Einträge mit dem Tag ‘Erika Lust’


Ein schwules Dorf, Frauenradio und Afghanistan – kurz notiert

16. September 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 121 von 153 der Serie Kurz notiert

In Großbritannien ist eine Einschränkung der Abtreibungsgesetze erstmal vom Tisch. Freie Kliniken, die Abtreibungen durchführen, dürfen weiter Beratungsgespräche anbieten. Konservative Abgeordnete hatten das verbieten lassen wollen, um „unabhängige Berater_innen“ zu stärken – die allerdings oft von Abtreibungsgegnern finanziert werden, so der Guardian.

Gibt es einen typisch weiblichen Führungsstil? Nein, sagt eine neue Studie. Führungskompetenz ist eine Frage der Persönlichkeit, nicht des Geschlechts.

Ein Dorf nur für Schwule? Soll’s bald geben und zwar in Andalusien. Äußern soll sich das vor allem in rosa angestrichenen Häusern. Ähm ja. Die Frage ist ja eh, ob das wirklich ein schwules Dorf werden soll oder “gay” einfach nur mal wieder männlich übersetzt wurde. Aber wollen Lesben überhaupt ein eigenes Dorf? Und welche Farbe hätten die Häuser dort?

Bessere Nachrichten kommen aus Frankreich: Dort soll nun auch in Schulbüchern stehen, dass sexuelle Identität nicht nur durch die Biologie bestimmt wird.

“filia. die Frauenstiftung” bittet um Spenden für den ersten und bisher einzigen Frauenradiosender in Ägypten, die “Girls only Radio Station”. Am 28. September findet in Hamburg außerdem die Veranstaltung “Ägyptens Mädchen melden sich zu Wort” statt, ein Pressetermin mit Amani Eltunsi, Gründerin von “Girls Only Radio Station”.

In China ändert sich das Scheidungsrecht: Eine gemeinsame Wohnung wird jetzt nicht mehr zwischen den Partnern aufgeteilt, sondern soll an den registrierten Besitzer gehen. Das sind aber traditionell fast immer die Männer. Damit werden  junge Frauen zur neuen Immobilienverkaufszielgruppe und heiraten jetzt auch endlich alle nur noch aus Liebe und nicht mehr, um sich eine Wohnung zu erschleichen. Juhu!

Die Frauenfrage bei den Piraten, anlässlich der Berlinwahl mal wieder neu aufgerollt, diesmal von der taz.

Ebenfalls in der taz: Ein Interview mit der Aktivistin Noorjahan Akbar über die Situation von Frauen in Afghanistan und die Rolle und Verantwortung des Westens diesen gegenüber: “Da die westlichen Länder sich hier aber engagiert und den Frauen einige Freiheiten gebracht haben, können sie jetzt nicht so einfach gehen und alles wieder den Taliban überlassen.”

jezebel.com berichtet (auf Englisch) über die Suche von American Apparel nach einem so genannten “plus size model” und über Nancy, die sich als ein solches beworben hat. Mit guten Fotos und klugen Gedanken.

Die feministischen Parteien Europas wollen 2014 ins Europaparlament. Was die Vertreterinnen dieser Parteien bei ihrem Treffen Ende August sonst noch besprochen haben, steht bei dieStandard.

Sind Männer, die Frauen die Tür aufhalten Sexisten? Erika Lust kommentiert in ihrem Blog solche und andere Überlegungen.

Hugo Schwyzer im Gespräch mit dem Bitch Magazine über Männer unter Schönheitsdruck.

James Kaliardos ist “Makeup Artist” und ließ sich bei seinem letzten großen Job vom “afrikanischen Gesicht” inspirieren. Aha. Bei jezebel.com wurden wohl ebenfalls die Köpfe geschüttelt.

Termine gibts auch noch. Nach dem Klick:

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Schuldig im Sinne des Sex

8. Juni 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 17 von 20 der Serie Sex am Morgen

Vergangene Woche war ich für eine Geschichte in Barcelona am Set von Erika Lusts neuem Film, der im Oktober herauskommt. Nicht nur habe ich eine tolle Feministin und Pornoregisseurin samt Crew getroffen, sondern bin auch auf die großartige Lianda Dahl gestoßen, die ihre eigenen Videos im Netz verbreitet und ein ebenso tolles Blog hat.

