Einträge mit dem Tag ‘Elli Smula’


Ein Stolperstein für Elli Smula

17. November 2015 von Magda

Von Elli Smula gibt es keine Fotos, keine Tagebucheinträge, keine Briefe. Dank der Historikerin Dr. Claudia Schoppmann bleiben die wenigen Informationen zum Leben von Elli Smula nicht verborgen (oder in alten Nazi-Akten), sondern wurden von ihr recherchiert, genauso wie die Leben von anderen von NationalsozialistInnen verfolgten und ermordeten Lesben.

Smula wurde 1914 geboren und ist ein Jahr nach Kriegsbeginn, 1940, von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) dienstverpflichtet worden. Nur einige Wochen arbeitet sie als Schaffnerin, dann wird sie vom eigenen Arbeitgeber denunziert und von der Gestapo festgenommen. Als Haftgrund sind „politisch“ und „lesbisch“ vermerkt. „Wir wissen nach wie vor wenig über die damalige Lage lesbischer Frauen. Sie wurden zwar nicht wie männliche Homosexuelle nach Paragraf 175 des Strafgesetzbuches verfolgt. Aber Beziehungen unter Frauen waren nicht erwünscht“, sagt Schoppmann im Tagesspiegel. Über die braune Vergangenheit der BVG hören wir heute kaum noch etwas.

Nach ihrer Verhaftung wird Smula ins Gefängnis am Alexanderplatz gebracht und dann nach Ravensbrück deportiert, wo sie 1943 ermordet wurde. Elli Smula wurde 28 Jahre alt.

Am Montag, den 16. November 2015, 101 Jahre nach Smulas Geburt, wurde in der Singerstr. 120 in Berlin-Mitte ein Stolperstein zum Gedenken an Elli Smula verlegt. Stolpersteine gibt es heute bereits europaweit. Sie gedenken den Opfern des Nationalsozialismus und sollen im wahrsten Sinne des Wortes Menschen im Alltag zum Stolpern, Nachdenken und Erinnern anregen. Verlegt werden sie vor dem letzten selbstgewählten Wohnort der Opfer. Auf der Veranstaltung sprachen die Stolperstein-Patin Claudia Schoppmann und Monika Wissel, Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg a.D.

Zum Weiterlesen:


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Nazi-Drill im Kindercamp, kein Raum für Trauer – kurz verlinkt

5. November 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 300 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Heidi Benneckenstein stammt aus einer Familie von treuen Nazis, als Kind wurde sie in geheimen Lagern gedrillt. Ihre früheren Kameraden zündeln heute bei NPD und Pegida. Heidi Benneckenstein hat sich anders entschieden und stieg aus. Eine Reportage der ZEIT berichtet über ihren Werdegang und Nazi-Strukturen in Deutschland (Hinweis: Der Beitrag enthält rassistische Begriffe.)

Das Bielefelder Magazin weird wird dieser Tage 8 – genauso wie übrigens die Mädchenmannschaft, juchu! Zu diesem Anlass erschien eine Jubiläumsausgabe. Happy Birthday!

In DieStandard schreibt Brigitte Theissl über Fat Aktivismus im deutschsprachigen Raum – mit dabei sind auch Hengameh und Magda sowie die in Wien lebende Künstlerin Julischka Stengele.

Dr. Yasemin Shooman ist Historikerin und leitet die Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin und verantwortet dabei die Programme »Migration und Diversität« sowie das Jüdisch-Islamische Forum der Akademie. Auf ufuq.de kann mensch ihren Kommentar zur Diskussion um das Tragen des Kopftuchs im öffentlichen Dienst lesen: “Mein Kopf gehört mir.”

Englischsprachige Links

Nach dem Tod einer nahen Person erwartet das Umfeld oft ein „schnelles Vorankommen“, ein Weiterleben. Kiran Sidhu spricht im The Guardian über den Tod ihrer Mutter: „Our inability to talk about death has left us ill-equipped to talk about grief.“

Das neue kanadische Kabinett wurde vorgestellt und es besteht aus 15 Ministern und 15 Ministerinnen. Huffington Post stellt die Ministerinnen vor, u.a. Jody Wilson-Raybould, die erste indigene Justizministerin Kanadas.

Termine in Berlin, Bremen, Karslruhe, Recklinghausen:

7. November, Berlin: Veranstaltung zu Repressionen von Aktivist_innen, die an den Gegenprotesten zum „Marsch für das Leben“ teilgenommen haben.

Ebenfalls 7. November, Recklinghausen: Feminismus im Pott feiert Geburtstag und sammelt gleichzeitig Spenden für gute Zwecke.

Am 8. November in Karlsruhe: Vortrag des Vereins „Dritte Option“ , der aktuell für einen dritten Geschlechtseintrag „inter/divers“ klagt. Die Veranstaltung in Karlsruhe wird von 20 bis 22 Uhr live im  Querfunk übertragen.

14. und 15. November, Bremen: Workshop zu „Was tun gegen rassistische Polizeikontrollen?“ für Zeug_innen und (potenziell) Betroffene von rassistischen Kontrollen (Facebook-Link)

16. November, BerlinStolpersteinverlegung (PDF) im Gedenken an Elli Smula (1914–1943). Die Berliner Straßenbahnschaffnerin Elli Smula wurde 1940 als lesbisch denunziert, verhaftet und ins KZ Ravensbrück deportiert, wo sie 1943 ermordet wurde.

26. November, Berlin: Buchpremiere von AnouchK Ibacka Valiente (Hg.) „Vertrauen, Kraft & Widerstand. Kurze Texte von Audre Lorde“ in der Begine, gelesen von Anges Lampkin, Schauspielerin.


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