Einträge mit dem Tag ‘Emma’


Schwarzer und Schröder: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

27. Februar 2012 von Jennifer
Dieser Text ist Teil 43 von 48 der Serie Meine Meinung

Sie hätten beide lachen müssen, berichtet Deutschlands bekannteste Feministin, EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer, in ihrem Blog von ihrem ersten Telefonat mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder.

Kein Wunder, schließlich verlief das Gespräch doch für beide Seiten außerordentlich positiv: Kristina Schröder sicherte der Publizistin zu, dass ihr Ministerium künftig den 1984 auf Schwarzers Initiative als Feministisches Archiv und Dokumentations­zentrum” gegründeten FrauenMediaTurm in Köln fördern wird. Denn nachdem ausgerechnet die rot-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen die bis­herigen Fördermittel von 210.000 Euro auf 70.000 Euro gekürzt hatte, fürchtete Alice Schwarzer öffentlich um den Fortbestand des Archivs. Diese Sorge ist sie nun los: CDU-Politikerin Schröder sagte eine Förderung zu, mit der die von Rot-Grün ver­ur­sachte Finanzierungslücke genau geschlossen werden kann: exakt 150.000 Euro, vier Jahre lang.

Im Gegenzug wird die Bundesministerin für Familie, Frauen, Senioren und Jugend endlich auch von höchster feministischer Instanz von dem Vorwurf freigesprochen, sich zu wenig für Frauenrechte und Gleichstellung einzusetzen. Mehr noch: Schwarzer, die der jungen Politikerin noch im Jahre 2010  jegliche Befähigung für ihr Amt abgesprochen hatte (hier Schwarzers offener Brief an die Ministerin), weil diese sich zuvor in einem SPIEGEL-Interview ziemlich abschätzig über den Feminismus geäußert hatte, betont in ihrem Blog ausdrücklich, dass Schröder es gewesen sei, die angerufen und Hilfe angeboten habe.

Das sollte doch Wiedergutmachung genug sein für das bisherige Desinteresse der dafür zuständigen Ministerin an der weiteren tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in dieser Gesellschaft, nicht wahr? Frauenquote in den Vorstandsetagen der großen Unternehmen? Brauchen wir nicht! Betreuungsgeld? Nicht so schlimm! Hauptsache, das Feministische Archiv ist gerettet! (weiterlesen …)


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Mitlesen und mitmachen – kurz Notiertes in dieser Woche

28. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 126 von 153 der Serie Kurz notiert

CNN hat Apple’s neue iPhone-Stimme Siri zum Anlass genommen, Computer­stimmen zu untersuchen. Interessantes Detail: Geht es um autorität-vermittelnde Stimmen, klingen sie meist männlich, assistierende Stimmen dagegen weiblich.

Welche Halloween feiern und sich dazu verkleiden möchte, denke bitte an die goldene Regel: Hauptsache sexy.

Passend zu Halloween und einigen unsäglich rassistischen Kostümen, die wieder auf uns warten werden: Eine Kampagne von “Students Teaching About Racism in Society” (Studierende die über Rassismus in der Gesellschaft aufklären).

Nach der Lingerie Football League (Frauen spielen Football in Unterwäsche, haha, sex sells, und werden dafür nicht mal anständig bezahlt) gibt es jetzt eine Youth Lingerie Football League. Da sind die Mädchen zwar angezogen, sollen aber das lustige Leben in sexy Lingerie trainieren. Worst idea ever, wie jezebel kommentiert und hat mit Sport auch nix zu tun.

Bei xojane beschreibt eine Frau, was in ihr vor sich ging, als der Mann, der sie vor Jahren vergewaltigt hatte,  sie bei facebook fand. Schade nur, dass am Ende der Eindruck erweckt wird, als wäre sie ein bisschen selbst schuld gewesen: Hätte sie doch nur deutlicher gesagt, dass sie das nicht will…! (Danke an David für den Link).

In Österreich wurden vier Abtreibungsgegner_innen wegen Stalkings verurteilt, berichtet dieStandard.

Jamie vom Rookie Mag hat erst spät Bekanntschaft mit Masturbation gemacht. Trotzdem hat sie ein paar Fragen dazu beantwortet, jeweils mit der Anekdote einer Real-Live-Person aufgepeppt. Das hätte auch Cyndi Lauper gefallen:

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Fußball, Zickenkrieg und Vibratoren: Die Blogschau

25. Juni 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 114 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Das Gendercamp ist inzwischen schon ein bisschen her, die Rückblicke trudeln aber immer noch ein. Diesmal einer von ryuus hort.