Apropos Porno: Straßen aus Zucker hat sich in einem sehr lesenswerten Beitrag so ihre Gedanken gemacht und stellt Sex-Posititivität, die auch in Pornos ihren Ausdruck finden kann, den negativen Aspekten wie Gewalt und Sexismus gegenüben – inklusive historischen Notizen und einem Blick auf die jüngere Por-Yes-Bewegung.

Erika Lust beim Dreh - ihr neuer Film erscheint im Oktober

Die ewige Frage: Sind weibliche Sex-Fantasien und Feminismus vereinbar? Mit dieser Frage beschäftigt sich Miranda Huba in ihrem Theaterstück “Dirty Little Machine”. Zwar lief das gerade im fernen New York, aber Bust rezensiert das Geschehen und stellt die relevanten Inhalte vor, wie die Frage, ob die eigenen Sextapes zu verkaufen feministisches Empowerment ist, oder nicht.

BoingBoing verweist auf eine Studie, nach der Sex bei Christen Schuldgefühle auslöst. Auf einer Skala von eins bis zehn liegen katholische und evangelische Schuldgefühle um die sechs. Die Mormonen sind noch ärmer dran: Die schämen sich auf eine 8,2. Solche Nachrichten bestätigen mal wieder diejenigen, die schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten sind. Wobei es dafür natürlich noch ganz andere – feministische – Gründe gibt.

Zensiert wurde bei der us-amerikanischen Buchhandelskette Barnes & Noble das Cover der Zeitschrift Dossier. Dort zu sehen ist der nackte Oberkörper von Model Andrej Pejic, über dessen androgynen Look wir schon berichteten. Ob dieser verhüllt wird, weil Pejics Style mit Lockenklammern im Haar zu feminin wirkt oder weil sein Oberkörper nicht den gängigen Darstellungen von Männern auf Magazintiteln entspricht, jezebel und skepchick diskutieren das eifrig.


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Lust für Frauen

2. Februar 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 39 von 60 der Serie Die Feministische Bibliothek

Weißes Titelbild des Buches X (prangt groß in pink in der Mitte) - Lust für Frauen von Erika Lust (klein, ebenfalls in pink über dem X) Diese Buch lässt man sich besser vorlesen. Weil man beide Hände braucht, um entweder an sich herum zu spielen, oder um schon mal die Kamera in Stellung zu bringen. Denn „X – Lust für Frauen“ liefert nicht nur eine umfangreiche Anleitung zum Pornokonsum, auch macht es schlicht Lust auf Sex, Begehren und Sinnlichkeit.

Die eigene Vorstellung von Sex im Porno zu verarbeiten, das ist das Ziel der Autorin und Produzentin Erika Lust. Weil sich die Schwedin selbst im herkömmlichen Porno kaum repräsentiert fühlte – zu stereotyp, mit billiger Deko, schlechter Musik und unfreiwilliger Komik – folgt sie nun ihrer eigenen visuellen Vorstellung, ohne dabei den Weichzeichner zu bemühen. Stattdessen: Weg vom Mainstream-Gerammel, in denen Frauen auf die Rollen der lüsternen Lolita oder aufs Fieberthermometer geilen Krankenschwestern reduziert werden. Weg von den auch auf Männer projizierten Klischees der Zuhälter, Multimillionäre oder „megamuskulösen Sexmaschinen“. Hin zu mehr Vielfalt und weiblicher Definitionsmacht darüber, wie Pornographie aussehen kann. Denn das ist bei einer aktuell mehrheitlich von weißen heterosexuellen Männern dominierten Branche auch dringend notwendig.

„Informierte Masturbatorinnen“ nennt Lust ihre Zielgruppe; Frauen, die herausfinden wollen, was sie sexuell anspricht und erregt. Schlapplachen ist nicht. „Wir werden ihn schöner“ machen, verspricht Lust zu Beginn und das klingt gefährlich nach weiblicher Stereotypisierung, immer alles hübsch und schön anzusehen haben zu wollen.
Aber keine Sorge, die Autorin lässt eigentlich alles gelten und will keinerlei Beschränkungen auferlegen. Was zählt ist das, was jede_r Einzelne_r für sich entdecken will. Lust liefert dafür nur die theoretisch reichhaltigen Grundlagen. (weiterlesen …)


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