Einträge mit dem Tag ‘Emma’


Angela Merkel in der Emma

31. August 2009 von Susanne

In der druckfrischen September-Emma hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Alice Schwarzer ein Interview gegeben. Darin spricht sie auch über die immer noch bestehende direkte Lohnungleichheit, die immer noch bei rund zehn Prozent liegt, und gibt Frauen einen Rat:

“Ich rate jeder Frau, die für die gleiche Arbeit weniger als ihr Kollege verdient, selbstbewusst zum Chef zu gehen und zu sagen: Da muss sich was ändern!”

Joah, gut, ein netter Tipp. Wären die Frauen da draußen vermutlich nicht allein drauf gekommen. Aber Ironie beiseite. Angela Merkel ist sich des Problems bewusst, will aber keine politischen Konsequenzen aus der Benachteiligung ihrer Geschlechtsgenossinnen ziehen. Sie lehnt im Interview staatliche Regelungen ab, fordert aber im gleichen Atemzug, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen – will aber auch dieses Ziel ausschließlich dadurch erreichen, dass

“[wir] von seiten der Politik immer wieder mahnen und Druck machen.”

Zu all dem fallen Alice Schwarzer leider keine wirklich kritischen Nachfragen ein; das Interview wirkt so kurz vor der Wahl vor allem wie ein schönes Wahlkampfgeschenk von Emma an Angela.

Angela Merkels einzige weibliche Konkurrenz, die grüne Spitzenkandidatin Renate Künast, sowie die bayrische FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger reagierten auch prompt auf das Interview:

Gleiche Löhne sind nach Meinung von FDP und den Grünen nicht nur eine Frage des Selbstbewusstseins: [...] Leutheusser-Schnarrenberger sagte dem Tagesspiegel, die Ursachen für Lohnunterschiede seien “komplexer” als von Merkel dargestellt. “Viel zu viele Frauen arbeiten in Teilzeit und in Minijobs, weil ausreichende Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder fehlen”, sagte die FDP-Politikerin. Zahlreiche Studien belegten, dass in “kaum einem anderen europäischen Land so wenige Mütter arbeiten wie in Deutschland”. [...] Renate Künast, sagte, Merkel habe “keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit von Frauen”. Sie mache die Frauen zu “Bittstellerinnen, statt ihnen mit Gesetzen den Rücken zu stärken.” Es sei “beschämend, dass Frauen immer noch fast ein Viertel weniger verdienen als Männer.” Nötig sei ein Gleichstellungsgesetz für die Wirtschaft.


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Alice und ich

26. Mai 2009 von Anna
Dieser Text ist Teil 24 von 26 der Serie Auf einen Kaffee mit Anna

Sehr geehrte Frau Schwarzer,

lange habe ich überlegt, ob ich Ihnen überhaupt schreiben soll. Doch es gibt einfach ein paar Dinge, über die ich mit Ihnen gerne mal reden würde und Fragen, die ich stellen möchte.

Als Tochter einer Mitte der 50er geborenen westdeutschen Feministin bin ich quasi mit Ihnen aufgewachsen. Noch vor ein paar Jahren hätte ich kein Problem damit gehabt, diesen Brief mit einem lockeren „Du, Alice, wir müssen mal reden“ zu beginnen. Doch diese Vertraulichkeit scheint mir nicht mehr angebracht. Eines der Zeichen dafür, wie sich mein Verhältnis zu Ihnen verändert hat.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Wann Sie in mein Leben traten, weiß ich nicht mehr. Genauso wenig, wie ich weiß, wann ich Feministin wurde. Ich war es einfach irgendwie schon immer. Und so, wie ich schon immer Feministin war, waren auch Sie immer da. Lange wusste ich nicht viel über Sie, wohl aber, dass Sie irgendwie zu den Guten gehörten. Dass Sie viel für die Frauen getan hatten. Meine Mutter schaffte es immer wieder anschaulich, mir zu erzählen, wie die Zeiten so waren, als sie jünger war. Es ging dabei natürlich oft um die großen Probleme wie Abtreibung oder Vergewaltigung in der Ehe, aber auch um den kleinen Alltagssexismus (man suche z.B. nur bei youtube nach alten „Der 7. Sinn“ – Folgen). Alles Themen, die mir teilweise kalte Schauer über den Rücken jagen.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, als mir klar wurde, wie viele meiner Freundinnen nichts von solchen Dingen wussten. Wie vielen nicht klar war, was Sie, Frau Schwarzer, und ihre Mitstreiterinnen für uns erreicht und getan hatten. Sie waren unbequem, „eine Nervensäge“. Für uns! Ich bin bis heute voller Unverständnis für die Frauen (und Männer) meiner Generation, die das nicht anerkennen.

