Frauen und Technik
26. Oktober 2009 von Anna
Scan einer Werbeanzeige für die Zeitschrift Bild der Frau aus dem Springer Verlag
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Scan einer Werbeanzeige für die Zeitschrift Bild der Frau aus dem Springer Verlag
Facebook | | Die Mädchenmannschaft beschäftigt sich ja immer wieder mit Werbung. Manchmal kommentieren wir sie selber, oft und gerne verweisen wir auch auf die zauberhafte Sarah Haskins, die verschiedenen Werbespots und -trends immer treffsicher zu kommentieren weiß.
Mein Bruder hat mir vor ein paar Tagen ein paar Werbefilmchen verlinkt (an dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür), die für Sarah Haskins wie gemacht erscheinen. Leider sind sie erstens auf deutsch und zweitens schon etwas älter. Aber seht selbst …
Zuerst:
Dr. Oetker – oder: “Eine Frau hat zwei Lebensfragen: was soll ich anziehen und was soll ich kochen.”
Ja, das war noch recht harmlos. Die Frau kocht und backt, der Mann geht arbeiten. War früher zwingend so, ist heute noch ganz schön oft so, nichts neues.
Wirklich neu war mir allerdings das Produkt “Frauengold”, welches ein faszinierendes Wundermittel gewesen sein muss.
Der erste Spot, den ich zeigen möchte, mutet fast ein wenig modern an, agiert er doch mit dem Bild des “doofy husband“, das auch heutzutage noch in vielen Werbefilmen zu finden ist. Der einzige Weg, den doofy husband und das Backen und Kochen mit Gleichmut auszuhalten ist es, sich das Frauenleben mit Frauengold erträglich zu trinken – ich hoffe, niemand nimmt es mir übel, die Pointe schon vorweg genommen zu haben:
Eine Nummer weiter geht ein anderer Spot, ebenfalls zu Frauengold. Jetzt geht es nicht mehr nur darum, das stressige Hausfrauendasein zu ertragen, hier werden die Frauen fast schon ruhig gestellt, pardon, es wird ihnen geholfen, “über den Dingen zu stehen”.
Das abschließende “Frauengold gibt auch ihnen den rechten Schwung” mutet da wirklich schon zynisch an.
Bleibt die Frage: What would Sarah say?
Facebook | | In meinem Alter (frühe Zwanziger) muss frau sich langsam darauf einstellen, dass sie immer öfter zu Hochzeiten eingeladen wird, denn das Heiraten ist zumindest in meinem Bekanntenkreis gerade stark im Kommen. Bei den meisten Paaren in meinem Umkreis ging der Name des Ehegatten fast wie selbstverständlich auf die Braut über, was die einen als Tradition verstehen, die anderen einfach achselzuckend hinnehmen oder erklären, dass sie dies doch gerne machen – ein Name sei doch nichts Identitätsstiftendes und man brauche demnach auch nicht künstlich an ihm hängen. Finde ich übrigens auch. Wenn dies in den meisten Fällen nicht einseitig verlaufen würde.
Laut eines Artikels der NY Daily News, der sich auf eine Studie der American Sociological Association stützt, denken 70% der US-AmerikanerInnen, dass die Braut den Namen des Bräutigams annehmen soll und – jetzt kommt der interessante Teil – 50% glauben, dass dies auch gesetzlich vorgeschrieben sein sollte. Warum so viele der freiheitsliebenden AmerikanerInnen solch ein Gesetz favorisieren würden, war mir zunächst schleierhaft. In dem Artikel wurden folgende Erklärungen diskutiert:
When the respondents were asked why they felt women should change their name after the wedding, Hamilton says, “They told us that women should lose their own identity when they marry and become a part of the man and his family. This was a reason given by many.”
Other respondents said they felt the marital name change was essential for religious reasons or as a practical matter. “They said the mailman would get confused and that society wouldn’t function as well if women did not change their name,” Hamilton says.