Michaela von Erlebnisse und Gedanken hat Farah fotografiert und das Foto der Frauenzeitschift Freundin als Titelbild angeboten. Soweit nichts besonderes? Doch, das ist es, denn: “Sollte Farah ausgewählt werden, wäre sie die erste transidente Frau, die auf einem Cover einer großen deutschen Zeitschrift erscheinen würde.” Kritische wie postive Stimmen finden sich in den Kommentaren, wir sind gespannt, wie die Sache ausgeht.

Schaubild "Streit oder Zickenkrieg"

Der Graphitti-Blog enthüllt exklusiv ein Schaubild, das anscheinend jede_r deutsche Journalist_in über dem Schreibtisch hängen hat.

Für die tägliche Portion theoretisches Hirnfutter empfehlen wir: “Sehnsucht nach dem Grundeinkommen? Kritik an Sozialpolitik aus feministischen Perspektiven” von rechtundgeschlecht.

“Schulterschluss oder Augenwischerei” fragt sich Rheinsalon nach der Lektüre der Emma trifft Missys treffen eine Bloggerin Gesprächsrunde.

Konny schreibt auf ihren Lesbenseiten über ihren persönlichen Eindruck vom Lesbenfrühlingstreffen in Rostock.

Volker Beck von Bündnis 90/Die Grünen hat zusammen mit anderen Abgeordneten im Bundestag eine so genannte kleine Anfrage zum Thema “Weichmachern in Dildos und anderen Sexspielzeugen” gestellt. Wiesoweshalbwarum könnt ihr hier genauer nachlesen.

“Wo sind die Lesben in den Medien?” fragt die Kommunikations­wissenschaftlerin Elke Ammberg und hat mehrere Zeitungsartikel dazu analysiert. watch-salon kündigt uns das Buch zur Studie an.

Mariam Lau hat für Die Zeit einen Artikel darüber geschrieben, warum sie Heidi Klum hasse und ihre Tochter trotzdem Germany’s Next Topmodel sehen dürfe. Die Journalistin Katrin Schuster hat sich über diesen Text sehr geärgert und auch gleich aufgeschrieben, warum.

“Ja, wo laufen sie denn?”: Bärbel Kerber bei Miss Tilly über die Frage, wie “normal” Frauenfußball denn inzwischen wirklich ist und was das mit Emanzipation zu tun hat.

Für alle Berliner_innen oder Berlin Besucher_innen hier noch ein besonderer Termin:
Vom 27.06. bis zum 03.07. findet im Willy Kressmann Stadion im Viktoriapark in Kreuzberg das Internationale FrauenFußballKultur-Festival “Discover Football” statt. Infos und Termine gibt es auf der Webseite discoverfootball.de


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Die BILD mahnt Sexismus an und andere Kuriositäten – die Blogschau

23. April 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 105 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Diese Woche war mächtig viel los in der Blogosphäre. Einmal tief durchatmen und die Lese­brille raus­geholt:

Der Mädchenblog ärgert sich, das mit Kristina Schröder nur noch Familien- und nicht Frauenpolitik an der Tages­ordnung ist und welche Aus­wirkungen das hat.

Auf andersdeutsch geht es um Männer, Frauen, Kälte­empfinden und hetero­nor­mativen Zu­schreibungen.

anarchie und lihbe hat eine Broschüre von der Frauen­­abteilung der Stadt Wien gefunden, die “Sicher­heits­tipps für Frauen und Mädchen” zusammen­ge­stellt hat und fragt, warum wir in einer Gesell­schaft leben, in der Menschen lediglich beigebracht wird, nicht ve­rgewaltigt zu werden. Besser wäre die Bot­schaft: Vergewaltige nicht!

The Gurkenkaiser hat einen interessanten Text geschrieben: “Geschlecht und Praxis, Geschlecht und Technik und die Kritik an Ge­schlechter­sozialisations­theorien“.

