dort schikanierte das Militär sie mit sogenannten “Jungfrauentests“.

Feministing konstatiert, dass Trans*Personen in den Mainstream-Medien lediglich als schicksalshafte Figuren präsentiert werden.

Der aktuelle Beyoncé-Song “Run the World (Girls)” hat nicht nur für Begeisterungsstürme gesorgt. Auf Colorlines werden die Kritiken an den Aussagen im Song zusammengefasst und entsprechend kommentiert. Auch sehenswert: Diese Kritik in Videoform:

 


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Sex in Filmen, Vodka-Tampons und sabotierte Kondome – die Woche im Rückblick

31. März 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 99 von 138 der Serie Kurz notiert

Nachdem uns neulich schon die Nachricht einer Userin erreichte, Vodka-Tampons seien ein Trend, der spontane Kopfschüttelreflexe auslöst, bestätigt der Südkurier dessen Aktualität. Die Pimpettes berichteten bereits 2008 drüber.

Dass eine junge Irakerin vor einer Zwangsheirat flüchtet und fürchtet, von ihrer Familie umgebracht zu werden, ist für das Hamburger Verwaltungsgericht kein Asylgrund. Weiter, so die taz, empfiehlt ihr das Gericht, sich das Jungfernhäutchen einfach wieder zunähen zu lassen, ”dass es zur Täuschung für die Hochzeitsnacht genügt“. Von Biologie hat man dort jedenfalls keine Ahnung.

„Hilfe, wir haben eine ‚Mencession‘“ hieß es mit dem Beginn der Krise – denn da verloren vor allem Männer ihre Jobs. Mit dem Aufschwung finden sie aber in Massen neue, während Frauen selbst in „weiblichen“ Branchen wie dem Dienstleistungssektor kaum eingestellt und teilweise sogar weiter entlassen werden. Die Toledo Blade hat Zahlen zum US-amerikanischen Arbeitsmarkt.

Den Einzug in den Landtag hat die NPD in Sachsen-Anhalt verpasst. Im Wahlkampf hatte ihr Spitzenkandidat noch Ratschläge zum Bombenbau gegeben und zur Vergewaltigung der Frauen in der Linkspartei aufgerufen, so die tagesschau.

Druck, gemeinsam ein Baby zu bekommen oder Sabotage von Kondomen und Pillenpackungen. Auch dies sind Formen von Gewalt in Beziehungen, die bisher oft übersehen werden. Laut RH Reality Check sollten Frauenärzt_innen ihre Patientinnen fragen, ob sie derartige Nötigung in ihrer Beziehung erleben. In einer Studie sank danach die Zahl der Übergriffe, während das Problembewußtsein stieg.

Der ehemalige Chefredakteur des Schwulenmagazins “Männer“, Peter Rehberg, holt im Freitag zum Rundumschlag gegen Judith Butler aus. Offenbar kann Rehberg nicht akzeptieren, dass Homosexuelle nicht vor rassistischen Allianzen gefeit sind, die Butler im vergangenen Jahr öffentlich angeprangert hatte. Besonders bemerkenswert sind seine lückenhaften Kenntnisse von Judith Butler, Michel Foucault, Queer Theory und postkolonialer Kritik im Artikel, weil er diese als Argumentation heranzieht, um Butlers Aussagen zu entkräften.

Ebenfalls vergangene Woche im Freitag erschienen: Katrin Rönickes persönliche Erfahrungen im Umgang mit Geschlechternormen bei der Kindererziehung. Nicht immer gehen Mutterschaft und das feministische Dasein problemlos zusammen.

Nach wie vor sind Jungen gegenüber Mädchen in der Schule benachteiligt, doch nicht mehr aus den immer wieder genannten Gründen. Die Feminisierung im Bildungsbereich, also dass Lehrkräfte heutzutage meist Frauen sind, hätte keine Auswirkungen auf die schulische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, so eine neue Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mehr seien strukturelle Gründe für den Nachteil anzuführen, berichtet lizzynet.de.

Armes Italien. Berlusconi, Mafia und ein deppertes Frauenbild. Aber Gianna Nannini tickt nach ihrer eigenen Uhr, auch biologisch. Über ihre Mutterschaft mit 54 und die italienischen Reaktionen darauf spricht sie im Interview mit Spiegel.online.

Ältere Frauen wollen ihre sexuellen Bedürfnisse stärker dargestellt sehen, Latinos und Schwarze finden dagegen, sie würden übersexualisiert: Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des UK Film Council, die im Guardian nachzulesen sind.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für April, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.