Am erschreckendsten ist sicherlich der Part, in dem die Frau “ihre Identität aufgibt wenn sie heiratet und somit Teil des Mannes und seiner Familie wird”. Wohl eher zum Schmunzeln finde ich, dass sich so viele Menschen Sorgen um ihren Postboten / ihre Postbotin machen – fast rührend.
Interessant ist nicht nur, dass viele der Befragten anscheinend kein Problem damit haben, dass Frauen ihren Namen – und somit ihre Identität – bei der Hochzeit quasi dem Manne (und seiner Familie) übergeben, sondern vielmehr, dass “Identität” mit einem Namen gleichgesetzt wird. Dass ein Nachname so identitätsstiftend sei, war mir nicht bewusst. Dass so viele Menschen ihren Namen mit Identität assoziieren, ist zwar erschreckend, noch schlimmer ist allerdings, dass dann allen Ernstes von Frauen erwartet wird, dass sie ihre Identität dem Ehemann nach der Hochzeit unterordnen. Auch wenn ich bezweifele, dass Identität ernsthaft etwas mit einem Nachnamen zu tun hat, sagt die Studie doch einiges darüber aus, was viele anscheinend noch immer mit Hochzeit assoziieren: der Mann als Oberhaupt und Ernährer der Familie und die Frau “als Unterstützung an seiner Seite”.
Facebook | | Trotz der Pfingsttage war einiges los in den Blogs. Eine kleine Auswahl findet ihr hier:
Ich persönlich finde ja die Geschichte um die zwei schwulen Pinguin-Papas sehr rührend. Der Väterblog berichtet darüber, aber stellt auch eine Studie vor, die herausgefunden hat, dass kinderlose Männer glücklicher als Väter seien. Hoffen wir das beste für die Pinguine!
Dazu passt eine Umfrage, die die Techniker Krankenkasse durchgeführt hat und über die dieStandard.at informiert. Demnach empfinden Hausfrauen und –männer mehr Stress als Manager. Außerdem bei dieStandard.at gefunden: Die FPÖ fordert ein Gesetz gegen „zu Homosexualität anspornende Informationen für Minderjährige“.
Da anzunehmen ist, dass die Studierenden der Havard University alle schon volljährig sind, wird die FPÖ die Einführung des Lehrstuhls für „lesbian, gay, bisexual and transgender studies“ dort hoffentlich mit Fassung tragen (gefunden bei kopfundherz).
Lila Rose, 20 Jahre alt, studiert nicht in Havard sondern an der University of California. Da ihr Studium sie nicht genug auszulasten scheint, ist sie nebenbei aktive Abtreibungsgegnerin und filmt heimlich Beratungsgespräche in Abtreibungskliniken. Der Mädchenblog berichtet über den „Pro Life Spitzel“.
Leider ohne geschickte Überleitung, aber trotzdem lesenswert: Antje Schrupp entdeckte diese Woche ungeahnte Gemeinsamkeiten mit Ulla Schmidt, beide „machen nichts aus sich“. Und was kann eine Frau schon taugen, die nichts aus sich macht?
Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschspachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.
Facebook | | Über die aus westdeutscher Sicht vermeintlich vorbildlich gleichberechtigten DDR-Frauen gab es diese Woche in der Zeit einen interessanten Artikel zu lesen. Darin heißt es unter anderem:
„Die starke, emanzipierte Genossin? Fehlanzeige. Die Familienpolitik der DDR war auf ein traditionelles Bild der Frau ausgerichtet. Das einzig Neue daran: Frauen mussten nun das Doppelte leisten. Produktion und Reproduktion, so nennt Babett Bauer diese Aufgaben. Die Historikerin hat im Familiengesetzbuch der DDR nachgelesen, dass die Aufgaben der Frau sogar gesetzlich geregelt waren: “Die Frau sollte ihre berufliche und gesellschaftliche Tätigkeit, die immer in Zusammenhang mit dem Aufbau der sozialistischen Gesellschaft stehen musste, mit der Mutterschaft vereinbaren können. Von Vaterschaft ist hingegen nie die Rede.”“
Oder, etwas kürzer zusammen gefasst:
„Was heißt schon Emanzipation. Natürlich sind wir alle arbeiten gegangen. Aber die Kinder in die Krippe gebracht, abgeholt, der Haushalt, das blieb an uns hängen.“
In der DDR fand so politisches Engagement teilweise quasi unter umgekehrten Vorzeichen statt: Gerade die Frauen, die sich dafür entschieden, zu Hause zu bleiben – „auch und gerade, um ihre Kinder von den Institutionen der ideologischen, staatlichen Erziehung fernzuhalten“ – setzten damit mehr oder weniger direkt ein politisches und gesellschaftliches Statement und „kamen so auch mit der westdeutschen Frauenbewegung in Kontakt“.