Lucy schreibt auf ihrem Blog Nahtzugabe über DIY, Crafting und Handarbeiten. Vor einiger Zeit bekam sie vom Stuttgarter Frech-Verlag die Anfrage, ob sie es sich vorstellen könnte, “auf einer größeren Plattform im Internet über [ihr] Hobby zu berichten.” Das Honorar: Ruhm und Ehre und ein Buch pro Monat. Eine Frechheit, wie Lucy zu Recht befindet.

Auf Klirrr hofft Lucie auf eine sexismusfreie Berichterstattung der anstehenden Fussball-WM der Frauen, obwohl diese mit der von einschlägigen Zeitschriften beworbenen Bikini-Diät-Rasier-Saison zusammenfällt.

Ninia La Grande ist genervt von der neuen Badminton Kleiderordnung:

Ab Mai dürfen Badminton-Spielerinnen auf gehobenem Leistungsniveau nur noch in Röcken oder Kleidern spielen. Damit Badminton endlich, endlich etwas “attraktiver” rüberkommt. Lob an den deutschen Verband: Der wehrt sich momentan noch gegen die Regelung.

@habichthorn von Just Another Female Blogger hat noch einmal die re:publica 2011 zu­sammen­gefasst.

Julia Seeliger war ebenfalls auf der re:publica und hat eine eigene De­finition zum (politischen) Cyber­feminismus geschrieben.

Sina ärgert sich über die aktuelle EMMA, in der mit allen Mitteln versucht wird, Prostituierte zu patho­logi­sieren.

Svenja von Svenja and the City freut sich, dass sie im neuen Motorrad-Abenteuer Magazin auftaucht.

Paula und Deef haben einen sehr persönlichen Podcast zu Bisexualität gemacht und ein­gesendete Fra­gen be­antwortet.

Onyx von Gedankensalat hat ein wenig herumgestöbert und “ein erschreckend großes Sammelsurium an widerlicher und sexistischer Werbung” gefunden. Achtung: Sexistische Kackscheiße ohne Ende.

Schafott hat drei Gründe für die ein­geschränkte politische Freiheit der chinesischen Bürger­_innen zusammen­ge­tragen.

Das Kotzende Einhorn weist auf die skurrille Bericht­erstattung der BILD hin, die auf investigativ-journalistische Art und Weise frauen­ver­achtende Struk­turen im Autonomen Zentrum Kalk aufdeckte. Dass das Autonome Zentrum lediglich kritisch mit dis­kriminierenden Struk­turen umgeht und an­erkennt, dass diese auch in einem herr­schafts­kritischen Raum kaum weg­zudenken sind, hat die BILD nicht verstanden. Und dass gerade die BILD auf Sexismus auf­merksam macht, setzt der Ge­schichte noch die Kro­ne auf.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Web­sphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutsch­sprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Trampen, Pornos und Orgasmusfakten: Die Blogschau

2. April 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 102 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Tage werden wärmer und viele von euch haben besseres zu tun als zu bloggen. Eis essen zum Beispiel. Umso mehr freuen wir uns deswegen auch diese Woche wieder über die gesammelten Perlen aus der Blogosphäre:

beziehungsweise – weiterdenken bespricht den Film “Winter’s Bone”, der am Beispiel südliches Missouri/USA eindrücklich zeigt, “wie eine Gesellschaft funktioniert, in der Frauen nichts gelten und nichts zu sagen haben”.

“Sind moderne Feministinnen nicht mehr radikal genug?” Das fragt sich und uns der Mädchenblog.

Emma trifft Missy Magazin treffen eine Bloggerin. Julia Seeliger hat ihre eigene Meinung zu dieser Runde.

Gesammelte Feedbacks zur Demo der 20.000 Frauen anlässlich des diesjährigen Frauentages gibts bei zwanzigtausendfrauen.at zu lesen.

“Das Ende der Alleinverdiener-Ehe führt zu mehr materieller Ungleichheit” meint Antje Schrupp schon lange und beweist das jetzt auch mit einer Studie.

Zu fremden Menschen und Männern dürfen wir nicht ins Auto steigen! Niemals nie! Oder vielleicht doch? Übers feministische Trampen könnt ihr bei anarchie & lihbe lesen.

Ein Mann, der keine Pornos auf dem Rechner hat? Verdächtig, verdächtig! Warum erklärt Udo Vetter im law blog.

Der genderblog verlinkt ein Video mit dem verheißungsvollen Titel “10 things you didn’t now about orgasm”. Viel Spaß damit!

