Einträge mit dem Tag ‘Emma Goldman’


Für den langen Winterabend: Die Autobiographie von Emma Goldman

27. Dezember 2010 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 48 von 60 der Serie Die Feministische Bibliothek

Maike Landwehr, 1983 geboren und alleinerziehenderweise vom Vater großgezogen, erkannte schon früh die Idiotie von Geschlechterrollen. Auf die Verweigerung mit Puppen zu spielen und sich “niedlich” anzuziehen, folgte schließlich ein Studium in Hamburg, bei dem sie sich mit Männerphantasien und Frauenbildern in Geschichte und Literatur beschäftigt hat. Maike wird uns heute die Autobiographie „Gelebtes Leben“ von Emma Goldman vorstellen.

„Gelebtes Leben“ (im Original: Living my Life) – der Titel passt: Emma Goldman (1869-1940) hat ihr Leben gelebt, oft kompromisslos, häufig uneigennützig und immer unangepasst. Mit 20 Jahren betrat eine junge Frau die Großstadt New York, sie selbst zählte ihre Lebensjahre später von diesem Zeitpunkt an, denn die Stadt und die Menschen, die sie hier traf und kennenlernte, politisierten sie stark und weckten einen äußerst rebellischen Geist in ihr. In den damals noch jungen Vereinigten Staaten herrschte eine politische Realität, gegen die sie ihr Leben lang ankämpfen sollte.

Der so genannte Haymarket Riot war brutal und für mehrere der Mitorganisatoren tödlich niedergeschlagen worden und veranlasste neben Goldman noch viele andere, sich gegen die menschenverachtende Arbeitssituation in Fabriken und Betrieben zu wehren. Goldman war es dabei wichtig, nicht in einen starren Dogmatismus zu verfallen, sondern stets auch die Meinungen ihrer Mitstreiter_innen wie die ihrer Gegner_innen anzuhören. Ihr besonderes Anliegen war die Durchsetzung der Redefreiheit in ihrem Land. Einem Land, das sich selbst als Demokratie bezeichnete, dessen ständige Missachtung demokratischer Rechte Goldman jedoch täglich registrierte. (weiterlesen …)


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Wer war… Emma Goldman?

27. Juni 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 17 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

Emma Goldman war eine russisch-amerikanische Anarchistin, die am 27. Juni 1869 im heutigen Litauen (damals Russisches Reich) als Tochter eines jüdischen Theaterdirektors geboren wurde.

Emma Goldmanm (1911) via Wikimedia Commons

Als Emma 13 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Familie nach Sankt Petersburg. Dort arbeitete sie in einer Fabrik als Korsettmacherin und kam erstmals mit revolutionär gesinnten Kreisen in Berührung.

Mit 17 emigrierte Goldman mit ihrer älteren Schwester Helene in die USA nach New York, wo sie einige Jahre in einer Textilfabrik arbeitete und so die Lebensverhältnisse der amerikanischen Arbeiter_innen kennenlernte. Die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt sie durch die Heirat mit einem Arbeitskollegen, von dem sie sich im Jahr darauf scheiden ließ. Nach der Hinrichtung von vier Anarchisten nach der Haymarket Affäre radikalisierte sich Goldman und begann auf Demonstrationen und Veranstaltungen zu sprechen.

Ihre Themen, die sie auf unzähligen Vortragsreisen durch sämtliche Bundesstaaten vortrug, waren der Kampf für die Redefreiheit, für die damals illegale Geburtenkontrolle, für sexuelle Freiheit, gegen Nationalismus und kapitalistische Ausbeutung, ab 1914 auch gegen Militarismus und den Kriegseintritt der USA. (Antje Schrupp)

Goldman wurde mehrere Male in ihrem Leben verhaftete, u.a. wegen “Anstiftung zur Aufruhr” oder wegen Verteilung von Information zur Geburtenkontrolle. Sie befürwortete Abtreibung, da viele Frauen auf Grund ihrer prekären Situation keine andere Wahl bliebe. (weiterlesen …)


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