Heutzutage profitieren jedoch Frauen wie Männer von der in der DDR sowohl verordneten als auch halbherzigen Emanzipation. So ist zum Beispiel für die Kinderbetreuung eine andere, bessere Infrastruktur vorhanden als im Westen, Hort- bzw. Kitaplätze sind keine Mangelware. Auch das Selbstverständnis sei bei beiden Geschlechtern ein anderes:
„Daniel Erler ist Mitautor der Studie, die sich mit der Lebenssituation und den Perspektiven junger Frauen in den neuen Bundesländern auseinandersetzt, und erklärt: “Das Selbstverständnis der jungen Frauen im Osten ist sehr viel stärker am Arbeitsmarkt orientiert. Beruf und Familie schließen sich nicht aus, sondern gehören zusammen.“
Außerdem seien Ost-Männer „offener gegenüber arbeitenden Frauen“.
Und weiter heißt es:
„Darüber hinaus zieht das Argument, dass Männer im Westen gerne anführen, ihr höheres Gehalt nämlich, im Osten einfach nicht. Die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern sind im Osten sehr gering, zeigt die Studie “Frauen machen neue Länder”. Und wenn es selbstverständlich ist, dass beide Partner arbeiten, ist es auch selbstverständlich, dass beide Partner den Haushalt erledigen.“
Daniel Erler gibt sich allerdings optimistisch:
„In diesem Fall bewegt sich der Westen auf den Osten zu. Denn das Selbstverständnis der jungen Frauen im Westen ändert sich in diesem Punkt natürlich auch.“
Sein Wort in wessen Ohr auch immer.
Facebook | | Für alle, die wie ich in dieser wunderbar sonnigen Nach-Osterwoche keinen Urlaub (mehr) haben und deswegen eine kleine Aufmunterung brauchen, hier ein kleiner Ausschnitt aus “The Rachel Maddow Show”.
Zur Einleitung schauen wir zuerst noch schnell bei den Damen von “Sex and the City” vorbei:
So, und jetzt bitte alle albern kichern:
Bald ist Freitag!
Gefunden bei feministing.com
Facebook | | Und das war auch noch los in dieser Woche:
Gehaltsunterschiede und Arbeitssituationen bei HochschulabsolventInnen: 95 Prozent der Männer, aber nur 80 Prozent der Frauen arbeiten. Warum? Elternzeit und Hausarbeit bleibt immer noch in vielen Fällen allein an den Frauen hängen – die Taz berichtet.
Die Kolumne „Electric Ladyland“ von Verena Kuni – viele kennen sie aus dem Missy-Magazine – gibt es jetzt nicht mehr nur gedruckt, sondern auch online – wie es sich für eine Kolumne über die Netzkultur auch gehört. Wo? – Bei missy-magazine.de natürlich!

Wem dieses Bild schon gefällt, der ist beim Artikel über „Women’s Comics oft he `70s and `80s“ genau richtig aufgehoben – da findet sich so manche interessante Zeichnung. Wo – auf bitchmagazine.org - einfach anklicken
Ihr habt eine ganz dringende Frage, die die Politik bewegen sollte? Dann seid ihr beim Freitag genau richtig – und könnt sogar etwas gewinnen! Mehr dazu: hier.