Bei gibts einen nachdenklichen Beitrag zu Bascha Mikas neuem Buch zu lesen.

diestandard.at stellt eine Studie vor, nach der es Chefinnen in Deutschland wenn, dann in kleinen Firmen gibt.

Mehr erfahren über Lesben in Ägypten. Bei l-talk.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Angela Merkel in der Emma

31. August 2009 von Susanne

In der druckfrischen September-Emma hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Alice Schwarzer ein Interview gegeben. Darin spricht sie auch über die immer noch bestehende direkte Lohnungleichheit, die immer noch bei rund zehn Prozent liegt, und gibt Frauen einen Rat:

“Ich rate jeder Frau, die für die gleiche Arbeit weniger als ihr Kollege verdient, selbstbewusst zum Chef zu gehen und zu sagen: Da muss sich was ändern!”

Joah, gut, ein netter Tipp. Wären die Frauen da draußen vermutlich nicht allein drauf gekommen. Aber Ironie beiseite. Angela Merkel ist sich des Problems bewusst, will aber keine politischen Konsequenzen aus der Benachteiligung ihrer Geschlechtsgenossinnen ziehen. Sie lehnt im Interview staatliche Regelungen ab, fordert aber im gleichen Atemzug, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen – will aber auch dieses Ziel ausschließlich dadurch erreichen, dass

“[wir] von seiten der Politik immer wieder mahnen und Druck machen.”

Zu all dem fallen Alice Schwarzer leider keine wirklich kritischen Nachfragen ein; das Interview wirkt so kurz vor der Wahl vor allem wie ein schönes Wahlkampfgeschenk von Emma an Angela.

Angela Merkels einzige weibliche Konkurrenz, die grüne Spitzenkandidatin Renate Künast, sowie die bayrische FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger reagierten auch prompt auf das Interview:

Gleiche Löhne sind nach Meinung von FDP und den Grünen nicht nur eine Frage des Selbstbewusstseins: [...] Leutheusser-Schnarrenberger sagte dem Tagesspiegel, die Ursachen für Lohnunterschiede seien “komplexer” als von Merkel dargestellt. “Viel zu viele Frauen arbeiten in Teilzeit und in Minijobs, weil ausreichende Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder fehlen”, sagte die FDP-Politikerin. Zahlreiche Studien belegten, dass in “kaum einem anderen europäischen Land so wenige Mütter arbeiten wie in Deutschland”. [...] Renate Künast, sagte, Merkel habe “keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit von Frauen”. Sie mache die Frauen zu “Bittstellerinnen, statt ihnen mit Gesetzen den Rücken zu stärken.” Es sei “beschämend, dass Frauen immer noch fast ein Viertel weniger verdienen als Männer.” Nötig sei ein Gleichstellungsgesetz für die Wirtschaft.


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Alice und ich

26. Mai 2009 von Anna
Dieser Text ist Teil 24 von 26 der Serie Auf einen Kaffee mit Anna

Sehr geehrte Frau Schwarzer,

lange habe ich überlegt, ob ich Ihnen überhaupt schreiben soll. Doch es gibt einfach ein paar Dinge, über die ich mit Ihnen gerne mal reden würde und Fragen, die ich stellen möchte.

Als Tochter einer Mitte der 50er geborenen westdeutschen Feministin bin ich quasi mit Ihnen aufgewachsen. Noch vor ein paar Jahren hätte ich kein Problem damit gehabt, diesen Brief mit einem lockeren „Du, Alice, wir müssen mal reden“ zu beginnen. Doch diese Vertraulichkeit scheint mir nicht mehr angebracht. Eines der Zeichen dafür, wie sich mein Verhältnis zu Ihnen verändert hat.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Wann Sie in mein Leben traten, weiß ich nicht mehr. Genauso wenig, wie ich weiß, wann ich Feministin wurde. Ich war es einfach irgendwie schon immer. Und so, wie ich schon immer Feministin war, waren auch Sie immer da. Lange wusste ich nicht viel über Sie, wohl aber, dass Sie irgendwie zu den Guten gehörten. Dass Sie viel für die Frauen getan hatten. Meine Mutter schaffte es immer wieder anschaulich, mir zu erzählen, wie die Zeiten so waren, als sie jünger war. Es ging dabei natürlich oft um die großen Probleme wie Abtreibung oder Vergewaltigung in der Ehe, aber auch um den kleinen Alltagssexismus (man suche z.B. nur bei youtube nach alten „Der 7. Sinn“ – Folgen). Alles Themen, die mir teilweise kalte Schauer über den Rücken jagen.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, als mir klar wurde, wie viele meiner Freundinnen nichts von solchen Dingen wussten. Wie vielen nicht klar war, was Sie, Frau Schwarzer, und ihre Mitstreiterinnen für uns erreicht und getan hatten. Sie waren unbequem, „eine Nervensäge“. Für uns! Ich bin bis heute voller Unverständnis für die Frauen (und Männer) meiner Generation, die das nicht anerkennen.