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Feministische Theorie im Alltag

13. Oktober 2009 von Magda
Dieser Text ist Teil 12 von 18 der Serie Grundsatzfragen

Nach der This Is What a Feminist Looks Like Initiative, über die wir bereits hier und hier berichteten, hat die Autorin des US-amerikanischen feministischen Mütterblogs blue milk unter der Leitfrage What does a feminist mother look like? Fragen für feministische Mütter entworfen. Unter anderem fragte die Autorin nach den feministischen Einstellungen von Müttern vor und nach der Geburt eines Kindes, inwiefern Kinder diese Einstellung verändern (oder auch nicht), wie die Befragten die Beziehung von Feminismus zu Erziehung, Familie und Mutterschaft einschätzen und wie/ob sich eine feministische Erziehung von einer nicht-feministischen unterscheidet. Zahlreiche Mütter – und auch Väter – haben darauf geantwortet und viele von ihnen eint die Aussage, dass feministische Ideale im Alltag häufig auf Barrieren trifft – struktureller oder persönlicher Art.

Auf die Frage, ob sie glaube, jemals als feministische Mutter versagt zu haben, antwortet die Autorin des Blogs dirt and rocks, sie glaubte damals, die perfekte feministische Mutter zu sein, da sie arbeitete und die gesamte Kindererziehung inklusive Haushalt übernahm. Obwohl sie Vollzeit arbeitete, übernahm sie trotzalledem wie selbstverständlich die Aufgaben, die gesellschaftlich von ihr als Frau erwartet würden. Heute wünsche sie sich, sie hätte den Vater ihrer Kinder damals mehr in die Verantwortung genommen.

Daddy Dialectic

Auf seinem Blog Daddy Dialectic schreibt Adam Smith von den Problemen, die bei der feministischen Erziehung seines Sohnes Liko auftraten:

(…) he likes to wear dresses to birthday parties, and we let him. The other parents, even here in San Francisco, raise their eyebrows, and I wonder what they’re thinking, and if we’ll be invited to next year’s birthday party, and I wonder how that will affect Liko. And I feel ashamed and cowardly for wondering. I know I’m not the first, but that’s cold comfort.

(zu deutsch: “(…) er mag es, zu Geburtstagsfeiern Kleider zu tragen und wir lassen ihn gewähren. Die anderen Eltern, selbst hier in San Francisco, runzeln ihre Stirn und ich frage mich, was sie wohl denken und ob wir nächstes Jahr noch einmal zu einer Geburtstagsfeier eingeladen werden und wie das wohl Liko beeinflussen wird. Und ich schäme mich und fühle mich feige, dass ich mir solche Fragen stelle. Ich weiß, dass ich nicht der/die Einzige bin, aber das ist ein mäßiger Trost.”)

Also: Wie schwer ist es, Theorie in die Praxis umzusetzen? Wo hört der eigene feministische Idealismus auf?

Mehr Antworten von feministischen Müttern und Vätern: Kemps Creative Happiness Blog, scribblette, inastrangeland.

Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.


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Puderzucker-Geschwätz

27. August 2008 von Barbara

Gestern in der Süddeutschen Zeitung diese Stilkritik über die “Hollywood-Mama” Nicole Kidman gefunden:

Es gibt Frauen, die ihre Mutterschaft, nun ja, in vollen Zügen genießen, gerne auch am Arbeitsplatz. Schließlich will jeder mal den Kollegen das Resultat der eigenen Fruchtbarkeit vor die Nase schieben. Nach dem üblichen Puderzucker-Geschwätz (“Gottchen, ist die süß!”, Die Augen sind ja eindeutig von dir!”) geht die Baby-Schau zu Ende, dann ist die Kollegin wieder im fälschlicherweise sogenannten Mutterschafts-Urlaub. Anders verhält sich die Sache bei Hollywood-Stars wie Nicole Kidman. Karriere-Mütter dieser Kategorie können nicht anders, als drei Wochen nach der Entbindung vor die Kameras zu sprinten. (…)

 Also, was ist das?
a) Ironie
b) Neid
c) Realität
d) Sonstiges ………………………………

Mehrfachnennungen möglich.


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Wie erziehe ich meinen Sohn feministisch?

25. August 2008 von Barbara

(c) Flickr

Auf feministing.com fanden wir unlängst diesen lesenswerten Artikel: How to raise a feminist son. Die Autorin macht sich Gedanken von “Was passiert, wenn ich den Wunsch meines fünfjährigen Sohnes erfülle und die Wände seines Kinderzimmers pink streiche” über “Wie kann ich meinen Sohn erziehen, dass er seine Privilegien – ‘beautiful, smart, and extremely capable’ nicht zu seinem Vorteil ausnutzt?” bis zu “Wie kann ich seinen Umgang mit gewalttätigen Spielen und Spielzeugen adäquat kontrollieren?”.

Es wurde auch bereits an anderer Stelle gefragt: Wie schaffe ich es, meine Kinder feministisch zu erziehen? Was, wenn meine Tochter aber doch lieber mit Puppen spielt als mit Autos? Und wenn mein Sohn einfach gerne Stöcke zu Gewehren umfunktioniert und damit dann schießt? Eine pauschale Antwort darauf fällt mir schwer. Mütter, Väter, Eltern in spe und nicht: Was sagt ihr?

(Foto von cproppe/Flickr)


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