Einträge mit dem Tag ‘Elterngeld’


Kinder kriegen nicht erwünscht?

16. Mai 2011 von Helga

Da fängt die Woche gleich noch mal so schön an. Nach dem bunten Personalkarussell der letzten Tage will der neue FDP-Generalsekretär das Elterngeld abschaffen. So berichtet Zeit online:

In seiner Rede beklagte Lindner einen “bürokratisch verholzten Wohlfahrtsstaat”, an den immer neue Forderungen gerichtet würden. “Liberale Mission” sei es daher, diese “Ansprüche” “zu disziplinieren”.

Familienministerin Kristina Schröder ist immerhin dagegen und argumentiert dabei spannenderweise mit Wahlfreiheit:

Lindners Vorschlag würde bedeuten, dass Eltern “gezwungen wären, aus finanziellen Gründen ihre zwei Monate alten Säuglinge in die Krippe zu geben. Verstehen die Liberalen das jetzt unter Freiheit?”, erklärte Schröder.

Was beiden vielleicht nicht ganz klar ist: Kinderbetreuung kostet Geld und das müssen Familien erstmal verdienen. Für Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen bleibt dann wenig oder gar kein Geld zum Leben übrig. Und Paare mit höherem Einkommen haben meist, dem Ehegattensplitting sei Dank, vom Gehalt der Frau nicht viel über. Daran wird aber weiter nicht gerüttelt, die geplante „Herdprämie” soll ebenfalls nicht wieder abgeschafft werden. Fiele das Elterngeld nun weg, wären Kinder mehr als je zuvor ein Armutsrisiko.


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Frauen- und Gendernews im Überblick

29. Oktober 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 58 von 153 der Serie Kurz notiert

Ein Schritt vor und zwei zurück? Nachdem HartzIV-Empfänger_innen kein Elterngeld mehr bekommen, sollen auch die Besserverdienenden davon ausgenommen werden, stand bei SpiegelOnline. Ein klitzekleines Bißchen mehr Gerechtigkeit, noch deutlicheres Eingreifen in die familiäre Selbstbestimmung oder Abwertung des Elterngeldes?

Außerdem auf der Agenda der Regierung stehen Zwangsverheiratung als neue, eigenständige Straftat und die gleichzeitige Erhöhung der Wartefrist zum eigenständigen Bleiberecht bei nachgezogenen Ehegatt_innen. Terre des Femmes kritisiert den „Kuhhandel“, die angestrebte Härtefallregelung werde wirkungslos bleiben, weil Gewalt in der Ehe kaum zu beweisen sei.

Mitten in der Integrationsdebatte erschien das neue Buch von Alice Schwarzer „Die große Verschleierung.“ Für die taz hat es sich Heide Oestreich durchgelesen und befindet: Keine praktischen Lösungen, sondern nur allgemeiner Alarm.

High Tech-Firmen werden selten von Frauen gegründet. Alle High Tech-Firmen? Nein, eine Branche widersetzt sich dem Trend. Slate erklärt, warum es in der Biotechnologie mehr Gründerinnen als in den anderen Zweigen gibt.

Aus der medizinischen Forschung gibt es dagegen schlechte Nachrichten. So berichtet die New York Times, dass die Hormontherapie für Frauen in der Menopause nicht nur das Brustkrebrisiko allgemein erhöht, sondern auch die Symptome erschwert und das Todesrisiko leicht ansteigen lässt.


Video October Trans 2010 (english) von Stop Trans Pathologization auf VimeoNoch ein Aktionstag, der leider schon letztes Wochenende war: Der Internationale Aktionstag gegen Trans*Pathologisierung. Mehr Informationen auf www.stp2012.info.

Die neuere Geschichte der Modelgrößentrends hat Mercedes Lauenstein auf jetzt.de zusammengetragen und beschreibt dabei auch ihre eigene Entwicklung. Vom „Heroin-Chic“ und Körperkomplexen weg, hin zu bunter Lebensfreude.

Um den „Feminismus des 21. Jahrhunderts“ geht es in dem zweisprachig englisch-französischen Magazin FEM 21 (pdf) der European Women’s Lobby. Mit dabei die Gewinner_innenfotos der EWL Photo Competition 2010, Mutterschaft und Behinderung und „Ich bin kein_e Feminst_in, aber…“.

Noch bis morgen läuft die Konferenz „Krisen bewältigen, bewaffnete Konflikte beenden“ des Gunda-Werner-Instituts und wer nicht teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, einige der Veranstaltungen im Livestream anzuschauen.

Die Sendung queerblick tritt beim Bürgermedienpreis der Landesanstalt für Medien NRW an. Deutschlands erstes TV-Magazin für schwule, lesbische, bisexuelle und transidente Jugendliche ist für den Publikumspreis nominiert. Noch bis Sonntag 24 Uhr habt ihr Zeit, das einzige queere Format im Wettbewerb an die Spitze zu voten!

Zum Schluss noch etwas Polemik: Auf babyzimmer.de beschreibt Userin Eva den Zustand deutscher Damentoiletten (katastrophal) und die Sozialisation des Toilettengangs (furchtbar kompliziert).