Ein sehr sehr interessanter Artikel über sexuelle Dienstleistungen für behinderte Menschen auf jetzt.de – eine Frage bleibt offen: Gibt es auch Männer, die diesen Service für behinderte Frauen anbieten?
Julia Seeliger war bei „Hart aber Fair“ und diskutierte über den Sinn oder Unsinn der Ehe, sowie über neue Familienmodelle. Wer’s verpasst hat kann es auf wdr.de nachholen.
Facebook | | Na wunderbar, da haben wir’s mal wieder Schwarz auf Weiß: Die Familienpolitik der Großen Koalition ist nichts weiter, als ein Marketinggag. Alles wirkt wahnsinnig fortschrittlich, von der Leyen kommt als die große Retterin der Frauen daher, die es ihnen nun ermöglichen wird, Work und Life unter einen Hut zu bekommen. Doch all die Geschenke aus dem Hause vdL verdecken eine ganz bittere Wahrheit: Sie sind vor allem für Besserverdienende gedacht. Sie richten sich gar nicht an Hartz-IV-EmpfängerInnen (gut, kann man sagen: wozu, die haben ja auch Hartz IV), null an StudentInnen (die haben tatsächlich im schlimmsten Fall: gar nichts mehr, wenn das Elterngeld ausgezahlt ist; eine Kürzung um 50 Prozent im Vergleich zum vorigen Erziehungsgeld) und auch GeringverdienerInnen stehen eher schlecht da. Kinder in die AkademikerInnen-Familien! – Das war ja auch das Ziel. Der Rest: Äh, ja. Vielleicht: Gedöns. Haben wir halt gerade kein Geld für. Pech.
Wie schlimm aber die Lage für Mütter heutzutage tatsächlich ist, wird aus diesem Spiegel-Artikel erkenntlich. Man könnte – nimmt man die allgemeine Stimmungslage rund um die Familienpolitik der Großen Koalition wahr – ja glauben, dass alles besser würde. Nicht perfekt, klar, ein paar Baustellen bleiben über, aber hey: Es wird besser.
Pustekuchen: Tatsächlich arbeiten Mütter weniger, als früher. Je mehr Kinder, desto weniger Arbeitsstunden pro Woche leisten die Mütter. (Übrigens ein umgekehrtes Bild bei den Vätern, was aber auch logisch ist: irgendwoher muss das Geld ja kommen.) Die Schere zwischen Väter- und Mütterarbeitszeit, das aber wird deutlich, hat sich in den vergangenen Jahren vergrößert.
„Trotz größerer Integration in den Arbeitsmarkt gelangen viele Frauen noch nicht über eine Rolle als Hinzuverdienerin im Haushalt hinaus und bleiben damit finanziell abhängig vom Ehemann”, stellen die Verfasser der Studie fest. Von einer gleichberechtigten Arbeitsaufteilung zwischen den Geschlechtern sei Deutschland noch weit entfernt.“
Heißt es dazu und ich muss sagen, das ist wirklich eine ganz ganz miese, traurige, aber irgendwie gar nicht SO überraschende Bilanz. Feministinnen kritisieren seit Jahren, was auch die Arbeitsforscher mit ihrer Studie nun noch einmal auf den Tisch knallen:
„Auf der einen Seite solle mit dem Ausbau der Kinderbetreuung und des Elterngeldes die weibliche Beschäftigung gefördert werden. Auf der anderen Seite biete die Politik Anreize für eine geringe Frauenbeschäftigung, etwa durch die Subventionierung von Minijobs oder das Ehegattensplitting, das Paare mit ungleichem Einkommen steuerlich begünstigt.“
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Mit Dank an meinen Bruder, seines Zeichens regelmäßiger Leser der Mädchenmannschaft, der mir das Bild gestern verlinkt hat.