So war das also. Ich war Feministin, aber fühlte mich damit recht alleine auf weiter Flur, zumindest was Frauen in meinem Alter anging. Ich freute mich, als Charlotte Roche und Judith Holofernes in der Emma auftauchten und wunderte mich, dass das auf einmal nicht mehr passierte. Doch dann wurde das Internet immer populärer und ich fand dort schließlich auch Frauen meiner Generation, die so dachten und empfanden wie ich. Was für eine Erleichterung! Und dann, ja, dann schwappte die so genannte Dritte Welle endgültig zu uns.
[Weiter kannst du nach dem Klick lesen.]
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Lisa Ortgies wieder bei Frau TV

4. Januar 2009 von Susanne

Schnelle Meldung zum Sonntag: Lisa Ortgies moderiert ab Ende Februar wieder “Frau TV”. Bevor sie im letzten Jahr für kurze Zeit die Chefredaktion des feministischen Magazins Emma übernommen hatte, war sie schon zehn Jahre lang Moderatorin der WDR-Sendung gewesen.


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Die Emma-Besetzungscouch

24. Juni 2008 von Susanne

Das Deutschlandradio Kultur fragt seit einigen Wochen verschiedene Frauen, wer die Emma-Nachfolge von Alice Schwarzer antreten und wie es mit dem Feminismus weitergehen soll. Bereits im Interview waren schon Bascha Mika von der Tageszeitung und Tissy Bruns vom Tagesspiegel und haben Vorschläge gemacht, welche Kandidatin oder welcher Kandidat auf die Emma-Besetzungscouch gehören.

Heute ab 14:07 Uhr geb auch ich in der Sendung “Radiofeuilleton” meinen Senf zum Thema dazu und in den nächsten Wochen werden noch viele weitere Kommentare folgen, unter anderem auch von Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray. Auf die Gespräche, ebenfalls zum Nachhören als mp3, werden wir dann an dieser Stelle hinweisen.

Nachtrag 1. Juli:
Auch die Statements von Journalistin und Autorin Ingrid Kolb und von Rapperin Lady Bitch Ray kann man jetzt online anhören. Interessante Info bei Lady Bitch Ray: Sie und Alice Schwarzer sind lose zu einem Gespräch verabredet, Alice Schwarzer will auf einer Hiphop-Veranstaltung diskutieren, Lady Bitch Ray lieber bei Beckmann oder Kerner.

Nachtrag 18. Juli:
Und hier auch noch das Interview mit Thea Dorn, die wahlweise Harald Schmidt oder Frank Schirrmacher als neuen Emma-Chefredakteur vorschlägt. Interessante Wahl! Und damit endet die Serie des Deutschlandradios auch.


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Lisa verlässt Emma

30. Mai 2008 von Susanne

Lisa Ortgies, die erst im Dezember letzten Jahres als neue Chefredakteurin bei Emma berufen wurde, verlässt Alice Schwarzers Zeitschrift wieder. Der Grund:

Beobachter vermuteten, die Chefredakteurin habe ihre Vorstellungen bei Emma nicht umsetzen können. Alice Schwarzer bestätigte die Information in einer Pressemitteilung. Die Worte der Emma-Redaktion sind deutlich: “Zu unserem Bedauern eignet sich die Kollegin nicht für die umfassende Verantwortung einer Chefredakteurin.”

Und dann steht da im Spiegel Online-Bericht noch ein ominöser Satz:

Alice Schwarzer war auf Anfrage von Spiegel Online zu keiner persönlichen Stellungnahme bereit. Dies sei “im Interesse” von Lisa Ortgies.


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