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Neues aus den Blogs

24. Juli 2010 von Barbara
Dieser Text ist Teil 85 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Eine kleine Auswahl dessen, was mir aufgefallen ist in dieser Woche in den Blogs: Ein Ende von “kreuzritterlicher Homophobie” fordert diestandard.at. Anlass ist der Christopher Street Day, deren Teilnehmende mit “ultrakatholischen und nationalistischen Gruppierungen” zusammenstießen. Und deren bekloppten Gehirnen. Kaum zu glauben – Mittelalter im Jahr 2010!

Über ein Vernetzungstreffen von Online-Frauen, das inzwischen ein feministisches Mainstream-Thema geworden ist, hat annalist geschrieben. “An sich sind Fragen zur Abwesenheit von Frauen im Netz, an Computern, in den Medien ja nicht wirklich innovativ, müssen aber wohl weiterhin gestellt werden.” Ja. Leider.

Seit 2009 ist es gleichgeschlechtlichen Paaren in Schottland möglich Kinder zu adoptieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, Großeltern protestierten gegen die vorgesehenen Adoptiveltern, wendet sich die größte Adoptionsvermittlungsagentur nun direkt an Schwule und Lesben. Sie sollten sich von der negativen Presse nicht beindrucken lassen, so queernews.at.

Ich hatte auf den Artikel in der Jungle World von Antje Schrupp über das Reizthema Burka-Verbot bereits verlinkt. In ihrem Blog hat sie zu diesem Artikel noch etwas mehr geschrieben, nämlich über etwas, was von der Redaktion der Jungle World redigiert wurde in ihrem Artikel und aus einem Gedanken einen anderen gemacht hat. “In der ursprünglichen Fassung hatte ich geschrieben, dass Burka und Niqab (also Ganzkörperverhüllungen, die auch das Gesicht verdecken) – anders als das Kopftuch – „die Welt der körperlichen Präsenz weiblicher Individuen“ berauben. Das war meine Begründung dafür, warum ich finde, dass es sich dabei durchaus um eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse handelt und nicht nur um eine Privatangelegenheit der Frauen, die solche Kleidung tragen. (Anschließend begründe ich dann, warum ich ein gesetzliches Verbot trotzdem falsch finde). In der veröffentlichen Version heißt dieser Satz nun, dass Burka und Niqab „weibliche Individuen ihrer körperlichen Präsenz berauben“. Diejenigen, denen etwas „fehlt“ (nämlich die körperliche Präsenz) sind nun also die Frauen selbst und nicht mehr die Welt.”

Über die unangenehmen Dinge, die derzeit passieren in Hamburg (Schul-Volksbegehren) und Berlin (Elternzeit-Einsparung) hat sich i heart digital life geärgert. Mit Recht!

Termine:
Wer Lust auf “Poetische Experimente und Erfahrungsaustausch” hat, dem sei die Veranstaltung des Literaturbüros Ruhr e.V. und der Autorinnenvereinigung e.V. mit dem Frauenkulturbüro NRW e.V. am 16.Oktober 2010 in der Kulturfabrik Heeder in Krefeld ans Herz gelegt. Autorinnen sind herzlich eingeladen, sich mit biografischen Angaben und einer Projektskizze mit Textprobe (insgesamt 2 Normseiten) zu bewerben. Anmeldungen per Mail an Elisabeth.roters-ullrich(at) stadt-gladbeck.de bzw. unter www.literaturbuero-ruhr.de.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Sparen und kein Ende

20. Juli 2010 von Barbara

Dass die Sparpläne der Bundesregierung nicht nur aus gesellschaftlicher Sicht, sondern auch aus feministischer Sicht ein böser Schlag sind, haben wir bereits berichtet. Nun rückt der Bund mit Erweiterungen der Sparpläne heraus, die einem echt die Luft abdrücken. Die Süddeutsche Zeitung weiß:

Mit einem geringeren staatlichen Zuschuss müssen auch Mini-Jobber und Paare rechnen, die den sogenannten Kinderzuschlag erhalten. Dies geht aus dem Referentenentwurf des Bundesfamilienministeriums hervor, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Wer wegen seines geringen Verdienstes zusätzlich vom Staat Hartz-IV-Leistungen erhält und so sein Einkommen aufstockt, wird genauso wie alle Hartz-IV-Bezieher bis zu 300 Euro weniger Elterngeld bekommen.

Aus dem Entwurf von Ministerin Kristina Schröder geht deutlich hervor, dass die “den Beziehern höherer Einkommen deutlich weniger zumutet als den ärmsten Eltern.” Schon vor einigen Wochen meinte SPD-Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider, angesichts dieser Sparpläne würden die Leute auf die Straße gehen. Bislang habe ich noch keine “Sparen so – nicht mit mir”-Transparente in München gesehen. Langsam wird es aber Zeit. Anbei eine Vorlage für ein To-Go-Transparent zum Ausdrucken und Mit-einer-Sicherheitsnadel-an-den-Kragen-heften.