(Bild über http://nurbilder.com/)
Facebook | | Stellen wir uns folgende Situation vor:
Ein paar Männer sitzen um einen Tisch, sie unterhalten sich, trinken Bier. In der Küche der Wohnung klappert die Freundin des Gastgebers mit Geschirr, dann schaut sie kurz ins Zimmer: „Na, Männer, braucht ihr noch was? Alle glücklich?“ Die Herren nicken, bedanken sich. Die Frau verschwindet im Arbeitszimmer, sie hat noch zu tun. Die Männer stoßen an und einer fragt den Gastgeber, wie es denn so läuft gerade. Dieser antwortet: „Super! Sie kocht sehr gut und auch gerne. Außerdem kann sie bügeln und sonntags holt sie immer Brötchen“. Die Männer nicken anerkennend und einer von ihnen sagt: „Na, die haste aber gut erzogen!“ Die anderen grinsen wissend.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de
Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber würde ich so ein Gespräch mitbekommen, hätte ich irgendwelche „gekauftes Thai-Mädchen“ Assoziationen und würde mich insgesamt über so ein herablassendes Verhalten ziemlich ärgern.
Die Sache ist nur:
Ich war schon bei vielen solcher Gespräche dabei! Nur saßen da nicht Männer, sondern Frauen zusammen.
Viele werden sie kennen, die Sprüche über den Mann, der erzogen werden muss, den man gut er-/gezogen hat. Oft geht es in solchen Unterhaltungen darum, dass ein Mann etwas klassisch „unmännliches“ getan hat, der Frau „ihre“ Arbeit erleichtert hat. Wenn ein Mann (natürlich völlig überraschend!) z.B. in Sachen Haushalt(sführung) mitdenkt, dann kommt er der Satz, vorgetragen in einem anerkennenden Ton, in dem immer ein wenig Belustigung mitschwingt über dieses kleine, possierliche Tierchen namens Mann. Lustigerweise wird er – so zumindest meine Beobachtung – meistens vorgetragen von Frauen jeder Altersgruppe, die selbst insgesamt sehr klassische Beziehungsmodelle bevorzugen, Beziehungen, in denen meistens er im weiteren Sinne „die Hosen an hat“.
Es steht außer Frage, dass wir uns in Beziehungen entwickeln und verändern, dass man in einer guten Beziehung von einander lernt und Rücksicht nimmt. Dass man sich manche Macke versucht abzugewöhnen, weil genau diese eine Kleinigkeit den Partner total wahnsinnig macht. Aber erziehen? Kann eine Beziehung, in der eine den anderen „erzieht“ wirklich auf gleicher Augenhöhe funktionieren?
In meiner Familie kursiert der Spruch „Menschen ab 16 kann man nicht mehr erziehen“. Ich denke, da ist was wahres dran. Erziehung funktioniert immer von oben nach unten. Vom Älteren zum Jüngeren, von Eltern zu Kind, von Lehrern zu Schülern. Der Erziehende weiß (meint zu wissen) wo’s lang geht.
Warum stellen manche Frauen die Augenhöhe ihrer (oder einer fremden) Beziehung durch solche Sprüche in Frage? Warum versuchen sie sich wenigstens für eine Mittagspausenlänge über ihrem Mann zu positionieren und zeigen sie damit nicht genau das Gegenteil? Und ist es nicht interessant, dass oft Frauen ein Kompliment zu ihrer „Erziehung“ bekommen, die selber nie davon reden würden, dass sie ihren Mann erzogen hätten? Folgt daraus nicht völlig logisch, dass der beste Weg, einen „gut gezogenen“ (also einen aufmerksamen, interessierten) Partner zu haben der ist, sich gegenseitig zu respektieren und auf gleicher Höhe zu agieren? Die eigenen Wünsche zu äußern, nach den Bedürfnissen des anderen zu fragen, nachzugeben und Kompromisse auszuhandeln, also eine gleichberechtigte Beziehung zu führen, in der sich keiner über- oder unterlegen fühlen muss?
Mein Vorschlag wäre, in Zukunft einfach mal sagen: „Du hast ja einen tollen Mann!“
Ohne Erziehung, ohne Machtfragen. Einfach nur so, weil er eben auch ein toller ist!
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