So war das also. Ich war Feministin, aber fühlte mich damit recht alleine auf weiter Flur, zumindest was Frauen in meinem Alter anging. Ich freute mich, als Charlotte Roche und Judith Holofernes in der Emma auftauchten und wunderte mich, dass das auf einmal nicht mehr passierte. Doch dann wurde das Internet immer populärer und ich fand dort schließlich auch Frauen meiner Generation, die so dachten und empfanden wie ich. Was für eine Erleichterung! Und dann, ja, dann schwappte die so genannte Dritte Welle endgültig zu uns.
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Lisa Ortgies wieder bei Frau TV

4. Januar 2009 von Susanne

Schnelle Meldung zum Sonntag: Lisa Ortgies moderiert ab Ende Februar wieder “Frau TV”. Bevor sie im letzten Jahr für kurze Zeit die Chefredaktion des feministischen Magazins Emma übernommen hatte, war sie schon zehn Jahre lang Moderatorin der WDR-Sendung gewesen.


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Die Emma-Besetzungscouch

24. Juni 2008 von Susanne

Das Deutschlandradio Kultur fragt seit einigen Wochen verschiedene Frauen, wer die Emma-Nachfolge von Alice Schwarzer antreten und wie es mit dem Feminismus weitergehen soll. Bereits im Interview waren schon Bascha Mika von der Tageszeitung und Tissy Bruns vom Tagesspiegel und haben Vorschläge gemacht, welche Kandidatin oder welcher Kandidat auf die Emma-Besetzungscouch gehören.

Heute ab 14:07 Uhr geb auch ich in der Sendung “Radiofeuilleton” meinen Senf zum Thema dazu und in den nächsten Wochen werden noch viele weitere Kommentare folgen, unter anderem auch von Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray. Auf die Gespräche, ebenfalls zum Nachhören als mp3, werden wir dann an dieser Stelle hinweisen.

Nachtrag 1. Juli:
Auch die Statements von Journalistin und Autorin Ingrid Kolb und von Rapperin Lady Bitch Ray kann man jetzt online anhören. Interessante Info bei Lady Bitch Ray: Sie und Alice Schwarzer sind lose zu einem Gespräch verabredet, Alice Schwarzer will auf einer Hiphop-Veranstaltung diskutieren, Lady Bitch Ray lieber bei Beckmann oder Kerner.

Nachtrag 18. Juli:
Und hier auch noch das Interview mit Thea Dorn, die wahlweise Harald Schmidt oder Frank Schirrmacher als neuen Emma-Chefredakteur vorschlägt. Interessante Wahl! Und damit endet die Serie des Deutschlandradios auch.


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Lisa verlässt Emma

30. Mai 2008 von Susanne

Lisa Ortgies, die erst im Dezember letzten Jahres als neue Chefredakteurin bei Emma berufen wurde, verlässt Alice Schwarzers Zeitschrift wieder. Der Grund:

Beobachter vermuteten, die Chefredakteurin habe ihre Vorstellungen bei Emma nicht umsetzen können. Alice Schwarzer bestätigte die Information in einer Pressemitteilung. Die Worte der Emma-Redaktion sind deutlich: “Zu unserem Bedauern eignet sich die Kollegin nicht für die umfassende Verantwortung einer Chefredakteurin.”

Und dann steht da im Spiegel Online-Bericht noch ein ominöser Satz:

Alice Schwarzer war auf Anfrage von Spiegel Online zu keiner persönlichen Stellungnahme bereit. Dies sei “im Interesse” von Lisa Ortgies.


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Von Emma prämierte Textperlen

20. Mai 2008 von Susanne

Die Siegerinnen und Sieger des Emma-Journalistinnen-Preis 2008 stehen fest. Gewonnen haben (und hier verlinkt zum Nachlesen):

1. Preis:
Renate Meinhof, “Alles bleibt anders“, Süddeutsche Zeitung

2. Preis:
Barbara Hardinghaus, “Der Jahrhundertmensch”, Spiegel

3. Preise:
Christiane Kohl, “Eingeholt vom alten Schrecken”, Süddeutsche Zeitung
Susanne Krieg, “Braut wider Willen”, Geo
Sonja Banze, “Die Ding-Dynastie”, Park Avenue

Drei Männerpreise:
Mario Kaiser, “Die Freiheit der anderen”, Spiegel
Florian Klenk, “Die nackte Gewalt”, Die Zeit
Dirk Kurbjuweit, “Die Frauenrepublik”, Spiegel

Sonderpreis:
Susanne Schneider, “Hurra, ich lebe noch!”, SZ-Magazin

Förderpreis:
Pia Döhler für die Serie “Rollentausch – Frauen in Männerberufen”, Neue Presse Coburg


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