Transparent gegen die Sparpläne der Bundesregierung


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Militär, Google, Elterngeld, Caster Semenya, Rosa Taxis, UN Women, Bäuche und Anne Frank als Comic

8. Juli 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 85 von 153 der Serie Kurz notiert

In Österreich haben die Hälfte der Frauen, die seit 1998 im Bundesheer aufgenommen wurden, den Dienst quittiert. DieStandard.at berichtet

Mögliche Gründe dafür sind das dreifach höhere Mobbingrisiko, dem Soldatinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen ausgesetzt sind und die “maskulinen” Werte beim Militär, die (unbewusst) die Ablehnung von Frauen fördern.

Der Jahreszeitenverlag strukturiert seine Redaktionen um, berichtet die taz. Dabei müssen vor allem Alleinerziehende, Mütter in Elternzeit und Behinderte gehen – dabei richten sich die meisten der Zeitschriften an Frauen und Familien.

Partner_innen in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften haben in den USA eine Steuer zu tragen, die für verheiratete heterosexuelle Personen nicht anfällt. Laut FAZ zahlt Google diese Steuer für seine homosexuellen Mitarbeiter_innen.

Spiegel berichtet, wie Besserverdienende das Elterngeld für Langzeiturlaube nutzen, während das Elterngeld Hartz-IV-Familien vom schwarz-gelben Sparpaket künftig gestrichen wird.

Die United Nations Vollversammlung beschloss am Freitagabend in New York, ein neues Ressort zur Unterstützung von Frauenpolitik einzurichten. Die neue Einheit, die aus vier kleineren Organisationen zusammengschloßen wird, heißt UN Women.

Wie der internationale Leichtathletikverband IAAF entschied, darf die Weltmeisterin über 800 m, Caster Semenya, nach einjähriger Sperre nun wieder starten – “als Frau” bei den Frauen.

Die Anne-Frank-Stiftung reagiert auf “veränderte Lesegewohnheiten bei Kindern und Jugendlichen” und veröffentlicht die Lebensgeschichte von Anne Frank nun auch als Comic.

Jessica Valenti von feministing ist schwanger und genervt von “gut gemeinten” Ratschlägen und Bauchgrabscher_innen.

Eine interessante Dokumentation namens “Die Rosa Taxis von Dubai” findet ihr auf ARTE.

Auf Dubais Straßen sieht man immer häufiger rosafarbene Taxis mit weiblichen Fahrern. Dass Frauen hinter dem Steuer von nicht für rein private Fahrten genutzten Fahrzeugen sitzen, ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine echte Revolution – und gleichzeitig eine große Errungenschaft für islamische Frauen.


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Die Herdprämie

10. März 2010 von Barbara
Dieser Text ist Teil 2 von 13 der Serie Der F-Blick in die Politik

In dieser Kolumne werden die politischen Aktivitäten der Bundesregierung rund um das Reizthema “Frauenpolitik” kritisch betrachtet, das sich zumeist hinter der Familienpolitik verstecken muss.

Was an der Sache mit dem Elterngeld erfreulich ist, ist an der Sache mit dem Betreuungsgeld unerfreulich. Dieses Geld, das unsere Bundesregierung ab 2013 einführen will, ist eine monatliche Unterstützung von 150 Euro für Eltern, die ihr unter dreijähriges Kind zuhause betreuen möchten.

Zwei aktuelle Studien belegen, dass diese Betreuungsgeld-Idee in eine Sackgasse führt: Zum einen zeigt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Bundesfinanzministeriums, dass sich die meisten Mütter nach Einführung des Betreuungsgelds genauso verhalten werden wie ohne: In der ZEW-Studie heißt das “Mitnahmeeffekt” – Mama wollte eh beim Kind bleiben und kriegt jetzt noch 150 Euro zusätzlich.

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Die Neue und das Geld

3. Februar 2010 von Barbara
Dieser Text ist Teil 1 von 13 der Serie Der F-Blick in die Politik

In dieser Kolumne werden die politischen Aktivitäten der Bundesregierung rund um das Reizthema “Frauenpolitik” kritisch betrachtet, das sich zumeist hinter der Familienpolitik verstecken muss.

Neues Jahr, neue Familienministerin: 2010 – Kristina Köhler! In den ersten Wochen ihrer Amtszeit hat sich die 32-jährige promovierte Soziologin in der Hauptsache mit dem politischen Erbe ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen beschäftigt: Es geht ums Geld, um die staatliche Unterstützung von Eltern, die Kinder haben.

So macht sich Köhler für den Ausbau des Elterngelds stark. Das soll künftig weniger bürokratisch angefordert werden können. Großartig! Nicht wenige junge Mütter und Väter finden es kompliziert und anstrengend, Formulare auszufüllen oder verpasstes Einkommen nachzuweisen. Schwierig ist auch, dass das mit dem Elterngeld erst dann angegangen werden kann, wenn das Kind geboren ist. Haben junge Eltern, besonders die stillenden Mütter, nach der Geburt wirklich so viel Zeit? Machen die nach der Geburt ausgeschütteten Glückshormone tatsächlich nervlich stabil?

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